Die meisten Menschen leben ein typisches Konsumentenleben: Schulden, Plunder, Protz. Nur Sonderlinge gehen einen anderen Weg


New York, 17. September 2018

Ein Leben unter Palmen? Die Masse versteht den Traum der finanziellen Freiheit nicht. Sie will den Weg der Entbehrungen nicht gehen.


Vergiss Protz-Häuser! Vergiss flotte Neuwagen! Vergiss teure Urlaube! Jage einem anderen Traum hinterher. Dem Traum der Freiheit. Der finanziellen Freiheit. Einem Leben mit weniger Plunder, aber dafür mehr Freiraum.

Für mich spielen teure Restaurants oder schicke Modegeschäfte keine Rolle. Ich bin froh, wenn ich damit nichts zu tun habe. Teure Hummer essen oder Cocktails an der Bar schlürfen – das ist nicht mein Ding. Aber viele Menschen leben so Protz-Leben. Sie teilen dieses Leben auf Instagram und Facebook anderen mit. Sie zeigen ihre schönen Uhren, Autos, Schuhe, Smartphones, Reisen… Oft ist es nur eine Fassade. Es ist mit erheblichen Ausgaben verbunden. Das wird gerne übersehen.

Leute blenden die hohen Kosten der Großstadtwohnungen ebenso aus. Wenn ich diesen enormen Konsum sehe, bekomme ich eine erdrückenden Angst. Ich frage mich: „Wie können sie sich so eine Wohnung bzw. Haus in einem trendigen Viertel leisten?“ Ich finde die Vorstellung der finanziellen Freiheit viel attraktiver.

Ja, die ganze Protzerei ist albern. Dem Nachbarn ist doch egal, was für ein Auto du fährst, er ist mit seinem eigenen Protz-Auto so beschäftigt. Diese Konsum-Prahler merken nicht, dass sich ihr Ruhestand immer weiter nach hinten verschiebt.

Gewiss, die Freiheits-Fans sind eine kleine, aber wachsende Gruppe. Hier im Blog tummeln sich einige im Alter von zwanzig und 35 Jahren. Sie streben an, so schnell wie möglich die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Sie haben mitunter das Ziel, sich von der Arbeit zurückzuziehen. Oder sie wollen zumindest die Freiheit erreichen, um frei wählen zu können, was sie tun werden. Sie denken über Reisen, freiberufliche Tätigkeiten, Halbtagsjobs nach. Beliebt ist zum Beispiel das Dasein als digitaler Nomade im Ausland geworden.

Sie arbeiten hart, sie leben sparsam, sie sparen aggressiv. Meist kaufen sie ETFs. Sparquoten von 50 Prozent haben einige. Es sind nicht jene, die „In 100 Tagen zum Millionär“ wurden. Sondern es sind jene, die durch stetiges ETF-Aktiensparen es schaffen werden.

Es sind nicht jene, die in einer Protz-Immobilie leben, sondern bodenständige, genügsame Menschen. Es sind Sparnaturen ohne Schulden.

Die Bewegung wächst. Es ist ein Kontrast zur allgemein akzeptierten Sichtweise der Hoffnungslosigkeit. Es gibt heutzutage Millionen Konsumenten, die jammern. Ihnen reicht das Geld nicht, aber sie haben auch wenig Energie und Motivation entwickelt, um an ihrer Situation etwas zu ändern. Ja, viele Bürger stehen vor finanziellen Herausforderungen. Es gibt reelle Herausforderungen. Aber ich vertrete die Ansicht, dass man sein Leben ändern kann. Es sind für die Freiheits-Philosophie harte Entscheidungen nötig, um die Kontrolle über deine finanzielle Zukunft zu gewinnen. Ich lebte lange Zeit in WGs und hab seit 13 Jahren kein Auto mehr. Nicht jeder mag so etwas machen.

Die Idee, bis zu 68 zu arbeiten, zwei Stunden am Tag zu pendeln, klingt nicht allzu spassig. Zumal die staatliche Rente immer mickriger ausfällt. Ich finde es eine tolle Idee, für das Leben verantwortlich zu sein, indem du finanziell unabhängig(er) wirst, um das zu tun, was du willst.

Es gibt reichlich Menschen, die ihr ganzes Leben in einem Job arbeiten, den sie nicht mögen. Sie machen es nur für das Geld, um Miete, Essen, Pendeln, Familie zu bezahlen, während sie keine Kontrolle darüber haben, wie sie ihre Zeit verbringen.

Gerade junge Menschen geraten schnell in die Schuldenfalle.

Es muss einen anderen Weg geben. Ich koche anstatt auszugehen. Ich lebe auf einer Mini-Fläche. Es geht darum, ein zufriedenes Leben zu entdecken, das nicht dein gesamtes Einkommen aufsaugt, denn das wird dich nirgendwohin führen. Ich habe lange Zeit weiter wie ein Student gelebt, obwohl ich keiner mehr war. Einige Anpassungen des Lebensstils sind hilfreich: Was du tust. Was du kaufst. Wie du reist. Wie du dich kleidest…

Ich mag die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich gehe gerne zu Fuss – selbst weite Strecken. Ich mag Discounter wie Lidl, Aldi oder die Pendants in den USA. Dort kannst du gutes Essen kaufen. Du brauchst für die Freiheit eine Vision. Du brauchst eine enorme Geduld, um das Ziel zu erreichen, was vielen Leuten nicht passt.

Je weniger du ausgibst, desto weniger Investitionen benötigst du, um diese Ausgaben zu decken. Desto schneller wirst du finanziell frei. Es gibt Leute, die stellen den Traum der Freiheit als kindisch dar. Aber es ist machbar. Es ist schwer – gewiss. Aber es ist alles andere als kindisch.

Es ist rational leicht zu verstehen. Angenommen, Du hast zwischen 1977 und 2018 jedes Jahr 10.000 Euro stur und stetig in den Aktienmarkt investierst, dann hast Du circa sieben Millionen Euro.

Die Freiheit können viele nicht mit der Familie und Freunden besprechen. Die Masse lebt ein typisches Konsumleben.

Wer sich für ein Leben frei von Schulden und mit aggressiver Sparquote entscheidet, ist ein Sonderling. Du hast dafür die Möglichkeit einen Vollzeitjob zu verlassen. Es ist schwer zu erreichen. Im Endeffekt musst du entscheiden, was du willst. Grundsätzlich stößt das Freiheitsstreben auf wenig Gegenliebe. Es gibt in der Gesellschaft einen Groll und Argwohn oder einen leichten Pessimismus („Das ist Blödsinn mit der Freiheit“).

Mein größtes Hobby ist nicht, mein Reinvermögen auszurechnen. Es ist nur ein Hilfsmittel für einen anderen Lebensentwurf. Hast Du die Freiheit erreicht, willst du sie nur beibehalten. Die exakte Depotgrößte spielt keine Rolle.

Mit meinem Umfeld kann ich kaum über das Depot/Geld sprechen. Ich kann selten über Gehalt, Frührente oder Investitionen mit engen Freunden reden. Wenn du über dein Vermögen oder dein Freiheitsziel sprichst, endet das meist unangenehm. Jemand fühlt sich unweigerlich auf den Schlips getreten.

Hier treffe ich mich in New York mit Gleichgesinnten. Wir tauschen uns aus. Es sind finanziell Freie (oder auf dem Weg dorthin).

Was dir hilft, wenn Du ein substanzstarkes Depot aufbauen magst, ist: Finde Leute im Internet, die das erreicht haben oder auf dem Weg dorthin sind. Ich gehe jeden Monat zu FIRE-Treffen auf dem Broadway. Dort tauschen sich Gleichgesinnte aus. Es ist motivierend, andere kennenzulernen, die auf dem Weg dorthin sind oder es geschafft haben.

Der Verzicht auf heutigen Konsum ist der Trick. Es ermöglicht es dir, dank des Zinseszinses, früher finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Zumindest kannst so so früher in den Ruhestand als die Masse. Ob du eine echte Freiheit oder eine Teilfreiheit erreichst, es ist beides ein schönes Ziel. Limitiere deinen Konsum. Gewinne die Kontrolle über dein finanzielles Leben. Es erfordert Opfer. Es ist ein Lebensstil, der nicht jedermanns Sache ist, aber für diejenigen, die ihn annehmen, ist der Vorruhestand die Belohnung. Ich weiß nicht, was schlecht daran sein soll mehr Freiheiten im Leben zu haben.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Die meisten Menschen leben ein typisches Konsumentenleben: Schulden, Plunder, Protz. Nur Sonderlinge gehen einen anderen Weg

  1. Diana H

    Danke Tim, ich werde tatsächlich nicht müde es so oft zu lesen. Ich kann mir gut vorstellen wie es in New York konsumtechnisch zu geht und das wir Europäer bereits gut nachziehen. Ich war am Wochenende auf einer Feier und da ist auch einer dabei, der den Titel „Clown“ verdient hat. Im Moment baut er ein Haus und prahlt (ungelogen) fünf mal an diesen Nachmittag noch damit rum, wohin er noch alles fährt. (Skiurlaub, Wellnesswochenende, Urlaub mit Kindern im Kinderhotel)…wohlgemerkt die Urlaube bis Februar! Der Witz dabei, mein Freund und ich werden wie die armen Leute betrachtet, denen man unter die Arme greifen muss. Wir wohnen in einer kleinen Wohnung, haben uns für Kindergarten-frei entschieden und arbeiten daher aufgeteilt. Nein, ich bin keine Beamtin und mein Freund kein Manager …aber wir haben auch keine Viertel-Million-Schulden….

     

    PS.: Die „anonymen FIRE-ler“ klingt spannend. Schreib gern mehr darüber.

  2. Olly Wood

    Hi Tim,

    wieder mal ein sehr schöner Artikel….genau auf den Punkt !

    Ja, die Sache mit dem „drüber reden“ kenne ich auch zur Genüge. Es ist wirklich schwierig sich über Finanzielle Freiheit / Aktien etc. mit anderen aus zu tauschen. Scheint ein ziemlich abwegiges Hobby / Gedankenkostrukt zu sein 🙂 Nach meiener Erfahrung haben sich die Leute so sehr an den Konsum und den Kreislauf aus arbeiten unf ausgeben gewöhnt und sehen diesen als alternativlose Realität an… Na Ja gibt ja noch deinen Blog 🙂

    Grüsse und danke dir

    Olly

  3. ThorstenThorsten

    Hi Tim,

    der Austausch mit Gleichgesinnten ist wirklich etwas schönes. Das bestätigt einen in all dem Konsumdenken um einen herum darin, dass man doch eine interessante Alternative als Ziel gefunden hat, wenn man die Finanzielle Freiheit anstrebt…

    Hier bei uns gab es so etwas noch nicht, deshalb habe ich vor ein paar Monaten in Bonn so ei nMeetup gestartet:

    https://www.meetup.com/de-DE/Finanzielle-Freiheit-in-Bonn/

    Vielleicht gibts ja noch ein paar Interessierte in der Gegend hier auf dem Blog!?

