Auf den Spuren von Warren Buffett: Martin, 35, hat ein beachtliches Dividendendepot aufgebaut. Er kassiert 11.000 Euro Dividende im Jahr. Es wird immer mehr


New York, 21. August 2018

„Das Foto ist gerade in diesem Sommer in einer katalanischen Bucht entstanden“, schreibt Leser Martin. Er reist viel. Gleichzeitig ist er sehr sparsam. In der Natur zu zelten ist seine Leidenschaft.

Ich erhielt noch einen beachtlichen Leserbrief. Martin hat nach dem Vorbild von Warren Buffett ein Dividendenportfolio aufgebaut. Ich bin beeindruckt. Das ist eine erstaunliche Strategie. Ich habe großen Respekt vor seiner Disziplin. Er ist auf dem Weg in die finanzielle Freiheit schon weit. Die Dividenden bringen ihm über 1.000 Euro im Monat im laufenden Jahr. Und der Schneeball kommt so richtig ins Rollen dank des Zinseszinseffekts und neuer Sparbeiträge. Bis zum Jahr 2021 erwartet er rund 2.000 Euro Dividende im Monat.

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Hallo Tim,

ich heiße Martin und bin exakt Mitte Dreißig alt, wohne in einer 58qm Mietswohnung im Herzen einer schönen ostdeutschen Stadt. Die Miete beträgt 375 Euro warm, inkl. Wasser, Strom, Heizung. Ich liebe die Natur, bin oft mit dem Fahrrad unterwegs, fahre Kanu in zahlreichen Flüssen und Seen, Kite gerne, wandere gerne oder bin einfach nur mit dem Zelt im Wald, am Meer oder in Bergen. Im Sommer verbringe ich meist in Südeuropa am Mittelmeer mit meinem Camper! Ich habe einen recht großen Freundeskreis im In- und Ausland.

Ich laufe viermal die Woche 10-15 Kilometer, mache wenige Kraftübungen, um einfach fit und vital zu bleiben. Ich werde demnächst wohl mal einen Halbmarathon laufen, die komplette Distanz ist für mich keine Option, da ich kein Extremsportler bin und auch nicht sein möchte. Des Weiteren war ich Trainer im Sport und bilde heute noch einige Male in Deutschland und im europäischen Ausland angehende Trainer aus und fort. Diese Tätigkeit, bei der ich auch für andere Landesverbände Veröffentlichungen schreibe, bereitet mir allergrößte Freude und ist eine meiner zahlreichen Leidenschaften.

Einmal die Woche koche ich mit einem guten Freund aus Südamerika ein schmackhaftes Abendessen, wir zelebrieren diesen Abend förmlich bei Musik und Drinks. Fremde Länder, Sprachen, andere Kulturen und Völker begeistern mich sehr. Zudem bin ich eine wahre Leseratte. Ich verschlinge zeitweise 2-3 Bücher die Woche.

Insgesamt muss ich feststellen, dass das Leben für meine ganzen Leidenschaften (ich habe lange nicht alle erwähnt) einfach zu kurz ist und aus diesem Grund habe ich einen Ansporn, mich möglichst schnell unabhängig von meiner Arbeit zu machen, auch wenn ich diese unglaublich gerne mache (dazu weiter unten mehr)!

Ich kann mir vorstellen in 3-4 Jahren zunächst zu reisen, eine neue Sprache zu lernen, meine weitverstreuten Freunde zu besuchen, ein Psychologiestudium zu beginnen und meine Trainertätigkeit im Ausland „halbprofessionell“ auszuüben. Dabei möchte ich vor allem junge Talente entdecken, ausbilden und sportlich sowie persönlich fördern. Aber dieses Ziel ist kein „Gesetzbuch“! Ich agiere, zumindest meist (es gibt auch blöde Tage), in einer Luxussituation und genieße das Leben in vollen Zügen. Außerdem kann sich meine persönliche Situation schnell ändern (Familie, Kinder usw.). Mich motivieren aber meine Ziele und insbesondere der übergeordnete Sinn (damit meine ich keine Ziele in Ort, Zeit und Form!)… der Titel meines Lebens in Hinblick auf Leidenschaften, Freiheit, Abenteuer, Liebe…. Ich will es nicht zu philosophisch machen;)

Ich habe eine normale kaufmännische Ausbildung absolviert. Über den zweiten Bildungsweg habe ich mich im Anschluss für ein betriebswirtschaftliches FH-Diplomstudium entschieden. Nach dem erfolgreichen und inspirierenden Studium im In- und Ausland habe ich ein Traineeprogramm gemacht. Sehr bald stellte ich fest, dass diese Tätigkeit nicht mit meinen bisherigen positiven Praxiserfahrungen aus Praktika zu vergleichen war, so dass ich nach etwa 1,5 Jahren diese Position und scheinbar gute Entwicklungsaussichten aufgegeben habe. Diese Entscheidung hat sich aus heutiger Sicht als persönlichen beruflichen „Durchbruch“ erwiesen.

Ich habe danach eine vermeintlich einfache Tätigkeit eines ganz normalen Verkäufers für Automobile in einem vergleichbar großen Autohaus angenommen, um erst Mal den Arbeitsmarkt zu beobachten. Relativ schnell kamen die Erfolge im Verkauf. Diese haben mich in eine „Flow-Situation“ versetzt. Mit voller Leidenschaft und Freude verkaufe ich nun seit ca. 8 Jahren im Osten der Republik überwiegend gebrauchte Kleinwagen einer renommierten Durchschnittsmarke an Endverbraucher.

Die tägliche Arbeit mit meinen Kunden bereitet mir größte Freude und im Gegensatz zu einigen anderen Verkäufern, muss ich mich nicht aktiv um neue Kunden bemühen, da ich großen Wert auf Empfehlungsmanagement lege. Dabei merke ich kaum, dass ich täglich manchmal 10 Stunden im Autohaus tätig bin und dort etwa 15000 Schritte am Tag laufe. Des Weiteren lege ich großen Wert auf eine authentische und echte Kundenbindung! Mehrmals wurde mir schon eine höhere Position in unserem Unternehmen angeboten, die ich stets mit dem Hinweis, meine Berufung gefunden zu haben, freundlich ablehne.

Ich verfolge deinen Blog etwa seit dem Jahr 2013. Ich bin sehr froh, dass ich seitdem deine fast täglichen Motivationsberichte erhalte. Einige Jahre (etwa im Jahr 2009) zuvor habe ich auf einer Reise in einem Hotel eine Zeitung in die Hände bekommen, die über Berkshire Hathaway, Warren Buffet und seine ersten Anteilseigner berichtet hat. Ich war damals bereits sehr beeindruckt von seiner Herangehensweise. Insbesondere aus dem Grund, dass mein Vater immer sehr sparsam war, aber sein Heil in festverzinslichen Wertpapieren gesucht hat und an der Börse nur gezockt hat. Also gab es im Jahr 2013 bei mir einen persönlichen Durchbruch, mit dem langfristigen Investieren in Aktien zu beginnen.

Richtig angefangen mit reinen Sparen habe ich aber bereits 2009/2010. Damit ihr meine Anstrengungen nachvollziehen könnt, folgende jährliche Meilensteine (jeweils zum 24. Dezember – hier ist vormittags traditionell mein Buchungsschluss):

2009: 14.100 Euro
2010: 50.700 Euro
2011: 81.200 Euro
2012: 111.000 Euro
2013: 155.200 Euro
2014: 196.200 Euro
2015: 252.300 Euro
2016: 322.300 Euro
2017: 391.300 Euro
2018: 446.900 Euro (per 01. August)

In diesen Zahlen befinden sich zwar reinvestierte Dividenden, aber keine Kursgewinne. Kursgewinne vernachlässige ich im Rahmen meiner Dividendenwachstumsstrategie. Meine Strategie zielt ganz klar auf Dividenden ab. Ich kaufe fast „blind“ nach (jeden Monat ist eine festgelegte Firma dran) und der Kurs ist mir dabei ziemlich egal. Durch das aggressive Nachkaufen verschlechtert sich oftmals meine prozentuale Performance, da ich durch den anhaltenden „Bullenmarkt“ teurer nachkaufe. Mein Depot liegt etwas über 550.000 Euro (hier stecken natürlich auch einige reinvestierte Dividenden drin). Mittlerweile werden die Kurseffekte stärker, da ich jährlich durch meine Einzahlung große Sprünge mache und das bestehende Depot aus meiner Perspektive eine stattliche Summe hat.

Kurz ein paar Eckpunkte, die sich als meine Regeln im Laufe der Zeit ergeben haben:

  • Nettodividende des gesamten Portfolios größer als 2,8%
  • Durchschnittliche Dividendensteigerung 9 bis 11%
  • Buy and Hold-Ansatz: gekaufte Titel sollten die Qualität (ich habe hier Regeln definitiert) besitzen, mindestens 25 Jahre in meinem Portfolio, am Liebsten aber für immer, zu bleiben
  • Bei zweimaliger Dividendenkürzung innerhalb von 5 Jahren wird verkauft
  • Branchen sollten möglichst unabhängig vom allgemeinen Wirtschaftszyklus sein, am liebsten sind mir Güter des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Genussmittel, Energie, Zahlungsverkehr, Infrastruktur, ..).
  • Langweilige Firmen bilden das Basisinvest!
  • In Banken (kann ich nicht bewerten), Handelsunternehmen (auslaufende Betriebstypen Lebenszyklus), Automobilkonzernen (schlechte Margen und grauenhafte Performance in der Krise) investiere ich nicht
  • Ich bevorzuge Dividendenaristokraten bzw. Unternehmen, die das Potential dazu haben
  • Für jedes Unternehmen werden Gründe beim Erstkauf definiert, warum dieses Unternehmen gekauft werden soll. Hierzu erfolgt einmal jährlich im Rahmen Geschäftsberichtes/Reporting ein SOLL-IST-Abgleich, ob die damals definierten Aspekte noch zutreffen.
  • Jährliche Dividenden (IST und SOLL, jeweils zum 24. Dezember)

2014: 4.950, Euro
2015: 7.015, Euro
2016: 9.380, Euro
2017: 10.995, Euro
2018: 14.000, Euro „Plan“
2019: 17.000, Euro „Plan“
2020: 20.500, Euro „Plan“
2021: 24.500, Euro „Plan“
2022: 29.000, Euro „Plan“

Die komparativ geringe Steigerung der Dividende von 2016 bis 2017 hat damit zu tun, dass sich vorher einige festverzinsliche langfristige Wertpapiere in meinem Portfolio befunden haben, die zum Teil höhere Nettoerträge erwirtschaftet haben. Zudem gab es einen persönlichen Grund.

