Immer mehr Deutsche sind überschuldet


New York, 14. November 2018

Plunder kaufen. Wie sieht es mit Bürsten und einem neuen Fön aus, obwohl der alte noch geht? Schränke füllen. Der Konsument ist am Shoppen wie irre. Jedenfalls sind immer mehr Menschen überschuldet.


Die Deutschen sind Reise- und Konsumeuropameister. Sie sind sogar Weltmeister im Reisen. Das wird nie beklagt. Aber es wird gejammert, dass das Geld knapp ist. Man muss halt entscheiden, für was man sein Geld ausgibt. Dafür sind fast zehn Prozent der Deutschen überschuldet. Trotz guter Konjunktur können 6,7 Millionen Bürger ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Das ist irre. Die Verschuldung nimmt zu. Schulden zählen heutzutage zum guten Ton, so scheint es zumindest.

In Deutschland wird gleichzeitig oft geklagt, dass zu wenige Menschen sich eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus kaufen. Die Quote von Bürgern, die in den eigenen vier Wänden wohnen, ist eine der niedrigsten in Europa. Da muss man eben mal über den Konsum nachdenken. Über die Autos, die Mode, Restaurants, den Lifestyle.

Wer Immobilien erwerben will, sollte wie bei jeder anderen Anschaffung mit dem sparen anfangen. Erst wenn man genug Eigenkapital hat, erst dann kann sollte man kaufen. Richtig so.

Ich hab schon als Kind gelernt, du kaufst dir nichts, was du dir nicht leisten kannst. Du machst im Idealfall keine Schulden. Schon gar nicht Konsumschulden. Zur Miete wohnen oder ein gebrauchtes Auto fahren, ist keine Sünde. Was soll so großartig an einem neuen Auto oder einem Luxusreisekoffer sein, wenn das Girokonto tief im Minus ist?

Du lebst auch ohne Neuwagen sehr gut. Lieber schuldenfrei sein, als auf Pump zu leben. Das ist meine Einstellung. Woher wissen all die Leute, die sich heute enorm verschulden, wie ihr Job in 2, 3, 4 Jahren aussehen wird? Sie machen eine Wette auf die Zukunft, die sie selbst nicht voll steuern können. Scheidung, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Rezession… Es muss nur etwas davon passieren und das Kredit-Kartenhaus fällt in sich zusammen.

Meiner Meinung nach sind die meisten Menschen unfähig, die Börse zu verstehen. Sie kapieren den Zinseszins nicht. Noch nicht einmal einfachste Zinsmethoden können sie nachvollziehen.

Die Leute schließen neue Konsumkreditverträge ab und können schon heute kaum ihre Rechnungen pünktlich bezahlen. Die Kredite steigen. Der Konsum geht nach oben. Wo wird das noch enden, wenn in guten Zeiten bereits 10 Prozent der Bevölkerung pleite ist?

Die Deutschen mit ihren hohen Konsumschulden kommen mir so vor, als ob sie ihr Auto von einem Affen steuern lassen. Irgendwann knallt es. Sie sind sich dessen offenbar gar nicht bewusst:

Grundsätzlich gilt: Man sollte nur das machen, was man wirklich verstanden hat. Aber beim Konsum scheinen die Emotionen den Verstand einzunebeln. In den USA kannst du Kredite schon per Handy-App aufnehmen. Ein paar Klicks und fertig.

Was meine Leser machen: Sie investieren fleißig an der Börse (per ETFs, Aktien). Sie sparen. Sie sind vernünftig. Sie verbringen viel Zeit damit, um sich schlauer zu machen. Sie ziehen sich Blogs, Podcasts, YouTube, Bücher, Magazine rein, weil sie mehr lernen wollen. Sie sind inspiriert. Sie wollen lernen. Sie wollen sich verbessern. Sie entscheiden aufgrund ihres Wissens rational.

Sie verstehen, wie die Börse langfristig tickt. Sie wissen, wie eine Immobilienfinanzierung funktioniert. Sie kennen die Risiken von Schulden. Sie werden kaum über unliebsame Überraschungen jammern müssen, denn sie reduzieren die Risiken. Sie handeln vernünftig.

Nachdenken hat sich immer ausgezahlt. Ich schuf mir finanzielle Rücklagen. Dann begann die Freiheit für mich. Ich kaufte mit einem hohen Eigenkapitalanteil meine Wohnungen. Ich tilge fleißig die Hypotheken. Warum kann das vernünftige Verhalten in Finanzdingen nicht die gängige Praxis sein?

Klar ist der Konsum wichtig für steigende Aktienkurse. Ohne Konsum keine Investition, keine steigenden Börsen. Aber wenn die Leute pleite gehen, ist niemanden geholfen. Das ist wirklich schlecht für die Wirtschaft und die betroffenen Menschen. Es nutzt niemanden.

Shoppen: Wie sieht es mit Töpfen und Pfannen aus? Ständig kommen neue raus. Man kommt kaum nach beim Einkaufen, immer das neueste Modell zu haben.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Immer mehr Deutsche sind überschuldet

  1. Senfmeister

    Hi Tim, um es mit einem Satz aus der Vergangenheit zu sagen. Auch die Bauern wollen wie die Könige Leben.

  2. Penny

    @Tim

    Da gebe ich dir vollkommen Recht. Ein hohes Eigenkaptital beim Erwerb von Eigentum (Eigentumswohnung / Haus) ist immer besser. Ich hätte keine Lust bzw. Interesse daran, Jahrzente einen Kredit abzustottern.
    Wenn man noch recht jung ist, kann die Laufzeit sicher dementsprechend länger sein. Ein Eigenkapitalanteil von mindestens 20-30% halte ich dennoch für sinnvoll.

  3. Bruno

    @Senfmeister

    Wohnen im Schloss, fast gratis? Vieles ist möglich. Tim hat ja auch mal etwas ähnliches als Alternative für Urlaub (Haussitting) geschrieben. Aber für viele muss es eben immer das 5-Sternehotel mit Buttler an den möglichst exotischen Orten sein, auch wenn es oft in der Nähe günstige und genauso tolle Möglichkeiten gibt. Die oft günstigen Flüge verleiten eben viele, dann bei der Hotelwahl und Shopping etc. so richtig auf den Putz zu hauen, man gönnt sich ja sonst nichts.

    https://www.20min.ch/living/reportagen/story/Hauswaechter-beschuetzen-leerstehende-Haeuser-27289643

     

    Machts doch wie Henry und Baloo, geht mehr wandern!

    https://www.instagram.com/henrythecoloradodog/?hl=de

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Bruno

    du kannst auch “Work and Travel” machen. Dann kriegst du den Urlaub sozusagen geschenkt. Du wirst globaler. Gerade wer jung ist, für den bietet sich das an:

    https://www.interexchange.org/work-travel/

    Kultur- und Sprachkenntnisse kommen dazu, die man lernen kann.

    @ Penny

    Genau! Vernünftig zu sein ist immer gut. Dann kannst du besser schlafen. Und du hast am Ende des Tages mehr Geld gespart.

    @ Senfmeister

    Konsum ist in Ordnung. Solange es nicht übertrieben wird. Ich bin lieber sparsam und hab dafür mehr Freiheiten.

  5. Christian H.Christian H.

    Bruno,

    Henry und Baloo sind spitze! Wir nehmen ja auch unsere Katze mit in den Urlaub, aber sie würde nie so vollkommen cool auf einem unserer Hunde sitzen.

  6. Bruno

    @Christian H.

    Meine Eltern hatten auch mal so ein Paar, die Katze hat immer am Bauch des Hundes geschlafen. Aber auf dem Kopf des Hundes oder auf dem Rücken ist schon was besonderes.

  7. RalfRutke

    Hallo Tim,

    mal wieder ein Top Artikel!
    Nur leider erinnert er mich an einen schwarzen Punkt in meinem Leben, der nicht lange genug her ist. 2016 habe ich entdeckt, dass meine damalige Freundin verschuldet war. An ihrem Lebensstil konnte ich das nicht erkennen. Ich weiß bis heute nicht, wie sie sich da dermaßen reinreiten konnte. Keine teure Wohnung, kein Auto, keine Reisen, nichts.

    Naja, blöd wie ich war habe ich versucht ihr zu helfen. Wir haben die Finanzen analysiert und nichts gefunden. Also hab ich all Ihre Schulden bezahlt. (Zum Glück mit einem Privatdarlehensvertrag). Drei Monate später war sie wieder genau gleich hoch verschuldet. Für mich unerklärlich, sie konnte (oder eher wollte) es mir auch nicht erklären. Weitere zwei Monate später ging die Beziehung in die Brüche. Auf das Geld warte ich heute noch …

    Mir war das eine Lehre, ich lebte bis dahin mit nur wenigen Rücklagen, welche auch zu 75% durch die Tilgung ihrer Schulden in Rauch auf gegangen ist. Seit dem Spare ich. Unter den letzten Beiträgen habe ich schon teilweise davon erzählt. Dieses Jahr habe ich eine durchschnittliche Sparrate von (mittlerweile) 23%. Nächstes jahr will ich noch höher gehen.

