Depotupdate: Neues Rekordhoch dank Lam Research, Vertiv, Micron & Co. – nach Nvidia mein nächster Tenbagger

In letzter Zeit bin ich durch Studium und Arbeit leider kaum dazu gekommen, einen neuen Artikel für Tims Blog zu schreiben. Jetzt habe ich mir abends endlich mal wieder Zeit genommen, ein Depotupdate zu schreiben. An der Börse ist in der Zwischenzeit einiges passiert – und auch in meinem Depot hat sich viel getan.

Dieser Bericht ist von Nikos Deiters, der ein duales Studium bei Boerse.de in Rosenheim absolviert.

Das Jahr 2026 startete wieder turbulent. Geopolitische Unruhen rund um den Iran-Krieg und steigende Ölpreise führten zu Unruhe an den Börsen. Der S&P 500 verlor infolge der Unsicherheiten vom Januarhoch rund 10 Prozent und erreichte sein bisheriges Jahrestief Ende März. Der MSCI World gab etwa 9 Prozent nach und der technologielastige Nasdaq-100-Index verlor gut 12 Prozent bis Ende März.

Anschließend startete eine starke Aufwärtsbewegung und die weltweiten Aktienmärkte erholten sich wieder. Haupttreiber waren die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende, nachlassende Sorgen vor weiter steigenden Ölpreisen und der anhaltende KI-Boom. Besonders stark liefen dabei die Schaufelhersteller der KI-Revolution – also Unternehmen, die vom Ausbau der Rechenzentren, der Strominfrastruktur, der Kühlung und der Halbleiterproduktion profitieren.

Auffällig ist jedoch, dass nicht der gesamte Technologiesektor gleichermaßen profitiert. Klassische Softwaretitel wie Microsoft, ServiceNow, Salesforce, SAP oder Adobe schwächeln aktuell eher und hinken vielen Hardware- und Infrastrukturwerten deutlich hinterher. Die Börse schaut momentan vor allem auf die Unternehmen, die den KI-Boom überhaupt erst möglich machen.

Genau in solche Werte bin ich in meinem Portfolio stark investiert. Während einige defensive Werte und Softwareaktien wie Microsoft, Intuit etc. eher seitwärts liefen oder unter Druck standen, sorgten meine Infrastruktur-, Halbleiter- und Speicherwerte für neue Höchststände im Depot.

In diesem Jahr legte mein Portfolio seit Jahresbeginn 25 Prozent zu. In den letzten sechs Jahren (maximale Historie bei meinem Portfolio-Tracker Parqet) legte mein Portfolio um 30,32 Prozent jährlich zu.

Das sind meine Top-Performer dieses Jahr – diese Aktie ist mein nächster Tenbagger

Nvidia und Broadcom hatten in den letzten Jahren mit ihrer genialen Performance natürlich einen riesigen Anteil an meiner gesamten Portfoliorendite. Nvidia liegt bei mir inzwischen rund 1.282 Prozent im Plus, Broadcom steht bei etwa 685 Prozent. Beide Aktien gehören zu meinen größten Positionen und haben mein Depot über Jahre massiv nach oben gezogen.

Trotzdem kamen die prozentual größten Kursgewinne in diesem Jahr nicht von diesen beiden Schwergewichten. Viele meiner stärksten Werte stehen eher in der zweiten Reihe und werden von vielen Anlegern kaum beachtet. Genau das macht die aktuelle Entwicklung für mich interessant: Nicht nur die bekannten KI-Giganten treiben mein Depot an, sondern auch Unternehmen wie Powell Industries, Comfort Systems, Modine Manufacturing oder Vertiv Holdings, die vom Ausbau der Infrastruktur hinter dem KI-Boom profitieren.