Portfolio

Altria 13,1%
Brookfield Infrastructure Partners 10,8 %
AbbVie 10,7 %
General Mills 7,4 %
Unilever 7,0 %
Reckitt Benckiser 6,9%
British American Tobacco 5,9%
AT&T 5,6 %
Johnson & Johnson 5,5%
VF Corporation 5,2%
Royal Dutch Shell 4,6 %
Mastercard 4,5 %
Dominion Energy 3,3 %
Public Storage (REIT) 3,1 %
Illinois Tool Works 2,2 %

Die prozentualen Anteile beziehen sich auf die Einstandskurse. Kursgewinne werden, wie oben bereits erwähnt, grundsätzlich nicht berücksichtigt! Außerhalb der Dividendenstrategie befindet sich noch eine kleine Amazon-Position (4,2%) und zudem ein Dividendenkonto von ca. 5000,- Euro (durchlaufender Posten).

Strategie und kontinuierlicher Zukauf:

  • Jeden Monat wird ein Unternehmen des Portfolios zugekauft (im Januar ist immer AT&T dran, im Februar Shell, im März BAT usw.) Sparrate 2500 Euro plus aufgelaufene Dividende vom Dividendenkonto
  • Wenn ein Unternehmen mehr als 2000 Euro p.a. Nettodividende liefert, wird kein „frisches Geld mehr investiert“, es werden „nur noch“ die Dividenden reinvestiert.
  • Wenn ein Unternehmen mehr als 4000 Euro p.a. Nettodividende liefert, wird kein Geld mehr in das bestehende Unternehmen investiert. Die Dividende wächst „nur noch“ aufgrund von jährlicher Steigerungen. Die Dividenden werden in ein neues Unternehmen investiert.
  • Wird ein neues Unternehmen ins Portfolio aufgenommen, so beträgt die Startposition mindestens 10.000 Euro.
  • Da meine monatliche Sparrate um einiges über 2500 Euro liegt, wird 3-4 mal im Jahr ein Zusatzbetrag von 7000-8000 Euro in ein bestehendes Unternehmen investiert.

Meine Unternehmen werden in Gruppen eingeteilt:

1. Gruppe: „Newcomer“ 0-500Euro Nettodividende pro Jahr (derzeit 4 Unternehmen)
2. Gruppe: 500-1000Euro Nettodividende pro Jahr (derzeit 4 Unternehmen)
3. Gruppe: 1000-2000Euro Nettodividende pro Jahr (derzeit 5 Unternehmen)
4. Gruppe: mehr als 2000Euro Nettodividende pro Jahr (derzeit 2 Unternehmen)

Daraus ergeben sich jährliche Ziele, einzelne Unternehmen der nächsthöheren Gruppe hinzuzufügen.
Kleine Anmerkung: Ich habe aus vertragsrechtlichen Gründen bewusst keine Einkommensdaten veröffentlicht. Nun hoffe ich, dass ich euch einen guten Überblick über mein Leben und meine Ziele gegeben habe. Ich freue mich bereits auf zahlreiche Anregungen und Verbesserungsvorschläge. Denn ich liebe es zu lernen!:)


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Auf den Spuren von Warren Buffett: Martin, 35, hat ein beachtliches Dividendendepot aufgebaut. Er kassiert 11.000 Euro Dividende im Jahr. Es wird immer mehr

  1. Fit und Gesund

    Hallo Martin,

    wow… das ist nun wirklich bewundernswert, und zwar von A-Z! Und das in dem Alter, ich bin tatsächlich sehr beeindruckt!

    7 Deiner Unternehmen besitze ich auch, VF hab ich kürzlich verkauft mit sehr gutem Gewinn, haben hätte ich gerne Brookfield Renewables oder auch Deine Brookfield Infrastructure Partners sowie Illinois Tool Works.

    Deine Zukaufstrategie jeden Monat finde ich auch interessant, kein Stress ein Unternehmen jeden Monat auszusuchen, schon vorher Alles festgelegt, hab ich so noch nirgends gelesen,

    eine Frage, wieviel % Cash hältst Du vor?

    welche Informationsquellen bezüglich Aktien ziehst Du zu Rate? wieviel Zeit wendest Du für Recherche auf?

    Betreibst Du ausschliesslich Buy and Hold oder verkaufst Du auch?

    Was für Bücher (allgemein) liest Du?

    Sehr spannend, ganz herzlichen Dank für den Einblick in Deine Strategie den Du uns da gewährt hast! Weiter viel Erfolg, aber hier kann glaub auch nix schief gehen.

    liebe Grüsse

     

  2. Christian

    Du hast deine „Berufung“ gefunden, das glaube ich dir. Deine Strategie, deine bewusste Lebensweise und dein nachhaltiges Handeln im Beruf sprechen für deine (soziale) Intelligenz.

    Bei mir würde es schon an der Vision fehlen: Ich könnte nicht visualisieren – und/oder darauf hinarbeiten – in einem solch kurzen Zeitraum eine derartige Dividenden-Rendite zu erreichen.

    Du bist außerdem extrem ehrgeizig. Im ersten Jahr (2009) hast du 14.100 EUR gespart. Das sind 1.175 EUR im Monat. Würde ich ebenfalls nicht schaffen. Ich spare zur Zeit 530 EUR monatlich.

    Viel Erfolg und alles Gute!

  3. A.

    Guter Weg!

    Evtl. sollte noch die ein oder andere Position dazukommen, aber nicht mehr allzuviele denke ich. Vielleicht noch so 4-7. Je nach Geschmack.

    Amazon und Alphabet im Depot sind auch eine gute Entscheidung im Depot denke ich. Alphabet hat er noch nicht.

    Gruß

    A.

     

  4. Thorsten

    Ich bin sehr beeindruckt. !

    Ich schaue mal, ob die Regeln was für mich wären. Banken und Automobilkonzerne habe ich aus gleichen Gründen auch nicht.

  5. Dude

    Bester Leserbrief bisher !

    Super Interessant die Zahlen und vor allem die Entwicklung über die Jahre zu sehen. So wird der Zinseszins greifbarer für Leute die noch am Anfang stehen.

     

    In meinen Augen ein doch recht konzentriertes Portfolio. Wäre mir persönlich zuviel Risiko auf der Einzelposition.

    Ich habe bei einem PF Volumen von 180K ca. 50 Einzeltitel.

     

    Weiterhin gutes Gelingen im Job, beim Investieren und als Trainer !!

    PS: Die Sparleistung ist echt beeindruckend!!

  6. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Anmerkung am Rande (wegen Banken etc.)…

    Als Buffett-Anhänger sollte man aber schon wissen, dass der Sektor „Financials“ die größte Gewichtung im Portfolio von Berkshire hat, nämlich ca. 37%!

    Es ist wohl immer noch einträglicher den „Rohstoff“ Geld zu fördern, als z.B. in der Erde zu buddeln. 😉

    Also bei mir nehmen die Financials auch den größten Platz ein.

    MS

  7. Ron

    Hallo Martin,

    Bei welchem Broker bist du comdirect oder ing diba?

     

    Du musst aber ganz schön viele Steuern zahlen. Wie verrechnest du diese?

     

    Warm bist du nur in US Werte investiert in Germany gibt es auch ordemtlich Dividenden.

     

    Weiter so ….

    Gruss

     

    Ronny

  8. Felix

    Great!

    Mich erstaunt, dass man als Autoverkäufer im Osten an die 4000 € netto, also um die 7000 € brutto verdient.

    Alle Achtung, tolle Leistung auch bei der Einnahmegenerierung. Beim Depotaufbau – außergewöhnlich, nicht nur von der Geschwindigkeit, sondern auch von der Idee!

    Ich habe etwa den gleichen Stand bei den Dividenden, bin allerdings ein paar Jährchen älter.

    Wenn man das fortschreibt, sind 5000 oder auch 10.000 € monatliche Dividende abseh-, fast schon kalkulierbar.

    Das erinnert an den „Dividend Mantra“, der war glaube ich auch Autoverkäufer, allerdings von dem Job so frustriert, dass er mit 33 ausgestiegen ist. So unterschiedlich ein die Empfindungen.

    P.S. Der Broker ist dabei völlig schnurz, Peanuts. Auf die Strategie kommt es an das jahrelange Durchhalten derselben. Alles andere sind Nebenkriegsschauplätze, die vom Wesentlichen ablenken.

  9. Kia

    @ Martin

    Danke fürs teilen.

    In den ersten Jahren wurden ca. 30k im Jahr gespart. Das ging nur vom Gehalt als Autoverkäufer? Oder eher von deiner Spezialisierung als Trainer? Und, da die Dividenden erst 2014 beginnen, hast du das gesparte Geld 2013 ( 155k) mit einem mal in den Aktienmarkt investiert?

  10. S

    @felix: ich bin Verkaufsleiter in einem Autohaus. Ich hab Verkäufer die kommen auf 200K im Jahr. Natürlich aber auch welche mit 40K. Gute Verkäufer verdienen gutes Geld. Das muss auch so sein. Dennoch beachtlich da er das über Jahre hält, viele fallen irgendwann zurück

  11. Graf Zahl

    Der Kurs des MSCI World ETF von COMSTAGE (LU0392494562) hat heute etwa 2% verloren, was ungefähr der heutigen Ausschüttung (1.09 USD) entspricht. Das zeigt für mich sehr anschaulich: Dividende oder Kursanstieg ist eigentlich schnuppe.  Die Ausrichtung eines Depos auf Dividenden-Aktien erscheint mir nachteilig, da hier ein Bias vorliegt.

    In der Entnahmephase kann man auch Anteile des Depots verkaufen. Ausschüttungen sind nett,  aber aus rationaler Sicht  sehe ich keinen Vorteil.

    ETF -Sparen (marktbreit) ist schwer, weil die Strategie so furchtbar langweilig und einfach ist.

  12. -M

    Gefällt mir sehr gut der Leserbrief.

    das Depot ist auch nach meinem Geschmack. Nicht zu viele Unternehmen und defensive Branchen.

    Was an Banken verstehst du denn nicht? Die haben doch mit das einfachste Geschäftsmodell, das es auf der Welt gibt? Reagieren halt zyklisch. Ich mag die Banken und zahlungsabwicklung/Kreditkarten Branche total 🙂

    -M

  13. Chris K.

    Super geil!!! Weiter so. Ich hab nicht mal alle Unternehmen die du hast gekannt…
    Bei Öl Konzernen bin ich mir unsicher.. Habe ich noch nicht.. Shell is super dividenden Titel.. Aber wenn du siehst wie viel viel Land die in Afrika verschmutzt haben.. Ich kann sowas nicht kaufen.. Obwohl ich natürlich auch noch auto fahre.. Und Kapitalist bin und kein Öko.
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/oelkatastrophe-in-nigeria-shells-schande-1.2293186
    Sehr motivierend dein depot, viel erfolg weiterhin dir!