    Lange Rede, fast kein Sinn. Ich weiß nicht ob viele Menschen es wirklich nicht merken, dass sie sich verschulden aufgrund fehlender (Finanz-) Bildung, oder ob sie sich das alle schön reden. Auch wenn es schon zu spät ist.

    Ich verstehe es einfach nicht, genauso wenig wie auch du. Wir machen es zum Glück alle richtig.

    Einen gewissen Grad an Konsum unterstütze ich auch. Ich war letzte woche im Urlaub, gönne mir auch hin und wieder ein nettes Essen mit Freunden oder lebe in einer größeren Wohnung als ich müsste.

    Aber ich gönne mir das bewusst und das ist, glaube ich, der springende Punkt!

    Und während ich dieses Buch hier schreibe … 😀

  8. Thorsten

    Und die Deutschen trennen nicht nur den Konsummüll wie verrrückt, sie erzeugen auch am meisten Müll in der EU.  Die Mülltrennung als Gewissensbetäubung des sinnentleerten unverantwortlichen Einkaufs ?

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/abfall-in-deutschland-die-muellberge-wachsen-weiter-15548309.html

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/muell-deutsche-produzieren-mehr-abfall-als-die-meisten-europaeer-a-1040252.html

    https://www.zdf.de/dokumentation/3sat-dokus/muell-meister-deutschland-100.html

    Ich war heute beim Biodiscounter und habe Erdnüsse lose (im wiederverwendbaren Gemüsnetz abgefüllt) und eine Bambuszahnbürste gekauft. Fast alles ist in Plastik verpackt und das passiert einem in einer der größten Bioketten in Deutschalnds. So bleibt mir nur wieder das Rad zu nehmen, quer durch die halbe Stadt, um in einem Umverpacktladen Müsli und anderes zu kaufen. Hoffentlich ändert es sich schnell, wir Konsumenten haben die Macht, nicht vergessen.

     

  9. RalfRutke

    @Thorsten

    ohja, da sprichst du was an.
    Bei mir im Rewe um die Ecke ist das komplette Bio-Gemüse einzeln oder teilweise m 3er Pack eingeschweißt. Das „normale“ Gemüse, meist vom Bauer aus der Region dagegen ist lose erhältlich.

    Wenigstens hat Rewe schon die Plastikbeutel abgeschafft und bietet auch beim Gemüse ein wiederverwendbares Gemüsenetz an.
    Ich nehme mein Gemüse immer lose und ohne Netz 🙂

  10. Olly Wood

    @ thorsten

    wie wahr… das mit dem (Verpackungs)Müll, grade auch in Bioläden, ist teilweise unfassbar… „lustig“ finde ich es auch, wenn du vor dem (trendigen) Hofladen dein Rad nicht mehr abstellen kannst weil alles voll steht mir Geländewagen und die LOHAS jedes einzelne Stück Obst in eine eigene kleine Plastiktüte abpacken…

  11. Wohnung mit Domblick

    Konsumanreize sind überall immer reichlich vorhanden. Im TV alle 10 Minuten 10 Minuten Werbung. Unerträglich. Dass ich mein Amazon-Konto gelöscht hab war gut. Auch da überall Kaufanreize. Statt dessen sollten wir besser lernen, das haben zu wollen, was wir schon besitzen, und das auch wertschätzen. Ich gehe am Samstag Mittag gerne in den Wald. Da habe ich dann Ruhe, weil die ganzen Konsumclowns dann shoppen sind.

     

  12. June

    @RalfRutke,

    das ist komisch, dass deine Ex-Freundin anscheinend so wenig ausgibt und nach ein paar Monaten wieder gleich hoch verschuldet war. Durftest du denn ihre  Kontoauszüge sehen? In dieser Situation sollte man ehrlich zum Partner sein. Meist kommen dann große Probleme zum Vorschein.

    Geld ausleihen, das man selbst nicht hat, ist aber auch eine harte Sache. Hat sie dir wenigstens Sicherheiten gegeben?

    @Müll,

    wir haben im Sommerurlaub im letzten Jahr an der Nordsee, in einem Bioladen kleine grüne Netze für unser Gemüse gekauft. Seitdem sind wir an dieser Stelle Plastikfrei.

    @Pedelc,

    kann man so ein Fahrrad eigentlich irgendwo ausleihen, ähnlich wie einen Mietwagen? Bevor ich mir nämlich so ein Ding anschaffen würde, würde ich es gerne erstmal testen, ob es was für mich ist. Ihr Jungs würdet ja meine 12 Kilometer ins Büro einarmig und einbeinig auf den linken Popobacke radeln. Ich finde es aber ganz schön weit und auch noch sehr hügelig.

    Take care,

    June

  13. RalfRutke

    @June

    ja, komisch war es. Ein teil davon, den vermutlich relevanten Teil hatte sie „irgendwo“ hingelegt. Im Nachhinein weiß ich jetzt natürlich, wie blöd ich doch war. Dieser Meinung war ich auch, aber anscheinend war Sie nicht ehrlich. Und das große Problem war dann auch da, damit schlägt sich aber nun ihr Verlobter rum 😛
    Sicherheiten, außer den Vertrag gab es keine, die dem Wert auch nur annähernd entsprachen. Ich wiederhole mich, wenn ich betone wie engstirnig ich in der Situation doch war.

    E-Bikes kann man ausleihen, da gibt es sicherlich auch was in deiner Nähe.
    Wenn du S-Pedelecs meinst, davon würde ich für diese „kurze“ Distanz abraten. Nach spätestens einem Jahr training, fährst du das eh ohne Unterstützung.

  14. Thorsten

    @RalfRutke  das Gemüsenetz ist in der Tat von Rewe, meine Frau hat es mir aufs Auge gedrückt, es war ja ein Doppelpack und sie war schneller als ich 😉 . Die Biokette  bietet es sogar im Viererpack an und der Kassenzettel beim weist artig 8g Tara auf.

    @Wohnung mit Domblick TV ist bei uns seit Jahren aus, die Kinder interessiert es gar seitdem sie mit dem PC umgehen können. Nur im Internet wird man trotz Blocker auch mit Werbung belästigt.

  15. KievKiev

    @ June

    Hier kannst Du vielleicht ein ganz großes Modell testen:

    https://www.lastenrad-stuttgart.de

    Es gibt oft kostenlose Initiativen in Großstädten. Suche einmal bei google bei Dir in det Nähe.

    Wenn Du mit einem Lastenrad zurecht kommst, sollte ein normales kein Problem bereiten. Ich hatte einmal eins geliehen und viel Spaß mit den Kids.

  16. Eckheimer

    Schöner Artikel!

    Ich komme auch aus ärmlichen Familienverhältnissen und bin froh ein sparsames Leben und Handeln vermittelt bekommen zu haben. Diese Konsum- und Kaufrauschlust geht an mir total vorbei. Verstehe die Leute / Kollegen nicht die sagen, dass das Geld schon wieder alle ist, obwohl erst die Gehaltszahlung eine Woche her ist.

    Es ist schon eine Weile her, da sah ich auf Youtube einen älteren Herren über Geld sprechen. Er meinte, dass für ihn Geld Lebenszeit ist. Also man Investiert sein Leben in Form von Arbeitszait und erhält dafür eine entsprechendes Entgelt. Da wies er auch darauf hin, dass einem das eigene Leben auch was Wert sein sollte. (Ergo nicht zu billig verkaufen oder Dumpinglöhnen arbeiten)

    Er ging immer an die Sache mit dem Gedankengang ran : “ Möchte ich jetzt für Produkt X wirklich Y Wochen/Monate/Jahre meiner Lebenszeit ausgeben.

    Z.B. ein Auto kostet 10.000€ und ich habe 1.000€ Pro Monat übrig. „Möchte ich 10 Monate meines Lebens für dieses Auto ausgeben? „. Das wäre dann die Frage die er sich selbst stellt.

    Ich fand den Gedankengang echt interessant und habe den auch so mitgenommen.

    Schöne Grüße

  17. Wohnung mit Domblick

    @Thorsten, für mein Heimnetz habe ich eine Bastellösung gegen Werbung und Datenkraken, nennt sich Pi-Hole

    https://datenschutz.ekd.de/2018/04/12/pi-hole-ein-erfahrungsbericht/

    Läuft bei mir schon ein Jahr und völlig problemlos.

    TV – Sendungen zeichne ich immer erst auf Festplatte auf bevor ich sie gucke. Dann kann ich die Werbung überspringen. Manches wird auch ungesehen wieder gelöscht. Ich gucke eigentlich zu viel… möchte aber irgendwann am Abend auch einfach mal verblöden dürfen.

