Krieg im Nahen Osten, Ölpreis-Schock und Börsenpanik: Warum ich trotzdem stur investiert bleibe

Die Nachrichten überschlagen sich. Der Tod von Khamenei, fallende Bomben im Nahen Osten und die ständige Angst, dass der Iran als Reaktion die Straße von Hormuz dichtmacht, ein wichtiger Seewege für Öl und andere Güter. Israel und die USA schwächen den Iran abermals mit einem zweiten Bombenteppich und rufen die Bevölkerung zum Umsturz des schrecklichen Regimes in Teheran auf. Hoffen wir, dass sich dieser Krieg nicht auf Nachbarländer ausweitet und unkontrollierbar wird.

Viele machen sich jetzt große Sorgen. Es ist absolut verständlich, dass diese schrecklichen Bilder und die geopolitischen Beben Ängste auslösen – auch um das eigene Ersparte. Die Frage, die viele umtreibt, lautet: Was soll ich tun? Wie positioniere ich mich für 2026 und 2027?

Meine Antwort darauf ist im Prinzip immer die gleiche: Schalte den Fernseher aus und bleibe stur investiert. Makroökonomische und politische Vorhersagen sind für uns Privatanleger reine Zeitverschwendung. Weder ich noch die hochbezahlten Analysten an der Wall Street wissen verlässlich, wie sich der Konflikt in den nächsten Wochen entwickelt oder wo der Ölpreis Ende 2026 stehen wird.


Was passiert mit dem Ölpreis?

Ja, das Risiko ist real: Wenn die Straße von Hormus – eines der wichtigsten Nadelöhre für den weltweiten Ölhandel – blockiert wird, dürfte der Ölpreis kurzfristig massiv nach oben schießen. Das tut vermutlich meinen Ölwerten gut, etwa Chevron oder Exxon Mobil.

Das würde die Börsen weltweit zittern lassen. Höhere Energiekosten treiben die Inflation, drücken die Margen vieler Unternehmen und schüren Ängste vor einer Rezession. Kurzfristig könnten Öl-Multis davon profitieren, während energieintensive Industrien leiden. Aber wer jetzt anfängt, sein Depot hektisch auf „Krisenmodus“ umzubauen, Öl-Aktien zu jagen und seine Kerninvestments aus Panik zu verkaufen, verbrennt meistens nur Geld. Hin und Her macht Taschen leer. Du zahlst nämlich jedes Mal unnötig Steuern und Transaktionskosten. Und kannst das Timing eh nicht hin bekommen. Es ist ein Traum, den dir dubiose Verkäufer erzählen, dass dies möglich sei.

Was wir wissen? Die Weltwirtschaft passt sich an Schocks an. Das haben wir beim Ölpreisschock in den 1970er Jahren gesehen und auch bei den jüngsten Energiekrise. Aber es kann manchmal dauern. Großartige Unternehmen finden Wege, mit höheren Kosten umzugehen und diese an die Kunden weiterzugeben.


Deine Strategie für 2026, 2027 und darüber hinaus

Wie solltest Du Dich als Aktionär jetzt positionieren? Am besten gar nicht neu. Wer ein solides Depot aus hervorragenden Unternehmen oder breit gestreuten Welt-ETFs hat, muss genau null Entscheidungen treffen.

Hier sind die Grundregeln, die gerade jetzt wichtig sind:

  • Sitzfleisch beweisen: Krisen kommen und gehen. Die Geschichte der Börse ist voll von Kriegen, Pandemien, politischen Morden und Katastrophen. Jede Woche passiert irgendwas Schreckliches. Trotzdem hat sich der Aktienmarkt langfristig immer erholt und neue Höchststände erreicht. Denke in Jahrzehnten, nicht in Monaten.
  • Sparpläne stur weiterlaufen lassen: Wenn die Angst an der Börse grassiert und die Kurse tatsächlich fallen sollten, ist das für langfristige Anleger eine hervorragende Nachricht. Du kaufst mit Deinen monatlichen Raten einfach mehr Anteile für das gleiche Geld. Das ist der Treibstoff für Deinen Zinseszins. Oder wenn jetzt die Airlines besonders stark sinken, kaufe hier mutig zu. Vielleicht eine Lufthnsa? Ich besitze die deutsche Airline nicht, aber ich finde sie super spannend gerade in der gegenwärtigen Krise.
  • Kein Market-Timing: Versuch nicht, clever zu sein. Verkaufe nicht heute in der Hoffnung, nach einem vermeintlichen Crash billiger einzusteigen. Niemand klingelt, wenn der Tiefpunkt erreicht ist. Charlie Munger und Warren Buffett sagen immer wieder: Ignoriere das Rauschen der Weltpolitik.
  • Fokus auf das Kontrollierbare:i Du kannst den Nahen Osten nicht befrieden und den Ölpreis nicht steuern. Was Du steuern kannst, sind Deine Ausgaben. Drossele Deinen Konsum, halte Deine Schulden bei null und schraube Deine Sparquote nach oben. Vielleicht füllst du deinen Tank auf, bevor der Spritpreis in die Höhe schießt.

