Lagerist und Verkäuferin mit 2 Kindern: Auf dem Weg zum Aktien-Millionär. Mit 50 will er nur noch Teilzeit arbeiten


New York, 14. März 2018

Das sind 2 bilder aus der Gegend des Lesers. Es handelt sich um die Bergstraße. „Wenn man da oben sitzt und runter schaut, kommt einem die ganze Alltags-Routine aufeinmal total unwichtig und überflüssig vor“, schreibt der Blogleser über seine wunderschöne Heimat. Es ist vom Rande des Odenwaldes die Rheinebene zu sehen.


Hallo Tim,
schon lange habe ich vor, Dir mal wieder einen Leserbrief zu schreiben. Meinen letzten Leserbrief „Vom Lagerist zum Millionär“, den Du veröffentlicht hast, ist scheinbar gut bei Deinen Abonnenten angekommen. Auch Oliver, der die Facebook-Seite „Frugalisten“ betreibt, hatte Deinen Beitrag geteilt, worüber ich mich ebenfalls gefreut habe.

Es hat mich sehr gefreut, dass dieser Leserbrief so gut angekommen ist. Ich habe alle Kommentare dazu durchgelesen. Ich bin dadurch noch motivierter darin, meinem Ziel entgegen zu arbeiten. Vielen Dank an dieser Stelle an Deine Community, und natürlich auch an Oliver.

Als Du vor kurzem meinen Leserbrief erneut geteilt hast, hatte ich das dringende Verlangen, mal DANKE zu sagen. Denn die Motivation, die dabei entsteht, nicht nur beim Verfasser sowie auch bei den Lesern, ist unbezahlbar. Motivation ist der Treibstoff, der uns Ziele erreichen lässt.

Mittlerweile ist unser zweites Kind da. Das Geld ist durch die Elternzeit und das damit verbundene Elterngeld natürlich etwas knapper geworden, gespart wird trotzdem! Um die zwei Jahre Elternzeit gut rum zu bekommen (aus finanzieller Sicht!), haben wir den Gürtel etwas enger geschnallt, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Einige teure Lebensmittel werden eben seltener gekauft als sonst oder der Besuch beim Friseur wird um zwei Wochen verschoben. Alles Kleinigkeiten, mit denen wir am Ende des Monats noch ein paar Euro einsparen.

Ich sehs entspannt. Die Dividenden rieseln weiterhin und werden immer mehr. Ein Vorteil, wenn man sparsam lebt: Wird das Geld irgendwann mal knapp, kommt man mit solch einer Situation trotzdem gut zurecht. Es ist mir besonders wichtig, unsere Sparraten zu halten.

Mittlerweile stehen wir noch selbstbewusster hinter unserer Lebensweise: einfach, sparsam und ein bewusster Umgang mit Geld. Die schiefen Blicke an der Kasse im Supermarkt merke ich schon gar nicht mehr, wenn das Kassenband voller reduzierter Ware ist. Diverse Lebensmittel um 30 Prozent reduziert, Gemüse sogar um 50 Prozent, da greife ich doch gerne zu.

Auf Ebay gibt es Flicken, spottbillig, mit denen ich meine Arbeitskleidung in Stand halte. Eine Naht reißt auf, eine Außentasche geht kaputt etc. Ein Flicken für 50 Cent drauf bügeln, fertig. 30 Euro gespart! Sieht noch nicht mal schlecht aus, eben nach Arbeitskleidung – die ich nebenbei bemerkt auch oft privat trage.

Vom Kommerz versuche ich mich fern zu halten. Ich mag das Gefühl nicht, als Clown (und das ist die gepflegte Ausdrucksweise) durchs Leben zu laufen. Seien wir mal ehrlich… für die oberen 10.000 sind wir nur Lemminge, welche dazu animiert werden, deren Produkte zu kaufen. Manipuliert durch offene und versteckte Werbung werden wir gepolt, bestimmte Marken für gut zu befinden und zu kaufen. Immer wieder versucht man den Menschen Ängste und Bedürfnisse zu implementieren, um sie in deren Kaufhäuser zu locken. Wie die Hänsel und Gretel werden wir von der Hexe in den Ofen gelockt.

Eine Zeit lang habe ich gerne die Sendung „Höhle der Löwen“ gesehen. Kleine Unternehmer, die mit einfachen Ideen erfolgreich werden… bis mir dann irgendwann aufgefallen ist, dass diese Sendung nur eine versteckte Werbesendung ist. Eine einfache Masche, um Produkte bekannt zu machen, und diese am nächsten Tag bei Aldi verkaufen zu können. Aber gut müssen die Produkte sein, denn immerhin werden diese, kurz bevor sie bei Aldi im Angebot landen, bei Stern TV ausgiebig getestet! Solche Dinge sind mir vorher nie aufgefallen…

Wenn man dann denkt, man schaut zur Alternative mal etwas in Youtube, wird man mit versteckter Werbung nur so zugemüllt. Die Videos nennen sich dann „Unboxing…“ oder „mein Einkauf…“. Das traurige an der Sache ist, dass diese Videos hohe Aufmerksamkeit erlangen. Junge Menschen, teilweise Kinder, werden von Bloggern gefragt, was deren Outfits gekostet haben oder vermeintlich wert sein sollen… ohne Worte, was da an Beträge zusammen kommen! Noch trauriger ist, dass dies „Unterhaltung“ sein soll?! Wenn sich unsere Jugend von solchen Bloggern unterhalten lassen, wird mir klar, das viele Menschen in Zukunft finanzielle Probleme haben werden.

Darauf erst mal ein Nespresso!

Auf der anderen Seite denke ich, ist es jedem selbst überlassen, wie man sein Leben leben möchte. Allerdings fehlt es hier an finanzieller Bildung. Mein Dividendendepot freut sich natürlich.

Vor kurzem habe ich eine Excel-Tabelle angelegt, in der ich alle Dividenden eintrage. Das Wachstum ist gigantisch! Die permanenten Sparraten und Dividenden, welche ich Monat für Monat investiere, lassen das Depot stetig wachsen. Mit 50 nur noch Teilzeit, das ist mein Ziel. Das werde ich schaffen! Zumindest möchte ich die Wahl haben, ob ich überhaupt noch auf einen Vollzeit-Job angewiesen bin.

Tim, danke für deine Arbeit. Deine Videos schaue ich gerne. Deine Community ist super, mach weiter so! Allen Lesern wünsche ich genügend Motivation, um alle Ziele zu erreichen und genug Kraft, um sich von der Konsumhexe nicht in den Ofen treiben zu lassen.

