ETFs und Aktien bringen Dir Freiheiten: Gestalte Dein Leben so wie Du es willst. Achte darauf, dass Du zufrieden bist


New York, 17. April 2018

Das Foto hat mir Blogleser Stefan, 33, im vergangenen Jahr geschickt. Er hat schon einiges gespart. Die finanzielle Freiheit ist sein Ziel. Er wird es schaffen, früh in den Ruhestand zu gehen.


Du hast gearbeitet, gespart, investiert. Das Depot wächst. In elf Jahren kannst Du es in die Freiheit schaffen, wenn Du 64 Prozent Deines Gehalts sparst. Der Blogger „Mr. Money Mustache“ hat es vorgerechnet. Es ist erstaunlich schnell zu schaffen. Klar, für die Masse der Menschen ist es nicht möglich. Es liegt an den Konsum-Wünschen und dem sozialen Umfeld.

In den USA nehmen junge Karriere-Leute Amphetamine, um schneller zum Ziel zu kommen. Die Pillen erhöhen Deine Konzentrationsfähigkeit an der Uni oder auf der Arbeit. Du kannst mit den Pillen zehn, zwölf Stunden durcharbeiten. Bei Goldman Sachs oder Google nehmen das viele Mitarbeiter. Netflix hat eine beeindruckende Dokumentation über die geistigen Aufputscher gemacht:

Die Wunderpillen heißen in den USA Adderall oder Ritalin. In Deutschland heißt das Mittel Attentin oder Ritalin.

Natürlich haben die Pillen Nebenwirkungen. (Ich leide auch an der Aufmersamkeitsstörung. Für mich kommen aber die Hirndoping-Pillen nicht in Frage). Manch ein Mitarbeiter bricht zusammen aufgrund des Stresses und der Dauerarbeit. An Elite-Unis werden die Pillen massenhaft eingenommen – selbst von Menschen, die keinerlei Aufmerksamkeitsstörung haben. Es ist eine Art Doping. Daher nehmen es einige Sportstars. Wie auch immer Du den Weg in die Freiheit gehst, Du planst ihn sehr genau. Du denkst immer über die „Nebenwirkungen“ auf Dein Wohlbefinden nach.

Ob Teilzeit oder Vollzeit. Ob 20 oder 40 Prozent Sparquote. Ob keine Sparquote und dafür bis 67 Jahre arbeiten. Oder 60 Prozent Sparquote und mit 45 in die Freiheit. Du hast die Wahl.

Bist Du frei, brauchst Du Pläne, um glücklich zu sein und um Dich nicht mehr um Geld kümmern zu müssen. Nur fleißig arbeiten und sparen ist nicht alles. Du solltest die Freiheit genießen. Aber nicht mit Zeug, sondern mit Erlebnissen.

Hilfreich ist es motiviert zu sein. Ich schaue in mein Depot täglich. Es ist aber nicht förderlich. Besser schaust Du allenfalls monatlich nach. Manch einer führt ein Haushaltsbuch mit Budget und Grafiken.

Sparfüchse haben zuweilen ein extremes Budget. Aber nichts ist wichtiger in Deinem Leben als gesund und zufrieden zu sein. Die Sparquote ist nicht alles. Wenn Du willst, legst Du eine Arbeitspause (Sabbatical) für eine lange Reise ein.

Wenn Du während der Sparphase unglücklich bist, wirst Du danach immer noch unglücklich sein. Es lohnt sich immer, Dein Leben angenehm zu leben. Was aber in der heutigen Konsumgesellschaft in den Köpfen vorherrscht, ist der Irrglaube, dass man Sachen kaufen muss wie ein Wilder, um glücklich zu werden. Dabei sind es andere Faktoren, die Dich eher zufrieden machen: Menschen, Natur, Hobbys, Lernen, Sport, Gesundheit…

Das erste, was Du tun kannst, ist das Leben zu ändern, wenn Du unzufrieden bist. Leb gesund. Achte auf Deine Fitness. Achte auf ausreichend Schlaf. Baue Deine Ängste ab. Attackiere unangenehme Situationen. Stelle Dir Aufgaben. Schwere Aufgaben.

Ich hatte immer Angst Geld auszugeben. Ich habe das geändert. Ich gebe für Reisen und Essen mehr aus. Es macht einen Unterschied. Wenn Du für etwas wirklich leidenschaftlich bist, folgst Du der Leidenschaft – im Idealfall mit anderen (Verein, Gruppe, Freunde, Familie).

Du tust etwas, auf das Du stolz bist. Du fängst vielleicht an zu zeichnen, zu musizieren, zu fimen, zu fotografieren, zu schreiben… Ein neues Hobby kommt dazu. Du engagierst Dich für soziale Zwecke, einen Verein, eine Stiftung, Tierschutz, Umweltschutz.

Fussball, Wandern, Reiten, Kanu, Skifahren, Tauchen, Ausflüge, Reisen, Wildwasser-Rafting. Besuch eines mehrtägigen Musikfestivals, Feste feiern, kochen. Freunde bewirten.

Du versuchst Deine Ängste zu überkommen. Das macht Dich stark. Vor einer Gruppe zu sprechen oder von einem hohen Turm ins Wasser/Schwimmbad zu springen. Skifahren. Kanu. Marathon. Triathlon. Schwimmen im Meer…

Du musst schon auf der finanziellen Reise Dein Leben genießen. Der Vorruhestand ist es nicht wert, auf Deine Träume zu verzichten. Wenn es Dein Traum ist, ein Haus zu besitzen, dann kaufst Du ein Haus. Wenn Du gerne ein halbes Jahr um den Erdball reisen willst, machst Du dafür eine Pause, um es zu tun. Du wirst nicht bis 50 warten, um dies zu tun. (Ich war früher viel strikter. Nun sehe ich es lockerer.)

Du lebst Dein Leben, so wie Du magst. Du arbeitest hart. Sparst. Du investierst in ETFs oder Aktien. Dein Einkommen wächst. Du wirst ein paar Mal befördert. Du kannst ruhig Deinen Chef fragen bezüglich Deiner Karriere. Dein Optimismus wächst. Deine Persönlichkeit reift. Du bist kein Mecker-Heini.

Selbst wenn Deine Ausgaben steigen (für Reisen, Sport etc.), kannst Du mehr Sparen, wenn es im Job super läuft (Beförderung, Boni).

Trotz der Erlebnisse, die was kosten, triffst Du finanziell solide Entscheidungen. Du brauchst, wie gesagt, nicht ständig in Deine Konten zu schauen.

Nach und nach überschreitest Du gewisse Hürden. Erst 10.000 Euro. Dann 50.000 Euro. Schließlich 100.000 Euro. Wenn die Börse um 15 Prozent einknickt, brauchst Du das nicht mal zu wissen. Du automatisierst das Sparen per ETFs (oder Aktien). Der Vorteil an ETFs ist: Sie sind pflegeleicht. Sie sind kostengünstig.

Überlege: Du hast 700.000 Euro im Depot. Das Geld steckst Du in extrem kostengünstige ETFs. Ein Nachbar hat den gleichen Betrag. Aber er hat einen Berater/Vermögensverwalter, der ihm ein Prozent pro Jahr berechnet. Das sind 7.000 Euro pro Jahr. (Hinzu kommen andere Kosten für Trading, Steuer, Fonds). Manage Dein Depot lieber selbst, wenn Du etwas clever bist, ist das machbar. Für 7.000 Euro kannst Du Dir einen Fahrer, Kindermädchen, Putzkräfte oder Koch hin und wieder leisten.

Dir macht es Spass, Geld zu sparen. Du musst nicht mal Dein Leben dem Geld/Börse widmen, weil es automatisch gemacht wird. Das Beste daran ist, Du kannst Dich den anderen Aspekten Deines Lebens zuwenden. Ist Dein Depot auf 350.000 Euro angewachsen, gehst Du vielleicht zum Chef und sagst: „Ich möchte Teilzeit arbeiten.“

Warum kannst Du Dir das leisten? Weil Dein Lebensstil nicht so irre teuer ist wie bei anderen Familien (Clownautos, Clownhäuser, Clownmode). Die Kosten kommen bei typischen Konsum-Familien schleichend in ihr Leben. Sie schließen zig Abos ab, sie ziehen in ein größeres Zuhause um, kaufen immer das Neueste und Tollste.

Ich lebte lange Zeit in Wohngemeinschaften und im Studentenwohnheim. Ich hab von meinen Eltern das Sparen gelernt. Ich weiß, dass es weise ist zu sparen, weil es Dir Freiheiten bringt. Das Sparen macht mich nicht unglücklich. Warum nicht in einer günstigen, kleinen Wohnung leben, wenn Du jung bist? Du kannst so viel mehr Asche ansparen. Der Aktien-Schneeball kommt dann schneller ins Rollen.

Es gibt viele kleine Kniffe, um finanziell voran zu kommen. So verkaufen weltweit einige Supermärkte Gemüse zum Billigpreis, wenn es nicht in idealer Form gewachsen ist.

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Du hast so viele Möglichkeiten, die Dir das Leben bietet. Du bist für jeden Tag dankbar. Die finanzielle Freiheit gibt Dir so viel Raum, Dein Leben flexibel anzupassen. Andere Menschen, die bis zur Halskrause Schulden angehäuft haben, haben diese Freiheiten nicht. Sie können nicht einfach halbtags arbeiten. Sie können nicht mit 45 in die Freiheit.

Hast Du ein üppiges Depot, brauchst kein Gehalt mehr. Wer zum Beispiel 1 Million Euro hat, kann in die Freiheit, wenn der Person 40.000 Euro im Jahr vor Steuern reichen. Du musst sicherstellen, dass Dein Geld schnell genug wächst, um Deine zukünftigen Träume und Wünsche zu unterstützen.

