Finanzielle Freiheit mit 50 Jahren: Angst und Stress sind Bremsklötze


New York, 13. Mai 2018

In New York hat mich kürzlich ein Ehepaar mit Baby (Mitte) besucht. Sie haben keine Angst vor der Freiheit. Sie sparen gezielt. Sie sind motiviert. Sie werden es schaffen.


Wenn Du ein bequemes Finanzpolster aufgebaut hast, hast Du mehr Freiheiten. Sagen wir, Du bist 42 Jahre alt. Dein Hauptziel war immer die finanzielle Freiheit. Du hast fleißig gespart. Jeden Monat hast Du stur ETFs gekauft. Du hast Dich enorm im Job angestrengt. Aber Deine Angst nimmt zu. Du hast Angst vor dem stressigen Job. Du hast Angst Fehler zu machen. Der Stress ist enorm geworden.

Du hast zu sehr versucht, frei zu werden. Das hat mehr Angst erzeugt. Über 10 Millionen Deutsche leiden unter Angststörungen. Das erzeugte eben mehr Druck. Du warst auf dem richtigen Weg, um mit 50 in den Ruhestand gehen zu können. Das war Dein Plan. Es sah so aus, als ob es wirklich klappen könnte. Aber Deine Angst nahm zu, zu versagen. Du bist frustriert. Immer mehr Arbeit landete auf Deinen Schultern. Dein Chef merkte, dass Du den Bonus wolltest.

Als Dein Chef noch mehr Geld anbot, um mehr Verantwortung zu übernehmen, hast Du aufgegeben. Es ging Dir nicht mehr um das Geld, Du wolltest heute schon mehr Freiheit/Freizeit haben.

Es ist sehr anstrengend. Deinem Chef schlägst Du vor, Teilzeit zu arbeiten und einen großen Teil der Verantwortung abzugeben. Der Vorgesetzte kommt zurück mit einem Angebot für Dich: Halbtags mit 50% weniger Gehalt. Du arbeitest an 3 Tagen (von 8:30 bis 16:30 Uhr). Jetzt bist Du halb im Ruhestand. Du hast weniger Angst und Stress.

Deine Wohnung ist schon fast abbezahlt. In Deinem Depot schlummern 300.000 Euro. Dein Gehalt sinkt auf 30.000 Euro nach vormals 60.000 Euro. Du gehst mehr Reisen. Du hast mehr Zeit für Deine Hobbys.

Du bist zufriedener. Es gibt viele Menschen, die arbeiten lieber 20 Stunden pro Woche als 40 Stunden pro Woche. Die Folge ist aber eine verspätete Freiheit. Trotzdem schaffst Du es früher als die konsumgeile Mittelschicht in die Freiheit.

Menschen bekommen Angst vor dem Erfolg. Sie geben dann auf. Wenn sie merken, dass ein Plan in Erfüllung geht, machen sie den Rückzieher. Das muss jeder selbst wissen.

Manche sagen, sie wollen nicht in die Frührente. Ihnen gefällt die Arbeit. Sie wollen lange arbeiten. Sie haben Angst, zu verlieren, was sie haben. „Heute habe ich mit dem Job Sicherheit. Er gibt mir Einkommen, Geborgenheit, Aufgaben. Aber wenn ich in die Freiheit gehe, könnte eine Krise die meisten meiner Besitztümer von mir nehmen“, denkst Du. Also machst Du weiter wie bisher. Nur nichts Neues wagen.

Menschen haben hohe Ausgaben für ihre Wohnungen oder Häuser, für ihre Autos. Sie sparen zu wenig. Die Arbeit wird für sie zur Gewohnheit. Es fällt ihnen schwer, alles hinter sich zu lassen. Erwachsene sind im Endeffekt wie Kinder, die es gewohnt sind, in den Kindergarten zu gehen. Wenn sie dann in die Schule kommen, sind sie nervös. Sie haben Angst vor dem Unbekannten und machen deshalb weiterhin etwas, was sicher erscheint. Sie bleiben lieber dort, wo sie sind. Sie haben zu viel Angst vor dem Neuen. Daher arbeiten sie bis 67 oder 68. So wie jeder.

In der Herde fühlt es sich warm an. Also folgt die Mehrheit der Herde. Wir unterliegen ohnehin einem Gruppenzwang. Mit dem Strom zu schwimmen, gibt uns das Gefühl von Sicherheit und Richtigkeit. „Es machen schließlich alle so“, denken wir. Querdenker dagegen haben es schwerer. Dabei könnten die Menschen mehr erreichen, wenn sie etwas schlauer agieren würden als die Masse.

Ich bin ein Anhänger eines zielstrebigen Lebens. Mir gefällt dieser Spruch:

Ich bin schuldenfrei. Ich spare wie kein anderer für meinen Ruhestand. Ich fahre ein 15 Jahre altes Auto. Ich verdiene sechsstellig. Es bringt mich dahin, wo ich hingehen will. Ich zahle mit Cash für den Urlaub. Ich brauche keine Kredite.

So kriegst Du den Stress in den Griff: https://www.palverlag.de/Stressabbau.html


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Finanzielle Freiheit mit 50 Jahren: Angst und Stress sind Bremsklötze

  1. Mike

    Sehr gutes Thema, einer der Kernfaktoren warum viele nicht erfolgreich werden, die Angst. Sehr häufig wären die besten Entscheide genau die, welche einen am meisten Angst bereiten. Natürlich sollte man nicht blind über die Autobahn rennen, aber gerade private oder berufliche Entscheide. Das beginnt schon bei der Partnerwahl, man hat Angst auf Ablehnung und spricht den oder die Auserwählte nicht an und bereut es dann unter Umständen ein Leben lang. Im Job genauso, man hat Angst den Job zu verlieren wenn man seine Bedürfnisse beim Chef anbringen möchte, etc. es gibt 1000 Beispiele wo es passt. An der Börse genauso, ich habe mit jenen Investitionen am meisten verdient, wo ich am meisten Angst hatte, z.B. eine Bankaktie zu kaufen in der Vollblüte der Finanzkrise oder ähnliches. Angst lähmt uns und provoziert Fehlentscheide, was früher vielleicht geholfen hat, die Angst vor dem Sägelzahntiger und ähnliches ist heute meist kontraproduktiv in der Entwicklung des Menschen. Ich gehör(t)e auch zu den eher ängstlichen Menschen, und habe begonnen daran zu arbeiten, es braucht viel Mut und Durchhaltewillen aber es lohnt sich! Auch dies ist ein Teil der Freiheit, ängstlich durchs Leben zu gehen ist beklemmend und alles andere als ein freies Leben.

  2. Thomas von Divdepot

    Es stimmt Querdenker haben es schwer. Wer aber sein Mindset aufgebaut hat und über Finanzwissen verfügt, der lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

    Deshalb ist es auch so wichtig sich ein Ziel zu setzen und es auch aufzuschreiben. Teilziele zeigen dir dabei ob dein eingeschlagener Pfad der Richtige ist.

    Ich merke es auch, dass mich viele Mitmenschen blöd ansehen, wenn ich sage, bau dir dein eigenen Cashflow auf, das macht dich unabhängiger! Ich machs mit Dividendenaktien. Es macht Spaß und der Erfolg gibt mir recht.

    Grüße Thomas von DIVDepot

  3. ChristianH

    „Freizeit ist das Gold des Lebens“

    Ich habe meine Führungsverantwortung abgegeben, gehe Heim ohne mir Gedanken machen zu müssen, kein Telefon klingelt mehr….viel mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys (Börse & eMTB)

    Von 50-60h/Woche auf 40h ohne Personal-/Projektverantwortung?

    …enorme Steigerung der Lebensqualität!

    Die Gesundheit dankt es einem und Zufriedenheit pur.

    Im Januar 2019 fahre ich auf 30h/Woche runter.

    Spätestens mit 45 Jahren will ich runter auf max. 20h/Woche. Eigenheim sollte bis dahin abgezahlt sein.

     

  4. Mr. B

    Danke dir Tim für die tollen Artikel und die kultigen und motivierenden Videos.

