Das Leben eines Konsumclowns führt in die Unzufriedenheit: Kaufen, Schulden, Plunder


New York, 5. März 2018

Wenn der Kauf von Plunder Lebenszweck ist…


Ständig pleite zu sein, fühlt sich nicht gut an. Daher tilgst Du Deine Schulden. Du baust einen Notfall-Fonds mit 3.000 oder 4.000 Euro auf. Den Rest investierst Du langfristig. Vernünftig. Du kaufst stur und stetig Aktien oder ETFs. Die Börsenschwankungen interessieren Dich nicht die Bohne. Dann sagst Du Dir, dass Du das Ratenrennen eigentlich nicht magst. Du machst den Job, weil Du die finanzielle Freiheit anstrebst. Du strengst Dich an. Du arbeitest vermutlich Vollzeit. Volle Kraft voraus. Du sagst Dir: „Der Chef geht mir auf den Wecker.“

Die passiv-aggressiven Kollegen, die versuchen, Dich schlecht aussehen zu lassen, damit sie sich einen Vorteil gegenüber Dir verschaffen können, sind Teil eines lustigen Spiels. Sie kommen mit ihrem Clownauto zur Arbeit. Sie wohnen in Clownshäusern, die ausgestattet sind mit Clown-Möbeln. Sie tragen Clownkleidung. Vielleicht haben sie ein Landhaus in der Toskana.

Aber hinter der Clown-Fassade verbirgt sich was Schreckliches: Sie haben Schulden. Enorme Schulden. Es ist wie ein tragisches Theaterstück. Es gibt jene, die stellen Deine Ideen als die ihrigen gegenüber dem Chef dar. Wenn Du im Urlaub bist, ziehen sie gegen Dich vom Leder. Es wird hinter Deinem Rücken gelästert.

Hast Du endlich das Geld zusammen (oder einen Großteil) für die Freiheit, sagst Du zum Chef: „Ich mag nicht mehr Vollzeit, nur noch Teilzeit arbeiten.“

Du steigst langsam aus. Du ziehst Dich zurück. Die lange Pendelzeit nervt Dich noch immer. Wenn Dir die Arbeitsbedingungen nicht mehr passen, selbst wenn Du Teilzeit arbeitest, dann sagst Du: „Ich bin raus.“

Du suchst Dir woanders einen lockeren Teilzeitjob. Im Endeffekt bist Du schon halb im Ruhestand. Mit 35, 40, 45 oder 50. Das geht. Der Aufbau eines Vermögens hat nichts mit Intelligenz zu tun, sondern nur mit Vernunft. Jeden Monat stur ETFs zu kaufen per Sparplan erfordert keinen besonders hohen IQ. Es kann im Prinzip jeder. Beim Sparen musst Du ebenfalls kein Genie sein, sondern Du musst nur in der Lage sein, verzichten zu können auf unnötigen Konsum.

Sobald Du genug Geld hast, gehst Du. Hast Du einen Großteil des nötigen Geldes, sagst Du dem Chef Bescheid: „Ich bin hier raus.“ Wer mag schon eine Ratte sein, die sich am Rattenrennen beteiligt? Lieber etwas bodenständiger im Alltag leben, als eine Ratte zu sein. Auf die Clown-Sachen kannst Du verzichten.

Ich denke, das Fazit für meine Leser ist, dass das endlose Streben nach mehr Geld, um mehr Sachen zu erwerben, auf lange Sicht eher nicht glücklicher macht.

Du kannst mit einem Gehalt von 35.000 Euro zufriedener sein als jemand mit 150.000 Euro. Du kannst mit einem „normalen“ Einkommen all Deine sozialen Aktivitäten und Hobbys haben. Du kannst sogar eine Wohnung kaufen, mit der Du glücklich wirst. Du kannst Deine Lieblingsreisen machen.

Ich finde die beiden Deutschen kultig, die durch Nordamerika und Mexiko mit einem alten US-Schulbus gereist sind. Sie haben den Bus in New York gekauft. Kaum hatten sie das Fahrzeug zu einem Wohnmobil umgebaut, begann ihre Reise mit „Rudi“, dem Hund. Sie machten einen Film aus ihrem Erlebnis:

Mexico.

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Angenommen, Dein Chef gibt Dir eine Gehaltserhöhung und Bonus. Das ist großartig. Anstatt das Extra-Geld zu verpulvern, sparst Du es. Du investierst das Geld in Deine Zukunft: Ins Depot. Dann kannst Du künftig weniger arbeiten, aber Deinen bisherigen Lebensstil beibehalten.

Wenn Du noch nicht nahe des Freiheit bist, kündigst Du nicht einfach Deinen Job. Selbst wenn Du ihn nicht magst. Schau Dich erst nach einem Job um, dann bist Du in einer starken Position. Also Du sucht nach einem neuen Job, während Du noch einen hast.

Natürlich träumen viele vom Erfolg als Geschäftsmann. Es braucht jedoch enorme Zeit, um zu diesem Punkt zu gelangen. Was viele Leute nicht wissen, ist, dass ein eigenes Unternehmen sehr viel Zeit und Mühe erfordert. Opfer sind nötig, damit Deine Firma eines Tages wachsen und gedeihen kann. In den ersten Jahren sind enorme Opfer nötig. Du musst lernen, was funktioniert und was nicht. Es gibt eine ganze Menge Leute, die hinter Deinem Rücken hinter Dir herfallen. Sie sagen Dir, du sollst aufgeben. Sie sagen Dir, dass das, was Du tust, dumm ist und dass es nichts bringt. Du musst diese Kommentare ignorieren und weiter machen. Ich denke, viele Leute glauben, dass die Gründung einer Firma sofort viel Zeit mit der Familie und viel Geld bedeutet.

Bist Du nicht bereit, hart zu arbeiten, damit Dein eigenes Geschäft funktioniert, wird es kaum was werden. Wenn Du denkst, dass es sofort erfreulich sein wird, wirst Du wahrscheinlich eine große Überraschung erleben. Es ist enorme Arbeit und mit Opfern verbunden. Dann kann die Belohnung kommen. Sie muss aber nicht. Die meisten Firmen und Betriebe scheitern innerhalb einiger Jahre. Daher hat der Angestellten- oder Beamtenjob seinen Reiz. Das Cash fließt. Das Risiko ist minimal. Der Einsatz überschaubar.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Das Leben eines Konsumclowns führt in die Unzufriedenheit: Kaufen, Schulden, Plunder

  1. André

    Hallo Tim,

    wieder ein sehr motivierender Artikel. DANKE DAFÜR! Auch wenn manche sagen die Artikel wiederholen sich und werden irgendwann eintönig, ist es doch genau dieses Gebetsmühlenartige was einen Menschen dazu bringt sein Verhalten und seine Einstellung zu ändern um aus diesem Hamsterrad auszubrechen. Ähnlich wie der Joachim Brandmaier von Börse Aktuell der predigt jeder Tag ist Kauftag. Dahinter verbirgt sich nichts anderes wie: „Versuche nicht den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden. Wenn du Geld zum investieren hast, investiere es stur und stetig.“

    Eine Frage hätte ich allerdings zum Thema Schulden tilgen. Ist es nicht ratsamer neben der Schuldentilgung bereits auch schon mit den Investments zu beginnen? Überall liest man ja man sollte seine Schulden zuerst tilgen und dann beginnen zu investieren. Aber ich meine, es ist besser zweigleisig zu fahren. Denn was bringt es mir, wenn ich in 5 Jahren keine Schulden mehr habe? Klar, ich bin Schuldenfrei, aber im Endeffekt fehlen mir 5 Jahre Investitionen. Und ob ich jetzt in 4 Jahren keine Schulden mehr habe, oder in 5 Jahren macht ja keinen großen Unterschied. Oder wie siehst Du, wie seht Ihr das?

  2. Iceman

    Die Frage mit dem Tilgen und investieren habe ich mir auch sehr oft gestellt

    und bin da teilweise immer noch am Schwanken.

    Wir also besser gesagt ich bin dann zu folgendem Entschluss gekommen:

    Wir besparen unsere Bausparverträge wie bisher, da diese mit zum Teil 4% verzinst werden. Laufzeit der Verträge ist noch teilweise 5 Jahre bis zur Zuteilung oder auch 7 Jahre bis die Bausparsumme erreicht ist.

    Desweiteren haben wir zusammen festgelegt, dass wir 2000€ im Jahr sondertilgen. Sodass eine für uns akzeptable Restschuld nach der ersten Zinsbindung stehen bleibt. Ich rechne mit steigenden Zinsen und möchte am Ende der ersten Zinsbindungsfrist nicht mehr als jetzt für das neue Darlehen aufbringen, also weiß ich ja grob wie hoch die Restschuld sein darf. Um die Belastung zu Verringern würde dann auch ein Bausparvertrag als Sondertilgung verwendet werden.

    Unser eff. Jahreszins beträgt 1,63%, da alle Unternehmen für die ich mich Interessiere eine höhere Rendite aufweisen, fühle ich mich so ganz wohl.

    Allerdings wächst das Depot nicht mehr so schnell wie die letzten Jahre, da wir erst die Sondertilgung ansparen und dann „Taschengeld“ verteilen, mit dem jeder machen kann was er will.

    Ich kaufe eben gerne Aktien und ETFs, meine Frau geht dafür öfter mal mit Freundinnen essen.

     

     

     

  3. Thomas

    Zum Thema Schulden abbezahlen:

    Aus rationaler Sicht ist es dann sinnvoll, wenn der Zins der Kredite hoch ist. Insb. Konsumkredite ohne Gegenwert haben Zinsen bei ~6% p.a. Diese zu tilgen bedeutet also quasi (näherungsweise) eine risikolose Rendite von 6% p.a. (Rendite kommt normalerweise von Risiko, hier nicht). Daher lohnt es sich eher als Investieren (höheres Risiko für 6% p.a. Rendite). Inflation nicht einbezogen.

    Bei Krediten mit Gegenwert und geringem Zins (bspw. Hypothek) ist dieser Zusammenhang zwar abgeschwächt, aber es befreit die Seele ungemein, die große Verbindlichkeit in Form der monatlichen Rate früh loszuwerden. Insb. wenn man finanzielle Freiheit anstrebt, möchte man ja möglichst keine Verbindlichkeiten.