Leute schätzen Risiken wirklich falsch ein. Sie haben Angst vor Bärenmärkten und kurzfristigen Dingen. Dabei kann dies mit einem kleinen Bargeldhaufen leicht gelöst werden. Die Leute sollten Angst vor der Inflation über 20 oder 30 Jahre haben. Stattdessen machen sie sich in die Hose, weil es vielleicht eine Korrektur an der Börse (oder gar einen Crash) geben könnte. Dabei bringt die Börse langfristig die besten Renditen. Einen Bullenmarkt zu verpassen ist das größere Risiko, als einen Bärenmarkt zu erleben.

Seit 1871 sind US-Aktien um real 6,9% gestiegen (nach Abzug der Inflation). Einschließlich Inflation sind es knapp zehn Prozent Rendite gewesen. Das ist eine herrliche Verzinsung.

Hast Du 1 Million im Depot, lass das Geld schön in einem ETF. Vielleicht legst Du zehn oder 15 Prozent in Anleihen an. Damit kannst Du dann Deine Rechnungen bezahlen. Daneben hast Du vielleicht ein Tagesgeldkonto. Und etwas Cash im Girokonto. Fertig.

Dann machst Du Deine Urlaube. Relaxt. Lebst. Genießt das Leben. Du brauchst über Geld gar nicht mehr nachzudenken. Mit dem Rucksack durch Europa. Kanufahrten in den USA. Relaxen in Griechenland. In Finnland, Kroatien oder Dänemark auf einer Insel sein. Thailand. Weißer Strand. Rein in den Flieger. Leute treffen, sich entspannen. Oder die lange Wanderung durch die kanadischen Wälder mit der Familie machen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „ETFs und Aktien bringen Dir Freiheiten: Gestalte Dein Leben so wie Du es willst. Achte darauf, dass Du zufrieden bist

  1. Der Baum

    Hallo Tim,

    erstmal vielen Dank für deine sehr motivierenden Artikel alle paar Tage! Ich lese erst seit ein paar Wochen bei euch mit und langsam aber sicher entwickelt es sich zu so einer Art Selbsthilfe Gruppe 🙂

    Das Thema finanzielle Freiheit erlangt bei mir seit ca. einem Jahr einen immer wichtigeren Stellenwert. Ich lese alles was mir zu dem Thema in die Finger kommt, sei es zum Thema Aktien, Selbstständigkeit oder eben finanzielle Freiheit durch Reduzierung der Ausgaben. Aktuell bin ich bei 22% Sparquote (wobei 11% meiner Ausgaben monatlich in eine 2. Wohnung fließen für die Ausbildung meiner Frau, wenn diese fertig ist sind es also direkt mal 33% + 2.Wagen den wir nicht mehr brauchen und sonstige Aufwendungen hierfür = ca. 40% ab April 2019).

    Einzig und alleine beim Thema ETFs bleibe ich bisher noch immer stecken, weil mir dieses „Finanzprodukt“ irgendwie doch recht kompliziert erscheint. Lese ich mir die Anlegerinformationen der einzelnen ETFs durch, bin ich schon wieder völlig abgeschreckt davon 🙁 Aktien erscheinen mir hier irgendwie einfacher, wenn auch vllt. riskanter.

    Nachdem Ihr alle ja sehr viel mit passivem Investment agiert, würde ich sehr gerne von euch wissen:

    Kosten ETFs tatsächlich nur die Verwaltungsgebühr? Oft lese ich auch etwas von Ausgabeaufschlägen, Rücknahmeaufschlägen etc. ?

    Vielleicht mag mir hier ja jemand etwas weiterhelfen. Vielen Dank und beste Grüße

    Der Baum

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Frank

    Ja, sind gut gelaufen die Netflix. Ich kann mich nicht beklagen.

    @ Der Baum

    Du hast 2 Kosten: Die Verwaltungskosten und die Orderkosten. Beides sollte nach Möglichkeit mini sein.

    Viel Erfolg Euch allen. Danke fürs Lesen und Kommentieren.

  3. HANS SAGSTETTER

    Hallo Baum,

    Auch mir sind etfs suspekt aufgrund der jährlichen Gebühr sowie der relativ schwer durchschaubaren Konzeption.

    Es gibt synthetisch replizierende, thesaurierende, ausschuettende

    Sie enthalten teils hunderte von Aktien aus allen Herren Länder…..was soll das ?

    Ich sehe ihren Vorteil gegenüber 2 dutzend gut ausgewählter Einzeltitel nicht.

     

  4. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Baum; „Kosten ETFs tatsächlich nur die Verwaltungsgebühr?“

    Diese Kosten sind ja indirekt. Also sie werden Dir nicht direkt in Rechnung gestellt wie die Kaufgebühr des Bokers für eine Transaktion. Du siehst diese Kosten also gar nicht, es sind „nur“ vorenthaltene Gewinne. Die Performance wird also etwa geschmälert.

    Aber für eine gewünschte Leistung muss man eben einen Obolus entrichten.

    Muss man eben abwägen, was einem wichtiger ist. Wenn man eine hohe Summe zur Verfügung hat, dann kann man sein Depot mit Einzelwerten bestücken. Beispiele sind da Alexander oder Jason Fieber. Das sind Depots, die kann man 1:1 so nachbilden. Unter 100k würde ich raten, mindestens 50% ETFs zu halten.

    Kosten eines ETF

    „Oft lese ich auch etwas von Ausgabeaufschlägen, Rücknahmeaufschlägen etc. ?“

    Das gibt es nur bei klassischen Investmentfonds, die bei der Kapitalanlagegesellschaft geordert werden, also DEKA, DWS usw… und nicht an der Börse gekauft werden.

    Beim Kauf an der Börse gibt es nur An- und Verkaufskurs (Spread).

    Einfach mal paar Anteile kaufen und fertig. Nicht lange rum machen.

    MS

  5. Sven

    Hallo der Baum,

    Die Kosten von ETFs setzen sich i.d.R. aus der TER und ggf. Einem kleinen Teil an Fondsintermen Transaktionskosten zusammen und werden direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt (Du bekommst davon  nicht mit). Wenn du einen zu deiner Strategie passenden ETF gefunden hast (z. B. mit der Suchmaschine justetf.com), solltest du auf jeden Fall das Factsheet lesen und ablegen, um das Produkt zu verstehen, auch wenn das harte Juristenenglisch anfangs abschreckt. Etwaige Ausgabeaufschläge sowohl bei passiven als auch aktiven Fonds kannst du durch einen Kauf an der Börse immer vermeiden! Bei der Suche des ETFs hat mir auch Youtube (Kanal Finanzfluss)  oder der Podcast (https://www.finanzwesir.com/blog/podcast-finanzwesir-rockt-folge-17-etf-steuer) geholfen (Achtung bei  den Steuerthemen nicht mehr ganz aktuell).

    Es gibt natürlich auch viele Möglichkeiten mit Einzelaktien zu versuchen einen Index oder eine Strategie nachzubauen (wie Tim es macht) , aber der kontinuierliche Verwaltungsaufwand und Transaktionskosten sind meistens wesentlich höher. Das Risiko hängt wesentlichen von der Anzahl und Streuung der unterliegenden Aktien ab nicht von Einzelwerten vs. ETFs.

    Viel Erfolg und viele Grüße

    Sven

  6. Der Baum

    Super,

    danke euch allen für diese Infos. Hab mir parallel mal noch ein paar Stunden etwas über das Thema angehört/gelesen und jetzt habe mir 2 Sparpläne ausgewählt:

    ComStage MSCI Emerging Markets UCITS ETF/ ETF127

    ISHS CR WD USD-AC UCITS / A0RPWH

    Sind günstig und breit gestreut. Sollte passen oder?

    Danke und Grüße,

    Der Baum

  7. Sven

    Hallo der Baum,

    Beides grundsätzlich solide ETFs. Viele wählen eine 70/30 Gewichtung dieser beiden Indizes um annähernd die BIPs der enthaltenen Länder nachzubilden. Mich wundert nur, dass du einen Thesaurierer und einen Ausschütter kombinierst. Hat das einen speziellen Grund?

  8. Michael

    Lieber Tim,

    Vielen Dank für einen neuen motivierenden Artikel. Dein letztes Video auf Youtube hat mir auch wieder sehr gefallen.

    Ich kann Dir nur zustimmen, dass das Sparen mittels Sparpläne sehr effektiv ist. Das sehe ich an meinem Depot wie es dadurch stetig wächst und was an Dividenden dabei anfällt. Neulich bin ich schon „erschrocken“ warum da schon wieder Dividenden auf dem Verrechnungskonto gelandet sind. Dabei kommen jetzt die Tage wo die meisten DAX Unternehmen die Dividenden ausschütten.

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/dividenden-rekord-mehr-als-50-milliarden-euro-fuer-deutschlands-aktionaere-15546435.html

    Wahnsinn welche Summen da dieses Jahr ausgeschüttet werden und der „Deutsche Sparer“ ist da nur mit einem kleinen Anteil dabei. Der Rest von der Kohle geht an ausländische Anleger.

    @Der Baum: Einfach loslegen. Ein Depot bei einer Directbank aufmachen und los gehts !

    Schöne Grüße

    Michael

  9. steve

    @ tim zu Netflix würde mich interessieren was an der Firma toll ist letztes Jahr 4 Mrd Verlust dieses Jahr Prognose zwischen 3 und 4 Mrd Verlust ich glaube ca 20 Mrd Schulden aber gleiche Bewertung wie Disney. Sieht für mich nach zock aus.

  10. yankee

    Hallo hat jemand eine Information weshalb der Stoxx Europe 600 UCITS von ishares im März keine Ausschüttung hatte ? Hängt das evtl mit der Umstellung und der damit verbundenen Sonderausschüttung im Januar zusammen ?