    Eine Frage in die Runde. Ich will Depots für die Kinder eröffnen und jeweils 4000 Euro zum Start einzahlen. Dachte ich eröffne ein Freebuy Depot bei OnVista und kaufe ein paar Einzeltitel. Hat jemand Ideen ( Erfahrungen) mit dem oder anderen Broker und ein paar Aktienideen? Favorisiere deutsche oder britische  Unternehmen, um den Freistellungsauftrag voll auszunutzen.

    Danke & Grüsse

    Mr. B

  5. Leser

    @Mr B

    Ich würde mich nicht so auf einen Markt knechten.

    Doof den MSCI nehmen ist sicher kein Fehler. Bei all den Jahren die noch kommen ein toller Start für die Kinder!

  6. Junglas

    42 Jahre, Wohnung fast abbezahlt und 300000 im Depot und das bei 60000 brutto p.a.

    Willkommen im Land der Träume.

    Hr. Schäfer wohnt, soweit ich weiß, in NY.

    Ich bin in Berlin, 43 J. und verdiene mehr, komme aber nicht annähernd daran. In einer deutschen Großstadt kosten 3 bis 4 Zimmer inzwischen zwischen 700000 und nach oben offen.

    Ein Konsumclown bin ich nicht. Aber nach Studium und Wehrdienst hat ein heute 40+ jähriger ca. 12 Berufsjahre hinter sich. Da schafft auch ein Gutverdiener diese Werte nicht.

  7. Habert

    Als stiller Mitleser (seit ungefähr 2 Jahren) will ich mich hier auch einmal zu Wort melden. Anfangs dachte ich noch „hoppla, immer die selben Themen“, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass das alles doch in seiner Gänze Sinn ergibt und ich habe mir viele Anregungen geholt. Von daher erst einmal ein fettes Dankeschön an Tim und ebenfalls an die ganzen Kommentatoren unterhalb der Artikel, auch bei diesen Diskussionen habe ich viel dazugelernt.

    Das Thema Gruppenzwang kann ich ganz so unterschreiben. Ich bin in meinem Umfeld leider auch als Knauserer (oder zumindest sehr sparsamer Mensch) abgestempelt. Gerade weil ich nicht den Gelüsten nachgebe, mir dieses und jenes zu kaufen. Wenn ich ein Handy habe, das funktioniert…wieso darüber nachdenken, ob ich mir ein Neues hole? Das Auto fährt noch ohne große Probleme? Adieu, liebes Werbeprospekt mit dem schnittigen SUV.

    Diese Sparsamkeit und selektive Wahrnehmung von Werbung habe ich mir jedoch auch hart und teuer erarbeitet…wenn du recht hoch verschuldet bist, machst du dir weniger Gedanken darüber, was du dir als Nächstes kaufst. Da beschränkst du dich auf die elementaren Dinge im Leben und stehst dann vor eingeschränkteren Entscheidungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel: „Heute Nudeln mit Sauce oder eher Reis mit Sauce?“. Ich bin froh, dass ich da raus bin und möchte auch nie wieder in diese Situation kommen.

    So eine Erfahrung schärft jedoch den Blickwinkel und du stellst dir viele Fragen. Vor allem: Wie möchte ich meine Zukunft verbringen? Sprosse um Sprosse die Karriereleiter besteigen, ein nettes Einfamilienhaus in Hintertupfingen, drei Autos in der Einfahrt, damit die Nachbarn neidisch werden. Der Traum von Joe Jedermann. Zumindest sagen das die Kollegen, der Bankberater und die Werbung. Wirklich? Oder gibt es da nicht noch mehr?

    Die meisten Menschen sehen einfach nicht, welche Möglichkeiten einem heutzutage offen stehen, sein Leben besser gestalten zu können. Es gibt ja die Formel „Zeit ist Geld“. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: „Geld = Zeit“. Wenn man das einmal verinnerlicht hat, dann geht man bewusster mit seinen Ressourcen um.

    Stattdessen wird das System für alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht. Es ist deutlich einfacher, in geselliger Runde über unfähige Politiker, korrupte Unternehmer und unfaire Arbeitsbedingungen zu schimpfen als die Möglichkeiten, die dieses System einem bietet, zu nutzen. Frei nach Homer Simpson „Versuchen ist der erste Schritt zum Versagen“.

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ alle

    Danke fürs Lesen und Kommentieren. Super Kommentare!

     

    @ Junglas

    Ich hab nicht von einer 3 bis 4 Zimmer-Wohnung in einer Großstadt zu heutigen Preisen geschrieben. Die Wohnung hat er vor über einer Dekade gekauft: Klein, aber fein in einer mittelgroßen Stadt.

    Er hat immer den Bonus kassiert und einen kleinen Nebenjob.

    300.000 Euro hat man schnell zusammen, wenn man ehrgeizig und sparsam ist:

    https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php?paramid=isc9y1ndnn

     

    @ Habert

    Das stimmt. Das Motzen übers System ist leichter, als es positiv zu nutzen. Die meisten Menschen gehen wie Schlafwandler durchs Leben. Allein der tägliche TV- und Internet-Konsum sind enorm. Kein Wunder, dass keine Zeit für produktive Dinge bleibt.

  9. Junglas

    Hallo Hr. Schäfer,

    eine Familie braucht aber mehr als 1 oder 2 Zimmer. Ferner gibt es die gut bezahlten Jobs eher in den Ballungszentren, so dass es wenig nützt „auf‘s Land“ zu ziehen. Und auch da kostet eine Bleibe inzwischen mehrer 100.000. Dazu kommen Grunderwerbssteuern, Notar- und Grundbuchkosten und v.a. die Finanzierungskosten. Alles in allem muss man dann pro Jahr zwischen 30.000 und 50.000 € netto „sparen“!

    Ihre Beispiele sind für mich eher demotivierend, da sie einem Leben vorschlagen, was nur unter Extrembedingungen (keine Familie, in der Pampa und als frugaler Spitzenverdiener) möglich ist.

  10. KievKiev

    @ Junglas

    Gebe doch einmal ein paar Hintergründe und Beweggründe zu Deiner Suche. Vielleicht gibt es hier ja doch den ein oder anderen Tipp, der Dir weiterhilft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Berlin 2-3 Zimmer Wohnungen erst ab 700k kaufen kann. Das es preislich kaum Obergrenzen in gewissen Gegenden für spezielle Wohnformen gibt kann ich mir schon vorstellen.

    Diese Wohnung müsste man unabhängig der Größe mittelfristig bei einer Rendite von 4.0% auf den Kaufpreis bezogen für 2.3k im Monat kalt vermieten, damit sie sich rentiert. Das ist vermutlich nicht der Fall. Es spielt somit keine Rolle, ob Du 50k angespart hast oder 500Mio. Die Wohnung rentiert sich nicht.

    Bei der Art von Wohnung handelt es sich vermutlich um eine teure Lifestyle Entscheidung. Hier ist die Frage, ob sie so groß sein muss. Vielleicht kommt auch ein anderes Quartier in Frage. Oder eine andere Wohnform. Ich würde an Deiner Stelle prüfen was ich wirklich haben möchte und mich dann nach Alternativen umschauen, die diese bestmöglich erfüllen. Vielleicht ist eine Wohngenossenschaft auch ein Modell? Du kannst Dich ja mal informieren wo es welche Genossenschaften gibt. Vielleicht haben die auch schöne Wohnungen in guter Lage zu einem akzeptablen Preis. Die Wartezeiten sind sehr lang, das ist mir bekannt. Umso wichtiger ist es sich möglichst früh (heute?) dort anzumelden.

    New York ist bestimmt nicht günstiger als Berlin. Tim hat seine Wohnung(en?) aber in einem zu der Zeit nicht so beliebten Gebiet gekauft. Es muss auch nicht immer bei allen Quartieren preislich nach oben gehen. Daher solltest Du prüfen was für Dich wirklich wichtig ist und welchen Preis jeder Punkt grob kostet. So findest Du vielleicht eine Alternative. Ob die Wohnung dann teurer wird oder nicht spielt auch keine Rolle, solange Du dort dauerhaft glücklich bist.
    Ich habe Deine Antwort erst später entdeckt. Ein hohes Gehalt ist auch immer relativ zu den Kosten für Wohnraum zu sehen.

  11. Daniel

    @Kiev: Also so wie ich Junglas Aussagen deute, sollte man sich jetzt nicht fix an den 700000€ für die Wohnung aufhalten sondern zumindest infragestellen, ob man, insbesondere in Deutschland mit 42 wirklich sowas schaffen kann. Und ich gebe ihm diesbezüglich recht.