Bleib entspannt! Lass dich von den Schreckensmeldungen nicht aus der Ruhe bringen. Kümmere dich um deinen Job. Nutze die KI – so oft wie möglich, ich habe dazu mit BX Swiss gesprochen. Geh mit deiner Familie und Freunden in die Natur – spazieren. Die Börse belohnt am Ende immer die Geduldigen und bestraft die Hektiker. Nimm ein schönes Buch zur Hand. Ich fahre gern mit dem Bus in unser Berghaus. Und relaxe dort in der Natur.

So bist du „sicher“ vor Krieg und Chaos

Eine simple Strategie ist es:

  • Dein Kern-Depot: Lege den Löwenanteil stur in einem breit gestreuten Welt-ETF (wie dem MSCI World oder FTSE All-World). Oder Du hast ein Sammelsurium aus vielen verschiedenen Aktien und Fonds!
  • Deine Sparquote: Das ist die wichtigste Zahl für Deinen langfristigen Vermögensaufbau! Versuche einen hohen Prozentsatz Deines monatlichen Nettoeinkommens, völlig automatisiert in Deine Sparpläne zu stecken? Meine Sparquote war meist über 50%, wobei ich, um ganz ehrlich zu sein, auch eine verschwenderische Phase hatte. Niemand macht immer alles perfekt. Fehler gehören auch im zwischenmenschlichen Bereich dazu.
  • Dein Notgroschen: Hast Du genug Cash auf dem Tagesgeldkonto (etwa 3 bis 6 Monatsausgaben), um unerwartete Rechnungen bezahlen zu können, ohne im schlimmsten Fall Aktien in einer Krise mit Verlust verkaufen zu müssen?

Denk immer daran: Ein gutes Depot ist wie ein Stück Seife. Je mehr man es anfasst, desto weniger wird es. Nach einem Setup versuche, einfach gar nicht mehr einzugreifen. Es ist ein alter Wein, je länger er lagert, desto wertvoller wird er. Mach es wie Warren Buffett.

Auch Senioren rate ich zum Welt-ETF. Wo willst du sonst dein Geld investieren? Die Börse bietet dir langfristig die höchsten Rendite. Denk an deine Familie, Nachkommen bzw. den guten Zweck, wo dein Geld nach deinem Tod hin soll. Es bringt nichts, dein hart Erspartes auf einem Girokonto oder Sparbuch versauern zu lassen. Auch ist eine teure Versicherung oder Bausparvertrag meiner Meinung nach nicht das Gelbe vom Ei. Die Inflation und Gebühren werden dein Geld auffressen. Dazu gibt es ein super Buch von Charles Ellis (Affiliate), gerade was die Anlagestrategie von Rentnern angeht. Ich habe den Experten schon mehrmals in New York getroffen. Und alles, was er mir bei einem Mittagessen erklärt hat, leuchtet ein.

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13 Tage zuvor

Hi Tim, stimme dir zu. Der Ölpreis könnte einen kurzen Sprung nach oben machen, und die LH-Aktie könnte interessant werden. Allerdings ist USA nicht mehr so sehr abhängig vom Öl aus dem Nahen Osten, wie in den 70ern.Ich hoffe auch, dass der Kireg schnellstmöglich endet, und v.a. die Bevölkerung endlich eine friedliche Zukunft hat.

Zu deinem Buchtipp: Werde ich mal zu Gemüte führen! Ich habe kürzlich erst das Buch „Die Essays von Warren Buffett“ gelesen. Eine (aufbereitete, gut lesbare) Sammlung seiner Börsenbriefe an die BH-Aktionäre. Kann ich allen, die sich für Buffett oder BH interessieren, wirklich empfehlen.