    Viele Grüße
    Thorsten

  4. KievKiev

    @ Tim

    Danke für den motivierenden Artikel. In dem Punkt muss ich allerdings widersprechen:

    “Hier im Blog tummeln sich einige im Alter von zwanzig und 35 Jahren. Sie streben an, so schnell wie möglich die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. “

    Es ist zumindest ein U40 Leser hier im Blog, der die Freiheit stark anstrebt. Mit Familie, Eigenheim z.t. etwas unnötig gut ausgestattet und einem sich erst spät ausprängendem Bild der eignen Prioritäten benötige ich entsprechend länger. Ich gebe gerade aber auf mehreren Seiten Gas. Ich freue mich schon auf den Jahresabschluss. Vielleicht kann ich bis dahin schon meine letzte Hürde des monatlichen Vermögenswachstums dauerhaft nehmen. Es stehen im Frühjahr weitere Maßnahmen an. Ich bin aktuell in mehreren Bereichen recht erfolgreich. Man muss nicht der Beste in einem Bereich sein. Einfach nur zu den besten 20% zu gehören reicht schon aus. Aber in mehreren Bereichen. Es ist sehr gut viele Optionen zu haben. Ich baue aktuell weitere aus.

    Mein Amazon Konto ist aktuell durch Prämien bei knapp 1000€ im Plus. Ich investiere monatlich in Word und vor allem in Emerging Markets. Ich baue mir sehr langsam ein Dividenden Depot aus. Hier bin ich rein als Stillhalter tätig. Danke Matthias für Deine Unterstützung! Ich habe die ersten 4 Prämien kassiert. Solange ich nicht mit der Steuererklärung scheitere ist alles ok. Ich schaue mir hier noch ein paar Strategien an.

    Zu den eigenen Fähigkeiten. Ich habe aus versehen nicht vorhandene Dollar in Euro getauscht und musste danach in die andere Richtung tauschen. Das hat alleine 3$ gekostet. Hier sollen die eigenen Dummheiten nicht verschwiegen werden. Das Lehrgeld hielt sich noch in Grenzen.

     

  5. David

    @Tim:

    „Es gibt Leute, die stellen den Traum der Freiheit als kindisch dar. Aber es ist machbar. Es ist schwer – gewiss. Aber es ist alles andere als kindisch.“

    Ist dies eine Anspielung auf Gerd Kommer? Der hat nämlich etwas Ähnliches gesagt. Apropos Gerd Kommer: Ich habe heute noch das folgende Video gefunden, in welchem Gerd Kommer (http://www.gerd-kommer-invest.de) und Oliver Noelting (http://www.frugalisten.de) bei „Mission Money“ über die finanzielle Freiheit diskutieren.

    Während ich mich vor ein paar Monaten noch über einen Artikel von Gerd Kommer geärgert habe, macht es nun den Anschein, als hätte er sich damals einfach nicht genau genug ausgedrückt. Denn schlussendlich sagt er nun v.a. zwei Dinge (bei denen ich ihm auch zustimme):

    1) Es gibt zu viele Leute, die über die finanzielle Freiheit schreiben und selbst keine Ahnung haben, aber einfach davon profitieren wollen und auch noch ein Buch darüber rausbringen. Zudem gibt es einige Autoren darunter, die unseriös daherkommen, da sie eine falsche Erwartungshaltung erzeugen (als Paradebeispiel nimmt er hier Bodo Schäfer mit „Ihre erste Million in 7 Jahren).

    2) Es wird oft als zu einfach dargstellt die finanzielle Freiheit zu erreichen, denn effektiv wird es nur den wenigsten Menschen gelingen…

    Zu Punkt 2 hat Oliver aber die richtige Anwort gegeben: Selbst wenn man die finanzielle Freiheit als Ziel hat und diese nicht erreicht, dann hat man dennoch bereits etwas erreicht, weil man das Geld nicht unnötig ausgegeben hat und so dennoch immerhin ein wenig Geld zur Seite legen konnte.

  6. Thorsten

    Finanziell frei werden zu wollen ist die Alternative zu „da kann man ja nichts machen“. Jeder kann was machen.

  7. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kiev,

    guten Erfolg für die Stillhaltergeschäfte. Am Freitag werde ich wohl 100 Stück GE eingebucht bekommen. Vielleicht findet noch ein REIT Asyl. Habe mich durch gerungen, die GE mal als Erholungskandidat  zu betrachten, und eine evtl. Einbuchung zu begrüßen.

    Meinen Strike von 13 USD haben sie derzeit ja unterschritten. OMI macht wieder wie immer alles prima, und liefert mir recht sicher die nächste „Dividende“ beim Verfall am Freitag ab (Strike 15 USD). Danach wieder den nächsten Put verkaufen.

    Was meinst Du denn mit Fehler beim Umtausch? Hast Du versehentlich auf Buy EUR.USD gedrückt? Dann bekommst Du EUR und verkaufst USD. Wenn Du keine USD hast, dann bist Du short mit Minusposition USD.

    Ja, wenn man USD kaufen will, dann muss man in EUR.USD den Sell-Button drücken, also EUR verkaufen gegen USD.

    3$ ist ja ein glimpfliches Lehrgeld. 😉

    @Diana H,

    Dank Dir nochmal für den Hinweis auf KenFM. Ich kannte den bis dato nur von so Videos, wo er so bei Kundgebungen auftrat. Habe mir inzwischen so manches Video rein gezogen. Gerade die langen Gespräche finde ich sehr interessant. Vieles sehr aufschlussreich. Habe ich zwar im Prinzip das Meiste schon aus Weltverschwörung-Foren gehört, dort kam es mir aber immer demagogisch an, und ich habe es meist ignoriert.

    Gutes Nächtle

    MS

  8. User554433

    Für mich ist es Wahnsinn zu sehen was man in unter einem Jahr erreichen kann. Ich habe Anfang des Jahres angefangen mein Leben radikal umzustellen – weg vom Konsum, hin zur Vernunft. Ein gutes halbes Jahr später sind die Fortschritte schon enorm. Wenn man das auch nur halbwegs vernünftig die nächsten Dekaden fortführt dann kann man der Zukunft wohl sehr entspannt entgegen blicken…

  9. Diana H

    @ David

    Den Beitrag habe ich auch gesehen und fand den Herrn Kommer sehr unsympathisch. Ich weiß, dass viele ihn mögen und ich habe ihn noch auf der Bücherliste. Allerdings hat Herr Noelting, meiner bescheidenen Meinung nach, ganz klar die besseren Argumente gebracht. Ich lese auch gerne den Blog von Oliver und er ist wirklich penibel im Ausarbeiten seiner Texte und Überlegungen. Das ist sicher niemand der „ein T-Shirt-Buisness aufmacht“ und eben mal reich wird. Fand den Herrn Kommer recht arrogant. Aber wer weiß mit welchen Pappnasen der sich schon so rumschlagen musste.

    Wenn die finanzielle Freiheit so einfach wäre, würde sie bereits schon jeder Leben nicht wahr!? Ich frag die Leute mittlerweile gerne: „Warum ist es so einfach 200.000 Euro Schulden (Kredit), aber so schwer 200.000 Euro Barvermögen zu machen!?“

     

    @Matthias Schneider

    Ja, ich fand es sehr aufschlussreich. Das Interview bereitet mir immer noch Bauchschmerzen, aber ich weiß jetzt besser worauf man achten muss. Zwischen den Zeilen zu lesen ist verdammt wichtig und man muss sich immer, egal bei was, fragen: „Wer hat etwas davon?“.

     

  10. Thorsten

    @Diana da sind wir uns einig. 🙂

    @Matthias Ist das beim Broker Lynx ? Ich interessiere mich für Stillhalter Geschäfte, evtl. um Aktien billiger zu kaufen, wenn ich mal wieder Geld dafür habe. Bis zum Einbuchen würde man die Prämien bekommen oder ?

  11. Gainde

    Gerd Kommer und der Oliver stimmen ja im Video zu fast allen Punkten überein.

    Kommer spricht aus Sicht der breiten Masse (die hat es etwas schwerer) und Oliver aus der einer kleinen, hochmotivierten, disziplinierten und oft noch kinderlosen Community, die noch viel Leben vor sich hat.

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Diana H

    Vergiss die Clowns. Die einfachsten Dinge sind am schönsten. Der Spaziergang, Kochen, Putzen, Wischen, Schrubben, Zeitunglesen, Aufräumen, auf der Terrasse/Garten/Wiese dösen, Buch lesen, Freunde treffen, der morgendliche Kaffee….

    @ Olly Wood

    Danke!

    @ Thorsten

    Ich drück dir die Daumen für das Event in Bonn.

    @ Kiev

    Ich weiß, dass es ältere Semester hier im Blog unter den Lesern gibt. Der Schwerpunkt der Leser ist so um 20 bis 35 Jahre, denke ich.

    @ David

    Genau. Es geht um den geschätzten Herrn Kommer.

  13. Kenobi

    Danke für den Beitrag Tim.

    Ich selbst lese auch gerne jeden Tag deine Beiträge. Es stört mich nicht, dass sich die Themen oft wiederholen. Es ist sehr motivierend.

    @Thorsten Würde ich in der Nähe von Bonn wohnen, dann wäre ich sofort dabei.

    Gibt es ein ähnliches Treffen im Raum Mannheim oder kommt jemand aus der Gegend und hätte Interesse?

  14. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Thorsten,

    ich bin bei Lynx, aber das ist bei allen „Introducing Brokers“ von Interactive Brokers ähnlich bis gleich.

    Damals gab es CapTrader noch nicht (glaube ich), die sind noch einiges günstiger.

    Ich bin allerdings mit der Unterstützung bei Lynx immer zufrieden gewesen, deswegen würde ich nicht wechseln, höchstens noch ein zusätzliches Depot aufmachen, evtl. gleich direkt bei Interactive Brokers.

    Aber so viel mache ich nun auch wieder nicht, da fallen die Gebühren doch nicht so krass ins Gewicht. Aber mal sehen.

    Die Stillhaltergeschäfte mache ich in erster Linie zur zusätzlichen Rendite. Ich will vorrangig nicht, dass ich die Aktien bekomme, sondern nur die Prämie.

    Der Idealfall für mich ist, wenn ich auf eine Aktie jedes Jahr 4 (oder mehr) Mal einen Put verkaufen kann, ohne dass ich die Aktie eingebucht bekomme.

    Dann kassiere ich eine Prämie wie eine Dividende, und habe die Aktie aber gar nicht. Bei manchen geht das ganz gut. Bei OMI z.B. habe ich jetzt schon die 6. oder 7. Prämie behalten, und p.a. über 10% Rendite auf das „Commitment“ (also den Preis, den ich bei Einbuchung zahlen müsste/Strike) bekommen.

    Allerdings mache ich es nicht wie Jens Rabe oder andere Profis nach eisernen Regeln, also Rückkauf der Option wenn man 50% im Plus ist, oder spätestens bei 100% Minus (kann deutlich verlustreicher werden).

    Ich setze auch keine komplexen Optionskombinationen auf. Ich verkaufe i.d.R. lediglich einfach nur Puts auf Aktien, die ich mir in meinem Depot vorstellen könnte zu einem bestimmten Preis.

    Sollte es mal passieren, dass ich die Aktien nehmen muss (wie jetzt wohl am Freitag), dann geht mein USD-Cash wieder ins Minus. Dann verhindere ich das nicht, indem ich die Option mit Verlust glattstelle, sondern lass es einfach laufen.

    Es dauert dann eben ein paar Wochen bis Monate, bis die eintreffenden USD-Dividenden den Kontostand wieder ausgleichen. Die paar USD/CAD an Soll-Zinsen werden locker durch die Zinsgutschrift über den Verleih bezahlt.

    Viel Spaß damit! 😉

    MS

  15. Finnick

    Toller Artikel Tim !

