Warum ich trotz Millionendepot kein Auto habe und Leitungswasser trinke – und warum ihr arm bleibt, wenn ihr es nicht tut

Gestern fragte mich wieder so ein Hamsterrad-Läufer per Facebook Messenger: „Wofür machst du das eigentlich alles?“

Manche rümpfe die Nase, wenn ich Essen einpacke für die Reise. Wenn ich Lebensmittel kaufe, die kurz vorm Mindesthaltbarkeitsdatum sind und mit 50 % Rabatt verkauft werden. Ich gehe zur Bushaltestelle, weil ich kein Auto habe. Mein Depotwert ist siebenstellig. Manch einer empfindet das als Systemfehler: Wer Millionär ist, muss doch den dicken Benz fahren und Fiji-Wasser schlürfen. Wer Bus fährt, ist ein Verlierer. Haha. So denken viele.

Falsch. Der Verlierer ist derjenige, der jeden Morgen aufstehen muss, um den Kredit für seine Blechkiste abzubezahlen. Ich bin frei. Und hier ist die brutale Wahrheit, warum die meisten von euch niemals reich werden: Ihr tauscht Vermögenswerte gegen wertlosen Plunder.

1. Euer Auto ist ein Vermögensvernichter – Mein Depot ist eine Geldmaschine

Reden wir Klartext. In Deutschland ist das Auto kein Transportmittel, es ist eine Prothese für ein fragiles Ego. Es gibt erstaunliche Studien zu dem Thema, du magst es kaum für möglich halten.

Bekannte verbrennen 600, 800 Euro im Monat für Leasing, Sprit und Inspektionen. Sie arbeiten Montag und Dienstag nur für ihren fahrbaren Untersatz, der 23 Stunden am Tag nutzlos herumsteht und rostet. Das ist finanzieller Selbstmord.

Ich rechne euch mal vor, was ihr da wirklich verliert: Ein Neuwagen für 50.000 Euro? Das sind bei mir keine Ledersitze, das sind 1.000 Aktien von Verizon oder Altria. Bei einer Dividendenrendite von 6 bis 8 % spuckt mir dieses Kapital 3.000 bis 4.000 Dollar Cash jedes verdammte Jahr aus. Netto. Fürs Nichtstun.

Während ihr im Stau steht und euch über die Benzinpreise oder Beulen aufregt, klingelt bei mir die Kasse.

  • Ihr zahlt für den Wertverlust. Und der ist massiv. Eigentlich wissen das viele, doch interessiert es niemanden: Wenn man mit dem Neuwagen vom Hof fährt, gehen sofort Tausende Euro verloren.
  • Ich werde dafür bezahlt, dass ich Anteile an soliden Unternehmen wie Chevron, CTS Eventim oder Bank of America halte.

Jedes Mal, wenn ich Bus fahre, sehe ich nicht die „Unbequemlichkeit“. Ich sehe die Dividenden-Zahlungen, die ich nicht für Versicherung, Reifen- und Ölwechsel sowie TÜV verbrannt habe. Mein „Auto“ fährt an der Wall Street und zahlt mir meine Wohnkosten. Euer Auto macht euch nur ärmer.

2. Konsum ist Opium fürs Volk

„Gönn dir doch mal was!“ – Diesen dümmlichen Satz höre ich ständig.

Was soll ich mir gönnen? Überteuertes Wasser in Plastikflaschen, nur damit ich mich fühle wie ein kleiner König? Lächerlich. Ich trinke Leitungswasser, weil ich nicht einsehe, Konzerne reich zu machen für etwas, das quasi umsonst aus der Wand kommt. Warum soll ich ein Wasser, das aus Frankreich oder Italien kommt, hier in New York trinken? Es ist absurd und eine große Umweltverschmutzung, wenn du allein über die Logistik nachdenkst. Ich fliege Economy-Klasse, nicht Business oder First Class. Du kannst auch von Superreichen lernen. Es gibt einige Milliardäre, die bescheidene Angewohnheiten haben. Auch etliche Promis sind eifrige Sparer.