Danke Dir für deinen Einsatz und Motivation!!

Sebastian
13 Tage zuvor

Keine Panik – es wird sich alles normalisieren. Diese Welt hat schon viele Krisen gesehen und ebendiese gehören auch zum Menschsein dazu.

Tim hat es gut beschrieben, oder wie Kostolany gesagt hat: am besten eine Schlaftablette nehmen und einfach ausschlafen… Oder wenns eben nicht so geht, lieber mal in die Natur gehen…

217Kutscher
13 Tage zuvor

Genau so ist das. Und wenn man genug Cash zurückgehalten hat sondiert man sich die Tage – NACHDEM sich der erste Rauch gelegt hat – seine Optionen. In aller Ruhe, besonnen, eiskalt.

Leonie
12 Tage zuvor

Bisher ist die Reaktion am Markt ja überschaubar. Bin mal gespannt ob es mehr wird, wenn die Börsen in den USA öffnen.

Kiev
12 Tage zuvor

@ Tim

Schlaftabletten sind eine gute Idee. Von Fluggesellschaften würde ich allerdings fürs erste absehen. Auch von übereilten Investitionen in riskanteren Positionen wir Silber, Tech. Die Straße von Hormus ist im Übrigen schon längst geschlossen. Iran wird sich vermutlich nicht erneut an den Verhandlungstisch setzen.

Ich wünsche allen eine ruhige Hand. Stur und stetig gehen alle Indices langfristig nach oben. Mit Ausnahme spezieller Fonds wie beispielsweise Dirk Müller abzüglich der Inflation und Kosten.

slowroller
12 Tage zuvor

Ich handhabe es genauso wie die meisten hier. In letzter Zeit gings recht steil bergauf – jetzt gibt es Rücksetzer.

Wenn Kriege wie dieser überhaupt positive Aspekte haben, dann vielleicht, dass im Pulverfass Naher Osten vielleicht doch mal Frieden einkehrt weil man die Maden aus dem Zankapfel gebombt hat und dieser dadurch genießbar wird. Ein anderer positiver Aspekt könnte sein, dass Trumps Kalkül nicht aufgeht und er innenpolitisch Probleme bekommt. Eine Welt ohne Mullahs und Trump (in politischer Spitzenposition) ist eine bessere Welt – und das definitiv auch für die Börsen.

(Vielleicht kommt es aber auch andersrum, weil man den Nahen Osten jetzt endgültig angezündet hat)

I want to believe
12 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

Etwas ähnlich sehe ich persönlich das auch mit Linken, Grünen und AFD.
Eine Welt ohne die in politischer Spitzenposition ist eine bessere Welt – und das definitiv auch für die Börsen.

slowroller
12 Tage zuvor
Antwort auf  I want to believe

Das ist prima für dich, aber was hat das mit dem Thema hier zu tun?

I want to believe
12 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

slowroller, uh, Deinen Sinn für Humor verloren? Aber den demokratisch gewählten Präsidenten der USA sollten wir in Deutschland auch etwas differenzierter Betrachten finde ich. Zum Iran kann wie alle anderen hier ich auch nix beitragen: UK & USA haben damals den aufmüpfigen Mossadegh gestürzt und den Operettenschah eingesetzt. Ich persönlich glaube nicht, dass sein Sohn eine gute Lösung ist für den Übergang. Aber irgendwer muss es ja machen wenn es keine gewachsene Opposition gibt. Sehe eher einen weiteren failed state mit vielen Problemen. Lasse mich da sehr gerne positv überraschen.

Anders als damals nach der Verstaatlichung des BP Vorgängers sehe ich heute keine besondere Relevanz für die Börse. US sind Nettoexporteur und mit einigen OPEC+ besser vernetzt als es früher war. Krieg um Öl ist Geschichte.