    Selbst wenn man annehmen würde, dass die Wohnung vor 10 Jahren „nur“ 250.000€ gekostet hat. Der typische Gutverdiener in Deutschland benötigt meines Erachtens mindestens Abitur + Ausbildung oder aber einen akademischen Abschluss. Das bedeutet, vor dem 23 Lebensjahr fangen die Wenigsten an überhaupt zu verdienen. Mit Studium (Nebenjobs mal außen vor) ist es meist noch später.

    Gehen wir mal von 25 Jahren aus. Ich kenne im persönlichen Umfeld niemanden, der hoch eingestiegen ist als Berufsanfänger. Deswegen würde ich mal schon hoch mit 20000€ Netto-Sparrate pro Jahr beginnen. Für die Masse der Bundesbürger schon utopisch hoch. Vielleicht verdient man später mehr, vielleicht am Anfang weniger.

    Nun müsste schon für die Wohnung allein knapp 13 Jahre gespart werden. Dann wäre die Person 38. Wo soll in 4 Jahren das 300.000€ Depot herkommen?

     

    Klar, machbar ist irgendwie alles. Abfindungen, Erbschaften, Vitamin-B bei der Firma in der man vielleicht einsteigt (hoch einsteigt). Ich glaube aber dass um bei diesem Beispiel zu bleiben, selbst das Ziel „das habe ich vielleicht mit 50“ schon sehr ehrgeizig gefasst ist. Die Immo-Preise haben sich ja sogar nochmals verschärft. Es würde dann wirklich nur für eine ETW auf dem Land oder aber mit weniger Zimmern in der Stadt reichen.

  12. Ex-Studentin

    Tim beschreibt den best möglichen Weg. Nicht unbedingt den Durchschnittsweg. Nach einem dualen Studium sind 60k im Jahr möglich (IGM-Tarif). Mit 18 Abi, mit 21 mit dem Ingenieurs-Studium fertig. Bleiben 21 Jahre, um mit 42 insgesamt 750k netto erhalten zu haben. Da sind Wohnung + 300k Depot durchaus drin. Obs jeder so durchzieht, steht auf einem anderen Blatt.

    Mein Plan sind die 100k Vermögen bis 30. Ab da kommen dann hoffentlich teure Kinder, die die Sparrate runterziehen. 🙂

  13. Hans Luger

    Das Problem ist, dass Tim kinderlos mit einem männlichen Partner ist. Das heißt damit können sich schon einmal alle Familien und Frauen nicht vergleichen, die heute egal ob USA oder Deutschland i.d.R. immer noch weniger bei gleicher Leistung verdienen.

    Tims Rechenbeispiele gehen also nur auf wenn man keine Familie gründen will oder bereits hat, bereits mit Grundkapital in den Zinseszins-Wettlauf durch zB Erbschaft oder Geldgeschenke der Eltern gestartet ist. Sonst bleiben nur ganz wenige Job uns besonders viel Glück an der Börse als Zielweg.

    Ich bin überzeugt, dass die konkreten Rechen-Tipps nur für 5% der Leser wirklich konkret umsetzbar sind, für den Rest bleiben es Motivationsreden vom je eigenen Standpunkt aus.

    Meine Ziele: finanzielle Unabhängigkeit mit 40 inkl.

    jährlich 4 Urlaube
    schöne Wohnung mit gerechnet mind. 25qm pro Person (2 EW, 2 Kinder = 100!) in Innenstadtlage
    gesundes Essen, frisch, bio, regional
    Mitgliedschaften in Sportvereinen
    Anschluss an neueste Technikangebote (Smartphone, iNet-TV, iPad)

    MfG Hans Luger

  14. KievKiev

    @ Daniel
    Das Immos gerade frustrierende Preise haben ist mir schon bekannt. Ich habe gerade erst wieder zwei besichtigt. Es gibt zum Glück ja sichere Alternativen wie die genannten Wohngenossenschaften. Ich kann nachvollziehen, dass man mit Familie einen festen Wohnort haben möchte. Das wollten wir auch. Ich kann auch nachvollziehen, dass man sich dort verwirklichen kann. Das ist in der Genossenschaft vielleicht nicht ganz so möglich wie im Eigentum. Die Frage ob ETW in der Stadt, Land, Haus usw. muss man ja dann immer abwägen. Am besten prüft man für seine Stadt welche Kosten auf dem Land notwendig sind. Wenn man in der Stadt zum Beispiel das KFZ nicht benötigt und man dort wohnen bleibt sollte man auch nicht vergessen das KFZ zu verkaufen. Ansonsten spart man die Kosten nicht komplett.
    Die Kosten auf dem Land sind je nach Dorf und Anbindung auch unterschiedlich. Ist eine SBahn oder Radfernweg vorhanden? Was kostet diese monatlich und wie viel Zeit dauert das Pendeln, oder geht es noch mit dem Rad (Pedelec? Sport inklusive). Ich kenne jemanden, der jeden Tag knappe 30km mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fährt (einfache Strecke, kein Pedelec). Es kann vermutlich niemand von uns mit ihm eine Rennradtour unternehmen, wenn es mal schnell gehen soll 😉
    20k dauerhafte Sparleistung ist schon ein sehr guter Wert. Die hatte ich beim Start trotz gutem Gehalt nicht ganz erreicht. Aber ich bin ja auch nicht alleine. Meine Frau verdient ja auch Geld. Der Zinsseszins ist noch nicht eingerechnet. Ich glaube, dass  mit dem Zinsezins in 17 Jahren bereits für eine Person dieser Wert mit den Daten zu erreichen ist. Habe es nicht berechnet. Die ETW sollte am besten recht spät gekauft werden. Bei weniger als 1.5% kann man sie ja auch gut finanzieren.
    Zu meiner Ansparzeit gab es noch Zinsen in der Höhe um 5%. Da spürt man den Zinseszinseffekt bereits nach ein paar Jahren. Heute ist dies schwieriger wenn man unbedingt ein Haus / ETW kaufen möchte. Wenn man alles in Aktien investiert kann es vor Erreichen des Zieles abrupte Einbrüche geben, die den Traum platzen lassen.
    Ich bin knapp 40 und habe anstatt meiner langfristig gewünschten 300k auch erst etwas mehr als 1k in Aktien investiert. Ich werde wie Du dafür bis 50 arbeiten müssen. Aber das ist doch eine hervorragende Leistung. Ich wollte eine Familie, Eigenheim, Garten. Ich habe alles bekommen. Dafür muss ich dann ein paar Jahre länger arbeiten. Wenn ich JETZT anfangen würde zu verkaufen und in eine Wohngenossenschaft umziehen würde, wäre ich schon mehr als frei. Es ist nicht so als gäbe es keine Alternativen. Ich möchte sie aber nicht und dann ist es ja auch in Ordnung, dass ich dafür noch arbeiten muss. Wir nutzen aktuell auch nur etwas über 100qm des MFHs. Dazu kommt der Garten. Wir werden in den nächsten Jahren noch etwas Wohnraum abknapsen. Die geringe Wohnfläche ist ein Preis, den wir für die Lage zahlen. Wir haben unsere Wünsche für uns bestmöglich abgedeckt. So kommen wir jetzt auf eine sehr hohe Sparraten und schaffen die Freiheit bis 50.

    Ich suche momentan weiterhin Immobilien, da ich eh noch 10 Jahre arbeiten muss und Erfahrung in dem Bereich habe und durch freie Grundschuld die Möglichkeit habe sehr günstig an Geld zu kommen. Das geht mit Aktien leider nicht. Würde ich aktuell aber auch nicht machen. Auf diese Weise kann ich das Vermögenswachstum mindestens um 800€ pro Monat erhöhen. Die 300k in Aktien werde ich auch mit neuen Einheit(en) hinbekommen.

    Ich habe mein Vermögen konzentriert in Geschäfte die ich beeinflusse. Ich mache sehr viele Dinge selbst. Dabei benutze ich billiges Geld. Ich habe durch die Schulden ein höheres Risiko und eine sehr gute Rendite. Alles hat seinen Preis.