    Fazit:

    Hohe Kreditzinsen: Abzahlen besseres Rendite-Risiko-Verhältnis als bspw. ETFs
    Geringe Kreditzinsen: Rational ist es vertretbar nebenbei anzulegen, jedoch für den allgemeinen Seelenfrieden ist die Tilgung auch empfehlenswert

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ André

    Danke. Das freut mich.

    Ich finde, die Schuldenfreiheit ist mental ganz wichtig. Dann kannst Du ruhiger schlafen. Das wäre mein Oberziel. Das Investieren folgt dann auf Rang 2. Das Investieren kannst Du natürlich parallel machen. Den perfekten Weg gibt es ohnehin nicht.

    (Thomas hat es oben prima zusammengefasst.)

  5. KievKiev

    @ André

    Und vergiss beim Investieren nicht den Notgroschen.  Ein Investment sollte nicht angetastet werden müssen. Also erst einmal den Notgroschen schön aufbauen und dann mit dem investieren anfangen. Bei einer Hypothek unbedingt die Restschuld und Laufzeit im Auge behalten. Dafür kann es sich lohnen einen größeren Notgroschen aufzubauen. Das musst Du Dir selbst überlegen welche Restschuld akzeptabel ist. Sondertilgungen sind falls möglich eine sehr schöne Form die Verbindlichkeiten zu festen Konditionen zu reduzieren. Ich nutze Sondertilgungen zu 100%. Habe allerdings auch nur 5% der Darlehenssumme im Vertrag.

  6. June

    Hallo Zusammen,

    Tim du hast ein gutes Händchen die Zusammenhänge klar und deutlich zu erklären.

    @André,

    es kommt auf deine Schulden an.

    Bei Konsumkrediten ist es sinnvoll nebenher bereits 1000 € anzusparen. Damit man bei der berühmten kapputten Waschmaschine nicht sofort den nächsten Kredit abzahlen muss. Und erst wenn man den letzen Euro bezahlt hat den Notfall-Fonds in Höhe von 3 – 6 Monatsausgaben aufzubauen. Und dann erst mit Investitionen zu beginnen. Also lieber Step bei Step.

    Wenn du Immobilienkredite abzahlst, dann hast du mit Sicherheit schon einen Notfall-Fonds. Und hoffentlich nicht gleichzeitig auch Konsumschulden.

    Dann macht es Sinn sich die Höhe des Sondertilgung auszurechnen, damit man nach dem Ende der Zinsbindung nicht draufzahlt und den Rest zu investieren.

    @Iceman,

    Deine Bausparverträge sind Top. 4 % Rendite ohne Risiko, dieses Kapital kannst du an der Börse gar nicht besser einsetzen. Bitte spare dort unbedingt weiter.

    Take care,

    June

  7. Kia

    Danke Tim! Das Video mit den Rattenrennen ist der Hammer!

    Sparen neben dem tilgen von Schulden kann zu einer höheren Motivation führen. Das beschreibt der Bodo Schäfer in seinem Kinderbuch ganz gut. Und warum nicht auch gleich einen kleinen Teil investieren z.B 50€ in einem Sparplan. P.S. Die Diba hat jetzt Vanguard im Sparplan 🙂

  8. Seb

    Es ist keine schöne, aber doch lehrreiche Erfahrung, die ich gerade durch meine Trennung mache: Wie viel Plunder man anhäufen kann, bekomme ich gerade anschaulich in Form von sich stapelnden Umzugskartons meiner Ex vor Augen geführt. Ich bin ehrlich gesagt fast schon beeindruckt, wie man mit verhältnismäßig wenig Geld so viel Zeugs (vor allem Klamotten) anhäufen kann.

    Noch warten die Kartons im Keller drauf, abgeholt zu werden. Aber in der Wohnung ist jetzt schon so viel Raum, wo früher das Zeug herumflog… es ist richtig befreiend. Wir waren wohl wirklich nicht füreinander gemacht, wenn ich das alles so betrachte.

    PS: Beileidsbekundungen sind nicht erforderlich 🙂

  9. Frank

    Ich bin nicht ganz Tims Meinung.

    Ich arbeite bereits mein gesamtes Leben Teilzeit, wenn jeder Vollzeit arbeitet und reinhaut um schnell finanziell frei zu werden, ist die Arbeitswelt voll von diesen Vollgasgebern. Solche Leute machen meist keinen Spaß und die Arbeit wird stressiger.

    Frank

  10. V

    Alles richtige Gedanken.

    Ich bin da besonders bei Thorsten, das ist das was ich auch so seit Jahren praktiziere.

    Ich zahle für meinen Hauskredit bis 2021 0,95% Zinsen (für ein 5 Jähriges), da schreit es richtig das Geld nebenher arbeiten zu lassen.

    Der Vorsprung aus dem daraus gewonnenen Kapital ist bereits sehr groß. Dumm nur, wenn es zwischenzeitlich richtig knallen würde und der Vorteil wieder weg wäre…

  11. Iceman

    @June

    ja die werden wir noch bis zur vollständigen Bausparsumme behalten und dann eben zur Sondertilgung verwenden und/oder Investitionen am Haus tätigen.

    Mir würde eine kleine PV-Anlage gefallen um den monatlichen Abschlag für Strom zu verringern.

     

     

  12. Thorsten

    qFrank : Diese Wahl Volzeit oder Teilzeit gab es früher in hochqualifizierten Jobs nicht. Heute geht es eher. Viele wollen weniger arbeiten können oder dürfen es aber nicht.

  13. A.

    Wir investieren und wollen auch Sondertilgen bzw. Haben wir auch schon gemacht. 2000 Euro ist das Minimalziel für Sondertilgung jährlich.

    Die nächste Gehaltserhöhung ab November wird nur zur Tilgung genutzt.

    Investiert wird in Aktien.

     

  14. Dirk Hoffmann

    Hallo Tim.

    Ich lese seit einigen Monaten hier in deinem Block. Was mich persönlich einmal sehr erfreuen würde, ist, wenn du uns unterbewertete Aktien (aus deiner Sicht) präsentierst. Ob wir dann kaufe??? Wir werden sehen. Ich interessiere mich gerade für GE. Kannst du bitte einmal ähnliche Vorschläge machen?

    Gruß und Danke, Dirk.

  15. A.

    @DIRK Hoffmann

    selber informieren, Bücher zu Value Investing lesen. Als Nicht-Profi ohne Insiderwissen faktisch unmöglich Firmen zu bewerten, ob sie unter oder überbewertet sind..

    Es gibt Qualitative und Quantitative Analyse Methode, beschäftige dich damit. Für Private bietet sich quantitative Methode an.

     

     

  16. Slazenger

    @Iceman

    hast du dich schon mal informiert ob sich das heut zu Tage noch lohnt, eine PV Analge?

  17. Felix

    @ Dirk

    Wie wär’s mit den deutschen Prämiumautobauern mit KGV um die 7 und Dividendenrenditen um die 5 %.

  18. Iceman

    @Slazenger

    rein wegen der Einspeisevergütung lohnt es sich vermutlich nicht mehr.

    Ich sehe da eher die Ersparniss im monatlichen Abschlag als die reine Rendite muss ich ehrlich sagen.

    Als ich noch nicht den Bürojob hatte haben wir die Anlagen in meinem Ausbildungsbetrieb installiert.  Deswegen würde mich der Spass nur das Material, sowie die Unterschrift eines Elektrofachbetriebs kosten.

    Richtig effizient arbeitet das ganze allerdings auch nur mit einem Batteriespeicher, welcher aber zur Zeit noch ca. 5.000€ aufwärts kostet.

  19. V2

    @Obama

    ich weiß mehr: Der Knall kommt am 31.12.2020. Zwischendurch wird es hoch und runter gehen.

    (duck und weg)

  20. Thorsten Rohweder

    @A. Sondertilgungen haben gigantische Wirkung. Der Zinseszins bei Schulden. Wir haben es auch so gemacht. Wahnsinn wie sich das auswirkt.

    Ach ja : Warren Buffet kauft in Berlin Immobilien. Er macht es richtig. Immobilien in Deutschen Metropolen sind ein Schnäppchen verglichen mir anderen Ländern

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/berlin-warren-buffett-draengt-auf-berliner-immobilien-markt-a-1196601.html

    Bei großen Vermögen kommt man an Immobilien nicht vorbei (und natürlich nicht an Aktien, beides ist chic)

  21. Felix

    … oder wie Goethe schon sagte: Man sollte nicht nur Geld haben, sondern auch Immobilien, Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle…

  22. dumpfbacke

    > Ist es nicht ratsamer neben der Schuldentilgung bereits auch schon mit den Investments zu beginnen? Überall liest man ja man sollte seine Schulden zuerst tilgen und dann beginnen zu investieren. Aber ich meine, es ist besser zweigleisig zu fahren. Denn was bringt es mir, wenn ich in 5 Jahren keine Schulden mehr habe? Klar, ich bin Schuldenfrei, aber im Endeffekt fehlen mir 5 Jahre Investitionen. Und ob ich jetzt in 4 Jahren keine Schulden mehr habe, oder in 5 Jahren macht ja keinen großen Unterschied.

    Keine Ahnung welche Geldbeträge man investieren will, aber in den ersten paar Jahren (unter z.B. 100.000€ Depot) hat der Zinseszinseffekt keinen großen Effekt. Ein Jahr mit +20% Kursgewinn wär natürlich geil, aber darauf würde ich nicht unbeding wetten.

    Schulden abbauen hat immer oberste Priorität, denn damit wird eher zusätzliches Geld zum Investieren bereitgestellt, und man wird weniger angreifbar. Es kann einem weniger passieren durch unvorhergesehene Vorkommnisse.