    @Pedelec: 12km und hügelig sind auf Dauer schon eine Belastung. Nach vielen langen Radtouren und vielen Jahren sportlichen Fahrens sind meine Knie so durch, dass ich über die Unterstützung froh bin. Testen würde ich es bei einem Händler. Es ist nicht kompliziert, Technik, die Spass macht. Ich hab mein Alltagsrad selber umgerüstet. Das ist auch ein Lastenrad.

    @Konsum: Zum Umgang mit Konsum lernt man viel bei MMM, z.B.:

    https://www.mrmoneymustache.com/2018/04/10/hacking-hedonic-adaptation/

    Oder auch diese Perspektive:

    https://www.mrmoneymustache.com/2011/10/02/what-is-stoicism-and-how-can-it-turn-your-life-to-solid-gold/

     

  18. ThorstenThorsten

    Da ich gerade offline eine kurze Diskussion darüber hatte… Vielleicht ist es hilfreich nochmal klar zu differenzieren:

    Die Studie mit den knapp 10% spricht von ÜBERschuldet, also wie von Tim auch geschrieben, die nicht mehr ihre Verbindlichkeiten zahlen können.

    Abzugrenzen von zB dem „normalen“ Hauskäufer, der zwar VERschuldet ist, weil ein Kredit läuft, den aber noch regelmäßig bedienen kann.

  19. Thorsten

    @Wohnung mit Domblick,  pi-hole , danke für den Tipp. Das hört sich vielversprechend an. Jetzt muss ich mich mal bzgl. Raspberry Pi schlau machen…

  20. KievKiev

    @ Wohnung mit Domblick

    Danke für den Tipp. Das werde ich mir auch ansehen. So etwas steht schon lange auf meiner Todo Liste. Sehe ich es richtig, dass es hiermit keine Probleme mit der Anzeige von Webseiten gibt? Bei Add Blockern erscheint manchmal eine Meldung, dass man ihn abschalten muss. Erst dann kann man die Seite anzeigen. Das wäre bei Pi Hole nicht so einfach möglich. Ansonsten finde ich es sehr gut, dass das ganze Netz geblockt wird. Meine Kinder kommen langsam in ein Alter, dass sie vielleicht das ein oder andere Spiel mit (Werbung und sonstigem Mist) spielen möchten.

  21. Olly Wood

    @ Thorsten

    ja die sind gut die Dinger, in Kombination mit einem Einkaufskörbchen bist du  Plastik frei. Die Beutel gibt‘s auch noch mal in einer leinen Version für Brot etc. allerbings haben die sich bei mir im „Workflow“ nicht wirklich durchsetzen können. Für sonstiges verwende ich gerne Gurken Gläser. Die Nutze ich zum einen zu Hause für Nüsse etc. aber auch zum einfrieren, als „Tupperdosen“ Ersatz im Kühlschrank und nehme sie mit in den Laden für Oliven, Feta, etc. funktioniert auch sehr gut.

    @ All

    Ich hätte mal eine Frage an euch, wo in dem Treat ja über Müllvermeidung / Ressourcen Schonung gesprochen wird… Wie steht ihr denn beim investieren in Aktien / Unternehmen zu deren Umweltverhalten oder die Auswirkungen derer Produkte auf die Umwelt bzw. zu dem zum Erfolg des Investments  nötigen Wachstums, welches  ja nicht wirklich Umwelt schonend ist bzw. zwangsläufig Ressourcen kostet ?

  22. Felix

    Nicht zu vergessen, wir haben einen Sozialstaat mit sozialistischen Tendenzen. Hartz lV soll abgeschafft und durch ein bedingungsloses Grundeinkommen ersetzt werden, damit die Bezieher (also die Langzeitarbeitslosen bei brummender Kunjunktur und leergefegten Arbeitsmarkt) nicht länger von der Arbeitagentur gegängelt werden können, einen Job anzunehmen. Da wird es doch auch den Schuldern gelingen, wenn sie sich organisieren, dass der Staat Ihr Kredite ablöst.

  23. Mainliner

    @ June

    benutze auch ein Pedelec, seit 2 Monaten. Ich fahre damit ca. 16 km ein Weg zur Arbeit. Es macht jede Menge Spaß. Ein tolles Gefühl morgens durch den Wald zu starten. Gerade jetzt im November, wo es so voll ist auf den Strassen. Vorher bin ich 0 km Fahrrad gefahren und habe jede Strecke mit dem Auto zurückgelegt.

    Sehe das Pedelec als Auto ersatz an, da du locker mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24km/h fahren kannst. Es gibt sogar Fahrrad Navigation (www.komoot.de) die super funktioniert.

    Klar ist ein pedelec teuer aber man kann damit sehr viel Sprit sparen und nach und nach die Anschaffung wieder herausradeln 🙂

     

  24. sammy

    Ich wohne ganz bewusst zur Miete, auch wenn ich mir Eigentum leisten kann. Bei den inflationären Immobilienpreisen wäre es doch verrückt zu kaufen.

  25. Der BaumDer Baum

    Komm leider aktuell nicht oft zum Scheiben:

    @ June,

    frag einfach mal bei deinem örtlichen Fahrradhändler nach. So hab ich mir meins ausgesucht. Einfach ein paar Tage ausleihen.

    Ich kann zudem nur sagen, bei uns im Bekanntenkreis gibt es viele intensive Radfahrer. Am Anfang waren alle skeptisch bzgl. E-Bikes (Omarad etc.), mittlerweile will es keiner mehr missen. Und das schön ist, heute fahren sogar einige Leute Rad, die das vorher nie gemacht hätten.

    Und die ambitionierten sind auch glücklich weil Sie den Singletrail (Abfahrt im Gelände) auch gleich nochmal machen können wenn sie Lust haben (einfach kurz den Berg vom Bike hochziehen lassen) ?.

    Ich bin absolut überzeugt. In Kombination mit meinem Radanhänger transportiere ich damit auch so einiges.

    @ Konsum, Sparsamkeit: Morgen schlepp ich meinen 28 Jahre alten Opel zum TÜV, mal sehen ob er durch kommt. Wenn nicht sind ab Januar ca. 500 € mehr in der Tasche – bin zum Glück nicht darauf angewiesen.

    Grüße Baum

  26. Wohnung mit Domblick

    @Pi-Hole, -Off Topic-, daher kurz: Einige Webseiten prüfen, ob ihre Scripte ausgeführt werden, und wenn nicht, sperren sie alles Andere auch, oder ersetzen die geblockten Inhalte durch ‚disziplinierende‘ Inhalte z.B. extrem flackernde Bilder. Muss man solche Seiten wirklich öffnen? Ich kann auch verzichten.  Spiegel.de ist so ein Fall.

    In solchen Fällen ist Pi-Hole und Adblocker kein Unterschied. Aber ansonsten läuft es mit dem Pi-Hole besser, einfach unbemerkt im Hintergrund.

    -Ende Off Topic-

    @Der Baum, da ich noch nie ein Auto besessen habe, erschrecke ich bei 500 Euro im Monat, zumal, wenn Du nicht drauf angewiesen bist. Puh!

    @sammy, stimmt, im Handelsblatt wurde die aktuelle Generation der potentiellen Immobilienkäufer schon als verlorene Generation bezeichnet:

    https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-junge-menschen-sind-die-verlorene-generation-auf-dem-wohnungsmarkt/23588122.html

     

     

  27. 42sucht21

    @Überschuldung

    Es gibt natürlich einige die sich durch falsches Konsumverhalten (=mangelnde wirtschaftliche Bildung) überschulden.

    Ich denke aber, dass die Mehrzahl der Erwachsenen durch Änderung der Lebensumstände in die Überschuldung gerät. Also, nicht einkalkulierte Änderung der Lebensumstände wie Verlust / Trennung des Lebenspartners, alleinerziehend mit Kindern, Arbeitslosigkeit, Unfall, Behinderung, längere Krankheit usw. Da würde bei einigen Punkten wirtschaftliche Bildung und dann langfristige Vorsorge natürlich auch helfen – aber bei weitem nicht in allen Fällen, also zB: Wer erzieht die Kinder und wer arbeitet weniger?

     

    @RalfRutke

    Danke für den Buch-Beitrag 😉

    Solche authentischen Berichte tragen für mich zum Reiz dieses Blogs bei.

     

    @sammy

    Verrückt? Kann man das Argument nicht auch anders herum nutzen? Wenn ich (die nächsten 10 Jahre grob mein Lebensweg einschätzen kann und) mir in guter Lage,Lage, Lage eine Wohnung leisten kann, dann kaufe ich und freue mich bei inflationären Preisen und falls die Preise doch runtergehen, dann wohne ich ja immer noch in meine schönen Immo. Es ist ja vermutlich auch so, dass bei fallenden Immobilienpreisen auch die anderen Assetklassen fallen.