Hoffe, es gibt für Kuba einen friedlichen Übergang. Die Diktatur dort beurteilen wir in Deutschland auch nicht ganz korrekt finde ich. Vielleicht schafft es Trump den Menschen dort ein besseres und freieres Leben zu geben. Auch das hat keine besondere Relevanz für die Börse.

slowroller
12 Tage zuvor
Antwort auf  I want to believe

Nichts für ungut – ich hab es nicht als Spaß aufgefasst sondern als „die doofen-Grünen-Post“ im CSU-Style. Sorry :-)

Ich sehe das ähnlich wie du. Die USA hat noch keinen Militäreinsatz gefahren um irgenwelchen Menschen zu helfen. Es ging bisher noch jedes Mal um Macht, Geld oder Rohstoffe. So auch auf Kuba – das bessere Leben könnte man den Kubanern ermöglichen, wenn man die mittlerweile über 60 Jahre andauernden Sanktionen beenden würde. Gleiches gilt bzw. galt für den Iran. Hätte man nicht jeweils so unsäglich schlechte Marionetten aufgestellt, hätten auch jeweils nicht die stärksten (kommunistischen) Befreiunngsorganisationen gewonnen. Sowohl die Islamische aber auch die kubanische Revolution hat die USA direkt zu verantworten.

Je nachdem wie lange der Konflikt andauert und wie umfangreich dieser wird, wird es bestimmt Folgen für die Börsen haben. Ein Embargo über mehr als 20% der Öl- und Gasproduktion kann man kurzfristig kaum negieren. Hoffen wir für alle, dass es bald und schnell vorbei ist – das ist den Menschen vor Ort nur zu wünschen. So ein Krieg am anderen Ende der Welt beginnt sich immer leicht – dass MbS jetzt auch einen abbekommt ist alledings ein witziger Twist in der Geschichte.

Dirk
12 Tage zuvor
Antwort auf  I want to believe

klär mich auf, welche Spitzenpolitiker sind gerade an der Regierung hier im Land

Anton
12 Tage zuvor
Antwort auf  Dirk

Er sprach nicht von Spitzenpolitikern, sondern von Menschen/Politikern in Spitzenpositionen.

Nuvolina
12 Tage zuvor

Irgendwie scheint der Irankrieg die Märkte nicht großartig durcheinander zu wirbeln. Vielleicht gib‘s ein paar vernünftige Nachkaufskurse.
Das Fieberthermometer Gold war heute auch nicht so besonders.
Klar, es kann noch einiges kommen, aber im Moment ist der Markt eher stoisch.

Leonie
12 Tage zuvor

Mein Depot ist heute schon wieder ordentlich ins Plus gedreht. War wohl nichts mit Crash. Schade.

Kiev
11 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

@Leonie

Ein Crash gab es äußerst selten.

Hier zeigt die KI mir in „jüngerer“ Vergangenheit nur einen Crash beim NASDAQ bei dem Corona Lockdown, der Finanzkrise Tag Lehmann Pleite (leicht unter 10%) und Black Monday Vorbote. Crashs in anderen Indizes sind noch älter.

Anlegerfreundlich ist dann eher ein Bärenmarkt. Da bleibt auch ausreichend Zeit für Cost Averaging. Der Erfolg in Venezuela könnte sich als Hybriss erweisen. Bodentruppen sind Iran jedenfalls nicht ausgeschlossen. Ein Regimewechsel ohne Regime ist anders kaum umsetzbar. Das würde sicherlich wenig Amerikaner mit Freude erfüllen.

Die Auswirkungen werden wir in Deutschland bei den Gaspreisen real zu spüren bekommen. Warum man die Gasspeicher nicht konsequent gefüllt hat habe ich vor Den Krieg in Iran schon nicht verstanden.

Leonie
11 Tage zuvor
Antwort auf  Kiev

Hätte ja zumindest einen Rücksetzer geben können. Hhatte mich schonauf auf Kaufen eingestellt, die Kurse gingen aber ja sogar bergauf. Hatte gestern trotz des Krieges fast +6000 € im Depot.

Beim Gas verstehe ich nicht warum wir nicht in Deutschland fracken. Das hätte einfach 2 Effekte: 1. Man wäre unabhhängiger von anderen Staaten und 2. man hätte eine viel bessere Verhandlungsposition gegenüber den Gaslieferanten.

Es ist doch viel einfacher mit jemandem zu verhandeln, der weiss, dass ich das Protukt auch jederzeit woanders beziehen kann, als mit jemandem zu verhandeln, der weiss, dass ich auf sein Produkt angewiesen bin.

slowroller
11 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

Das ist ein wenig die Hybris in Deutschland: Wir sind noch lange auf Gas (und auch Öl) angewiesen und haben grade gesehen, wie schlecht es ist einseitig auf Lieferanten angewiesen zu sein. Im gleichen Atemzug lässt man es zu, dass die einzige Deutsche Explorationsfirma (die auch relevant groß ist) ins Ausland verkauft und dann komplett zerschlagen wird. Hier gibt es kein zurück. Und das betrifft nicht nur die deutschen Assets sondern auch den Zugriff auf Felder in Norwegen, Mexiko, Nordafrika, Argentinien etc. Das war einfach wirklich schlecht, hier MUSS der Wirtschaftsminister den Deal verweigern.

