Finanziell Freie gibt es immer mehr. Die Bewegung ist in den USA groß geworden


New York, 4. September 2018

Wer sich ein Depot aufbaut, hat mehr Freiheiten.


Mich fragen Leute, was sie mit einem Batzen Bargeld machen sollen. Ein Erbe, ein Vermögen auf dem Tagesgeldkonto, eine Abfindung… Rational betrachtet bringt die Börse langfristig mehr Rendite als Spareinlagen. Geld, das langfristig nicht gebraucht wird, sollte sofort investiert werden. Aber emotional kommen Menschen damit nicht klar. Sie haben Angst vor einem Crash. Mein Vermögen ist komplett in Immobilien (40%) und Aktien (60%) investiert. Daneben habe ich ein kleines Notpolster.

Wer jung ist, kann zu 100% auf ETFs setzen. Es sind keine Immobilien oder Anleihen nötig. Du hast Dekaden Zeit, um durch Krisen zu gehen. Der Aktienmarkt bringt bekanntlich im langen Schnitt die höchste Rendite.

Für mich es so, dass ich gewohnt bin, nicht viel Materielles zu haben. Mich machen „Sachen“ nicht wirklich zufrieden. Daher habe ich kein TV, Auto, Mikrowellenherd, Kaffeemaschine, Waschmaschine… Ich hab wenig. Ich nutze ein altes Handy. Etliches, was ich habe, kaufte ich gebraucht: Möbel, Kleidung, selbst Küchenutensilien. Mir ist die Freiheit mehr wert. Ich lebe auf einer Mini-Fläche.

In den USA gibt es die FIRE-Bewegung, es sind die finanziell Freien. Sie leben extrem bodenständig – so wie ich. Sie haben in jungen Jahren schon um die 1 Million Dollar im Depot und genießen die Freiheit.

Wenn Du jung bist, macht es sehr viel Sinn, ein „einfaches Leben“ zu leben. Ich lebte in WGs und im Studentenwohnheim. Das heutige Verhalten vieler Menschen, einen riesigen Schuldenberg aufzutürmen, ist irrsinnig. Das führt in die Abhängigkeit. Ich verstehe das nicht. Das kann viele Probleme mit sich bringen. Was an einem verschwenderischen Lebensstil so toll sein soll, frage ich mich? Im Gegenteil. Ich finde Sparsamkeit ist etwas Kluges. Ganz nach diesem Motto:

Die große Mehrheit der Deutschen gibt 85 bis 110 Prozent von dem aus, was sie jedes Jahr verdienen. Ich denke an Hypotheken und Konsumkredite – das ist alles eine Form von Taschengeld, das sie nicht haben. Deshalb haben selbst Menschen mit einem hohen Einkommen zuweilen minimale Sparsummen.

Ich rate: lebe unter deinen Möglichkeiten, spare einen hohen Prozentsatz deines Einkommens. Das ist in unserer Gesellschaft ungewöhnlich. Die meisten Leute dehnen ihren Lebensstil (Ausgaben) stetig aus. Sie wollen sich besser fühlen mit mehr Wohnraum, teuren Autos, neuester Mode etc. Egal, ob der Verdienst ausreicht oder nicht. Eine Person, die 50% eines Jahreseinkommens von 40.000 Euro einspart, hat mehr als jemand, der 3% von 300.000 Euro spart.

Ich manche jeden Tag Sport. Das erspart Arztbesuche und Krankheiten. Joggen macht Spass. Wandern ebenso. Radtouren sind super. Die meisten körperlichen Aktivitäten sind kostengünstig, manche sind kostenlos. Fast jedes Hobby/Kreativität kann Einnahmen generieren. Du musst nicht gleich eine Möbelfirma gründen, aber einen Holzboden kannst Du vielleicht selbst verlegen. Es macht sich bezahlt. Du kannst den Wert Deiner Immobilie womöglich erhöhen.

Es soll Leute geben, denen Softwareprogrammierung Spass macht. Die können daraus einen Nebenjob basteln. Sie können Projektarbeit annehmen. Kochen kann beim Geldsparen helfen.