    Wenn man sich partout nicht zwischen zwei Extremen entscheiden kann (0 oder 100% des verfügbaren Geldes für Sondertilgungen, 0 oder 100% investieren? Asset Allocation 50:50 oder 100% in Aktien?) dann geht man den Mittelweg,(50% Sondertilgung, 50 Investment; und eben 75:25 Aktien und Tagesgeld). Damit macht man nichts komplett falsch, aber leider auch nichts komplett 100%richtig. Aber mit dem Ergebnis kann man gut leben und daraus Gelassenheit lernen. Selbst wenn es suboptimal läuft, es läuft. Und zwar nicht schlecht.

  23. Thorsten Rohweder

    @dumpfbacke : Konsumschulden würde ich so schnell es geht abzahlen.  Immobilienkredite in Abhängigkeit vom Zinssatz. Wenn ich für 3% ein Darlehen aufnehme und 6% Dividendenrendite habe…dann nehme ich doch die 6% und zahle davon einen Teil der Annuität.

  24. dumpfbacke

    Konsumschulden würde ich so schnell es geht abzahlen.

    Sowas darf gar nicht erst aufkommen.

    Immobilienkredite in Abhängigkeit vom Zinssatz.

    Das sollte man insgesamt betrachten, Steuern und so eineziehen.

    Wenn ich für 3% ein Darlehen aufnehme und 6% Dividendenrendite habe…dann nehme ich doch die 6% und zahle davon einen Teil der Annuität.

    Siehste, ich nicht. Weil ich keinen Tunnelblick auf Dividendenrendite habe. Gesamtrendite ist mir wichtiger.

    Dividendenstrategien: Fakten und Fantasien

    https://www.gerd-kommer-invest.de/?na=view&id=8

    „Dass Privatanleger hohe Dividendenrenditen emotional als besonders anstrebenswert einstufen – statt rational auf die allein relevante Gesamtrendite einer Aktie abzustellen – ist einer der viele kognitiven Anlegerirrtümer, den das Forschungsgebiet „Behavioural Finance“ in den vergangenen Jahrzehnten dokumentiert hat.“

  25. Daniel

    Mir würde eine kleine PV-Anlage gefallen um den monatlichen Abschlag für Strom zu verringern.

    Der Zeitpunkt für eine solche Investition ist denkbar ungünstig. Die Einspeisevergütung macht das 100%ige Einspeise des Stromes kaum noch rentabel bzw. ist defakto unrentabel, da nützen auch gefallene Panelkosten nichts mehr.

    Die heutigen Anlagen für Privathäuser müssten also zum Eigenverbrauch hin optimiert werden, das lässt sich aber erst sinnvoll realisieren, wenn Batteriespeicher hinzukommen die heute noch maßlos überteuert sind.

    Gib dem Ganzen noch 4-5 Jahre, dann kann man sich eine kleine PV-Anlage mit Puffer-Akku konfigurieren die tagsüber während man außer Haus ist genug Strom speichert dass man abends davon zehren kann und die Eigenverbrauchsquote nach oben treibt.

  26. V

    Eine (hohe) Dividendenrendite kann sogar hinderlich im langfristigen Aufbau von Vermögen sein, aufgrund der Besteuerung, die dann sogar doppelt erfolgt:

    einerseits wird der Gewinn des Unternehmens besteuert
    andererseits wird die Ausschüttung selbst besteuert

    Dadurch geht im internen Zinseszinseffekt des Unternehmenswachtums extrem viel Dynamik verloren. Zudem wird durch Dividendenausschüttungen klar, dass die Unternehmung intern mit dem Kapital keine Verwendungsmöglichkeiten hat, die über den Marktzins hinausgehen, daher schüttet sie aus. Dass das massiv was ausmacht, haben nur wenige auf dem Radar.

    Aus dieser Überlegung heraus habe ich deswegen immer schon vorwiegend auf Wachstumsunternehmen gesetzt.

  27. Thomas

    @dumpfbacke, Thorsten:

    Zu beachten ist nicht nur die erwartete(!) Rendite, sondern das Rendite-Risiko-Verhältnis.

    Das Abzahlen von Kreditschulden bringt eine risikolose Rendite mit sich (nämlich die gesparten Zinsen). Jegliche Renditen am Aktienmarkt sind risikobehaftet und daher nicht auf längeren Zeitraum sicher. Das gilt ebenfalls für Dividendenrenditen. Das sollte unbedingt in den Plan einbezogen werden, einen Kredit mit Renditen aus Aktienanlagen abzuzahlen.

    Jedem ist es selbst überlassen, festzustellen, wie viel individuelles Risiko eingegangen warden kann (Risikotragfähigkeit). Selbst in einem Beispiel, bei dem die Dividendenrendite höher ist als der Zins, kann ein Abzahlen des Kredites sinnvoller sein, weil es weniger risikobehaftet ist.

    Zudem trägt es, nicht rational sondern emotional, für viele erheblich zum Seelenfrieden bei, keine Kreditverbindlichkeiten zu haben. Insb. für Menschen, die finanzielle Freiheit anstreben.

  28. Thorsten Rohweder

    @dumpfbacke wenn ich keine Dividendentitel hätte, müsste ich jeden Monat Aktien verkaufen. Wäre recht unpraktisch. Ich lebe von den Dividenden. Ein kleiner Teil ist durch den Freibetrag abgedeckt. Dss muss man unbedingt mitnehmen, sonst wird am Ende die Kursdifferenz besteuert auf einen Schlag. Mein Vermögen habe ich nicht durch die Unterscheidung Dividendentitel Wachstumsaktien gemacht , sondern durch eisernes Sparen. Die Aktien sind dann mit dem Markt allesamt hochgegangen wie ein Hefeteig sozusagen. Eine hohe Dividende bedeutet nicht, dass das Unternehmen damit nichts besseres anfangen könnte. Es ist entweder gesetzlich dazu verpflichtet oder verzichtet auf schnelles Wachstum, ist also konservativer aufgestellt. Es ist überhaupt nicht notwendig, dass jedes Unternehmen im Depot wächst oder der Aktienkurs exorbitant steigt. Ich habe einige Unternnehmen, die bringen 10% Rendite. Ein Börsencrash trifft die kaum, die sind durch hohe Ausschüttungen abgesichert. Aktien mit sehr hohen KGV ohne Ausschüttung wird es sehr hart treffen.Wachstumsaktien sind sehr anfällig für News. Der psychologische Kursanteil übersteigt oft den operativen Anteil. Wir haben das beim Neuen Markt als Hybris gesehen.Eine Fixierung auf Wachstumsaktien, weil die statistisch den Markt outperformen halte ich für gefährlich. Fazit : die Mischung machts

  29. V

    In der Entnahmephase sind Dividenden hilfreich, in der Aufbauphase aber hinderlich.

  30. Slazenger

    @V

    exakt, darum verstehe ich es auch nicht, warum BB Biotech, den Gewinn zum Teil sowohl zur Ausschüttung einer Dividende, als auch zum Rückkauf eigener Aktien verwendet. Es müsste doch genug aussichtsreiche kleinere Biotechs geben in die man das Geld investieren könnte???

  31. Daniel

    dumpfbacke wenn ich keine Dividendentitel hätte, müsste ich jeden Monat Aktien verkaufen. Wäre recht unpraktisch. Ich lebe von den Dividenden. 

    Wären für Dich nicht Unternehmensanleihen weitaus sinnvoller? Absolut stetiger Ausschüttungsstrom, selbst in sehr kritischen Marktphasen in denen viele Unternehmen Dividenden-Zahlungen, zumindest verändern. Desweiteren bei Insolvenz bevorzugt.

  32. A.

    Ich setze auch auf Dividenden-Aktien. Der Cashflow aufm Konto ist ein geiles Gefühl. Ich muss immer weniger eigenes Geld nachschießen, auchaber wenn noch auf kleinem Niveau.

    Wachstumsaktien habe ich auch ein paar wie Nvidia, PayPal, Alibaba und Tencent.

    @Thorsten

    Ja, wir setzten auf beides, Dividendenwachstum und Sondertilgung, auch wenn es zunächst nur ca. 2500 im Jahr sein werden, (11000 haben wir bereits sondergetilgt in 5 Jahren.

     

     

  33. Sven

    Eine Immobilienfinanzierung stemmen und zeitgleich in Aktien investieren ist eine Spekulation auf Kredit. Man investiert Geld, welches man eigentlich nicht hat. Dadurch erhöht sich das Gesamtrisiko, weil man insgesamt anfälliger wird für unvorhergesehene Ereignisse (Scheidung, Krankheit, Jobverlust usw.).

    Wer das ernsthaft machen möchte, sollte sich fragen, ob er sein abzahltes Haus auch beleihen würde, um das Geld dann in Aktien zu investieren. Das wäre im Prinzip das gleiche.

    Niedrige Zinsen sind grundsätzlich kein Argument, davon eine Ausnahme zu machen. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten niedriger Zinsen, sollte zügig getilgt werden, da einen die sonst fällige Anschlussfinanzierung das Genick brechen kann. Wenn man einen Volltilger hat, gilt dieser Punkt natürlich nicht.

    Insgesamt sollte man sich von dem Gedanken lösen, dass das Tilgen von Schulden irgendetwas anderes ist als sparen.

  34. V

    Sven,

    richtig, man sollte die Finanzierung immer so wählen, dass einem die Anschlussfinanzierung nicht das Genick bricht. Ohne mind. 40% Eigenkapital ein Eigenheim zu finanzieren bei dem man im Anschlußkredit auch 6% Zinsen aushält ist eh unverantwortlich.

    Ansonsten halte ich es situationsbedingt für valide Finanzierungen als Tool und sogar Hebel zu verwenden um nach vorne zu kommen. Ich hätte unser Haus damals auch nahezu voll abbezahlen können, aber dann hätte ich auch alle meine abgeltungssteuerfreien Aktien in einer Zeit abstoßen müssen, in der die Börsen sehr niedrig bewertet waren.

    Kam für mich nie in Frage…im Gegenteil. Ich habe dann die Zinsbindung sogar extra kurz gewählt um 1. Zinsaufschläge zu vermeiden, 2. um von (denen für mich absehbaren weiteren) Zinssenkungen zu profitieren und 3. von der damals schon einsetzenden Flucht in Sachwerte profitieren zu können

     

  35. Sven

    @ V

    Das ist schön für Dich. Wenn denn alles so schön absehbar ist, wie Du es darstellst, dann ist ja auch alles gut, und es kann gar nichts passieren. Wir brauchen uns dann auch nicht mehr über Risiken zu unterhalten, denn die gibt es nicht, sofern alles absehbar ist.