Motivierte Grüße von der Bergstraße
D.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Lagerist und Verkäuferin mit 2 Kindern: Auf dem Weg zum Aktien-Millionär. Mit 50 will er nur noch Teilzeit arbeiten

  1. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ V

    Ich stimme zu. Aber bedenke bitte: Er ist begeisterter Nestle-Aktionär.

    Sein Leserbrief ist mal wieder super. Er lebt zufrieden bodenständig. Sehr motivierend zu lesen.

  2. V

    tim,

    yep – alles gut. Das passt alles, er macht alles richtig. Nur das mit dem Nespresso fand ich lustig.

  3. Frank

    Lieber vorher schon Teilzeit arbeiten und dafür länger bis zur finanziellen Unabhängigkeit brauchen.

    In meinem Job sieht man wie schnell das Leben zu Ende gehen kann,da möchte man sich vorher wenigstens nicht überarbeitet haben.

  4. JJ

    Hallo Tim,

    vielen Dank für Deinen Blog und all die interessanten und zielführenden Gedanken und Beiträge darin. Leider habe ich Deine Seite erst sehr spät entdeckt.

    So kann ich nur mit den Worten von Adalbert Stifter an seinen Verleger sagen:  „… Goethe ist erst durch Italien ein großer Dichter geworden, wäre ich vor zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren zum ersten Male, dann öfter nach Italien gekommen, so wäre auch aus mir etwas geworden …“.

    Hätte ich Deinen Blog schon eher entdeckt, so hätte auch ich „finanzielle Morgenluft“ schnuppern können. Für mich ist es jetzt leider schon (fast) zu spät.

    Trotzdem, die Beiträge inspirieren, motivieren und informieren. Dankeschön dafür!

     

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ JJ

    Danke fürs Lesen und das schöne Zitat.

    Ich denke, es ist nie zu spät die Finanzen in Ordnung zu bringen.

  6. peter

    …finde interessant, dass der Schreibstil der blogleser dem von Tim immer wieder sehr ähneln… 😉

  7. Sandi Hausler

    Stimmt Peter… und ein Lagerist, der das Verb „Implementieren “ verwendet – wow! 😉

  8. Maschinist

    Super, dass Ihr so früh in eurem Leben erkannt, habt, was wirklich wichtig ist und euch frei und unabhängig macht!

    Das ist eine ganz tolle Leistung. Besonders in einem durchschnittlichen Arbeitnehmerumfeld!

    Als Anmerkung von mir wäre nochmal auf eure Einkommensseite zu schauen. Du hast einen intelligenten Schreibstil und niemand hindert Dich daran auch andere Jobs zu machen als Lagerist.

    Dein Absatz mit den „Oberen 10.000“ riecht danach, als hättest Du eine unterbewusste Abneigung gegen Menschen mit sehr hohen Einkommen.

    Fast alle Limitierungen haben wir Menschen nur in unserem Kopf und genauso wie Du Dich entscheiden kannst bei 2.900 Euro Familien-Nettoeinkommen 1.100 Euro zu sparen, kannst Du Dir auch ein weiteres Ziel setzen innerhalb der nächsten 5 Jahre Dein Einkommen um mindestens weitere 500 oder 1000 Euro Netto zu erhöhen. Es ist nicht „ehrenwerter“ ein geringes/normales Einkommen zu haben als ein Hohes.

    Lass Dich vom Neid anderer Menschen und Deinen eigenen Glaubenssätzen aus Deiner Kindheit nicht davon abhalten, das Beste aus Dir zu machen und damit Deiner Familie noch mehr Möglichkeiten und Freiheit zu geben!

    Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg!

  9. Fit und Gesund

    @Peter und Sandi Hausler,

    wow….watt seid ihr schlau, nur irgendwo scheint es bei Euch doch zu hapern oder? laufen die Investments nicht so gut? täte mir echt leid…
    also dem Lagerist könnt Ihr auf jeden Fall mal nicht das Wasser reichen.

     

    @Maschinist,

    Dir danke ich für Deinen Kommentar

     

    und @Tim,

    manchmal wünschte ich Du würdest solch „Geschmiere“ eben doch auch mal löschen.

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fit und Gesund

    haha. Ich weiß nicht, was Peter damit sagen will? Als ob ich mir solche Geschichten selbst ausdenke? Da lachen ja die Hühner. Hab ich nicht nötig.

    Leser D. ist ein kultiger Typ. Ich finde ihn super. Das ist keine Fiktion. Das ist echtes Leben.

  11. Seb

    @V und Tim: Ich habe den Aufruf zum Nespresso ja eher als einen ironischen Einwurf verstanden, aber vielleicht wisst ihr da mehr als ich 🙂

    @Maschinist: Die Hinweise auf die Einkommensseite und das dortige Potential nach oben kommen ja immer wieder auf, überall in der Finanz-Blogosphäre. Es ist auch richtig, keine Frage! Das Niveau des Textes hätte mich sicher nicht auf einen Lageristen schließen lassen. Es ist aber einfach nicht für jede Person der richtige Weg.

    Ich bin jetzt 28 und denke gerade intensiv darüber nach, wo es die nächsten Jahre hingehen soll. Ich bin Beamter und komme mit meinem Einkommen und meinem Lebensstil gut über die Runden, bin mit meiner Sparrate zufrieden und kann das Leben genießen, es sind schöne (schön ist nicht gleich teuer!) Urlaube drin, usw. Und meine Arbeit macht mir Spaß und ermöglicht viele Freiheiten durch das großzügige Gleitzeitangebot mit meiner Wohnung in 5 Minuten Entfernung und eine äußerst unkomplizierte, auch spontane Urlaubseinteilung.

    Trotzdem habe ich überlegt, ob es für mich nicht noch weiter nach oben gehen könnte. Zumal man aus dem Beamtendienst ja wenn dann eher früher als später abspringen muss/sollte. Was wären die Möglichkeiten? Ein Fernstudium neben dem Beruf oder eine Selbständigkeit erscheinen mir als Optionen.

    Das Fernstudium bekommt man aber nicht geschenkt. Ich habe ein FH-Studium hinter mir, kenne also meinen Lernstil und -aufwand einigermaßen, und wenn Fern-Studierende in Blogs und persönlich berichten, dass ein Teilzeitstudium neben dem Beruf für 6 Jahre quasi vollkommenen Verzicht auf Freizeit bedeutet, dann erscheint mir das wirklich beängstigend. Von 28 bis 34 „kein Leben“ für einen B.A.?