Deshalb steht mein Depot auf einem Rekordwert

Die folgenden Werte haben sich im Jahr 2026 bisher am besten entwickelt. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass mein Depot wieder auf einem neuen Rekordhoch steht:

  1. Powell Industries (+175%): Es ist in diesem Jahr mein bester Depotwert. Das Unternehmen profitiert vom Ausbau der Strominfrastruktur, von Rechenzentren, Industrieprojekten und dem steigenden Energiebedarf durch KI. Während viele Anleger vor allem auf Giganten wie Nvidia, Broadcom oder AMD schauen, werden solche Nebenwerte oft übersehen. Dabei braucht der KI-Boom nicht nur Chips, sondern auch Strom, Schaltanlagen und eine stabile Infrastruktur. Genau hier ist Powell positioniert. Ich bin mit der Aktie 289 Prozent im Plus.
  2. Micron Technology (+167%): Es ist einer der großen Gewinner des KI-Booms. Der Speicherchiphersteller profitiert massiv von der steigenden Nachfrage nach HBM-Speicher, der für moderne KI-Beschleuniger unverzichtbar ist. Lange Zeit war Micron sehr zyklisch und schwankungsanfällig, doch zuletzt hat sich das Bild aufgehellt. Die Nachfrage zieht an, die Preise erholen sich. Und die Börse traut Micron wieder mehr Wachstum zu. In meinem Depot liegt die Aktie seit Januar 167 Prozent im Plus und zählt damit zu meinen stärksten Werten. Ich bin hier gut 950 Prozent im Plus und damit ist Micron neben Nvidia der nächste Tenbagger in meinem Depot und dadurch auch zu den größten Positionen im Depot aufgestiegen.
  3. Vertiv Holdings (+126%): Es ist einer meiner Lieblingswerte im Bereich KI-Infrastruktur. Das Unternehmen liefert kritische Infrastruktur für Rechenzentren, vor allem Stromversorgung, Kühlung und Energiemanagement. Durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren steigt der Bedarf an genau diesen Lösungen stark an. Die Aktie hatte in den letzten Jahren kräftig zugelegt, wurde zwischendurch (vor allem Anfang 2025) aber auch heftig abgestraft. Ich habe Kursrückschläge genutzt und mehrmals nachgekauft. Mein Nachkauf letztes Jahr im April liegt sogar knapp 500 Prozent im Plus. In diesem Jahr zahlt sich das erneut aus: Vertiv liegt bereits 126 Prozent im Plus und gehört mittlerweile zu meinen wichtigsten Wachstumstiteln. Ich bin 351 Prozent im Plus und Vertiv ist mittlerweile meine viertgrößte Position hinter Nvidia, Broadcom und Apple.
  4. Modine Manufacturing (+120%): Für mich ist es einer der unterschätztesten KI-Infrastrukturwerte. Auf den ersten Blick wirkt Modine nicht wie ein typischer KI-Profiteur. Das Unternehmen ist im Bereich Wärmemanagement aktiv und davon, dass moderne Rechenzentren mehr Kühlung benötigen. Je leistungsfähiger Chips und Server werden, desto wichtiger wird effiziente Kühlung. Genau hier kommt Modine ins Spiel. Die Aktie hat sich in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt. Für mich ist es einer dieser Werte, die unter dem Radar fliegen. Ich stehe mit Modine 130 Prozent im Plus.
  5. Comfort Systems (+119%): Seit einiger Zeit ist es einer meiner stärksten Depotwerte. Das Unternehmen ist in der Gebäudetechnik aktiv und profitiert vom Bau großer Industrieanlagen sowie Rechenzentren. Comfort wirkt auf den ersten Blick nicht wie eine klassische KI-Aktie, hängt aber indirekt stark an diesem Trend. Bereits im letzten Jahr gehörte die Aktie zu meinen Top-Performern, und auch 2026 läuft es hervorragend. Seit Januar steht Comfort Systems 119 Prozent im Plus. Ich lasse die Gewinne laufen. Insgesamt bin ich 272 Prozent im Plus.
  6. Texas Instruments (+75%): Im Vergleich zu den anderen Werten ist diese Aktie deutlich konservativer, liefert in diesem Jahr aber ebenfalls eine starke Performance. Der Halbleiterkonzern ist breit aufgestellt und besonders stark bei analogen Chips und Embedded Processing. Diese Chips werden in Autos, Industrieanlagen, Elektronik und vielen anderen Bereichen gebraucht. Nach einer längeren Schwächephase hat sich die Aktie wieder erholt. Zusätzlich erhalte ich hier eine solide Dividende. Texas Instruments habe ich vor allem wegen der guten Dividende die letzten Jahre angespart (es ist sogar nach Strategy und Vertiv Holdings die Aktie, in die ich am meisten Kapital gesteckt habe). Nun ist sie endlich mit 65 Prozent Kursgewinn deutlich ins Plus gezogen.
  7. Applied Materials (+71%) ist einer der wichtigsten Ausrüster der Halbleiterindustrie. Ohne Unternehmen wie Applied Materials könnten die großen Chipproduzenten ihre Fabriken nicht ausbauen und modernisieren. Genau deshalb gefällt mir dieses Geschäftsmodell so gut. Mittlerweile bin ich gut fünf Jahren investiert. Der Konzern profitiert langfristig vom steigenden Bedarf an Chips, KI-Infrastruktur, Speicher und moderner Fertigungstechnologie. Die Aktie liegt in diesem Jahr 71 Prozent im Plus und bestätigt, dass die Zulieferer im Halbleiterbereich extrem spannend bleiben. Alles in allem ist die Aktie 263 Prozent im Plus.
  8. Lam Research (+70%): Es handelt sich hier auch um einen Schaufelhersteller. Das Unternehmen stellt Anlagen für die Chipproduktion her und ist stark bei Ätz- und Abscheidungsprozessen. Ohne diese Maschinen läuft in der modernen Halbleiterfertigung wenig. Die Aktie hat sich in diesem Jahr gut entwickelt und liegt 70 Prozent im Plus. Nun stehe ich mit Lam Research bereits satte 423 Prozent im Plus (seit Erstkauf sogar rund 750 Prozent) und sehe langfristig weiter Potenzial. Zyklische Rücksetzer sehe ich, wie in den vergangenen Jahren auch, eher als Nachkaufchance.