     

  11. Daniel

    Auch mir sind etfs suspekt aufgrund der jährlichen Gebühr sowie der relativ

    Was genau ist suspekt an Produkten die für ihren Aufwand eine Gebühr verlangen? Selbst bei Amazon Prime wird eine Gebühr verlangt. Das ist normale Marktwirtschaft, jemand hat Aufwände, er möchte dafür entlohnt werden. Entweder direkt durch Gebühren oder über Werbeeinnahmen oder weiche Faktoren wie deine Daten die weitervermarktet werden.

    Es gibt synthetisch replizierende, thesaurierende, ausschuettende

    Genau, syntetisch, physisch, ausschüttend, thesaurierend. 4 Attribute die im Wesentlichen und vereinfacht gesagt alle gängigen ETFs beschreiben. Was genau empfindest Du daran als schwierig?

    schwer durchschaubaren Konzeption.

    Daran ist nichts schwer. Das Konzept wird in der Regel schon allein durch den Namen des ETFs beschrieben. Ein Emerging Markets ETF bildet halt eine Summe aus Aktien die der Kategorie Schwellenländer zugeordnet wird. Das sind je nach Region mal mehr und mal weniger. Und wenn man diesen ganzen Spezial und Nischenzirkus mal weglässt, dann sind das in der Regel nur eine Handvoll ETF die für einen durchschnittlichen Privatanleger interessant sind:

    1 ETF: MSCI ALL COUNTRY WOLRD

    2 ETF: MSCI WORLD / EM || FTSE DEVELOPED WORLD / EM

    3.ETF: MSCI WORLD / EM / EUROPA

     

    Sie enthalten teils hunderte von Aktien aus allen Herren Länder…..was soll das ?

    Das ist nunmal schon seit Ewigkeiten der Sinn und Zweck eines Fonds gewesen. Und die gibt es schon seit dem 18.Jahrhundert. Der Sinn dahinter? Diversifikation die du in diesem Umfang mit Einzelinvests niemals erreichen wirst. An dieser Stelle empfehle ich wieder einmal das PDF

    https://www.arero.de/fileadmin/user_upload/07_downloads/genial_einfach_investieren_ebook.pdf

    Es beschreibt auch recht gut die falschen und irrationalen Denkweisen vieler Privatanleger.

    Ich sehe ihren Vorteil gegenüber 2 dutzend gut ausgewählter Einzeltitel nicht.

    Ich schon, nämlich dass ich NICHT in der Lage bin 2 Dutzend „gut ausgewählte“ Einzeltitel zu finden. Vor einem Jahr hätte ich General Electric auch für ein ziemlich solides Unternehmen gehalten. Vor einem halben Jahr wusste auch niemand etwas vom „Facebook Skandal“. Man stelle sich nur vor da wäre noch etwas viel Drastischeres rausgekommen und die Leute wären massenweise von Facebook abgehauen. Innerhalb weniger Jahr wäre die Firma nur noch ein Schatten ihrer selbst gewesen. Monopol hin oder her, oder nutzt jemand noch aktiv StudiVZ oder ICQ? Vor wenigen Jahren hätte ich die deutsche Energiewirtschaft auch als grundsolide betitelt bis unsere Bundesregierung mit sozialistischer Planwirtschaft in die freien Märkte der Energieversorgung eingegriffen hat. Ich habe mich schon derart oft in Unternehmen geirrt dass ich da keine Langfristprognose wage.

    Ein konzentriertes Portfolio erkauft sich mehr Rendite durch mehr Anfälligkeit, der Vergleich mit diversen Multimilliardären hinkt, da diese eigene Agenten haben die den ganzen Tag nichts anderes tun als sich um das Geld zu kümmern und aufgrund ihrer Beteiligungen an diesen Unternehmen auch wohl einen anderen Informationsfluss haben als Paul Meier aus München der die Infos Tage später erhält.

  12. Der Baum

    @ Sven: Ich habe mich für die Mischung entschieden, weil ich gerne zumindest einen Teil passiven Einkommens haben möchte (auf lange Sicht). Ich möchte gerne auch zumindest einen Teil des Freibetrags ausnutzen um dann auch mit den Erträgen die fortlaufende Feinjustierung meines Depots vorzunehmen.

    Bedeutet konkret: Ich lege jetzt 100€ in EM Etf, 50€ World Etf und ca. 500€ in Einzelaktien pro Monat an (versuche mich hier im Value investing). Der Rest wird in Barreserven (verschiedene Währungen) und Edelmetalle investiert.

    So hoffe ich eine sicherere Mischung zu haben. Da ich erst seit ca. einem Jahr mit Aktien etc. aktiv bin, kann sich hier natürlich noch viel ändern über die Jahre.

    @ Daniel: Ich glaube was Hans Sagstetter sagen will ist schlicht, bei Etfs hast du ein gemachtes „Produkt“. Einen Aktie ist schlicht ein Teil eines Unternehmens. Die rechtlichen Hintergründe sind hier einigermaßen eindeutig. Bei Etfs hab ich die ganzen Hintergrundmechanismen nicht verstanden. Wer passt die Zusammensetzung an, welchen rechtlichen Status haben sie, wie sieht es mit der Besteuerung aus uswusw. Es ist wie ein Apfel und ein Apfelmus zu vergleichen. Irgendwie ähnlich aber das eine ist doch schon verarbeitet und so 100% sicher weiß ich nicht was ich bekomme (hier durch die Finanzindustrie). Da bin ich grundlegend Skeptisch/vorsichtig.

    Danke für all eure Tipps!!

    Grüße der Baum

     

  13. Mattoc

    @MS:

    Das Depot von Jason Fieber, dessen Blog ich auch gerne lese, ist allerdings sehr US-lastig. Er begründet das damit, dass diese Unternehmen ohnehin oft global agieren und nur ihren Sitz in den USA haben, allerdings hat er auch viele REITs, Versorger, Energie und Industrieunternehmen, die naturgemäß ausschließlich Geschäft in den USA machen. Ich sage nicht, dass das schlecht ist, es geht nur darum, dass einem das klar sein sollte, bevor man so ein Depot nachbildet.

    Andererseits ist die Aktienkultur in den USA natürlich auch besser als in anderen Ländern, und die Quellensteuerproblematik gibt es für deutsche Anleger nicht.

    Wie machst du das eigentlich mit Enbridge (Kanada) und der Quellensteuer? Die magst du ja, glaube ich. Aus welchen Ländern hältst du Einzelaktien?

    Danke!

  14. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Mattoc,

    vom Jason Depot würde ich aus persönlichen Gründen einige Werte aussondern (Tabak etc.), aber ansonsten komplett übernehmen. Ich hätte auch mit 100% US kein Problem. Das liegt auch daran, dass mein Glauben an Amerika, das gute alte „We the People“- Amerika, auch bisher nicht zu erschüttern war.

    Wenn ich jetzt viel Geld zu investieren hätte, dann würde ich vielleicht schon etwas mehr China nehmen. Aber es läppern sich eben immer nur paar Eus zusammen über den Monat, weswegen ich dann doch meist wieder US- oder Kanada kaufe/aufstocke.

    Ich habe auch paar deutsche Aktien, aber eben so aus Anstand. Gehört sich so als guter Patriot. Also paar Telekom, Daimler, Gea, Deutsche Beteiligung, Leoni, und paar andere, und natürlich einige ETFs mit Schwerpunkt EUR-Dividenden. Europäische Einzelaktien habe ich fast nichts mehr. ENGIE liegt noch rum, weil im Minus. Sobald die mal im Plus ist, kommt sie weg. Muss man sich einfach nicht antun.

    Aber ich mache mir keinerlei Berechnungen von Ausgewogenheit usw.

    Bei Kanada werden mir wie bei US-Aktien bei Lynx automatisch immer nur die 15% abgezogen.

    Von Enbridge habe ich nicht ENB die Inc. sondern den ENF, den Enbridge Income Fund in CAD.  Außerdem noch ausgerechnet vor dem Schlag der FERC mit der Änderung der Steuer-Rules (was vielen MLPs einen Nackenschlag versetzt hat), habe ich mit EEQ angefangen. Das ist eine Gesellschaft von ENB, die Enbridge Energy Partners, L.P. (EEP) managt. Diese Ausschüttungen von EEP wären für Ausländer (vermutlich) mit der Höchststeuer belegt, aber der EEQ bucht 1:1 zum Wert der Ausschüttung des EEP neue Aktien von EEQ ein. Man kann die später dann mal ganz normal verkaufen und versteuern als Aktiengewinn.

    So, schon wieder Mittag…

    MS

  15. Rainer Zufall

    Der Baum

    Auf den ersten Blick sind Aktien einfacher. Aber bei (Einzel-) Aktien gibt es einige Sachen, an die man im ersten Moment nicht denkt. Auch wenn es sich „schlicht ein Teil eines Unternehmens“ handelt, sind die rechtlichen Hintergründe auch hier nicht immer klar z.B.

    – Wo werden Deine Aktien verwahrt und wer weiß überhaupt, dass Dir eine Aktie gehört? –> Nicht bei (D)einer Bank, sondern einer Verwahrstelle wie z.B. Clearstream

    – Was passiert bei Fusionen oder Abspaltungen, willst Du Aktien des abgespalteten Unternehmens überhaupt noch? Falls nicht, Verkauf, ggf. Steuer

    – Die steuerliche Behandlung bei Kapitalerträgen ist auch bei Einzelaktien nicht immer klar (z.B. bei REITS), das kann Arbeitsaufwand nach sich ziehen

    – In einigen Ländern kommt eine generelle Quellensteuerproblematik hinzu

    -Aktien aus Emerging Markets kann man oft gar nicht so einfach erwerben.

