So wird dein Depotstand größer: Weniger sinnloser Konsum. Mehr Sport. Mehr Natur


New York, 8. Oktober 2018

Ich hab kein Auto. Ich gehe meist zu Fuss. Manchmal nehme ich die U-Bahn.


Nicht jeder, der die 1 Million Euro im Depot hat, hört auf zu arbeiten. Ein Arzt, eine Professorin, ein Gärtner… wenn sie den Job lieben, machen sie zurecht weiter. Schrecklich finde ich dagegen, wenn Menschen, die ihren Job nicht mögen, ihr Leben lang im Hamsterrad feststecken, weil sie nichts gespart haben. Sie müssen ewig arbeiten, bevor sie in Rente gehen können.

Das Verrückte der finanziell Freien ist, die ihre Jobs aufgeben, dass sie sich wieder neue Projekte, Nebentätigkeiten suchen. Sie sind nämlich fleißig. Sie gehen gleichzeitig mit ihrem Geld vorsichtig um. Sie wollen nicht eines Tages auf dem Trockenen sitzen. Weil sie sparsam sind, steigt ihr Nettovermögen weiter. Sogar Jahrzehnte nach der Frührente steigt das Finanzvermögen. Bei den meisten würde ich es zumindest vermuten.

Sie haben gelernt, bescheiden zu sein. Sie können mit einem kleinen Budget glücklich sein. Sie vermissen nichts, wenn sie nicht die neuesten Sachen in ihrem Haushalt haben. Alte Möbelstücke machen ihnen nichts aus. Im Gegenteil, sie sind zufrieden damit. Ein Zuhause bekommt mehr Charakter, wenn es Abnutzungserscheinungen hat.

Als Gesellschaft haben wir gelernt, dass es immer besser ist, wenn alles strahlt und funkelt. Wenn das Smartphone das neueste Modell ist. Wenn das Auto ein paar Monate alt ist, dann ist das beeindruckend für die Masse. Je größer das Familien-Budget, desto glücklicher scheint man sich zu fühlen. Dabei ist das ein Trugschluss. Es ist die Werbebotschaft der Industrie, die uns das einredet. Es entspricht aber nicht der Realität.

Dieser Youtuber fasst das Problem der Gehirnwäsche durch die Werbebranche gut zusammen:

Die konsumsüchtige Mittelschicht glaubt, ein Abstrich beim Konsum ist ein schrecklicher Vorgang. Dabei ist es ein intelligenter Kompromiss. Zufriedenheit im Leben kommt von bestimmten Kernbedürfnissen des Menschen. Fakt ist, dass es viele Wege gibt, um jedes dieser Bedürfnisse zu erfüllen – einige von ihnen sind kostenlos oder kosten wenig und einige von ihnen sind absurd teuer. Diese Grundbedürfnisse sind wichtig: Ein Dach über dem Kopf. Ausreichend Essen, ausreichend Schlaf etc. Aber die Größe des Hauses spielt ab einer bestimmten Größe keine Rolle mehr. Also ein Mega-Haus macht dich nicht zufriedener.

Wichtig ist vielmehr die körperliche Gesundheit. Wer sie hat, wird zufriedener. Aber muss ich deshalb jeden Tag gegrillten Wildlachs, aus Kanada eingeflogen, essen? Muss ich dafür jeden Tag im Restaurant einen Avocado-Salat für 25 Euro essen? Nein! Das muss nicht sein.

Mit etwas Geschick kannst du dich gesund ernähren – ohne dass es dich ein kleines Vermögen kostet. Du brauchst nicht das Edel-Fitnessstudio, das 120 Euro im Monat kostet, um fit zu werden. Es geht auch das abendliche Joggen durch den Park oder Wald. Du nimmst das Rad zur Arbeit. Du hast ein paar Hanteln im Keller/Dachstuhl.

Du kannst dein Leben effizienter machen. Wer bodenständig lebt, kann Sparquoten von 40 oder 50 Prozent erreichen. Es ist für viele möglich. Die meisten Menschen leben aber ein sehr teures Leben. Sie machen sich zu wenig Gedanken darüber. Es ist heute Normalität geworden, ständig knapp bei Kasse zu sein. Übermässiger Konsum ist das, was die meisten Menschen tun. Es führt dazu, dass sie zu wenig von ihrem Einkommen sparen.

Das Gute an einem bodenständigen Leben ist: Du tust nebenbei etwas für die Umwelt. Du verbrauchst nämlich weniger Ressourcen. Mit dem Auto legst du zum Beispiel nicht jede Strecke zurück. Du denkst vorher nach, ob es überhaupt nötig ist, den Kurzurlaub in einer so weiten Entfernung zu machen. Du schiebst den Kauf des neuen Smartphones auf. Solange das Alte noch geht, wird es benutzt:

Wenn du eine sparsame Natur bist, macht dich der wilde Aktienmarkt nicht verrückt. Weil du wenig Geld brauchst, sind die täglichen Kursschwankungen kein Problem. Du fokussierst dich darauf, was du unter Kontrolle hast. Was in deiner Macht steht, das steuerst du. Über all die anderen Dinge, darüber zerbrichst du dir nicht den Kopf. Es wäre Zeitverschwendung.

Was haben wir im Griff? Unsere Ausgaben. Wir können sie steuern. Der Aktienmarkt schwankt immer. Die Volatilität an der Börse kannst du kaum ändern. Gut, du kannst dein Depot breiter streuen. Aber eine Börsenkorrektur oder einen Crash wirst du nicht verhindern können.

Der konsumsüchtige Mittelstand macht sich vor allem um eines Sorgen: Was die Kollegen, Nachbarn, Bekannten wohl über ihr neues Auto denken mögen. Ihre ganze Energie geben sie in solche Dinge. Sie fahren zum Autohändler und schauen sich oft die Neuwagen an. Sie wollen so schnell wie möglich einen neuen Leasingwagen. Sie wollen schicke Sachen tragen.

Anstatt etwas Neues zu lernen. Sich mit Sport fit zu machen. Oder neue Freunde zu gewinnen, verbringen sie viel Zeit mit dem Suchen neuer Konsumgüter.

Wer ein Aktiendepot möglichst schnell aufbauen will, um freier zu werden, muss schlau entscheiden, um die galoppierenden Ausgaben in den Griff zu bekommen. Du musst schauen, wo du Geld verschwendest und das abstellen. Wer das clever macht, hat viel mehr Geld zur Verfügung. Das Geld kann dann für dich arbeiten.