    Die Selbständigkeit wird in der Finanz-Blogosphäre für meinen Geschmack viel zu positiv dargestellt. Man müsse quasi nur in „sein Humankapital“ investieren, und dann arbeitet man halt mit viel Einsatz los, und dann geht das schon seinen Weg. So lese ich das, freilich radikal heruntergekürzt, ständig.

    Ich habe als Kind die Realität erlebt – meine Eltern und Großeltern haben zur richtigen Zeit die richtige Idee angepackt und gutes Geld gemacht. Irgendwann war der ursprüngliche Markt am Boden, sie versuchten ein zweites Standbein für den Betrieb zu entwickeln und scheiterten kläglich. Das war noch im letzten Jahrtausend – die Schulden sind immernoch nicht abbezahlt.

    Ergebnis: Die Erhöhung meiner Arbeitszeit – ob durch Studium oder die hypothetische Selbständigkeit – ist nix für mich. Der Umstieg auf Teilzeit in vergleichweise „jungen Jahren“, und bis dahin weiter wie bisher, spricht mich presönlich viel mehr an.

    Das wichtigste ist einfach, dass man selbst damit leben können muss.

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Seb

    Das kann Ironie mit dem Nespresso sein. Stimmt. Ich kenne „D.“ nicht persönlich. Nur von Facebook und per Email.

  13. Thorsten Rohweder

    Ich vermute, dass ‚Lagerist‘ eher ein Pseudonym denn der tatsächliche Beruf, vielleicht ist er Großhändler oder besitzt ein anderes Geschäft. Ich habe auch oft ‚Programmierer‘ als Beruf genannt, dann kommen keine lästigen Nachfragen. Die Sprache passt nicht zum angegebenen Beruf, ist mir auch aufgefallen.

  14. peter

    @Fit und Gesund

    Ganz im Gegenteil: die Investments laufen super bei mir. Bei dir etwa nicht? Anders kann ich mir die Reaktion nicht erklären.

    Denk an dein Herz und Bluthochdruck. So wird nichts mit Fit und Gesund. Und es bleibt Wunschdenken wie mit deiner FF. 😉

  15. peter

    …und übrigens es ist nicht das erste Mal, dass es ziemlich offensichtlich ist, dass die Texte aus derselben Feder stammen müssen. Es ist aber auch gar nicht schlimm. Ich finde es zur Motivation super! Und storytelling ist in 😉

  16. Ex-Studentin

    @Peter

    Einige Verfasser von Lesergeschichten haben sich in den Kommentatoren gemeldet. Minimum 3 davon kenne ich mittlerweile durch Blogs oder Emailverkehr. Es ist eher so, dass Leser ihren Schreibstil automatisch ein wenig an den Verfasser anpassen. Wenn du Fans von Alexander Düsseldorf Fischer liest, wird auch jeder von „Mindset“ und „Purpose“ und was auch immer reden.

  17. peter

    @Ex-Studentin

    es mag sein, dass du recht hast.

    Der Fischer verfügt ja über einen ganzen social media Apparat, der genau solche Content produziert. Er will ja was verkaufen und Kohle machen, im Gegensatz zu Tim.

    Hauptsache ist, dass Tim tolle Arbeit leistet und wir gern seine Beiträge und die Leserbriefe lesen.

  18. Ich

    Peter says:
    Ganz im Gegenteil: die Investments laufen super bei mir. Bei dir etwa nicht?

    Könnten besser sein..

  19. Fit und Gesund

    oh Peter, Deine Investments würden mich tatsächlich auch interessieren, ernsthaft, traust Du Dich? 🙂

  20. Querdenker

    Letzte 6 Monate 62%, letzte 12 Monate 45%. Jetzt kommt der Sommer, hin und wieder Ausflüge und ein paar Tage Ferien da sackts wohl wieder etwas ab. 🙂

  21. Slazenger

    @Claus

    falls du gerade hier mitliest, hast deine H&M schon abgestoßen? Was hast du aktuell so auf  dem Zettel?

    Ich habe seit meinem Church&Dwight Kauf anfang des Jahres nichts mehr zugekauft, bin ja auch gut investiert, habe aber monentan ca. 20% Cash !

    Ich würde gerne etwas mehr in Germany/ Europa investieren aber SAP die mich reizen würde als Beispiel, kommt nicht in die Nähe (70-75€), wo ich die gern kaufen würde. Fresenius scheint momentan auch total out zu sein!

  22. Peter Donhauser

    Dieser Artikel motiviert mich speziell, da ich selbst Lagerist bin 32 und ledig mit sehr günstiger Miete in einer Kellerwohnung. Habe jetzt meine Ausgaben so optimiert das ich bei 35-40% Sparquote bin, ich denke das ist ein guter Mittelweg.

    Die Hälfte meiner Sparrate geht automatisch in ETF’s und die andere wird für Einzelaktien gespart wenn immer 1500-2000€ übrig sind, als nächstes wird es Unzi Utz werden ( Fliesenkleber Hersteller aus Ulm).

    Ich mache meine FF in kleinen Schritten , habe ausgerechnet das die Dividendeneinkünfte mittlerweile eineinhalb Tankfüllungen decken könnten im Monat 😉 das nächste Ziel ist das mein alljährlicher Flug nach Bangkok zusätzlich gedeckt wäre. ( Die Betonung liegt bei wäre ) Es wird stur reinvestiert in Qualitäts Unternehmen.

    Mein Ziel ist es auch mit 50 kürzer zu treten. 3 Monate im Jahr vom kalten Deutschland nach Asien fliehen und den Rest des Jahres 3 Tage Woche damit man sich nicht selbst krankenversichern muss in dieser Zeit.

    Ich finde es lebt sich viel sorgenfreier und mit weniger Stress wenn man sieht wie man sich auch in sehr kleinen Schritten finanziell unabhängiger von der Arbeit macht. Auf 3 Jahre die ich mich so intensiv mit meinen Finanzen beschäftige und sparsamer wurde denke ich das sich da schon einiges getan hat , schade das ich mit 20,Mitte 20 nicht so gedacht habe als ich viel auf Auslandsmontage malochte dann würde es jetzt noch viel besser aussehen 1500€ Sparquote wäre damals locker drin gewesen ( aber hätte, hätte Fahrradkette )

    Und Tim mach nur weiter so ich bin zwar selten im Internet aber wenn wird gleich in deine Seite reingeschaut, welche neuen motivierenden Beiträge du geschrieben hast.

     

     

  23. Thorsten Rohweder

    @Querdenker das nennt man dann ‚Absacker‘. Aber ein bisschen Spaß muss ja auch sein. Gerade im Sommer.