    Mfg

     

  14. Michi

    So jemand wie Martin hätte ich gerne in meinem Freundes- / Bekanntenkreis! Bodenständig, naturverbunden, sportbegeistert, finanziell gebildet, Reisen auf „einfachem“ Niveau, Gespräche über Vermögensaufbau…. Wir würden glaube ich sehr auf einer Wellenlänge liegen…

    Mein Freundes- und Bekanntenkreis eher konsumorientiert, Sport wird seit man mit dem aktiven Fußball aufgehört hat auch nicht mehr gemacht, man konzentriert sich auf Essen ( immer exclusiver, ob daheim oder auswärts), teuren Whiskey, immer noch luxuriösere Küchen, Terrassen und Gärten. Ich mag sie immer noch sehr gerne, aber die gemeinsamen Gesprächsthemen werden immer weniger…

    Mach weiter so Martin…

  15. -M

    Ich habe einen Kumpel mit dem ich mich über aktien unterhalten kann. W8r haben auch beide das gleiche Ziel vor Augen.  Das tut wirklich gut. Meine Familie weiß das ich investiere…Sie meinen nur immer das ich auch noch leben soll… manche merken einfach nicht, das man nicht jede Woche essen gehen muss…ich habe mit meiner Familie des öfteren abgesagt wenn es zu viel wurde oder direkt zum Essen bei uns zu Hause eingeladen.

    -M

  16. Thorsten

    Off Topic, weil es mich schon lange beschäftigt : Deutsche Begriffe, Englische Begriffe : early retirement, fire , frugalist, finanziell frei

    Das Wort „Frugalist“ taucht jetzt immer öfter auf, meine Gedanken dazu :

    Ich bin immer noch auf der Suche nach einem passenderen Wort, „Frugalist“, das  ist irgendwie Denglisch und ich würde mich schwer tun mich als solchen zu bezeichnen. „Frührentener“ hört sich irgendwie abgebrannt an, vielleicht sogar körperlich oder seelisch eingeschränkt. Es fehlt mir auch das Ziel in dem Wort, frugal zu sein, frugal wofür ?

    Ich bin Finanziell frei und Minimalist, aber nicht notwendig „frugal“, oder wie man das in Denglisch nennen würde.  Aber ähnlich wie das Wort „Handy“ wird dieser Begriff dann wohl auch in die Deutsche Sprache eingehen.

    Ich denke, man kann frugal sein ohne unbedingt finanzielle Freiheit anzustreben, man hat dann vielleicht mehr Zeit , weil man Teilzeit arbeitet oder so.

    Wer dagegen auf finanzielle Freiheit hinarbeitet kann in jungen Jahren eigentlich nicht auf Bremspedal treten, wegen des Zinseszinseffekts der Assets (Aktien, Immobilien,…).

    Wenn ich mich irgendwie bezeichnen wäre, dann als Minimalisten mit hoher Sparquote mit dem Ziel der finanziellen Freiheit. Ich bin ein „Kapitalminimalist“, weil ich massiv und hoher Sparquote unter Konsumverzicht Aktien und Immobilien gespart habe, um dann finanziell frei zu sein. Freizeit geht dann in jungen Jahren gegen Null und steigt dann massiv an, wenn die finanzielle Freiheit erreicht ist.

    Wer „frugal“ ist und nicht auf finanzielle Freiheit hinarbeitet,  z.b dann nur Teilzeit arbeitet , unter Konsumverzicht, der wäre für mich ein „Zeitminimalist“. Nicht jedem ist die Anhäufung von Kapital wichtig, und nicht jeder kann hohe Kapitalstöcke aufbauen, da die Gehälter es gar nicht hergeben.

    Übergänge dazwischen sind fließend. Wer mit hohem Gehalt Teilzeit arbeitet, kann finanzielle Freiheit ja auch schaffen, es dauert halt nur länger.

  17. Thorsten

    @Dude

    50 Aktien bei 180.000 ? Das ist für mich voll in Ordnung. Da kommen vielleicht wieder welche mit mathematischen Modellen, in denen  sie dann zeigen , dass man man mit mehr als 10 oder 20 Aktien gar keine deutliche Risikominimierung mehr erreicht. Die haben wahrscheinlich noch keine konkrete Unternehmenspleite in ihrem Depot erlebt, sonst würden sie sowas nicht schreiben. Vom theoretischen Podest mit historischer Brille kann man sowas immer leicht behaupten. Was dann morgen tatsächlich im Depot passiert weiß niemand.

    Natürlich glättet eine höhere Anzahl von Aktien den Buchwert des Depots, natürlich hat man mehr Termine an denen Dividenden ausgeschüttet werden. Selbstverständlich ist das Risiko geringer.

    Es gibt dann noch das Argument, dass man an alle Aktien immer beobachten müsste und mehr als 10 ginge zeitlich kaum. Nein muss man nicht, ob eine Aktie tiefrot ist, sieht man sofort im Depot und ob sie morgen von grün auf Rot springt oder 5% steigt weiß man auch nicht. Wer denkt, dass er immer eine Warnnachricht in den Medien bekommt, um dann gegebenfalls rechtzeitig zu verkaufen, der wird sich wundern.  Je mehr Titel im Depot sind , desto weniger muss man beobachten, eine Einzelpleite wäre verschmerzbar. Man sollte nicht mehr als 2% oder 3% in einem Einzeltitel halten, um das sicherzustellen.

    Und wem das an Titeln trotz der Vorteile zu viel ist, der kann ja einen Teil in ETFs stecken und damit das Risiko noch weiter drücken. Einzelpleiten in ETFs bekommt man gar nicht mit, man steigt und fällt mit dem Marktsegment, vollkommen ausreichend.

    Nicht korrelierte Märkte : Emergings Markets und USA/Europa, im Verhältnis 10:90 oder 20:80.

  18. Bastian

    Wirklich ein inspirierender Leserbrief! Danke dafür!

    Was mich sehr beeindruckt, sind weniger deine Zahlen, sondern die Tatsache, dass du bereits jetzt in der Lage bist, deinen Berufungen zu folgen und sogar Beförderungen abzulehnen, wenn du darauf keine Lust hast. Finde ich großartig, da möchte ich auch bald sein. 🙂

    Hier sieht man, dass keine Ingenieurs. – oder Doktortitel notwendig sind um die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Was man braucht ist Beharrlichkeit, eine möglichst hohe Sparquote und etwas Zeit um den Schneeball ins Rollen zu bringen. Ab einem gewissen Zeitpunkt geht es dann fast von selbst.

    Wenn es einen Punkt gäbe, bei dem ich mir persönlich etwas Sorgen machen würde, wäre es die etwas kleine Anzahl deiner Titel im Depot. Ich weiss das Buffett empfiehlt sich auf wenige gute Investments zu konzentrieren, – aber wir sind nun mal nicht Buffett und Diversivikation sehe ich als meinen Freund. Natürlich weiss ich nicht ob du weit mehr Titel im Depot hast als oben angegeben, aber wenn es tatsächlich nur die 15 + Amazon sein sollten, hast du natürlich ein gewisses Klumpenrisiko, falls einer der Titel mal unter die Räder kommt und aufhört Dividenden zu zahlen. Ich selbst halte mittlerweile um die 30 Werte durch alle Sektoren und Branchen, zudem habe ich keinen Titel mit mehr als 5-6% Depotanteil und es sollen noch ein paar mehr werden.

    Nur meine Meinung!

    Aber nichtsdestotrotz gratuliere dir ganz ehrlich zu deiner selbstgeschaffenen Situation und wünsche dir weiterhin alles gute! Meinen Respekt dafür.

     

    Beste Grüße

     

  19. Diana H

    Ich finde es ebenfalls sehr beeindruckend, in so kurzer Zeit so hohe Dividenden zu generieren. Und davon könnte ich und mein Kind schon gut leben.

    Allerdings tue ich mich ebenfalls mit vielen Unternehmen und deren Praktiken und/oder Auswirkungen schwer. Inwiefern spielen bei euch also moralische Aspekte eine Rolle? Für mich ist es ein ziemlicher Zwiespalt, wobei ich aber auch nicht meinem Geld beim verrotten zuschauen möchte. Und wenn ich meinem Kind eine Möglichkeit zur finanziellen Freiheit schaffen kann (und dennoch bescheidenem Lebensstil), möchte ich das gerne tun.

    Daher schrecken mich viele Titel ab und ich schaue eher nach den kleineren Fischen, die aber in meinem zukünftigen Weltbild (logischerweise) eine wichtige Rolle einnehmen könnten. Je nachdem ob man eher optimistisch oder pessimistisch in die Zukunft schaut. Außerdem verfolge ich ebenfalls die Strategie Buy&Hold, da ich später auch das Depot vererben möchte. Es ist also langfristig ausgerichtet und Risikoreicher. Das ist mir klar. Beruhigt aber auch eher mein Gewissen und ich seh den Aktienankauf eher als „Unterstützung“ für das Unternehmen und meine Vision für die Welt.

    Das Depot für den Junior wird anders aussehen und eher für die nächsten 10-15 Jahre ausgerichtet sein. Wird auch eher „coolere“ Aktien enthalten, um ihn erst mal ein Verständnis dafür zu vermitteln. (bspw. Blizzard, Honda [Motorradfan seid er 8 Monate ist, etc.]). Denn auch als „Gutmensch“ (Wer ist das schon konsequent?), muss man nicht im Alter „in Pfandflaschen machen“ oder in Käfigen leben (Immobilienmarkt Hongkong).

    Mich würden eure Gedanken interessieren. Seid gnädig. Ich bin noch ganz neu.

     

     

  20. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Thorsten,

    na ja, „Frugalist“ finde ich als Begriff auch eher blöd. Dagegen den deutschen „Pfennigfuchser“ witzig. Das zeigt bildlich, das jemand mit ausgefuchster Sparsamkeit auf jeden Pfennig achtet.

    Die Sparsamkeit gezielt kanalisiert zum Bau des Eigenheims, dann ist der Gipfel wohl erklommen, wenn man als Schwabe anerkannt wird. 😉

    Allerdings käme der Schwabe wohl nie auf den Gedanken, nichts mehr arbeiten zu wollen, allerdings aber nicht als Lohnsklave. Aber keine Gasse fegen etc, dann wäre das Leben doch sinnlos.

    „Handy“ gibt es aber wohl eh nur bei uns. Woanders weiß man damit eher nix anzufangen. Bei den Italienern ist das kleine portable Telefon wohl ein „Telefonino“. Bei den Amis das Cellphone oder Mobile.

    Andererseits sind manche Begriffe eben so verwurzelt, dass man sie nicht ersetzen kann oder will. Die Amis benutzen auch mit Selbstverständlichkeit deutsche Wörter. Die brechen sich sogar die Zunge für „Fahrvergnügen“ von VW. 😉

    Schönen Tag

    MS

  21. Chris K.

    @ -M

    Das kenne ich. Familie rollt teilweise mit den Augen wenn ich z.B. eine gebrauchte sehr gepflegte Couch nehme, statt eine Neu zu kaufen..

    mfg

  22. ThorstenThorsten

    Hammer-Story, Glückwunsch an Martin!

    Wirklich beeindruckend, wie konstant Du dran bleibst und wie strukturiert Du dabei vorgehst – das klingt wirklich danach, als ob es „fast“ automatisch abläuft.

    Schön finde ich insbesondere, dass Du eine konkrete Vorstellung hast, was Du machen möchtest, wenn Du finanziell frei bist:

    „Ich kann mir vorstellen in 3-4 Jahren zunächst zu reisen, eine neue Sprache zu lernen, meine weitverstreuten Freunde zu besuchen, ein Psychologiestudium zu beginnen und meine Trainertätigkeit im Ausland „halbprofessionell“ auszuüben. Dabei möchte ich…“

    Viele beschreiben die „Finanzielle Freiheit“ als DAS Ziel – ich glaube das ist zu kurz gegriffen und Finanzielle Freiheit alleine kein gutes Ziel.