    Halten wir also fest: Bei Dir haben sich die Risiken nicht verwirklicht, also hat es keine Risiken gegeben.

  36. A.

    @sven

    Wir bauen passives Einkommen auf und Sondertilgen auch. Nur Sondertilgung kann man machen, ist mir persönlich aber zu eintönig und wenn ich erstmal genug Dividenden habe kann ich noch mehr sondertilgen, weil ich nicht mehr soviel selbst ins Depot nachschießen muss.

    Anschlussfinanzierung ist in 9 Jahren. In 5 kann ich sogar theoretisch umschulden zu einem hoffentlich etwas günstigeren Kredit, alles möglich.

    Wenn die Zinsen steigen kann ich auch den Schwerpunkt ändern. Habe ja noch Zeit.

    Ja Risiken sind klar, aber ich arbeite im öffentlichen Dienst (hab auch mal einen Leserbrief geschrieben), dadurch Jobverlust unwahrscheinlich und gegen Krankheit habe ich eine BU.

    Bei dem was ich mache habe ich also meine Gesamtsituation betrachtet. 🙂

    Ob man die Aktien damit auf Pump holt ist Ansichtssache, aber wäre ich in der Privatwirtschaft hätte ich wohl nicht mal ein Haus gekauft und würde generell anders agieren.

    Was ist eigentlich wenn man Miete zahlt und Aktien kauft bzw,. investiert?? Ist die Miete dann auf Pump? Die Miete zahlt man bis zum Tod.

    Deswegen, bei jedem ist die Situation anders.

  37. V

    Sven, da gibt es pauschal kein richtig oder falsch. Es ist abhängig von der aktuellen Gemengenlage. Und die hat heuer andere Vorzeichen als damals…

  38. Finanziell Fit

    Hallo Tim,

    sehr schön auf den Punkt gebracht. Die meisten scheitern bereits daran, dass sie zu viel Geld für Dinge ausgeben, die sie nicht brauchen.

    Ich hab deinen Blog direkt mal verlinkt in meinem Artikel zum Thema „weniger Geld für unnötigen Konsum ausgeben“:

    http://finanziellfit.de/achtsam-ausgeben-leitfaden/

    Und das Video mit den Ratten ist sehr genial, danke dafür!

    Schöne Grüße,

    Carsten

  39. Rainer Zufall

    A.

    Ich denke es gibt einen Unterschied zwischen Miete und Kreditfinanzierung sowie Aktienkauf. Als Mieter kann ich im Worst Case eine günstigere Wohnung beziehen. Bei Kreditschulden wird es hingegen unschön, bei echten Engpässen.

    V

    Ich lese Deine Beiträge sehr gerne. Du hast einen tollen Schreibstil. Ich finse aber, dass Du alles viel zu easy darstellst. Und wirklich absehbar ist die Zukunft doch nie, ein Restrisiko, dass man falsch liegt gibt es doch immer.

    Und irgendwie scheinst Du das doch auch so zu sehen. Denn ansonsten hättest Du bei Deinen Depotvolumen doch gar nix zu befürchten.

  40. A.

    @Rainer Zufall

    Jepp, sehe ich auch so und wir besparen noch nebenbei Bausparverträge als Absicherung gegen zu schnell steigende Schulden bis zur Anschlussfinanzierung.

    Und wenn die dann doch steigen, dann muss man das Haus halt vorher verkaufen, wenn man sieht das es eng wird und in eine Mietwohnung. Fertig.

  41. Thorsten

    Wenn es alles so klar und eundeutig wäre, dann hätten wir keine spannenden Diskussionen. Einer berichtet aus seinem Leben, der andere was er plant. Und je nachdem wo man wohnt kann sich die Miet/Kauffrage sowieso anderes dastellen.  In Hamburg kann man längst nicht mehr „in eine günstigere Wohnung umziehen „. Umziehen geht nur in „teurer“ und da ist kein Licht am Ende des Tunnels. Wer hofft, dass alte Herrschaften aus 90 qm Wohnungen ausziehen, das wird nichts mehr, denn die kriegen für ihre aktuelle Miete bloß noch die Hälfte des Raums wenn sie umziehen und sparen nix und da wären sie schön blöd die Bude freizugeben. Die Mieter sitzen teilweise verzefelt auf ihren Wohnungen, vor allem wenn die Familie wächst und der Platz zu knapp wird. Der Markt ist vollkommen verkrustet.  Und 150 km weiter östlich fallen die Dörfer wüst, da fliehen alle vom Land….

  42. V

    Rainer Zufall

    Es kommt in allem, ob im Großen (ganzes Depot) oder im Kleinen (Aktienauswahl und -kauf), immer auf das Chance-Risiko-Verhältnis an.

    Das war im großen Bild 2010 um Faktoren besser als heute. Und das liegt daran, dass wir uns dem Ende eines Bullenmarktes (und somit auch eines Wirtschaftszykluses) nähern.

    2010 hat sich alles für die breite Masse noch furchtbar angefühlt, keiner wollte in Aktien. Blogs zu FF waren kaum verbreitet, viele Leute hatten zuvor eine auf die Mütze bekommen und diesen Wunsch erst mal begraben. Dieser weiche Faktor und einige andere harte Faktoren haben mich damals so extrem sicher gemacht hier ein höheres Risiko fahren zu können.

    2018 ist das Bild total anders. Viele fühlen sich toll. Viele neu hinzugekommene träumen vom schnellen Vermögensaufbau und fühlen sich sicher in der aktuellen Lage. Rechnen sich aus, wie lange sie brauchen und wie viel sie minimalistisch ansparen müssen um „sicher“ in die FF gehen zu können. Zudem hat sich das makroökonomische Bild eingetrübt, die extrem hohe Schuldenlast bei gleichzeitig zu tiefem Zinsniveau birgt extreme Risiken. Genau das sagt mir, das das Chance-Risiko-Verhältnis nun nicht mehr gut ist.

    Ich bin daher (im Gegensatz zu damals) jetzt vorsichtig und bereite mich im großen Bild auf das Top und eine nächste Krise vor ….

     

  43. V

    PS: … wobei ich keine Glaskugel habe, um zu sagen, wann genau die Krise beginnen wird oder was sie auslöst…. es kann bereits dieses Jahr sein oder auch noch Jahre gut gehen, mit weiteren Hochs in den Indizes.

  44. Markus

    @A.

    „Was ist eigentlich wenn man Miete zahlt und Aktien kauft bzw,. investiert?? Ist die Miete dann auf Pump? „

    Meistens unterschreiben potentielle Mieter einen Mietvertrag und Käufer einen längerfristigen Darlehensvertrag.

    Die Vor- und Nachteile, bzw. welche Variante die „Pump-Variante“ ist, weißt auch Du, wenn Du rational und nicht emotional voreingenommen die „Gesamtsituation“ betrachtest…

    @Rainer

    „Und wirklich absehbar ist die Zukunft doch nie, ein Restrisiko, dass man falsch liegt gibt es doch immer.“

    Vielleicht ist V. ja ein Superforecaster… 😉

    Allerdings widerspricht ihm dann ein anderer Superforecaster namens Bruno Jahn mit dem Zitat: „Börsenkurse vorherzusagen ist nahezu unmöglich, weil da so viele Unwägbarkeiten mit reinspielen.“

    @V

    Warum war 2010 die Lage glasklar wenn Du vor über 10 Jahren „all in“ gegangen bist???

  45. V

    Ach Markus. Was du über mich denkst, weiß ich. Ich verüble es dir aber nicht.  🙂

    Ich habe leider immer noch nicht den Unterschied zwischen Börsenkurs und Bewertung an dich herangebracht.

    Ich prognostiziere keine Börsenkurse sondern schaue mir die Unternehmenswerte an. Aus diesen und einigen anderen Faktoren bestimme ich das Chance-Risiko Verhältnis (CRV), ob durch einem Kauf eine gute Gewinnchance besteht oder eben nicht. Stimmung (Psychologie), Gesamtmarkt-Bewertung, Zyklus-Phase, Chart-Technik und einige weitere Faktoren gehören da auch dazu.

    Wenn das Chance-Risiko-Verhältnis stimmt, dann folgt der Börsenkurs auch irgendwann zwangsläufig dem inneren Wert des Unternehmens. Manchmal dauert es recht lange bis die breite Masse diesen aber erkennt. Und meistens überschießt das ganze dann. Kostolany hat das Bild von Hund und Herrchen dazu geprägt, das hier sehr gut passt.

    Das hat mit Prognose von Kursen also nichts zu tun. Manchmal geht es auch trotz gutem CRV erst mal gegen einen, der Kurs taucht ab. In meinen ersten Jahren habe ich das oft erlebt, da ich zu früh zugeschlagen habe und nicht auf Charttechnik und Stimmungsfaktoren gehört habe und mir nicht vorstellen konnte wie stark Börse nach unten (oder auch oben) übertreiben kann. (Diese Erfahrung hat mir auch gelehrt, dass die „Effizienz der Märkte“ ein riesiges Märchen ist).

    In diesem Falle heißt es nachkaufen, wenn sich das CRV dadurch weiter verbessert hat. Und aussitzen.

    Sollten sich Rahmenbedinungen und/oder die Bewertung aber geändert haben und sich das Umfeld drastisch verschlechtert haben muss man auch den Mut haben konsequent die Reißleine zu ziehen. Je schneller man in der Lage ist Ausnahmesituationen an Märkten und/oder Unternehmensbewertungen zu erkennen, desto mehr Gewinn wird man machen. Oft muss man zudem in der Lage sein Geduld zu haben, bis der absolute Tief oder Hochpunkt eines Kursverlaufes erreicht ist. Dazu gibt es auch viele Hilfsgrößen wie terchnische Indikatoren (z.B. RSI), Stimmungen in Aktienboards, etc… und trotz Geduld und Erfahrung wird man das genaue Tief oder Hoch selten erwischen. Ist auch gar nicht notwendig (gewesen) bei sehr schwankungsintensiven Aktien wie Biotechs.