    Ich habe gerade das neue Buch von Daniel Stelter gelesen:Das Märchen vom reichen Land (Deutschland). Sowas müsste man jedem einfach in die Hand drücken. Er zeigt auf, dass die deutschen einfach falsch sparen, die gesetzliche Rente ein Schnellballsystem ist, das ca. in 10 Jahren zusammenbrechen wird, und die Deutschen im Schnitt ärmer sind als die Italiener, Spanier, Franzosen oder gar als die Griechen. Das kommt daher, dass sie zu viel Angst vor dem Aktienmarkt haben und zu wenig Vermögen aufbauen. Er zeigt sogar, dass unsere Konsumidioten allen Erstens denken, dass sie immer noch besser leben und reicher sind als die meisten Europäer. Außerdem schreibt er, dass ca 2040 45% aller Wahlberichtigten Ü60 sein werden, die so wählen werden:Nach mir die Sinnflut und her mit der üppigen Rente! Was interessiert mich die Zukunft ?

    Meine Frage nun wie konnte es soweit eigentlich kommen ?(Bin noch jung )

    Wer hat den Deutschen sowenig Lust auf Besitz und soviel Lust auf Wegnehmen gemacht ?

  16. Kia

    „Wer hat den Deutschen sowenig Lust auf Besitz und soviel Lust auf Wegnehmen gemacht ?“

    weggenommen wird es ja nur den jüngeren Generationen und Besitzen tuen die Älteren. Mehr als jeder zweite Rentner besitzt Wohneigentum. Bei den jüngeren bis mittelalterlichen sind es ca. 30%. Insgesamt liegt in D die Quote bei ca. 50% aber in anderen EU Ländern bei 65 bis 80%.

    Über Wohneigentum gelangen die anderen EU Länder zu einem höheren Medianvermögen zB. Zypern mit 267 000€ , Italien 174000€, Malta 216 000€. In D sind es 51000€, wobei sich das noch in West mit 120000€ und Ost mit 25000€ aufteilen lässt. Selbst die Slowakei 61000€ und Slowenien mit 101000€ liegen über D.

    Die Politik wird aber von älteren dominiert denen es nur um ihre Interessen geht und da es davon immer mehr gibt wird es also nur noch schlechter.

  17. andre

    Hi Tim,

    ich jage ja gerne dem Traum der finanziellen Freiheit nach – nur erscheint mir, dass das sehr lange dauert und man doch viele Jahre auf vieles verzichten muss.

    Ich bin jetzt 40, Single, promov. Naturwissenschaftler und mein Gehalt sind ca. 65.000 €. Ich habe ein Kommer’sches ETF-Weltportfolio mit momentanem Wert von ca. 130.000 €. Ich spare ca. 300-600 € im Monat und trotzdem würde es bei einer Bruttorendite von ca. 9 % (vor Steuern und Inflation) ca. 13-15 Jahre dauern, bis ich 1 Mio. habe (vor Steuern und Inflation!). D.h. selbst unter meinen priviligierten Bedingungen ist das ganze langwierig. Und angenommen ich hätte 1 Mio. netto und würde ca. 30.000 bis 40.000 € netto p.a. an Dividenden kassieren, so wäre ich zwar finanziell frei (müsste nicht mehr arbeiten gehen), aber die Lebensqualität wäre nicht sehr berauschend. Daher halte ich diesen Run auf finanzielle Freiheit (= nicht mehr arbeiten müssen) für Normalverdiener für Quatsch. Bestenfalls kann man vll. 1 oder 2 Tage in der Woche frei machen (also für immer) aber ganz aufhören? Dazu bräuchte man schon mehrere Millionen, damit der Lebensstandard nicht allzu tief abfällt.

  18. Wohnung mit Domblick

    Die Politik hat auch schon die Renten rausgeschleudert für Wählerstimmen, als die heute Älteren noch die Jüngeren waren und einzahlen mussten. Und die Alterspyramide war auch schon vor 40 Jahren bekannt. Trotzdem wurde dafür in der Rentenkasse nicht vorgesorgt. Es hiess immer nur ‚Die Rente ist sicher‘. Erst seit Schröder wissen wir, wir brauchen mehr Eigenvorsorge. Und die dann geförderten privaten Rentenvorsorgeprodukte erwiesen sich am Ende auch als untauglich.

    Noch gekniffener sind die heute Jungen. Da bleibt noch weniger Aussicht auf Rente. Und Wohneigentum zu erlangen ist sehr viel schwieriger geworden. Gleichzeitig erscheint aber auch die Leistungbereitschaft großer Teile der heute Jungen Generation zu gering und die Konsumansprüche zu hoch. Die jammern dann am lautesten.

    Das bietet reichlich Konfliktpotential für die Zukunft. Da wird einer auf den anderen zeigen. Die meisten werden in ihrer Opferhaltung verbleiben, einige wenige werden aufwachen und selbstständige Entscheidungen treffen. Und die finden sich dann in Blogs wie diesen zusammen.

     

  19. KievKiev

    @ Matthias

    Ich habe Buy statt Sell geklickt. Genau wie von Dir beschrieben. Der Devisenwechsel ist etwas unübersichtlich für den Start. Die Gebühr von 3$ habe ich auch im Vorfeld gesehen und hatte keine Lust mehr weiter im Internet zu suchen, ob ich jetzt Buy oder Sell wählen muss. 1:1 Wetten mag ich nicht besonders 😉 Ich werde mir Omi einmal ansehen. Der Name ist mir schon mal begegnet. Vielleicht fühle ich mich damit auch sicher.

    @ Thorsten

    Ich betreibe die Stillhaltergeschäfte zwischen Matthias und Deinem Vorhaben. Muss aber noch ein bisschen lernen und Erfahrung sammeln. In erster Linie sollen monatliche Geldflüsse entstehen. Aber !wirklich! nur auf Titeln von denen ich langfristig überzeugt bin. Zittrig sollte man bei Optionshandel auf keinen Fall sein. Ich habe aktuell PM als PUT und als Call beides im Angebot. Die Dividende möchte ich dabei gleich mit einsacken. Mein Put steht auf 79. Mein Call auf 82.5. Ein Call kann als Verkauf jederzeit ausgeübt werden. Ich hoffe, dass er vor dem Ex Date nicht ausgeübt wird. Dann sollte die Prämie mir durch die Dividende voll gehören. Falls er ausgebucht wird habe ich zu meinem Einstandskurs 250$ Gewinn gemacht. In dem Fall kann ich mich ja erneut bereit erklären die Aktien zu nehmen. Du musst die Aktien emotionslos betrachten und nicht um jeden Preis haben wollen. Wenn PM seitwärts verläuft werde ich sehr hohe Renditen nebenbei machen. Wenn der Kurs aprubt steigt (resultierende Dividendenrendite unter 5%) bin ich raus und habe die vielleicht einmalige Möglichkeit mit einen guten Einstandskurs auf PM verpasst. Dafür aber ordentliche Gewinne gemacht. In dem Fall muss ich einfach einen anderen Titel suchen. Ich schreibe jederzeit Calls auf eingebuchte Aktien. Zu einem Preis mit dem ich gut leben kann. Z.B. mit Laufzeit 1 Monat. Bei jedem Angebot was ich verkaufe gibt es etwas mehr als 1% des Basiswertes an Prämie. Bei 10 Short Put oder Short Calls habe ich die Aktien entsprechend 10% billiger. Falls ich sie zu dem Zeitpunkt überhaupt habe. Das gilt auch nur unter der Annahme, dass man immer auf den selben Basiswert handelt. Also ohne Kursgewinne oder Verluste betrachtet.

    Earnings Trade sind aber riskant! PM ist aus meiner Sicht stabil und kein starker Wachstumswert. (Keine Empfehlung!) Ich sammel einfach die kleinen Prämien emotionslos ein. Ich finde es von Vorteil wenn Du von einem Titel Dir auch 200 stk vorstellen könntest. So hast Du mehr Möglichkeiten. Wenn die Volatilität kleiner ist lohnt es sich aber vielleicht nicht. Das muss ich mir noch ansehen und ein Gefühl dafür bekommen. Es gibt aber ja auch weitere Aktien mit anderen Laufzeiten zu berücksichtigen. Die US Titel mit Quartalsweiser Dividende machen so mehr Spaß als die deutschen.

    Ich führe auch keine besonderen Strategien durch nur Short Put und Short Call. Beides zur gleichen Zeit ist auch ok, wenn auch Aktien für den Call vorhanden sind! Für den Short Put habe ich auch ausreichend Geld. Ich nutze die Margin nicht aus.

     

  20. Thorsten

    Die Rentner werden die Politik entscheiden, passiert heute schon, keiner wagt sich an die Rentenreform. Umso wichtiger, dass alle ihre Sparquote hochhalten, am Ende gibt es eine Reform die Hartz4, Wohngeld,… und die Rente in ein Grundbedarfssystem kippt und die übrigen (höheren) Rentenansprüche drückt.

  21. egghead

    @Kiev, Matthias danke, jetzt muss ich mich wohl noch etwas schlauer machen, Geld ist im Moment eh keins da dafür 🙂

  22. David

    @Diana H:

    Meine Sympathien sind ganz klar ebenfalls bei Oliver… ist ja klar. 😉 Aber ich empfand Gerd Kommer nicht mehr ganz so unsympathisch, sondern eher ein wenig unbeholfen beim Finden der richtigen Wortwahl. Aber Gainde hat es mit seinem Kommentar ziemlich genau auf den Punkt gebracht.

    Vielleicht hören wir Herrn Kommer auch mit dem falschen Ohr zu und „hören“ ihm mit dem Beziehungs-Ohr zu (d.h. wir nehmen es persönlich) anstatt ihm mit dem Sach-Ohr „anzuhören“ (Schulz von Thun lässt grüssen!). Denn eines müssen wir uns bewusst sein: Als (Stamm-)Leser dieses Blogs gehört man eben schon der Minderheit an und ist ein Exot; daher glaube ich aber auch, dass die Leser hier überdurchschnittlich erfolgreich sein werden bei ihrem Ziel der finanziellen Freiheit… 😉

  23. K.

    Sehr motivierend,

    Mir geht’s genauso, würde gern mich austauschen wollen. Kollegen und Freunde und Familie sind sehr misstrauisch. Oder sagen direkt nein.

    Wobei ich auch gut finde das es nicht jeder so lebt. Aber Schulden sollte jeder vermeiden zumindest für Konsum.

    Wenn es mal einen digitalen crash gibt, falls sowas überhaupt möglich ist.. Sind dann unsere Aktien im depot sicher? Gibt es ein Backup von der Bank? Das falls alles gelöscht ist, jeder wieder sein anteil bekommt? Ich hoffe es, ansonsten profitieren nur die Schulden macher.

    Ein guten Dienstag euch

    Mfg

  24. Chris K.

    @ Thorsten

    Leider sehr weit weg von mir, Bonn.

    Frankfurt wäre doch ne coole Mitte.

    Beim nächsten mal vllt.

  25. Daniel (Fächerstadt)

    @ Diana: Lass die Vergleiche bleiben, dass macht nur unglücklich und ist nicht beeinflussbar. Ja es gibt eben auch Menschen, welche sich den Lifestyle einfach locker leisten können. Mag in deinen Augen ungerecht klingen, bringt auch nichts zu sagen X/Y ist hochverschuldet haha. Bsp. mein Kumpel verdient selbständig im Schnitt fünfstellig im Monat, hat ebenfalls einen guten finanziellen Hintergrund in der Familie. Von Oma und Opa Grundstücke geerbt, Immoeigentum, ja da kann ein Normalo niemals mithalten. So jemand kann locker EUR 6.000 im Monat raushauen und spart immer noch einen Betrag/bzw. hat einen Überschuss den ich nicht mal brutto im Monat verdiene. Eine andere Freundin wohnt in der Immobilie der Eltern quasi mietfrei und hat dadurch ebenfalls von Start an geringere Mietkosten usw usw.