    Grüße und viel Erfolg!

  16. Thorsten Rohweder

    Aktien oder ETF , thesaurierend oder ausschüttend, 20 oder 50 Aktien im Depot. Das wird alles überbewertet. Hauptsache man ist dabei. Der eine mag Erdbeereis, der andere Schokolade. Ich mag Dividenden und eine bunte Mischung im Depot

  17. Claus

    @ all

    Ich würde kein Depot einfach nachbilden, das macht wenig bis gar keinen Sinn, selbst wenn es heute „perfekt“ aussieht.

    Die Gründe sind einfach:
    -Man kennt die Kaufgründe nicht, die den Inhaber zum Kauf veranlaßt haben.
    -Die damaligen Kaufbedingungen liegen heute wahrscheinlich gar nicht mehr vor.
    -Die gesamte Strategie sowie das genaue Umfeld des Depotinhabers sind meist viel zu wenig oder gar nicht bekannt.
    – Depotänderungen bekommt man viel zu spät oder gar nicht mit, ebenso die Gründe hierfür.

    Ein „perfektes Depot“ gibt es auch niemals dauerhaft. Irgendwann gibt es immer mal wieder Handlungsbedarf aus ganz verschiedenen Gründen, wie oben teilweise schon genannt.

    Deshalb sollte man sich stets eigene Gedanken machen, eine genaue Strategie festlegen (was will ich erreichen??) und erst dann mit dem Depotaufbau beginnen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob man Einzelaktien, ETFs oder einen Mix bevorzugt.

    Ein erfolgreiches Depot bedeutet übrigens viel Arbeit und es wird niemals „fertig“. Das heißt aber nicht, dass man viel hin und her handeln oder ständig etwas ändern sollte.

    Ich investiere ausschließlich in Einzelwerte, Unternehmensqualität ist hierbei mein wichtigstes Kriterium.

    Was mich interessieren würde:
    Wie ist eigentlich die bisherige Performance Eurer Depots in diesem volatilen Jahr bisher? Haben die ETF-Anleger besser abgeschnitten, als die Anleger in Einzelwerten?

    Mein Depot (ca. 550k) mit 30 Einzelaktien liegt 2018 bisher 3,2% im Minus. Die Höchstmarken liegen bei +2% und -8%.

    LG

     

     

  18. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Claus,

    zuerst Gratulation zu Deinem stattlichen Depot. Da kann man sich wirklich schon schön zurück lehnen. Top!

    Das stimmt mit dem Nachbilden. Ich würde jetzt natürlich nicht auf einen Schlag alle diese Aktien zum derzeitigen Preis kaufen. Meinte eher symbolisch, dass man sich nach und nach an diesem Portfolio orientieren kann.

    Bei Lynx habe ich derzeit sogar -4,71% zu Buche stehen. Ist den Energie/MLP-Fonds und manchen REITs geschuldet. Macht mir aber keine größeren Sorgen.

    Bei Flatex weiß ich nicht, da die ja keine richtige Auswertung vornehmen. Gefühlt auch so 1-2% im Minus. Man sieht da zwar unten den Wert, aber man kann meines Wissens nirgends  detaillierte Auswertungen wie bei Lynx machen, sich das also Year-to-Date berechnen lassen.

    MS

  19. Mattoc

    @Claus

    Das Depot von Jason Fieber enthält über 100 Aktien aus den USA und Kanada aus sämtlichen Branchen.

    Es wird aus Performance-Sicht keinen systematischen Unterschied machen, ob ich mir nun einen ETF auf den MSCI Nordamerika kaufe oder diese 100 Aktien kaufe. Wenn ich einen ETF kaufe, habe ich auch sehr viele Aktien dabei, die ich gar nicht haben will und andere, die ich unbedingt haben will. Ich bin beim besten Willen kein Freund von Einzelaktien, aber in diesem Fall ist das wirklich egal.

    Beispielsweise sieht man das auch am MSCI World High Dividend Yield, der ein Subindex des MSCI World ist und mit einem Bruchteil der Aktien des MSCI World praktisch die selbe Performance abliefert.

  20. Oliver

    Das was Claus schreibt, sehe ich ebenso. Die Werte in beiden Depots (Jason & Alexander) sind mit heutiger Bewertung anders zu beurteilen als beim damaligen Kauf. Man kann sich sowieso von dem Gedanken verabschieden, alle Käufe und eventuelle Verkäufe perfekt auszuführen. Jeder mit Einzelaktien kennt die Positionen, die vom Kurswert im Minus sind. Das trifft auf einzelne Werte unweigerlich zu, weil man sie zu einem Zeitpunkt gekauft hat, wo die Bewertung der Aktie ganz anders war.

    Weiter oben schreibt jemand, dass er lieber ETFs kauft, weil er sich nicht zutraut, die richtigen Werte für sich zu finden. Absolut legitim und Einzelaktien sind sicherlich nicht für jeden.

    Man sollte sich überlegen, wie man investieren möchte. Als Anfänger ist es für viele sicher leichter, erst mal mit ETFs zu beginnen. Gerade bei den ersten Schritten muss man Erfahrungen sammeln. Was ist mir wichtig, wie gehe ich mit Buchverlusten um? Am Anfang ist für die meisten alles neu und aufregend. Vor allem die Schwankungen. Die machen viele Leute sehr nervös, gerade wenn man auf einmal 20 oder mehr Prozent im Minus ist und überhaupt noch nicht weiß, wie man selber mental darauf reagiert. Die Gelassenheit kommt mit den Jahren und man muss sie in Bezug auf Buchwerte lernen.

    Wenn man eine langfristige Zielsetzung hat, in dem man z.B. beschließt, im Rentenalter ein zusätzliches Nebeneinkommen zu sparen oder wenn man irgendwann vor der Rente finanziell frei sein möchte, sollte man sich Szenarien durch den Kopf gehen lassen, wenn z.B. mein schönes Depot von 100k EURO um 50% fällt. Wie geht meine Familie damit um -> die Gefahr wird von vielen unterschätzt, wenn die bessere Hälfte Panik schiebt, alles verkaufen möchte und der Haussegen mächtig im negativen Bereich ist.

    Jede Situation ist individuell und genauso sind die Zielsetzungen. Meine Ziele müssen nicht die der meisten hier schreibenden Leser sein, aber selbst dann kann man sich noch Sachen abschauen, die einem weiter helfen. Trotzdem ist das wichtigste, seinen eigenen Kopf einzusetzen. Nur so kann man aus seinen eigenen Fehlern, die unweigerlich kommen, lernen und daraus bessere Schlüsse für die Zukunft ziehen.

    In meiner Ansparphase habe ich festgestellt, dass ich finanziell frei werden möchte. Das war gerade zu Beginn gar nicht meine Absicht. In meinen 20ern habe ich auf den schnellen Gewinn geschaut. Mit knapp unter 30 das erste Unternehmen gegründet. Langfristig gespart habe ich erst in den späten 30ern und irgendwann habe ich gedacht, dass finanzielle Unabhängigkeit was sehr schönes wäre. So können sich mit der Zeit die Ziele ändern.

    Ich bin z.B. kein großer Fan von ETFs und mag lieber Aktien. Ich brauch keine 3.000 Werte in ETFs und bin der Überzeugung, dass 10 solide Werte als Diversifizierung reichen würden. Allerdings ist das knapp und man sollte aktiver die 10 Werte beobachten. Gemütlicher wird’s mit mehr Werten. Nehmen wir aber den Fall mit GE und ich habe den bei meinen 10 Werten dabei. Das Gesamtdepot würde damit etwa 6 – 7 % nach unten gezogen, wenn sich die anderen nicht bewegen. Das ist natürlich unschön, aber auch kein Weltuntergang. Wenn ich denke, dass die Unternehmung in Zukunft gute Chancen hat, die Probleme zu lösen, sitze ich es aus. Trotzdem hat man weniger Dividendeneinnahmen (momentan 50%) und das wird das Ergebnis schmälern. Wenn man der Überzeugung ist, dass die Chancen gering sind, sofort liquidieren. Viele große Werte gehen immer wieder mal durch das Tal der Tränen. McDonalds hatte z.B. auch zu kämpfen. Apple ebenso und IBM ist ggw. längst nicht mehr das Urgestein, wie es mal war.

    Das sind die Bewegungen, mit denen man sich abfinden muss. Ich habe z.B. etwas über 70 Werte, mache mir über einzelne davon nur 1 – 2* im Jahr Gedanken. Bei vielen sehr kurz, es läuft alles wie gewöhnlich. Dividende rauf, Geschäftsverlauf ist OK und die Aussichten für die Zukunft wenig verändert. Übrig bleiben meist 2 – 3 Problemkandidaten, wo ich nachdenke, ob das Geschäftsmodell kippt. Wenn ich zu der Meinung komme, dann verkaufe ich.

    Anders schaut es mit den ganzen Übernahmen aus. Die nerven einen als Langfristinvestor, aber zumeist wird man trotzdem zum Abschluss einen Premiumgewinn bekommen. DPS ist bei mir so ein Fall in diesem Jahr. Das heißt, ich bekomme hier z.B. Geld und zusätzlich noch ein paar Aktien. Die Aktien behalte ich und das Geld wird in eine Firma im gleichen Sektor angelegt. Auch kein Hexenwerk.

    Investieren ist im Grunde eine extrem langfristige und langweilige Angelegenheit, wenn man es unaufgeregt mit einer festen Strategie durchführt. Mit ETFs ist es sogar so langweilig, dass wahrscheinlich viele, um irgendetwas entscheiden zu können, sich für 2 – x verschiedene entscheiden und besparen. Aber eigentlich reicht ein ETF World auf einen großen Anbieter und kauft sich davon die Anteile. Entscheidung ist noch: Ausschüttend oder thesaurierend. Und auf jeden Fall einen, wo auch tatsächlich in die Werte angelegt wird.