    Ja das klingt alles sehr abstrakt, aber in diesen Worten steckt eine langjährige Erfahrung mit vielen Erfolgen aber auch sehr schmerzhaften Phasen.

    Zu deiner weiteren Frage: ja 2008/2009 bin ich „all in“ gegangen, teils sogar mit Aktivierung eines Wertpapierkredits. „Das Blut floss auf den Strassen“ – vielleicht verstehst du das Bild.
    2010/2011 erforderte der Hausbau allerdings den Abzug von Kapital. 2010 war weiterhin erst zu Beginn des aktuellen Bullenzykluses. Diese dauern in der Regel 6-11 Jahre. Ein Blick in die Geschichte verrät, dass Börse und Wirtschaft sich in ihren zyklischen Verläufen stets wiederholt.

  46. Querdenker

    @Tim

    Bei den ganzen Clown Wörtern musste ich herzhaft lachen. Danke.

    Ich habe selbst noch Bafög Schulden, aber nebenher wird fleissig investiert. Das bisschen an Schulden lässt mich nicht schlechter schlafen. Ich weiss das ist bald weg und die Sparquote geht ganz automatisch leicht nach oben. Gute Zukunftsaussichten also. Immer positiv denken.

    Als Investor finde ich Konsumschulden toll. Ja kauft doch alle für 1000 oder mehr Dollar das neueste Apple Smartphone. Hoffentlich steigt der Kurs. Statt 1000 ins Smartphone zu stecken, stecke ich dann 1000 in die Aktie.

  47. A.

    @Markus

    Miete muss ich zahlen, Rate auch.

    Bei der Rate kann ich sondertilgen bei der Miete nicht. Wir kaufen Aktien und betreiben Sondertilgung.

    Bei Aktien sind Risiken, aber auch Chancen. Und ein kleines Finanzpolster haben wir auch.

    Ihr habt recht, Sondertilgung spart auch ne Menge Geld und das machen wir ja auch, aber passiver Cashflow der auch ohne mein zutun weiter fließt ist auch nicht zu verachten, mit der Zeit wächst dieser.

    Ich sehe da nichts Falsches dran außer ich würde statt Aktien das Geld für Nutten und Koks ausgeben 🙂

  48. June

    @Haus und Aktien,

    die Diskusion ist alt, und jeder muss sie ganz persönlich für sich und seine Bedürfnisse entscheiden. Es kann Gründe geben, nur zu Tilgen oder zur Tilgung noch einen Bausparer zu bedienen. Wenn man aber die Sondertilgung ausgereizt und in den Bausparvertrag einbezahlt hat und dann immer noch Geld übrig ist. Dann darf man auch in ETF und Aktien sparen.

    Ja, es gibt die Fälle, in denen Finanzierungen ganz eng gestrickt sind. Dann hat der Wohungs- oder Hausbesitzer aber schon im Vorfeld Fehler gemacht. Da kann einem dann das Aktiensparen das Haus kosten. Wer aber solide Finanziert sollte zu jeder Zeit in der Lage sein, nebenbei noch ein klein wenig für den Ruhestand vorzusorgen. Auch Urlaub und Auto und unvorhergesehenes sollte immer auch während einer Finanzierung möglich sein.

    Eine Anekdote am Rande. Ich habe heute einem Kollegen, auf eine berufliche Feststellung von ihm geantwortet: “ Wer weiß, was wir in 5 Jahren machen. “ von ihm kam wie aus der Pistole geschossen: “ In 5 Jahren, sind Sie in der Karibik.“ Zuerst wollte ich ihm antworten: „Nein, in Panama.“ aber ich hab’s mir verkniffen. Ich glaube, mein Kollege ist nicht auf seinen Kopf gefallen. 😉 Aber 5 Jahre werden nicht reichen, mein Job macht mir Spaß.

    Take care,

    June

     

     

  49. Mattoc

    Genau das sagt mir, das das Chance-Risiko-Verhältnis nun nicht mehr gut ist. Ich bin daher (im Gegensatz zu damals) jetzt vorsichtig und bereite mich im großen Bild auf das Top und eine nächste Krise vor ….

    Das machst du sehr gut. Und verkaufe deine Biotechaktien noch rechtzeitig. Wir machen hier weiter Buy and hold.

  50. Thorsten Rohweder

    @Mattoc. Ich traue mich nicht zu verkaufen, weil dann der Crash kommt. Und ich mag nicht schon wieder schuld sein.  Hahaha. Jetzt im Ernst es gibt einen gewaltigen Unterschied zu 1999 und 2007. Damals waren Immobilien noch günstig. Parallel zum BörsenCrash gingen die Immobilien hoch bei uns und steigen seitdem. Niemand kann aus Aktien raus außer in Cash. Zinsen zu niedrig (noch ?), Immos bleiben hoch, da ist keine Blase, da ist echter Bedarf.

  51. Fit und Gesund

    @Thorsten Rohweder,

    wow… Du bist der Held!

    Ich nahm im Jahr 2000 die berühmte Schlaftablette, irgendwie erwischte ich aber eine Überdosis, sie hielt weit über das Jahr 2008 an, sehr weit sogar!

    2000 war ich von der Börse komplett enttäuscht, ich war wütend und es tat auch weh, ich hakte das Kapitel ab, verkaufte aber nix (aktive Aktienfonds in dem Fall)

    2015 erwachte ich aus meinem Dämmerschlaf, Schlaftabletten werde ich keine mehr nehmen, ein grosser Fehler aus heutiger Sicht, sollte es zu einem weiteren Rücksetzer kommen so empfehle ich erstmal schmerzlindernde Salbe, danach ein Schmerzmittel, möglichst nix was den Geist vernebelt,

    am einfachsten, und besonders wenn man noch jünger ist, weitermachen, nicht schlafen, stur und stetig zukaufen,

    von Schulden halte ich gar nix, Hypothek ja, auch parallel Hypothek und Aktiensparen finde ich o.k, aber nix was völlig auf Kante genäht ist,

    so kann man ruhig schlafen, aber der Schlaf wird dann erholsam sein und man wird nicht von Alpträumen heimgesucht.

    Wünsche Allen ein glückliches Händchen bei der Auswahl ihrer bevorzugten Vehikel, sei es den ETF-Anhängern oder den Einzelaktien-Befürwortern, macht das womit Ihr Euch am wohlsten fühlt!

  52. Max

    @Fit und Gesund: Was ist denn dann dein Strategie jetzt? Stetiges Kaufen und Market-Timing vermeiden?

    Ich für meinen Teil habe eine Abmachung mit mir. Bis das Depot 6-stellig ist wird überwiegend in BlueChips mit hoher Dividendenrenidte (z.T. Dividendenaristokraten) investiert. Danach möchte ich die nächsten 100 KEUR in Wachstumsaktien investieren. Das gibt gerade für die ersten sechs stellen ein ungeheuer gutes Gefühl wenn Rücksetzer auftreten.
    Wie ich immer Sage – der größste Feind ist der eigene Kopf.

  53. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    Gutes Timing. Aber Hand auf Herz: Hättest Du stur Deine Aktien durchgehalten und weiter zugekauft während des Kursbebens, wäre das nicht so schlimm gewesen.

  54. Fit und Gesund

    @Max,

    ich muss dazu etwas vorausschicken, ich lebe in der CH, ich werde in ein paar Tagen 60, ich habe immer gearbeitet, ich lebe alleine und bin Niemand Rechenschaft schuldig, ausser meinen Tieren ist Niemand von mir abhängig.

    Mein „System“ ist nicht perfekt, ich mache Fehler und dazu stehe ich auch.

    Ich unterscheide zwischen „meinem Geld“ und einer Erbschaft die aus Bargeld und einer abbezahlten ETW in D besteht (die ETW in D ist gut vermietet)

    Ich habe grob 35% meines Geldes in ETF’s (Vanguard-Produkte) und grob 65 % in Einzelaktien angelegt, diversifiziert nach Ländern (Währungen) und Branchen, Hauptbranchen sind Healthcare und Konsum, ich habe aber auch mittlerweile 4 Reits im Portfolio, Technologie bin ich leider immer noch untergewichtet.

    Ich habe ein klein wenig physisches Gold was ich nicht mitbilanziere und bei Berechnungen völlig ausser Acht lasse. Hätte aber gerne noch eine Goldminen-Aktie, ich scheine ein Faible für das glänzende Metall zu haben.

    Die ETF’s sind schwankungsarmer und ich bin froh um sie.

    Ich habe nur eine kleine Cash-Reserve für Notfälle (geht was kaputt oder hohe Tierarztrechnung wie Januar und Februar)

    Ich kaufe jeden Monat etwas, Dividende werden immer re-investiert, langsam macht sich der Zinseszins bemerkbar. Ende des Jahres werde ich auf über 6600 CHF an Dividende bekommen, wie mein Depotstand dann aussieht weiss ich nicht, ich gebe offen und ehrlich zu, es tut schon bisschen weh wenn es innert Tagen im Depot um ein paar Tausend CHF nach unten geht, ich maule nicht, hab ja auch nicht gemault als es pfeilrecht nach oben ging, das wird sich einpendeln.

    So oder so, in 3 Jahren gehe ich in Rente, egal was passiert, evtl. auch früher, oder ich reduziere in 1 Jahr mein Arbeitspensum auf 60 oder 70%, ich könnte auch jetzt aufhören, aber das wäre dermassen ein knappes Budget, das stelle ich mir schrecklich vor,

    stellt Euer „System“ regelmässig auch auf den Prüfstand, behaltet die Kosten Eurer Anlagen im Blickfeld, Hin und Her macht die Taschen leer.

    damit komme ich zu einem letzten Punkt der mir wichtig erscheint, Sparsamkeit finde ich Klasse, Geiz sich selber und Anderen gegenüber ist widerlich, sowieso, das ist das Gegenteil von jeglicher Freiheit! Macht das nicht, besonders nicht die ganz Jungen, in jungem Alter soll man auch noch was erleben dürfen, und das kostet dann mal was. Ernährt Euch anständig, lauft nicht in Lumpen rum, das ist eben nicht kultig!