     

  15. Daniel

    Ich bin knapp 40 und habe anstatt meiner langfristig gewünschten 300k auch erst etwas mehr als 1k in Aktien investiert. Ich werde wie Du dafür bis 50 arbeiten müssen. Aber das ist doch eine hervorragende Leistung. Ich wollte eine Familie, Eigenheim, Garten. Ich habe alles bekommen. Dafür muss ich dann ein paar Jahre länger arbeiten.

    Ich denke es ist nicht übertrieben wenn Du dir für deine bislang gebrachten Leistungen auf die Schultern klopfst. So wie ich das aus der Ferne deute hast Du nie über deine Verhältnisse gelebt und rational abgewogen was sinnvoll ist. Aber genau das meine ich ja. Du bist wahrscheinlich mehr als überdurchschnittlich dabei, aber auch noch ein gutes Stück vom Ziel weg.

    Wenn Du mit 50 aussteigst oder zumindest ruhiger trittst, bist du noch etliche Jahre früher aus dem Job als jemand der bis 65-70 durcharbeitet.

    Wie gesagt, es ist vieles möglich. Ich weiss aber nicht ob es unbedingt motivierend ist solche Beispiele von Menschen zu nehmen die 98% der Bevölkerung wohl nicht erreicht. Um beim Beispiel es 42 jährigen zu bleiben.

    Da bin ich ehrlich und fand die Leserbriefe interessanter die den „alltäglichen Wahnsinn“ schilderten mit allen Rückschlägen und Problemen und es dennoch geschafft haben aus ihrem Schuldenberg ein vergleichsweise kleines aber feines Depot von 50.000€ oder so anzulegen.

  16. Oliver

    Ich finde es immer wieder ein bisschen schwierig, wenn jemand mit so Pauschalargumenten daherkommt, eine 3-4 Zimmerwohnung würde 700k in Berlin aufwärts kosten. Da werde ich natürlich neugierig und schaue mal bei Immoscout und siehe da, diese Zahlen werden z.T. deutlich unterschritten. Die chicken Anzeigen dort sind tatsächlich in der Region, aber wenn man das jetzt von preislich unten sortieren lässt, kommen schon erstaunlich viele 3 Zimmerwohnungen mit etwa 70 m² ab 120.000 EURO zum Vorschein. Ich habe es nicht genauer recherchiert, wo die überall liegen und die unteren sind sicher nicht die Toplagen wie Berlin-Mitte, was natürlich hipper zum wohnen ist, aber genau da besteht ja der Unterschied zwischen den Leuten, die in der Lage sind, etwas anzusparen und den anderen, wo das Geld komplett für Wohnung/Auto/wasweißich weggeht.

    Und genau das schreibt Tim doch immer wieder: Halte deine Kosten im Blick. Kann ich voll bestätigen, obwohl ich bei weitem nicht so genügsam wie Tim bin. Ich wohne in einer 70 m²-Wohnung, meine Freundin ist auch öfters hier, hat aber immer noch ihre Wohnung. Ich miete, weil ich lieber mein Geld in Aktien investiert habe. Da bin ich flexibler und München wird in absehbarer Zeit für mich als Wohnort sowieso Geschichte sein.

    Ob man mit 40 die 700k zusammenhat, ist von individuellen Sachen abhängig, wie man sein Leben einrichtet. Die Frage ist: Muss ich das Ziel tatsächlich mit 40 erreicht haben, wenn ich in meinem Leben noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt bin, die einen noch höheren Stellenwert haben? Wenn ich z.B. gerne Familie leben möchte, oder einen etwas höheren Lebensstandard, trotzdem etwas spare und meine Arbeit gerne verrichte? Ein verhasster Job hat für mich etwas mit eigener Faulheit zu tun. Entweder war ich in der Schule stinkend faul, habe während meiner Berufszeit mich nicht weiter entwickelt oder ich verharre aus falschem Sicherheitsdenken in einem Job, der mich krank macht. Das hieße, mein erster Schritt wäre der Wechsel im Job, bevor ich über eine finanzielle Freiheit nachdenke, die vielleicht 10 – 15 Jahre in der Zukunft liegt.

    Hier schreiben im Gegensatz zu Sponforen bei den Finanzthemen fast ausschliesslich Leute, die in der Lage sind, eigenverantwortlich für ihre Finanzen zu planen. Das ist ein großer Unterschied zur Masse der Bevölkerung. Das heißt, das angeschnitten Angst-Thema im Artikel ist für die neuen Investoren wichtig, damit sie diese ablegen können. Für jemand, der schon einige Jahre gespart hat, ist es maximal ein mitlaufendes Thema bei evtl. Crashs, aber man hat die Gewohnheit, monatlich was zu sparen, schon angenommen. Wie lange es dauert, bis man sich zur Ruhe setzen kann ist abhängig von den Sparraten und den eigenen Ansprüchen. Das ist einfachste Mathematik und bei einigen sehr wenigen klappt es recht früh und bei anderen eben erst mit 51 (so wie bei mir) oder noch später. Andere haben erst später bei ihrer Rente ein schönes Zusatzeinkommen, dass es ihnen erlaubt, gemütlich vor sich hinzuleben. Egal, wie es rausläuft. Man befindet sich in einer wesentlich besseren Situation als hätte man gar nichts gemacht.

    Wenn jemand ehrgeizige Ziele hat, dann muss er das nowendige dafür tun. Das heißt, große Opfer bringen. Das muss jeder mit sich selbst entscheiden. Aber sich hinstellen und schreiben, jeder Hans Dimpfl kann mit 40 eine große Wohnung und ein großes Depot besitzen, ist halt nicht drin. Das kann der Hans nur, wenn er sehr gut verdient, eine Riesensparrate hat und äußerst diszipliniert ist. Eine 700k EURO – Wohnung geht da nur in absoluten Ausnahmefällen. Aber auch das geht, mit entsprechend Glück, Durchhaltevermögen und Kreativität sowie Risikobereitschaft. Es liegt immer an einem selber, was man erreichen möchte. Aber auch hier kann das Schicksal durch Krankheit, Berufsunfähigkeit und was immer dazwischen kommen. Nichts ist garantiert auf dieser Welt. Man kann nur versuchen, das beste zu erreichen. Aber genau das reicht in vielen Fällen, selbst wenn es nicht optimal läuft.

  17. Sparta

    @Jenni

    Wie viele duale Studiengänge mit anschließend 60 k € vor 21 Jahren gab es denn? Damals wären es 120 k DM für nen Absolventen gewesen…

    Wer hatte vor 21 Jahre mit 21 Jahren ein abgeschlossenes Studium??? Den „Bachelor“ gab es damals auch nicht.

    Sorry, dies Rückrechnungen und Dekaden Vorwärts-Rechnungen sind häufig schon traumwandlerisch rosarot!

    Sicherlich mag es ein paar wenige geben, mit idealen Bedingungen und Zufällen bis hin zu der Unterstützung vom Elternhaus mit Eigentum, Erbe etc.

    Selbst bei Oli / Frugalisten sieht man, dass die ca. 350 k  mit 40 ohne Wohneigentum und einem doch recht gutem Job und doch sehr sparsamer & langfristiger Lebensweise, keine riesigen Sprünge zulassen…

    Der Morningstar-Artikel…

    http://www.morningstar.de/de/news/167364/frau-bloom-schl%C3%A4gt-oliver-um-l%C3%A4ngen.aspx

    wird ja auch von manchen angegriffen… andererseits ist er durchaus einfach ein wenig realistisch geschrieben…

    PS: Bei kurzen Zeiträumen (<10/15 Jahren) ist es auch immer abhängig von der Börsenphase, welche Reich-Rechnerei-Formel mit welchem „virtuellem“ Zinssatz aufgeht…

  18. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Puh, Chefredakteur bei Morningstar und dann so ein haarsträubender Artikel?

    Nehmen wir an, dass Oliver einen Zinssatz von einem Prozent pro Jahr auf das Verzehrguthaben von 320.000 erhält.

    Damit disqualifiziert sich Herr Marsarwah…..

    Er hat sich augenscheinlich überhaupt nicht mit Olis Ansatz beschäftigt. Schade.

    Mit kommt zupass, dass ich mir überhaupt keine limitierenden Zielkorridore auferlege. Der Weg ist das Ziel. Stur und stetig sparen, investieren und dabei heute schon anders (als die Masse) besser leben.