  28. ThomasH

    Bei mir im Rewe um die Ecke ist das komplette Bio-Gemüse einzeln oder teilweise m 3er Pack eingeschweißt. Das „normale“ Gemüse, meist vom Bauer aus der Region dagegen ist lose erhältlich.

    Das wird glaube ich so gemacht, damit man an der Kasse unterscheiden kann, was Bio und was Nicht-Bio ist. Unterschiedliche Preise eben, alles lose geht da nicht. Ein Laden, bei dem es nur Bio gibt, muss nichts verpacken.

  29. Thorsten

    @off topic DNS / PI

    wer kein Pi-Hole einsetzen mag (ich werde es tun) kann wenigstens die DNS-Server des Providers abklemmen. Es gab schon Fälle von Zensur, wo der Provider IP-Adresen gesperrt hat und man nicht zugreifen konnte. Bei der Fritz-Box z.B einfach unter Internet->Zugangsdaten->DNS-Server die alternativen DNS-Server eintragen (maximal 2).

    Hier sind  Alternativen :

    https://digitalcourage.de/support/zensurfreier-dns-server

    oder Cloudflare https://1.1.1.1/

    Hier noch was vom Chaos-Computerclub dazu :https://www.ccc.de/de/censorship/dns-howto

     

  30. Daniel

    Zu Pi-Hole,

    ich werde es die Tage mal auf einem Pi-Zero testen der von der Geschwindigkeit in etwa dem Raspberry 1 entspricht. Ich denke nämlich dass mein jetziger 3b+ da etwas Perlen vor die Säue ist, und der Zero nimmt mit 0,5W – 1Watt auch deutlich weniger Strom auf.

    Der reine WLAN Betrieb sollte auch kein Hindernis sein, ich habe minimale Latenzen die auch den entfernten Google DNS Server im Netz entsprechen.

    Wichtig aber an dieser Stelle, Pi-Hole ist kein Malware und kein Ad-Bloc und Virenersatz. Pi-Hole sperrt lediglich DNS Anfragen. Es kann daher auch zu falschen Darstellungen der Seiten kommen, da ehemalige Werbebereiche dann einfach mit leeren weißen Flächen gefüllt sind. Der Ad-Blocker sollte daher weiterlaufen, da diese meist noch etwas intelligenter sind und die Seitendarstellung anpassen. Auch ein Anti-Malware und Virenprogramm sollte stets mitlaufen.

  31. Nico Meier

    In der Schweiz haben wit die AHV als staatliche Rente sowie die Pensionskasse die ebenfalls obligatorische Betriebsrente in die jeder ab 25 Jahren zusammen mit dem Arbeitgeber einzahlen muss. Nun gibt es die Möglichkeit Geld aus dieser 2.Säule zu nehmen um damit Wohneigentum zu erwerben bzw. Eigenkapital dafür zu haben. Ich stelle nun fest, dass es viele Menschen gibt, die diese Möglichkeit nutzen. Diese Möglichkeit birg aber die Gefahr, dass durch das entnommene Kapital die spätere Rente einiges tiefer ausfällt, weil Kapital dort fehlt und auch nicht verzinst werden kann.

  32. Der BaumDer Baum

    @ Wohnung mit Domblick,

    sorry das war Missverständlich. 500 € im Jahr (350 € Haftpflicht und 150 € Steuern).

    Ich hab das Auto letztes Jahr von meiner Oma übernommen, weil sie altersbedingt aufgehört hat zu fahren. Sie hat es nach 28 Jahren nicht übers Herz gebracht es zu verkaufen/verschrotten. Dann hab ich es jetz noch ein bisschen gefahren, ihr zu liebe.

    Grüßle Baum

  33. Kia

    „im Handelsblatt wurde die aktuelle Generation der potentiellen Immobilienkäufer schon als verlorene Generation bezeichnet“

    Das macht mir ja Hoffnung! Ich versuche seit Tagen eine Finanzierung für eine ZV zu bekommen. Da sagt einer der Finanzberater am Telefon: „Machen sie sich darauf gefasst, sie sitzen da drin und das Ding geht durch die Decke!“

    Ich habe ihn nicht mitgeteilt, dass ich nicht ansatzweise den Verkehrswert bieten wollte, weil ich den für exorbitant hoch halte. Aber ich bin was Immos betrifft wohl von vorgestern oder vorvorgestern. Ich fasse das alles einfach nicht mehr!

     

  34. Nicht-ITler

    Ich möchte ganz kurz eine Frage an @Daniel oder die anderen IT Bewanderten stellen: welchen Virenscanner könnt ihr empfehlen? Ich nutze Bitdefender, ist der OK?

  35. Thorsten

    @Kia das liegt daran…

    dass die Gehälter nicht genug gestiegen sind
    die Steuern und Abgaben kontinuierlich steigen und somit netto weniger übrigbleibt, nach Kaufkraftbetrachtung jedes Jahr ein Minus
    Immos 20 Jahre lang unterbewertet waren (80er bis 200x)
    Bauvorschriften verschärft wurden
    über Jahrzehnte Bauland von Gemeinden künstlich verknappt wurde
    Zuzug aus anderen Ländern
    Zuzug aus ländlichen Gebieten
    Der einzelne Mensch mehr Wohnfläche verlangt (über 40 qm pro Mensch)
    Kostensteigerung von Treibstoff Pendeln verteuerte
    Ballungsgebiete die Menschen anzieht  (Bildung, Ärzte, Kultur,…)

    Eigentum wird weiter teurer werden und zwar um die Metropolen herum beschleunigt,  in den Metropolen sind Grenzen durch Einkommen erreicht. Niedrigere Einkommen werden an die Peripherie verdrängt. Die Erbengeneration kann höhere Preise zahlen. Mietwohnungen in zentraler Lage werden zunehmend zu Eigentumswohnungen.

    Zum Verkehrswert wohl nur auf dem Land…
     

  36. Nico Meier

    @Thorsten

    Die bewohnte Wohnfläche hat sich in den letzten 30 Jahren von 25qm pro Person auf 49qm pro Person fast verdoppelt!

    Die heute neu gebauten Mietwohnungen sind einiges grösser als die Mietwohnungen aus den 70er oder 80er Jahren, deweiteren verfügen neue Mietwohnungen in der Regel über eine zweite Nasszelle, was die Baukosten und damit die Mietpreise weiter verteuert!

    Man kann nich immer weiter die Ansprüche in die Höhe schrauben und sich danach beschweren die Mieten wären nicht mehr bezahlbar!

  37. Wohnung mit Domblick

    Zusätzlich gibt es auch immer mehr Singlehaushalte in den Städten und kaum Wohnungsangebot unter 50-60qm. Neu gebaut werden Legebatterien für junge Familien. Auch deshalb steigt vermutlich der Flächenbedarf pro Mensch. Meine zentrumnahen 50qm werden mal als Luxus angesehen, wie schon in den 1990ern die 130qm Wohnung der 90-jährigen Witwe… Alles wird nachverdichtet.

     

  38. 42sucht21

    @Kia
    Ich weiss ja nicht wo die Immobilie ist, aber wenn Sie im Jahr 2018 in einer Stadt oder Metropolregion bei einer ZV nicht mal den VW bieten, dann werden Sie im besten Fall ausgelacht. Ich würde trotzdem hingehen und mir das kurze Spektakel mal anschauen. Unglaublich was da zur Zeit abgeht.
    Bei mir in der Nachbarschaft: Neubau, sehr gut ausgestatteter Wohnungen in mehreren Mehrfamilienhäuser. 2011 mit Preisen bei 2.700€ – 3.400€ /m2.  Die Leute haben widerwillig gekauft weil die Preise bereits so gestiegen waren und viele meinten es könnte eine Immobilienblase sein und nicht viel höher gehen. Ende 2018 sind wir bei gleicher Qualität Neubau nun bei 5.500 €/m2 angekommen – ohne NK. Mit Feldrandlage bei 7.500€ und die Interessenten bieten sich hoch. Pro Wohnung 3-8 Kaufzusagen. So hat es sich entwickelt. KPF teils bei 38. Das Geld ist bei vielen einfach vorhanden. Ob die Preise in guten Lagen wirklich merklich sinken wenn die Zinsen steigen? Ich glaube eher nicht.

    Mietpreise bei Neuvermietung für ordentliche aber „normale“ Wohnungen bei uns 13€ – 17€ /m2.

    Das was @Thorsten

    oben als Gründe aufführt würde ich genau so unterschreiben. Zusätzlich kommt bei uns noch das internationale Kapital hinzu. ca. 20% der Käufer sind aus den arabischen Staaten und vor allem Chinesen welche sich über die günstigen Preise bei super Bauqualität und die wahnsinnig günstigen Finanzierungen freuen, und das in einem super sicheren und tollen Rechtsstaat und die Chinesen können gleichzeitig noch einen Teil ihres Geldes aus China heraus diversifizieren für den Fall eines Falles. ‚Man‘ kauft zur Investition nicht mehr unbedingt in NY oder London. Damit konkurriert dann die lokale Familie welche sich eine ETW zulegen möchte.