Die Kursverläufe kennen derzeit nur eine Richtung

Die Kursverläufe vieler meiner Top-Performer sehen derzeit beeindruckend aus. Powell Industries befindet sich in einer starken Aufwärtsrallye. Allein in den letzten zwölf Monaten hat sich der Kurs verfünffacht.

Micron-Aktie explodiert – 750 Prozent Kursplus in den letzten 12 Monaten

Auch die Micron-Aktie ist regelrecht explodiert. In den letzten zwölf Monaten legte sie rund 750 Prozent zu. Damit hat sich die Aktie in meinem Depot nun verzehnfacht.

Micron Technology erstmals verzehnfacht

Micron Technology stand am Montag (11.05.2026) erstmals über 900 Prozent im Plus und ist damit ein Tenbagger in meinem Depot. Für mich ist so ein Moment etwas Besonderes. Diesen Meilenstein habe ich nun zum vierten Mal in meinen zehn Jahren an der Börse erlebt.

Das erste Mal war es bei Super Micro Computer. Rückblickend war es dort ein Fehler, nicht früh genug Gewinne mitzunehmen. Anschließend folgte Nvidia, die inzwischen sogar weit über die Tenbagger-Marke hinausgeschossen ist. Die dritte Aktie war Palantir. Diese korrigiert momentan allerdings kräftig und ist bereits wieder deutlich unter diese Marke gerutscht.

Nun ist Micron Technology der nächste Tenbagger in meinem Depot. Besonders spannend finde ich, dass Micron lange Zeit eher als zyklischer Speicherwert galt und nicht unbedingt als klassische Aktie für eine Verzehnfachung. Ich war jedoch schon länger davon überzeugt, dass Speicher in Zukunft immer wichtiger werden wird. Denn moderne KI-Anwendungen brauchen nicht nur schnelle Chips, sondern auch enorme Mengen an leistungsfähigem Speicher.

Genau deshalb habe ich Micron trotz der starken Schwankungen im Depot behalten und Kursrücksetzer immer wieder zum Nachkauf genutzt. Diese Geduld zahlt sich jetzt aus. Natürlich bleibt Micron ein zyklischer Wert, aber langfristig ist es ein gefragter Bereich. Die Bewertung ist bei einem erwarteten KGV von 8 sogar noch recht akzeptabel.

Rechenzentrum-Ausrüster Vertiv ist im Höhenflug

Seit dem Zollcrash im letzten Jahr kennt auch die Vertiv-Aktie fast nur den Weg nach oben. Auf Zwölfmonatssicht steht hier ein Plus von beeindruckenden 265 Prozent. Modine Manufacturing hat sich im selben Zeitraum ungefähr verdreifacht.