    Max, ich finde Deine Strategie schlüssig, nur Dividendenaristokraten sind kein Allheilmittel, immer wieder eine Wachstumsaktie dazwischen wird Dir die Performance sicher nicht verhageln, gibt ja immer mal was im Angebot 🙂

    liebe Grüsse!

     

     

     

  55. Fit und Gesund

    Teil 2,

    oben ist ja nun meine Strategie beschrieben, bleibt aber noch das geerbte Geld, bis jetzt habe ich davon 1x einen Goldtaler gekauft und am 31.1. das erste Mal etwas davon abgezwackt um mir die 20 Amgen Aktien zu kaufen, kurz darauf ging es ja dann mit den Kursen abwärts, ich werde immer mal wieder hier ein klein wenig was abzwacken, das nächste Mal werde ich von diesem Geld Apple Aktien und Pepsi kaufen, allerdings nur bis zu einem gewissen Betrag, das Geld soll nicht völlig unnütz auf dem Sparkonto liegen.

    Ich mache mir sicher Gedanken um die „Entsparphase“, ein völlig schlüssiges Konzept habe ich da noch nicht,

    Verkauf selbstbewohnte ETW? da zu gross und im Dachgeschoss ohne Lift? so eine Wohnung fände ich nur ganz schlecht wieder, also schwieriges Thema.

    Verkauf vermietete ETW?, irgendwann schon, im Moment steht das noch nicht zur Debatte, aber spätestens ab Alter 70 dann schon, dann will ich mich nicht mehr mit Mietersuche etc. beschäftigen müssen.

    Und dann kommt da noch das wahre Leben, Gesundheitszustand (nicht Alles kann man beeinflussen) will damit sagen, man hat nicht Alles in der Hand, es kann sich besser entwickeln als man je gedacht hat, aber es kann auch ganz fies kommen,

    hoffen wir mal auf Ersteres 🙂 ich habe auf jeden Fall probiert halbwegs anständig durch’s Leben zu kommen.

    vergessen: eine abbezahlte selbstbewohnte Immobilie im Alter ist Gold wert, die Mutter einer Bekannten die nun 73 ist und geistig fit, muss wegen Eigenbedarf ausziehen, ins Altersheim möchte sie noch nicht und eine neue Wohnung kostet mehr, find ich auch hart.
     

  56. V

    @Markus

    Auch Thorstens Bericht in 1999 und 2007 alles verkauft zu haben ist ein Beispiel eines Verkaufes aufgrund von schlechtem CRV. Ich bin mir recht sicher, dass er zu dem Moment nicht wusste wann sich die Kurse (stark) nach unten verändern oder sie nur lange seitwärts gehen. Somit ist das keine „Börsenkursprognose“, sondern eine Bewertungsgeschichte. Und es ist in der Historie immer so gewesen, dass am Ende eines Zykluses die Bewertungen generell weit höher sind und das einhergend mit stärker angestiegenen Risiken. Das ist also weder rocket science noch Hexerei.

  57. Pametan

    @V

    Ich bin aktuell ebenfalls vorsichtiger und habe über die letzten Wochen meine Aktienquote reduziert bzw. mein Cash nicht weiter investiert.

    Wie machst Du das denn ganz pragmatisch miz Ein- und Ausstieg ohne zu wissen, wann es rappelt und wieder steigt? Ich persönlich arbeite gerne mit Positionsgrößen (Teilkäufe/-verkäufe).

     

  58. Daniel

    Ich setze auch auf Dividenden-Aktien. Der Cashflow aufm Konto ist ein geiles Gefühl. Ich muss immer weniger eigenes Geld nachschießen, auchaber wenn noch auf kleinem Niveau.

    Damit machst Du aber nichts anderes als sukzessive deine Sparrate zu verringern. Du rechnest Dir quasi eine kleinere Sparquote durch Entnahme aus der Substanz deines Depots schön in Form von Ausshüttungen. Zwar wird dein Depot wohl gesamtheitlich nicht verlieren oder zumindest nicht merklich schrumpfen, allerdings wird es nicht mehr so wachsen wie es wachsen würde wenn es ausschließlich mit Wachstumsaktien oder thesaurierenden ETFs gefüllt wäre.

    Ist auch mitunter ein Grund weshalb ich kein großer Ausschüttungs/Dividendenfreund während der Ansparphase bin. Eben weil das beruhigende Gefühl des stetigen Cashflows die Anstrengungen verringern kann. Die Sparquote sollte eigentlich so gewählt sein dass man sie kontinuierlich und unverändert, allerhöchstens gesteigert durchhalten kann. Es klingt etwas für mich als ob Du dich bislang mit deiner Sparquote etwas übernommen hättest, da Du die Dividenden als Erleichterung beim Sparen empfindest.

  59. Mattoc

    Leute,

    ihr macht Market-Timing. Egal, ob ihr es CRV, Ende eines Zyklus, Blut auf den Straßen oder sonst wie nennt. Kein Mensch kann dauerhaft (und nur darum geht es) vorhersagen, ob Kurse steigen oder fallen. Niemand kann das dauerhaft. Natürlich gibt es einzelne, wie V oder Thorsten, die in einer oder mehreren spezifischen Situationen „richtig“ gehandelt haben. Das lässt sich aber auch durch diese beiden Protagonisten nicht dauerhaft und systematisch fortschreiben.

    Und es ist nicht in Stein gemeißelt oder eine Gesetz oder eine höhere Wahrscheinlichkeit oder sonst was, dass die Kurse in zwei Jahren niedriger sind als heute. Das weiß leider keiner.

  60. V

    @Pametan

    Ich erwarte in Q2 die Auszahlung aus der Ablynx Übernahme. Das ist ein sehr großer Batzen. Das sorgt auf einen Schlag für einen hohen Cashbestand. Zudem wird es meinen Depotbestand sofort um ca. 100TEUR senken, weil das alleine als Steuer weggeht.

    Ansonsten hatte ich bisher das Glück, dass meine Aktien immer wieder in Über- oder Untertreibungsphasen reinliefen. In diesen Fällen reduziere ich dann und kaufe in billigeren Phasen wieder zurück oder springe auf andere unterbewertete Aktien über.

    Ich werde es nun so machen, dass ich zukünftig mehr teilverkaufe und weniger kaufe oder rückkaufe.

    Dies betrifft allerdings nur den Teil des Depots, der abgeltungssteuerbehaftet ist. Die abgeltungssteuerfreien Teile bleiben weiter nur „buy and hold“.

  61. Mr. M

    @Fit und Gesund: Danke für deinen ausführlichen Bericht. Das hört sich doch alles sehr vernünftig an. Mit der Immobilie ist das schon ziemlich schwer. Ich selbst habe auch eine (in Abzahlung) befindliche ETW, wohne aber zur Miete. Mir widerstrebt es, heute ein EFH hinzustellen, dass nach dem Auszug der Kinder zur Hälfte leerstehen würde. Ich für meinen Teil habe aber noch knapp über 30 Jahre bis zum offiziellen Renteneintritt.

    Naja…. jetzt erstmal kurzfristig sehen, was Coca-Cola und GE weiter machen in der aktuellen Korrekturphase. Coca-Cola hat sich schon soweit verbilligt, dass hier eine 3,5%-Dividendenrendite erreichbar ist – Und das von einem Dividenden-König. Würde aktuell gut zu meinem Depot passen. Und GE… naja.

  62. Thorsten

    @Tim : Stimmt. Ich habe das Geld für etwas anderes gebraucht. Hätte ich das nicht, hätte ich nicht verkauft. Es war reiner Zufall, kein Timing in einem einzigen Markt. Timing schon, ich habe ja jedes Mal in was anderes investiert (Immobilien) und das war die beste Entscheidung im Nachhinein. aus dem Osten strömten die jungen Leute zu uns, in den Zeitungen verschwanden die Immobilienanzeigen. Wir haben seit über 20 Jahren eine Immobilienkrise – es sind zu wenige da und sie sind immer noch viel zu billig im Vergleich mit Metropolen in anderen Ländern. Warren Buffet kauft sich jetzt in Deutschland ein. Vonovia ist meine präferierte Immobilienaktie : Substanz, Wachstum, Geschäftsmodell, passt ! Coca Cola aus Stein 😉
    @ Fit und Gesund . Das ist genau meine Sicht. Eine reine Fokussierung auf Wachstumsaktien kann volatile Erdbeben verursachen, nur Dividendenaktien …gähn. Die Mischung macht es. Ich habe nur wenige Wachstumsaktien, ich brauche die Dividenden zum Leben und muss nicht auf 30 Jahre planen, dass irgendwas unbedingt wächst oder ansteigt.
    @Daniel die Fokussierug auf Wachstum nimmt mit dem steigenden Depotvolumen zumindest bei mir ab. Es ist o.k. wenn das Volumen mit der Inflation steigt, wenn mehr umso besser. Mein Depot ist ein ‚riesiges‘ Zinspapier. Aktien mit 5% oder 10% Dividende haben einen eingebauten Schutz gegen steigende Zinsen. Und Dividenden kann man ja auch prima reinvestieren z.b in eine neue Aktie. Könnte ich jeden Monat. Deswegen stehen Dividenden an Stelle 1 bei mir
    @Pametan Das Zurückhalten von Käufen ist gut. Und es werden etliche so machen. Nichts ist schlimmer als eine Euphorie, wo alle wie wild kaufen wie im Jahr 2000. Das Kapital geht besonnener in den Markt und fängt evtl. übertriebene Korrekturen ab.

  63. Der HSV steigt endlich ab

    @mattoc

    Ja, das stimmt. Aber jeder sollte so anlegen, wie es seine Risikoneigung, sein Anlagehorizont etc. zulassen.

    Ab einer gewissen Depotgrösse sehe ich persönlich für mich  (!) als jemand der seit Ende der 90er jedes Auf- und Ab mit steigendem Vermögen mitgemacht hat eine Absicherungsstrategie als unerlässlich. Für mich ist das die Positionsgrösse, andere kaufen Puts, wiederum andere kaufen auch bei hoher Bewertung einfach sobald Geld da ist.

    Viele Wege führen ans persönliche Ziel.