  19. Ex-Studentin

    @Sparta

    Alles, was hier kalkuliert wird, ist rein theoretisch. Keiner kann die Börsenentwicklung vorhersehen, keiner kann mehr nachträglich etwas ändern. Die damaligen BA-Studenten hatten vermutlich keine so hohen Einstiegsgehälter, sind aber oftmals die Karriereleiter hoch gestiegen. Manche haben Gehälter über 100k brutto als Sachbearbeiter, die meine Generation bei gleicher Tätigkeit nicht bekommt. Bekomme so Geschichten von Kollegen mit, die Angehörige beim Daimler, Siemens und Co. haben.

    Ich rede mit ausgeschiedenen Kollegen sehr offen über das Thema Gehalt. In meiner Stuttgarter Blase verdienen die meisten mit Studium mit Mitte 20 60-80k aufwärts bei Daimler, Bosch, Mahle und Co. Solche Fälle sind auch nicht die Durchschnittsmenschen, aber keiner der anstrebt, FF zu werden, ist ein wirklicher Durchschnittsmensch.

    Wir werden alle mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben, das ist mir schon klar. Keiner weiß, ob er zwischendrin arbeitslos ist, krank wird, Angehörige unterstützen muss etc. Dennoch gibt es aus rein finanzieller Sicht für alles einen Weg, der aber meist auch mit Nachteilen, Risiken, Arbeit oder Verzicht verbunden.

    Mein Bruder hat z.B. gerade so einen Realschulabschluss geschafft, Elektriker gelernt und hat dann noch per Abendschule seine Hochschulreife nachgeholt und E-Technik studiert. Nebenbei trotzdem immer gearbeitet. Der hat mir Fleiß alles wett gemacht, was anderen in die Wiege gelegt wurde.

    Ich habe mir persönlich eingestanden, dass ich nicht bereit bin, alle Nachteile zu tragen (z.B. Auslandsaufenthalte, Reisetätigkeiten, Masterstudium etc) und verdiene dementsprechend weniger. Ich werde sicherlich nicht vor 60 in Rente gehen. Aber so ist es eben. Sollte ich es doch schaffen, dann nur weil ich mit Glück die richtige Aktie, die richtige Immobilie oder die richtige Verwandtschaft habe. Auch wenn das in meinem vorigen Beitrag nicht rauskam, ich versteife mich nicht so auf Zahlen. Wenn man wie Kiev die Kinder im Garten spielen sieht, hat man vermutlich eher das Gefühl alles richtig gemacht zu haben, als wenn man alleine das Knacken der 300k im Depot feiert.

     

  20. Sparta

    @Free

    Selbst die 3-4 % Rule ist bei der Anlagesumme nicht die Welt für einen 40-Jährigen ohne abgezahltes Wohneigentum.

    Ist ungefähr der Gegenwert eine Wohnung je nach Größe und Lage…

    Sorry, soll nicht überheblich rüber kommen!
    Sachbearbeiter mit 100 k finde ich dann doch eher dekadent, wenn nicht sogar betriebswirtschaftlich grenzwertig.

  21. Mattoc

    @Sparta

    Der Chefredakteur bei Morningstar hat sich gar nicht mit dem Thema beschäftigt. Das ist einfach nur schlecht.

  22. KievKiev

    @ Daniel

    Die Leserbriefe fand ich auch sehr schön. Es müssen sich nur neue Leser finden, die ihren Lebenslauf posten möchten. Die meisten hier im Forum haben vermutlich interessante Punkte die von der Norm abweichen. Ich mag aber auch Schilderungen von sehr erfolgreichen Menschen auf dem ein- oder anderen Gebiet. Da kann man Einblicke bekommen und für sich Rückschlüsse ziehen. Wenn man heute erfolgreiche Menschen sieht vergisst man zu leicht die harte Arbeit die zu dem Erfolg geführt hat. Jeff Bezos habe ich mir gestern angesehen (Link von Tim). Es ist schon beeindruckend wie zielgerichtet er seine Story und Visionen verfolgt.

    Ich finde auch Beiträge älterer Menschen interessant, die vielleicht einmal eine ähnliche Ausgangspositionen wie ich hatten. So kann ich zuversichtlich sein, wo die Reise hingeht. Das finde ich motivierender als zu sehen, dass alle gescheitert sind.

    Ich versuche mit meinen Beiträgen jüngeren Mut und Zuversicht zu geben. Ich möchte keinen mit den Zahlen verschrecken. Sie sollen ermutigen. Ich schwimme auch bestimmt nicht in Geld. Die neue ETW oder das MFH wird mit 100% finanziert. Ich schätze das Risiko ein und weiß bis zu welchem Preis / Mietverhältnis usw. ich gut über die 10 Jahre bringen kann. Es ist eine Konzentration von Vermögen oder Verbindlichkeiten, mit der ich mit fremden Kapital sehr hohe Renditen bekomme. Das geht nur bis zu einer gewissen Höhe. Es hängt vom bisher erreichten Vermögen und Einkommen ab. In meinem Fall möchte ich sehr günstig umschulden und einen neuen Hebel benutzen und gleichzeitig einen längeren Kredit von der Laufzeit bekommen, als meine derzeitigen.

    Ich möchte mir hier nicht auf die Schulter klopfen, auch wenn ich mit dem bisher erreichten sehr glücklich bin. Es ist immer schwierig die Lage darzustellen, dass man sich ein Bild machen kann. Ich finde Minimalismus und Frugalismus sehr hilfreich. Damit kommt man dann aber oft in die Schublade von einem armseligen Lebensstil. So ist es bei uns definitiv nicht.

    Oliver hat zu der Wohnung auch gerade einen sehr guten Beitrag gegeben. Dem stimme ich vollkommen zu.

    Wir wohnen zu viert auf etwas über 100qm. Das ist sehr wenig und der wesentliche Bestandteil unseren Erfolges. Wir haben aktuell trotzdem alles was wir brauchen. Es macht aber einen unglaublich großen Unterschied, ob man 150qm oder 100qm finanziert. Wir werden uns ein weiteres Zimmer und ein halbes dazu nehmen wenn wir es wirklich benötigen und auch einfach bezahlen können. Immerhin fallen dadurch ca. 450€ Mieteinnahmen weg. Ein zweiter wesentlicher Punkt ist, dass wir sehr viel selbst gemacht haben. Wir kommen fast an MMMs Projekte ran. Eine Solaranlage in Marke Eigenbau fehlt uns nur noch. Aber Stühle aufarbeiten, Wohnung renovieren, Schleifen, Fenster reparieren, Terrasse aufbauen, Hochbeete usw. haben wir schon umgesetzt. Es macht Spaß wenn man selbst Dinge erschafft oder zu neuem Leben erweckt.

    Bei uns gibt es sehr schöne Wohnungen von Genossenschaften. So eine Wohnung mit Garten in Freiheit wäre schon verlockend, aber unsere Wohnung ist perfekt für uns geeignet und unser zu Hause geworden. Den Preis müssen wir zahlen, weil wir es wollen. Ich könnte heute schon völlig frei sein, aber ich will es nicht (ohne große Veränderungen durchzuführen). Ich habe auch noch das KFZ, obwohl wir es eigentlich nicht brauchen. Es ist vieles machbar wenn man nur will. Ich finde es völlig ok, wenn man manches bewusst in Kauf nimmt und dann eben länger benötigt. Dann muss man sich aber auch nicht beschweren.

    @ Jenny

    Der Garten ist uns sehr wichtig. Es ist innerhalb der Stadt sehr schwer so etwas überhaupt zu bekommen. Ich hätte mir auch im Umkreis der Stadt vorstellen können zu wohnen. Eigentum ist auch mir Arbeit verbunden. Wenn man zur Miete wohnt muss man sich nicht um alles kümmern. Einen Garten kann man trotzdem haben. Es hängt davon ab was einem wichtig ist. Alternativ gibt es vielleicht auch Kleingärtenvereine als günstige Möglichkeit für einen Garten. Da kauft man sich einmalig ein und hat trotz ETW in der Stadt einen Garten. Dieser ist dann vielleicht 1-2km entfernt.