    Ich habe gehört, dass sich in Deutschland Brillen wie blöde verkaufen. Kein Wunder, die geburtenstarken Jahrgänge brauchen Lesebrillen, die Diagnose bei Kindern ist auch viel besser als früher. Wir werden alle älter. Ich habe vor zig Monaten Fielmann gekauft. Rendite über 3%. Da bin ich seit Jahrzehten Kunde. Passt.

  24. Andrea

    Schön, wie intelligent unsere Lageristen in Deutschland sind. Anstatt alles auszugeben sparen sie in Aktien. Ich wage mir gar nicht auszudenken, wie reich ich jetzt sein könnte, wenn ich mit dem Eintritt ins Berufsleben direkt in Aktien investiert hätte. Hmm, ich habe es sogar gemacht, aber dann die Aktien wieder verkauft, um mit meinem Mann unsere Wohnung zu kaufen.

    Ihr Lageristen macht das auf jeden Fall absolut richtig.

  25. Mattoc

    @Andrea

    Nur die Liebe zählt.

    Lieber mit einem Mann in einer Wohnung als mit Aktienpaket alleine. 😉

  26. Michael

    Hallo Tim,

    wieder ein toller Artikel. Finde den zweiten Leserbrief vom Lageristen schon sehr motivierend.

    @Thorsten Rohweder: Meine Sparquote liegt bei 35 % und komme damit ganz gut zurecht.

    @All: Morgen ist ja „Der Tag der Aktie“ hier in Deutschland und man kann sich DAX Titel ins Depot holen ohne Kosten über die Börse Frankfurt. Habt Ihr vor ein paar Aktien zu kaufen? Ich überlege gerade noch ob ich meine Siemens Aktien aufstocke oder ob ich mir einige Fresenius Aktien kaufe.

    Schönen Abend noch

    Michael

  27. Andrea

    Mattoc, ich stimme dem vollkommen zu. Es gibt nichts Besseres als verheiratet zu sein. Alles andere steht maximal an zweiter Stelle. 🙂

  28. KievKiev

    @Thorsten
    Ich biete 72,5% Sparrate bei knapp 2300€ Ausgaben für die letzten 9 Monate. Ich fand unsere Ausgaben sehr gut bis ich entdeckt habe, dass dies nur dem Durchschnitt eines deutschen Haushaltes entspricht. Und wir wohnen ja durch Eigentum sehr günstig.
    Länger kann ich nicht gut nachvollziehen, da ich kein Haushaltsbuch hatte. Ohne Mieteinnahmen. Aber mit Zinsen als Ausgabe für die privat genutzte Wohnung. Die Miete ist mit unter 200€ sehr günstig, dass ich auf die Rate komme. Ich erhalte fairerweise ja auch keine Rendite auf dieses Kapital bis auf den Wohnnutzen.

    Und ich bin ja kalkulatorisch schon frei. Ob unser 4 Personen Haushalt das lange weiter bringen kann wird sich zeigen. Aber jeder erfolgreiche Monat oder jedes Jahr kann nicht mehr genommen werden. Ein paar positive Veränderungen sind auch schon in Sicht. Allerdings auch überschaubare Sonderausgaben. Und hier gibt es auch noch Potential für Verbesserungen. Ich könnte z.b. Ausgaben wie Internet und anderes auch zum Teil als Investition abschreiben und auch gegen Einnahmen rechnen. Das mache ich noch gar nicht. Und auch noch andere Synergien zwischen Invest und Privat aufbauen. Ich habe ja eine PV Anlage im Visier mit Mieterstrom mit mir selbst und Zimmervermietung. So würde die Anlage effizient betrieben. Mal sehen, ob es sich rentiert und wie Gedacht durchführbar ist.

  29. peter

    @Fit und Gesund

    lass uns vertragen! 😉

    Es war viel Glück im Spiel, was meine Investments angeht, toi toi toi. Obwohl ich viele Dummheiten in den frühen Jahren in Sachen Konsum und Investieren gemacht habe!

    ich war in der Finanzdienstleistung in Ffm. tätig und konnte kurz nach der Krise (2010) mit einem guten Package ausscheiden. Ich hatte in den Jahren davor auch gut verdient und ordentlich gespart und gut angelegt. Trotz Dotcom Blase und Lehmann wuchs das Depot in den folgenden Jahren ordentlich. Zwischendurch versuchte ich mit Future Trading und einem Startup im Fintech Bereich. Zzt. lebe ich in Asien und reise viel hier in der SEA Region. Ich bin Mitte 40 und stelle mir in letzter Zeit oft die Frage, wie es weitergehen soll, ob das gewesen ist. Die FF ist da, aber trotzdem beschäftigt mich die Sinnfrage…!

  30. Jan

    Ach Peter,

    blöd nur, dass auf den Treffen letztes Jahr man einige deiner behaupteten Sockenpuppen live und in Farbe sehen konnte. Wo bist du da gewesen?

    Gut gemeinter Rat: lese weniger Räuberpistolen. Und deine angebliche Story die du hier von dir gibst glaube ich einfach mal – NICHT. Gründe? Klingt mir zu glatt.

    Gern geschehen.

    Schöne Grüße

    Jan

  31. Fit und Gesund

    @ Peter,

    klingt sehr spannend, danke für den Einblick in Dein Leben,

    anfangs 40 beschäftigte mich auch die Frage nach dem Sinn des Lebens, ich fürchte ich habe keine endgültige Antwort darauf gefunden, vermutlich geht es eher in die Richtung „der Weg ist das Ziel“, dazu gehört eben auch  Glück zu haben, Fehler und Dummheiten machen, irgendwie das Beste aus der Situation zu machen,

    nun werde ich in ein paar Tagen 60, der letzte Lebensabschnitt beginnt definitiv, ich bin zufrieden mit dem was ich erreicht habe, was und wie es weitergeht wer weiss das schon? ich bin zuversichtlich und vor Allem dankbar auf der sonnigen Seite der Welt geboren zu sein.

    Viel Glück Dir

  32. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ D.

    Kompliment. Großartige Leistung!

    Unsere beiden „Großen“ sind mittlerweile Teenager. Da treten schon mal höhere Ausgaben auf den Plan. Dennoch konnten wir immer eine ordentliche Sparquote von über 35% halten. Das packt ihr auch.

    Das schöne ist ja, dass allein die Sparquote schon für Sicherheit sorgt. Sollten mal weniger Einnahmen erzielt werden (Elternzeit), kann man die Sparquote senken, ohne Abstriche im Lebensstil machen zu müssen. Auch eine Art finanzielle Unabhängigkeit.