  39. Oliver

    Ich bin sicher weit weg davon, ein großer Immobilienspezialist zu sein. Trotz allem bekommt man die vielen Berichterstattungen mit exorbitant angezogene Preisen gerade in den großen Städten, starken Wirtschaftsgebieten und auch mittelgroßen Städten mit. Ich denke zwar auch nicht, dass die alten niedrigen Preiszeiten wieder kommen, aber wenn ich mir hier (und nicht nur hier) so einige Kommentare anschaue, dann gibt es schon Zeichen, dass so manches überhitzt ist.

    Vor drei Jahren saß mir bei einer Beerdigung ein junger Bursche von etwa 25 Jahren gegenüber, der gerade aus Baden-Württemberg hergezogen ist. Seine Freundin möchte unbedingt ein Haus und da er aus dem Häuslebau-Bundesland ist, hat er sich natürlich schon mal umgeschaut. Damals kostete eine passable Hütte im Münchner Osten etwa 750-800k, heute wird es wahrscheinlich teurer sein. Ich weiß ja, was so ein Anfänger im Berufsleben in der Firma so verdient (nicht schlecht, aber bei weitem nicht gut genug für ein Objekt dieser Größenordnung) und selbst, wenn seine Freundin immer fleißig mitarbeitet und zahlt, sind sie aus der Nummer die nächsten 30 Jahre aller Voraussicht nicht raus.

    So geht es ganz vielen und die Leute lassen sich durch die niedrigen Zinsen blenden. Selbst mit hohen Zinsfestsetzungslaufzeiten ist das ein heißer Ritt, bei dem nicht viel schief gehen darf. Und hier möchte ich mal einhaken: Die 20% Eigenkapital (falls der Käufer die überhaupt hat) sind bei einer Zwangsversteigerung weg. Meist bleiben zusätzlich viele Schulden. Vor kurzem habe ich im Spiegel ein Artikel über Baupfusch aufgrund der großen Baunachfrage und mangelnden Handwerkern gelesen. Wenn dir sowas passiert, dann gehörst Du der Katze. Ich wär der geeignetste Kandidat, dass so eine Baufirma mich hinter die Fichte führen kann. Und ich schätze, bei 80% der Käufer ist es genau ähnlich.

    Aber Baupfusch gibt’s natürlich auch in den schwachen Zeiten, nur vielleicht nicht ganz so häufig wie in der heutigen angespannten Lage.

    Als Vermietobjekte würde ich es mir nicht nur aufgrund der sehr stark gestiegenen Preise überlegen, in so etwas einzusteigen. Unsere lieben Politiker schränken die Rechte der Vermieter immer mehr ein, sogar in die Preisfindung. Wenn man einen ekelhaften Mieter hat, kann der einem das Leben ganz legal zur Hölle machen. Auch die Steuertendenzen sind eher negativ. Und wenn man dann so viele Jahre braucht, bis das Geld aus dem Mietobjekt wieder draußen ist, dann ist das weit weg von hochrentierlich. Das einzige was bleibt, sind die Wertsteigerungen, die sehr lukrativ sein können. Die Chinesen sind da etwas rigoroser: Die lassen ihre Wohnung einfach leer stehen. Wird nichts abgewohnt und kann man fast wie neu verkaufen. Nur in China scheint es mit den Immos seid letztem Jahr nicht mehr ganz so toll zu laufen. Die Preise sind auf dem absteigenden Ast und es gibt schon viele, die die Wohnung auf Kredit gekauft haben, die sehr jammern und nach dem Staat verlangen, der doch bitte sorgen möge, dass die Preise wieder anziehen. Sehr verwegen.

    Wenn ich das z.B. mit der Bewertung der Aktien vergleiche, kaufe ich diese also mit einem KGV von knapp 40. Das zahle ich doch nur, wenn das Unternehmen sich sehr stark entwickelt, z.B. Umsatz plus 40 – x% und entsprechender höherer Gewinn mit daraus resultierenden stark steigenden Dividenden. Wenn ich die Parameter also vergleiche, empfinde ich das Immobiliengeschäft als sehr risikoreich. Und da sind noch nicht mal die ganzen bekannten persönlichen Risiken dabei, auf die ich gar nicht eingehen möchte.

    Mir hört sich das alles viel zu euphorisch an. Wenn sich z.B. die Tendenz der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung fortsetzt und die Leute anfangen, ihre Jobs zu verlieren oder Kurzarbeit machen zu müssen, dann ist es mit den Mietsteigerungen ganz schnell vorbei. Wir haben trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre keine so großen Lohnsteigerungen erlebt, wie sich manche ihre Mietsteigerungen schönrechnen wollen. Das wird auf Dauer trotz Chinesen nicht gut gehen. Zum anderen sind schon Gespräche in der Politik, große Gesellschaften und Ausländer zu enteignen, um diese Entwicklung einzudämmen. Da wir immer mehr in Richtung grün gehen, würde ich das nicht unterschätzen.

    Nehmen wir mal Tims Artikel mit den 10%, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können. Die meisten von denen leben in einer günstigen Wohnung, da mehr nicht drin ist. Weitere 30% können zwar ihre Rechnungen bezahlen, haben aber so gut wie nichts. Größere Mietsteigerungen für diese Personengruppe kann man sich abschminken, da die von Monat zu Monat leben und das Geld so gerade reicht. Die oberen 10% können sich fast alles leisten und werden zu einem sehr hohen Prozentsatz nicht zur Miete wohnen. Jetzt haben wir noch die fehlenden 50%  und davon sind nicht wenige in der eigenen Immobilie und vom Rest können sich einige teure Mietwohnungen leisten und andere nicht. Das heißt, der Markt für teure Mietwohnungen, die lukrativ sind, ist nicht so groß wie viele das sich wünschen.

    Von daher sind mir die Meldungen, dass es in den nächsten Jahren so unbeirrbar weiter stark steigen wird etwas mutig formuliert. Spätestens wenn dann die Preise so hoch sind, dass meine Ururenkel in 120 Jahren sich freuen können, dass die Butze endlich durch Mieteinnahmen finanziert ist, setzt vielleicht logisches Denken ein. Andererseits kann ich Mut machen: In Taiwan sieht die normale Wohnungsfinanzierung so aus, dass der Opa die Wohnung kauft und anfängt, abzuzahlen. Dem Enkel gehört dann die Wohnung, weil er schafft es dann, den letzten Teil des Kredits abzuzahlen. Vielleicht kommen wir ja noch dahin? Die Zukunft wird’s zeigen.

    Grüße Oliver

  40. Daniel

    @Nicht-ITlerIch möchte ganz kurz eine Frage an @Daniel oder die anderen IT Bewanderten stellen: welchen Virenscanner könnt ihr empfehlen? Ich nutze Bitdefender, ist der OK?

    Bitdefender finde ich, allen Unkenrufen zum Trotz relativ gut, da die Signaturupdates ganz normal über die Windows Updates kommen, das Programm relativ wenig Fehlmeldungen produziert, kostenlos ist und relativ recourcenschonend.

    Neben Bitdefender läuft bei mir noch Malwarebytes Anti-Malware im Hintergrund. Vor ein paar Jahren konnte man noch eine lebenslange Pro-Version für 3-4 Euro kaufen, ich weiss nicht ob es das noch bei ebay gibt. Der überwacht verdächte Webseiten in Echtzeit und blockt diese wenn die etwas ausführen wollen was abnormal ist. Sowas finde ich heutzutage schon fast wichtiger, denn die Gefahr schleicht sich heute meist über irgendwelche komischen Webseites ein. Früher waren es tatsächlich eher diese Datenträger auf denen irgendwelche EXE Dateien lagen.

  41. RalfRutke

    @42such21

    Danke 🙂 das ermutigt mich direkt

    @ThomasH

    Wenn das der Grund ist, wäre es eine faule Ausrede. Gerade REWE hat begonnen bei Gemüse zum Beispiel Süßkartoffeln den (Bar)Code einzulasern um sich sogar die Papier Etiketten zu sparen. Fand ich super, nur scheint das nicht über all zu gehen und sich auch nicht ganz durchzusetzen.

  42. KievKiev

    @ Oliver

    Der Immobilienmarkt unterscheidet sich von der Preisfindung gar nicht so stark vom Aktienmarkt. Ich würde sicher kein Objekt zur Vermietung mit einem KGV von 40 kaufen. Mit einem KGV unter 25 hätte ich noch eine gute Rendite für ein paar Jahre (über 10% auf EK) bekommen können. Darin sind Wertsteigerungen nicht enthalten.

    Was manche Chinesen vom Hörensagen betreiben ist reine Spekulation. Hier ist es von Vorteil wenn das Objekt nicht bewohnt und abgenutzt wird. Es soll ja ganze Städte in diesem Stil in China geben. Es ist eine Blase, quasi Bitcoin in groß zum Anschauen und Anfassen.