Die Aktie von Modine Manufacturing hat sich in 12 Monaten verdreifacht

Comfort Systems vervierfachte sich in den letzten zwölf Monaten. Der Chart sieht fast wie an der Schnur gezogen aus – von links unten nach rechts oben. Auch Texas Instruments ist nach jahrelanger Durststrecke endlich angesprungen. Seit November 2025 hat sich die Aktie fast verdoppelt.

Applied Materials: Seit dem Zollcrash mehr als verdreifacht
Lam Research: Im letzten Jahr gut 250 Prozent im Plus

Lam Research ist ebenfalls stark gelaufen und liegt auf Jahressicht gut 250 Prozent im Plus.

Insgesamt sind nun 20 meiner 55 Depotpositionen mindestens dreistellig im Plus.

Die Bewertungen sind bereits recht sportlich – stärkere Rücksetzer sind möglich

Natürlich darf man bei aller Euphorie die Risiken nicht ausblenden. Viele dieser Aktien sind nach der starken Rallye inzwischen sportlich bewertet und Rücksetzer von 20, 30 oder sogar 40 Prozent wären jederzeit möglich. Gerade Infrastruktur- und Halbleiterwerte bleiben zyklisch und können bei schwächeren Quartalszahlen oder einer schwachen Gesamtkonjunktur schnell stark korrigieren.

Trotzdem verkaufe ich meine Gewinner nicht vorschnell. Ich lasse die Gewinne laufen, beobachte die Bewertungen aber natürlich genauer. Bei den meisten dieser Werte würde ich stärkere Rücksetzer eher als Nachkaufchance sehen, solange die langfristige Story intakt bleibt.

Darüber hinaus denke ich gelegentlich auch über Teilverkäufe nach, da einige dieser Positionen durch die enorme Rallye inzwischen ein relativ hohes Gewicht im Depot erreicht haben. Einen Teil würde ich dann in konservativere Werte umschichten.

Bei Nvidia werde ich in absehbarer Zeit vermutlich nur meinen Einsatz plus etwas Gewinn herausnehmen und die Gewinne größtenteils weiterlaufen lassen. Bei gut 1.280 Prozent Kursplus ist der Einsatz im Verhältnis zur gesamten Position allerdings nicht mehr besonders groß. Zudem ist mein Technologie-Anteil inzwischen auf 66 Prozent angewachsen.

Auf meiner Watchlist befinden sich weiterhin einige spannende Werte, in die ich gerne einsteigen würde. Dazu gehört beispielsweise Monolithic Power. Hier warte ich allerdings noch auf eine Korrektur.

Meine schönsten Erlebnisse in diesem Jahr

Ich befinde mich im 6. Semester meines BWL-Studiums. Neben Studium, Arbeit und dem teilweise stressigen Alltag bin ich zwischendurch immer wieder in die Berge gefahren, um abzuschalten. Gerade die Zeit in der Natur hilft mir, den Kopf freizubekommen und neue Energie zu sammeln.

Im Folgenden blende ich einige meiner schönsten Aufnahmen aus diesem Jahr ein:

Skifahren am Kitzsteinhorn
Maria Gern bei Nacht
Blick auf Watzmann und Berchtesgaden bei Nacht
Blick auf Salzburg vom Gaisberg
Sonnenuntergang auf dem Gaisberg
Schneemassen im Kleinwalsertal

Das Alpenglühen ist immer wieder ein Traum. Ich genieße es jedes Mal bis zum Ende.

Trettachtal
Abends nach dem Lernen noch eine Runde durchs Kaisertal gedreht

Der Obersee neben dem Königssee ist einfach wunderschön.

Königssee und im Hintergrund der Watzmann
Hintersee am Abend
Mirabellgarten Salzburg
Blick auf Salzburg
Archenkanzel mit Blick auf den Königssee

Hier bin ich am Feiertag mit meiner Schwester zum Königssee abgestiegen.

Sonnenuntergang mit meiner Schwester am Gaisberg

Hier bin ich mit einer Studentengruppe am Freitag nach der Uni auf die Hochries gewandert.

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