  33. V

    @peter

    Sinnfrage?

    Ich hätte da Ideen:

    Gründe eine Familie
    Zeuge ein Kind; besser zwei oder mehr…
    Baue ein Haus für deine Familie
    Pflanze einen Baum

     

  34. Mr. Pino Cavallo

    @ Seb

    Auf jeden Fall sehr motivierend. Dennoch sollte man es mit der Sparsamkeit nicht zu weit treiben. Dass du z.B. auch in deiner Freizeit in deiner zusammengeflickten Arbeitskleidung rumläufst, sollte dir zu Denken geben. Ich bin zwar auch kein Freund davon, seinen Wohlstand in aller Öffentlichkeit zu präsentieren, doch muss man auch nicht wie der letzte Lump rumlaufen (um es jetzt mal auf die Spitze zu treiben).

    @ Peter Donhauser

    Ich habe da eine sehr ähnliche Einstellung wie du. Ich mache meine FF in kleinen Schritten und nicht auf Teufel komm raus. Ich selbst kann mit Zeugs nicht viel anfangen, allerdings habe ich in den letzten Jahren das Reisen für mich entdeckt, so dass ich seitdem 2-3 Mal im Jahr in den Urlaub fahre. Von meinen Zinsen und Dividenden kann ich mir mittlerweile auch mindestens einen guten Urlaub leisten und das ist unheimlich motivierend.

     

  35. Claus

    @ all

    die hier ständig genannten persönlichen Sparquoten sind m.E. völlig nebensächlich. Ich würde keinerlei Zeit damit vertrödeln, diese ständig zu berechnen und auszuwerten. Wenn man seine Kosten und (Konsum)-Käufe im Griff hat, ergibt sich automatisch ständig „nicht benötigtes Cash“ zum Investieren. Ob das nun 47,3% vom Brutto-/Netto-EK oder 61,9% sind, ist schlicht „wurscht“. Diese Quoten sind aufgrund des individuellen Umfeldes eines jeden Menschen nicht vergleichbar.

    Wen es motiviert, die Sparquote zu berechnen, sollte sich besser mit seinem Depot beschäftigen. Entscheidend ist letztendlich, das es stetig und möglichst zügig wächst, um „das Ziel“ (egal welches) zu erreichen.

    @ Slazenger

    20% Cash ist super, ich komme nur auf 7%. Würde auch eher in der EU zuschlagen, aber auch im „Trumpland“ gibt es einige interessante Werte.

    Mit H & M tue ich mich schwer. Die gestrigen Zahlen habe ich erwartet. Trotz allem ist der Konzern sehr finanzstark. Die ganze Branche hat Probleme. Verdrängungswettbewerb und nun mischen auch noch Amazon & Co. mit.

    Trotzdem macht es für mich keinen Sinn, bei diesen niedrigen Kursen zu verkaufen. Die kleinste positive Meldung könnte die (Kurs-)Wende einleiten. Da es die einzige Minusposition in meinem Depot ist, lasse ich es hier darauf ankommen. Eigentlich müßte man gerade massiv kaufen…

    Sollte allerdings die Dividende gekürzt werden, verkaufe ich sofort, egal zu welchem Kurs.

    Gerade interessieren mich:

    IBM
    GIS
    NEE
    AFL
    ATR
    WBA

    Reckitt Benckiser!! Die habe ich vor der Abspaltung bei ca. 68€ mit gutem Gewinn verkauft. Jetzt sind sie erstmals seitdem günstiger zu haben. Vielleicht schlage ich nächste Woche zu.

    Aufgestockt habe ich kürzlich BAT, ansonsten warte ich z.Zt ab und sammle Dividenden. Shell kommt auch noch, dann sind es diesen Monat ca. 2,3k netto.

    Allen ein schönes Wochenende!

    P.S. Gönnt Euch ruhig mal was, alles kann schneller zu Ende sein, als man denkt. Gestern hat ein guter Bekannter die Diagnose Darmkrebs erhalten…

    Geld und Depotstände sind nicht alles…

     

  36. Thorsten

    @Andrea : Der Kauf der Eingentumsimmobilie war ein richtiger Schritt. Ich habe das auch zweimal gemacht : Depot verkauft und dann Immobilie angespart. Mich kann keiner mehr rauswerfen, nix  mit Eigenbedarf, Entmieten oder sonstwas. Das gehört für mich zur Finanziellen Freiheit dazu. Dauerhaft auf Miete bedeutet für mich definitiv Unfreiheit.

  37. Markus

    @Claus

    „Geld und Depotstände sind nicht alles…“

    Ja, manchmal hat man so den Eindruck, dass einige denken, dass die Glückseligkeit nur mit der finanziellen Freiheit verbunden sein soll.

    Geld macht freier & unabhängiger.

    Dies ist sehr schön aber nur ein Faktor unter mehreren.

    Gesundheit, körperliche und geistige Beanspruchung, Zufriedenheit, Lebenssinn, Gesellschaft (Familie, Beziehung, Tiere), gebraucht & gemocht zu werden…

    Wir kommen mit nichts auf diese Erde und wir gehen mit nichts.

    Einen einzelnen Faktor als einzig wichtigen zu deklarieren ist zu kurz gedacht.

  38. peter

    @Fit und Gesund

    vielen Dank! Du hast recht, wenn du schreibst:

    ”was und wie es weitergeht wer weiss das schon? ich bin zuversichtlich und vor Allem dankbar auf der sonnigen Seite der Welt geboren zu sein.” 

  39. peter

    @V

    “Sinnfrage?

    Ich hätte da Ideen:

    Gründe eine Familie
    Zeuge ein Kind; besser zwei oder mehr…
    Baue ein Haus für deine Familie
    Pflanze einen Baum”

     

    – bin bereits glücklicher Familienvater, auch wenn die Kinder vor allem hier in Asian ein Vermögen kosten (Schulgeld).

    – zwar kein Haus gebaut, aber ein Häuschen (Vorort von Ffm.) komplett  saniert und wieder verkauft, bevor es nach Asien ging.

    – in dem Häuschen auch mindestens drei Bäume gepflanzt.

    und bevor du jetzt mit dem “ein Buch schreiben” kommst, verweise ich auf meine Abschlussarbeit, falls man sowas mit ca. 260 Seiten als Buch gelten lässt.

    Bleibt nur gemeinnützige Arbeit/ Entwicklungszusammenarbeit: da versuche ich seit ich in Asian bin, bei einem Schulbau meinen bescheidenen Beitrag monetär und als Berater vor Ort zu leisten.