Ich habe hier im Blog immer mehr Leser. Danke für das Vertrauen. Ich denke, hier sind mindestens 500 Kernleser. Ich finde das super. Wenn die Rezession kommt und die Kurse purzeln, wird dieser Blog vermutlich weniger Leser haben. Aber die Kernleser, so hoffe ich, werden treu bleiben.

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tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Finanziell Freie gibt es immer mehr. Die Bewegung ist in den USA groß geworden

  1. Roberto die Rakete

    Hi Tim schön dass du wieder aktiver bist. Ich hoffe es kommt bald ein neues Video. Kannst du nicht mal einen Tag Filmen und ein 10minuten Video dazu schneiden wie so ein langweiliger, privatie Alltag in NYC ist? Es geht nicht ums angeben, sonder  es wird sicher einige(mich auch) motivieren. Danke und Grüße aus Deutschland.

    :)))

  2. Skywalker

    Hallo Tim! Ich denke mittlerweile eine Rezession ist etwas, was wir unseren Enkelkindern erklären werden müssen („Damals Kinder, als ich jung war, 2009, da ist die Wirtschaft mal nicht gut gelaufen für 2 Jahre…“). Es wird keine mehr kommen die nächsten Jahre, das ist meine Meinung. Allenfalls Stagnation.

  3. Thorsten

    Nicht über seine Verhältnisse zu leben ist eine Tugend, die man an die Kinder weiter geben sollte. Konsumsucht macht abhängig, auch vom notwendigen Verdienst, wenn man nichts spart. Nicht sparen bedeutet unfrei bleiben. Ich erzähle meinen Kindern immer wieder, dass sie mit 10.000€ in Dividendenaktien ohne Kapitalverzehr Telefon und Internet frei haben.

  4. Jayfin

    Sehe ich auch so. Die Märkte können überhaupt nicht mehr abstürzen. Jeder Tag, der -1% bis -2% bringt, so wie heute, ist eine ideale Nachkaufgelegenheit. Günstiger wird’s nicht mehr. Ein kurzzeitiger Ausrutscher wie im Februar wird meiner Meinung nach das höchste der Gefühle sein.

  5. Obama

    @Skywalker:  Wenn ich noch mehr solcher Beiträge lese, muss ich meinen Bargeldbestand langsam erhöhen. :;))

     

  6. Leser

    An Kriesenfreie Zukunft glaube nicht. Es gibt immer Übertreibungen die sich dann entladen. Ob jetzt Euro und Nullzins oder sonst was.

    Was als Nächstes sich wann endtlädt weiss man leider nicht. Aber ich vermute die Kriesen sehen anders aus als früher. Jahre des globalen Abschwungs bezweifel ich auch. Daran verdient Niemand. Die Zeiten sind viel hektischer geworden. Haltedauer von Wertpapieren im Sekundenbereich.

    Aber abseits des globalen kann es locker irgendwo über Jahrzehnte regional bergab gehen.

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Roberto

    Mein Alltag ist langweilig. Lesen, lesen, telefonieren, kochen, putzen, Sport, schreiben… mal schauen, was für ein Video ich mache

    @ Skywalker

    Nun ein Crash lässt sich nicht vermeiden. Der Mensch ist so gestrickt, in Panik zu geraten. Nur wann das sein wird, das weiß niemand. Der Mensch lernt nie dazu. Es kann morgen passieren oder in 15, 20 oder 30 Jahren.

  8. KievKiev

    @ Tim

    Schöner Beitrag. Kannst Du vielleicht einmal berichten was Deine finanziell freien Freunde so mit ihrer Zeit anfangen? Ich kenne eher ältere Semester mit hohem Vermögen. Mich würden gerade die jüngeren interessieren, die kein Business aufgebaut haben. Also normale Angestellte mit hohem Gehalt. Wer ein Business aufgebaut hat betreibt es vermutlich eh weiter.

    Mein neues Depot ist leider noch nicht eingerichtet. Also gab es noch keinen emerging Marktes einstieg. Ich werde aber doch einen Teil direkt in Aktien investieren. PM und MO gefallen mir aktuell. Ich kann mir einen ordentlichen Crash durchaus vorstellen. Wann weiß ich leider nicht, aber bei Dividendenaristrokraten steckt nicht viel Phantasie im Kurs. Das ist ein recht einfach  zu überschauendes Geschäftsmodell. In der Krise wird vermutlich genauso geraucht und die Dividende kann bei einem Kurseinbruch nicht viel weiter steigen. Am Ende werden die Langweiler noch mit Cannabis Einkäufen Hip.