Zum Beispiel sehe ich oft, wie Leute Essen wegwerfen. Nach Partys bleibt einiges übrig. Anstatt es einzufrieren, wird es in den Mülleimer geworfen. Schaffe dein Auto ab, wenn du es nicht brauchst. Oder nutze es seltener. Vermeide teure Spritztouren mit dem Auto.

Wer ein Depot hat, der hat viel mehr Möglichkeiten, um mit unerwarteten Kosten umzugehen. Das haben die Konsumsüchtigen nicht. Wenn sie eine neue Waschmaschine brauchen, müssen sie einen Kredit aufnehmen.

Du baust also dein Depot aus. Du trainierst Geist und Körper. Ich gehe zum Beispiel jeden Tag ins Fitnessstudio. Es gibt bei mir keine faulen Tage. Das reduziert Stress und Angst. Ich gehe oft in die Natur. Es tut mir gut. Einmal in der Woche mache ich Yoga. In der ersten Reihe. Der Kurs ist gratis.

Yoga. Hier bin ich in der ersten Reihe.

Friedensnobelpreisträger Dalai Lama bringt den ganzen Konsumwahn gut auf den Punkt:

Im Prinzip sagt er:

Viele der Probleme, denen wir Menschen gegenüberstehen, sind von uns selbst gemacht. Wir suchen Glück in äußeren Dingen, ohne zu erkennen, dass sie nicht helfen, wenn wir Probleme in uns haben. Wir müssen uns stattdessen auf die Freude konzentrieren, die mit der Ruhe des Geistes einhergeht, die uns erlaubt, glücklich zu bleiben, was auch immer passiert.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „So wird dein Depotstand größer: Weniger sinnloser Konsum. Mehr Sport. Mehr Natur

  1. ThorstenThorsten

    „Das Verrückte der finanziell Freien ist, die ihre Jobs aufgeben, dass sie sich wieder neue Projekte, Nebentätigkeiten suchen.“

    Tim, ich glaube, dass die meisten, die es bis zur Finanziellen Freiheit schaffen einfach von Anfang an einen Traum verfolgen und deshalb dann wieder etwas (anderes) als „Beruf“ machen…nämlich diesen Traum zu leben.

    Das ist auf jeden Fall meine Motivation 🙂

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    Das stimmt. Wir haben Ziele. Wir weigern uns ein Durchschnittsleben zu leben. Das wäre keine Herausforderung für uns. Das mag arrogant klingen, ist aber nicht so gemeint.

    Wir leben nach unseren eigenen Regeln. Wir wissen, dass wir Menschen alle besondere Fähigkeiten haben. Wir suchen sie. Wir nutzen sie. Wir wollen etwas erreichen.

  3. Peter

    Sehr toller Artikel mit ebenso tollen Videos. So etwas gibt mir immer unheimlich Kraft und ich bin dir sehr dankbar für die weisen Worte, die du zu dem Thema findest. Ich hoffe du machst weiter so.

    Ich habe mein finanzielles Leben in den letzten Monaten ratikal verändert. Zweitwagen weg, Motorrad weg, unnötige Dinge weg und einen ETF Sparplan aufgesetzt. Meine Sparrate liegt in guten Monaten bei 50 %. Ich habe ein gutes Einkommen und kann so monatlich 4-5000 Euro zur Seite legen. Das ist das erste Mal im Leben wo mein Vermögen kontinuierlich wächst und meine Zufriedenheit mit. Das Ganze auch dank dir!

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Peter
    Das freut mich. Ich möchte Leser zum Nachdenken anregen. Umso besser, wenn jemand sein Leben wie du neu ausrichtet. Ich finde das großartig. Der Konsum ist nicht alles.

  5. Skywalker

    Ich wiederhole noch mal: Peter verdient 10.000 Euro netto und hat bisher alles ausgegeben, vorher ist sein Vermögen niemals gewachsen, trotz 10.000 Euro netto….

    Dank Tim legt er jetzt 5000 Euro im Monat zur Seite, fährt kein Motorrad mehr.

    Was sagt man dazu!?

  6. Thorsten

    @Tim ich  habe lange überlegt, ob finanziell unabhängig werden, früher aussteigen arrogant oder schlecht ist. Gerade als ich ausgestiegen bin habe ich mich in gewisser Weise schuldig gefühlt. Hätte ich nicht brauchen. Nicht Arrroganz leben , sondern Klugheit walten lassen,  wie man mit Geld und Zeit umgeht muss man lernen. Mit sich selbst, seinem Umfeld und den Ressourcen, die man hat. Zeit ist die Kostbarste. Stolz darauf sein, aber nicht überheblich.

  7. Michi

    @Peter

    soll nicht negativ oder so rüber kommen und ich will Dich auch nicht angreifen, aber ich muss mich da Skywalker anschließen. Wie gibt man monatlich 8000-10000 Euro aus? Ist ja anonym, daher kannst Du ja vielleicht mal schreiben, wie du monatlich das Geld so ausgegeben hast. Würde mich einfach mal interessieren.

  8. Insider

    Michi ich denke da gibt es genug Möglichkeiten. Leasing Zweitwagen ~ 500 ,  Sky, Netflix , Amazon usw ~ 100 teuer essen /  feiern ~ 1500 , Club Mitgliedschaft ~ 200, neusten elektroschrot  jeden Monat ~500 , mehrere Zeitschriften ~ 30 ,  urlaub usw usw .

     

  9. Corcovado

    @ Insider:

    Teure Wohnung, teurer PKW… Unterhaltskosten für die Kids bzw. Ex-Frau. Wer weiß. Das Geld bekommt man schon überdimensioniert los. 🙂

  10. KievKiev

    @ Tim

    Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Er wirkte nicht anklagend und sehr versöhnlich oder harmonisch. Wenn ich ihn lese frage ich mich warum das nicht jeder so macht.

    @ Michi

    In meinem Fall habe ich vor knapp 2 Jahren vermutlich mit der gesamten Familie um die 500-1000€ mehr im Monat ausgegeben. Es ist sehr schwer zu beziffern, da ich noch nicht so lange einen sehr genauen Überblick über die Finanzen habe. Wer ein Haushaltsbuch führt verfälscht meiner Meinung nach ab Beginn der Aufzeichnung seine Angaben zum Positiven. Aus dem Grund ist ein Haushaltsbuch so wichtig.