    Bei Aktien darf man etwas aktiver sein. Hier schaut man sich erfolgreiche Werte mit attraktiver Bewertung aus, streut in unterschiedliche Firmen und dann ist die Sache auch ganz unspektakulär. Ich habe mir angewöhnt, immer wieder mit kleinerem Geld neue kleine hoffnungsfrohe Firmen herauszusuchen und dort 500 oder 1000 EURO zu investieren. Ich habe da keine Erwartungen, von daher werde ich nicht enttäuscht, wenn sich die Mehrheit nicht toll entwickelt. Das hat schon ein bisschen was mit Lotto, aber wenn man eine gute erwischt, kompensiert diese viele schlechte.  Matthias hat mich vor kurzem wegen meiner Cloudera bemitleidet, weil die an einem Tag um ca. 40% gefallen sind. Momentan sind das Stand heute 421 EURO Buchwertverlust, gemessen am Gesamtwert des Depots sehr überschaubar. Solche Strategien sind etwas, wenn man länger dabei ist und ganz bewusst das Geld vorher schon abschreibt. Aber irgendwer hat auch als erstes die Microsoft, Google oder Coca Cola-Aktien gekauft. Nur ein solcher Wert und alles ist x-fach wieder drin. Ein bisschen Glück hatte ich schon.  Aber diese Zweitstrategie ist nur etwas, wenn man sich mit dem Aktienmarkt und den Firmen beschäftigen möchte. Sonst lieber nicht.

    Grüße
    Oliver

     

  21. Claus

    @ Matthias Schneider

    Hallo Matthias,

    danke für Deine Infos.

    Klar, man kann gute Depots als Denkansatz nehmen und dann Werte, die einem gefallen, bei passender Gelegenheit ins Depot legen. Das ist völlig in Ordnung.

    Habe 3 Depots bei verschiedenen Brokern (1 Langfristdepot für steuerfreie Aktien vor 2009 gekauft ca. 30%, 1 Langfristdepot ca. 65%, 1 Depot für gelegentliche Trades -aber kein Trading- ca. 5%). Wenn man keine Börsensoftware mit Depot-Modul hat, kann man ein Gesamtdepot relativ einfach mit allen Auswerungen in Excel erzeugen (falls man es möchte und braucht).

    Eigentlich ist dieses Jahr bisher noch gar nichts passiert. Ich denke, die „grossen Jungs und Mädels“ versuchen ein wenig Kasse zu machen und „etwas tiefer“ wieder einzusteigen, um ein bisschen Rendite zu erzielen. Wer sich dann aus seinen soliden Aktien herausdrängen läßt, wird wohl draufzahlen, wenn er wieder herein will oder bleibt draussen und ärgert sich wahrscheinlich.

    LG

  22. Slazenger

    @Claus
    Also bei mir sind es knapp 4% Minus, mit 22 Einzelwerten im Depot! Einige Werte wie SSE, Shell oder Becton Dickinson z.B. haben sich ganz gut gehalten dieses Jahr! Ich schau allerdings auch selten ins Depot, Hauptsache die Dividenden kommen regelmäßig, und die Unternehmen erhöhen stetig die Ausschüttung! Aktuell sind noch ca. 11%Cash verfügbar für eine eventuelle Schnäppchenjagd! 
     

  23. steve

    o.k Tim Netflix eine Glaubensfrage ich seh nur negativer Cashflow im 3 stelligen Mio Bereich Quartal für Quartal, da interessiert es mich nicht mehr ob sie Buchungstricks sich ins positive rechnen. Definitiv haben sie in 2017 4 Mrd miese gemacht und planen 2018 im gleichen Bereich. Darfst natürlich weiter dabei bleiben mich wirds da nicht hinziehen.

  24. Markus

    @Claus

    -0,9 % year to date, zeitgewichtet (izf nur am Jahresende), Divs netto, 12 er etf Kombi ähnlich Kommer’s Weltdepot.

  25. Mattoc

    @Zwitsch

    Quelle?

    Soweit ich weiß, ist Markus Koch gegenteiliger Meinung. ETFs sind aktuell eher Gelderhaltungsmaschinen. Er hält selbst auch ETFs u.a. auf den S&P500. Er führt hier Exxon an und sagt, dass der Energiekonzern nur dank ETFs und der hohen Gewichtung in diesen noch diesen hohen Kurs hat. Exxon ist nach seiner Meinung deutlich überbewertet.

    Dabei sind ETFs an Exxon nur mit 15% beteiligt. Das macht also nicht viel Sinn. Außerdem gibt es andere Schwergewichte, die auch abverkauft wurden – trotz ETF-Gewichtung.

    Markus macht damit Werbung für seine lustige Facebook Seite.
    Und die ist wirklich sehr lesenswert und unterhaltsam.

  26. Sterbai

    ..@Claus

    Laut Portfolio Performance steht bei mir ein plus von 2,39% imcl. Dividenden. Bei 16 Einzelwerten und ein ETF-anteil von ca 7%

    Wobei mir dein Depot trotzdem lieber wäre ?

     

     

     

     

     

     

  27. Thorsten Rohweder

    @Oliver schöner Kommentar. Ich benutze ETFs (nur replizierende, kein Swapzeugs), um meinen Depotverlauf zu glätten. Es nimmt außerdem etwas Risiko aus dem Depot (man denke an Nokia, General Electric,…) Wenn eine Aktie im ETF pleite geht,  kann es durch die anderen 499 aufgefangen werden). So argumentiere ich für meine Depotstruktur.

  28. Frank

    Ich investiere jetzt seit 20 Jahren und wenn ich es auch nicht geglaubt habe, so stimmt es für mich inzwischen:
    Time in the market is more important than timing the market.
    Dividendenaristokraten, Standardwerte kaufen wenn sie gerade nicht „in“ sind, kaufen, und dann für immer halten.
    Jeder Tag ist Kauftag wie aus Stuttgart gerne behauptet stimmt also für mich nicht, aber ganz unten erwischt man seine Aktien nie, es reicht meiner Meinung nach aus, zu kaufen wenn der Preis o.k. ist, den Rest macht die lange Haltedauer für dich.
    Die immer höher werdenden Dividendenzahlungen sorgen dann, neben einer beruhigenden Wirkung bei nötigen Alltagsausgaben, für die Möglichkeit sich immer mal wieder umzuschauen, welche Standardwerte gerade mal wieder unsexy sind und danach schreien in den Hafen meines Depots zu laufen.

  29. Claus

    @ Frank

    … so ist es. Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich ebenso „beste Unternehmensqualität“ zu kaufen, wenn niemand sie haben will. Ich kaufe niemals „Trendaktien“ zum Höchstkurs, die manchmal noch nicht einmal Gewinne erzielen. Z.Zt. gibt es einige laaangweilige Konsumwerte im Angebot… Was wir „kleinen Fische“ den großen voraus haben ist die Zeit. Die meisten Großinvestoren müssen ständig Rechenschaft ablegen und Performance bringen. Wir können in Ruhe abwarten, die Zeit arbeitet immer für uns, sofern keine „Schrottaktien“ ausgewählt wurden.

    @ all

    Danke für Eure Antworten. Wie es aussieht, haben wir uns doch ganz gut geschlagen. Mal sehen, wie es weiter geht, es kommt ja bald die eigentlich eher schwache Börsenzeit.

    LG

  30. Exitus

    Was haltet ihr so von Funkwerk?

    Der Artikel von Herrn Kissig und der auf boersengefluester.de klingen gut.

  31. Andrea

    Die Disney-Aktie scheint mir immer noch ganz günstig, und so haben mein Mann und ich noch weitere Disney-Aktien dazu gekauft (ich verwalte seit kurzem das Depot meines Manne mit).

  32. Fit und Gesund

    @Claus,

    also ich habe mich nicht so gut geschlagen, ganz ehrlich,

    IZF seit Jahresbeginn:

    Einzelaktien Minus 15%

    ETF’s Plus 0.1%

    ein einzelner aktiv gemanagter Fonds (kommt bald weg) Minus 11.9%

    ich denke schon dass ich alle Käufe (Verkäufe gab es nicht) und die Dividende korrekt eingetragen habe, aber so sieht es aus,

    dennoch ist mein Depotstand höher als zu Jahresbeginn, ich werde bis Ende Jahr um die 7200 CHF Dividende erhalten, voraussichtlich,

    mit meinen CH-er Aktien ist einfach kein Blumentopf zu gewinnen, meine Kaufkosten 1x /Monat sind über 1% sehr hoch,

    ich ziehe das System monatliches Aktiensparen noch bis zum 61.Lebensjahr durch, dann ist damit Ende und ich bereite die Cashposition für den vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben vor,

    allerdings gibt es mir sehr zu denken dass ich mit Einzelaktien soooo viel schlechter war als mit den ETF’s, ich denke es wird besser sein die ETF’s weiter zu füttern.

    liebe Grüsse an Alle

  33. Thorsten

    @Fit und Gesund

    allerdings gibt es mir sehr zu denken dass ich mit Einzelaktien soooo viel schlechter war als mit den ETF’s, ich denke es wird besser sein die ETF’s weiter zu füttern.

    Ich glaube das liegt an der geringeren Anzahl der Aktien, nicht unbedingt an der Auswahl, wenn man quer durch alle Branchen angelegt hat. Dem stärkeren Rückgang müsste in besseren Zeiten auch mal ein stärkerer Anstieg gegenüberstehen. Die Volatilität ist einfach höher.