    Und es gibt eben eine große Erbengeneration, wenn man im Familienlotto Glück hatte, kommt einiges zusammen. Was man als Normalo, welcher Vermögen selbst aufbauen muss, kaum einholen kann.

  26. Wohnung mit Domblick

    @Thorsten, hab mich gerade bei Deiner Meetup-Gruppe angemeldet und komme mal zu dem Termin nach Bonn. Ist ja praktischerweise nur 10 Minuten zu Fuss vom Bonner Hauptbahnhof entfernt.

  27. Value

    Tim, wie immer ein toller Artikel ?

     

    @Torsten, sehr interessant für mich allerdings zu weit in der Anreise . . . . . . . . @All, vielleicht geht ja sowas im Süden der Republik zusammen, München z.b. das dürfte doch auch der eine oder andere Leser Interesse haben.

  28. Value

    Tim, wie immer ein toller Artikel ?

     

    @Torsten, sehr interessant für mich allerdings zu weit in der Anreise . . . . . . . .

    @All, vielleicht geht ja sowas im Süden der Republik zusammen, München z.b. da dürfte doch auch der eine oder andere Leser Interesse haben.

  29. A.

    @Thorsten

    Bonn ist für mich auva interessant.

    Ich bin gerade auf Lehrgang, melde mivh aber da bald Mal deiner Gruppe.

    @Diana H

    Schei… Auf das was die denken. Mich sehen manche wohl auch als knausrig an weil ich trotz gutem Verdienst lange vergleiche bis ich was kaufe oder die gebrauchten Autos sind vielen ein Dorn im Auge in meiner Umgebung.

     

     

    Gruß

    A.

  30. Thorsten

    Der Wohnungsmarkt ist leergefegt -> jetzt weichen die Menschen zu 100% ins Umland aus, es gibt keine Wohnungen mehr. Wir sehen das an unserer Autobahn vor der Haustür, die ist jeden Tag dicht, das war früher nicht so. Der Verkehrskollaps kommt. In Lübeck +12% Verkauf in Hamburg -12% Verkauf. In Lübeck fahren inzwischen mehr PKW mit HH herum als mit HL sagt man im Scherz. Alles was an der Strecke zwischen Hamburg und Lübeck ist, ist nur unwesentlich preiswerter als in der Hamburger Peripherie. Das sind Verhältnisse, wie man sie fon Frankfurt oder München kennt, hier wird es bloß nachgeholt.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wohnungsmarkt-weniger-wohnungen-in-deutschen-grossstaedten-verkauft-a-1228417.html

    Die, die an eine Blase glauben werden es anders interpretieren und behaupten, es wird nicht mehr gekauft, weil die Preise so hoch sind. Sie ignorieren, dass es keine Leerstände gibt. Es gibt keine Angebote, nur Nachfragen. Die Immos, die mit hohen Preisen in die Portale kommen spielen keine Rolle. Es sind Ausnahmen, die sich keiner  leisten kann. Die , die an eine Blase glauben nehmen aber genau diese ausreißenden Preise, um ihre Meinung zu festigen.

    Es wird ein paar Jahre dauern bis sich die bauliche Verdichtung in einer Entspannung bemerkbar macht. Fallen tun die Preise nicht mehr, es gibt kein Überangebot. Der Zeitrahmen beträgt 10 bis 20 Jahre, dann erst könne echte Stagnation einsetzen, weil  jeder findet was er zum Wohnen braucht und auswählen kann.

    Wer finanziell frei werden möchte hat die Qual der Wahl : in der Stadt wohnen, aufs Land ziehen, verkleinern, Pendeln oder nicht Pendeln. Wer umziehen muss, weil er Familie hat oder es finanziell nicht mehr tragen kann hat ein Problem. Man muss es genau durchrechnen. Autofahren wird auch nicht billiger. Und Elterntaxis auf dem entfernten Land betreiben ist kein Vergnügen. (mit mindestesn 2 PKW dann).

     

     

  31. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Mahlzeit,

    am Sonntag habe ich eine Sendung über die Züricher Wohnbaugenossenschaften gesehen. Dort wohnt bereits jede vierte Familie in einer Genossenschaft. Vorbildlich!

    Ich habe das einzige Mal bei einem Privatvermieter gewohnt (2 Jahre), als ich 1979 frisch im Westen ankam, und in Leonberg meine erste Minibude von der Firma besorgt bekam, die mich schnellstmöglich beschäftigen wollte.

    Ich bin sehr froh, dass ich nun im Ländle auch eine Genossenschaftswohnung bei der KreisBau Enz-Neckar eG bekommen habe, und in eine sorgenfreie Zukunft blicken darf.

    Ich würde es unbedingt verweiden wollen, mit meiner Miete einen privaten Anbieter zu nähren. Sorry @Kiev u.a. ! 😉

    Schönen Tag noch!

    MS

  32. ThorstenThorsten

    @ Tim: Danke, zwei Treffen mit je 10 Leuten hatten wir schon…finde ich nen guten Start

    @ alle Interessierten: Ist ein bisschen Mischung zw konkretes Thema und Stammtisch / Austausch. Wer in der Nähe ist, ist herzlich willkommen 🙂

    Erstes Treffen war lockerer Start, beim 2ten haben wir über den Kapitalbedarf für FIRE gesprochen… Zusammenfassung habe ich als Beitrag auf meinem Blog geschrieben, inkl XLS Rechner: https://thorstenhartmann.de/realitaetscheck-dein-kapitalbedarf-fuer-die-finanzielle-freiheit/

    Viele Grüße

    Thorsten

  33. Thorsten

    @Matthias

    das ist vorbildlich. Genossenschaften sind wie WG’s , nur eine Nummer größer.

    Ich habe am Sonntag mit einer Dame gesprochen, die ehemals nach Hamburg zugezogen war. Sie hat gesagt, man müsse sich schon vorher erkundigen, es gab eine Gesellschaft, da wurde die Heizung noch mit Kohle betrieben. Sie wirtschaften auch unterschiedlich, das können sie dann halt auch auf den Mieter umwälzen positiv oder halt negativ, der Ruf spricht sich zum Glück herum. (Die Kohlenheizung wird es wohl nicht mehr geben heute hoffentlich).

    Ich habe mal bei der SAGA in Hamburg geschaut, sie haben ganze drei Wohnungen im Angebeot, 2 bis 2,5 Zimmer groß.  Nichts Größeres.

  34. Diana H

    @ David
    Sicherlich sind das alles subjektive Wahrnehmungen. Ich habe auch nichts gegen Herrn Kommer. Ich hatte nur das Gefühl, dass er Oliver falsch eingeschätzt hat und daher erst ein mal „von oben herab“ kam. Aber wie Du sagst, jeder hört mit einem anderen Ohr. Kennst Du das Interview mit ihm und Max Otte? Auch da mochte ich ihn nicht, da er als Erstes in seiner Einleitung Herrn Otte angriff. Fand ich unverschämt. Über Otte müssen wir nicht reden. Er war viel zu emotional und hatte schlechte Argumente. Aber generell mag ich Menschen die vielleicht eher mal überemotional sind, da es authentisch ist. Ich muss da auch an Kostolany denken, wie er sich über den neuen Markt echauffierte und bei Mobilcom von „Betrug“ sprach. So jemanden nehme ich ernst. Die Aalglatten halte ich für gefährlich.

     

    @Daniel (Fächerstadt)

    Das hast Du falsch verstanden. bzw. müsste man klären, was „sich leisten können“ bedeutet. Ein Kredit bedeutet nie „sich leisten können“. Allerdings hättest Du wohl Recht damit, wenn ich solch einen hohen Kredit aufnehmen wöllte. Den würde ich nicht bekommen und könnte mir die Schulden demzufolge nicht „leisten“. Und ich bin auch nicht so daneben, dass ich mich über so eine verquere Denkweise freuen kann. Denn es betrifft ja die nähere Familie und da schau ich schon mit Sorge. Wir reden hier nie von den Leuten die echt die Kohle dazu haben und alles Bar zahlen. Wir reden von Leuten die gut verdienen, aber nicht so gut, dass dieser Lebensstil drin wäre. Und Nein, ich muss mich nicht vergleichen. Mir geht es gut 🙂 Ich kann nur die Daumen drücken, dass bei Ihnen alles gut geht.

    Achja, und mit echtem Reichtum hab ich keine Probleme. Die „echten Reichen“ spielen sich tatsächlich seltener auf. Weil für sie vieles normal ist und daher nicht der Rede wert. Da wird eben ein Autokauf oder eine Kreuzschifffahrt beiläufig erwähnt und nicht marktschreierisch, mehrfach auf einer Geburtstagsfeier durch den Raum krakeelt.

    @ A.

    Dinge in Frage zu stellen, reicht schon aus um den Stempel des „Exoten“ zu bekommen. Gruselig wie alles geschluckt und abgenickt wird.

  35. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Thorsten,

    viele dieser Häuser sind ja in den Nachkriegsjahren entstanden, mit dem damaligen Standard. Durch die Kostenmiete wird eben auch kein sehr großer Gewinn gemacht, wodurch die Modernisierungen etwas länger dauern.

    Nächste Woche gebe ich die Wohnung meiner Mutter an die Genossenschaft Aufbau Dresden eG zurück. Ich habe Bilder, wo meine Eltern damals mit Hacke und Schaufel auf der Baustelle zugange waren. Damals musste man außer den Genossenschaftsanteil zu bezahlen auch noch Arbeitsstunden leisten. Dafür kostete die Miete bis zur Vereinigung nur 53 Ostmark warm für 56 qm mit Zentralheizung.

    Werde ein letztes Mal auf der Isomatte in der leeren Wohnung übernachten, mit Blick auf die Kuppel der Frauenkirche, und das Tuten der Elbdampfer im Ohr. 🙁

    Es gibt ja genug Leute die sich eine  teure Wohnung mit allem Schnickschnack leisten und gönnen können/wollen.

    Aber für die Leute, die eben lieber weniger zahlen und auf etwas besseren Komfort verzichten können, ist das eben schon besser als eine teure Luxus-Sanierung, die am Ende die Miete verdoppelt.

    Für die breite Masse sollte das Genossenschaftsprinzip verstärkt ausgebaut werden. Aber es müssen sich halt die Leute dafür finden, die das in die Hand nehmen. Es geht ja nicht um Abgreifen von staatlichen Wohltaten, sondern um Initiative.

    So, muss noch ein Rezept holen und werde wohl heute noch auf der A8 cruisen. Habe gerade den Hausmeister in meiner Münchner Wohnung zur Vorabbesichtigung wegen meiner Kündigung da gehabt. Soweit alles paletti. Mein Laminat und Raufaser muss ich natürlich rausmachen, ist aber kein Problem. Türen streichen übernehmen sie. Uff. Er gibt mir alles an Werkzeug was ich brauche.

    MS

  36. Diana H

    @Matthias Schneider

    Na dann lass uns mal ein Finanz-Treffen auf der anderen Seite abhalten. Mit Aluhut versteht sich. 😉 (Nächste Woche bin ich im Urlaub, aber viel Freude in der Elbstadt 🙂 .)

  37. Iceman

    An eine Immobilienblase glaube ich auch noch nicht.

    Es ist auch immer die Frage wo man schaut. Im Oberzentrum von Oberfranken finden es einheimische Freunde teuer, Freunde welche hierher gezogen sind, sagen es wäre günstig im vergleich zu ihren vorherigen Wohnorten. Es ist immer Ansichtssache und auch eine Frage des eigenen Geldbeutels.