Zum Fracken: Ja, früher wurde ja auch schon gefrackt – allerdings in Deutschland anders als man es aus Nordamerika oder Argentinien kennt. Diese Art von oberflächennahem Schiefergasfracking ist in Deutschland garnicht möglich, dafür haben wir viel zu wenig Fläche und sind viel zu dicht besiedelt. Dass das ne ganz schöne Sauerei ist kommt noch dazu. Allerdings hätte man in den hiesigen „echten“ Gasfeldern weiter in der Tiefe fracken können – das macht die Quellen deutlich effizienter und macht noch mehr Reserven überhaupt förderbar. Hier gibt es aber ein Moratorium, welches ich persönlich auch falsch finde.

Frau Reiche scheint eine Agenda zu haben – eine die aufgeht. Normalerweise müsste man günstig einlagern wenn der Rohstoff verfügbar ist. Es gibt und gab keinen Grund die Gasspeicher nicht voll zu machen. Das Argument dagegen waren die neuen LNG-Häfen. Aber hui – das Flüssiggas wird knapper und vieeeeeel teurer. Gleichzeitig fährt Frau Reiche eine Strategie, die uns wieder mehr und mehr von Gas abhängig macht – das passt nicht zu der Speicherstrategie. Am Ende ein völliges Versagen, das kann man jetzt schon konstatieren.

Leonie
11 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

Klar ist Schiefergasfracking hier möglich. Exxon hatte hier in der Gegend sogar schon Standorte gepachtet und hätte auch jedes Jahr einen Haufen Geld an die Landesregierung gezahlt. Nur dann kann Rot-Gruen mit ihren Lügen über das Fracken und ihrer Klimahysterie.
Jetzt kauft man Frackinggas aus Übersee, dass erst mit viel Energieaufwand verflüssigt werden muss, dann mit Schweröl betriebenen Schiffen über den Atlantik gebracht wird. Dann an extra dafür gebauten Terminals entladen werden muss.
Witzigerweise beides von Rot-Gruen zu verantworten. Dazu kommt: Wir hätten hier unser Atomkraftwerk noch behalten können.
Aber so sind die Grünen, die denken halt von der Tapete bis zur Wand.
Verursachen dadurch auch noch mehr CO2 Ausstoss als man sich da vorher hätte vorstellen können. Aber dem inkompetentesten Wirtschaftsminister aller Zeiten sei Dank.
Aber mach ja nix, die Industrie ist ja nicht weg, sie produzieren nur woanders.

slowroller
11 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

Technisch möglich ist alles – aber es weder gesellschaftlich noch rechtlich durchsetz- und vermittelbar. Deshalb hat die (CDU-)Regierung hier auch direkt ein Schloss via Gesetz gesetzt. Wenn du dich mal näher mit Schiefergasfracking und den Auswirkungen und Gegebenheiten beschäftigst, dann wird auch klar, wieso das hier nicht gemacht wird. Das sind keine Lügen, man kann dieses bei bestehenden Projekten gut nachvollziehen. Es gibt eben nur dünn besiedelte Gebiete, wo man das eben in Kauf nimmt.
Leider ist dabei das konventionelle Fracking direkt mit über den Jordan gegangen.

Nur mal so: Sowohl für das Atom-Aus als auch als auch für das Frackingmortorium gab es breiten gesellschaftlichen Konsens und beides wurde von der CDU beschlossen und durchgesetzt.

Leonie
11 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

Das Atom-Aus und das Frackingmoritorium hätte eine verantwortliche Regierung im Zuge des Ukraine Krieges ausgesetzt.
Aber da ging es den Grünen wohl nur um die eigene Ideologie.
Da muss man sich nicht wundern, wenn die Menschen AFD wählen. Die Ampel Regierung hat leider komplett versagt.

slowroller
11 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

Nein, hätte es beides nicht. Hast du eine Ahnung wann das erste Frackinggas gefordert worden wäre, hatte man im Sommer 2022 das Moratorium aufgehoben? Ich kanns dir sagen: Bis heute nicht. Das ist/war genauso wenig eine kurzfristige wie das Zurückdrehen des Atomausstieges. Hier gibt es klare Aussagen der Betreiber, dass ein Weiterbetrieb nicht gewollt, nicht sinnvoll und mit Risiken behaftet wären – und da waren sich RWE, EnBW und EON einig. Gespräche gab es dazu ja, die Politik hat die Einwände dann ernst genommen.