    Ich habe keine Coffe2Gos, Abos, überteuerte Versicherungen oder andere offensichtliche teure Ausgaben gehabt. Vermutlich habe ich einfach zu oft bei Amazon irgendwas bestellt. Die richtigen „Fehlinvestitionen“ kann ich dabei an einer Hand abzählen. Es sind die vielen kleinen Unachtsamkeiten die in Summe einen großen Betrag ergeben.

    Ich konzentriere mich dabei auf das Positive. Wir geben jetzt 500-1000€ weniger aus. Das ich nicht weiß wie wir im Vorfeld so viel mehr ausgegeben haben zeigt doch nur, dass sich bei uns nichts wesentliches verändert hat. Wir üben uns folglich nicht in Verzicht oder es ist uns nicht bewusst. Somit haben wir nur auf Dinge verzichtet, die wir eh nicht benötigt haben. Mit der Zeit entwickelt man auch ein Gespür wie man die maximalen Erlebnisse bei wenig Kapitaleinsatz generieren kann. Wenn sich einmal die positive Routine des Sparens eingestellt hat geht es wie von alleine.

    Ich möchte gar nicht wissen wo ich genau zu viel ausgegeben habe. Ich kann es heute eh nicht mehr ändern. Ich bin glücklich, dass ich mir überhaupt über den unnötigen Konsum bewusst geworden bin und dankbar für Seiten wie die von Tim.

    Ich kaufe nach wie vor sehr gerne ein. Heute kaufe ich günstig bewertete Qualitätsaktien. Dabei verwende ich Broker mit speziellen Angeboten für Neukunden. So ist die Sicherheitsmarge auf den fairen Wert gleich mit abgezogen 😉 Als Alternative agiere ich als Stillhalter. Die exakte Berechnung des fairen Wertes überlasse ich dabei Experten. Ich schaue einfach nach Vorschlägen und überlege mit welchen Aktien ich durch eine große Krise gehen könnte.

  11. Rappo

    @Kiev

    Ich wollte Dir nur mal Danke schreiben, für Deine oft sehr guten Kommentare. Irgendwann hattest Du mir direkt auch mal Tipps von Vermieter zu Vermieter gegeben.

    Ich finde mich oft in Deinen Texten wieder, so auch beim heutigen Beitrag.

    Danke!

    Gruß,

    Raphael (Rappo)

  12. Katrin

    @Michi

    Wenn man von Natur aus eher sparsam veranlagt ist und/oder sehr bewusst konsumiert, unterschätzt man glaube ich leicht die Beträge, die bei sehr guten Gehältern als ganz normale Ausgaben empfunden werden. Zum Beispiel für Reisen, Bekleidung oder auch die ja auch hier gerne zitierten (zu) großen und teuren Häuser und Wohnungen. Oder auch für’s regelmässige Essen in sehr gehobenen Restaurants, Haushaltshilfen, Ausbildung der Kinder etc.. Denn man hat bei einem sehr hohen Gehalt natürlich auch einen hohen finanziellen Spielraum und meist auch ein soziales Umfeld mit entsprechendem Lebensstil.

    Und wenn ich für uns spreche, kann ich sagen, dass wir selbst beim Lebensmitteleinkauf überhaupt kein Gefühl mehr für die Preise hatten – und dabei trotzdem weniger gesund eingekauft und gegessen haben als jetzt. Mich hat das im Nachhinein wirklich geschockt, weil wir im Vergleich zu Kollegen auf unserer Job-Ebene nicht besonders konsumorientiert waren und sind, und auch immer eine hohe Sparquote hatten (also kein McMansion für uns ;-).

    Aber bei sehr viel Arbeit, damit verbundenem Stress und wenig Zeit hatten wir dann auch manchmal wirklich das Gefühl, wir wollen uns z.B. einen teuren Urlaub gönnen oder super lecker essen gehen – das ist natürlich auch Kompensation. Und die brauche ich jetzt als Early Retiree nicht mehr – und bin heute mit viel niedrigeren Ausgaben weit zufriedener als zum Schluss in meinem Job.

     

     

  13. KievKiev

    @ Rappo

    Danke. Ich finde, dass wir uns hier im Forum sehr gut austauschen. Ich ziehe auch viel Nutzen aus den Beiträgen und Kommentaren. Selbst zu schreiben ist auch hilfreich um seine Gedanken zu sortieren.

    @ Katrin

    Arbeitest Du gar nicht mehr? Hast Du neue Projekte gefunden? Durch die Arbeit bedingten Stress kenne ich auch. Es ist aber zum Teil auch eine Frage an sich selbst. Ich arbeite weiterhin und leiste vermutlich ähnlich viel wie früher. Aber ich habe weniger Stress. Ich konsumiere Medien bewusster wie dieses Forum und surfe nicht mehr ewig herum. Fernsehen habe ich komplett gestrichen. Falls ich einen Film schaue, was sehr selten vorkommt, verwende ich dabei nicht mein Smartphone. Wenn ich abends Zeit habe lese ich gerne. Ich trinke nach der Arbeit als Belohnung einen Cappuccino anstatt ein Bier. Ein Wasser würde vermutlich denselben Effekt bringen wenn man daran glaubt. Außerdem mache ich 2-3 mal die Woche Sport. Ich jogge als Beispiel 10km und führe Fitness Übungen durch. Obwohl ich ein größeres Programm als früher durchführe empfinde ich dabei weniger Stress. Chips und Bier zum wöchentlichen Tatort machen nicht unbedingt glücklich und es ist auch nicht so erholsam wie man meint.