    Bei zu geringer Anzahl von Aktien verlässt man aber den Index komplett. Dann gerät man in den Bereich Spekulation. Deshalb kann und und will ich das immer wiederkehrende Argument, dass 10 Aktien reichen oder 20 meinetwegen nicht gelten lassen, denn es fußt darauf, dass man die richtigen erwischt hat. Bei 10 Wertpapieren wären bei mir ganz sicher ein großer ETF-Anteil im Depot. Je mehr Einzelaktien, desto weniger groß muss der ETF-Anteil sein.

     

  34. Fit und Gesund

    @Thorsten

    es sind 29 Einzelaktien, 3 ETF’s und der einzelne Aktienfonds (Sparplan),

    Einzelaktien ungefähr 66%, ETF’s 34%

    die Aktien sind:

    Nestle, Unilever, Pepsi, Reckitt B., VF, Diageo, BAT und Henkel

    Roche, Novartis, Fresenius, Novo N. , Medtronic, Amgen, JNJ

    Cisco, SAP

    Zürich Versicherung, Swiss RE, Admiral Group, Bank of Nova Scotia,

    Shell, BHP, Enbridge

    Adecco, Simon Property, Swiss Prime Site, Public Storage, WPCarey,

    Konsum und Pharma/Healthcare stark übergewichtet,

    also ich maule sicher nicht, aber es gibt mir dennoch ein wenig zu denken und das ist ja erlaubt.

     

    liebe Grüsse

     

    vergessen, neu kaufen möchte ich nur noch BASF, Microsoft, MMM, Apple, evtl. CHD, zum Aufstocken ist genug da

  35. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Fit und Gesund,

    das liegt eben daran, dass man zu wenig Kapital hat, um ausreichend viele Einzelaktien zu kaufen (>100), die dann einen ähnlich ausgleichenden Effekt haben wie ETFs.

    Es ist auch Glück dabei, wenn man nur die Aktien kauft, die dann Plus machen.

    Jeder kauft Aktien mit der Einschätzung, dass diese nicht gleich danach ins Minus gehen. Sonst wäre man ja blöd.

    Aber deswegen solltest Du nichts verkaufen. Da muss man durch. Wenn Dir eine Aktie aber einfach nicht mehr gefällt oder Magenschmerzen verursacht, dann weg damit.

    Ich habe gestern wieder ein paar Hundert CAD gehabt, und überlegt was ich nehme. Hätte sie auch mal liegen lassen können, bis wenigsten ein Tausender beieinander ist, aber ich bin halt auch kaufsüchtig. 😉

    Wollte erst eine winzige Startposition einer kleinen Aktie nehmen, damit ich sie nicht mehr vergesse, wenn ich dann paar Stück immer vor Augen habe. Ich mag ja small Caps, dachte da an die Acadian Timber oder Valener, habe aber dann doch einen ETF aufgestockt mit den Top-Positionen: Pembina, Enbridge, Transcanada, Southern Co, Exelon, Duke Energy, Emera, PPL Co, Rogers Com…

    Einzelaktien zu bewerten kann man zwar versuchen, ist aber letztlich trotzdem auch Glück, da die Zahlen sich schon mit dem nächsten Quartal deutlich verschlechtern können. Zumindest kann man sich Prioritäten setzen wie Verschuldung, Cashflow usw.

    Derzeit macht der Chuck Carnevale von der Software F.A.S.T. Graphs Videos von (seiner Software nach) günstig bewerteten Aktien. Vielleicht ist da was für den Einen oder Anderen dabei.

    Im heutigen Video werden DKS, BEN, CMI, RPM, SJM, TFII, AFL, AMP, CMCSA und ABC besprochen; https://www.youtube.com/watch?v=B7ITcMF0IL8

    Vorher gab es schon OHI, APU, OMI, PPL, SKT, TUP, T, SO, SPG, STOR (https://www.youtube.com/watch?v=77D5RZyu2SQ

    VZ, NNN, GIS, ABBV, EAT, PFE, RY, TRI, TGT, K (https://www.youtube.com/watch?v=uvZxq_7Poqc)

    PFG, OMC, CVS, NFG, PAG, WHR, CAH, HAS, R, WBA (https://www.youtube.com/watch?v=sRqsOFUhtIE)

    Schönen Tag noch

    MS

  36. Fit und Gesund

    @Matthias Schneider,

    also an zu wenig Kapital liegt es glaub nicht, und die Chuck Carnevale Serie verfolge ich über Seeking Alpha, ebenso das Portfolio von Mike Nadel bei Daily Trade Alert, ein komplett U.S-lastiges Portfolio kommt für mich nicht in Frage, ich muss mich wohlfühlen mit meinem Depot, ich muss auch keinen Index schlagen und muss auch hier bei Tim Schäfer nicht auf den vordersten Plätzen liegen, ich habe auch nicht die Erfahrung eines Claus oder Slazenger und Dein Wissen, lieber Matthias hab ich gleich 7x nicht,

    für mich ist es gut wie es ist,

    sicher gedenke ich nicht eine einzige Aktie aus meinem Depot zu verkaufen, mir ist auch nicht unwohl damit, sonst hätte ich da schon dran herum geschraubt 🙂 , aber es zeigt sich dass die ETF’s doch wohl die Nase vorne haben, in Anbetracht meines Alters muss ich dennoch mal überlegen ob das gescheit ist was ich da mit den Einzeltiteln mache,

    kommt Zeit, kommt Rat, kommt Geld ….

    liebe Grüsse

     

  37. Nobbi

    Sind denn die ETFs ausschüttend und die Dividenden bei beiden eingerechnet? Ansonsten sind es letztenendes wenig aussagekräftige kurzzeit performances, welche leider als argumentation nicht taugen.

  38. Fit und Gesund

    @Nobbi,

    die 3 ETF’s von Vanguard sind ausschüttend und die Dividende wurde eingerechnet, genauso wie die Dividende der Einzelaktien, mir ist auch klar dass es sich bei dem IZF seit Jahresbeginn nur um eine Momentaufnahme handelt.

  39. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Fit und Gesund,

    dann formuliere ich um. Dann wäre es evtl. besser, wenn Dein vieles Kapital nicht in zu wenig Einzeltiteln gebündelt wäre. 😉

    Andererseits, wenn die dann mal wieder laufen, dann ist es umso besser.

    Aber dazu (verhältnismäßig zu große Positionen zu kaufen) ist man eben geneigt, wenn man hohe Kaufkosten bei der Bank/Broker hat.

    Grüßle,

    MS

     

  40. Slazenger

    @Fit und gesund, alle

    was schon auffällt ist die negative Entwicklung bei den schweizer Pharmariesen Roche und Novartis, das kann doch nicht nur am schwächeren Franken liegen? Hat jemand eine Meinung dazu? Vor allem bei Roche ging es ja ziemlich runter!

    Im lauf der Jahre hat man mit Einzelwerten mal eine Outperformence nach oben, manchmal eben auch nach unten, das gehört einfach dazu, und häufig spielen dabei auch die fremden Währungen eine Rolle!

    Aktuell sind wohl defensive Werte nicht gefragt, da kann man dann einsammeln was einem gefällt! 3M halte ich aber nach wie vor für zu teuer!

    LG in die Schweiz und all die andern Leser

  41. Claus

    @ Fit und gesund

    Es ist schwer aus der Ferne genau zu beurtelen, warum Du mit den Einzelaktien momentan „etwas schlechter“ dran bist.

    3 mögliche Gründe:
    1. Du hast zu früh gekauft und etwas zu viel bezahlt
    2. Dir fehlen Aktien aus den Bereichen, die sich dieses Jahr gut geschlagen haben (IT + Energie), bzw. Du hast im Verhältnis zu viele Aktien aus Bereichen, die bisher deutlicher abgestraft wurden (Konsum + Medizin + Finanzen + Rest).

    Beides ist kein Beinbruch. Prüfe mal, wieviel Prozent Deines Kapitals auf die jeweiligen Sektoren (IT, Konsum, Medizin, Energie, Finanzen, Rest) verteilt sind. Vielleict gibt es hier größere Verschiebungen.

    3. Der wichtigste Grund könnte fehlerhaftes oder sogar fehlendes Risikomanagement sein.

    Viele Anleger kommen deswegen nicht aus den roten Zahlen heraus. Hier habe ich selbst zu Beginn meine größten Fehler begangen und massiv Geld verloren.

    Doch die 1. Regel aller Investoren sollte doch lauten:

    Verliere niemals Geld!

    Das sagt auch der von uns allen so geschätzte Warren Buffett. Er haßt es, Geld zu verlieren. Viele richten sich nach ihm, doch kaum einer befolgt seine wichtigste Regel!

    Hier ein Beispiel, wie Du Dein Risiko einschränken kannst und Deinem Depot hiermit übermäßige Verluste ersparst:

    Setze einfach Deine Werte ein, die Du für Dich als richtig empfindest. Die Währung spielt hier keine Rolle, es geht nur um das grundsätzliche Verständnis.

    Gesamtes Depot-Kapital: 100.000
    Max. Depot-Werte: 30
    Max. Depot-Risiko: 10% = 10.000 (das Geld, das man max. bereit ist, im gesamten Depot zu verlieren)

    Positionsrisiko-Management:
    Max. Kapital je Position: 3.333 (100.000/30)
    Max. Risiko je Position: 10% = 333 (30 x 333 = 9.990), das Geld, das man max. bereit ist, in einer Position zu verlieren

    Transaktionskosten: 20 (10 je Kauf + Verkauf)

    Wie gehst Du nun vor, wenn Du eine Aktie kaufen willst? Du solltest ein „setup“ haben, wann Du bereit bist, einzusteigen. Um es einfach zu halten, nehmen wir mal an, Du willst eine Aktie kaufen, wenn Du 4% Dividende erhälst. Vorher wird nicht gekauft. Nun ist es soweit:

    Kurs = 50 ( Div. = 4%)
    Risiko = 10%, setze Dir einen gedachten Stop-Loss-Kurs von 45 (Hier verkaufst Du ohne wenn und aber!). Gebe keinen Stop-Loss-Auftrag an die Börse, diese Aufträge werden oft „abgefischt!“

    Berechne nun die Positionsgröße:
    333 (max. Positionsrisiko) – 20 (Spesen) = 313.
    313 / 5 (Risiko je Aktie) = 62,6 = abgerundet 62!
    Kaufe  nun 62 Aktien zu 50 = 3.100!