     

     

  23. KievKiev

    @ Sparta

    Der Artikel ist nicht ausreichend recherchiert worden. Oliver hat sein Ziel auch nicht in Stein gemeißelt. Er sagt selbst dass er nicht weiß wie sich vielleicht Dinge ändern werden. Er wird aber mit 40 Jahren bei Erreichen des Vermögens definitiv mehr Wahlmöglichkeiten haben als ohne. Da er gerne in der Softwareentwicklung arbeitet, bleibt er ja vielleicht auch in Selbstständigkeit bei interessanten Projekten dabei. Er kann ja so viel Zeit investieren wie er möchte. Er ist ja auch nicht alleine. Zusammen reicht es vielleicht auch für Eigentum und Vermögen.

  24. Mattoc

    @Kiev

    Die methodische Vorgehensweise in der Ansparphase und Entnahmephase wurde durch Oliver sinnvollerweise in Stein gemeißelt. Und genau diese methodische Vorgehensweise hat der Autor nicht verstanden.

  25. Junglas

    @Oliver

    Ich will gar keinen von meiner Ansicht bekehren.
    Ich will auch gar nicht Wohneigentum erwerben.
    Ich pauschalisiere nicht mehr oder weniger, wie die meisten anderen auch in diesem Blog. Das dient vor allem auch der Zuspitzung einer Meinung und hilft m.E. Dinge kurz darzustellen. Nichts anderes macht Herr Schäfer.
    Müssen Sie ein anderes Immoscout haben als ich. Ich habe nun auch mal geschaut und finde keine Wohnung ab 3 Zimmern zu dem Preis. Die „günstigsten“ starten bei TEUR 135 und sind vermietet. In Berlin ist die Eigenbedarfskündigung meist ausgeschlossen. Die erste bezugsfreie Wohnung startet bei TEUR 170 und diese ist ein Hochhaus in einem absoluten Problemviertel. Ich möchte gerne denjenigen sehen, der dort mit seinen Kindern freiwillig hinzieht.
    Bis TEUR 300 und unvermietet werden einem ganze 62 Wohnungen für ganz Berlin angezeigt. Dabei sind dann aber auch Rohlinge, Lockangebote und zuvor genannte „Wohnträume“.
    Bin ich nun mal der Meinung, dass in Deutschland für einen „durchschnittlichen“ Arbeitnehmer nicht möglich ist, dass im Artikel genannte Ziel zu erreichen (ohne Erbe, Lottogewinn o.ä.). Gegenteiliges konnte auch nicht aufgezeigt werden. In diesem Blog werden ständig Brutto- und Nettorenditen durcheinander gebracht. Letzteres ist für Privatleute aber entscheidend. Es werden die Besteuerung von Rentenerträge, Krankenversicherung u.ä. außen vor gelassen. In einem Satz Gehälter und Renditen werden hochgerechnet und Kosten, Lebenswirklichkeiten runtergerechnet. Das ist für mich nicht schlüssig und motivierend.

     

  26. Sparta

    @Mattoc & Kiev

    Der Artikel ist nicht ausreichend recherchiert worden.“

    Gut, dass hier im Blog Research & Sachlichkeit vor der eigenen emotionalen Lebenswirklichkeit, Vorurteilen & Ignoranz stehen… 😉

    Als Randgruppe mit ähnlicher Weltanschauung ist es bei emotionalen Wesen klar, dass diese auch ähnliche Vorurteile teilen.

    @Kiev

    Ich bestreite nicht, dass Oli mehr Wahlmöglichkeiten mit einer gewissen finanziellen Absicherung hat.

  27. KievKiev

    @ Mattoc

    Den Plan setzt er sehr methodisch um. Ich meine zu Kindern und was im Leben noch auf einen zukommt hat er mal gesagt, dass er nicht alles abschätzen kann. Er ist auch erst 29. Die Ausgaben für das komplette Leben abzuschätzen ist vielleicht auch etwas schwierig. Er hat aber schon ein Sicherheitspolster in die Kalkulation eingebaut.

    Aber auch hier wird das Vermögen in jedem Fall weiter helfen. Vielleicht ist das Leben mit Kindern doch etwas teurer als erwartet, oder er will vielleicht etwas mehr Zeit mit den Kindern verbringen und spart dadurch weniger. Man kann auch Entscheidungen im Leben überdenken. Manche Bedürfnisse und Wünsche ändern sich auch. Mit einem festen Modell kann man die Auswirkungen darauf prüfen und entscheiden in welcher Form man was machen möchte. Ich kann Dir nicht unsere monatlichen Kosten auf Lebenszeit fest benennen. Aber ich kann mir ein Modell berechnen mit dem ich mich sicher fühle und es dann umsetzen.

    Ich werde mit 50 Jahren auch noch einmal neue Abschätzungen machen wie und in welcher Form ich weiter „arbeiten“ möchte. Die Schätzung ist aber auch nicht so schwierig, da es ab ca. 67 Jahren noch einen weiteren Zuschuss gibt. Ich kann auch sicher eine längere Zeit unterhalb meiner Komfortzone leben, aber von 60-90 möchte ich dies nicht. Bei mir sind bis dahin so viele Dinge im Wandel, dass es zu schwierig ist.

    Vielleicht entdecke ich ja auch noch ein Arbeitsgebiet für das ich Leidenschaft habe und für das ich brenne. Wenn der Erfolg ohne ein Gefühl von Arbeit zu erreichen ist, was will man mehr? Dies ist mir bisher nicht gelungen. Ich vermute auch, dass mir das nur in Selbstständigkeit oder einem eigenem Unternehmen gelingen kann.

  28. Insider

    Junglas es muss ja keiner hier lesen . Hier wird durchaus kritisch kommentiert .

    Tim nannte ja nur Beispiele,  die so sicher zutreffen können. Dass die FF zumal unter 50 nicht einfach und auch nicht ohne das nötige Glück schaffbar ist , ist wahrscheinlich den meisten hier klar .

  29. Oliver

    @Junglas

    Selbst, wenn es 135.000 EURO wären, ist das immer noch ein Unterschied zu 700.000 EURO. Wenn ich ehrlich bin, finde ich eine solche Zuspitzung nicht sonderlich hilfreich. Es provoziert mehr und hilft niemanden weiter.

    Trotzdem mal der Link, den ich bei Immoscout bekommen habe:

    https://www.immobilienscout24.de/Suche/S-4/Wohnung-Kauf/Berlin/Berlin/-/3,00-

    Vielleicht hast du nur ein bisschen anders gesucht. Aber ob jetzt der Link oder deiner ausschlaggebend ist, ist in der Sache nicht wirklich weiterführend. Du machst dich mit unverhältnissmäßigen Zahlen unglaubwürdig und das ist eigentlich schade.

    Was Tims Ziele betrifft: Jeder hat eine eigene Lebenswirklichkeit. Danach richten sich zum einen die Ziele, zum anderen auch das, was man als „normal“ ansieht. Ich habe eine Bekannte, für die ist ein Monatseinkommen von 8.000 EURO normal, weil so niedrig. Sie selber verdient 20.000 EURO. Da ist dann auch der Urlaub in Australien oder der regelmäßige Kurztripp nach New York oder Mailand normal. Mein alter Vermieter aus der Studienzeit betrachtete 20.000 DM in den 90ern als Kleingeld, da er mit dem bisschen Geld keine vernünftige Reparatur an seinem Haus in Starnberg vornehmen konnte. Die 3.000 DM Rente aus seiner Ärzte-Rentenkasse war für ihn ein bisschen Trinkgeld, nicht der Rede wert. Er sah sich übrigens nicht als reich an (ich habe ihn immer gerne damit aufgezogen). Nein, sein bester Freund war reich. Der besaß 200 Eigentumswohnungen in Stuttgart.

    OK, das sind ganz andere Sichtweisen, als sie der durchschnittliche Bewohner Deutschlands hat. Für die war oder ist das aber „normal“. Kann man nicht nachvollziehen, wenn man nicht selber jemals in der Situation gewesen ist.

    Ich bin gegenteiliger Ansicht, was für einen „durchschnittlichen Arbeitnehmer“ (wie definierst Du das?) möglich ist. Nehmen wir doch einen unterdurchschnittlichen Arbeitnehmer vom Einkommen wie z.B. eine Friseuse. Sagen wir eine sparsame, die monalich 100 EURO sparen kann und diese in Wertpapieren anlegt mit 6-7% Rendite. Nach 40 Jahren hat die inflationsbereinigt ca. 250.000 EURO +- einer Schwankungsbreite von 20%, weil man die Wertpapiermärkte nicht voraussagen kann. 10 Jahre weiter wären es dann ca. das doppelte. Das ist der Zinseszins. Und der schlägt leider erst in den späten Jahrzehnten zu. Das ist für jeden – nicht nur einer Friseuse – massig viel Geld.