Wer Geld für Status ausgibt, hat das Spiel nicht verstanden. Ihr kauft euch Dinge, um Leute zu beeindrucken, die ihr nicht mögt, mit Geld, das ihr nicht habt. Das ist die Definition von Sklaverei. Ich brauche keinen 5-Euro-Latte-Macchiato von Starbucks, um mich wertvoll zu fühlen. Stattdessen schaue ich in mein Depot, sehe die steigenden Dividendenströme von J&J, Chevron und Procter & Gamble und weiß: Ich stehe auf der Gewinnerseite des Kapitalismus. Ich bin als Kapitalist der Eigentümer. Ihr seid die Konsumenten. Danke für euren Umsatz.

3. Dividenden sind die einzige Wahrheit

Der Unterschied zwischen mir und dem Rest da draußen ist einfach: Ihr giert nach dem schnellen Kick durch Konsum. Ich giere nach Cashflow.

Mein Ziel ist nicht, reich auszusehen. Mein Ziel ist, dass mein passives Einkommen meine Lebenshaltungskosten so brutal überdeckt, dass ich über Geld nie wieder nachdenken muss. Jeder Euro, den ich nicht für sinnlosen Kram ausgebe, wandert direkt in Hochdividendenwerte wie den Frischeierhersteller Cal Maine oder REITs wie die Forstbetriebe Rayonier oder Weyerhaeuser. Aber meine größten Zahler sind Chevron, CTS Eventim, SAP. Commerzbank und Bank of America. Das sind meine Mitarbeiter. Sie arbeiten 24/7 für mich, werden nie krank und streiken nicht.

Wenn ihr glaubt, Lebensqualität heißt, Geld aus dem Fenster zu werfen, dann tut mir das leid. Wahrer Luxus ist Fuck-You-Money. Es ist das Gefühl, morgens ins Büro zu kommen und zu wissen: „Ich könnte diesen Laden heute noch verlassen und mein Leben würde sich finanziell nicht ändern.“ Das ist Macht. Das ist Freiheit.

Fazit: Entscheidet euch

Ihr könnt nicht beides haben. Ihr könnt nicht den dicken Lifestyle fahren und gleichzeitig finanziell frei werden. Entweder ihr füttert euer Ego oder ihr füttert euer Depot.

Ich habe meine Wahl getroffen. Ich sitze im Bus, trinke mein Leitungswasser und schaue zu, wie die nächste Dividende auf meinem Konto einschlägt. Und ihr? Fahrt vorsichtig zur Arbeit morgen, der Leasing-Vertrag bezahlt sich nicht von selbst. Ich trage stolz Second-Handkleidung. Ich streiche meine Wohnung selbst, ich putze sie selbst und lebe bodenständig, obwohl mein Depot 3,8 Millionen Dollar schwer ist.


Bin ich ein geiziges Eigenbrötler oder der Einzige hier, der rechnen kann? Wie viel Dividende kostet euch euer „Lifestyle“ jeden Monat? Rechnet es mal aus – wenn ihr euch traut.

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3 Kommentare
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Leonie
2 Stunden zuvor

Naja, rechne mal aus wieviel dir der Lifestyle kostet in NewYork zu wohnen. Wie teuer war noch mal deine neue Wohnung? Wieviel Dividenden könntest du daraus bekommen wenn du stattdessen einfach irgendwo auf dem Land lebst?

Holger
42 Minuten zuvor
Antwort auf  Leonie

So kann man nicht rechnen, weil eine Immobilie in New York eine Anlage ist und eher wertsteigernd.

Holger
27 Minuten zuvor

Ich brauche ein Auto für die Arbeit Tim, daher lässt sich das nicht immer so pauschal sagen. Außerdem habe ich einen großen Hund, wenn da mal was ist, kann ich denn nicht einfach durch die Gegend tragen. Ja es ist Luxus und ja hoffentlich benötigt mein Hund nie die teure Krankenversicherung, aber das ist es mir wert.
Ich fahre immer alte und gebrauchte Autos, aber ein Auto benötige ich von daher Luxus ja aber notwendiger.

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