    Ich habe dazu auch einen Artikel auf meinem Blog darüber geschrieben, Warum Deine Träume Dein Antrieb sein sollten – vielleicht ein Denkanstoß für andere!?

    Viel Erfolg weiterhin auf Deinem Weg!

  23. Snufkin

    Eine großartige Leistung. Ich ziehe meinen Hut!

    Wie @Bastian schon schrieb, ist es sehr beeindruckend welche Gehälter auch ohne Universitätsabschluss erzielt werden können. Ich erhalte mit Anfang 30 und Master-Abschluss in guten Monaten etwa die Hälfte. Für mich ein Indiz, dass die zunehmende Akademisierung nicht das Nonplusultra sein muss um ein vernünftiges Einkommen zu erzielen. Viele Handwerksmeister mit kleinen Betrieben in meinem Bekanntenkreis erzielen recht vernünftige Einkommen und fahren deutlich besser als ihre studierten Altersgenossen.

    Ich finde auch super, dass der Leserbrief die Möglichkeit aufzeigt, auch in den neuen Bundesländern finanziell frei zu werden. Die Kombination eines hohen Einkommens mit geringen Wohnkosten ist natürlich äußerst hilfreich. Abgesehen von verhältnismäßig teuren Städten wie Dresden und Leipzig, kann man in vielen ostdeutschen Mittelzentren sehr günstig und gleichzeitig gut leben.

     

    Thema Diversifizierung:

    Ich finde bei einem Depotvolumen von >100k eine Anzahl von 50 Unternehmen auch nicht zu viel. Betrachtet man die Hauptwirtschaftszweige, (z.b. https://en.wikipedia.org/wiki/Global_Industry_Classification_Standard) mit dazugehörigen Unterkategorien, so möchte ich in sämtlichen Bereichen beteiligt sein. Irgendeine Branche boomt meist immer, andere sind gerade unsexy und bieten Gelegenheiten zum günstigen Nachkauf (aktuell beispielsweise Konsumgüter wie General Mills oder Kraft Heinz). Diese Flexibilität habe ich bei nur 10 Unternehmen nicht.

  24. Bernd

    Ein wirklich toller Leserbrief. Kompliment an den Autor und Respekt und Glückwunsch zu dieser Leistung und dem Lebensweg.

    Mich würde nur wirklich sehr interessieren wie hoch die Sparrate/Sparquote ist bzw. der Verdienst. Er scheint ja jährlich mehr zu investieren als viele überhaupt verdienen. Ich finde den Weg bewundernswert aber für Normalverdiener sind die geschilderten Resultate eher unrealistisch und somit vielleicht auch etwas desillusionierend.

  25. Daniel

    Off Topic, weil es mich schon lange beschäftigt : Deutsche Begriffe, Englische Begriffe : early retirement, fire , frugalist, finanziell frei

    Das Wort „Frugalist“ taucht jetzt immer öfter auf, meine Gedanken dazu :

    Ich bin immer noch auf der Suche nach einem passenderen Wort, „Frugalist“, das  ist irgendwie Denglisch und ich würde mich schwer tun mich als solchen zu bezeichnen. „Frührentener“ hört sich irgendwie abgebrannt an, vielleicht sogar körperlich oder seelisch eingeschränkt. Es fehlt mir auch das Ziel in dem Wort, frugal zu sein, frugal wofür ?

    Ich finde den Begriff auch blöd. Er müsste meines Wissens nach aus dem lateinischen abgeleitet sein. Bescheiden, aber auch möglw. einfach und gut bzw. genügsam trifft es wohl eher. Und Genügsam passt sowohl auf den Lebensstil als auch den finanziellen Aspekt.

    Für mich ist jemand der nicht mehr arbeitet, weil er nicht mehr muss einfach ein Privatier. Das ist für mich eine gewisse Abgrenzung zu einem Rentner, auch wenn ein Privatier sein Einkommen aus einer Rente ziehen kann.

    Den Begriff Pfennigfuchser finde ich auch schön, denn er ist bei mir nicht negativ belegt wie etwa ein Geizkragen und er unterstellt demjenigen einge gewisse Pfiffigkeit sich günstig durchs Leben zu bewegen.

  26. Thorsten

    Klar  ist der Begriff Frugalist aus dem Lateinischen abgeleitet, aber in Deutschland würde ich unbedarft eher einen Obstbauern hinter dem Begriff vermuten 😉

    Pfennigfuchser sehe ich für mich negativ besetzt. Da ist eine soziale Komponente beschädigt. In meiner Vorstellung jemand, der intelligent und eher verbissen ist, andere gnadenlos runterhandelt zum eigenen Vorteil, wenn es nicht billig genug ist, sehr nah am Geiz. Jemand, der nach 1 Stunde zähen Handelns am Ende nichts kauft. Pfennigfuchser könnten auch Geizhälse sein, müssen es aber nicht. Schickst Du einen Pfennigfuchser los mit dem Auftrag 10 rote Rosen zu kaufen, bringt er dir  ohne schlechtes Gewissen grinsend 20 Nelken, weil die „gerade so günstig im Angebot waren“. Oder er ist dann 2 Stunden verschwunden, weil die Rosen am Ende der Stadt 10 Cent billiger sind, oooh. Den Pfennigfuchser wohl besser nicht zum Einkaufen schicken, oder  ? 😉

    Der Privatier ist wohl immer noch das Beste was wir haben, der  Begriff gibt nichts preis, er ist positiv beseetzt, allerdings ist er mit Vermögen assoziiert. Das ist bei Zeitminimalisten u.U nicht gegeben, da sie die finanzielle Unabhängigkeit vor der Rente evtl. gar nicht erreichen.

    Danke für die Kommentare

  27. -M

    Wenn jemand nicht arbeitet finde ich das Wort Privatier auch am besten. Gerade weil es gewisses Vermögen assoziiert und positiv behaftet ist.

    Arbeitslos und faul daheim wie hartzIV will wohl keiner mit assoziiert werden obwohl er finanziell frei ist.

     

    -M

  28. ThorstenThorsten

    @Thorsten (Namensvetter): Ich habe da durch Deine Frage inspiriert eine Idee…will Dir aber nirgends dazwischen funken und daher kurz bilateral klären ob okay. Sehe bei Dir keine Kontaktmöglichkeit – magst Du mich kurz kontaktieren?

  29. Wohnung mit Domblick

    Was haltet Ihr von ‚Sparfuchs‘?

    Füchse gelten ja als schlau. Also nicht arm, nicht geizig. Der Sparfuchs ist schlau und hält seine Kohle zusammen. Wird leider kommerziell ausgeschlachtet, um Billigkonsum zu erzeugen.

    Ich würde mich trotzdem so bezeichnen. Oder als Finanzoptimierer :oD

    On Topic: Der beeindruckendste Leserbrief bisher!

  30. Thorsten

    Noch mal offtopic oder ggfls. als Ergänzung zu dem US-Portfolio des Beitrags: Die Deutschen Wohnimmobilienaktien sind für mich derzeit echte Ergänzung zu anderen (Techno-)Wachstumsaktien  und das sichtbar direkt vor der Haustür.

    Selbst im klammen Berlin steigen jetzt die Nachkriegsmieten mit den längst fälligen Sanierungen und Modernisierungen ganz langsam auf normale Niveaus (wobei dann soziale Härtefälle enstehen, ich weiß, verhindern lässt sich das kaum, geringere Einkommen ziehen in die Peripherie, das ist in allen Großstädten weltweit der Fall).

    Disclaimer  : ich bin long und stark übergewichtet in den Aktien Vonovia, LEG Immobilien, Deutsche Wohnen, TAG Immobilien

    @Wohnung mit Domblick Sparfuchs hört sich gut an.

  31. Martin

    Ergänzung zum Thema Risiko, @mehrere. Falls ich wirklich einen Totalausfall erleiden sollte. Dieser Fall kann selbstverständlich eintreffen. Allerdings ist die Wahrscheinlich nicht sehr groß! Ich bin dennoch darauf vorbereitet. Angenommen ein Unternehmen zahlt mir 950,- Euro (Durchschnittswert: Jährliche Dividendenzahlung pro Unternehmen). Meine Dividendensteigerung  Jahr beträgt aktuell etwa 12% p.a. im Durchschnitt. Bei 14Teur sind das 1680,- Euro pro Jahr mit steigender Tendenz. Ich würde somit weniger als ein Jahr Dividendensteigerung „verlieren“, na und? Was ist die Konsequenz? Geht es mir schlechter, habe ich weniger Lebensfreude, weniger Leidenschaft, Bauchschmerzen? Es passiert gar nichts!

    P.s. Im Leserbrief habe ich eine Regel vergessen. Die Marktkapitalisierung muss mindestens 30 Mrd. betragen. Mir ist auch bekannt, dass Größe nicht vor Totalausfall bewahrt. Aber solch ein Dampfer geht nicht so schnell unter! 

  32. Kia

    @ Sparfuchs

    bei dem Wort sehe ich sofort den Schwäbisch Hall Fuchs vor mir

     

    @ Thema DW AG und 18% Rendite Ausschüttung folgendes Zitat :

    „Der Unternehmensgewinn, der das ermöglicht, stehe vor allem auf dem Papier, analysiert er. Die Bilanzsumme der AG ist seit 2014 durch die Umstellung von deutschem auf internationalen Standard, der auf einer aktuellen Bewertung der Marktpreise basiert, enorm gestiegen. Ausgewiesen wurde für 2015 ein Jahresüberschuss von 1,8 Milliarden Euro, das bereinigte, reale Ergebnis beträgt dagegen nur 51 Millionen. Der Prüfer kommt zu dem Schluss: Die ausgeschütteten Renditen gehen auf Kosten der Substanz des Unternehmens, es werde „ausgeblutet“.“

    – das ist jetzt aus einer linksorientierten Zeitung untermauert aber meine Befürchtung das die das irgendwann fallen lassen und übrig bleibt ein riesiges Paket aus sanierungsbedürftigen Häusern usw.

  33. ThorstenThorsten

    off topic

    Angeregt durch eine Frage meines Namesvetters Thorsten (weiter oben) lasst uns doch mal eine spontane kleine Challenge machen:

    Wie beschreibt Ihr Eure Lebenseinstellung in einem Wort?

    Deutsch, Englisch, Denglisch, … vollkommen egal. Aber es sollte nur ein Wort sein, das Euer Mindset beschreibt. Zu strikt? Na gut, je kürzer desto besser, auch wenn Ihr 2 oder 3 Wörter braucht 😉

    Um den Beitrag hier nicht zu kapern, habe ich mal einen Beitrag dazu auf meinem Blog gestartet.