  64. Mattoc

    @HSV

    Das regelt man doch idealerweise durch die mit sich selbst vereinbarte RK1/RK3-Aufteilung. Man sollte sein Anlageverhalten nicht von der Depotgröße und vermeintlich hohen und niedrigen Bewertungen abhängig machen.

  65. June

    @Fit und Gesund,

    ich finde du musst dich nicht ärgern. Ich habe selbst auch schon große Fehler gemacht. Fehler zu machen ist ärgerlich, da wir aber Menschen sind, leider nicht zu ändern. Deine Dividende sind dann auf den Monat gerechnet 500 Franken, das ist wirklich Top.

    Deine vermietete Wohung kannst du auch als Sondervermögen verwalten lassen. Das ist unsere Planung für den Ruhestand.

    Mach dir bitte jetzt schon parallel zu deinem Vermögensaufbau Gedanken zu einem Entnahmeplan. Ich sehe an meinen Eltern wie schwer das gerade in der Umsetzung ist. Wenn man gewohnt ist, für die Rente was zurückzulegen. Will man das in der Rente nämlich auch machen.

    @Mr. M

    vor dem Problem ein EFH zu kaufen stand ich auch mal. Das ist auch toll, wenn die Kids ganz klein sind. Mit der Pubertät ändern sich aber ihre Interessen. Und das Haus wird schnell zu groß. Ich habe mich dann für eine Wohung entschieden. Und dies bisher nicht bereut.

    Take care,

    June

  66. Andrea

    Fit und Gesund, schön, dass du wieder mehr hier schreibst.

    Ich arbeite schon seit langer Zeit in Teilzeit und für mich ist es der beste Weg, den es gibt. Wenn meine Ersparnisse es hergeben, reduziere ich die Stundenzahl in ein paar Jahren noch weiter. Und in ca. 5 1/2 Jahren nehmen mein Mann und ich gemeinsam ein Sabbatjahr. Wir freuen uns schon sehr darauf.

     

  67. Fit und Gesund

    @Mr.M, Thorsten, June und Andrea,

    danke, mit meinen „Finanzen“ bin ich zufrieden und auch im Reinen mit mir selbst, es stehen mir auch verschiedene Möglichkeiten offen, herauskristallisiert hat sich bis jetzt, dass ich noch 1 Jahr das volle Programm mit hoher Sparquote und monatlichen Investitionen durchziehe, danach werde ich wohl meine Arbeitszeit reduzieren,

    eine Reduktion der Arbeitszeit hört sich schön an, ich arbeite ja jetzt schon 90%, ich werde aber sehr oft 100% wegen Personalmangel eingeplant, den Kollegen die 70-80% arbeiten geht es ähnlich. Alle paar Monate hau ich dann auf den Putz und bekomme eine ganze Woche nur Frei, bis jetzt ist das für mich dann erträglich.

    Nicht zu vergessen, ab 60 bekomme ich ja auch 7 Wochen bezahlte Ferien, da bin ich sooo froh damit.

    liebe June,

    mit der Entnahmephase das hast Du gut gesagt, ich habe das schon bei meiner Mutter gesehen, stur und stetig hat sie weitergespart obwohl sie das niemals hätte müssen, mal gespannt wie ich mich verhalten werde 🙂  sollte eben möglichst wenig überbleiben zum Vererben.

    liebe Andrea,

    ein Sabbatical hört sich gut an, gibt es jetzt bei uns so nicht unbedingt, ich habe aber die Möglichkeit auch mal 4 Wochen unbezahlten Urlaub ausserhalb der Ferienzeit zu nehmen.

  68. Thorsten Rohweder

    @Fit and Gesund @All

    Urlaub ist ein verbrieftes Recht. Für Arbeitgeber nehmt ihr bitte nur maximal 2 Wochen am Stück und zwar dann wenn kein anderer in Urlaub geht, ihr jemanden eingewiesen habt, der euch ersetzt und alle eure Aufgaben abgeschlossen habt und die Projekt-Arbeitssituation es zulässt. Vollkommen absurd weil nicht erfüllbar. Das hat sich während meiner aktiven Zeit dramatisch verändert. Früher konnte man problemlos drei Wochen am Stück nehmen, später zwei, heute gehen die Augenbrauen bei einer Woche hoch. Ich habe mehrfach Urlaubssperren über drei oder 6 Monate erlebt. Der Arbeitgeber hat die kompletten Stornokosten der Fernreise übernommen. Ganz fies ist die Methode, dass man im Vorjahr den Urlaub für das nächste Jahr eintragen soll. Dann fühlt man sich verpflichtet und das Gerangel um die guten Zeiten geht schon vor Weihnachten los. Schließlich darf man sich nur da eintragen, wo nicht zu viele fehlen. Und woran liegt es ? Richtig , es sind zu wenig Angestellte in Beschäftigung. Wo früher 5 waren sind  heute 2. 3 sind inzwischen in Rente und eingestellt wird auch kaum mehr. Das Problem verschärft sich jedes Jahr, weil die Arbeitswelt komplexer wird. Alte Systeme (IT Bereich) laufen weiter, neue kommen dazu. Es wird immer mehr Wissen auf immer weniger abgekippt, die in ihrer Verzweifelung oder mit falschem Pflichbewusstssin das Handy mit in den Urlaub nehmen, um an langer Leine das Schlimmste zu verhindern. Am Ende drohen Burnout, Depressionen, Herzkreislaufkrankheiten oder Krebs.Hohe Krankenstände von 5 oder 10% sind ein Warnsignal, aber die Machine läuft unbarmherzig weiter. Aus Angst vor Nachteilen machen fast alle mit. Passt bitte auf euch auf !

  69. Albr

    @Thorsten, so sieht es aus !

     

    deshalb um so wichtiger ist die finanzielle Freiheit… bei meinem Arbeitgeber wird auch niemand mehr eingestellt, die Arbeit wird auf den Rest verteilt… Urlaub ist auch schwierig und krank sein, besser nicht…

     

    ok, dafür verdiene ich mehr als ordentlich, insofern ist mein Gejammer auch überschaubar…

  70. Slazenger

    @Thorsten, Albr

    ich kann das bestätigen, im Betrieb (Großkonzern) meiner Frau , geht es nur noch um eines: Kennzahlen, Kennzahlen, Kennzahlen.

    Diese müssen täglich, wöchentlich, monatlich erreicht werden, egal wie, und das mit dem Personal kann ich auch bestätigen, dem Einzelnen wird immer mehr zugemutet, ist schon Wahnsinn, diese Entwicklung. Vor 5 Jahren noch ging meine Frau jeden Tag mit Freude zur Arbeit,heute ist es exakt das Gegenteil, doch mit Mitte 50 nochmals den Job wechseln ist kaum möglich, und wenn doch weiß man ja auch nicht was einem erwartet.

    Und Albr, ja die FF wird immer wichtiger, aber leider schafft das nur ein Bruchteil und was wird aus dem Rest?????

  71. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Scheinbar doch nicht alles gut im Kapitalismus ?!

    Rendite über alles? Jeder nur ein kleines Zahnrad im Getriebe?

    Alle wollen gute Pflege, aber gutes Geld für mehr gutes Personal ist nicht da? Fragt man die Beschäftigten, dann hat die Privatisierung des Gesundheitswesens zu stark negativen Auswirkungen auf Pfleger und Gepflegte geführt.

    Fit & Gesund, wie sind deine Erfahrungen?

  72. Fit und Gesund

    hallo Freelancer Sebastian

    natürlich macht die Privatisierung / Optimierung vor der CH nicht Halt, wir haben eine neue Intensivstation, nur vom Feinsten, das muss rentieren, leider haben wir nicht genügend Pflegepersonal um diese Betten zu betreiben, jeder schiebt Überstunden, der Krankenstand ist hoch, einspringen mag Niemand mehr. Es überlegen schon wieder Leute ob sie nicht doch besser gehen. Kurzfristige Engpässe werden durch Zeitarbeitspersonal überbrückt, der Markt ist aber auch dort leer, ausserdem kosten die mal so richtig viel Geld.

    Die Arbeitslast hat enorm zugenommen in den letzten Jahren, für nix ist mehr Zeit, ich werde älter und muss höllisch aufpassen mithalten zu können, ich habe Angst Fehler zu machen, ich kontrolliere Alles 7x, davon werde ich nicht schneller,

    wiegesagt, ich könnte problemlos mein Arbeitspensum reduzieren, nur wozu? dann hab ich weniger Geld aber die planen mich von vornherein mehr ein als sie sollten,

    da muss ich durch, die Zeit arbeitet nun aber für mich, ich sehe Licht am Ende des Tunnels, zum Glück haben sie das ordentliche Rentenalter für Frauen nicht von 64 auf 65 erhöht, ich gehe mit 63, gehauen oder gestochen.

    Polizisten und noch andere Berufe können früher in Rente, so ganz gerecht ist das auch nicht, wobei ich Denen das sicher gönne.

    Wer nicht vorgesorgt hat muss buckeln bis zum Ende, Hand auf’s Herz, ist nicht Jedem vergönnt von 65-85 den wohlverdienten Ruhestand gesund und munter geniessen zu können.

  73. Albr

    @Slazenger,

     

    ja ja die lieben Kennzahlen… die müssen definitiv stimmen, wenn nicht hat man ein Problem

    in unserer Firma gibt es immer mehr (unnütze) Meetings, unglaublich wie das zugenommen hat. Es gibt einen neuen Vorstand, und der muss sich wohl präsentieren… unglaublich wieviel Zeit für diesen  blödsinn draufgeht… ich selbst bin finanziell frei, und am überlegen aufzuhören… aber die Vergütung ist halt zu lukrativ, deshalb zögere ich noch…

     

     

  74. K.K.

    @Freelancer Sebastian

    in Deutschland ist es exakt gleich wie „Fit und Gesund“ für die CH beschreibt. Egal ob private oder „öffentliche“ Klinik.
    Das man mit weniger Personal teils Patienten (=Kunden) ablehnen muss bzw. die Komplikationsraten und damit Folgekosten steigen, ist bekannt wird aber ignoriert. Die Arbeitgeber  haben noch nicht verstanden, das die Pflege bessere Rahmenbedingungen braucht, wenn es nicht noch schlimmer werden soll. Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen.