    Die hohen Kaufpreise zahlen meistens Käufer die eine Eigentumswohnung oder Haus zur Eigennutzung erwerben. Ein Investor ist nicht bereit so viel zu bezahlen. Ich habe leider selbst kein weiteres Haus / Wohnung zur Vermietung mehr gefunden. Meine angegebene Preissteigerung beinhaltet den Hebel auf das eingesetzte Kapital und eine Änderung der Nutzungsart, sowie Baumaßnahmen. Von einem Miethaus zu Eigentumswohnungen mit entsprechend neuer Käuferinteressentengruppe. Nur so komme ich auf die sehr hohen Preissteigerungen.

    Die Inflation ist in Zusammenhang mit Fremdkapital auch ein eher angenehmer Parameter. Vor allem bei langfristiger Zinsbindung. Das man diese natürlich als seriöser Immobilieninvestor gegen die Einnahmen rechnen darf ist bekannt. Das geht bei Zockerei an der Börse selbstverständlich nicht 😉

  43. Wohnung mit Domblick

    Bei Rewe gab es eben nur eingeschweisste Gurken. Bio und nicht Bio.

    Auf Nachfrage wurde mir erklärt, das wäre im Winter eine Hygienevorschrift bei Importen aus entfernten Ländern wie Spanien.

    Der Verkäufer wollte mich aber für blöd verkaufen, ich hab auch gleich gesagt, dass ich das prüfe. Der Grund ist, dass eingeschweisste Gurken länger haltbar sind. Die kompensieren also nur ihre lahme Logistik. Aldi schafft das auch ohne Plastik.

    Den Weg zum Aldi hab ich mir dann aber gespart und die Plastikhülle noch im Rewe entsorgt.

     

    @Oliver: Zustimmung!

  44. Kia

    @42sucht21

    Wahrscheinlich haben sie recht ich werde es trotzdem versuchen 🙂 Und Thorsten hat auch recht 🙂

    Das mit dem auslachen bin ich schon gewohnt. Letztens war ich mal wieder bei einer Genossenschaft, da konnte die Verantwortliche auch nicht mehr aufhören zu lachen. Zum Abschied hat sie meiner Tochter ein Pixi-Buch über Genossenschaften geschenkt. Ich habe es entsorgt denn es sind alles Geschlossene Gesellschaften, ähnlich dem Erben. Wer nicht Anteile von Oma oder Eltern bekommt darf nicht mitspielen, höchstens als Schlachtvieh. Und die die dazugehören wohnen dann für 6,50€ und erzählen wie easy alles ist.

    Das gleiche mit der Gartensuche. Ich wollte schon immer einen Garten und dachte wenn wir einen hätten,  könnten wir unseren Kindern irgendwann die Mietwohnung überlassen und selbst im Garten wohnen. Da muss man aber auch zum inneren Kreis gehören, wenn nicht gilt das gleiche wie oben.

  45. Thorsten

    @Wohnung mit Domblick

    Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Bioware deshalb in Plastik eingeschweißt ist , damit sie keinesfalls mit der deutlich billigeren Industrieware vertauscht werden kann.

    Ich war eben mit dem Rad im Unverpacktladen. O.k. es ist schon teurer als im Discounter, aber halt Bio und mit gutem Gewissen. Und die Fahrradtour habe ich genossen, wer weiß,  wie lange das Wetter noch zum langen Fahren geeignet ist.

    @Oliver

    kann alles sein oder auch nicht, es wird davon abhängen wie es mit der Wirtschaft, den Gehältern und den Löhnen weitergeht. Vor 30 Jahren gab’s das schon mal, 5000 DM pro Quadratmeter in Stuttgart. Auch damals hieß es Überhitzung, Riesengeschrei. Heute sind es eher 5000€. Wer immer von Überhitzung oder Blase spricht muss damit rechnen, dass sie zu Lebenszeiten nicht platzt, weil es sie nicht gibt, so lange der Zuzug in die Metropolen anhält. Eine Stagnation ist wahrscheinlicher. Nur dezentrale Fertigungsstätten könnten eine Entspannung bringen. Aber meine Glaskugel kann sich irren. Die Medien hypen mal die Immoblase, dann wieder den ungebremsten Zuzug in die Stadt.

  46. Andrea

    Thorsten, ich finde es schwer, das vorherzusehen. Natürlich ist die Bevölkerungszahl gestiegen, es sind aber vor allem Arme, die dazu gekommen sind. Die steigenden Immobilienpreise sind von den niedrigen Zinsen angetrieben worden, genau wie die Aktienkurse. Nachdem hier in der Stadt jahrelang teure Immobilien gebaut worden sind, wird jetzt hier auch ziemlich viel für WBS-Inhaber gebaut. Unser Oberbürgermeister hatte vor ein paar Monaten auch noch einmal ausdrücklich Flüchtlinge hierhin eingeladen, also potenzielle Mieter eher im niedrigpreidigen Segment.

    Persönlich glaube ich, dass es sich hier um eine Blase handelt, ich glaube, dass einige nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Hypothekenschulden zu bedienen, wenn die Zinsen steigen und ihre Verträge auslaufen. Auch werden bei gestiegenen Zinsen Immobilien unattraktiver, wenn die Leute viel mehr dafür bezahlen müssen und einige werden nicht bereit sein, dann zu kaufen. Dann werden die Preise wieder sinken. Das ist aber nur meine Meinung und kann natürlich bei weiter steigender Bevölkerung auch anders passieren.

  47. Michi

    Andrea, das stimmt schon mit den armen Flüchtlingen. Daher kaufen oder mieten Städte und Gemeinden viel Wohnraum an, schon bevor er für die normale Bevölkerung auf den Markt kommt, und bringen dort Flüchtlinge unter. Daher wird der Wohnraum für die „normale“ Bevölkerung knapp und teuer. Schaumal wie viel Flüchtlinge seit 2014, 2015 bislang gekommen sind. Viele leben nicht mehr in Flüchtlingsunterkünften, sondern in normalen Wohnungen. Ist ja auch ok, aber der normalen Bevölkerung wird so Wohnraum sehr sehr teuer.

  48. Sparta

    @Thorsten

    „Vor 30 Jahren gab’s das schon mal, 5000 DM pro Quadratmeter in Stuttgart. Auch damals hieß es Überhitzung, Riesengeschrei. Heute sind es eher 5000€.“

    Wären grob 2,34 % p. a. Bruttorendite in einer nicht ganz üblen Lage. Die Inflation war höher.

  49. Daniel (Fächerstadt)

    @ Kia: Ja, die Gartenvereine sind eine nette Sache, machen auch viel Arbeit und haben alle sehr penible Regeln.

    was du auf keinen Fall darfst, ist dort zu übernachten. Mal nach ner Party wird noch toleriert, aber dauerhaft… dann schmeißen sie dich raus.

  50. Kia

    @ Daniel (Fächerstadt)

    die Übernachten da aber fast alle, einschließlich des Vorstands ( die haben natürlich die größten Hütten). 🙂

  51. silveroak

    Ich habe heute meine Auszahlungen als „Investor“ bei einem P2P Vermittler bekommen. Es war erschreckend auf dem Marktplatz die neuen Kreditanfragen zu sehen.Aufstockungskredit, Dispoausgleich, erweiteter finanzieller Spielraum, Urlaub, xy möchte sich einen Wunsch erfüllen. Hallo ??? Zu 95% Leute, die nicht mit Geld umgehen können.

    Ich habe immer gerne versucht Leuten zu helfen, die etwas auf die Beine stellten wollten. Neue Maschine für die Fertigung/ Produktion usw. Eben etwas was Mehrwert produziert. Solche Anfragen findet man seit Monaten kaum noch.

    Werde wohl in Zukunft mein kleines Testinvestment entsparen, sprich die Zahlungen auszahlen lassen und an der Börse zusätzlich investieren.

  52. June

    @Fahrrad,

    danke euch allen für die vielen Tips. Im Frühjahr werde ich mir zu Testzwecken ein E-Bike leihen. Dann ist es wieder länger hell. Wenn mir das Ding gefällt, schaue ich erstmal nach einer Langzeitmiete. Das ist bestimmt etwas teurer, aber immer noch billiger als wenn dann hier ein Fahrrad verstaubt. Und erst nach bestandenem Test, schaffe ich mir so ein Teil an.

    Nichts ist schlimmer als sich eine Eintagsfliege zu kaufen.

    @Wohnungen,

    ich hatte unwarscheinliches Glück mit meinen Wohnungen. Im Nachinein betrachtet, habe ich die beiden letzten Wohungen gerade noch günstig gekaufte. Auch wenn der Markt sinken würde, so viel wie ich bisher an Preissteigerung mitnehmen konnte, wird er nicht nachgeben. Und wenn ich Null auf Null rauslaufe, hatte ich die Mieteinnahmen. Das ist ähnlich wie bei Dividendenaktien, man bekommt immer etwas. Eine Wohnung ist auch ein bisschen ein Vorhalten für die nächste Generation. Falls so in 10 Jahren mal Nachwuchs ins Haus steht und die Kids selbst keine passende Bleibe finden.