    Durch verschiedene Arten werde ich meinen Einstieg und Halten verbilligen und mich so für einen potentiellen Crash positionieren.

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Kiev

    Ich kenne einige ältere FIRE-Leute. Sie arbeiten noch in einem Angestelltenjob. Sie sind aber gelassen. Sie leben bodenständig. Sie fahren uralte Autos. Sie legen keinen Wert auf Luxus.

    Dann kenne ich einen jüngeren FIRE-Typen von einer FIRE-Gruppe aus New York. Er macht Sport, liest, reist, relaxt. Er ist ein Minimalist. Er sortiert alles aus. Seine Kleidung ist extrem locker. Er fährt überall mit dem Rad hin.

    @ Thorsten

    Danke für die netten Worte.

  10. Mark85Mark85

    Meine Edelmetalle, insbesondere das Silber (neues Langzeittief!) wurden in der letzten Zeit ganz schön heruntergeprügelt, aber durch dieses finstere Tal muss ich jetzt wandern. 🙁

    Meine Unternehmen und Immobilien erfreuen sich dagegen bei bester Gesundheit. Immerhin etwas Erbauliches.

    Na ja, Sinn und Zweck meiner Streuung ist es letztendlich, dass sich im Laufe der Zeit nicht alle Anlageklassen im Gleischritt auf und ab bewegen. Wie sagte Kostolany einst? Zuerst kommen die Schmerzen, dann das Geld. Bei den Edelmetallen werde ich wohl noch etwas weiterbluten müssen, bevor ich mich ans Wundenlecken machen kann. 😉

  11. Gainde113

    @ Mark85

    Diversifikation ist immer sinnvoll. Rendite wird man aber nur durch Produktivkapital erhalten, sprich Unternehmen und Immobilien, die Caahflow produzieren.

    Edelmetalle sind ja eher zur Werterhaltung (Inflationsausgleich) gedacht.

  12. Claus

    @ Skywalker

    … ich denke, das Gegenteil wird der Fall sein. Die nächste Rezession steht bereits in den Startlöchern.

    @ Jayfin

    Oh je… Ich hoffe, Du hast ein gut strukturiertes Depot und nicht nur die „Highflyer“ und „Luftschlossaktien“. Solche Aussagen erinnern mich stark ans Jahr 2000.

    @ Obama

    … völlig richtig, die einzig logische Konsequenz, wenn man die beiden Beiträge ernst nimmt.

     

  13. Thorsten

    Eben im Radio: die Deutschen sind mittlerweile ein Volk, das sich mit am wenigsten bewegt, übertroffen werden sie nur noch von Portugal, Zypern und Neuseeland. 75 Minuten Sport/Bewegung  wäre das Minimum pro Woche. In ärmeren Ländern wären die Menschen körperlich aktiver.

    Mein Kommentar dazu : wir sind gesättigt, sitzen vor dem Monitor, brauchen zum Essen nicht mehr aus dem Haus gehen, wird manchen schon ins Haus gebracht. Und so lange das Auto die heilige Kuh ist wird es so bleiben. Ich hatte einen Chef, der hat auf den Parkplatz in der Tiefgarage direkt neben dem Aufzug bestanden, so musste er nicht mal mehr die paar Schritte zum Aufzug gehen. Besser mit Öffis, Fahrrad und den eigenen Beinen. Notfalls umziehen.

    Und : Verdauungspausen einlegen. Z.b mit 16:8 Intervallfasten, jedenfalls nicht ständig etwas essen, sobald der Blutzuckerspiegel etwas absinkt. Erst nach 8 bis 9 Stunden setzt die Autophagie (Reparaturmechanismus des Körpers auf Zellebene) ein. Wer spät abends isst und morgens schon wieder was nachschiebt und dann Riegel, Obst  Säfte stündlich einflößt, der nimmt sich diesen Mechanismus. Autophagie ist Teil des Immunsystems. Wer ständig isst, wird demnach schneller krank.