    Und die Pflege merkt gerade erst „deutlicher“, was sich seit 10 Jahren und mehr eingeschlichten hat. Davor hat man halt einfach mehr gearbeitet. Jetzt sind seit ein paar Jahren die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit erreicht. Dem Helfersyndrom sei dank, sind sich viele aber Ihrer Macht als große bzw. größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen nicht bewusst und dank des Fachkräftemangels (*) sogar am längeren Hebel.

    Nach und nach versucht man Verbesserung zur Entlastung (nicht unbedingt mehr Geld, auch wenn das auch nötig wäre) zu erkämpfen. Ein mühsamer Kampf. Vgl. Charite, Saarland oder akutell Uniklinika Baden-Württemberg (TV-E) – nächste Woche ist dazu wieder ein Streik angedacht über 2 Tage.

    Die Arbeitgeberangebote sind teils ein Witz und decken gerade die fehlenden Stellen ab die in den letzten 12 Monaten entstanden sind. Die 8.000 Stellen im Koalitionsvertrag sind weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Von Arbeitgeberseite könnte man meinen es gibt genügend Personal, aber der Markt ist wirklich leer. Wer kann wechselt (#pflexit) in andere Branchen. Selbst die die immer sagten „früher war es schlimmer“ sind mittlerweile an einem Punkt wo sie gerne kündigen würden wenn Kind und/oder Eigenheimkredit nicht wären.

    *) hier sogar ausgewiesener Maßen: https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Footer/Top-Produkte/Fachkraefteengpassanalyse-Nav.html bzw. Direkt-Link der aber alle 6 Monate „verfällt“: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2017-12.pdf  Seite 16 + 17

    Das wird für die nächsten 2 Jahrzehnte ein spannendes gesamtgesellschaftliches Thema bzw. Brennpunkt. Plus steigende Pflegebedürftigkeit/Alterung und die Babyboomer gehen erst noch in Rente…

    (Die Kontradieff-Zyklen bzw. Kondratjew-Zyklen mit aktuell dem Thema Gesundheit haben es in sich.)

    Alles seit Jahren bekannt und kommuniziert aber jeder schaut nur auf sich oder seinen „Bereich“ / seinen Job und solange es einen selbst persönlich nicht tangiert, wird es ignoriert. Nun ist es zu spät und es muss noch viel wieder gerade gebogen werden. Das geht leider nicht von heute auf morgen.

    Sobald es geht, reduziere ich auch. Zweites Standbein ist wie gesagt in Arbeit.
    Aufstieg lohnt sich nicht und wird nicht honoriert (weder „so“ noch finanziell, trotz finanziell-teurem, nötigem, aufwendigem selbstzuzahlendem Studium).

    Von dem her passend, was denkt ihr zum aktuellen IPO von SIEMENS HEALTHINEERS AG ?

    Ein breiter Health-Care-ETF ist aber sicher auch besser, wenn man branchenspezifisch einsteigen will, als nur ein Unternehmen, keine Frage. Trotzdem interessieren mich die Einzel-Aktien-„Profis“ hier. Was denkt ihr dazu, bzw. wie bewertert ihr solche Analysen? :

    https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/siemens-spin-off-healthineers-aktie-sollten-anleger-beim-boersengang-zugreifen-6013114

    https://www.welt.de/wirtschaft/article174248712/Healthineers-Ernuechterung-um-Boersengang-der-Siemens-Tochter.html

     

    https://www.comdirect.de/inf/aktien/neuemissionen/detail/portrait.html?ID_IPO=19506

    Disclaimer: Keine Verkaufs- oder Kauf-Empfehlung. 🙂

  75. Andrea

    Hier an meinem Arbeitsplatz wird die Arbeit auch von Jahr zu Jahr mehr.

    Was Krankenhäuser betrifft: Meine Schwiegermutter liegt gerade in einer Helios-Klinik. Das Personal dort macht einen sehr gestressten Eindruck und hat keine sehr positive Ausstrahlung, manche waren gar richtig unfreundlich. Am Sonntag erlebten wir, wie mitten beim Mittagessen der Urinbeutel gewechselt wurde, sehr appetitlich. Das Essen wurde auf einem an allen Seiten heißen Teller serviert, es wirkte auch wie aus der Mikrowelle aufgewärmt. Dazu gab es als Nachtisch einen Joghurt, auf dessen Verpackung stand, dass man ihn nicht kühlen muss, also wohl ultrahocherhitzt, oder wie man das nebnt. Wie man bei einem solchen Essen gesund werden soll, ist mir ein Rätsel. Laut meiner Schwiegermutter gibt es morgens jeden Tag das gleiche Frühstück, sie hat schon die Nase voll.

     

    Kein Wunder, das Fresenius da solche Gewinne macht, ich fühlte mich mit meinen Freseniusaktien nicht mehr ganz so wohl.

  76. Markus

    @K

    Die AG`s möchten doch gerade die besseren Kennzahlen…

    Irgendwie schon kontrovers…

  77. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Fit und Gesund

    @ K.

    Danke für eure Einblicke. Das wird in den nächsten Jahren ein großes gesellschaftliches Thema.

    Egal ob private oder „öffentliche“ Klinik.

    Das finde ich interessant.

    Richtig ist sicherlich, dass durch die Babyboomer die „Kundschaft“ zunehmen wird. Allerdings bleibe ich optimistisch, dass die Menschen auch länger fit und gesund (das passt jetzt 😉 ) bleiben. So mancher 80-jährige läuft heute fitter durch die Gegend, als die 60-jährigen vor 50 Jahren.

    Das Argument „steig´ halt finanziell frei aus oder suche dir etwas besseres“ greift auch zu kurz, da engagierte Pfleger immer benötigt werden.

    Tja, „Marktwirtschaft“, bekommst du das geregelt…..?

    @Albr

    @ Slazenger

    Wenn ich von euren Meetings höre, bin ich froh, dass ich den Mist nicht mitmachen muss…..

  78. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Andrea

    Kein Wunder, das Fresenius da solche Gewinne macht, ich fühlte mich mit meinen Freseniusaktien nicht mehr ganz so wohl.

    Das alte Dilemma für uns Aktionäre. Es bleibt unangenehm. Aber mit deinen Erträgen kannst du ja etwas gutes tun…..

  79. Der HSV steigt endlich ab

    Irgendwie witzig. Wie passt denn das Gute des Kapitalismus wie die hier gewünschte finanzielle Freiheit, Ertrag aus Vermögen und größtmögliche Individualität mit den hier verteufelten Dingen wie Konsum, Fokus auf Effizienz und Wachstum auf Kosten der Belegschaft zusammen?

    Wer bezahlt denn die schönen Dividenden? Und vor allem das Wachstum? Die hier ausgelachten Konsum-Clowns (klein wie groß) und der sich buckelnde Arbeitnehmer.

    Eine Welt nur aus Privatiers geht nicht. Es muss immer ein (oder viele) anderer dafür zahlen / arbeiten.

  80. Markus

    @HSV

    Insgesamt gesehen ist der Kapitalismus schon eine Erfolgsgeschichte und hat deutlich mehr Menschen wirtschaftlich besser gestellt als der Kommunismus/Sozialismus.

    Wobei man unendlich darüber diskutieren kann, ob die dauerhafte Konkurrenzsituation, Streben nach Mehr, Effizienz usw. mehr Vor- als Nachteile dauerhaft hat.

    Monopole, Oligopole, staatliche/gemeinschaftliche Bankenrettung, Belastung der Umwelt- /Natur, Belastung der Psyche von Menschen…

    An sich war die soziale Marktwirtschaft in Deutschland kein so schlechtes Modell. Die einen sehen es so, dass inzwischen bei uns alles umverteilt wird (überbordender Sozialstaat) und die anderen sehen es so, dass immer mehr von Amerika (inkl. der Vor- und Nachteile – Schere von Arm & Reich) übernommen wird…

    Zusätzlich gibt es die Demograhie, Klimawandel, eine tiefe Verunsicherung gegenüber Rationalisierung/Robotik, Misstrauen & Abneigung gegen etablierte Parteien und Medien…

    Trotz all der Probleme geht es uns verdammt gut im Vergleich zu großen Teilen der Menschheit. Nur wissen wir das auch gar nicht mehr zu schätzen…

    Sicherlich muss man die potentiellen Probleme angehen und nicht nur immer labern, wie gut es uns doch geht.

    Konzepte & langfristige Ziele/Lösungen wie man die Probleme lösen will sind leider Mangelware oder es findet keine sachliche, öffentliche Kommunikation darüber staat.

    Die politische Diskussion darüber ist nur eine einzige Streiterei ohne, bzw. mit sehr wenig Sachlogik.

  81. Leandra

    Hallo Tim,

    ein schöner Artikel, und ich gebe Dir recht es lebt sich so viel leichter ohne den ganzen Plunder. Als ich mir das erste Mal eigene Möbel kaufen musste, dachte ich wie soll ich denn jetzt das nächste mal umziehen mit dem ganzen Holz…
    Was mich wirklich interessieren würde ist, Du lebst ja zwischen New York und Deutschland- wo musst Du deine Steuererklärung abgeben und hast Du ein paar Tipps bezüglich Depot und Steuern? Vlt. was für einen nächsten Eintrag?

     

     

  82. Zenkapitalist

    Ich freue mich auf den Tag, an dem das ganze Pflegepersonal weg-automatisiert wird. Immer jammern sie rum, arbeiten zu viel, haben einen kleinen Lohn.

    In Japan haben sie schon begonnen Pfegeroboter zu bauen. Für uns Kapitalisten kann das nur besser werden.

  83. Pametan

    @Zenkapitalist

    Warum da Halt machen? Erzieher/innen, Lehrer/innen, Sozialarbeiter, Krankenpfleger etc. – alle „jammern nur rum“. Dann die Ärzte, jammern auch nur, wie produktiv ist ein Chirurg schon im Vergleich zu einem Trader?

    Wie schön wäre die Welt nur voller Banker, Key Account Manager und Anwälte.

    Ironie aus.

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