  14. Peter

    @Michi
    Der Zweitwagen (2017er Camaro SS) hat mich im Monat mit allem drum und dran schon 1000 bis 1500 Euro gekostet, je nachdem wieviel ich gefahren bin. Das Motorrad (BMW S1000R) ca. 500 Euro. Das sind schon mal 2000 Euro 😉 Dann habe ich noch an Versicherung, Abos und Mitgliedschaften optimiert, da waren auch paar hundert Euro drin.
    Das Schlimmste ist aber der Konsumscheiß nebenbei. Viel bei Amazon bestellt. Müll den man eigentlich nicht braucht. Teuer essen gegangen, Klamotten usw… Da waren auch ganz easy 2000 Euro weg im Monat und das hat man nicht mal so bemerkt. Erst als ich mir meine Kontoauszüge vorgenommen habe (mache ich jetzt alle 3 Monate).
    Die Sachen oben sind ausschließlich Dinge die kein Mensch wirklich braucht. Man gewöhnt sich an Alles, auch an viel Geld. Und so lief es jahrelang. Viel Kohle verdient, nix großartig übrig am Monatsende und mega viel Stress im Job. Dadurch wahrscheinlich auch zu viel konsumiert um sich „was Gutes zu tun“. Nachdem ich das komplett geändert hatte, lief auf einmal auch im Job Alles besser. Soweit ich das sehe, erleben das viele beim Start in die finanzielle Freiheit. Diese Freiheit gibt einem gut Rückenhalt für die Karriere.
    Und so dreht sich die ganze Geschichte. Immer mehr Vermögen, Job mach Spaß, man braucht nix mehr um sich zu belohnen und Urlaub ist eigentlich auch nicht nötig, weil das Leben irgendwie wie Urlaub geworden ist…. also so ein bisschen ? Früher war Urlaub Flucht, das brauche ich heute nicht mehr. Reise aber trotzdem natürlich gern. Aber nun vielleicht bewusster. Angefangen habe ich mit der finanziellen Freiheit weil ich nicht ewig arbeiten wollte aber mittlerweile wüsste ich keinen Grund irgendwann mit der Arbeit aufhören zu wollen. Sie macht mir zum Spaß wie nie zuvor.
    Ich beantworte gern alle Fragen und habe auch nix zu verbergen.

  15. John

    @Peter

    Bleibt noch die Frage wo du jetzt die anderen 5k aus gibst. Und wo man 10k netto im Monat bekommt. Du gibst immer noch mehr aus, als wohl die Meisten hier Netto bekommen. 😉

  16. Danny Danny "Pfeffersack"

    @Peter: Deine Offenheit und Selbstreflexion finde ich super.
    Obwohl es schon heftig ist, wie viel hier manche verdienen (und dazu noch verkonsumieren). Ich meine, eine Sparrate von 50 % klingt super. Aber wenn man dennoch 5000 € Euro zum Leben hat, wüsste ich gar nicht wohin mit dem ganzen Geld.
    Meine Frau und ich haben netto zusammen knapp 4.000 € Gehalt (bei 40 bzw. 30 h Arbeit pro Woche) + 3x Kindergeld. Macht pro Nase also etwa 900 € pro Monat. Gegen Ende des Jahres ziehen wir in unser Eigenheim, da unsere 70 qm 4-Raum-Wohnung allmählich aus allen Nähten platzt, eine 5-Raum-Wohnung über mehrere Jahre nicht zu kriegen war und der 2-Jährige nun endlich auch sein eigenes Zimmer verdient hat (schläft seit der Geburt im Schlafzimmer und spielt, wo gerade eine Ecke frei ist). Und dennoch bin ich dankbar, für den ganzen (materiellen) Luxus, den wir uns leisten können. Wenn ich mir tatsächlich noch etwas wünschen dürfte, dann wäre es mehr Zeit im Alltag(!!!) für die Kids. Zeit für die Kinder, empfinde ich als wahren Luxus.

    Und trotz der – hier in der Community scheinbar vergleichbar geringen – Familien-Einnahmen in Höhe von etwa 4.500 € für 5 Personen, haben wir monatl. etwa 30 % zurückgelegt (Rückstellung mögl. Kfz-Reparaturen, zukünftige Ausbildung der Kinder, beginnende BAföG-Rückzahlung, Eigenkapitalaufbau für’s Haus…), wovon etwa 300 € monatl., quasi als private Rentenrücklage investiert werden.

    Finde es stark, wie viele hier eine relativ hohe prozentuale Sparquote von > 30 % hier haben. Allerdings bleibt bei einem hohen Netto-Einkommen anscheind dennoch eine Menge zum Verkonsumieren übrig. 😉

  17. Danny Danny "Pfeffersack"

    @John: Treffend auf den Punkt gebracht. Aber vielleicht hat Peter auch eine mittelgroße Familie…?

  18. Michi

    Peter, danke für die ehrlichen Worte.

    Gerade bei mir auf der Arbeit, meine Kollegin mir gegenüber hatte heut ziemlich viel Stress und Scheiss zu erledigen. Zur Belohnung in der Mittagspause klick klick klick ein neues paar Turnschuhe von Adidas zur Belohnung für den harten Vormittag. So geht das mehrfach im Monat. Obwohl sie modetechnisch schon top ausgestattet ist…

  19. Katrin

    @Kiev: Im Moment verdiene ich mit meinem eigentlichen Beruf tatsächlich kein Geld mehr. Ich bin mit 49 Jahren aus dem Job ausgestiegen, und verbringe meine Zeit jetzt eigentlich nur noch mit Projekten/Aktivitäten, die mir Spaß machen (dazu gehören auch unsere Finanzen/Steuern).

    Ich will nicht ausschließen, dass ich in meinem alten Tätigkeitsbereich auf Freelance-Basis noch einmal Geld verdiene, wenn sich ein spannendes Projekt ergibt, aber im Moment tue ich das nicht.

    Als ich zwischen 30 und 40 war – wahrscheinlich eher der Altersschnitt hier auf Tims Blog – hat mir mein angestellter Job auch noch viel Spaß gemacht, eigentlich auch fast bis zum Schluss. Aber ich habe so Mitte 40 gemerkt, dass ich überhaupt keine Zeit/Energie mehr für persönliche Interessen hatte, die mir wichtig waren.

    Ich find es total smart, wie Du das für Dich umgestellt hast. Wenn ich früher darüber nachgedacht und die FIRE-Community gekannt hätte, wäre ich vielleicht auch so schlau gewesen. Allerdings hätte ich das in meinem bestehenden Job damals nicht wirklich umsetzen können, und ich habe festgestellt, dass es in Deutschland relativ schwierig ist, auch mal eine Hierarchiestufe zurück zu schalten oder in eine andere Branche quereinzusteigen (= das wären aus meiner Sicht gute Alternativen gewesen, um direkt mehr Zeit für Interessen neben dem Job zu haben oder sich wieder so mit neuer Energie aufzuladen, dass man einfach mehr macht).