Wir sind im Nachhinein sehr gut über die Gasmangellage hinweggekommen. Bei allem was man an Habeck nicht mögen kann, hat er hier zielorientiert, schnell und gegen seine politischen Grundüberzeugungen aber zugunsten des Landes gehandelt. Der schnelle Bau von LNG-Terminals und die Verhandlungen mit z.B. Katar waren der Lage angemessen. Die AKWs konnten noch über den Winter gerettet werden (garnicht so einfach ohne Brennstoffe, Mitarbeitern und komplett fehlender Planung) und Menschen wurden kurzfristig entlastet. Leider kam der Industriestompreis (dank der FDP) nicht zustande – ich denke, dass uns das noch einiges an Wachstum gekostet hat und bis heute nachwirkt.

Die AFD werden von solchen Leute gewählt, die genau solche Plattitüden nachplappern die man oben lesen kann. Ist aber ihr gutes Recht, machts nur nicht besser – weder für sie noch für andere.

Leonie
11 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

Rot-Grün hat das Fracking 2011 gestoppt. Natürlich hätte man da bis heute jede Menge Frackingas gehabt.
Wenn man 2022 angefangen wäre und hätte einfach die alten Pläne von 2011 wieder hervorgeholt, hätte das maximal 1 Jahr bis zum ersten Frackinggas gebraucht. Es war damals ja schon alles vorbereitet, Nur haben die Grünen es verhindert.
Unser Atomkraftwerk in Lingen hätte noch Jahre weiter laufen können, wenn es politisch gewollt wäre, hätten es die Betreiber sogar gerne weiter laufen lassen.
Du musst nicht jede Lüge nachplappern, die dir die Grünen eintrichtern. Habeck hat leider vollkommen versagt. Und jedesmal wenn jemand diese Offensichtlichkeit leugnet, bekommt die AFD eine Stimme dazu.
Einfach weil die Menschen keine Lust mehr haben sich so offensichtlich belügen zu lassen.
Aber dir hat Habeck bestimmt auch erklärt was eine Insolvenz ist.

slowroller
10 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

„…hätte das maximal 1 Jahr gebraucht…“ Woher nimmst du dieses Wissen? Weißt du wie viele Bohranlagen es in Deutschland bzw. Europa überhaupt gibt? Weißt du, wie hier die Verfügbarkeit ist bzw. wie langfristig diese verleast sind? Weißt du wieviel Vorlauf die Bereitstellung der Spülungen und deren Entsorgungsmöglichkeiten benötigt? Weißt du wieviel Infrastruktur (z. Beispiel Bohrplätze, Zuwegungen…) gebaut werden müssen? Und dabei haben wir noch keine Umweltverträglichkeitsprüfung oder sonstige Genehmigung inklusive Einspruchsmöglichkeiten im Blick gehabt.

„Unser Atomkraftwerk in Lingen hätte noch Jahre weiter laufen können, wenn es politisch gewollt wäre, hätten es die Betreiber sogar gerne weiter laufen lassen.“

Markus Krebber, damals schon CEO von RWE (dem Eigentümer des AKW Lingen) hat in der Prüfung klar und deutlich gesagt, dass es nicht möglich ist Lingen längerfristig weiterlaufen zu lassen und die Debatte von dieser Seite aus beendet. Die Entsprechenden Interviews findet man im Netz. Wahrscheinlich hat ihm das aber auch der Robert eingeflüstert, oder? (Lügen

Anton
11 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

„Hätte ja zumindest einen Rücksetzer geben können. Hhatte mich schonauf auf Kaufen eingestellt, die Kurse gingen aber ja sogar bergauf. Hatte gestern trotz des Krieges fast +6000 € im Depot.“

Der Markt scheint noch nicht das letzte Wort gesagt zu haben.

Leonie
11 Tage zuvor
Antwort auf  Anton

Hoffen wir mal, dass noch paar nervös werden.