    Wobei viele Leute vorgeben und Leben als hätten sie einen grossen Geldbeutel, welcher sich dann aber wenn man unter die Fassade schaut er als sehr klein herausstellt.

    Generell stelle ich teilweise in meinem Umfeld fest, das konsumiert wird was geht, ohne an später oder die finanziellen Folgen zu denken.

     

     

  38. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Finnick

    Die Deutschen wollen halt nicht renditeorientiert investieren. Das Auto, der Wohnzimmerschrank und die Kleidung scheinen wichtiger zu sein.

    @ andre

    Deine Sparrate von 300 bis 600 Euro im Monat ist zu gering. Bei deinem Gehalt (65.000 Euro) müsste deutlich mehr drin sein.

  39. David

    @Diana H:

    Das Interview mit Max Otte habe ich gesehen aber mir (noch) nicht angeschaut. Das Problem von Herrn Kommer ist wahrscheinlich auch einfach ein bisschen die Tatsache, dass er so tut, als hätte er die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Zudem erkennt er nicht, dass es teilweise nicht nur ein richtig und falsch gibt, sondern dass auch gegensätzliche Punkte richtig sein können, wenn man sie konkretisiert. Aber eben, Gerd Kommer hat im Interview, welches ich gesehen habe, immer nur mit dem grossen Pinsel gemalt. Das mag ja nicht falsch sein, aber dies ist der Grund, weshalb er nicht richtig auf Oliver eingehen konnte…

  40. Ex-Studentin

    @andre

    65.000€ brutto als Single sind nicht schlecht, sind über 3.000 netto im Monat. Führst du sowas wie ein Haushaltsbuch bzw. was sind deine größten Ausgabenblöcke? Wie viel man zum Leben braucht & wie viel man sparen kann, hängt natürlich vom Wohnort und dem Lebensstandard ab. Die letzten 5 Jahre hatte ich unter 1200€ monatliche Ausgaben, auf Dauer wird es sich eher bei 1400€-1500 einpendeln, weil mein Freund und ich nun größere Urlaube machen.

  41. Ralf

    Ganz ehrlich:

    Ich kenne fast keine Protzer in meinem Bekanntenkreis… Die meisten leben wirklich recht bodenständig, fahren ein schlichtes Auto und haben auch kein teures Hobby oder ein Luxushaus.

    Was ich allerdings leider häufiger kenne sind viele Familien mit Kindern die kämpfen. Die haben häufiger zu knabbern, trotz Kindergeld und was es da gibt. Weil der Job grade so zum Leben reicht und der Vermieter wieder einmal an der Mietschraube dreht. Weil man mit Kindern eben doch eher mal ein Auto braucht oder die Frau beruflich zugunsten der Kinder etwas kürzer treten möchte oder mangels bezahlbarer Betreuung muss. Oder weil einfach mehr Platz gebraucht wird. Das Thema Wohnen kann sehr herausfordernd sein.

    Alles eben eine Sache des Blickwinkels. Als Single ist finanzielle Freiheit aus meiner Sicht keine wirklich große Herausforderung. Mit Familie ist das auch machbar, aber deutlich herausfordernder. Nur mal so als Feststellung am Rande…

    Eine Immobilienblase haben wir nicht in D. Regional einige Überhitzungen jedoch schon. Das Baukindergeld kommt für unser geplantes Bauprojekt jedenfalls wie gerufen…..

  42. Thorsten

    @Tim

    Den Fernseher, den Wohnzimmerschrank und das Auto kann man anfassen. Da hat man vermeintlich gute Beute nach Hause geschleppt. Zahlen auf dem Konto oder Depot, das könnte jemand wegnehmen oder wertlos werden, jedenfalls kann man es nicht anfassen oder verstehen, die Menschen vertragen die abstrakte langfristige Sicht nicht und rechnen von Monatsende zu Monatsende . Deswegen muss es rausgehauen werden und wird in Glitzer und Prunk getauscht. Das Konto wird leer, das Wohnzimmer wird voll.

    Weder in der Schule noch im Elternhaus wird (in der Regel) über Finanzplanung gesprochen, Geld ist ein Tabuthema. Geld ist „böse“ und muss ausgegeben werden.

    @Ralf die Baukindergeldseite war heute 20 Minuten zusammengebrochen

  43. Bruno

    @André

    Nehme mal an das ist brutto die 65k, sparen kann man immer mehr, die Frage ist in der Tat was man bereit ist zu geben. Ich bin auch schon ü40, und ich würde noch viel mehr sparen und besser anlegen wäre ich jünger, aber das Rad lässt sich nunmal nicht zurückdrehen, aber ich finde es lohnt sich immer, egal wie alt man ist. Auch ein 50jähriger kann noch beginnen, besser als nix. Aber der volle Zinseszinseffekt schlägt so richtig durch wenn man möglichst früh idealerweise schon als Kind beginnt.

    Finanziell frei muss ja auch nicht zwingend heissen, dass man nicht mehr arbeitet resp. nur noch in der Hängematte liegt, aber man muss eben nicht mehr, und das ist entscheidend. Oft ist es so, dass gerade dem Umstand, dass man etwas nicht mehr muss, sogar deutlich mehr verdient als vorher. Man tut nämlich oft dann genau dies, wo man wirklich Lust zu hat und das entsprechend gut.

    Je jünger man umso mehr spart, desto weniger MUSS man später tun. Ist jemand jetzt kein absoluter Starinvestor mit 20% Jahresrendite im Schnitt wie Buffett (die wenigsten), muss man halt Kompromisse eingehen und lange Zeit (finanziell) etwas untendurch. Nichts kommt von nix.

  44. KurtKurt

    Nachdem es nun eine zweiten/anderen „K.“ gibt ( https://timschaefermedia.com/die-meisten-menschen-leben-ein-typisches-konsumentenleben-schulden-plunder-protz-nur-sonderlinge-gehen-einen-anderen-weg/#comment-42309 ) , habe ich mich nun mal registriert.

    Matthias Schneider dürfte es freuen 😉
    Ich bin der K. der seit ca. 2015 hier schrieb/schreibt und mitliest.
    Manche werden mich vom Treffen in Reutlingen 2017 kennen.

    Viele Grüße,

    Kurt
    (ehm. K. )

    P.S.: Vor der Registrierung gingen meine Kommentare mit derselben E-Mail-Adresse direkt durch. Nun steht „wartet auf Freischaltung“ oben drüber. Ist das so gewünscht @Tim ?

  45. KurtKurt

    @Matthias Schneider

    was Du zu den Wohnungen schreibst klingt interessant. Meine Frau und ich schauen auch immer wieder nach Genossenschaftlichen Wohnungen aber leider ist das Angebot mau, „zu klein“ oder man hat eine längere Warteliste.

    Ja, es braucht mehr davon. (genoss. Wohnungen o. vergleichbares)

    Mich überzeugt der zugrundeliegende Grundgedanke und der quasi Eigenkündigungsschutz sowie hoffentlich(?) etwas „Mitbestimmungsrecht“ wenn es um Mietsteigerungen geht. Wenn man dann noch Rendite für eine Anteile bekommt ist das ein schönes Sahnetupferl.

    Viele Grüße,

    Kurt

  46. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Kurt

    Danke für die Registrierung. Jetzt müssten eigentlich fortan deine Kommentare sofort erscheinen (ohne nötige Freigabe meinerseits).

  47. KurtKurt

    @Tim

    Dann teste ich das gleich mal. 🙂
    *klick*

    Ja, klappt (wieder). Danke schön.

    Grüße nach New York.

  48. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kurt,

    na guckst Du, hat doch gar nicht weh getan mit dem Registrieren, oder? 😉

    Wegen den Genossenschaften… ich finde eben, dass einem der Schutz vor Mieterhöhung, nur weil es der Markt hergibt, und Kündigung wegen Eigenbedarf sehr viel Ruhe und Gelassenheit ins Leben bringt.

    Ein tolles erschwingliches Haus wie mein Namensvetter in Norddeutschland hat, das ist supertoll. Mein Leben ist anders gelaufen. Im Osten bin ich bei der Oma im Haus groß geworden, habe sie von früh bis abends arbeiten sehen im Garten, Haus, Stall… Ich liebte den Auslauf, die Freiheit, wollte aber nie so angehängt sein.

    Wenn man ein altes Haus vererbt bekam, dann war das ein Fluch. Man hat es eher ausgeschlagen, weil es nichts wert war, und ewig viel Arbeit „versprach“.

    Mein heutiger Stand… Eigentum ist super, aber für mich nur, wenn ich nicht rechnen muss, es also cash bezahlen kann, und alles von Fachkräften erledigen lassen kann, ohne dass es finanziell irgendwie eng werden könnte.

    Ich würde ein Haus einfach besitzen wollen und fertig. Egal ob sich das rechnet oder nicht.

    Es ist aber wirklich sehr sehr toll, wenn man wie der Matthias im Leserbrief seine Fähigkeiten entwickelt. Das kann einem niemand mehr nehmen. Ich habe auch die Eigentumswohnung meiner Partnerin gefliest usw. Ich sitze jetzt hier und betrachte es immer. Ich frage mich und staune, dass es so gut geworden ist. Alles 100% in Waage, obwohl ich eher ein Schlamper bin. Da habe ich mir wirklich Mühe gegeben.

    Ansonsten aber bleibe ich selbst in der Genossenschaft und habe meinen Frieden.

    Es geht da eben wirklich auch um die Philosophie. Es gibt keine Maximierung der Gewinne, es zählt die Gemeinschaft. Beim Unterschreiben des Mietvertrages habe ich 2 Stunden mit der Bürochefin geplaudert. Man hat Zeit.

    Eigentlich müsste ich auch mein Konto zur Sparda Bank verlagern, aber ich behalte meine Münchner Sparkasse. Sind zu viele Kontoverbindungen, die geändert werden müssten.

    Wenn Ihr Interesse habt, dann schreibt Euch doch einfach ein. Irgendwann bekommt man was. Ich hatte mich Anfang des Jahres gemeldet, dass ich ab August/September eine 2-Zi.-Wohnung suche. Bin natürlich ein optimaler Mieter. Kein Ausfallrisiko durch ATZ-Vertrag, danach ordentliche Rente.

    Ob man Mitbestimmungsrecht hat bei Modernisierungen/Mieterhöhungen weiß ich nicht. Glaube eher nicht. Aber wenn sich großflächiger Unmut äußert, dann wird das überdacht.

    Übrigens nennt man die Rendite von 4% auf die Anteile tatsächlich auch Dividende, nicht Zinsen. Man gibt ja kein Fremdkapital sondern legt Eigenkapital ein. 😉

    Gutes Nächtle

    MS

     

  49. KievKiev

    @ Matthias Schneider

    Ich empfehle hier ja auch genossenschaftliche Wohnungen sich zumindest einmal anzusehen und mit in die Betrachtung aufzunehmen 😉 In meiner Stadt gibt es als Beispiel ein sehr schönes Wohngebiet mit diesen Wohnungen. Der Anteil an genossenschaftlichen Wohnungen ist sehr gering, daher sind die Wartezeiten in vielen Städten sehr lange. Ansonsten stehen laut HuG private Vermieter in der Gunst der Mieter. Zumindest im Vergleich mit Gesellschaften wie Vonovia usw.