    Aber ich bin extrem dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, aktuell so zu leben wie ich es tue. Wir haben ursprünglich bei unserer Planung gar nicht auf ein freiwilliges Early Retirement abgezielt (so early ist es ja auch nicht ;-)), weil wir es wie gesagt gar nicht kannten, sondern wollten uns in einer Branche mit sehr jungem Mitarbeiterschnitt so absichern, dass wir ab 50-55 Jahre nicht mehr auf ein Einkommen aus angestellter Arbeit angewiesen sind.

  20. -M

    Habe mich eben auch kurz geschüttelt. Sparquote 50% dachte ich wow Hammer…weitergelesen „spare 5 tausend“ ….. Moment dann sind das ja 10.000 im Monat…UPS :-/

     

    Ich komme mit meiner 3 köpfigen Familie mittlerweile auf 45% sparleistung (wenn ich die Tilgung ca. 300Eur für die ETW mit einrechne)

    Bei 3000 netto mit 1,5 Gehältern finde ich 1350eur sparen schon ordentlich. Und ich finde uns fehlt es an nichts. Ooookay wir haben kein camaro oder ähnlich.

    Aber bei 10k Verdienst finde ich 5k sparen schon Sau fahrlässig. Ich könnte gar nicht so viel ausgeben im monat…. das wäre ja fast das doppelte wie reinkommt. Mir fällt gar nicht ein was ich kaufe wollte dafür (außer aktien) *g*

    Soll jetzt wirklich keine anfeindung sein, aber stolz sollte man darauf jetzt nicht sooo sein….irgendwie… ach ich weiß nicht, habe mal drauf los geschrieben und mich vermutlich verzettelt 😉 vielleicht steigert Peter sich ja noch weiter wenn er die kobtoauszüge studiert wohin die Tausende von Euros noch so wandern.

    -M

  21. Der BaumDer Baum

    Guten Tag zusammen,

    vielleicht ein bisschen OT, aber eventuell habt ihr ja ähnliche Erfahrungen gemacht: Kann es sein, dass sich alles und jeder mit Händen und Füßen dagegen wehrt gut gemeinte Hinweise zum Thema Sparen und Finanzen anzunehmen?

    Ich hab gerade mal wieder zum bestimmt zum 3. Mal mit meiner Mutter über Ihre Altersvorsorge gesprochen, darüber sind wir auch auf meine jüngere Schwester gekommen usw. (hier gab es auch schon mal ein Gespräch).

    Jeder kleine Hinweis auf eventuell zu hohe Ausgaben oder fehlendes Sparverhalten wird abgeblockt. Man muss sich dann sogar permanent rechtfertigen für eigene Ausgaben etc. Auch wenn ich deutlich mache, dass es nur ein Tipp sein soll, sich selbst zu hinterfragen. Immer wird es als Angriff aufgenommen.

    Mit Aktien etc. brauche ich garnicht anfangen…. Ist natürlich alles Humbuck und sind alles Betrüger…

    Habt ihr dieselben Erfahrungen gemacht? Frustrierend.

    Grüße, Baum

  22. -M

    @Der Baum
    100% Zustimmung und bringt ungefähr 0,00 sich da einzumischen. Ich helfe nur noch wenn mich jemand anspricht. Selbst was darüber reden bringt fast nur Ärger wie du selbst feststellen musst.

    Ein Kumpel hat mich mal gefragt wie ich investiere weil er es mitbekommen hatte…ich habe ihm alles gezeigt wie wo was ich mache. Er fand es interessant, jedoch hat er mich nie mehr gefragt. Entweder er macht nun etwas oder er will dich nicht, ist mir auch egal. Wenn dann muss er sich melden, wenn er Hilfe möchte.

    Ein anderen Kumpel habe ich ETF sparpläne eingerichtet. Ich Frage ihn alle 6monate mal ob er noch alles so beibehält. Er sagt jedes mal „ja“ und gut ist:-)

    -M

  23. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    Die Masse lebt anders. Sie folgt der Herde. Und macht sich keine Gedanken.

    @ Kiev

    Bodenständig zu leben, heißt: Du brauchst sehr viel Mässigung. Das mag die Masse nicht. Sie mag keine Fesseln. Sie mag den Konsum – volle Kraft voraus.

     

    @ Der Baum

    Den meisten Menschen kann man es nicht beibringen. Sie neigen zur Sturheit. Niemand mag es hören. Das einzige, was Du in dem Fall wohl tun kannst: Es vorleben. Es ist traurig, aber wahr.

  24. June

    Hallo zusammen,

    wir hatten am Sonntag ein Familienessen. 3 Generationen an einem Tisch. Mein Bruder ist fast fertig mit seinem Haus, ein Reihenendhaus. 140qm, Stadtrand einer mittelgroßen Stadt in einem Ballungsgebiet, 700.000 €. Als er mir das vor fast 2 Jahren erzählte, hab ich ganz schön die Luft angehalten. Kinder haben sie geplant, aber jetzt müssen beide Arbeiten, mit einem Gehalt ist das fast nicht zu schaffen, obwohl mein Bruder ausgesprochen gut verdient.

    @Baum,

    ich habe dann von Tim erzählt und das er wegen seiner Aktien jetzt nicht mehr arbeiten braucht, sondern nur noch arbeiten möchte. Mein Vater hat mich unterstützt und meine Schwägerin hat gleich zu ihrem Mann gesagt, dass sie total dagegen wäre, wenn er Aktien kaufen würde, da das ja nicht sicher sei.

    Meine Tochter ist nicht so beratungsresistent und kauft ETF‘s, mein Sohn meint er wüsste es besser und freut sich immer über Silbermünzen.

    Bei Kindern und Eltern kann aber auch die Psychologie eine große Rolle spielen, nämlich dann wenn deine Mutter in dir noch den kleinen Jungen von früher sieht. Dann wird sie sich von dir nicht beraten lassen. Überspitzt gesagt , sagen ihr ihre Emotionen, dass der kleine Scheißer ein ordentlicher Besserwisser ist. Von einem Fremden würde sie es dann ehr annehmen. Wenn sie drüber nachdenken würde, würde sie anders reagieren, aber Emotionen können so stark sein, dass deine Botschaft nicht zu Gehirn durchdringt. Also sei ihr nicht böse, vielleicht kann sie gar nicht dafür.