    Trotzdem bleibt die Sinnfrage und das Staunen darüber, wie das ganze Leben nur auf FF reduzieren kann. Das Leben ist mehr als nur FF frei zu sein.

     

  40. -M

    @Claus

    BAT habe ich auch gekauft diesen Monat. Habe noch zwischen Reckitt und P&G geschwankt, welche ich preislich sehr interessant finde. Vielleicht kommt da eine der Beiden nächsten Monat dazu. Die waren auch lange nicht so günstig.

    Grüße

    -M

  41. V

    peter, ich kann das nachfühlen. Ich habe auch schon alle dieser Ziele erreicht, inkl. FF Vermögen. Meinen Job mache ich aber noch.

    Wie immer ist es eben oft der Weg, der glücklich macht, und nicht das Ziel. Und wenn man seine Ziele erreicht hat, fragt man sich: Und was kommt danach?

    Wünsche dir viel Erfolg im Finden von neuem Sinn/Zielen!

  42. Riediger

    Hallo zusammen, ich komme auch aus der Gegend Bergstrasse und kenne die Stelle glaube ich sogar, wo das Bild gemacht wurde. Was aber noch wichtiger ist, kaum einer der bisherigen Erfahrungsberichte hat den Kern so gut getroffen wie dieser. Wir sind nur Konsumenten und das System ist darauf ausgerichtet, dass dies auch so bleibt. Ich kann dies nur aus der Sicht des Bankers sagen und habe daher auch ein Projekt gestartet, Blackwater.live. Tim kennt es schon. Ich möchte auch aus diese Perspektive Infos bringen weil ich wirklich glaube, je mehr wir werden die sagen es reicht, umso interessanter wird es. Und am Ende ist es eine kleine Revolution. 🙂 Ich lese Tims Blog schon langenund werde diesen und andere auch weiter unterstützen und alle Leute die kein Bock mehr auf 0815 haben. An die bisherigen Filialbankkunden hier, besucht mich auch gerne mal zwecks Erfahrungsaustausch. Tim viele Grüsse an NY, in 3 Wochen bin ich und meine Frau auch in den USA.

  43. KievKiev

    @ Peter

    Reduzierst Du Dein Leben rein auf die FF? Die FF bietet Dir doch einfach nur die Möglichkeit das zu machen was Du möchtest. Was Du machen möchtest musst Du Dir schon selber ausdenken. Sobald Geld keine besondere Bedeutung mehr hat gibt es auch keine Ausreden mehr ewig im gewohnten Trott weiter zu machen. Ich sehe die FF wie Sprit im Tank der nie zu Ende geht. Wohin Du damit fahren möchtest steht Dir frei.

    @V

    Kredit. Finde Deinen Beitrag nicht mehr. Ich habe früher auch gerne 0% Finanzierung gemacht. Und ich weiß, dass das auch bei Produkten zum absoluten Schnäppchenpreis geht. Aber…

    Du hast mittlerweile ein paar Millionen Euro. Du finanzierst heute aber nicht mehr etwas für 300€ zu 0%, oder? Bei 5% könntest Du damit maximal im ersten Monat grob 1.6€ erzielen. Dafür setzt Du Dich nicht hin und machst die Finanzierung. Es fällt mir auch nicht leicht mich von manchen für den Vermögensaufbau positiven Gewohnheiten zu lösen. Ich verwende die Kreditkarte heute nicht mehr und falls doch habe ich schon Geld darauf. Ich bevorzuge klare Ausgabenkontrolle anstatt von minimalen Rabatten. Und es sollte für mich nicht zu viel Zeit für Produktpreisrecherche verschwendet werden. Die Zeit ist knapp und teuer.

    Die angegebenen Sparraten finde ich interessant. Hier geben ja einige Kommentatoren auch Dinge über ihr Privatleben preis. So hat man schon eine natürlich sehr grobe Idee was z.b. in Teilzeit machbar ist. Skywalker hätte mich hier noch speziell interessiert. Eine Aufstellung der Ausgaben von anderen finde ist auch interessant. Ich könnte vielleicht noch zwei Versicherungen beenden. Die benötige ich nicht mehr.

  44. Markus

    @Kiev

    „Ich biete 72,5% Sparrate bei knapp 2300€ Ausgaben für die letzten 9 Monate.“

    2,3 k pro Monat oder so wie sich der Satz liest? 😉

  45. KievKiev

    @ Markus

    Ich bin Ingenieur kein Linguist. Ich hatte zuerst sogar pro Monat im Satz. Wir haben Urlaube in Südamerika gemacht. Wir sind dort nicht sesshaft geworden.

    Die Zahlen geben ja auch nur einen Überblick wenn man die sonstige Lebenssituationen kennt. Ich hatte ja geschrieben, dass wir zu viert sind und in Eigentum (kein Eigenheim) wohnen. Wir wohnen auch nicht selbst bei unseren Eltern. AirBnb nutzen wir auch nicht für unsere Wohnung. Falls jemand mit 2,3k€ in Deutschland für 9 Monate auskommt interessiert mich das schon. Da gehe ich von extremen Verflechtungen mit Investment oder Arbeitgeber aus. Freelancer Sebastian könnte z.b. einige Produkte wie Kaffee, Tee oder Arbeitsraum, Internet, Telefon und auch PC, Drucker usw. alles zum Teil auf die selbstständige Tätigkeit buchen. So wären die Ausgaben unterdurchschnittlich. Die Einnahmen sind natürlich entsprechend geringer. Solange die Selbständigkeit besteht ist dies zumindest möglich. Bei passiven Investments bleiben sie bestehen. Man muss nur genügend vorweisen, dass die Ausgaben dafür auch plausibel sind. Wenn ich als Beispiel 10 Einheiten vermiete kann ich dem Finanzamt vermutlich vermitteln, dass ich einen PC zu 100% dafür verwende. Bei einer Einheit würde ich diese Ausgabe mit 10-20% ansetzen. Bin kein Steuerberater. Ich mache dies aktuell auch nicht. Wenn ich durch Sondertilgungen irgendwann zu hohe Gewinne erziele, muss ich dagegen halten. Und das am liebsten mit Dingen, die ich eh privat nutze. Also bloß keine Einkäufe nur zum Absenken der Steuerlast.

  46. V

    kiev

    Du hast mittlerweile ein paar Millionen Euro. Du finanzierst heute aber nicht mehr etwas für 300€ zu 0%, oder? 

