Nvidia: Rekord-Quartal + 2.400% mehr Dividende. Ich bin 1.200% im Plus

Nvidia hat am Mittwoch seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt – natürlich schaue ich hier genauer hin. Die Aktie ist inzwischen meine mit Abstand größte Depotposition – ich liege hier mittlerweile gut 1.200 Prozent im Plus. Kein anderes Unternehmen hat mein Depot in den letzten Jahren so dominiert wie Nvidia. Meine zweitbeste Aktie ist der Speicherhersteller Micron, der kürzlich ebenfalls zum Tenbagger geworden ist.

Dieser Artikel ist von Nikos Deiters, der ein duales Studium bei Boerse.de in Rosenheim macht.

Nvidia ist für mein Depot aber nicht nur wegen der eigenen Position extrem wichtig. Ich bin mittlerweile auf verschiedenen Ebenen der KI-Infrastruktur investiert – von Halbleitern über Speicher und Chipausrüster bis hin zu Rechenzentren, Kühlung, Stromversorgung und Gebäudetechnik. Dazu gehören zum Beispiel Lam Research, Applied Materials, Vertiv Holdings, Comfort Systems, Broadcom oder Micron. Nvidia steht für mich deshalb ein Stück weit für die Entwicklung des gesamten KI-Marktes. Wenn Nvidia starke Zahlen liefert und der Ausblick passt, ist das ein gutes Zeichen für viele andere Unternehmen, die vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren.

Alles begann mit Gaming Grafikkarten

Nvidia wird heute wie kaum ein anderes Unternehmen mit dem KI-Boom verbunden. Dabei war Nvidia ursprünglich vor allem als Hersteller von leistungsstarken Gaming-Grafikkarten bekannt. Die GPUs wurden lange hauptsächlich von Gamern genutzt, um Computerspiele möglichst flüssig und in hoher Auflösung darzustellen.

Mit der Zeit zeigte sich, dass diese Grafikkarten nicht nur für Gaming spannend sind, sondern sich auch hervorragend für das Training großer KI-Modelle eignen. Denn beim KI-Training müssen riesige Datenmengen parallel verarbeitet werden. Genau das können GPUs deutlich besser als klassische Prozessoren.

Ein weiterer großer Vorteil ist das CUDA-Ökosystem von Nvidia. CUDA ist eine Softwareplattform, mit der Entwickler die Rechenleistung der Nvidia-GPUs gezielt nutzen können. Dadurch ist über viele Jahre ein riesiges Ökosystem entstanden, das Nvidia einen starken Burggraben verschafft. Viele KI-Modelle, Entwickler und Rechenzentren sind heute stark auf Nvidia-Technologie ausgerichtet.

Aus einem Gaming-Grafikkartenhersteller wurde dadurch der wichtigste Schaufelhersteller der KI-Revolution. Nvidia verkauft nicht einfach nur Chips, sondern liefert inzwischen die komplette Infrastruktur für KI-Rechenzentren – von GPUs über Netzwerktechnik bis hin zur Software. Genau deshalb ist das Unternehmen heute so extrem wertvoll geworden.

Q1-Zahlen übertreffen alle Erwartungen – Aktie gibt dennoch nach

Nvidia Q1-Ergebnisse 2027

Die Quartalszahlen von Nvidia waren wieder beeindruckend. Der Umsatz stieg auf 81,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit übertrafen die Kalifornier die Prognose von 79,2 Milliarden Dollar. Besonders stark war erneut das Rechenzentrumsgeschäft, das inzwischen den mit Abstand größten Teil des Konzerns ausmacht. Allein der Data-Center-Umsatz lag bei rund 75,2 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte sogar um satte 147 Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar zu. Das Wachstum hat sich noch einmal beschleunigt.

„Der Aufbau von KI-Fabriken – der größten Infrastrukturerweiterung in der Geschichte der Menschheit – beschleunigt sich mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit. Agentic AI ist angekommen, macht produktive Arbeit, generiert echten Wert und skaliert schnell über Unternehmen und Branchen hinweg. NVIDIA ist einzigartig im Zentrum dieser Transformation positioniert, als einzige Plattform, die in jeder Cloud läuft, jedes Frontier- und Open-Source-Modell antreibt und überall dort skaliert, wo KI produziert wird – von Hyperscale-Rechenzentren bis hin zum Edge.“

Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia

Besonders wichtig war der Ausblick. Für das nächste Quartal erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar. Auch die Bruttomarge soll weiter bei etwa 75 Prozent liegen. Das zeigt, dass die Nachfrage nach KI-Chips und kompletter KI-Infrastruktur weiterhin riesig ist. Nvidia wächst also trotz seiner gigantischen Größe immer noch in einem Tempo, das man bei einem Unternehmen dieser Größe kaum für möglich halten würde.