    @ Danny und-M,

    ihr habt als Familie jeweils eine sehr gute Sparrate und könnt stolz auf euch sein.

    @ Peter,

    du hast das sehr gut gemacht. Und du kannst auch stolz auf dich sein, auch wenn hier mancher ungläubig ist, wie man so viel Geld brauchen kann. Seine Ausgaben um 50% zu reduzieren, sind egal von wo man beginnt eine stolze Leistung.

    Nur du solltest dir bewusst sein, dass du wenn du weitere 20% schaffst, du je nach familiärer Situation immer noch gut bis sehr, sehr gut lebst, dann aber in 7 Jahren finanziell frei sein kannst.

    Take care,

    June, die jetzt die Nebenkostenabrechnung für ihre Mieter macht.

     

  25. Der BaumDer Baum

    @ M, Tim, June, dann bin ich ja schon einmal erleichtert, dass ihr dieselben Erfahrungen gemacht habt.

    Ich finde es nur so absolut verwunderlich. Ich erzähle ihnen ja nicht, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und sie jetzt alles so machen müssen wie ich. Ich betone ja auch immer extra, dass ich noch unerfahren bin und auch erst damit angefangen habe vor ein paar Jahren. Aber selbst Buchvorschläge oder Tims Block werden ohne weitere Beschäftigung als Blabla abgetan. Ich glaube Sie ignorieren das Ganze einfach.

    Auf der anderen Seite muss ich mir dann Geschwätz anhören wie schlecht es um die Renten bestellt ist – Eigenverantwortung gibt es in Deutschland nicht. „Das funktioniert nicht, alles Betrüger, wegen 500 € im Monat wirst du eh nichts erreichen“….

    Und dann kommt natürlich der Standardspruch: „Man muss ja auch noch leben!!!“ Irgendwie verstehe ich schön langsam warum es heißt, „über Geld spricht man nicht“. Zumindest nicht in DE.

    Grüße Baum

  26. Katrin

    @Der Baum

    Bin da bei -M, man kann jemandem nur helfen, wenn die Person dafür aufgeschlossen ist.

    Was ich bei Deinem Beispiel auch nicht unterschätzen würde, sind die Dynamiken innerhalb der Familie. Erfahrung mit meinen eigenen Eltern ist, dass sie immer eher gegenhalten, wenn ich mal etwas bezüglich meiner Schwester kritisch anmerke, auch wenn es gut gemeint ist. Wahrscheinlich reagieren sie umgekehrt genauso. Wenn Eltern ihre Kinder gerecht behandeln wollen, haben sie vielleicht das Gefühl, unfair Partei zu ergreifen, wenn sie in so einem Fall dem einen Kind zustimmen. Stattdessen kommt dann irgendetwas im Sinne von „aber du machst ja auch nicht alles richtig“.

    Insgesamt haben viele Menschen nach meiner Erfahrung aber einfach auch echte Hemmschwellen gegenüber dem Thema Finanzen/Finanzplanung. Auch das kann dazu führen, dass ein gut gemeinter Tip als unangenehm empfunden wird, weil man latent weiß, dass man sich mehr mit dem Thema beschäftigen sollte, und einem gleichzeitig klar ist, dass man wissensmäßig nicht auf Augenhöhe mit dem Tip-Geber ist. Und dann reagiert man eher defensiv, je nach Persönlichkeitstyp ist da „Angriff die beste Verteidigung“. Da hilft aus meiner Sicht nur, dass Thema persönliche Finanzbildung und -planung immer mehr in den Mainstream zu tragen – und überhaupt erst einmal  Grundlagen zu schaffen.

  27. 42sucht21

    @Der Baum

    Ja, das kenne ich meist auch. Ich habe mal einen Blogkommentar gelesen von einer, nach eigener Auskunft, US-amerikanischen Mutter einer Unter- bis unteren Mittelschichtsfamilie. Bei der ging das grob vereinfacht in etwa so:

    „Ich habe meiner Familie erzählt, dass ich jetzt Anfange etwas Geld in Aktien zu sparen. Die Familie hat sich gewundert und sie war nicht gerade begeistert und hat sich beschwert etwas vom durchaus geringen Haushaltseinkommen nun auch noch für soetwas abgeben zu müssen. Die ersten mickrigen Aktienkäufe wurden getätigt im Alleingang. Nach einem Jahr hat die Mutter die Familie bei einer bekannten Burgerrestaurantkette auf einen Kaffee eingeladen für 6 USD insgesamt und anschließend erzählt, das der Kaffee aus den im letzten Jahr erhaltenen Aktiendividenden bezahlt wurde. Die Familie hat sie ausgelacht. Die Mutter hat weiterhin ihr Geld für Aktien abgezwackt und gespart. Im kommenden Jahr hatte sie die Familie bei einem der Besuche zu Kaffee plus Burger-Menu bei der gleichen Burgerrestaurantkette eingeladen und anschließend erzählt, dass dieser Besuch nun aus den Jahresdividenden bezahlt wurde. Die Familie hat sie wieder ausgelacht. Im kommenden Jahr hatte sie die Familie zum Hochzeitstag in ein richtiges Restaurant eingeladen wohin sie sonst nie gegangen wären. Am Ende des Abends erzählt sie, dass das Abendessen komplett aus den wachsenden Dividenden bezahlt wurde. Da haben zum ersten Mal einige Familienmitglieder nicht mehr gelacht. Jedes Jahr machten sie ab dann einen ‚Dividenden-Feier-Geldausgabetag‘ aber schon lange nicht mehr können sie die erhaltene Dividende komplett ausgeben. Inzwischen haben alle Familienmitglieder angefangen Sparen als eine gute Sache anzusehen.“ Ich finde das eine schöne, einfache und sehr praktische Art der Familie sparen näher zu bringen.

  28. Sparta

    @June

    Bei einem 700k Hauskauf wo beide für den Schuldendienst arbeiten müssen, würde ich auch nix von Aktien wissen wollen…

  29. -M

    Es glaubt halt wirklich kaum einer daran, dass man mit gewissen sparquoten irgendwann mit einem 400eur job über die Runden kommen kann (Ich glaube es ja selbst kaum wenn ich den Zinseszins Rechner nutze), wie sollen es da andere glauben. Wie June schreibt ist es in der Familie als Jungen und vlt noch viel schwerer da jemand zu überzeugen. Meinen Sohn überzeuge ich vlt mal…..