    /off topic

  34. KievKiev

    @ Thorsten

    Monetär betrachtet bildet FI die Basis für FiRe oder ein Leben als Privatier. Das ist soweit klar. Wobei man bei dem Erreichen der FI oder mehr nicht aufhören muss für Geld zu arbeiten.

    Minimalismus kann man auf Dinge / Zeit usw. beziehen. Das muss nicht in der Tat zu Reichtum führen, bietet aber Potential dafür. Als Minimalist kann der Wohnraum vielleicht in kleinerer Größe ausreichend sein und weniger Dinge kosten auch weniger in Summe.

    Dein ZeitMinimalist hat einfach eine andere Verteilung von freier Zeit über die Lebenszeit. Das Integral dieser freien Zeit ist kleiner als bei Dir als kapitalistischer Minimalist, da der Zinseszins durch Deine längere intensivere Arbeitsphase am Anfang sich positiv auf die Gesamtfläche auswirkt. Nichtsdestotrotz hast Du früher einen größeren Teil für die heutige Zeit erarbeitet.

    Frugalist finde ich im englischen auf Wikipedia gut beschrieben. Ich denke, dass einige Dinge daraus auf Dich zutreffen. Deine Waschmittelproduktion und Abneigung gegen Plastik Müll (falls ich mich richtig erinnere) und Schonung von Resourcen (Reisen, Energie, so wie generelle Verschwendung) sehe ich als frugalistische Gedanken. Falls Du beispielsweise die doppelten Dividenden erzielen würdest, so würdest Du wohl auch nicht jährlich dein „Handy“ wechseln. Gegenstände selten auszutauschen habe ich jetzt nicht im Minimalismus entdeckt.

  35. Thorsten

    @Kiev, gute Betrachtung mit dem Integral 🙂 , der Zinseszins ist halt unerbittlich.

    Ich orientiere mich hier an blogs und youtube : Beim reinen Minimalismus gibt es so wie ich verstehe halt keine Norm, da sind Verzeihung total linkgestrickte Lebenskünstler dabei , die meinen ihre volldokumentierte Weltreise im Nachinein vom Publikum kommerziell finanzieren zu lassen und reine Schnorrer „ich leihe mal mir ein Laptop für x Monate von einem Freund“, getarnt oder sogar überzeugt als idealistische Idee vom „Teilen“. Sozialismus im Kleinen sozusagen. Da ist viel Kommunendenke dabei, die dann auf Individualebene runtergebrochen wird. Das Thema Kapital ist dort definitiv ausgeblendet. Es passt nicht ins Weltbild bescheiden und geistig reich zu leben und trotzdem vermögend zu sein. Geld ist ganz böse , es muss nicht angehäuft, sondern gleichmäsig verteilt werden, so ungefähr. Für diese Minimalisten wäre das bedingungslose Grundeinkommen ganz klasse. Es wird nie kommen, zum Glück.

    Auf der anderen Seite gibt es genug Minimalisten, die mit beiden Beinen im Leben stehen, regelmäßiger Arbeit nachgehen und in den Blogs/youtubes einfach über ihre Finanzen nicht sprechen. Sie sehen Nachhaltigkeit, ökologisches Handeln, Freiraum für Geist sehr hoch an. Mobilität ist teilweise ein Thema „wenn der nächste Umzug kommt“. Pragmatische Betrachtung von physischem Lebenskrempel sozusagen. Ich vermute doch, wer so lebt und plant, hat auch was über was er jeden Monat spart. Aber es wird halt nicht publiziert. Einwegartikel werden durchweg vermieden, Alternativen zu kommerziellen Produkten kommen auch öfters vor. Teilweise nennen sie sich dann nicht Minimalisten , sondern stellen ökologische Themen nach vorne.Teilversorgung/Selbstversorgung und so was.

    Und es gibt einige Hardliner, meistens  Einzelgänger mit 33 Kleidungsstücken, 100 Gegenständen insgesamt, oft ohne Bett und mobil mit Rucksack. Die werden von den Übrigen zum Teil bewundert , aber als Hardliner auch deutlich als Ausnahme zurückgewiesen. Das sind Eremiten  und Nomaden,  hoffentlich treffen sie irgendwann die Richtige und gründen  dann doch noch eine Familie. Weil alleine und frei ist eben doch am Ende eher einsam, selbst wenn man viele Freunde hat. Aber nicht jeder braucht echte Beziehungen oder steht diese durch, ich weiß.

    Ich bin ein kapitalistischer Minimalist, passt schon. Passt auf viele hier ?

  36. Der BaumDer Baum

    zu DW AG: Habe mir gerade den Jahresbericht angeschaut und bin zu demselben Ergebnis gekommen wie bei der Beschreibung durch Kia.

    Die „Gewinne“ sind durch die Anpassung der Bewertung der Immobilien zustande gekommen. Wenn man den operativen Cashflow ansieht und die Investitionen getätigt werden, sind pro Jahr 500 Mio weg. Das Geld für die Dividende kommt aus Schuldverschreibungen.

    => Wenn der Immobilienmarkt zusammenbricht ist keinerlei wirtschaftliche Grundlage vorhanden. Wäre nichts für mich. Sieht für mich furchtbar aus! Dazu kommt die Panik in der Politik beim Thema Wohnraum… Wer weiß was da noch kommt.

    @ Thorsten: Ich nenne mich einfach mal Freiheitskämpfer 🙂

  37. egghead

    @Kia interessant Deutsche Wohnen AG hat nach meiner Info 2,1% Dividendenrendite bei einem KGV von9 . 18% Rendite oder Wertsteigerung, hm ?

    Das Unternehmen investiert zusätzlich in den Pflegeimmobiloen, das ist eine Goldgrube sozusagen, weil wir immer älter werden und dann in den normalen Wohnungen gar nicht mehr wohnen können. Pflegeimmobilien kannte ich bisher nur von geschlossenen Fonds. Ich bin da auch investiert, die Renditen werden übererfüllt, es gibt keine Fehlbelegungen wie bei Shopping Malls oder Bürogebäuden. Menschen können nicht entscheiden, ob sie in ein Pflegeheim gehen oder nicht, es passiert halt (und ich hoffe sie werden dort gut behandelt !)

    Hier eine Übersicht mit Einzelmeldungen zu Deutsche Wohnen AG :

    https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/deutsche-wohnen-se.htm

    Die einen schreien 33, die anderen 50. Ich vermute, die 33-er wollen billig einsteigen, wäre nicht das erste Mal.

  38. Martin

    Zunächst einmal vielen Dank an alle! Ich freue mich über euer Feedback, anerkennenden Worte und Anregungen. WOW! Einen Satz noch von Uwe Seeler, der auch auf mich zutrifft: „Das Schönste im Leben ist einfach normal zu sein!“ Auch hier ist ein Widerspruch. Ich liebe es verrückt zu sein! Manchmal unnormal zu sein! Das Leben ist aus meiner Sicht „nicht entweder oder“, sondern vielmehr „sowohl als auch“! Und dieser Aspekt findet sich auch in meiner gesamten Lebensphilosophie wieder. Wir sind kaum bis gar nicht rational. Das Leben ist voller Widersprüche!

    @ Fit und Gesund:

    Vielen Dank für deine Zeilen. VF Corp. ist genau nach meinem Geschmack, Unternehmensanteile, die wahrscheinlich noch meine Enkel erben werden. Dieses Unternehmen darf nicht verkauft werden, so lange es nach den „Regeln in meiner Sandkiste spielt“ und das wird es, da es das schon seit vielen Dekaden so macht. BIP ist ein spezieller Fall, ich hatte vor einigen Jahren die Möglichkeit Sam Pollock (CEO BIP) persönlich zu sehen und kurz zu sprechen. Ich war ziemlich gefesselt von ihm und seinen Ansichten. Damals hatte ich mit Aktien noch kaum etwas zu tun. Er ist ein Verfechter des konsequenten Value Investings und setzt das auch so um. Ich verfolge jede Videokonferenz von BIP, soweit mein Englisch dafür reicht. Im Übrigen habe ich BIP aus heutiger Sicht für mein Dafürhalten zu spät gekauft. Die Entscheidung ein Unternehmen zu kaufen, muss bei mir reifen und ich beobachte das Unternehmen einige Zeit manchmal Jahre, bevor ich einsteige. Dabei handle ich genauso, als sei es bereits mein Invest! Sam Pollock halte ich aufgrund seiner Weitsicht/Langfristigkeit, Konsequenz und Historie im Brookfieldimperium für einen der besten CEO´s weltweit. Ähnlich lange habe ich dann auch ITW beobachtet, die dieses Jahr den Zugang in mein Portfolio mit einer Startposition geschafft haben, da BIP die 2Teur Schwelle Nettodividende überschritten hat und ich somit ein neues Unternehmen auswählen durfte. Auch bei diesem Unternehmen kenne ich eine Person im Management, allerdings im Mittleren.

    Zum Thema Cash. Ich hasse Cash! Ich mag es nicht. Hingegen liebe ich Cashflow und diesen versuche ich ständig gnadenlos zu vergrößern. Ich habe natürlich mein oben erwähntes Dividendenkonto, aus dem ich dann meine monatliche Sparrate durch die Dividenden Reinvestition erhöhe. Aber dieses „Cash“ ist nur ein durchlaufender Posten. Kurzum, durch mein gutes Einkommen und regelmäßige Dividendenzahlungen die immer mehr werden, versuche ich ständig Geld los zu werden. Aber Gottes Willen keines anzusammeln, was will ich damit? Es soll ARBEITEN, hart ARBEITEN!!!

    Deine Frage zu den Informationsquellen ist sehr gut. 1. Tim Schäfer, 2. Geschäftsberichte/Live Konferenzen/Unternehmenswebsite 3. my dividends 4. Nasdaq 5. Einige andere Blogs 6. Natürlich auch aktuelle Presseberichte über die Unternehmen 7. Seeking Alpha 8. Google. Nach der Morgenbesprechung um 9 Uhr lese ich Tims Blog, my dividends, Seeking Alpha und buche ggf. eintrudelnde Dividenden um. 20-25 Minuten pro Tag, dazu kommt die Jahresanalyse eines jeden Unternehmens, die etwa 30 Minuten bis 4 Stunden dauern kann.

    JA Buy and Hold. Ich verkaufe nach Möglichkeit nicht. Wenn ich dazu aufgrund meiner Regeln gezwungen werde, dann tue ich es konsequent. Bisher war das nicht notwendig.

    Puh. Welche Bücher lese ich? Sehr viel über meinen Sport. Dazu Psychologie im Bereich Wahrnehmung, kognitiven Denkprozessen. Biografien. Dale Carnegie. Mittlerweile ist einiges an Geschichte und Philosophie hinzugekommen.

    @ Christian:

    Du bist auf dem richtigen Weg. 2009 hatte ich 14.100 Euro aus den Jahren 2007/2008/2009. Ich war ja zum Teil noch im Studium. Dort habe ich gelebt, gelernt, habe unter anderen ein DC-Training über 13 Wochen gemacht, Seminare der Branchen besucht in denen ich mal arbeiten möchte, viel Training gemacht und immer wieder Reisen. Investiere erstmal in dein Humankapital und dann kommt das Investieren von ganz alleine. Ersteres ist viel wichtiger und auch ich möchte unglaublich viel Lernen. Ich habe einen großen Hunger!