    Wenn Du magst, kannst Du auch in Stufen kaufen, z.B.:
    1. Kauf 50% des Positionskapitals
    2. Kauf 50% des Positionskapitals. Kauf nur bei z.B. + 5% zum 1. Kauf. 2. Kauf entfällt, wenn er unter den Einstiegskurs fällt! Kaufe niemals Positionen nach, die nach dem Einstieg (deutlich) ins Minus geraten!

    oder:

    1. Kauf 50% des Positionskapitals
    2. Kauf 30% des Positionskapitals. Kauf nur bei z.B. + 5% zum 1. Kauf. 2. Kauf entfällt, wenn er unter den Einstiegskurs fällt!
    3. Kauf 20% des Positionskapitals. Kauf nur bei z.B. + 10% zum 1. Kauf. 3. Kauf entfällt, wenn er unter den 2. Kaufkurs oder den Einstiegskurs fällt!

    Zur Risikominimierung ziehe Deinen gedachten Stop-Loss-Kurs z.B. bei + 5% nach.

    Ich hoffe, es war einigermassen verständlich, ist aber eigentlich ganz einfach und wird mit der Zeit „Routine“.

    Du kannst alles ohne Risiko in einem kostenlosen Musterdepot ausprobieren (oder mit Excel), um herauszufinden, ob Du Dich hiermit wohl fühlst.

    Viel Erfolg weiterhin + LG!

  42. Value

    @Oliver, @Frank . . . . sehr schön geschrieben, ich finde mich in Euren Kommentaren 100%‘ ig wieder.

     

    Ich versuche jeden Monat Aktien zu kaufen. Aus meiner Kaufliste suche ich mir die aktuell (am Markt) unbeliebtesten raus, checke die Zahlen und mach mir Gedanken ob ich den Unternehmen auf Sicht von 3-5 Jahren wieder zutraue steigende Gewinne, steigende Dividende höhere Margen etc. zu erwirtschaften . . . . . wenn ja, stell ich verschiedene Kauforder ein. Ich arbeite immer mit Limits d.h. aktueller Kurs z.b. 100€ dann schlage ich zu 95€ zu, beim nächsten Wert sind’s-10% und meistens geben ich noch eine Order in den Markt die quasi nie zum Zug kommt so mit -20%. Das kommt aber eher nur 1x im Jahr vor, aber manchmal klappt’s, dahinter steckt der Gedanke dass ich wenn’s wirklich mal knallt und ich möglicherweise rational eher in Deckung gehen würde, trotzdem kaufe.

    Alle Werte meine Liste sind Aristokraten, zahlen meist schon ewig Dividenden steigern diese regelmäßig und haben meist langweilige, unspektakuläre Geschäftsmodelle.

    So bekomme ich tolle Unternehmen ins Depot die aktuell für die breite Masse nicht so richtig „in“ sind die mir aber Freude machen.

  43. Fit und Gesund

    Hallo Claus,

    danke für Deine Bemühungen, es treffen sicher alle 3 Gründe zu, die grössten Positionen sind Roche, Nestle und Novartis, die haben sich echt nicht mit Ruhm bekleckert, zahlen aber brav ihre Dividende, die Dividendensteigerungsrate ist auch eher mau.

    hier sind die Positionsgrössen eindeutig zu gross, (Anfängerfehler) aber das kann ich nur ändern indem ich andere Positionen aufstocke und so eine Veränderung bewirke, verkaufen möchte ich da nix von.

    Nach Deinem System würde man also nie den Einstandskurs verbilligen, wenn nun z.B eine BAT 14% im Minus ist, so würdest Du da nie nachkaufen? ich habe einmal nachgekauft bei Minus 20%, im Moment lass ich da aber die Finger davon,

    praktizierst Du das wirklich selber so? immer?

    Ich werde im Moment das so belassen, aber vermutlich gehen die letzten 11 Sparraten doch mal eher in ETF’s, es sei denn eine meiner Wunschaktien geriete mal arg unter die Räder,

    ETF’s sind wesentlich bequemer und ich möchte auch nicht meine ganze Zeit nur mit „Aktiengucken“ verplempern.

     

    liebe Grüsse und weiterhin viel Erfolg auch Dir!

     

  44. Markus

    @fitundgesund

    Es gibt 10 Jahreszeiträume da liegt der STOXX 600 vor dem s&p 500…

    In Wechselspielchen mal der Dax, mal der msci World, mal der Emerging Markets gewaltig mit Vorsprung oder mal mit grösserem Rückstand.

    Schmeißt man deswegen eine Asset Allocation über den Haufen und geht „all in“ in die in den letzten 5 Jahren best performende asset-Klasse???

    Dies ist Performance-Chasing und führt häufig zu schlechteren Ergebnissen.

    Eine Vorraussetzung dafür ist aber, dass man sich eine Asset Allocation vorher überlegt hat, die man auch 20, 25 Jahre durchhalten kann.

    Bei wahllosen 3,5 Monatsrenditen-Angaben, welche unterschiedlich genau berechnet wurden, auf „Erfahrung oder Können“ Rückschlüsse zu ziehen… alles unter 10 Jahre und ohne Berücksichtigung des eingegangenen Risikos ist Randomwalk! Hier müsste für ein korrektes Benchmarking ein 4 Faktoren-Modell oder ein anderes wisssenschaftlich aussagekräftiges Modell herangezogen werden.

    Zu Glauben man liest 20 Bücher über Value Investing und man ist über Large Cap Aktien besser informiert als Zigtausende Profis, Screener, HF-PC’s, Algo-Scans von Geschäftsberichten…

    Es gibt genügend die das Glauben…

    Bleibt jedem selbst überlassen!

  45. Claus

    @ fit und gesund

    vielleicht erinnerst Du Dich daran, dass ich hier mal von meinen Anfängen berichtet habe.

    Einer meiner aller-aller-aller-größten Fehler war das Nachkaufen von im Verlust liegenden Positionen. Das kann das ganze Depot ruinieren! Einige werden hier vehement widersprechen – das ist völlig ok. Ich wünsche ihnen viel Glück beim Verbilligen. Doch hier kann man sich ganz gewaltig die Finger verbrennen, wenn man nicht genau weiss, was man tut. Meist sind hier Emotionen im Spiel:
    Ich verkaufe nicht (rechtzeitig!) mit Verlust.
    Ich kaufe noch mal zu, da ich ja nicht vor habe, jemals zu verkaufen. Geht es dann weiter abwärts, freue ich mich besonders: dann kann ich nochmal richtig viel ganz billig nachkaufen…
    Ich verkaufe. Aber erst, wenn ich wieder bei meinem Einstandskurs bin…
    Der Kurs der Aktie ist mir völlig egal, mich interessiert nur die Dividende…

    Das ist Selbstbetrug und geht meistens schief!

    Aktuelles Beispiel: Gen. Electric, H&M!! Ich kenne aber noch viele weitere: Sun Microsystems, EMC, Solectron, Enron, Worldcom, Nortel Networks, Nokia…

    Apropos H & M:
    Meine einzige Minusposition. Warum? Ich habe hier ein Experiment gewagt und ganz bewußt nicht gem. meiner selbst auferlegten Regel bei max. -7% nach dem Kauf verkauft. Bei -7% hätte ich hier max. 1.100,-  „verloren“. Jetzt sind es 6.500, 41%.

    Hätte man bei -7% verkauft, obwohl man nach wie vor von der Aktie überzeugt ist, hätte man in Ruhe abwarten können. Wäre die Aktie jetzt immer noch interessant, könnte man eine viel größere Menge kaufen und bei einer evtl. Erholung die verlorenen 7% sehr schnell wieder zurückerhalten.

    Was lerne ich daraus? Meine -7% Regel ist für mich absolut korrekt und schützt definitiv vor größeren Verlusten.

    Ich kaufe trotzdem gerne nach, sofern es die Positionsgröße zuläßt. Allerdings nur zu höheren Kursen als zuvor! So liege ich z.B. bei P & G trotz bisher 3 Nachkäufen immer noch gut im Plus, obwohl die Aktie dieses Jahr ca. 20% in EUR verloren hat. Ich „verteuere“ lieber meinen Einstandskurs und liege im Plus, als den Einstandskurs tief im Minus zu verbilligen…

    Zu große Positionen brauchst du nicht unbedingt zu verkleinern. Es ist schon sehr wertvoll, wenn Du weisst, was nicht ok ist und daran arbeitest, wie Du ja oben auch geschrieben hast.

    Ja, ich halte mich an meine Regeln, mit o.g. Ausnahme, um die Regeln noch einmal zu bestätigen (lach, teure Bestätigung!). Die Regeln resultieren ja aus meinen Fehlern, die ich zukünftig möglichst nicht wiederholen möchte.

    Rechne selbst:

    Kauf für 10.000
    Verkauf bei -7% = 9.300
    Verlust = 700

    Kaufst Du von den verbliebenen 9.300 eine neue Aktie (oder auch die gleiche, wenn die Kursrichtung wieder stimmt und Du noch überzeugt bist), so liegst Du bereits bei +7,7% wieder bei 10.000.