    …als ich das meiner Oma erzählt habe das ich mit 50 nicht mehr groß arbeiten möchte und in dividendenaktien spare meinte sie ob ich verrückt sei und aufhören soll so Quatsch zu erzählen. Ich soll schaffe wie jeder andere auch…. ich sagte ich möchte aber nicht wie jeder andere sein…Quatsch! Du sollst schaffe …. das war dann das Gespräch. Meiner Mutter brauch ich mit dem Thema auch nicht kommen weil mein Vater eine hübsche Summe verbraten hat damals da er schnell reich werden wollte….das Ergebnis war: Geld weg …. also brauche ich nicht ankommen mit soliden Unternehmen …und meine Schwester fährt 5x im Jahr in den Urlaub. Zum Glück macht sie wenigstens sondertilgungen auf ihre ETW … das ist zumindest was gutes … aktien ne danke…weiß ja nicht wie lang man lebt, ich will jetzt leben sagt sie…

    -M

  30. -M

    42sucht21

    Tolle Geschichte!

    Ich erzähle jedes Jahr meiner Frau welche Kosten durch unsere Dividenden abgedeckt werden. Wir empfinden es als ein sehr schönes Gefühl und es macht stolz. (Dieses Jahr war es der Italienurlaub welcher natürlich so bezahlt wurde / Dividenden werden reinvestiert)

    Das ist auch das schöne hier im blog, dass man sich mit seinen sparergebnissen selber feiern kann und auch von den anderen gefeiert wird für die Leistungen (Danke für die Blumen Jule und die anderen welche einen anspornen). Wenn man schon nicht von der Familie ein gutes Gefühl bekommt, dann wenigstens von Gleichgesinnten fremden 🙂

    -M

  31. AlexanderG

    Was in jedem Fall ein enormes Sparpotential bietet ist die richtige Ernährung. Ich kaufe seit ca. 3 Wochen gar nichts mehr aus dem Kühlregal. Dort stehen NUR industriell verarbeitete (meist tierische) Lebensmittel. Das ist teuer und zudem ungesund.  Lieber kaufe ich mir Kartoffeln, Gemüse, Reis, Obst etc. und bereite es einfach selbst zu. Seitdem steht auf dem Kassenzettel immer ein deutlich niedrigerer Betrag, und ich fühle mich besser, und lebe sicher gesünder als die Masse.

    Mich graust es schon etwas davor, wenn ich demnächst anfange zu Arbeiten, und bald jede Mittagspause mit den Kollegen in die (zu teuren) Restaurants gehen darf… Hoffe dass es auch einige gibt die ihre eigenen Mahlzeiten von zu Hause mitbringen.

  32. Peter

    @John: Konsum und Fixkosten. Bin selbständig.

    @Danny und @M: Es ist heftig was man so konsumiert… Daran arbeite ich ja immernoch, habe nicht gesagt dass ich fertig bin. Sind noch ein paar Altlasten. Und bitte nie vergessen, das Gehalt spielt absolut keine Rolle, sondern die Sparrate. Sicherlich habe ich gut reden mit dem Gehalt und ohne Kinder. Deshalb Hut ab vor deiner Sparrate Danny.

    @Michi: Das ist echt ein super Beispiel. Genauso meine Nachbarin. Ist selbständig und fährt eine S-Klasse und C63. Kosten zusammen über 200.000 Euro. Sie ist jetzt 62 und regt sich ständig bei mir auf, dass sie immernoch arbeiten muss…

    Ich lebe momentan leider noch in einer zu großen Wohnung (111qm). Kostet mich 830 Warm was für die Größe ja eigentlich  super ist. Leider haben sich hier die Preise schon über 10 Euro/qm bewegt seit ich hier wohne, deshalb würde umziehen nicht viel bringen.

  33. Helge

    Hallo zusammen,

    Ich bin immer sehr vorsichtig bei Ratschlägen an meine Mitmenschen. Gerne erzähle ich was ich mache und wie ich das persönliche Risiko einschätze. Wenn meine Mitmenschen hören, dass mein Ziel die finanzielle Freiheit ab 50 ist, können sie sich das nicht vorstellen. Aufhören mit Arbeit kommt dabei aktuell nicht in Frage. Eher eine Reduzierung der Stunden und das Gefühl nicht auf das Gehalt angewiesen zu sein.

    Aktuell werden ca. 30 % vom Einkommen gespart. Ein Haushaltsbuch wurde seit Ende des Studiums 2014 geführt. Dadurch konnte ich schön die Entwicklung der stetig wachsenden Ausgaben verfolgen. Sei es kleinere Käufe nebenbei oder unnötige Abos wie zum Beispiel Sky. Ein Neuwagenkauf (wenn auch Tageszulassung) musste es natürlich auch noch sein ;-). Seit Ende des letzten Jahres setze ich nun den Fokus auf die Ausgabenseite und konnte durch das Haushaltsbuch viele Ansatzpunkte finden und die Sparrate recht zügig erhöhen. Vorteil ist dabei, wenn man sich gerne mit Zahlen und Sparmöglichkeiten beschäftigt. So wird jedes Jahr der Stromanbieter gewechselt und nach Ablauf der MVLZ vom DSL auch nach Neukundenangeboten Ausschau gehalten. Den Handyvertrag lasse ich nun zum November auslaufen und werde zu Prepaid wechseln. So summieren sich die kleinen Möglichkeiten doch immer weiter zu ansehnlichen Summen.

    Im Januar erfolgt eine Beförderung und die durchschnittliche Sparrate wird dann bei ca. 55 % liegen. Dies wird weiterhin durch monatliche Sparpläne automatisiert angelegt. Es ist ein schönes Gefühl jederzeit auch auf das gestiegene Gehalt verzichten zu können und mit einer Teilzeitbeschäftigung über die Runden zu kommen.