    Das einzige was immer stabil sitzen sollte ist das eigene Depot ! :lach:

  14. Wohnung mit Domblick

    @Thorsten, gute Tipps! Im Alltag schaffe ich höchstens 12:12 oder 13:11. Die größere Offenbarung war für mich der Umstieg auf Low-Carb. Weniger Schlafbedarf, kein Mittagstief und 9kg Gewichtsabnahme in 2 Monaten, was nur ein Zwischenergebnis ist.

    Nach meinem Empfinden ist die nächste Rezession gerade schon da. Die meisten Werte bröckeln langsam ab. Wenn das so anhält, wird es vielleicht eine lange Phase geben, wo sich buy&hold von einfachen Assets wie breitgestreuten ETF nicht lohnt? Es macht gerade wenig Laune, aber immerhin kann man günstig investieren. Zum Laune anheben gibts von Mintos jeden Tag ein paar Groschen Rendite aufs Konto.

     

     

  15. Sparta

    @Kiev

    Die überwiegende Mehrheit von der Ausnahme-Lebensform „Finanziell-Frei“ wird im höherem Semester sein.

    Die Ausnahme von der Ausnahme werden die 30er und 40er sein. Top-Performer, welche frugalistisch bis zur Rente leben wollen und nur noch ab und an was leisten / sich leisten wollen.

    Bei den 50ern oder 60ern kommen zusätzlich Faktoren wie Erbe, Lebens- und Sparleistung, Karriere, kürzerer Überbrückungszeitraum zu Rente/Pension/betrieblicher Altersvorsorge, gesundheitliche Aspekte und einige Faktoren mehr dazu.

    Man sieht wie unwahrscheinlich es ist im Lotto zu gewinnen, trotzdem kann man alleine in Deutschland über 100 Lottomillionäre berichten (pro Jahr / ca. jeden 3. Tag).

  16. Fit und Gesund

    @Mark 85

    den Goldpreis hab ich seit Längerem nicht mehr so wirklich verfolgt, aber Gold wird schon noch irgendwann mal wieder steigen, ich habe meine Taler auch nie zu den Vermögenswerten gezählt. Silber hab ich nur ein paar geerbte Münzen die noch nie viel wert waren.

    @Claus

    ja, ich denke auch eine Rezession wird kommen, Frage nur wie sie dann ausfällt, ich hoffe mein Depot ist halbwegs vernünftig strukturiert:

    Einzelaktien: 70%

    knapp 25% Consumer Staples, knapp 25% Health Care, 10% Energy (RDSA 5%)

    12% Reits und 12% Financials, der Rest entfällt auf die anderen Sektoren,

    ETF’s 30%

    mein Dividendenziel für 2018 ist längst überschritten, und das Ziel für 2019 und somit das Endziel ist ganz knapp erreicht.

    Voraussichtlich also noch 3-4x Kaufen bis Ende des Jahres, evtl. sogar nur noch 1-2 Käufe, Dividende werde ich weiter re-investieren, aber ansonsten baue ich Cash auf, allerdings nicht unbedingt gedacht um in Aktien zu investieren sondern um davon zu leben wenn ich denn aufhöre zu arbeiten. So der Plan, aber sollte es zu einem ordentlichen Crash kommen würde ich wieder monatlich kaufen.

    2018 ist nicht so einfach mit dem Investieren wie 2017 wo es immer nur bergauf ging.  🙂

    Heute Nachmittag dann der Termin beim Steuerberater in D, sollten die Deutschen mir zu viel abknöpfen wollen, dann verkaufe ich die Wohnung, aber ich muss erst abklären ob ich den Verkauf auch versteuern müsste obwohl ich die Wohnung geerbt habe, ich kenne mich Null mit deutschem Steuerrecht aus.

     

    @Thorsten

    ich war gestern wieder 1 Stunde am See Laufen, bei unregelmässigem Dienst ist es schwierig mit dem Intervallfasten, ich kenne aber eine Person die das macht, sie fastet aber einen Tag, einen Tag isst sie, Gewichtsverlust frappant, aber mit 50 ne Figur wie ein Teenie sieht auch etwas komisch aus. Alles in Massen, 16:8 find ich ganz gut, wenn machbar.