    @Wohnen in der Zukunft,

    bis unsere Bevölkerungszahlen drastisch zurückgehen, und das wird noch eine ganze weile dauern. Ich denke wir spüren dies erst in 40 bis 60 Jahren, wenn überhaupt, werden wir einen Mangel an Wohnraum haben. Die Mieten werden steigen. Es wird noch mehr alternative und vorallem kreative Lösungen nötig sein um diesem Mangel entgegen zu wirken, denn unser Bauland ist ein knappes Gut, dass jetzt nur noch in geringer Menge zur Verfügung steht. Zukünftige Wohnungen werden kleiner sein müssen. 2 Zimmer quetschen sich zukünftig auf 40 qm. Als Vermieter würde ich heute so kleine Wohungen entwickeln, mit dem Architektenauftrag, die Planung so umzusetzen, dass man bei Bedarf mit wenig Aufwand auch wieder eine 80 qm Wohung daraus machen kann. Und dann eine bunte Mischung einziehen lassen. In die größeren Wohnungen Familien mit Kinder. Und in die kleineren Wohnungen Singel, Paare und Rentnerpaare. So passen alle aufeinander auf.

    @Kia,

    verliere nicht deinen Mut, bleibe dran. Irgendwann bekommst du genau die richtige Wohnung. Einfach nichts unversucht lassen. Immer wieder Angebote abgeben und bei der Genossenschaften vorsprechen. Und wenn dir die Frau, dass nächste Mal erzählt wie es nicht geht, dann dreh den Spieß einfach um! Und sage ihr, dass du nicht hier bist um zu hören wie es nicht geht, sondern damit sie dir sagt wie es geht. Damit muss sie sich was einfallen lassen und kann dich nicht einfach heimschicken.

    Es gibt immer wieder irgendwo eine kleine Perle die man nicht sofort im Schlamm sieht. Aber dein dann geschultes Auge wird sie entdecken.

    Take care,

    June

  53. Ex-Studentin

    @June

    Vielleicht gibt es auch gebrauchte Räder zu kaufen? Ich habe vor fast 5 Jahren spontan entschlossen: „Ich fahre nun Fahrrad!“ und habe dann bei ebay Kleinanzeigen das Fahrrad „gebraucht“ gekauft. War aber noch unbenutzt.

  54. June

    @Jenny,

    ich will das im Frühjahr erstmal ausprobieren. Ich weiß, dass es so ein paar Euro mehr kostet, aber wenn das nicht für mich ist, dann gebe ich das Rad eben wieder ab und das wars. Sollte ich aber dann Feuer und Flamme sein, schaue ich mich zuerst auf dem Gebrauchtrad Sektor um.

    Ich bin leider keine Verkaufsqueen. Die Ikea Möbel stehen immer noch im Flur. Die mag gerade niemand.

    Take care,

    June

  55. Nico Meier

    Ich finde die Diskussionen über die angebliche Blase im Immobilienbereich interessant. Bauland in guter Lage ist nicht vermehrbar. Unser freistehendes Einfamilienhaus steht auf rund 800qm Bauland mit anderen Worten hinter unserem Haus befindet sich ein zweiter Bauplatz für ein weiteres Haus der zurzeit unser grosser Garten ist. Das Bauland wird weiterhin im Preis steigen insbesondere wenn die Zinsen und mit ihnen die Inflation wieder zu steigen beginnt. Bei uns in der Schweiz sind die Mieten noch etwas höher als in Deutschland. Eine Standartfamilienwohnung mit 4 Zimmern und 100qm kosten in Genf über 5’000Fr. Monatsmiete in Zürich über 4’000 und in Basel auch über 3’000 Franken! Eine Verkäuferin verdien in Basel brutto 3’700 Franken.

    Da wir unser Haus zu einem guten Preis mit viel Eigenkapital gekauft haben spart es uns massiv Miete!

  56. Ex-Studentin

    @June

    Jap, verstehe ich. Erst mal die Strecke testen. Ich weiß noch, wie komisch dee erste Tag war. Hab gebremst, weil es bergab plötzlich so schnell ging. 😀

    Bin auch kein ebay- Meister. Bisher habe ich alles verschenkt.

    @Nico Meier

    Kaufen oder Mieten kommt immer auf den Einzelfall an. Deswegen verstehe ich die Diskussionen um das Thema nicht. Gibt genug Eigenheimbesitzer wie dich, die durch Eigentum Geld sparen & Vermögen bilden. Genau so gibt eseute, die mit Mieten besser dran sind, weil manche Immobilienein Geldgrab sind.

    Wegen der „Blase“ warte ich trotzdem mal ab. Wir wohnen seit 5 Jahren in der selben tollen Wohnung und werden wohl erst übers Kaufen nachdenken, wenn die Wohnung zu klein wird. Mal sehen, wie Preise&Kreditzinsen sich bis dahin geändert haben.

  57. June

    @Nico,

    der Gedanke einer Blase gilt für Deutschland. In der Schweiz herrschen andere Bedingungen.

    Eine Verkäuferin verdient in Deutschland im Durchschnitt brutto 2500 €. Das sind 1600 € netto. Da die Abgaben in  der Schweiz und in Deutschland völlig unterschiedlich sind, musst du den Nettobetrag den deine Verkäuferin verdient nehmen und die Krankenkasse und Steuer abziehen. Dann erst sind die Gehälter in etwar vergleichbar.

    Und ein Singel wird weder in der Schweiz noch in Deutschland eine 4 Zimmer Wohnung mieten. Dazu müsste man das unbekannte Familieneinkommen heranziehen. Daher spare ich es mir vergleichbare Mieten aus Münschen, Stuttgart, Frankfurt und Hamburg herauszusuchen. Du kannst aber gerne in  Immoscout schauen.

    Summa summarum geht es euch in der Schweiz doch nicht schlecht, die Abgabenlast ist viel geringer. Und da ihr mehr verdient, muss logischerweise alles teurer sein als bei uns. Dafür könnt ihr aber noch günstig in Deutschland einkaufen.

    Take care,

    June

     

  58. Nico Meier

    @June

    Ich möchte mich nicht beklagen.

    Aber bleiben wir beim Beispiel der Verkäuferin in Basel, die 3’700 brutto verdient das sind netto ca 3’200 abzüglicvh Steuern 700 sind 2’500 abzüglich Krankenkasse 600 sind 1’900.

    Versucht mal mit 1’900 eine bezahlbare Wohnung in Basel zu finden. Desweiteren will unsere Verkäuferin auch noch essen, zum Coiffeur und hat auch ihre Transportkosten noch nicht bezahlt!

  59. Mr. B

    Hallo Nico, deine Bsp. Verkäuferin verdient aber wirklich den Mindestlohn in der Schweiz. Wenn sie Verdiensttechnisch nichts macht, könnte sie die 5 km weiter nach Deutschland ziehen. Dann sieht es im Vergleich zu ihrer Nachbarschaft wieder ganz gut aus. Hoffe ich konnte helfen. Grüße, Mr. B

  60. Nico Meier

    @Mr.B

    Es existiert in der Schweiz kein Mindestlohn.

    Wer die Region Basel kennt, der kennt auch die Immopreise sowie die Mieten im angerenzenden Deutschland. Viele Deutsche ärgern sich bereits heute, über die hohen Miet und Kaufpreise entlang der CH Grenze, weil da viele Grenzgänger in der Schweiz arbeiten und in DE wohnen und aufgrund des höheren Lohns bereit sind höhere Preise zu zahlen.

  61. Daniel (Fächerstadt)

    @ Nico Meier: Wieso werden in der Schweiz vom netto nochmals 700 CHF Steuern abgezogen? Würde ja eine Steuerbelastung von 1.200 CHF ohne Krankenkasse bedeuten. Kann ich mir im Niedrigsteuerland Schweiz schwer vorstellen.

  62. 42sucht21

    @Verkäuferin in Basel

    Vielleicht wohnt die Verkäuferin in Basel ja bereits im abbezahlten Eigenheim welches selbst vor der (evtl. gar nicht-existierenden) Blase vor 25 Jahren oder gar von den Großeltern vor 60 Jahren angeschafft wurde und die ohne Eigenheim sind alle mit reichen Pharma-/Chemie-Managern leiert. Irgendwie scheint es ja zu gehen ansonsten gäb es in Basel ja nur noch Self-Checkout.

    Am besten wärs, wir würden die Verkäuferin bitten hier zu kommentieren. Ist ja immer Spekulatius sich über die Situation der anderen zu äußern.