    Paar Millionen klingt übertrieben für die 2.9, die es aktuell buchwerttechnisch sind – bei aktuell sehr hohen Börsenbewertungen. Und etwas mehr als 0.1 werden in Kürze als Steuern weggehen.

    Ja, auch bei 300€ werde ich das wahrscheinlich wieder machen, z.B. wenn ich den günstigsten Preis vor Ort finde und mich zur Finanzierung nur 10-15min mit jemand in die Ecke hocken muss. Ansonsten nehme ich den günstigsten Preis mit der höchsten Leistung (z.B. wenn mir der eine noch 2 Jahre Garantie oben drauf gibt, wie z.B. Conrad oder wenn ich per Paypal-Zahlung gleich viel zahle, aber gegenüber Vorkasse Käuferschutz habe…)

    Da die größeren Anschaffungen bei uns recht selten sind, da wir die Dinge so auswählen, dass sie (hoffentlich) lang halten und für uns gut aussehen, kaufen wir diese Güter recht selten. Autos z.B. nur wenn sie nicht mehr wirtschaftlich weiter zu betreiben sind – das ist in der Regel nur alle 10-18 Jahre. Möbel nur wenn sie kaputt sind und nicht mehr reparierbar. Von daher hält sich der Zeitverbrauch in Grenzen.

    Aber auch für kleinere Anschaffungen sind wir preis-sensibel und recherchieren oftmals den günstigsten Preis. Das liegt einfach daran, dass das zu verwendende Geld aktuell auf die beiden Einkommen reduziert ist und die Depots außen vor sind. Und aktuell daraus mehr als 12% p.a. fürs Haus getilgt wird und wir zusätzlich mit Familie im Jahr mind. 2x in Urlaub möchten. Wir also aus dieser Restriktion heraus rechnen müssen (wollen) – was uns de fakto aber nicht schlechter stellt, als eine Durchschnittsfamilie in Deutschland.

  47. KievKiev

    @ V

    Ich versuche mir Grenzen zu setzen. Eine neue Anschaffung kann man kurz hinstellen, überlegen ob man es wirklich braucht und es dann zu einem guten Preis kaufen. Es macht in Deiner Phase aber keinen Sinn mehr länger dran zu bleiben um noch einmal 10€ rauszuschlagen. Die Finanzierung hat bestimmt mehr Aufwand als 15 Minuten. Man sitzt eine Zeit dort. Manchmal wird einem noch eine kostenlose Kreditkarte geschickt. Den Vertrag muss man auch durchlesen. Alles schön ins Haushaltsbuch eintragen, dass man am Ende auch weiß das alles passt. Da leg ich lieber das Geld auf den Tisch. Ich hatte das einmal bei einer höheren Baumarktrechnung. Und dann musste ich doch etwas tauschen. Das geht alles, ist aber aufwendiger.

    Ich bin auch sehr große Zeiträume zu 100% investiert gewesen. Der Notgroschen ist sehr vernünftig. Auch wenn man weitere Möglichkeiten hat. Man muss nicht ständig Geld rumschieben, damit man möglichst wenig verpasst. Die Zeit ist endlich. Ich habe bei Dir extra Millionen gesagt. Du hast die Freiheit schon. Überlege Dir lieber was Du sonst noch machen kannst.

    Die Phasen zur Freiheit wurden hier einmal schön aufgelistet. Ich hänge sie an. Ich denke Du bist in der letzten Phase. Hier finde ich auch Absicherung besonders wichtig. Was willst Du bei 3 Millionen noch potenzieren? Hier der Beitrag:

    In einer ersten Phase des Vermögensaufbaus sind die Strichrechnungen besonders wichtig: Plus (Einnahmen) und Minus (Ausgaben) sollen zu einer möglichst hohen, positiven Sparleistung (Sparquote) führen. In dieser Phase ist Minimalismus ein erfolgreiches Rezept. Hier geht es einerseits um die Optimierung der Einnahmen, z.B. durch Ausbildung, Berufswahl, Wahl des Arbeitgebers, Karriere, Nebenjobs, Unternehmertum, Weiterbildung/Kompetenzaufbau/Persönlichkeitsentwicklung. Andererseits geht es um die Minimierung der Ausgaben, z.B. durch Schuldenabbau, Verzicht, Aufschub, Preisvergleiche, Haushaltsbuch, Frugalismus (kleine Wohnung, kein Auto, günstige Ferien/Hobbies, nicht-hedonistischer Freundeskreis, kurzer Arbeitsweg), Do-It-Yourself, teilen/tauschen statt kaufen, ausleihen (Bibliothek, Ludothek, Freundeskreis), timesharing (ich übersetze dir den Brief auf Englisch und du streichst mir die Küche), Absicherung fundamentaler Lebensrisiken, kein Statuswettbewerb, keine Lifestyleinflation). Wird dies eine Weile durchgezogen, findet man auch Freude an den kleinen und einfachen Sachen des Lebens (Natur, Musik/Kunst/Bücher, Freunde, Gespräche, Familie, Spiele, Sport, eigene Hobbies); es stellen sich Gewöhnungseffekte ein und das Konto/Depot füllt sich immer mehr. Ist das Konto noch leer, so lohnt es sich noch nicht, den besten Broker und die besten Anlagen zu suchen, weil auch eine Verzehnfachung eines Anfangskapitals von null noch immer null ergibt. Auch der Zinseszins spielt hier noch keine Rolle, weil es noch gar nichts zu verzinsen gibt. Statt der Suche nach Anlagemöglichkeiten wird hier die Energie besser auf die Erhöhung der positiven Differenz von Einnahmen und Ausgaben investiert (erfahrungsgemäss ist v.a. die Erhöhung der Einnahmen lukrativ, aber da muss man halt etwas erfinderisch und engagiert sein).
    Sobald etwas Kapital zur Verfügung steht (grosszügiger Notgroschen aufgebaut; genügend grosse Summe für eine kostengünstige Anlage gespart), rückt die Multiplikation in den Vordergrund. Hier geht es darum das Ersparte durch Investitionen zu vervielfachen, z.B. weg vom Sparbuch; Rendite optimieren durch ETF, Aktien, Immobilien usw.; Gebühren senken; Diversifikation; Asset-Allokation; Rebalancing). Natürlich bleibt die Sparquote (Minimalismus) wichtig, aber in dieser Phase kann ausnahmsweise auch mal ein Kino-Eintritt aus einer Aktiendividende bezahlt werden, d.h. die akribische Kontrolle von Einnahmen und Ausgaben ist nicht mehr soooo wichtig, sobald die Multiplikation substanziell zu tragen beginnt.
    Abschliessend geht es um exponentielles Wachstum (potenzieren), d.h. um das Erzielen von Zinseszins. Der Zinseszins wird gross, wenn ein grosser Kapitalstock über lange Zeit mit hoher Rendite angelegt und nicht zerstört wird. Damit stehen nun neue Themen im Fokus, z.B. Zeit und Geduld haben (früh mit Anlegen anfangen und durchhalten, also langfristiges  „buy and hold“), Durchhaltevermögen, keine Investment-Pornografie, Schutz vor Enteignung und Krisen, Steuern optimieren, Entnahmepläne, Übergabe des Vermögens an die nächste Generation.