    Meine Mieter waren und sind bisher sehr zufrieden, so weit sie mir dies auch ehrlich kundtun. Ich hätte auch gerade keine passende Wohnung für Dich. Die AirBnb Planung ist einfach zu klein um dort dauerhaft wohnen zu können. Die anderen beiden Wohnungen sind zu groß. Daher werden sie als WG betrieben. Ich hatte für diese auch Anfragen von leitenden Angestellten. Diese hätten auch die Miete bezahlt. Ich achte aber nicht nur aus Risiko und Rendite Betrachtung darauf auf mehrere Mieter zu diversifizieren. Ich mache dies auch um den vorhandenen Wohnraum effektiv auf die Menschen der Stadt zu verteilen. Eine 101 qm Wohnung entschärft die Nachfrage wenn Sie an 3 Personen vermietet wird als wenn sie nur an eine Person vermietet wird. Das ist unabhängig von der Höhe des Einkommens. Ich trage meinen Teil dazu bei die Not zu entschärfen. Ich werde auch dafür entlohnt, so ist es nicht. Ich kann aber keine Sozialwohnungen bauen oder Genossenschaften gründen. Das ist eher die Aufgabe der Stadt für ausreichend neuen mietbaren Wohnraum zu sorgen.

    Die Wohnungen in den mir bekannten Genossenschaften machen dies auch so. Du erhälst einen Anspruch auf eine gewisse Fläche. Auch wenn Du könntest würdest Du als Einzelperson keine 80 qm Wohnung bekommen. Das Prinzip finde ich auch sehr gut. Ich finde auch weitere von Dir genannten solidarischen Ansätze sehr gut, aber das macht heute vermutlich niemand mehr mit.

    Mein Ansatz zu Kaufen vs. Miete

    Prüfe was Du unbedingt brauchst (Garten, Balkon, Stadt/Land, ETW / Haus). Versteife Dich nicht auf Haus Land als Beispiel sondern ziehe immer mehrere Möglichkeiten mit ein wie ETW mit Garten oder Balkon je nach Wunsch usw.
    In manchen Kombinationen ist vielleicht der Kauf von Vorteil in anderen Mieten, oder Beitreten einer Genossenschaft in verschiedenen Gebieten
    Angebote die in Frage kommen möglichst unvoreingenommen prüfen.

    Man muss nicht zwingend kaufen weil jeder etwas kauft. Auch wenn man einen Kredit von der Bank erhalten könnte. Wenn man sich vorstellen kann in einer bestimmten Genossenschaft zu wohnen so sollte man noch heute dort anrufen. Es kann vielleicht 5-10 Jahre dauern. Manchmal werden auch keine Leute mehr auf die Warteschlange aufgenommen. Einfach immer wieder periodisch anrufen. Mehr kann man nicht machen. Wird das Kind in einer Stadt studieren so kann man dort ein paar genossenschaftliche Optionen kaufen. Das macht man am besten direkt wenn man weiß wohin es gehen könnte. Wenn es Köln oder Düsseldorf werden soll, dann trägt man sich vielleicht einfach in mehrere Genossenschaften ein. Solche Dinge sind mit Vermögen möglich. Die Anteile werden immerhin recht gut verzinst. Ich baue immer Optionen auf. Was sich dann ergibt wird sich zeigen. Wenn man den Fuß aber nirgendwo reinsteckt bekommt man auch keine Gelegenheiten.

     

  50. Andre

    @Bruno:

    Ja, die 65 k p.a. sind natürlich brutto (=ca. 2800 € netto im monat und am Jahresende nochmal 3000 € netto extra). Ich habe zwar keine Schulden, aber sparen fällt mir nicht ganz einfach. Ich wohne am schönen Ku’damm in Berlin (Miete habe ich bereits via Anwalt von 800 kalt auf 600 € kalt p. Monat gemindert) und kaufe schon gerne ein. Ich finde man sollte ein Gleichgewicht zw. sparen und genießen haben, sonst kann man sich auch gleich einsalzen lassen.

    @ Sparta

    warum nicht genau? M.E. ist sie relativ gut über den Daumen gepeilt. Habe es mit dem Krawattenlos Dividenden Simulator Pro Plus berechnet.

    @ Ex-Studentin

    Nein, ich führe kein Haushaltsbuch. Ich gehe gerne gut essen und kaufe mir gerne schöne Dinge. Zwar jetzt nicht auf extreme und überbordende Weise, aber wenn ich z.B. ein schönes Stück Kuchen sehe, kaufe ich mir es ohne weiter nachzudenken (kostet ca. 5 €). Außerdem reise ich gerne. Ich versuche schon zu sparen und habe keine Schulden, aber naja, ich genieße auch gerne mein Leben. Allerdings könnte ich schon vermutlich 1000 € im Monat sparen, ohne sonderlich zu leiden. Diesen Monat habe ich wieder 600 € gespart und im Oktober schaffe ich vll wieder mehr – je nachdem wie viele leckere Kuchen ich sehe 😀

     

  51. Sparta

    @Andre

    Als Naturwissenschaftler solltest Du das im Kopf rechnen können! 😉

    Ca. 695 k Vorsteuervermögen bei theoretischen, zukünftigen 9 % p. a., mit 600,- € monatlich, 130 k Start und 15 Jahren.

    Das war aber schon das Optimum mit 9 % p. a., ohne TER bzw. TD, ohne Steuern und Inflation.

    Sollte die Börse die nächsten 15 Jahre nur mit 3 % p. a. laufen, was auch im Bereich des Möglichen liegt….

    PS: Ich würde mich mal bei den Leuten von Krawattenlos Dividenden Simulator Pro Plus über deren Berechnungsmethodik beschweren! Evtl. ist das auch gerade Deine Intention.

  52. Andre

    @Sparta

    Danke für diese Information. Im Kopfrechnen war ich noch nie gut – nach 13 jahren im Beruf hat das glücklichweise immer noch keiner gemerkt ;D.  Du hast wahrscheinlich recht – was meine Aussage im ersten Post unterstreicht, dass der Run nach finanzieller Freiheit für Normalverdiener utopisch ist. Leider. Man kann sich nur ein nettes Zubrot verdienen und vll. seine Miete von den Dividenden zahlen lassen oder ähnliches.

    ——

    By the way, ich habe mein Portfolio stark auf small caps und emerging markets gewichtet – also mehr noch als es Kommer empfiehlt in seinen früheren Büchern. Ich hoffe durch dieses erhöhte Risiko mehr Rendite zu erwirtschaften. Erst wenn ich vor einige Jahre vor dem Renteneintritt stehe, werde ich in risikolosere Anlagen umschichten. Außerdem habe ich noch Gold bei Bullionvault (aber momenten nur einen geringen Betrag, den ich auch monatlich anspare). Ich glaube unser System wird irgendwann kollabieren, da kann es nicht schaden noch virtuelles Gold und physisches Silber/Gold zu haben. Außerdem habe ich noch eine Packung Zigaretten im Tresor – wenn irgendwann gar nichts mehr geht, werden die richtig viel wert…

  53. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kiev,

    mir ging es nur um mein persönliches Empfinden. Für mich ist das Wohnen elementar. Da sollte niemand einer Willkür ausgesetzt sein.

    Natürlich gibt es sehr viele verantwortlich und fair handelnde private Vermieter. Hier eine tolles Beispiel (zugegeben etwas sehr weltfremd, aber diese „griabige“ Grundstimmung macht München eben auch so lebenswert), wie es viele Eigentümer auch machen könnten, sehenswert:

    Hauseigentümer lassen Investoren abblitzen.
    Noch eine Variante mit Wolfi Fischer.

    Ich persönlich möchte einfach nicht unter dem Damoklesschwert Kündigung wegen Eigenbedarf wohnen. Wenn und wann ich umziehe, das will ich selbst entscheiden.

    Hatte gerade ein Negativbeispiel hier im Haus meiner Frau. Ein älteres Paar musste ausziehen wegen Eigenbedarf. Sie hätten nur noch 1,5 bis 2 Jahre zur Rente. Dann wollten sie zurück nach Thüringen. Deswegen hatten sie ein Angebot der Genossenschaft ausgeschlagen vorher. Danach kam die Kündigung und nun schlagen sie sich irgendwie vor der Zeit in Thüringen durch. Und das Schlimmste… jetzt ist die Göre vom Vermieter schon wieder ausgezogen.

    Wie lange man bei Genossenschaften warten muss ist sicherlich regional sehr unterschiedlich. In Dresden z.B. finden sich Anzeigetafeln (vor kurzem aufgenommen) an den Objekten, und wenn man auf die Seite geht, dann findet man auch was im Angebot.

    In Karlsruhe beim Mieter- und Bauverein werden sie verlost.

    Das sind alles keine Traumwohnungen, aber wenn man was braucht, dann hat man was und kann in Ruhe weiter sehen.

    MS

  54. Daniel (Fächerstadt)

    @ MS

    die Wohnungsbaugenossenschaften in KA sind auch nicht das Wahre.. Also zumindest hat man i.d.Regel auch gewisse Ansprüche und ich habe z.B. mit privaten Vermietern bisher keine Probleme gehabt. Für mich ist da eine moderne gepflegte privat vermietete Wohnung deutlich lieber als irgendein Wohnsilo einer Wobaugesellschaft. Ja, für die ärmeren Gesellschaftschichten (die überwiegend nicht in diesem Blog vorhanden sind) mag das passen. Aber gerade die Volkswohnung in KA investiert kaum in den bestand, da hört man nur klagen der Leute. Da sehen Wohnungen so aus wie in 1975-80 mit einem hässlichen Boiler über der badewanne. Bei Neubauten (Neureut, Knielingen 2.0) verlangen die dann ebenfalls schnell über 10 EUR pro qm kalt.

     

  55. Nico Meier

    Wohnbaugenossenschaften gibts in der Schweiz auch besonders in den grösseren Städten wie Zürich, Basel oder Bern.

    Diese Wohnbaugenossenschaften werden meist staatlich gefördert durch die Stadt oder Gemeinde in Form von zinslosen Darlehen oder vergünstigten Baurechtszinsen oder günstigem Bauland. Ich sehe solche Wohnbaugenossenschaften kritisch, weil hier staatliche Gelder über diese Gebilde zu einingen wenigen Menschen fliessen. Hier profitieren häufig nicht Geringverdiener von diesen Steuergeldern sonder Normalverdiener oder gar Besserverdiener. Ich finde es falsch auf diesem Weg einigen wenigen staatliche Gelder zukommen zu lassen!

  56. Kia

    Ich habe mit Wohnungsgenossenschaften auch keine guten Erfahrungen gemacht. Habe es jahrelang versucht dort herein zu kommen und bin immer zu den Sprechzeiten persönlich hin. Die nehmen meist keine Neumitglieder auf. Bei zwei Wohnungsbesichtigungen bekamen die 2,5 Zimmerwohnung jeweils alleinstehende Rentner. Eine einziges Mal hätte ich an einer Hauptverkehrsstraße eine < 60 qm Wohnung mit 1 Zimmer und Wohnküche zu einem horrenden Preis haben können. Eigentlich waren alle Dachwohnungen, laut Büro, zu vergeben aber vor Ort bot uns der Zuständige, nur diese eine an. Auf Nachfrage warum kam die Erklärung: Das man die Erfahrung gemacht habe, dass dort wo es schon laut sei weiterer Lärm nicht so auffalle. Das bezog sich auf unsere Kinder.

    Wir hängen wie viele andere auch in einer Schachmattsituation mit hoher Miete und viel zu wenig Wohnraum bei einer AG fest.

    Mit Privaten Vermieter habe ich früher zum Glück auch nur positive Erfahrungen gemacht. Ich hatte die Wohnungen aber auch immer gut renoviert, Dielen geschliffen, Küche gefliest , Wände gestrichen etc.