    @ A.

    Ich kann mich gar nicht dagegen wehren, dass weitere Positionen hinzukommen. Das ist systembedingt. Aber ich kann sagen, dass es immer schwieriger wird. Sowohl logistisch (ich muss die Unternehmen kennen und analysieren) als auch überhaupt Unternehmen zu finden, die in mein Konzept passen.

    Alphabet passt ebenso wie Amazon nicht in meine Strategie, da keine Dividenden bezahlt werden. ABER, ich bin da nicht so streng und überlege mir eine Packung Alphabet verschreiben zu lassen. Sie stehen oben auf meiner Liste! Wer so die Welt beherrscht, der muss auch eine gute Langfristwirkung haben. Frei nach dem Motto: „sowohl als auch!“

    @ Dude: Respekt. 50 Einzeltitel oder mehr könnte ich nicht jonglieren. Dazu fehlen mir schlichtweg Zeit und Ausdauer. Ich habe eine relativ hohe Identifikation mit „meinen“ Unternehmen. Ich stimme dir zu, dass ich wahrscheinlich ein höheres Risiko eingehe. Wobei ich mal gehört habe, dass man mit 15 Titeln schon recht gut diversifiziert ist. Ich fühle mich gut damit und werde einige wenige Unternehmen entsprechend meines Systems ergänzen. Aber irgendwann ist Schluss mit Neuzugängen. Wenn die Mannschaft voll ist, dann werden bei neuen Spielern zwangsläufig einige vernachlässigt und performen nicht mehr so gut!

    @ Matthias Schneider:

    JA das stimmt. Buffet hat einen großen Anteil an Banken. Ich habe auch nicht geschrieben, dass ich mein Portfolio nach Buffet aufstelle. Allerdings finden sich einige Elemente darin und er beeindruckt mich zu tiefst. Buffet hat meine Art zu investieren auf jeden Fall inspiriert, ebenso wie Munger (Qualitätsaspekt) und Sam Pollock (Langfristigkeit, Zunkunftsorientierung).

    Bezüglich des Rohstoffs, du meinst wahrscheinlich meine Shell-Aktien, kann ich nur sagen, dass dieses Unternehmen stark benötigte Rohstoffe fördert und verkauft. Auf lange Sicht wird es wie bei allen Unternehmen gravierende Änderungen geben. „Ölaktien“ bilden eine sehr gute Diversifizierung zu anderen Titel und federn im Krisenfall etwas mehr ab (geringere Korrelation). Siehe hierzu Jeremy Siegel. Außerdem ist die Langfristperformance erstaunlich gut. Mit einer persönlichen Dividendenrendite von über 7,5% kann ich auch sehr gut leben.  Langfristig erwarte ich 2-3% Kurszuwachs, auch wenn das sekundär ist.

    @ Ron

    Flatex, Onvista, DKB. Ich habe auch nicht vor ständig zu wechseln, wegen ein paar Euros. Hier fehlt mir die Zeit und auch die Lust ständige Vergleiche anzustellen, nur um im Jahr 2022 vielleicht 123,- Euro mehr Dividende zu erhalten. Die Anzahl der Broker hat rein steuerliche Gründe und bei einem Broker kann ich meine REIT-Aktie Public Storage nicht kaufen.

    @ Ron

    Steuern werden bezahlt und nicht weiter berücksichtigt. Ich rechne nur Nettokennzahlen. Ich weiß gar nicht wie viele Steuern ich bezahle. Ich kann diesen Bereich nur sehr wenig beeinflussen und konzentriere mich daher lieber auf meine Stärken und überlasse das Thema Fachleuten.

    Zum Thema deutsche Aktien. Ich bin nicht nur in US-Werten investiert. Meine Gewichtung liegt bei etwas über 60% und damit liege ich leicht über dem MSCI World Index – Anteil US. Deutsche Unternehmen bis auf ein paar Ausnahmen (Münchener Rück, Fresenius, SAP, …) denken nicht zuerst an Ihre Aktionäre. Es handelt sich hierbei um ein Mentalitätsthema. Die Dividendenhistorie ist auch oftmals nicht ausreichend für meine Ansprüche. Aber natürlich besitzen wir großartige Unternehmen. Ich hätte gerne Aldi in mein Portfolio, auch wenn es sich um einen Händler handelt!

    @ Felix

    Mich erstaunt der Verdienst eines Autoverkäufers im Osten auch. Ich konnte mir das nicht vorstellen. Aber bitte nicht vergessen, dass es sich dabei um eine leidenschaftliche aber auch harte, disziplinierte Arbeit handelt. Kaum ein anderer Kollege leistet dieses Pensum, zumal die Lebenssituation oft eine andere ist.  Eine sehr gute Antwort hat „S“ zu diesem Thema gegeben.

    @ Felix

    Danke für diese Antwort von einem Autohandelsinsider. Ich liege monetär irgendwo dazwischen;) Und für die geleistete Arbeit erwarte ich auch ein gutes Gehalt. Die Nachfrage nach guten (!!!!) Verkäufern ist hoch – mein Telefon klingelt öfter mal…ich bin aber sehr loyal! Mein Traum, meine Vision, meine Ziele sind meine Treiber, warum ich das über Jahre leidenschaftlich lebe und somit auch durchhalte. Außerdem liebe ich meine Kunden!

    @ Graf Zahl:

    Ich gebe dir Recht. ETF-Sparen hat seine Vorteile und aus diesem Grund habe ich solche Sparpläne auch im Familienkreis implementiert. Ich habe eine Strategie für mich gewählt und bei dieser bleibe ich, da Sie besser zu meinem Leben passt.

    @-M.:

    Zahlungsabwicklung/Kreditkarten ist für mich gut zu verstehen, zukunftsorientiert und sehr profitabel. Ich fühle mich mit meiner Mastercard-Aktie sehr wohl. Hier erwarte ich noch ein üppiges Wachstum und nehme somit auch eine kleine Dividende in Kauf. Es gibt einige wenige Banken in Kanada und Australien mit großer Dividendenhistorie die mir gut gefallen und ein solides Geschäft machen. Die Bilanzen vieler Banken weisen für mich einige schlecht zu kalkulierende Unbekannte auf und „verpflichtende“  Kapitelerhöhungen gefallen mir auch nicht immer.

    @ Chris K:

    Ich habe immer mal wieder die Situation in verschiedenen Gesellschaftskreisen, dass „Investieren“ schlecht sei, weil man unmoralische Dinge unterstützt. Letztens habe ich mit einer angehenden Biologie-Doktorin diskutiert! Sie ist ein Fan von GEN-Manipulation und hat deutlich gemacht, dass es nichts Schlimmes sei;) ABER wie könnte man in Pharma- oder Alkoholkonzerne investieren? Ich habe es dann aufgegeben um die Gruppenunterhaltung nicht zu emotional werden zu lassen und die Diskussion mit der Frage beendet, ob ihr sechstes Bier denn gut schmeckt und ob sie schon zwei Aspirin für den nächsten Tag bereitgelegt hat?

    Es gibt kaum eine Investition, kaum ein Einkaufstrip im Supermarkt, kaum eine Lebensversicherung, kaum ein Politiker, kaum ein Chef, kaum ein Unternehmen, kaum ein Mensch der sich zu 100% moralisch korrekt verhält und dabei noch am Leben teilnimmt. Entschuldigung, aber das ist ganz alleine meine Sichtweise auf die Dinge. Hier soll und muss bitte jeder selbst entscheiden. Aber das Investieren wird dann ganz schön schwer!

     

     

    @ Michi:

    Wir scheinen einen ganz ähnlichen Freundeskreis zu haben. Vielleicht bietet Tim bald mal wieder eine Gelegenheit, bei der man sich persönlich treffen kann. Wir werden viele gemeinsame Themen haben

     

    Beste Grüße Martin

  39. Joerg

    Bist du schon reich? oder hast du eine hohe Sparquote? dann ist es quasi egal wie du anlegst, du wirst zwangslaeufig FI, soviel kannst du kaum Falschmachen …
    („Maenner mit Scheinen, glaube Ihnen nicht mein K…“)
    In D Steuerveranlagte: Wenn du aber noch dahin willst oder nur eine kleine/mittlere Sparquote hast: lieber schon etwas vor Sparerpauschbetragsausschoepfung auf Thesaurierer umstellen und Steuern stunden.
    30% Teilfreistellung auf Kursgewinne gibt’s auch nur mit ETFs, nicht mit Einzelaktien.
    Bei normalen Sparer-Biographien sind bis zur Entnahme leicht 40-70% vom Depot Kursgewinne …
    Mit Thesaurieren hast du dann in der Depotaufloesungsphase die steuerliche Gestaltungshoheit. Dividenden dagegen, werden dir einfach vor die Haustuere gekippt, ob du es willst oder nicht …
    Also:
    Arm-Mittel: Finger weg von der Dividenden-Strategie, die ist dir ein Klotz am Rendite-Bein.
    Mittel-Reich: Du kannst machen was du willst, werde dividenden-selig.

    Divi, Du willst mal in eine andere Filterblase luschern? Hier entlang: https://www.finanzwesir.com/blog/kategorien?ref=sidebar

  40. steve

    @ Martin

     

    cooler Brief, coole Antwort auch wenn man es dir eigentlich nicht wünschen muss viel Glück.

    @ Diana H

    so wo du macht sich mancher Gedanken welche Unternehmen er mit guten Gewissen kauft. Die Antwort fällt halt unterschiedlich aus ist halt so. So kommt für mich Bayer nicht infrage und auch Tabakkonzerne auch nicht. Das du mit Sohn mit 1000€ im Monat gut Leben könntest ist wohl so zu verstehen, wenn es zusätzlich wäre. Viel Glück bei deinen Investments.

     

  41. Andrea

    Martin, herzlichen Glückwunsch zu deinem Depot und deiner Sparleistung sowie deinen geundsoliden Einstellungen. Bei dir würde ich auch ein Auto kaufen. Toll!

     

     

  42. Raphael Grässlin

    Hi! Echt ein Cooler, sturrer, egoistischer Weg den Du da die letzten Jahre gegangen bist. Ich merke es zumindest bei mir selbst, dass ich oft oder eigentlich fast immer Abstriche mache. Sei es ein neuer Wohnzimmerschrank. Von mir aus könnte der gebraucht sein. Ich denke mhh ein neuer kostet zB. 800€ und auf ebay mit Glück um die 50 oder 100 respektive im second Hand und diese sind ebenso wie neu. Mein Gedanke ist ebenfalls so viel sparen wie es geht.

    Ein kleiner Ansatz der ich verfolge ist, Nicht nur auf Apple zu setzen sondern bspw. in mind. ein gleiches / ähnliches Unternehmen in einer anderen Währung und in einem anderen Land.

    Ich habe so bisher etwa 15 unterschiedliche Branchen und meistens mehrere Unternehmen, welche meine Kriterien erfüllen MÜSSEN damit es ein Kauf wird.