    So, lange Rede kurzer Sinn, die Zukunft hat begonnen, packen wir es an 🙂

     

     

  17. Oliver

    Hallo zusammen,

    bin jetzt wieder zurück im schönen Deutschland. Und was muss ich lesen? Es wird keine Rezession mehr kommen und allenfalls kleinere Einbrüche? Willkommen im Wolkenkukucksheim. Natürlich wird es immer wieder mal knallen und 2009 wird sicher nicht die letzte Rezession gewesen sein.

    Einige Werte sind in den letzten Monaten sehr stark gebröckelt. Sehr gute Möglichkeiten zum Einsteigen, würde ich sagen. Man muss sehr selektiv aussuchen, wir haben immer noch einige stark überbewertete große bekannte Unternehmen, wo ich eher kein Geld reinstecken würde. Ist auch nicht notwendig, weil man viele andere gute Unternehmen aussuchen kann.

    Momentan ist der Gesundheitssektor in den USA eher interessant. Mir gefällt Cardinal Health sehr gut, aber auch einige umliegende Werte in diesem Bereich. Die Qualmaktien (BAT, PM, Altria) sind auch sehr attraktiv und Lebensmittel wie Kraft Heinz und so einiges andere finde ich auch nicht schlecht. Selbst Chinesen wie z.B. Tencent ist eine interessante Gelegenheit. Daneben finde ich noch ein häßliches Entlein, was vielleicht wieder ein schöner Schwan werden kann interessant: Kinder Morgan. Das kanadische Gegenstück Enbridge ist auch ein nettes Unternehmen, um Geld loszuwerden. Es gibt viele Möglichkeiten und man muss sich keine Sorgen machen, gute Werte zu guten Bewertungen für sein Geld zu bekommen. Aber wenn sich der Markt entscheidet, dass es runter gehen soll, werden diese Werte auch mit runtergehen. So ist halt die Börse. Aber was man zu guten Bewertungen eingekauft hat, entwickelt sich in der Regel langfristig hervorragend, solange die Unternehmen ganz normal und erfolgreich ihre Geschäfte weiter führen können.

    Grüße Oliver

  18. KievKiev

    @ Sparta

     

    Mir ist klar, dass die meisten FiRe Kandidaten eher älter sind. Was man als Frührenter (50-60+) macht kann ich mir gut vorstellen. Da das FiRe Thema in den USA schon länger bekannt und gelebt wird, vermute ich dort mehr jüngere Kandidaten. Mich interessiert deren Alltag, da sie mit 40 Jahren grob über den Daumen in der besten Schaffensphase im Leben stehen. Das ist mit Ende 50 wohl nicht mehr der Fall. Somit vermute ich, dass sie neben Sport, Reisen usw. noch kreativ erfüllende Tätigkeiten durchführen. Tim schreibt ja auch den Blog und recherchiert dafür und arbeitet nebenher an Dingen die ihn interessieren.

    Mit Ende 50 wird man vermutlich eher Reisen durchführen, die man in höherem Alter vielleicht nicht mehr so gut durchführen kann, Sport treiben usw. Hier wird man aber vielleicht nicht mehr unbedingt den Drang haben etwas zu (er)schaffen. Das soll jetzt nur statistisch betrachtet werden und nicht diskriminierend aufgefasst werden. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich in höherem Alter nur von Energie strotze und unbegrenzt in meinem Schaffen von einem Projekt zum nächsten gehe. Ich möchte mich nur nicht auf diese seltene Wahrscheinlichkeit verlassen und lieber vorher schon das schaffen, was ich auch schaffen möchte.

    Ich habe kürzlich eine Calisthenics Sportanlage besucht. Ich bin 4-5km hingelaufen, habe dort Klimmzüge usw. gemacht und im Anschluss zurück (das war der schwerste Teil). Die Anlage war eher von jüngeren besucht, die sehr trainiert sind. Sie sahen zwar nicht aus wie Arni in den besten Jahren, aber schon weit ab der Norm. Derjenige mit den dicksten Oberarmen wiegt 9,5kg weniger als ich. Das hat nicht nur mich etwas gewundert. Er ist allerdings fast einen Kopf kleiner. Beim Laufen sehe ich im Vergleich eher wie der Bodybuilder aus, aber das ich unter denen der schwerste bin hat mich wirklich gewundert. Denn dort wirkte ich eher wie der drahtige Läufer. Da kann ich Bücher über Ernährung lesen und verstehe es trotzdem nicht. Vielleicht habe ich als Kind ein paar Steine gegessen? Intervallfasten betreibe ich auch unter der Woche. Alles in Maßen.