  57. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Nico Meier,

    ich finde nicht, dass es da um „einige wenige Menschen“ geht, die bevorzugt würden. Gerade in der traditionell basisdemokratischen Schweiz liegt dieses Modell der Selbstbestimmung ja sehr nahe.

    „Jede zwanzigste Wohnung in der Schweiz gehört einer von rund 1500 gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften. Sie verkörpern klassische schweizerische Werte: Selbsthilfe, Solidarität, demokratische Mitbestimmung, lokale Verwurzelung.“ (Verband der gemeinnützigen Wohnbauträger).

    „In diesen mehr als 800 Dörfern und Städten stehen Häuser von rund 1500 gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften. Sie vermieten etwa 160 000 Wohnungen. Weitere rund 100 000 Wohnungen gehören Gemeinden, Stiftungen und gemeinnützigen Aktiengesellschaften.“

    In der Broschüre heißt es, dass Zuschüsse im Promillebereich der Staatsausgaben liegen und rückläufig sind.

    Jede Industrie kassiert irgendwelche Subventionen, von Kohle, Atom- bis Sonnenstrom, jeder Schützen- oder Karnickelzüchterverein profitiert indirekt usw.

    Warum soll nun ausgerechnet etwas so Positives wie der genossenschaftliche Wohnbau ausgeschlossen sein? Das sollte viel mehr gefördert sein.

    @Kia,

    das ist schade. Weiter probieren. Bei der Wohnung meiner Mutter in Dresden sind alle neu belegten Wohnungen im Haus mit Kindern. Sind aber auch alles 3-Zi. Wohnungen.

    MS

  58. Nico Meier

    Die Stadt Basel hat ihre Sozialwohnungen alle verkauft und unterstützt Bedürftige durch Wohnzuschüsse, so wird gezielt sozialschwachen Menschen geholfen!

    Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen eine Wohnbaugenossenschaft mich stört nur, dass staatliche Gelder also Steuergelder in solche Wohnbaugenossenschaften fliessen und dort nur wenigen zu Gute kommen! Wenn Wohnbaugenossenschaften die staatlich gefördert werden angehalten würden nur sozial Schwachen und Familien Wohnraum anzubieten wäre ich hier auch anderer Meinung. In Zürich Schwammendingen kenne ich eine Siedlung einer Wohnbaugenossenschaft in der es hauptsächlich 4 Zimmerwohnungen hat in diesen wohnen hauptsächlich alte, gutbetuchte Frauen die so grosse, günstige Familienwohnungen nicht nötig hätten! Viele junge Familien suchen in der Stadt Zürich vergeblich nach Familienwohnungen!

  59. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Nico,

    mit pauschalen Behauptungen kommt man nicht weiter. Mich würden da Zahlen schon interessieren, selbst wenn ich, wie oben argumentiert, nichts gegen kleine staatliche Vergünstigungen hätte. Nicht bei einer sinnvollen Sache.

    Mich stören Steuersubventionen bei der Atomindustrie dagegen wirklich. Die sollten denen einfach die tatsächlichen Entsorgungskosten in Rechnung stellen. Mich stört auch, dass der Steuerzahler Polizeieinsätze für Fussballspiele zahlen soll, nur weil da die Volldeppen immer randalieren, usw. usf.

    Der Ausverkauf des kommunalen Wohnungsbestandes ist diese unsägliche Unsitte, die von vielen Städten begangen wurde. Man geht eben den Lobbyisten der Privatwirtschaft auf den Leim. Möchte nicht wissen was da an Schmiergeld geflossen ist.

    Es ist nicht das Gleiche, ob man selbst die Preise/Mieten aufruft, oder einen Zuschuss zahlt. Natürlich werden die Zuschüsse als Überteuerung der Wohnung mit einkalkuliert. Man verlangt vom Mieter mehr Miete als nötig, mit dem Hinweis, er könne sich ja Zuschuss abholen. Ähnliches Prinzip im Billiglohnsektor mit den „Aufstockern“.

    Na ja, das regt mich nur zu sehr auf. Jeder kann ja seine Meinung vertreten.

    MS

     

  60. Nico Meier

    @Matthias Schneider

    Ich finde Zuschüsse bedeutend sinvoller als Sozialwohnungen zu betreiben als Stadt. In vielen Städten gibt es schlicht zu wenige Sozialwohnungen oder zu viele arme Menschen, die eine Sozialwohnung haben sollten und schon sind wir wieder bei der Ungerechtigkeit, dass gewisse das Glück haben eine Sozialwohnung zu ergattern und andere leer ausgehen. Deswegen lieber Zusschüsse um so alle bedürftigen unterstützen zu können. Die Zuschüsse können sehr flexibel auf sich verändernde Rahmenbedingungen wie sinkende oder steigende Einkommen der Bezüger angepasst werden. Ich kenne Fälle in denen Familien aus Sozialwohnungen ausziehen mussten weil das Einkommen des Vaters etwas angestiegen ist und die in derselben Stadt keine Wohnung mehr gefunden haben und wegziehen mussten!

    Ich bin grundsätzlich der Meinung bei der Herstellung von Energie sollten generell keine Steuergelder eingesetzt werden weder bei kernenergie noch bei Sonnen- Wind- oder Wasserenergie. Hier soll der Wettberwerb spielen und die wirtschaftlichste Form der Stromproduktion soll sich durchsetzen!

  61. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Nico,

    das kommt davon, dass Sozialwohnungen ja nicht (mehr) im Besitz der Kommunen sind. Es werden private Bauträger bezuschusst mit öffentlichen Baudarlehen und laufenden Aufwendungshilfen. Diese Wohnungen müssen dann einer Zweck- und Preisbindung der Stadt für Mieter mit Berechtigsschein zur Verfügung gestellt werden.

    Sobald die Darlehen abgezahlt sind, bzw. nach einem vereinbarten Zeitraum (ich denke, so über den Daumen vielleicht 30 Jahre), fallen diese Wohnungen aus der Bindung, und können zu marktüblichen Preisen vermietet werden. Die Bewohner bekommen dann eben die Zuschüsse, weil die Miete dann zu hoch ist für sie.

    Dadurch, dass immer weniger Bauträger sich am sozialen Wohnungsbau beteiligt haben die letzten Jahre, weil die „freie“ Miete im boomenden Markt mehr Profit als die sichere Belegungsgarantie durch die Stadt versprach, fallen Wohnungen aus der Bindung, und es kommen keine neuen nach.

    In Deutschland ist es eher üblich, dass, wenn das Einkommen der Bewohner einer „Sozialwohnung“ (wovon es in Deutschland kaum noch welche gibt: 1990 2,87 Mio zu 2018 1,15 Mio laut Statista) die Bedingungen nicht mehr erfüllt, man nicht gekündigt wird, sondern man eine Fehlbelegungsabgabe zahlen muss.

    Auch wenn man als Einzelperson in einer relativ großen Sozialwohnung übrig bleibt, und man ist kein Hartz4-Empfänger, dann bleibt man da eher drin. Das ist kritikwürdig. Aber genau das gibt es bei Genossenschaften eben nicht, weil die eigenverantwortlich auf sinnvolle Vergabe schauen.

    Schönen Tag noch,

    MS

  62. Kia

    In Berlin und weiteren mir bekannten Städten müsste keiner ausziehen wenn er in einer WBS Wohnung wohnt und mehr Einkommen hat als bei Bezug. Die Fehlbelegungsabgabe wurde vor Jahren abgeschafft.

    Es gab mal eine Untersuchung bei der herauskam das inWBS Wohnungen eher gutverdienende wohnen. Auch geht es bei der WBS Beantragung ja um aktuelles Einkommen und nicht um Vermögen. Wenn jemand in einer günstigen Situation mit geringen Einnahmen z.b Weiterbildung, Auszeit etc. einen WBS beantragt und dann eine Wohnung erhält kann er da ewig wohnen.

    Sogar Vermögen dürfte ein z.b vierköpfige Familie von 150k, bei Beantragung angeben. Wieviele das es aber garnicht erst angeben . . .

    Ich bin von diesen ganzen Sozialen Wohnungsbau auch nicht überzeugt. Ich wohne in einer Wohnung die ursprünglich dem Land gehörte aber kein WBS – Bau war. Diese wurde in einem riesigen Paket mit tausenden anderen zu einem Spottpreis an eine AG verkauft. Das Land behielt als Landesholding oder wie man das nennt, 5%  auf dem Papier, damit die AG keine Steuern zahlen muss.

  63. Heiko

    Eine Blase liegt vor, wenn die gezahlten Kaufpreise nicht mehr in Relation zu der erzielbaren Rendite stehen. Bei Immobilien liegen die Kaufpreise zumindest in den Großstädten weit über dem, was in 30 Jahren an Miete wieder erwirtschaftet werden kann. Das durchschnittliche gewichtete Haushaltsnettoeinkommen liegt bei rund 1.700 Euro. Die Hälfte der Bevölkerung verdient weniger, die andere Hälfte mehr. Von der reicheren Hälfte bekommen viele gerade einmal etwas zwischen 1.700 und 2.000 Euro. Wie sollen sich denn 50 Millionen Deutsche mit einem solchen Einkommen (Kinder sind beim gewichteten Durchschnittseinkommen eingerechnet) eine Wohnung oder ein Haus für die heute üblichen 400.000 bis 600.000 Euro kaufen? Gar nicht. Diese Menschen müssen wegen der hohen Kaufpreise zwangsläufig mieten. Wenn 50 Millionen Deutsche aber maximal 2.000 Euro netto pro Monat zur Verfügung haben, ist auch klar, dass man mit einer Vermietung immer deutlich weniger verlangen kann. Wer jetzt also eine 600.000-Euro-Wohnung kauft, um sie zu vermieten, trifft auf einen Markt, bei dem es schlicht nicht möglich ist, 2.000 Euro Monatsmiete zu verlangen. Aber nur mit diesem Betrag würde sich eine 600.000-Euro-Wohnung in 25 Jahren rentieren. Vermietet man für 1.000 Euro, hätte man den Kaufpreis erst nach 50 Jahren heraus. Dann muss man die 1.000 Euro aber auch netto bekommen und darf davon nichts für Instandhaltung abziehen – 50 Jahre lang!

    Wenn ich mir regelmäßig Immobilienanzeigen ansehe, werden dort Preise aufgerufen, für die ich eine Miete nehmen müsste, die doppelt so hoch wäre, wie die, die bei dem gleichen Immobilienportal bei vergleichbaren Wohnungsangeboten tatsächlich gefordert wird. Das nenne ich eine Blase. Eigentlich kann man es auch Schneeballsystem nennen, wenn hohe Kaufpreise nur deshalb gezahlt werden, weil man der Meinung ist, dass nachfolgende Käufer bereit sind, noch höhere Preise zu bezahlen, obwohl diese Erwartung nicht durch den objektiven Wert einer Sache gerechtfertigt ist.

    Ich gehe aus folgenden Gründen davon aus, dass die Blase platzen wird:
    In der jüngeren Vergangenheit haben sich sehr viele instituionelle Investoren (insbesondere auch aus dem Ausland) mit Immobilien in Deutschland eingedeckt. Angesichts der aufgezeigten Problematik, dass die Rendite wegen des niedrigen Lohniveaus begrenzt ist und mit steigender Miete das Risiko eines Mietausfalls steigt, gehe ich davon aus, dass instituionelle Investoren auf renditeträchtigere und risikoärmere Investments ausweichen werden, sobald sich entsprechende Alternativen bieten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis steigende Zinsen genug Alternativen hervorbringen. Wenn die institutionellen Investoren ihre Immobilien auf den Markt werfen, steigt das Angebot und die Preise fallen insgesamt. Wehe denen, die dann für ihre selbst genutzte Immobilie eine 100% Finanzierung aufgenommen haben. Ich gehe davon aus, dass dann in vielen Fällen durch die sinkenden Immobilienwerte die Höhe der jeweiligen Grundschuld nicht mehr vom Wert der Immobilie gedeckt sein wird und die Banken weitere Sicherheiten oder eine Nachverhandlung über die Zinshöhe verlangen werden. Da viele Finanzierungen auf Kante genäht sind,  dürfte das Angebot auf dem Markt dann noch größer werden und die Preise weiter fallen.