    Wartest Du bis -20% (=8.000) und kaufst für 5.000 nach (=13.000 Wert), brauchst Du +15,38%, um Deinen Einsatz von 15.000 wieder zu sehen.

    Rechne selber mal aus, wie die Rechnung bei -50% oder -70% aussieht!

    Unabhängig davon steigt Dein Risiko mit der Positionsgröße auch noch.

    Verheerend wird es, wenn Du mehrere solcher Positionen hast. Meist fehlt es dann an Kapital, um nachkaufen zu können! Je nach Situation kann es dann auch passieren, dass man sehr unsicher wird und sich nichts mehr zutraut.

    An der Börse verlieren (mindestens) 90% aller Beteiligten. Das „Verbilligen“ ist einer der größten Fehler und Kapitalvernichter, wenn man ohne „Exit-Strategie“ unterwegs ist.

    Dennoch: Nichts ist in Stein gemeißelt. Man muss an der Börse immer flexibel bleiben und sich ggfl. anpassen. Dein BAT-Beispiel:

    Wenn Du 1.000%ig von einem Nachkauf überzeugt bist, könntest Du hier eine Ausnahme machen… Aber nur wohlüberlegt. Ich würde so vorgehen:

    Wieviel % des Gesamtkapitals sollen im Sektor „Konsum“ angelegt sein? z.B. 25% für alle vorhandenen Konsumaktien. Ist da noch Luft, also weiniger als die Zielquote investiert, kaufe bis zu diesem Wert BAT nach. Überlege Dir vorher einen wirklichen Ausstieg aus BAT, wenn es schief läuft.

    Ist der Konsum-Sektor voll belegt, könntest Du eine im Gewinn liegende Aktie verkaufen und von dem frei werdenden Geld BAT nachkaufen. So wird der Konsum-Sektor nicht übergewichtet. Geht Dein Kauf auf, kannst Du später den zu grossen BAT-Anteil auf „Normalmass“ reduzieren oder auch unter Beachtung des Sektor-Anteils laufen lassen.

    So etwas habe ich ja in meinem Energiebereich mit Shell gemacht. Habe alle anderen Energieaktien verkauft und hier nur noch Shell behalten und deutlich aufgestockt. Shell ist zwar klar übergewichtet, aber der Energiesektor ist normal belegt. So entsteht keine Sektor-Übergewichtung. Hier hat es bisher bestens funktioniert. Empfehlenswert ist das nicht, man muss aufpassen. Deshalb Exit festlegen!

    Wenn Du keine Lust zu solchen „Spielchen“ hast, sind ETFs vielleicht wirklich eine gute Lösung für Dich. Aber das kannst nur Du selbst beantworten.

    Viel Glück und Erfolg

  46. Fit und Gesund

    @Markus,

    ja, mit dem 3.5 Monatsangaben-Performance Vergleich bin ich bei Dir, das ist sowieso Blödsinn!

    @Claus,

    Ende März hatte ich 28% Konsumtitel, knapp 30% Healthcare, hier liegt schon der grösste Fehler, das ist viel zu viel für diese beiden Sektoren,

    Dass das Risiko mit steigender Positionsgrösse auch steigt ist mir klar, das mit H&M war dann aber ein mir nicht verständliches Suchen von Bestätigung für Deine 7% Regel, kapiert hab ich das nie, aber Du wirst schon wissen was Du machst,

    solche Spielchen wie Du mit Shell kann ich mir sicher nicht erlauben, ich habe Schweizer Preise bei An und Verkauf, also grossartig hin und herhandeln geht nicht…

    Fazit: Positionsgrösse beachten, nicht unbedingt Einstandspreise verbilligen und wenn, dann nur wenn man absolut sicher ist, aber wer kann das schon sein?

    Also ich belasse meine Aktien so wie sie sind, kaufe vielleicht mal noch einen Gewinner nach, ansonsten gibt es mal wieder ne Runde ETF,

    und weiteres Fazit, nicht so doof sein und hier brühwarm über vermeintlich schlechte Performance berichten, weiss der Teufel was mich geritten hat überhaupt über eine 3,5 Monatsperformance nachzudenken, schliesslich und endlich bin ich ja mit meiner Titelauswahl zu 95% zufrieden.

    Jetzt will ich also davon erstmal nix mehr wissen.

    liebe Grüsse

  47. Mattoc

    Hallo Claus,

    das, was du zum Verbilligen von Einstandskursen schreibst, sehe ich ganz genauso. Man weiß ja im Zweifelsfall nicht, was der Grund für einen Kursverfall einer Einzelaktie ist. Bei Einzelaktien halte ich es für ratsam, eine einzige Kaufentscheidung zu treffen, weil die persönliche Strategie dazu passt. Und dann ist es auch gut, dann steht man zu der Entscheidung. Diese Aktie bleibt dann liegen und wird nicht nachgekauft. Man kann im nächsten Monat ja eine Entscheidung für eine andere Aktie treffen.

    Bei ETFs ist das anders. Da freue ich mich über günstigere Kurse, denn der Index setzt sich ja immer wieder neu zusammen und befreit sich von den Leichen.

  48. Rainer Zufall

    Hallo Claus

    Danke für Deine Beiträge oben, fand ich wieder sehr interessant. Insbesondere was Du zum Nachkarufen schreibst, und auch zum Risikomanagement!

    Allen viel Erfolg!

  49. Claus

    @ fit und gesund

    hallo,

    Dein letztes Fazit

    „und weiteres Fazit, nicht so doof sein und hier brühwarm über vermeintlich schlechte Performance berichten, weiss der Teufel was mich geritten hat überhaupt über eine 3,5 Monatsperformance nachzudenken, schliesslich und endlich bin ich ja mit meiner Titelauswahl zu 95% zufrieden.“

    hat nichts mit „Blödheit“ zu tun, eher im Gegenteil. Es zeigt, dass Du Dich ernsthaft mit den Dingen beschäftigst und die Dinge gerne verbesserst, falls möglich. Das sehe ich als Stärke an!

    Dass es hier nicht um die natürlich völlig bedeutungslose 3,5-Monats-Performance geht, dürfte wohl (fast) jedem klar sein.

    Da sich hier überwiegend Langfristanleger tummeln, dürften die meisten Depots im Kern bereits länger bestehen. Die volatileren 3,5 Monate im Jahresverlauf zeigen lediglich die verschiedenen Schwankungsbreiten. Das hat aber nichts mit dem tatsächlichen Risiko zu tun.

    Du kennst das selbst: Was schneller fällt, erholt sich später (meist) auch wieder schneller. Insgesamt ist aber nur wenig passiert. Eine NESTLE fällt vilelleicht nur 5% und steigt danach langsam wieder 5%. Eine BHP fällt und steigt vielleicht 15-20%. Passiert ist (wenn man dabei bleibt) am Ende nichts…

    LG + eine schönes WE

     

     

  50. Sterbai

    @all

    Habe bei Degiro meine Henkel-Dividende gutgeschrieben bekommen. Mich wundert dass Degiro direkt die Divisteuer von 26,xx% angeführt wirde.

    Dachte ich muss mich bei Degiro selbst um die Steuer kümmern. Hat Degiro hier was verändert?

  51. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Sterbai,

    DeGiro ist ja in Holland. In dem Fall ist eine deutsche Dividende eine Auslandsdividende. Und für ausländische Anleger in deutsche Aktien gilt eben die deutsche Quellensteuer von 25+%.

    Je nachdem, was die Doppelbesteuerungsabkommen dann an Anrechnung zulassen, müssen die Ausländer das dann bei sich daheim klären. Wenn ein US-Bürger 30% zahlen muss, dann muss er 5% daheim noch drauflegen, falls ihm die 25% angerechnet werden. wenn nur 15%, dann muss er zu 25% noch 15% drauf zahlen. Weiß aber jetzt nicht, wie die genaue Regel ist. Gilt nur zur Verdeutlichung.

    Du musst für Deine Steuererklärung dann beachten, dass die für die deutsche Steuer zu wenig bezahlten ausländischen Quellensteuern nachzahlen musst. Du bekommst i.d.R. 15% der im Ausland gezahlten Quellensteuer anerkannt, und musst 10% draufzahlen.
    Das ist der einfachste Fall. Die ausländische Quellensteuer beträgt genau die in DE anrechenbare Höhe, also 15%. Wenn Land ohne Quellensteuer (GB, AUS), dann auch gut, dann zahlt man den vollen Kest-Satz in DE.

    Also wenn Dir bei US-Dividenden nur 15% abgezogen werden, dann musst Du die restlichen 10% nachzahlen, indem Du die in der Anlage KAP angibst.

    Wenn ein Land 20% behält, und man aber auch nur 15% anrechnen kann, dann gehen Dir 5% verloren, weil Du trotzdem 10% nachzahlen musst. Die 5% müsstest Du umständlich selbst zurück holen.

    Da gibt’s die Zeile in Anlage KAP, wo man die in Deutschland noch nicht versteuerten Dividenden angibt, und die Zeile, wo man die anzurechnende, noch nicht angerechnete Quellensteuer (also die einbehaltene 15% US-Tax) einträgt. Dann ergibt sich der Rest, also die fehlenden 10% noch zu zahlende Steuer.

    Die komplett gezahlte deutsche Steuer würde ich dann nirgends mehr angeben. Nur, wenn Du auf Günstigerprüfung plädierst, und etwas von den 25% zurück haben willst, weil Dein persönlicher Steuersatz geringer ist.

    MS

  52. Sterbai

    OK, danke für die ausführliche Antwort. Nutze DeGiro eigentlich nur für US-Aktien.

    Jetzt ist es klar, ich bin als deutscher in den Niederlanden auch ein Ausländer  und daher die Quellensteuer.

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