Nvidia-Aktie: 19.000 Prozent Kursplus in den letzten 10 Jahren

Trotzdem sprang die Aktie nach den Zahlen nicht wirklich an. Die Aktie verlor knapp 2 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus rund 17 Prozent. Das zeigt, wie hoch die Erwartungen inzwischen sind. Nvidia muss mittlerweile nicht nur gute Zahlen liefern, sondern eigentlich jedes Quartal aufs Neue extrem starke Zahlen und einen starken Ausblick präsentieren. Genau das hat der Konzern zwar wieder geschafft, aber vieles davon ist im Kurs bereits eingepreist. Das KGV ist mit 33 mittlerweile auch deutlich niedriger als in der Vergangenheit. Günstig ist die Aktie jedoch immer noch nicht. Für mich hat Qualität aber ihren Preis und bei dem Wachstum finde ich die Bewertung absolut akzeptabel. Natürlich muss Nvidia weiter liefern und darf sich keinen Ausrutscher erlauben.

Nvidia wird mein größter US-Dividendenzahler – 2.400% Dividendenerhöhung!

Neben den beeindruckenden Quartalszahlen kündigte Nvidia auch ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 80 Milliarden Dollar sowie eine massive Dividendenerhöhung an. Die Quartalsdividende steigt von 0,01 Dollar auf 0,25 Dollar je Aktie – das entspricht einer unglaublichen Erhöhung um 2.400 Prozent. Das heißt: Wer bisher 1 Dollar Dividende erhalten hat, bekommt künftig 25 Dollar.

Das ist natürlich ein starkes Signal. Das Management zeigt damit, dass Nvidia trotz der enormen Investitionen in KI-Infrastruktur weiterhin extrem viel Cash generiert und genug Vertrauen in die eigene Zukunft hat, um Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.

Durch die Dividendenerhöhung steigt die Dividendenrendite von Nvidia auf rund 0,45 Prozent. Das klingt auf den ersten Blick natürlich immer noch niedrig und ist für klassische Dividendeninvestoren eher uninteressant. Für mein Depot hat diese Erhöhung trotzdem eine ziemlich große Auswirkung.

Bisher habe ich von Nvidia pro Quartal nicht einmal einen Euro Dividende erhalten. Durch die massive Erhöhung werde ich künftig voraussichtlich knapp 20 Euro pro Quartal bekommen. Damit wird Nvidia absolut gesehen mein größter Dividendenzahler aus den USA und zieht sogar knapp an Verizon vorbei, obwohl ich insgesamt etwas mehr Geld in den Telekommunikationskonzern investiert habe. Nur die Allianz zahlt mir aktuell noch mehr Dividende. Dort habe ich im Mai rund 90 Euro erhalten.

Spannend finde ich daran, dass die Dividende bei meiner ursprünglichen Kaufentscheidung im Jahr 2020 überhaupt keine Rolle gespielt hat. Ich habe Nvidia damals nicht wegen der Dividende gekauft, sondern weil mich die langfristigen Aussichten begeistert haben. Für mich war schon 2020 klar, dass Halbleiter in einer immer digitaleren Welt wichtiger werden. Nvidia war damals vor allem für Gaming-Grafikkarten bekannt, hatte aber mit Rechenzentren und später natürlich KI riesige zusätzliche Wachstumstreiber. Durch die enorme Kursentwicklung ist die aktuelle Dividendenrendite zwischenzeitlich immer weiter gesunken.

Wachstumsfirmen können auch attraktive Dividendenzahler werden

Genau daran sieht man schön, warum sich Buy and Hold bei starken Wachstumsunternehmen lohnen kann. Am Anfang wirken solche Aktien aus Dividendensicht oft uninteressant, weil die Dividendenrendite sehr niedrig ist. Wenn das Unternehmen aber über viele Jahre stark wächst, Gewinne und Cashflows deutlich steigen und die Dividende später kräftig erhöht wird, kann die persönliche Dividendenrendite auf den ursprünglichen Kaufpreis irgendwann richtig attraktiv werden.

Ich bin ja, wie ich hier im Blog schon häufiger geschrieben habe, generell ein Fan von Technologiewerten, die nicht nur stark wachsen, sondern auch ihre Dividenden kräftig erhöhen, wie zum Beispiel Broadcom oder Amphenol. Natürlich ist Nvidia weiterhin keine klassische Dividendenaktie wie Coca-Cola oder PepsiCo. Aber wenn ein Unternehmen gleichzeitig extrem wächst, massiv Cash generiert und die Ausschüttung so deutlich anhebt, ist das für mich ein sehr starkes Gesamtpaket.

Mein Fazit: An Nvidia führt für mich kaum ein Weg vorbei – dennoch darf man die Risiken nicht ignorieren

Für mich hat Nvidia einmal mehr abgeliefert. Die Zahlen waren stark, der Ausblick war stark, und auch die Kapitalrückflüsse durch Aktienrückkäufe und Dividende zeigen, wie brutal profitabel dieses Unternehmen inzwischen ist. Natürlich ist die Aktie nicht günstig und die Erwartungen sind mittlerweile extrem hoch. Bei Nvidia reicht vermutlich schon ein etwas schwächerer Ausblick, damit die Aktie deutlich korrigiert. Rücksetzer von 20, 30 oder sogar 40 Prozent wären nach dieser Kursrallye jederzeit möglich.