    @Ex-Studentin

    Langfristig in einer Wohnung mieten mit altem Mietvertrag und das gesparte Geld auch renditestark sparen ist sicherlich finanziell auch eine gute Idee, vor allem wenn man flexibil bleiben möchte / muss und eventuell auch interessante Job-Angebote – oder Lebenspartnerangebote 😉 annehmen muss oder möchte.

    Ich musste 2x in meinem Leben aus tollen Mietwohnungen innerhalb von 1-2 Jahren ausziehen wegen Eigenbedarf. Ich musste beide Mal vor Einzug eine vorhandene Küche teuer übernehmen. Bei Auszug habe ich beide auf der bekannten Auktionsplattform mit viel Verlust verhökert weil die renovierenden, einziehenden Vermieterkinder sie natürlich nicht wollten. War damals für mich viel Geld. Das kann gerade in sehr beliebten Wohngegenden und Privatvermietern passieren. Ist meist sehr aufreibend. Dieser Aspekt wird leider selten von Miet-Befürwortern betrachtet.

  63. Nico Meier

    @Daniel Fächerstadt

    Weil beim Nettolohn in der Schweiz die Einkommenssteuern noch nicht abgezogen worden sind. In der Schweiz wird vom Bruttolohn lediglich die Beiträge für AHV/IV (Rente sowie Invalidenversicherung) sowie Arbeotslosenversicherung und die Pensionskasse (Betriebsrente) abgezogen. Daher müssen wir Schweizer unsere Einkommenssteuern vom Nettolohn bezahlen und selber zur Seite legen.

    Die Krankenkasse in der Schweiz ist gerade in Basel sehr teuer da sind die 600.- pro Monat durchaus realistisch.

  64. Mr. B

    Die meisten Basler sind m. W. bei der Sympany KV- versichert, der mtl. Beitrag liegt eher zw. 200- 300. Der Beitrag wird 2019 übrigens reduziert.

  65. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kia,

    ich habe lange nicht mehr bei den ZVs geschaut, aber da wird offensichtlich mittlerweile alles weg gekauft. Zustand egal. Ich selbst würde gar nicht beim Termin bieten wollen.

    Ich würde vorher den Gläubiger (Banken/Sparkassen) anschreiben, und ein Angebot abgeben, um die Immobilie im freihändigen Verkauf zu erwerben. Und vor allem auch anbieten, von denen die Finanzierung machen zu lassen. So hatte das vor paar Jahren noch Sinn. Leider ist heute die Nachfrage zu groß. Die Gläubiger können durch die Versteigerung mehr erzielen.

    Man muss mindestens 70% des Verkehrswertes bieten, wenn es der 1. Termin ist und die Wertgrenzen noch gelten.

    Vor paar Jahren sind die Gläubiger oft auf Objekten lange sitzen geblieben, und jeder Termin kostet Geld. Da haben die gern einen Deal außerhalb gemacht. Man kann nur auf bessere Zeiten für Käufer hoffen.

    Deine schlechte Erfahrung bei der Genossenschaft kann ich nicht nachvollziehen. In welcher Gegend lebst Du gleich?

    Natürlich haben die nicht sofort eine große Auswahl an netten Wohnungen frei.

    Der normale Weg wäre, dass Du einfach in der Genossenschaft Deiner Wahl (können auch mehrere sein) einen Beitrittsantrag abgibst (müsste online auszufüllen oder downloadbar sein). Die müssen Dich nicht aufnehmen. Wenn da schon Hunderte Mitglied sind ohne eine Wohnung zu haben, also auf einer Warteliste stehen, dann werden die vielleicht eine ganze Weile erstmal keine neuen Mitglieder aufnehmen.

    Laut Satzung ist es ja Sinn und Zweck, die Mitglieder mit Wohnraum zu sozial verträglichen Kosten zu versorgen, und nicht auf Gewinnmaximierung zu wirtschaften (Satzung: „§ 2 Zweck und Gegenstand der Genossenschaft (1) Zweck der Genossenschaft ist die Förderung ihrer Mitglieder vorrangig durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung.“).

    Als Mitglied muss man sich dann für eine Wohnung anstellen. Das kann natürlich schon auch dauern, je nach Gebiet. Bei meiner kleinen Genossenschaft hier im Schwäbischen ist nie was als frei gemeldet auf der Internetseite. Bei mir hat es aber gut geklappt. Habe ein Angebot nach Wunsch erhalten, unterm Ladentisch sozusagen. Ein gesichertes Einkommen sticht eben auch bei der Genossenschaft.

    Bei der Genossenschaft in Dresden, wo ich bis nächstes Jahr auch noch pro forma Mitglied bin, da gibt es wenigstens immer freie Wohnungen im Angebot, wenn die mir auch meistens nicht sooo sehr taugen würden (Platte). Aber man hätte erstmal was, und könnte dann in Ruhe weiter suchen, bzw. Vermögensaufbau betreiben. Die bauen auch neu und modern, wobei das dann natürlich auch teurer ist.

    Solltest Du Mitglied werden können, dann muss man natürlich die entsprechenden Geschäftsanteile einlegen. Bei mir sind das z.B. für eine 2 Zi-Wohnung als Single 8 Anteile zu 160 EUR, die zu 4% rentieren. Die Rendite wird bei uns tatsächlich als Dividende bezeichnet, da es ja Eigenkapital und kein Kredit (also kein Zins) der Genossenschaft ist. Für die Einlagen kann man auch Wohnungsbauprämie beantragen, worüber ich mich mal erkundigen muss.

    Man zahlt auch keine Miete (weil kein Fremdeigentum), sondern man zahlt eine Nutzungsgebühr für das Dauernutzungsrecht von Gemeinschaftseigentum. Natürlich hat das nichts mit wirklichem Eigentum zu tun, aber es geht um das Prinzip. Man füttert keinen Investor, sondern sitzt im gleichen Boot, generell unkündbar. Der „Mietvertrag“ heißt offiziell Nutzungsvertrag.

    Wenn man von „außen“ kommt und eine Wohnung will, und erst bei einer verfügbaren Wohnung in die Genossenschaft eintritt (eintreten muss), dann ist das zwar praktisch für einen, aber natürlich müssen die Genossenschaften zuerst die Mitglieder versorgen, die auf der Warteliste stehen.

    Es läuft eben auch überall etwas unterschiedlich. Mein Kumpel in KA ist schon einige Jahre Mitglied und hat bisher noch nix gefunden. Da kommt alle paar Monate mal eine (unter einigen anderen) ins Angebot, die ihm einigermaßen taugen würde. In KA werden die bei seinem Verein aber im Losverfahren vergeben, um den Verdacht der Mauschelei zu vermeiden.

    Vor kurzem hat er mal wieder teilgenommen, wurde aber nicht gezogen.

    Mit den Gartenvereinen würde ich mich auch nicht entmutigen lassen. Das ist auch zyklisch. Mal gibt es viele freie, mal wollen wieder alle einen.

    Wir haben unseren 2005 übernommen. Da sind wir einfach in die Anlage und haben die Leute gefragt, ob sie wüssten ob jemand abgeben will. Da waren 3 oder 4 Stück abzugeben. Wir haben uns jeden angeschaut und dann einen genommen.

    Hier kommt es aber auch sehr stark auf den Verein an, wie stark „vereinsmeierisch“ er ist. Die Regel ist, dass man seinen Garten an den Verein abgibt, und der Verein ihn wieder an Bewerber vergibt. Bei uns haben wir dem Verein damals gesagt, dass wir uns mit der Vorpächterin geeinigt hätten über den Ablösebetrag, und den Garten übernehmen und eintreten. Aber so ist es eigentlich nicht der korrekte Weg.

    Aber das ist ziemlich auf dem Lande, und das Bundeskleingartengesetz wird großzügig behandelt. Danach müsste man z.B. 1 Drittel für Nutzpflanzen verwenden. Aber das ist ziemlich egal bei uns. Solange niemand den ganzen Garten mit Wiese einsät und einen Minigolfplatz drauf macht, wird da nix gesagt.

    Auch dürfen die Hütten nur eine festgelegte Größe haben, auch die zusätzliche Pergola darf nur 12 qm (glaube ich) haben.

    Je mehr die Anlage innerstädtisch ist, desto strenger/kleinlich wird das betrieben. Bei mir in München sind einige Anlagen in der Umgebung. Da muss alles blitzfein sein.

    Prinzipiell darf man natürlich nicht dauerhaft „wohnen“ auf dem Gartengelände, da nicht zu Wohnzwecken genehmigt. Aber niemand wird i.d.R. gegen gelegentliches Übernachten was sagen. Im Gegenteil ist man bei uns froh, wenn immer jemand da ist, damit streunende Chaoten nachts keinen Scheiß anstellen.

    Na, ich drücke Dir die Daumen, dass Du/Ihr bald mal Glück habt mit Euren Vorhaben.

    Schönes Wochenende!

    MS

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