    Während jeder Phase gelten andere Schwerpunkte. In der dritten Phase (potenzieren) ist es z.B. nicht mehr extrem wichtig zu sparen (Minimalismus). Denn die Schwankungen an der Börse können den Monatslohn in Windeseile toppen – da ist eine gesparte Pizza kaum der Rede wert. Dafür wird hier z.B. das Thema Steuern virulent, was in der ersten Phase noch nicht so prioritär war.

    Mit meinen Ausführungen möchte ich verdeutlichen, dass es stark darauf ankommt in welcher Phase des Vermögensaufbaus man sich befindet. Das ist auch ein Grund dafür, weshalb die Handlungsanweisungen in den div. Finanzblogs die eigene Situation unterschiedlich gut treffen. Die Autoren und Kommentatoren schreiben nämlich selten, für welche Phase der Reise in die finanzielle Freiheit ihre Tipps besonders gut geeignet sind.

    Fazit: Minimalismus zum passenden Zeitpunkt (eher am Anfang und in der Mitte des Vermögensaufbaus) ist gut!

  48. V

    Kiev

    Du hast absolut Recht.

    Dass ich das noch so praktizier(t)e hat Gründe und liegt m.E. u.a.

    1. an den langjährig antrainierten Gewohnheiten,

    2. daran, dass ich mein Depot gar nicht wirklich zum Vermögen rechne („Spielwiese“) und

    3. dass dieser Vermögensstand noch nicht so lange da ist und für mich daher noch nicht wirklich real ist (die erste Million erst 2014 erreicht, die zweite 2017 und nun Kratzen an der dritten).

    Dieser selbstauferlegte Super-Frugalismus ist nun wahrscheinlich wirklich nicht mehr angebracht. Sparsamkeit ja, aber um den letzten Cent kämpfen macht nun wirklich keinen Sinn mehr – gerade wegen den zeitlichen Aspekten.

    Danke für diese Perspektive.

    Notgroschen hatte ich übrigens nie – stets voll investiert. Falls was gewesen wäre hätte ich das übergangsweise über einen Wertpapierkredit abgedeckt bis ich wieder Liquidität ausgelöst habe (durch einen Verkauf). Als Person mit >500 Tsd bzw. 1Mio bekommt man von den Banken inzwischen viel bessere Konditionen – man muss sie nur aushandeln. 3% für den Effektenkredit sind da locker drin. Und die Wertpapierkreditzinsen zahlt man nur für die Zeit in der man das Geld wirklich braucht – also super um kurzfristige, unvorhergesehene Ereignisse damit abdecken zu können.

    Künftig werde ich aber wahrscheinlich einen Notgroschen halten und insg. konservativer werden…

  49. KievKiev

    @ V
    Das freut mich! Ich bin kein Oberlehrer und sehe mich auch nicht im Weg weiter als andere im Forum. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht. Ich hatte bei Dir einfach das Gefühl, dass Du manchmal zu viel Energie in nicht mehr notwendige Dinge steckst. Ich habe dieselben Probleme. Die Gewohnheiten sind ja auch nicht falsch und haben uns sehr weitergeholfen. Ich versuche mir selbst das Pareto Prinzip aufzuzwingen, so dass ich nicht über das Ziel auf Kosten meiner Zeit hinausschieße.
    Zu Geldschiebereien. Das habe ich auch intensiv betrieben. Wenn ich hier schreibe, dass ich oft zu 100% investiert war ist das wohl leicht untertrieben. Ich war im Grunde fast nie unter 100% investiert. Ich hatte 2 Kreditkarten und mehr als ein Tagesgeldkonto. Ein Kautionskonto und 3 Girokonten. Und das noch ohne meine Frau betrachtet. Ich habe Mieteinnahmen auf zwei Konten nach Objekten separiert geführt. Dann bucht die Bank immer am 29 das Geld ab, die Miete erhalte ich aber um den 02. Was habe ich da Daueraufträge gehabt und alles bestmöglich rumgeschoben. Nebenbei habe ich auch zu 0% Finanzierungen durchgeführt um mein Invest aufzuwerten. So habe ich einen höheren Cashflow bekommen und den Preis dafür natürlich so weit wie möglich gestreckt. Also nur WinWin Situation. Die Waren hätte ich in dem Baumarkt eh gekauft. Ich musste immer alles im Blick haben und habe auch im Urlaub Geld rumgeschoben, falls notwendig. Es war oft notwendig. Dank der niedrigen Zinsen sehe ich es heute entspannter und habe auf den Konten ausreichend Geld um es nicht beobachten zu müssen. Das Geschiebe nervt einfach nur. Auch wenn man sehr gute Konditionen bekommt. Bei 5% Zinsen auf dem Tagesgeld würde mir mancher Puffer weiterhin etwas weh tun, aber ich muss mich hier entspannen.
    Wir möchten aktuell einen automatischen Staubsauger erwerben, der uns täglich unterstützt. Ich will nicht die Zeit ausrechnen, die ich dafür investiert habe um den besten Preis noch einmal reduziert zu erhalten. Und jetzt ist er auch noch 20€ teurer geworden. Ich denke ich muss ihn zu dem Preis alleine schon als Strafe kaufen, damit ich in Zukunft mich nicht mehr so ewig an einem Produkt aufhalte.
    Falls die Aktienkurse um 30- 50% einbrechen werde ich meine alten Gewohnheiten aber vermutlich nicht im Zaun halten können. Da fange ich dann vermutlich noch einmal mit dem Schieben an um vielleicht 10k als Sofortspritze verwenden zu können. Sobald ich meine gesetzten Ziele aber erreicht habe werde ich es lassen und mich einfach nur darüber freuen genug zu haben.
    5% oder 10% Wachstum von genug, oder gar eine Verdopplungen von genug bleibt immer noch genug. Ich glaube es gab einmal einen RollsRoys oder Bentley mit einer angegebenen Leistung von genug. Das ist einmal ein klares Statement.

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