Kiev
11 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

@ Leonie

Mit einem Sparplan wirst Du in der nächsten Zeit bestimmt mit Cost Averaging fortfahren können. Heute gab es zumindest leichte Abverkäufe. Bei dem KOSPI Index hättest Du sogar in der breite über 7% Discount erhalten. Allerdings gibt es das Paket wohl auch ähnlich wie im Möbelgeschäft mit einem gewissen Aufschlag vor dem Abschlag…
Mit Iran haben wir vermutlich keinen überschaubaren Flächenbrand. Zusätzlich haben wir es mit einem Angriff (Märtyrertod) auf eine Ideologie zu tun. Wie hier einmal Verhandlungen aussehen könnten, kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen. Aber auch das wird es irgendwann einmal geben

Im Punkt Fracking kenne ich mich nicht aus. Zumindest haben wir die Möglichkeit Gas zu speichern. Ohne jetzt den besten Preis aller Zeiten ergattern zu müssen war Gas doch in letzter Zeit nicht überaus teuer. Dazu dauert es eine ganze Zeit bis die Speicher gefüllt sind. Warum hier nichts unternommen wurde ist mir ein Rätsel.

Irgendwo habe ich auch wieder von dem Themen der Eindämmung von Obergewinnen bei Energieunternehmen gelesen. Weiß nicht mehr ob es Gas oder Öl war. Politiker müsste man sein. Untätig rundgehen und wenn etwas nicht gelaufen ist wie es eigentlich hörte erwartet werden können schnell die Schuld bei Anderen suchen…

Leonie
10 Tage zuvor
Antwort auf  Kiev

Ich hab eigentlich schon auf etwas mehr Reaktion im Markt gehofft. Montag ging es rauf, Dienstag in etwa daselbe wieder runter. Heute geht es schon wieder leicht hoch. Eine besondere Kaufchance sehe ich da leider nicht.
Viellelicht zum Wochendende.
War oft so, wenn der Markt verunsichert ist, dass man Freitags Abends etwas günstiger kaufen kann.

Kiev
7 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

@ Leonie

Die Marktreaktion blieb in der Breite beim S&P, NASDAQ zurück. In Märkten mit höherer Abhängigkeit zu Öl und LNG sind die Abschläge bereits deutlich größer gewesen.

Der Rohölpreis steigt hingegen unentwegt. Es wird vermutlich gute Kaufkurse geben. Geduld ist gefragt. Bei vermeintlich entgangenen 1-2% in der Breite kommt bei mir jedenfalls keine große FOMO auf. Fun fact: ein Präsident eines Landes hatte doch tatsächlich in Erwägung gezogen die Öl Future Märkte leer zu verkaufen und damit das Preis-Probleme zu lösen.

Sveni
11 Tage zuvor
Antwort auf  Leonie

Also bei mir ist es es jetzt schon 2,5 % runter. Blöder Krieg.

Leonie
11 Tage zuvor
Antwort auf  Sveni

Das ist aber viel denke ich.

Nuvolina
11 Tage zuvor

Wenn der Krieg länger dauert und sich ausweitet, kann‘s schon sehr kritisch werden, auch für uns. Einen Krieg zu beginnen, ist eine gefährliche Geisterfahrt.

Kiev
11 Tage zuvor
Antwort auf  Nuvolina

@ Nuvolina

Bleibt zu hoffen, dass wir uns hier nicht zu sehr reinziehen lassen.

Nuvolina
10 Tage zuvor
Antwort auf  Kiev

…oder reingezogen werden.

Kiev
7 Tage zuvor
Antwort auf  Nuvolina

@ Nuvolina

Man kann zumindest aktiv manchem entgehen. In der Hinsicht hoffe ich auf keine großen Dummheiten unserer Politiker..

Dem Gaspreis und Ölpreis (Inflation) können wir uns nicht entgehen. Hängt im Grunde von der Dauer der Schließung der Straße Hormus ab wie teuer es für uns wird. Daran gekoppelt ist auch eher mit steigenden Bondpreisen und höheren Zinsniveau zu rechnen. Das ist jetzt auch kein No Brainer für Gold.Gold habe ich selbst in angemessener Höhe im Depot. Meine Erwartungen sind hier einfach nur Werterhaltung und die Hoffnung darauf ohne Steuern zuzugreifen zu können. Bei Tagesgeld stören mich die Steuern auch. Das Zinsniveau entspricht maximal der Inflation (zumindest vor dem Ölanstieg). Aktuell ist es noch niedriger. Da könnte es doch eine Reverse Vorabpauschale Erstattung geben. Vielleicht auch auf nicht realisierte Gewinne. Das Modell könnte ich vielleicht einmal einem lokalen Linkenpolitiker aufzeigen. Bin mir nicht sicher, ob dieser mir bei dem abstrusen Gedanken überhaupt folgen könnte.