    Ob das tatsächlich so kommt, weiß ich natürlich nicht, aber in den vergangenen 100 Jahren war der Immobilienmarkt stets zyklisch und in den Hochphasen konnte sich nie jemand vorstellen, dass es auch wieder ein ganzes Stück runter gehen könnte. Ich kann jedenfalls warten.

  64. KurtKurt

    @Matthias Schneider
    Natürlich nicht. Aber ich möchte nicht gefühlte 5.000 Logins haben, ähnlich wie bei Bankverbindungen ist eine Änderung/Kontoumzug sehr aufwendig.
    Auch wenn ein Kontoumzug nochmal eine andere Hausnummer ist. Mittlerweile muss die Bank mithelfen. Vor ein paar Jahren haben sie das noch nicht. Da habe ich das mal durchexerziert. War ein schöner zeitlicher Aufwand. Die einen schriftlich, die nächsten auf ganz bestimmten Formularen, die dritten (fern-)mündlich, die vierten nur per Internet….

    @Heiko
    Eine nicht ganz uninteressante Betrachtungsweise. Ähnliches denke ich mir auch manchmal.
    Ich glaube, Deine Geduld könnte sich auszahlen. In kleinerer Form war das bei uns sogar vor ein paar Jahren schon so, da gab es eine Phase mit einigen Zwangsversteigerungen wg. Problemen beim Immokreditabzahlen (auf Kante genäht) und man konnte auch Häuser „günstig“ kaufen, da teils direkt nach Bauende die Ehe in die Brüche ging und man sich trennte. Aber ich glaube auch, das dies später noch mehr werden wird.
    Leider ist die Glaskugel immer noch defekt 😉

    Jemand hatte hier vor längerer Zeit mal geschrieben (meine ich zumindest), das eine Bank wenn sie seriös kalkuliert immer (theoretisch) mit 6-8% Zinsen rechnen müsste um zu sehen, ob sich der Kunde auch dann (wenn es mal steigen würde), den Kredit noch bedienen kann. Keine Ahnung ob das stimmt, aber es wäre zumindest (auch für den Kunden) auf Sicherheit gefahren.

    Es gibt ja auch genug Bausparverträge, deren Darlehenssummen man „verdoppeln“ kann, wenn nötig. Damit wird sogar geworben. Ein Mitarbeiter einer Bausparkasse sagte mir mal am Telefon sehr offen: „Die Raten die dann (im Verlauf) anfallen, können sie (die Kunden) sich nicht leisten. Und das ganz unabhängig davon was sie verdienen, den soviel verdienen die allermeisten im Schnitt nicht.“

    Ob das Kalkül ist oder einfach nur Verkaufsdruck und pokern seitens Vertrieb bzw. Anbieter, weiß ich nicht. Aber auch aus Sicht einer Bausparkasse, klingt so etwas im großen Stile wirtschaftlich nicht Gesund. Denn mit Ausfällen haben sie und gerade im Sinne des Bausparprinzips nichts gewonnen, m.M.n.

    Mein Verständnis ist, das ein Produkt (egal ob Finanzprodukt oder ein produzierter Hammer) alleine für sich wirtschaftlich tragfähig sein muss für den Anbieter/Hersteller. Oder sollte ich sagen, sein sollte…. 😉

    Schönen Freitag.

  65. David

    @Heiko:

    Du hast das Problem bzgl. Liegenschaften ziemlich genau erfasst. Das grösste Problem ist aber, dass viele Menschen nicht realisieren, dass Immobilien nicht nur nach oben gehen können (obschon uns bereits die jüngere Vergangenheit vor 10 Jahren gelernt hat, dass dem nicht so ist). Aber es ist nun einmal so: Jede Generation muss ihre eigenen Fehler machen… Genauso erging es einigen als sie mit Kryptowährungen spekuliert haben und nicht geglaubt haben, dass das Ganze einen ähnlichen Verlauf nehmen könnte wie damals bei der New Economy. Aber ich schweife ab… Viele mögen Immobilien lieber als Aktien, weil diese bzgl. Rendite in die Nähe von Aktien kommen, jedoch weniger „riskant“ sind. Genau genommen ist es aber lediglich so, dass man bei Immobilien nicht ständig den aktuellen Marktwert erfährt (wäre dies so, dann würden Immobilien ebenfalls als riskanteres Investment angesehen werden). Bei der ganzen Thematik wird aber ignoriert, dass auch Immobilien gewissen Schwankungen unterworfen sind. Allerdings sind die Zyklen langsamer, was ich aber durchaus als heikel ansehe: Während man sich im Aktienmarkt bei einem Crash nach spätestens etwa 7 Jahren wieder auf dem gleichen Niveau befindet, kann das gleiche Szenario bei Immobilien rund 3x so lange dauern… aber davon spricht heute praktisch niemand.

  66. KievKiev

    @ Heiko

    400-600k für eine Wohnung ist jetzt aber auch nicht in allen Großstädten der gängige Preis. Zugegeben, ich habe ein Jahr erfolglos nach einem weiteren MFH in meiner Stadt gesucht. Ein Vertrag für ein Objekt lag sogar vor, aber es hat am Ende doch nicht geklappt (Verkäufer abgesprungen). Das MFH hätte eine Rendite ab 4.2% und eher positives Potential haben müssen. Ein MFH ist allerdings auch auf den Quadratmeter gesehen normalerweise günstiger als einzelne Wohnungen.

    Andere Investoren haben vielleicht mehr Erfolg gehabt. Ich habe auch nur in zwei Städten gesucht. Alles andere wäre für mich zumindest nicht so gut zu betreiben gewesen. Aber 600k für eine Mietwohnung wird wohl kein Investor in den meisten deutschen Städten momentan ausgeben (München usw. habe ich jetzt mal nicht betrachtet).  Es herrscht aber ein großer Unterschied zwischen Kaufen als Investitionsobjekt und dem Kauf für Eigennutzung. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass bei Eigenbedarf andere Dinge im Vordergrund stehen. Lage, Erscheinungsbild, Wohlfühlfaktor usw. Ein schönes Modell für mich wäre auch eine Wandlung eines MFHs vom häßlichen Entlein in ein Gebäude mit ästhetischen ETWs (WEG), wonach sich angehende Familien sehnen (Von mir modernisierter Altbau wäre ideal). Wie gesagt, ich hätte es gerne gemacht und Spass daran gehabt, aber nichts passendes gefunden.

    Dein Szenario kann ich mir vorstellen. Es sollte meiner Meinung nach sich auch jeder Käufer einer Immobilie auch vorstellen können und entsprechend kalkulieren. Also die Restschuld in den Fokus nehmen.

  67. Nico Meier

    Hier wird mit Mittelwerten von Löhnen 2018 gerechnet und diese den Immopreisen von 2018 gegenübergestellt.

    Ich habe keine Glaskugel, daher sind meine Ideen auch nur Spekulationen aber ich kennzeichne diese auch so 😉

    Die EZB pumpt seit Jahren Geld ins System die Geldmenge weitet sich immer weiter aus in der Vergangenheit hat ein Ausweiten der Geldmenge immer zu Inflation geführt. Bei einer Inflation steigen die Löhne und die Preise für Sachwerte steigen mit. Die Schulden bleiben gleich und werden daher im Vergleich zum Wert des Sachwertes. Wenn es also wirklich zu einer von mir erwarteten Inflation kommen wird, dann werden die Hypothekarschulden auf unserem Haus gleich bleiben aber der Wert wird steigen. Durch die steigenden Löhne können sich die Mieter höhere Mieten leisten und der Wert der Immobilien steigt weiter.

     

  68. Daniel (Fächerstadt)

    Na mit 400 oder 600K um sich schmeißen bringt nicht viel. Es kommt auf den qm Preis an und die dazugehörigen Zimmergrößen an. Ja, größere 3-4 Zimmer Wohnungen liegen oft über TEUR 400 bis 600 TEUR in Städten > 150.000 Einwohner im Südwesten, die qm zahlen sind aber mit Balkonen/Terrassen auch oft im Bereich 110-160 qm und ersetzen daher schon ein Standard Reihenhaus. Ein qm Preis ab 4.000 EUR ist bereits Standard. In besseren Lagen z.B. von Mainz wird auch gerne mal 5.000 -6.000 EUR gezahlt.

    Alt- oder Neubau
    Ausstattung
    Lage
    Objekte zur Eigennutzung sind in der Regel deutlich luxuriöser und größer ausgestattet (fast alle aktuellen Projekte für Eigentümer z.B. in Karlsruhe haben Videosprechanlagen, Fußbodenheizung, Eichenparkett, teure Badaussattung)

    Deswegen passt ein Vergleich mit der 70/80er 4-Zimmer Mietwohnung mit 90 qm mit einer neuen NEubauEigentums ETW mit 130 qm und guter Ausstattung nicht wirklich…

    @ Heiko: Die Durchschnittshaushaltseinkommen von Familien mit Kindern unter 18 Jahren liegen in diesen Gebieten über EUR 6.300 brutto

    und die zitierten 1.700 EUR sind m.W. für Singles.

  69. David

    @Nico Meier:

    Ich sehe das Ganze etwas anders: Bzgl. Inflation gebe ich dir Recht und eine solche wäre wünschenswert, da dann auch die Zinssätze wieder erhöht werden könnten. Zwar bleiben die Schulden nominal gleich hoch (real sind die Schulden bei höherer Inflation sogar noch niedriger), doch werden die Forderungen immer höher, da höhere Zinsen zu zahlen sind. Höhere Zinsen machen das Investment jedoch wieder weniger attraktiv, weshalb ich davon ausgehe, das steigende Zinsen zu einem Rückgang der Immobiliennachfrage führen wird; dies wiederum wird auch zu einer Abflachung des Marktwertes führen.

  70. Heiko

    @Kiev und Daniel (Fächerstadt): Natürlich muss man sich immer den Zustand und die Lage der Wohnung anschauen. Aber die Immobilien, die ich mir in letzter Zeit angesehen habe, für die man 1000 Euro Miete verlangen könnte, lagen eher näher an den 600.000 Euro. Natürlich kann ich auf dem Land noch „Handwerkerobjekte“ für kleines Geld finden. Damit ist dann aber auch keine gute Rendite  möglich.

    Die 1.700 Euro netto/Monat beziehen sich überigens nicht nur auf Singles sondern sind der durchschnittliche Betrag, den theoretisch jeder Deutsche zur Verfügung hätte, wenn er sich selber versorgen müsste. Dabei sind auch Kinder berücksichtigt, die natürlich 0 Euro im Monat verdienen und deren Eltern, die zwar mehr verdienen, davon die Kinder (oder nicht arbeitende Ehepartner) aber mitunterhalten müssen. Denn was nutzt es dem LKW-Fahrer, wenn er 2.100 Euro netto verdient, davon aber noch 1 Kind unterhalten und der Ehefrau zu ihren 500 Euro aus dem Minijob noch was zuschießen muss?

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