Der Ausverkauf am 26. Juni 2026 wurde in erster Linie durch überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten (172.000 neue Stellen) und die daraus resultierende Angst vor anhaltend hohen Zinsen (dem „Higher for Longer“-Szenario) ausgelöst. Das traf vor allem den hoch bewerteten Technologiesektor hart, während andere Marktbereiche profitierten.
Die Tech-Korrektur: Günstiger, aber kein echtes „Deep Value“
Der Halbleiter-Index (SOX) stürzte am Freitag zeitweise um 10% ab. Ich spüre Sorgen vor Überbewertungen. Die massivsten Rücksetzer bei Einzelwerten waren:
- Marvell Technology: Verlust von über 14% in der vergangenen Woche.
- Micron Technology: Rückgang um rund 13% im Umfeld der Quartalszahlen. Doch die Aktie steht noch massiv im Plus. Sie ist eine der besten Aktien in den vergangenen Monaten.
- Broadcom: Minus von fast 8%, da die Prognosen für KI-Chips die extremen Markterwartungen nicht weiter übertrafen. Aber auch diese Aktie bleibt ein Dauerläufer. Doch die Luft entweicht seit Tagen.
- On Semiconductor: Nach der Ankündigung einer Großübernahme verlor der Chiphersteller 21%.
Auch nach diesen massiven Abstürzen sind diese Halbleiterwerte keine klassischen Deep-Value-Kandidaten. Wer wie ich eine konsequente Buy-and-Hold-Strategie verfolgt und auf langfristigen Kapitalzuwachs durch fundamentale Unterbewertung sowie verlässliche Dividenden setzt, wird hier oft noch enttäuscht.
Deep Value findest du in China (aber mit mehr Risiken)
Ein echtes Value-Niveau – wie etwa ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13,25, das du beispielsweise bei PDD Holdings findest – sucht man im KI-Hardware-Segment derzeit vergeblich. Die Bewertungen basieren weiterhin auf immensen Wachstumserwartungen, was diese Aktien bei hohen Zinsen sehr anfällig für Schwankungen macht. Ich mache jedenfalls in diesem Bereich keine neuen Investments. Mir ist der KI-Hype zu heiß.
Was allmählich interessant wird, ist meiner Ansicht nach dieses Trio: Netflix, Microsoft und Meta. Die Kurse kamen gewaltig unter Druck. Aber auch hier ist kein Deep Value zu erkennen. Doch sind die Bewertungen wieder auf einem „normalen“ vertretbaren Niveau. In Deutschland sind Aktien wie Eon oder RWE attraktiv meiner Meinung nach. Den Stromnetzbetreiber Eon habe ich selbst im Depot.
Warum Microsoft und Meta spannend sind, erkläre ich in diesem neuen Video aus Manhattan:
Also Deep Value finde ich einzig und alleine bei PDD Holdings… aha. Danke für den (überschaubaren) Tipp.
Das ist ein Beispiel. Deshalb steht das Wort “etwa” dort. Ich sehe Deep Value bei den Eierfarmern, das habe ich schon oft geschrieben: Cal Maine und Vital Farms.
Seit 20 Jahren suche ich KUV < 3, KBV < 3, Dividendenrendite > 3% und mildes Umsatzwachstum in letzten 10 Jahren. KGV brauche ich nicht mehr seit 20 Jahren. Aktie ist günstig auch bei KGV 1000 und KGV N/A, mit KUV 1 und KBV 1.
Günstig, käuflich und sympathisch sind für mich Aktien: Allianz, AT&T, BASF, BMW, BNP Paribas, Deutsche Telekom, Enbridge, Fortescue, Munich Re, Pfizer, Sanofi, Shell, Takeda Pharmaceutical.
Mich interessieren nur die Dividenden, weil ich niemals verkaufen will.
Schlimm ist aber Procter & Gamble = 2x überbewertet. Und Cisco Systems = 3x überbewertet. Ich kann sie so überbewertet nicht zukaufen.
Korrektur: Johnson & Johnson ist 2x überbewertet und nicht Procter & Gamble.
Extrem überbewertet sind: Airbnb, Alphabet, AMD, Apple, ASML, Broadcom, Cisco Systems, Coca-Cola, Corning, CrowdStrike Holdings, Eli Lilly, Ferrari, Hermes Inter., Intel, Intuitive Surgical, KLA, Lam Research, Marvell Technology, Mastercard, Meta Platforms, Micron Technology, Microsoft, Moody’s, Netflix, Nvidia, Oracle, Palantir, Robinhood Markets, Roblox, Sandisk, ServiceNow, Snowflake, SpaceX, Strategy, Tesla, Visa.
Das Who’s Who der besten Unternehmen der Welt. Klasse! Cooler Korb an Aktien. Aber wo ist Amazon?
Und wie sieht wohl die Rendite aus, wenn man all diese Unternehmen seit zehn Jahren hält?
Hi Sebastian,
ich nehme an, das hast dir schon einen Prompt für chatGPT/Gemini/Claude zur Aktienanalyse gebaut.
Was hältst du von einem Austausch hier darüber?
Hi Felix,
gestatte mir zunächst die Frage, mit welchem Felix ich hier spreche. Wir haben hier mehrere. Tesla?
Im letzten Sommer brauchte ich einen Schups, um meinen alten Buy and Hold Extreme-Weg zu verlassen. Zu viel Ballast aus Anfangstagen. Man muss im Leben immer wieder neue Wege gehen.
Mit verschiedenen KI (und gegenseitiger Befruchtung) habe ich über Monate an einem Master Framework gebastelt.
Hier hatte schon einmal ein Leser danach gefragt. Josef?
Ich lasse die KI anspruchsvolle Untersuchungen anstellen. Allerdings arbeite ich nicht mit der Frage: „Welche Aktien soll ich kaufen?“ Das geht völlig an der Sache vorbei.
Die KI sollte ein Sparringspartner sein, kein Tippgeber.
Wie sind deine Erfahrungen?
Tesla, ja – halte ich immer noch, und ich glaube, da kommen noch gute Tage.
Nein, ich frage KI auch nicht nach Aktientipps, aber ich lasse halt Aktien, welche mir über den Weg laufen und interessant erscheinen, mit Hilfe eines längeren Prompts bewerten, so dass ich einen ersten Anhaltspunkt habe, ob es sich lohnt, den Wert genauer anzuschauen.
Ich kaufe jetzt lieber Broadcom nach. Danke für Deinen Artikel.
Auch Micron wird noch länger laufen.( https://winfuture.de/news,159592.html )
Aber jeder muss seine Strategie verfolgen. Es führen mehrere Wege nach Rom.