Otti
11 Tage zuvor

Selbst die Atomstrom-, Öl-, Gas- und Kohlekraftwerke-Nostalgikerinnen und Nostalgiker wollen kein Endlager für Atommüll in Wohnortnähe haben, keine Kraftwerke und Fracking bitte gerne weiter weg, nur nicht vor der eigenen Haustür. Ich jedenfalls bin auf der Lauer, wenn es bei Ökostromanbietern Rücksätzer geben sollte.

Info
10 Tage zuvor
Antwort auf  Otti

Du sagst es: Auf Englisch sagt man dazu: „not in my backyard“.

Es hält sich auch der Mythos, dass Kernkraft günstig sei. De Entsorgung/Endlagerung ist im Strompreis auch nicht einkalkuliert, das zahlt der Steuerzahler separat = Intransparent.

https://live.deutsche-boerse.com/nachrichten/Union-und-SPD-uneinig-ueber-Rueckkehr-zur-Atomkraft-6411d627-c86e-47c2-a5cf-b512bc847bff

Auszug: …..Selbst die früheren Betreiber der Atommeiler erklären seit langem, dass Atomstrom die teuerste Form der Stromerzeugung mit bis zu 49 Cent pro Kilowattstunde ist. Der 2023 umgesetzte Atomausstieg in Deutschland basiert auf einem Beschluss des Bundestages, dem auch die CSU 2011 zugestimmt hatte.

slowroller
9 Tage zuvor
Antwort auf  Info

Man sieht ja auch gerade jetzt, was dezentral produzierter Strom aus regenerativen Quellen Wert ist. Egal von wem – bei allem außer Braunkohle sind wir massiv von anderen Mächten abhängig. Und dafür muss man unser schönes Land umbuddeln :-) Ich mag Windmühlen, nicht nur in Holland.

Info
9 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

Wind und Solar gelten derzeit als die günstigsten Stromquellen. Um das Potenzial auszuschöpfen, braucht es mehr Batteriespeicher.

Wie man damit aber den künftigen Energiebedarf der KI-Rechenzentren decken will, ist mir leider auch schleierhaft, Erneuerbare werden das alleine wohl nicht schaffen.

Fossile Energie (welche Form auch immer) wird weiterhin notwendig sein. Im Ausland den Strom einkaufen, ist ja auch nicht die Lösung, wenn man autarker sein möchte. Ein Dilemma.

slowroller
9 Tage zuvor
Antwort auf  Info

Da müssen wir auch mal abwarten, wieviel die Rechenzentren später überhaupt effektiv verbrauchen. Hier ist sicher einiges in Punkto Effizienz machen und zum anderen stellt sich die Frage, wie viel KI man eigentlich nutzen will, wenn man da mal nen echten Preis dranschreibt. Noch ist das alles hoch subventioniert.

Ich denke, dass man ohne Fossile deutlich besser auskommt und viel besser skalieren kann. Gerade in Deutschland hat man noch viel ungenutztes Potential. Wenn mal genug E-Autos da sind und diese als dezentraler Batteriespiecher dienen DARF, dann wäre das schon ein großer Schritt. Am Ende muss man nur mal wirklich Geld ausgeben um genau diese Technologien zu fördern – das Potential für z.B. Pumpspeicherwekre in Deutschland ist massiv und mit Siemens haben wir wohl den Technologieführer für Turbinen im Land.

Ralf
8 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

Was viele nicht verstehen: Der Primärenergiebedarf in Deutschland wird weiterhin nur zu einem relativ kleinen Teil durch Strom gedeckt. Strom macht rund 20–22?% des gesamten Primärenergieverbrauchs aus. Wärme und Verkehr hängen immer noch stark an Öl und Gas. Industrieprozesse brauchen Hochtemperaturwärme, die sich nicht leicht elektrifizieren lässt. Strom ist zwar der sauberste Energieträger, aber sein Anteil am gesamten Energiebedarf ist eben noch klein. Ein Umbau über Jahrzehnte. Daher wird uns eine Teuerung der Fossilen alle noch auf Jahre teuer zu stehen kommen. Auch der Netzausbau wird teuer und Fachkräfte fehlen.

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