    Wie Tim kann ich nur empfehlen die Freizeit in der Natur zu verbringen. Ich bin dort viel mit dem Hund unterwegs. Man trifft interessante Menschen und lernt seine Umgebung und „Heimat“ echt zu schätzen.

    mfg

    Helge

     

  34. June

    @Sparta,

    ich nutze eben gerne die Möglichkeit meinen Kindern, die ich ja nicht täglich sehe, eben ab und zu solche Beispiele quasi unterzujubeln. Besonders solange mein Papa noch mit am Tisch sitzen kann. Mein Vater ist seit er 30 Jahre alt ist Aktionär. Er hat sehr viel mehr falsch als richtig gemacht, und trotzdem zahlen ihm die vielleicht 30% die er insgesamt in seinem Leben, die richtige Aktien gekauft und Finanzentscheidungen getroffen hat eine sehr gute Rente.

    Ich war nur so völlig von der Reaktion meiner Schwägerin überrascht, es war ja nicht die Rede davon, dass die Beiden jetzt irgendwie investieren sollen. Nur in 15 oder 20 Jahren, wenn die Hütte abbezahlt ist, werden sie es auch nicht machen.

    Sie ist davon überzeugt, dass der arme Tim in der nächsten Börsenkrise in NY Teller wäscht um überhaupt über die Runden zu kommen und nicht zu verhungern.

    Irgendwie muss ich meine Kids doch überzeugen, ich hab es doch auch so, durch Beispiele von meinen Eltern gelernt. Mit 19 Jahren hatte ich meinen ersten Fond, leider hat mein Ex-Mann bei der Sparrate nicht richtig mitgezogen.

    Take care,

    June

  35. Simon

    Ich verdiene nicht viel. Aber achte sehr auf die Seite der Ausgaben. So kann ich mtl. 350-600 sparen. Habe mal darüber auch mit Bekannten geredet. Ich glaube die konnten das nicht verstehen. Zum Teil hat mir das auch weh getan, weil sich einer bzw. zwei auch lustig über mich gemacht haben. Bzw. über meine Einsparungen. Egal, weiter geht’s.

     

  36. KievKiev

    @ All

    Ich sehe schon. In Überzeugen unserer Mitmenschen sind wir leider alle nicht sonderlich erfolgreich.

    June, ich habe bei mir in der Verwandschaft auch so eine Hausinvestition. Die ist noch mal 200k teurer. Dafür haben sie allerdings bereits Kinder. Ob die Menschen jetzt Aktien oder Immobilien bevorzugen ist mir ja egal. Wenn man bei so einer Summe bei ausschließlicher privater Nutzung allerdings einmal mit 4% als Beispiel rechnet was das im Monat kostet, bekomme ich schon Bauchschmerzen. Mir kann es ja egal sein, aber es schmerzt schon zu sehen in welchem Ausmaß sich Freunde selbst knebeln.

    Komfortzone

    Ich habe das Ferienhaus dieses Jahr zum zweiten Mal über Weihnachten vermietet und biete es dieses Jahr auch durchgängig im Winter an. Die Nachfrage ist hier zwar sehr gering, aber ich werde alleine für die Weihnachtszeit um die 800€ nach Steuern und Ausgaben (Pellets, Reinigung) erhalten. Als weiteren Vorteil wird das Haus zu der Zeit bewohnt und es ist warm (und entsprechend trocken).

    Es ist ein höherer Aufwand und trägt ein höheres Risiko. Die Heizung und Warmwasserversorgung hat im Winter einen ganz anderen Stellenwert als im Sommer. Das Wohnzimmer verfügt als Beispiel über eine Raumhöhe von bis zu 6m. Da ist Heizen generell nicht so einfach möglich. Außerdem ist das Heizungssystem vor Ort längst nicht auf dem deutschen gewohntem Standard. Ich kläre diesbezüglich auch die Gäste im Vorfeld auf, konnte manche aber nicht abhalten.

    Es ist wichtig mit den Herausforderungen zu wachsen, aber bei entscheidenden Punkten es auch langsam angehen lassen zu können. Bei Kurzzeitvermietung ist die Bewertung von Gästen sehr wichtig. Hier sollte man gemäß 80/20 erst einmal mit wenig Aufwand den einfachen Gewinn abgrasen. Und dann mit den gewonnenen Erfahrungen und Kontakten vor Ort sich weitere Felder erschließen.

  37. Phil

    @ All

    ich bin in meinem Umfeld auch auf zwiespältige Meinungen gestoßen, was mein Investment in Aktien/ETF angeht. Viele sind da doch eher „klassisch“ aufgestellt und investieren lieber in erstmal in ein neues Auto oder ins Eigenheim oder auch in den Lifestyle oder die Familie. Muss jeder für sich wissen und ich urteile da auch nicht drüber. Außer beim Kauf des kreditfinanzierten Clownautos als Neuwagen ab Werk. Da schon. Ein bisschen.

    Ich hänge mein Investmentverhalten zwar nicht an die große Glocke, wenn dann aber mal eine größere Korrektur kommt, werde ich sicher ein paar Kommentare abbekommen. Solange ich die Nerven behalte (sowohl im Hinblick auf die Kommentare als auch auf die Kurse): Seis drum.

    Ein Kollege hat mit 40 neulich laut drüber nachgedacht, dass es langsam doch mal sinnvoll wäre, hin und wieder am Monatsende was zurückzulegen… da habe ich mal ETF als langfristige Anlagemöglichkeit ins Spiel gebracht. Der Schritt weg vom Festgeld in den volatilen Aktienmarkt, das ist für viele offenbar aber eine ziemliche Hemmschwelle: „Was wenn ich einsteige und die Märkte geben nach? Ist ja alles gerade eh überbewertet habe ich gelesen.“

    Das kann natürlich passieren. Deswegen würde ich das auch niemals einfach unkritisch „empfehlen“ in die Börse einzusteigen. Oft wird auch von aufgeschlossenen und intelligenten Leuten einfach nicht weit genug gedacht. Die Unsicherheit ist zu groß, also wird lieber ins hier und jetzt investiert (=konsumiert) bzw. in etwas, das man dann auch „hat“ (z.B. Haus und Auto). Investieren ist ja erstmal ein Verzicht im hier und jetzt. Und nochmal: wer sich so wohl fühlt, der soll das gerne so machen.

    Aber immerhin, nachdem meine Mutter den Schock überwunden hat, dass der Bub jetzt mit Aktien „spekuliert“, habe ich ihr mal erklärt was ein ETF ist und sie hat jetzt doch tatsächlich gefragt, ob ich ihr ein Depot einrichten würde. Bei der Sparkasse gäbs ETF nicht 😉

    LG Phil

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