    Jetzt machen wir es mal richtig schnöselig und wir haben einen Zeitgenossen, der 5.000 EURO/Monat sparen kann. Rendite durchschnittlich 7% (OK, das ist ziemlich optimistisch). Nach 10 Jahren bis Du bei 860.000 EURO  bei einer eingezahlten Summe von 600.000 EURO. Das ist zwar richtig stattlich, aber das meiste ist eingezahlt, nur 260.000 EURO wurden erwirtschaftet. Bei 20 Jahren schaut die Sache schon ganz anders aus. Man hat 1.200.000 EURO eingezahlt und das Gesamtvermögen ist etwas über 2.500.000 EURO. Das heißt, hier hast Du 1.300.000 EURO dazu gewonnen. Deswegen bringt 10 Jahre Sparen den meisten noch lange nicht so viel, wie sie gerne hätten. Das Kapital kann noch nicht lange genug arbeiten und es ist in den ersten 10 Jahren kein nennenswerter Kapitalstock vorhanden. Deshalb gibts nur die Möglichkeit, früh anzufangen, um dann vielleicht bei 40 Jahren tatsächlich schon 15 – 20 Jahre dabei zu sein. Das sind die wenigsten, von daher ist das mit der abbezahlten Hütte von 700 kEURO und dicken Depot mit 40 schwer. Aber längerfristig wirds einfacher, weil man auch als Angestellter, der nicht top verdient, genau von diesem Zinseszins profitieren kann.  Es ist also mehr möglich, als Du dir vorstellst, aber natürlich bringt einen die Euphorie keine Zahlen, die mit den Sparraten nicht erreichbar sind.

    Wie gesagt, alles einfache Mathematik. Geh das mit dem Zinsrechner und deinen Möglichkeiten durch und dann wirst Du deine Bandbreiten bekommen. Langen die dir nicht, dann musst Du schauen, dass Du entweder die Einnahmen erhöhst oder Ausgaben kappst. Wenn es dann immer noch nicht klappt, musst Du deine Ziele realistischer stecken. Nur was dabei am Ende herauskommt, liegt an deiner Sparleistung und an deinem Gespür, möglichst effizient mit deinem vorhandenen Geld umzugehen, um möglichst viel anlegen zu können, falls Du das möchtest. Geschenkt wird es dir nicht, das ist schon klar. Und wenn der Aktienmarkt selbst langfristig nicht so will, wie wir wollen, dann kannst Du auch nichts machen. Eine Garantie gibt es nicht.

  30. Sterbai

    @Mr B

    habe die Juniordepots bei Flatex. Bin sehr zufrieden mit der Übersicht. Die (deutschen) Dividenden werden schön Kostenfrei verbucht, und jedes Kind hat sein Freibetrag.

    Meine Jungs haben nur Einzeltitel, Etwa Wachstumswerte wie Sixt und  Fielmann. Die Kinder, zumindest der Große mit 8 Jahren, kann damit auch mehr anfangen als mit nem ETF.

  31. Sterbai

    @Junglas

     In Berlin ist die Eigenbedarfskündigung meist ausgeschlossen.

    Warum? Gibt es in Berlin Nur Härtefälle bei den Mietern?

  32. Junglas

    @ Sterbai

    Das ist eine gesetzliche Regelung bei Wohnraum, wenn

    Die Wohnung in WEG umgewandelt wurde oder in einem
    Milieuschutzgebiet liegt. Beides trifft auf fast alle Wohnungen, die zum Verkauf stehen zu.

    @ Oliver

    Ich kann die Wohnung in Ihrem Link immer noch nicht finden. Bei mir tauchen 55 qm Wohnungen auf oder Wohnungen in der ZV. Wer wirklich glaubt, dass eine Wohnung in der ZV zum 2/3-Verkehrswert verkauft wird, der macht sich die Realität, wie es ihm gefällt.

    So scheinen hier auch die Rechnungen zustande zu kommen.

  33. Oliver

    @Junglas

    Das ist kein Wettbewerb für die billigste Wohnung in Berlin. Ich habe nur die Diskrepanz zwischen 700.000 EURO und dem tatsächlichen Immobilienmarkt aufzeigen wollen. Ich selber habe mir noch nie eine Immobilie gekauft und werde das aller Voraussicht auch nicht mehr tun. Meine Schwerpunkte liegen woanders.

    Was mich verwundert ist dieser Satz bei dir: Ich mach mir die Realität, wie sie mir gefällt.

    Nichts für ungut, aber unnütze Preisvergleiche zu ziehen, die total übertrieben sind, bringen keinen wirklich weiter. Das ist für mich von der Realität genauso weit entfernt wie wenn einer schreibt, die von mir beschriebene Friseuse hat in 10 Jahren eine Wohnung für 300k und ein Depot mit 500k durch eigene Sparleistung.

    Da Du aber so extrem unterwegs bist, hier ein Link für eine 4-Zimmerwohnung in Berlin-Erkner (wo auch immer das liegen mag):

    https://www.immobilienscout24.de/expose/93052630?referrer=RESULT_LIST_LISTING&navigationServiceUrl=%2FSuche%2Fcontroller%2FexposeNavigation%2Fnavigate.go%3FsearchUrl%3D%2FSuche%2FS-4%2FWohnung-Kauf%2FBerlin%2FBerlin%2F-%2F3%2C00-%26exposeId%3D93052630&navigationHasPrev=true&navigationHasNext=true&navigationBarType=RESULT_LIST&searchId=16d44a19-f2ac-36fa-8957-51064e289fe5#/

    In dem Ding kann man selber wohnen, wenn man das Bedürfnis hat. 70 m² für 99.000 EURO. Wers mag, kanns kaufen.

    Ich beende aber hier mal die Wohnungssuche in Berlin. Obwohl ich Berlin durchaus mag, plane ich nicht dorthin zu ziehen. Von daher für mich Zeitverschwendung.

    Grüße
    Oliver

     

     

  34. KievKiev

    @ Junglas

    Ich dachte Wohnungen zum Kauf sind eh nicht interessant für Dich? Die Sperrfrist beträgt in Berlin satte 10 Jahre. Auch die Zeit geht vorbei. Ich nehme mal an, dass die Vermieter von heute die WEG Wandlung bereits durchgeführt haben bevor einzelne Wohnungen verkauft werden. Der Mieter hat in dem Fall ein Vorkaufsrecht. Das könnte auch ein Hacken sein. Trotzdem wird sich in Berlin eine Wohnung in moderat zu teurem Rahmen finden lassen. In einem Top Rendite Objekt möchte man vermutlich selbst nicht wohnen.

    Falls ich unter den harten Bedingungen in Berlin heute ein MFH kaufen würde und ein Einzelverkauf von Einheiten in Frage käme, so würde ich wohl direkt eine WEG Teilung durchführen. Vorher würde ich noch den Mist mit dem Mileu prüfen, ob das auch möglich ist.

    Ein Verkauf einer Einheit käme für mich vor 10 Jahren eh nicht in Frage, das passt ja dann ganz gut. Da es die Regelung schon länger gibt sind vermutlich schon andere auf die Idee gekommen und haben bereits WEG Wandlungen durchgeführt. Solange die Nachfrage in dem Maße besteht werden die Preise in Berlin steigen. So funktioniert Marktwirtschaft. Die Mieten werden nachziehen müssen.

  35. Mr. B

    @ Sterbai, danke für die Rückmeldung. OnVista hat mir heute mitgeteilt, dass sie keine Depots für Minderjährige eröffnen.

  36. Thorsten Rohweder

    Immos in Balkungsgebieten werden die nächsten 20 Jahre nicht billiger. Sie sind nicht „momentan teuer“. Wer darauf setzt, dass die Preise fallen und wartet, wird vermutlich vergebens warten.