Trotzdem führt für mich kaum ein Weg an Nvidia vorbei. Das Unternehmen ist nicht nur beim Training großer KI-Modelle extrem stark positioniert, sondern will auch beim späteren Betrieb dieser Modelle, also bei der sogenannten Inferenz, immer stärker angreifen. Genau diesen Punkt hat Jensen Huang zuletzt wieder betont. KI-Modelle werden schließlich nicht nur einmal trainiert, sondern anschließend millionen- oder sogar milliardenfach genutzt. Dieser laufende Betrieb könnte in den kommenden Jahren ein riesiger Markt werden.

Besonders spannend finde ich daher, dass Nvidia mit neuen Plattformen und Lösungen wie Dynamo, Blackwell und Vera Rubin genau in diese Richtung weiterdenkt. Es geht nicht mehr nur darum, die leistungsstärksten Chips für das Training zu liefern, sondern die komplette Infrastruktur für KI bereitzustellen, also vom Training über Netzwerktechnik bis hin zur Inferenz. Bisher läuft ein Teil des Betriebs vieler Anwendungen noch über klassische CPUs, doch Nvidia möchte auch hier immer mehr Rechenleistung auf seine eigenen Plattformen ziehen.

Das macht Nvidia für die Zukunft spannend. Der Konzern profitiert nicht nur vom Bau neuer KI-Rechenzentren, sondern langfristig auch davon, dass KI stärker im Alltag, in Unternehmen, in Software, Robotik, Medizin, Industrie und vielen weiteren Bereichen eingesetzt wird. Nvidia ist für mich nicht einfach nur ein Chipunternehmen, sondern eine der wichtigsten Infrastrukturplattformen der KI-Revolution.

Ih überlege einen Teil der Position zu verkaufen

Trotzdem bleibe ich realistisch. Die Position ist in meinem Depot inzwischen sehr groß geworden, und deshalb denke ich weiterhin darüber nach, irgendwann zumindest meinen Einsatz plus etwas Gewinn herauszunehmen. Den Großteil der Gewinne würde ich aber weiterlaufen lassen.

Natürlich gibt es auch Risiken. Nvidia ist immer noch nicht günstig bewertet, die Erwartungen sind riesig und der Markt verzeiht bei solchen Aktien kaum Fehler. Sollte das Wachstum einmal schwächer ausfallen, die großen Cloud-Anbieter ihre Investitionen bremsen oder Konkurrenz durch eigene Chips von Google, Amazon, Microsoft oder AMD stärker werden, könnte die Aktie kräftig korrigieren. Dazu kommen politische Risiken wie Exportbeschränkungen nach China.

Für mich überwiegen langfristig die Chancen. Nvidia bleibt eines der stärksten Unternehmen der Welt – mit enormem Wachstum, einer extrem starken Marktposition und einem riesigen Ökosystem. Aber natürlich ist die Aktie auch nichts für schwache Nerven.

Zum Schluss noch etwas Persönliches

Den Großteil dieses Artikels habe ich im Zug auf dem Weg nach Bingen bzw. Ockenheim geschrieben. Über das Pfingstwochenende hatten wir dort ein großes Familientreffen, bei dem auch unsere französische Verwandtschaft zu Besuch war.

Besonders spannend fand ich, dass die Enkelkinder der Cousine meiner Oma ebenfalls in Aktien und ETFs investieren. Sie sprechen nur Französisch, weshalb ich versucht habe, mich mit ihnen auf Französisch über Börse, ETFs und einzelne Aktien auszutauschen. Ganz einfach war das nicht, aber es hat irgendwie funktioniert :)

Sie haben vor rund zwei Jahren angefangen, regelmäßig in ETFs zu investieren. Ich habe ihnen auch ein paar meiner Artikel gezeigt und wir haben über verschiedene Unternehmen, langfristiges Investieren und den Unterschied zwischen ETFs und Einzelaktien gesprochen.

Für meine Cousine und meinen Cousin verwalte ich seit rund zwei Jahren ebenfalls die Sparpläne. Ihre Depots haben sich seitdem sehr erfreulich entwickelt. Besonders Broadcom läuft dort stark und nähert sich inzwischen sogar der Marke von 200 Prozent Kursplus. Das zeigt wieder einmal, wie viel langfristiges Investieren und regelmäßiges Dranbleiben bewirken kann.

Hier war ich mit meinem Cousin auf dem Rhein ein bisschen mit dem SUP unterwegs.

Hier war ich abends nach dem Regen noch ein wenig draußen unterwegs.

Auf dem Weg von der Uni habe ich einen tollen Regenbogen eingefangen.

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