    Aktien verkaufe ich ebenso nie. Niemals. Mir ist der Kurs egal. Es geht mir um den Cashflow und nichts anderes.

    An deiner Strategie habe ich nichts auszusetzen. Ich finde es Klasse was Du machst. Ich wollte Dir eben nur in meiner Mittagspause, zeigen wie ich selbst das mache.

    Lieber Gruß und bleibe sturr sowie verrückt  😀 🙂

  43. Kia

    @ DW AG

    die 18% bezogen sich glaube auf mehrer Jahre. Interessant fand ich auch nur was dann im Zitat steht. „Der Baum“ hat gut beschrieben worauf ich hinaus wollte. Wenn die Immobilien auch nur kurzfristig kriseln und alles neu bewertet würde, wäre die quasi über Nacht insolvent.

    Naja ich traue mich da nicht ran.

  44. Thorsten

    @Kia o.k.

    „Immobilien kriseln“, das ist wohl der Punkt. Es ist wie so oft eine Sache der persönlichen ERwartungen oder Einschätzung. Ich kann auch total falsch liegen, das ist ganz klar.

    Ich meine da wird regelmäßig  im Markt bewertet, nicht von heute auf morgen – eben nach Angebot und Nachfrage ständig –  und während die einen „Immobilienblase“ schreien, weil sie die hohen Preise nicht nachvollziehen können, sehen andere (vor allem ausländische Investoren) in Deutschland massive Unterbewertungen, die rein auf Angebot und Nachfrage beruhen. Das ist ein wichtiger und massiver Unterschied zur Immobilienblase  in USA. Wir haben in den Gebieten, in denen die Immobilienaktienunternehmen investiert sind praktisch keine Leerstände. Ein Mieterwechsel kann sofort zur Anpassung der Miete an den Mietspiegel führen. Wir haben einen Vermietermarkt. Der Mieter kann nicht einfach wie bei Netflix sagen er stoppt das Abo und springt zu Sky, er muss ja wohnen und bei Umzug sitzt er halt in einer anderen Wohnung. Die Wohnungen sind begrenzt. Netflix- und Skyabos nicht !

    Die psychologische Komponente bei Immobilienaktien ist gegeben. Die Angst vor einer negativen Meldung, genau wie bei Tesla, oder Apple, oder Google oder Facebook.  Sie ist berechtigt und okay, aber das ist das Risiko bei jeder Anlage. Derzeit ist die Psychologie auf der Bullenseite, der Wahnsinn bei der Wohnungssuche ist konstant vorhanden (ich bin gestern wieder an 20 Leuten vor einer Haustür vorbeigefahren, bestimmt eine Wohnungsbesichtigung, die sahen alle total unglücklich aus).

    Was auch immer am Markt dann den Immobilien an News entgegenschlägt : so lange wir keinen Sozialismus mit Enteignungen oder Zwangsabgaben sehen sind Immobilienaktien eine sachwertbasierte solide Anlage, die eine Alternative  zum Direktinvestment sein kann (Vermietung von Eigentumswohnungen, Beteiligung an Pflegeimmobilien, Bürogebäuden, etc.).

    Kurzum : ich werde keine der Aktien hergeben, ich rechne mit massiven Wertsteigerungen in den nächsten  Jahren.

  45. Fit und Gesund

    @Martin,

    vielen Dank für Deine Antwort, kann’s nur wiederholen, ich bin mächtig beeindruckt, auch von Deiner bodenständigen Lebensweise.

    V.F werde ich evtl. zurückkaufen, wenn die Aufsplittung über die Bühne gegangen ist, vorher ist mir das zu unsicher, aber ja, ein sehr gutes Unternehmen.

    BIP oder BEP, Eins von Beiden werde ich höchst wahrscheinlich kaufen, wie werden bei Dir die Dividenden behandelt, Firmensitz ist ja Bermuda, ich würde die kanadische Variante kaufen da mir die Kanadier weniger Quellensteuern abziehen, aber ich lebe in der CH und da könnte es eben nochmals anders sein, werde wohl auch mal probehalber was kaufen.

    Mit dem Cash ist so eine Sache, ich möchte eigentlich nur noch bis Ende Jahr investieren und dann noch ein wenig Cash machen bevor ich aufhöre zu arbeiten, bin ja schon 60, ich habe aber noch geerbtes Geld in D, die Inflation zieht merklich an, mich reut das, so werde ich wohl demnächst noch ein wenig Geld in D abziehen und auch investieren, Illinois Tool Works fällt weiter, Dominion steht auch auf der Wunschliste, (ich verfolge ein wenig den Dividend Sensei-wobei der erst kürzlich wieder ein wenig seine Strategie geändert hat- was ich weniger schätze)

    SAP und Cisco möchte ich auch gerne aufstocken, aber die steigen unentwegt 🙂

    Immer kurz bevor der Lohn kommt werde ich ein wenig nervös *lach* denn ich finde es echt schwer zu entscheiden was ich kaufe, Dein System bewahrt Dich davor.

    liebe Grüsse

  46. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Martin,

    ich wollte nichts gegen die Shell sagen mit meiner Bemerkung. Das war eher bildlich gesprochen. Shell und BP habe ich auch paar Stück.

    Sollte nur heißen, dass ich das Finanzgeschäft als das cleverere Geschäft einschätze, als sich mit viel Mühe und Schweiß und viel Materialaufwand abzuplacken.

    Ansonsten gibt es da nix zu kritisieren. Ich wäre froh, wenn ich es in jungen Jahren schon so gerafft hätte. Aber die Zeiten und Möglichkeiten waren eben andere.

    Ich bin auch nicht so diszipliniert und durchgeplant/strukturiert. Ich bin eher ein Bauchmensch, aber nicht überwiegend irrational. 😉

    Ich mache mir auch nicht sooo viele Gedanken über die Firmen. Sie müssen prinzipiell passen. Wenn ich sie habe, dann mache ich mir auch keine Gedanken mehr drum. Ich verschwende keine Zeit mit anschließender Beobachtung etc. Da ist der Markt viel schneller und unbarmherzig. Da kann man nichts vorher erkennen. Ich zumindest nicht. Wenn man sie mal hat, dann kann man sie vergessen. Kein Mensch kann bei einem Kauf (als die Zeichen auf grün standen) wissen, was die Zahlen in den nächsten Quartalen bringen.

    Wenn das jemand wüsste, dann gäbe es keine Verkaufspanik mit Kursrutsch bei der Veröffentlichung. Es ist ein ständiges Hoffen und Glück.

    Deswegen kann man auch hunderte Unternehmen kaufen. Man kann sich bei 10 Unternehmen genauso wenig schützen vor Verlusten, weil man eben keine Ahnung über die Entwicklung hat, wie bei 100 Unternehmen. Bei wenigen Unternehmen ist der Verlust am Stück größer bei einem Versager, bei vielen Unternehmen erhöht sich die Anzahl der Tretminen in die man tappen kann. Aber jeweils eben mit geringerer Verlustsumme.

    Ich persönlich bin für kleinere Positionsgrößen und dafür mehr Unternehmen, wie ein persönlicher Fonds eben. Bei entsprechend großem Vermögen hätte ich sicher 300-500 Unternehmen im meinem persönlichen Fonds.

    Der Jason Fieber spricht von seinem Portfolio ja auch von seinem „FIRE Fund“.

    Unternehmen, die einen über Jahre nicht ärgern und einem ans Herz wachsen, die kann man ständig vergrößern.

    Wegen deutschen Unternehmen…

    Da habe ich schon auch ein paar. Sehe es aber eher als Pflicht an. Man sollte an seiner Wirtschaft schon beteiligt sein. Etwas Patriotismus sollte schon sein.

    Wenn jeder Deutsche Anteile an den nationalen Unternehmen hätte, dann wäre die sozialistische Idee des Volkseigentums auf diese Art verwirklicht.

    Grüßle

    MS

     

  47. -M

    @FuG

    Das mit dem Kribbeln kenne ich gut, besonders wenn ein Unternehmen gerade günstig ist 🙂

    Ich habe leider eine große ungeplante Ausgabe vor mir…welche mich total ärgert, aber manchmal ist das halt so…. leider werde ich mein für dieses Jahr gesteckte Investment Ziel nun nicht mehr erreichen, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Bis zum Jahresende wird wohl nichts mehr investiert werden können :-/ vlt sammeln sich noch ein paar Dividenden für einen kleineren kauf…

    …blöd wenn man Investment süchtig ist und ein Entzug so gar nicht passend ist…

    -M

     

  48. KievKiev

    @ Martin

    Ich bin noch nie in Person einem Cashflow orientierten Aktienanleger begegnet. Ich finde Deinen Ansatz sehr interessant. Aktuell betrachte ich ausschließlich meine Sparpläne als Investition in Aktien. Der Kurs spielt keine Rolle. Lediglich die Dividenden, die ja meine Einnahmen steigern. Das ist ein konservativer Ansatz gerade wenn man noch den ein oder anderen Wachstumswert mit an Board hat.

    Die meisten Immobilieninvestoren betrachten vermutlich den Cashflow. Zu denen gehöre ich ja auch hauptsächlich.

    Du hast Deine Unternehmen sehr im Blick investierst aber dennoch stur nach Deinem Monatsmodell. Ich würde die billigsten nehmen, von denen ich noch gerne weitere Anteile hätte. Ich bin noch zu faul für direkte Investments und bleibe bei ETFs.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg schnell auf die Zielrate zu kommen.

  49. Martin

    @Kiev:

    Vielen Dank für deine Anmerkung und Wünsche.

    „investierst aber dennoch stur nach Deinem Monatsmodell. Ich würde die billigsten nehmen, von denen ich noch gerne weitere Anteile hätte.“

    Das mit den billigsten ist so ein Problem. Ich weiß niemals genau, ist die Aktie billig oder wird sie noch billiger. Aber vielleicht hätte ich lieber die teure kaufen sollen, die auf einmal noch teurer wird?! Hier befinden wir uns in dem Dilemma des Markettimings. Ich bin nicht in der Lage Kurse vorherzusagen. Allerdings kann ich ziemlich treffend künftige Dividenden von Qualitätsunternehmen antizipieren. Und darum geht es in meiner Strategie, einen zuverlässigen Cashflow erzeugen. Nur in Qualität investieren! Und jetzt mit einem festgelegten System in den Markt gehen, dabei sämtliche Emotionen ausschalten. Beispiel Mastercard: Schau dir den 10 Jahres-Chart an. Diese Aktie war nie billig, ich bin sehr froh, dass jedes Jahr „teuer“ nachgekauft habe. Mit einigen anderen Aktien ist es ähnlich. Ich überlasse Markettiming den „Profis“ und konzentriere mich auf die Unternehmensqualität und die Dividenden.

  50. -M

    Bei Immo: Lage, Lage, Lage

    Bei Unternehmen: Qualität, qualität , qualität 🙂

    Ich glaube der briefersteller kann kaum noch was falsch machen. Mit den sparraten und dem aktuellen Depot kann er nur reich werden bzw seine Ziele erreichen.