  37. Kia

    „Es gibt zum Glück ja sichere Alternativen wie die genannten Wohngenossenschaften“ ? ? ?

    in den letzten drei Jahren habe ich es bei sämtlichen Genossenschaften im Umkreis von 25km probiert. Folgende Probleme gibt es dabei:

    1)  überhaupt nur eine einzige hat neue Mitglieder aufgenommen. Wartelistenplatz nach drei Jahren ca. Nr. 400

    2) Die Wohnungen die ohne Mitgliedschaft angeboten werden sind noch teurer und schlechter als bei großen AG’s . Und Kinder usw. finden die meist auch doof

    3) Viele Wohnungen sind WBS gebunden. In unserem Fall waren es mehr als 90% der freigewordenen Wohnungen. Wir haben aber keinen WBS.

    Ich habe jetzt drei Jahre lang monatlich, immer zum Monatsanfang wenn die Kündigungen eingehen, bei einigen Genossenschaften „Klinken geputzt“ und gebe es jetzt auf denn es frustriert mich.

     

     

    @ Tim

    klasse Thema. Ich bin Profi im angst haben. Aber so kam ich überhaupt erst zum sparen und investieren. Und wenn ich nachts nicht schlafen kann beruhigt es mich ins Konto und Depot zu schauen 🙂 .

  38. Mattoc

    @Thorsten

    Woher weißt du das?

    Und wenn du schon dabei bist, aus entspannter Position im Garten ein solches Statement rauszuhauen, 😉 wie geht es denn mit Aktien und Gold in den nächsten 20 Jahren weiter?

  39. Michael W

    Ich denke, dass diese ganzen „Du brauchst so viele Jahre bei X Einkommen“ ziemlich stark von den Lebenshaltungskosten und der Rendite an der Börse abhängt. Bei 25.000€ Jahresgehalt Netto und 15.000€ Kosten bleiben 10k pro Jahr zum investieren. Jahresrendite von 40%+ eventuell auch mit Hebelspekulationen, dann ist man mit 40 Jahren nicht nur finanziell frei sondern Superreich und mit 50 Jahren eventuell schon Milliardär wenn man das denn will. Etwas hoch gegriffenes Beispiel, aber es zeigt dass man bei geringem Gehalt mit entsprechender Sparsamkeit, Börsenerfahrung und Risikotoleranz auch zum Ziel kommen kann.

    Der Weg den Tim beschreibt ist der sicherste Weg. der Weg, der für viele Menschen in der Mittelschicht möglich ist. Dass man selbst ein Unternehmen gründet, Aktien wie bekloppt zockt oder beim Glücksspiel gewinnt sind einfach selten und daher schwer als Beispiel zu nehmen. Tim hat es schon gut und passend in seinen Texten formuliert.

  40. Heiko

    @ Oliver:

    Du hast sicher recht, dass es nicht 700.000 sein müssen, aber momentan gibt es wirklich keine Schnäppchen oder wenn, dann nur mit Beziehungen.

    Bei einem solchen Angebot, wie:

    https://www.immobilienscout24.de/expose/93052630?referrer=RESULT_LIST_LISTING&navigationServiceUrl=%2FSuche%2Fcontroller%2FexposeNavigation%2Fnavigate.go%3FsearchUrl%3D%2FSuche%2FS-4%2FWohnung-Kauf%2FBerlin%2FBerlin%2F-%2F3%2C00-%26exposeId%3D93052630&navigationHasPrev=true&navigationHasNext=true&navigationBarType=RESULT_LIST&searchId=16d44a19-f2ac-36fa-8957-51064e289fe5#/

    sollten eigentlich alle Alarmglocken klingeln. Ich würde die Wohnung nicht als günstig bezeichnen. Immerhin sind es von dort bis in die Innenstadt 60 Minuten (mit ÖPNV, mit Auto eher deutlich länger) und warum der Makler eine solch unterirdische Bewertung hat, kann man auch nur erraten. Ich habe da so einen Verdacht, wenn mit „guter Lage“ geworben wird und mit keinem Wort erwähnt wird, dass sich die Wohnung in der Einflugschneise zum (noch nicht in Betrieb befindlichen) zukünftigen Hauptstadtflughafen befindet, mit Flugverkehr alle paar Minuten 😉

  41. Kia

    Der größere Haken ist wohl, das es ein DDR- Plattenbau ist aus den letzten Metern. Mehr Altlast als Wohnraum. Das kauft keiner. Und in Berlin liegt der auch nicht. Soetwas kann man dort für 300€ kalt o.ä. mieten.

    In Berlin-Mitte werden Plattenwohnungen ja hip aber vom kaufen würde ich auch abraten. https://www.jeder-qm-du.de/zu-besuch-bei/plattenbewohner/

  42. Michael

    Tim’s Zahlen sind schon realistisch.

    Ich bin ein bisschen älter als 42 und habe meine 3-Zimmer-Wohnung in einer süddeutschen Großstadt vor 12 Jahren gekauft , finanziert mit Bankdarlehen mit 10-jähriger Zinsbindung und großzügiger Sondertilgungsregelung.

    Die Wohnung ist seit drei Jahren abbezahlt und meine Sparrate fließt wieder in’s Depot. Geholfen hat ein bewußter, aber nicht „minimalistischer“ Lebensstil.

  43. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Kia

    Ich kenne einige Leute mit enormen Ängsten. Angst vor U-Bahn, Menschenmassen, Veränderung, Sport, Diät, Flugzeug, Urlaub, Meer, Prüfung, Vortrag…. Angst vor Erfolg haben ganz viele Menschen. Ich kenne etliche, die eine Beförderung abgelehnt haben (weil sie Angst vor der Verantwortung/neuen Umgebung haben).

    @ Michael W

    Danke.

    Der Weg in die Freiheit ist leicht: Einfach eine schöne Sparquote haben und in ETFs sparen.

    Das Problem der meisten in der Mittelschicht aber ist: Sie sind konsumgeil. Das gesamte Gehalt wird rausgeballert. Schau Dich im Büro um. Mehr oder weniger weiß man grob, was die Kollegen verdienen. Aber über die Sparquote redet keiner. Weil sie 0 Euro sparen. Alle wollen sie die nächste Gehaltserhöhung bekommen, damit sie mehr konsumieren können. Das ist das Problem. Es ist nicht die Gehaltshöhe das Problem, sondern die Sparquote.

    Und wenn das Geld nicht reicht, gibt es Ausreden: Dann ist der angeblich „doofe Chef“ schuld oder ein Kollege. Oder es sind die Flüchtlinge schuld. Dabei ist die Wohnung mega-groß, das Auto protzig, der Urlaub luxuriös, die Kleidung immer modisch. Die Schränke platzen aus allen Nähten.

  44. irene

    Ich denke schon dass Tims Szenario möglich ist, es erfordert aber viel Disziplin. Und es ist definitiv leichter wenn man keine Kinder hat.

    Allerdings hat es mit dem Leben der meisten Menschen schlicht nichts zu tun. Die meisten geben ihr Geld gerne aus, zumindest sind das meine Beobachtungen im sozialen Umfeld. Über das sparen oder Vorsorge macht sich kaum jemand Gedanken, Eigenkapital für Immobilien ist oft auch kaum vorhanden.

    Rückblickend muss ich sagen dass ich deutlich mehr hätte sparen können, obwohl mir das schon immer wichtig war. Es ist wirklich erstaunlich wie viel man durch nicht kaufen erreichen kann. Das allerdings über Jahre durchzuhalten wird schwierig, da mache ich mir nichts vor. Und auf manche Dinge möchte ich schlicht nicht verzichten: eine schöne, helle Wohnung, Urlaub und ab und zu mal ein schönes Kleidungsstück.

  45. Finanz-Skills

    Die Angst. Das alles dominierende Gefühl.

    Angst schärft aber auch unsere Sinne und hält uns wach.

    Ich finde es sehr wichtig auf dem Weg zum Ziel, dass wir den Umgang mit unseren Ängsten erlernen.

    Wir Menschen neigen leider all zu oft dazu ungeliebte Emotionen zu unterdrücken oder auszublenden.

    Von Dietrich Bonhoeffer stammt das Zitat:

    „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“

    Wenn uns dann eben doch einmal ein Fehler passiert ist, hilft es sicherlich diesen mit Humor und etwas Leichtigkeit zu nehmen.

    Marlene Dietrich sagte einmal:

    „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.“

    Aus Angst vor Veränderung verharren wir sonst in unserem Leben.

    Johanna

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