    Schief kann es in meinen Augen nur noch gehen, wenn er in einer Baisse die nerven verlieren würde (was ich nicht denke, Schätze ihn eher analytisch denkend ein), und er alles am tief verkauft…

    Einfach durchziehen, nicht zocken und seinem System treu bleiben.

    -M

  51. KievKiev

    @ Martin

    Ich meinte mit billig nicht wahllos. Du glaubst an Deine 15 Unternehmen. Nach Deinem Modell kommen vielleicht 10 in Frage von denen Du kaufen könntest. Du könntest ja auch die relative Entwicklung zwischen den 10 Titeln untereinander vergleichen. Mit welchen Kriterien nimmst Du denn ein neues Unternehmen auf? Oder hast Du eine Liste von Titeln, die Du beobachtest? Ich habe vor aus ca. 60 Unternehmen immer stark zu kaufen wenn eines einmal fallen sollte. Die 60 bleiben ja weiterhin meine Favoriten. Bei dem Fall würde ich überlegen, ob das Modell generell zu hinterfragen ist, oder nicht.

    Aber gut, ich gehe dies ja auch nur theoretisch durch. Aktuell kaufe ich per Sparplan ETFs. Hier habe ich erst zwei. Ich bespare aktuell emerging markets sehr hoch, da dieser ETF relativ günstig im Vergleich zum All World ist. Meine Meinung ist einfach, dass dieser Markt langfristig wieder schneller wachsen sollte.

    Ich möchte erst einmal 150€ Dividenden mit den ETFs erzielen bevor ich auf Einzeltitel gehe. Der Aufwand lohnt sich vorher vermutlich nicht.

  52. Ex-Studentin

    @Martin

    Tolle Lebensgeschichte! Danke für die präzise jährliche Auflistung. Sehr motivierend. Bei der Depotgröße entwickelt dein Vermögen sicherlich ein großes Eigenleben.

    @Thorsten & Thorsten

    Ein passender Begriff ist schwierig. Ich bin weder FIRE-Anhänger, noch Frugalist. Ich benutze gerne als Ziel das Wort „Sorglosigkeit“. Ich will meine kurze Lebenszeit nicht mit Problemen verbringen. Letztes Wochenende bin ich 15 Minuten im Helikopter geflogen und hab mir keine Gedanken gemacht, ob die 40€ nun meine Sparrate zerhageln. Ich führe auch kein Haushaltsbuch bzw. ermittele erst am Ende des Jahres, was rein- und rauskam. Ich arbeite gerne, sofern ich bestimmen kann, wann ich arbeite. Z.B. komme ich morgens oft erst um halb 10 oder nehme mir ab und zu mal einen Tag frei. Meine Tätigkeit macht mir auch Spaß und ich freue mich darüber, dass ich nun ein wenig programmieren darf.

  53. Iceman

    Toller Leserbrief!!

    Das alles wirkt sehr durchdacht und Martin macht den Eindruck als wäre er mit sich und seinem Leben im reinen.

    Toll, weiter so.

  54. Sparta

    @Martin

    Wenn ich mir so die durchschnittlichen Gehälter von Automobilverkäufern auf diversen Portalen ansehe, den unten verlinkten Blog lese…

    http://www.automobilverkaeufer-blog.de/mythos-einkommen-gehalt-was-verdient-ein-automobilverkaeufer-wirklich/

    Dann bist Du ein absoluter Top-Performer… mit ca. 30 k p. a. investieren, geschätzter LK 1, der vielen Freizeit und Vergnügung bei den durchschnittlichen Wochenarbeitszeiten von 50 – 60 Std.

    Wie viele Kisten drehst Du p. a.?

    Bedeutet nicht, dass es keine Top-Performer gibt… nur dass diese selten anzutreffen sind.

  55. Daniel (Fächerstadt)

    @ Sparta: Sehr interessanter Blog mit den Autoverkäufern. Martin macht alles richtig, wenn ich mir die Kommentare durchlese, steht da immer nur was von guten alten zeiten mit 70-100K Jobs und teure Karren, Anzüge usw. Oft noch mit dem Hinweis, dass man mit 40-55 schon zu alt ist und nichts anderes kann und damit im Beruf gefangen bleibt.

    Tja hat keiner was zurückgelegt, Martin könnte schon jetzt mit seinen 450 K eine lange Zeit überbrücken, wenn er noch 5-10 Jahre Vollgas gibt ist er finanziell frei und kann sein Trainerhobby als Teilzeitjob ausüben.

     

  56. Martin

    @Sparta:

    Ich investiere schon deutlich mehr als 30t pro Jahr. Das große Problem in unserer Branche ist die Tatsache, dass von der Hand in den Mund gelebt wird. Es werden außergewöhnliche Monate erzielt, in denen man sich wie Gott in Frankreich fühlt und die Kohle nur so rausbombt „Party, Champagner, Clownauto´s hoch zehn usw.“. Nur die Quittung kommt dann in den schlechten Monaten, wo der Markt nicht so viel Rückenwind bietet. Grundsätzlich könnte und „sollte“ sich jeder gute Verkäufer eine einigermaßen finanziell entspannte Position schaffen. Da viele es nicht machen, haben die Chefs alle Möglichkeiten großen Druck aufzubauen! Mit den Vorgabezielen spielen, besondere Prämien ausrufen oder streichen usw. Es geht hier ganz klar um Macht und Abhängigkeiten! Vielleicht ist diese Situation aufgrund der volatilen Gehaltssituation nochmal stärker ausgeprägt als im allgemeinen Arbeitsleben. Mittlerweile kann ich sehr oft NEIN sagen!  Und jetzt kommt die Rückkopplung, mein Ansehen steigt bei den Führungskräften, weil sie mich als stärkeren Verkäufer wahrnehmen und gleichzeitig ein stückweit von mir abhängig sind, da ich einen großen Beitrag zum Betriebsergebnis erbringe. Ich definiere die Sitiuation als die UMKEHRUNG der „normalen“ Verhältnisse! Das geht aber nicht von heute auf morgen, sondern nur mit kontinuierlichen Erfolg. Es gibt bei mir keine schlechten Monate, außer ich bin nicht im Autohaus aufgrund von Urlaub. Ich mache i.d.R. 30 gewinnbringende Geschäfte inkl. Zusatzverkäufen (Versicherung, Finanzierungen, Werkstattleistungen und nehme Autos zurück) pro Monat.

     

    @Daniel: Ich mache sicher nicht alles richtig. Ich habe sogar viele Fehler gemacht und war auch schon häufig aufgrund des Drucks frustriert und wollte aufgeben…die Kündigung war schon oft geschrieben und landete wieder im Papierkorb (das Dale Carnegie Training hat mich davor bewahrt – gebe nie nie niemals auf!). Aber das war mehr in der Anfangsphase, jetzt habe ich mich an die Disziplin, Ausdauer gwöhnt und bringe mich bereits morgens ist beste Laune!  Denn nur so verkauft man erfolgreich:) Das Problem ist die Kontinuität, ein bis zwei gute Monate bringen auch die druchschnittlichen Verkäufer hin. Aber dann geht es wieder in die Ausruhposition… dann  geht man 3stellig für 55 Stunden Arbeit anstelle von 5stellig nach Hause! Auch das ist unser Job

  57. KievKiev

    @ Martin

    Dale Carnegie gefällt mir auch. Man muss lernwillig sein, neugierig und so weit es geht Spaß bei der Arbeit haben. Besser wird man von alleine. Jeder herausfordernde Kunde hat einen am Ende wieder weiter gebracht. Ich hatte auch schon ein paar schwierige Situationen. Heute reagiere ich meist besonnen, egal wie blöd mir einer kommt. Ich sehe manche Gespräche als Business. Ich lasse mich nicht angreifen und greife niemanden an. Mir ist egal, ob das Verhalten als Stärke oder Schwäche betrachtet wird. Ich weiß was ich kann und was nicht. Ich bin zufrieden, auch wenn es viel gibt in dem ich besser werden kann.

  58. Sparta

    @Martin

    Klingt außergewöhnlich bzw. hatte da schon freche Assoziationen mit der berüchtigten Ergo-Party auf Malle. 😉

    Diese „katalonische Bucht“… kommt mir vor wie eine mir bekannte Malle-Bucht oder täusche ich mich da?

    Hab dieses Jahr einen Privatier (ihm war langweilig) eingestellt… selbst für geringfügige Beschäftigung ist der echt richtig gut!

  59. Martin

    Aus gegebenen Anlass ein kleiner Nachtrag:

    Eines meiner Unternehmen im Depot hat soeben wie jedes Jahr zuverlässig seine  Dividendenerhöhung bekannt gegeben. Das ist nichts ungewöhnliches, denn das tut das Unternehmen schon seit über 50Jahre.

    Außergewöhnlich dabei ist nur die Tatsache, dass es dieses Jahr bereits die zweite Erhöhung ist und die ist mit 14,3Prozent äußerst üppig ausgefallen:

    https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10818294-altria-increases-quarterly-dividend-by-14-3-to-0-80-common-share

    Ab einem gewissen Depotvolumen ist es völlig irrelevant, ob der seltene Fall (sofern nach Qualität geschaut wird) einer Dividendenkürzung oder eines Totalausfall droht. Dividendensteigerungen sorgen dafür, dass der Cashflow stetig und vielleicht mal im o.g. Ausnahmefall eine kleine Delle aufweist, um danach wieder stetig anzusteigen….Dividendensteigerungen bilden neben des exponentiellen Potentials außerdem einen hervorragenden Puffer gegen Ausfälle!

  60. Daniel (Fächerstadt)

    @ Martin: Das hat mich auch gefreut, MO Money. 80 Cent Quartalsdividende.

  61. SantiagoSantiago

    @Martin

    Sehr schöne Geschichte.

    Wie machst Du das konkret? Aktien alphabetisch oder wie ergibt sich die Reihenfolge?

    Und verkaufst Du etwa „Clown-Autos“ und baust Dir dadurch Dein Depot auf? Das wäre ja die Königsdiziplin:-)

    Weiterhin viel Erfolg!

  62. Doc Oliday

    Martin,

    sehr sympathische Vorstellung und eine klare Strategie, die Du Dir zurecht gelegt hast und durchziehst. Altria, Reckitt und Shell habe ich auch, ein oder zwei andere von Deiner Liste kommen ggf. noch dazu, wenn’s passt. Im Gegensatz zu den meisten Foristen hier halte ich ein konzentriertes Portfolio von 10 bis maximal 15 Werten. Ich kaufe lieber bei „meinen Unternehmen“ nach, als eine neue Position zu eröffnen. Allerdings nicht nach fixem Schema wie Du, sondern situationsbedingt. Der Gewinn liegt (auch) im Einkauf, aber langfristig natürlich an der Qualität und Entwicklung des Unternehmens. Verkauft wird nur, wenn ich das Gefühl habe, das Geschäftsmodell ist grundlegend am Ende. Langfristig durchhalten ist entscheidend, und das wird man nur mit einem Investmentstil, mit dem man sich wohl fühlt.

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Investieren

    Oliver

     

     

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