    @ Oliver
    Deine aufgeführten Unternehmen decken sich mit meinen Wünschen ganz gut 😉 Danke für Deine Liste. Ich werde sie mir einmal ansehen. Vielleicht ist da was als nächste Position dabei. Gesundheit passt ja schon einmal gut zu Tabak. Tencent finde ich auch interessant. Spätestens wenn es kracht werde ich Tencent, Byd, Xiaomi, Alibaba usw. als kleine Wachstumswerte aufbauen. Das traue ich mich aber aktuell noch nicht gezielt.

  19. Stefan

    Ist das Euer Ernst @Skywalker, @Jayfin?

    So naiv kann man doch gar nicht sein…wenn man mal ganz ehrlich sich die Verschuldung der Welt und sich die kranke Konstruktion des Euro anschaut, weiß man doch, dass der Crash kommen muss…natürlich wann kann keiner genau wissen…aber zu sagen, „der kommt nie mehr“…oder „das war früher“ ist der Hammer an Naivität….

  20. Ralf

    Ist man bei finanzieller Freiheit wirklich frei?

    Langjährige Arbeit als Arbeiter oder Angestellter wird oft als nachteilig dargestellt. Viele arbeiten aber gerne und möchten das noch lange tun. Und letztlich ist man auch finanziell freier Mensch von Einkommensquellen (Dividenden, Kursgewinnen, passives Einkommen etc.) abhängig. Oder nebenberuflicher Tätigkeit. Wirklich frei ist man damit auch nicht.

    Ein ungeplanter Nebeneffekt des Ziels finanzielle Freiheit kann die Verschiebung oder Unterlassung anderer oft erstrebenswerter Lebensziele sein (z.B. Gründung einer Familie, Hausbau….). Vielen wird das erst sehr spät bewusst. Gute Arbeit kann die Lösung vieler Probleme sein.

    Was ist wohl das eigentliche Problem vieler im Zusammenhang mit dem Wunsch finanzieller Freiheit?

    Ich habe mich intensiv mit dem Frustpotential meiner bisherigen Arbeit auseinandergesetzt. Ich war sehr unzufrieden. So geht es sehr vielen. Und beginne als Resultat nun in wenigen Monaten in einer ganz anderen Branche in einem sehr abwechslungsreichen Bereich und freue mich sehr darauf. Nebenbei werde ich als Gutachter ein zweites Standbein haben. Und habe bereits Ideen für weitere Alternativen. Finanzielle Freiheit ist gar nicht mein Ziel. Eine gute und befriedigende Arbeit dagegen schon. Viele Frührentner fangen aus Langeweile oft irgendwelche Hobbys an, die auch körperlich fordern. Sport kann ich auch als Angestellter gut betreiben. Bei Bedarf oder Wunsch eben auch in Teilzeit.

    Der Mensch muss irgendwie arbeiten. Sehr viele brauchen das einfach und fühlen sich sonst unruhig. Es macht mehr Sinn, sich über sinnerfüllende Arbeit zu unterhalten und Ideen auszutauschen. Deutlich mehr finanzielles Polster durch Aktien und ETFs strebe ich trotzdem an und das ist jedem sehr zu empfehlen. Auch eine gesunde Sparsamkeit. Hier kann es aber auch grenzwertig werden.

    Finanzielle Freiheit aber ist so eine Sache für sich. Man hätte dann Zeit das zu tun was man will. Warum nicht schon heute? Und welchen Preis kann es fordern? Ohne ständige Entbehrungen um finanziell möglichst schnell frei zu werden….

  21. KievKiev

    @ Ralf

    Gratulation. Von außen betrachtet hast Du eine sehr gute Entwicklung gemacht. Ich habe Dich früher pessimistischer, schwarzseherischer vielleicht auch nörgelnder wahrgenommen. Vielleicht hattest Du einfach durch den alten Job, oder bei der nicht erfolgreichen Haussuche Frust aufgebaut. Das sind ja auch sehr wichtige Bereiche für die eigne Zufriedenheit. Die scheinen sich sehr gut gelöst zu haben.

  22. Fit und Gesund

    @Ralf,

    da freue ich mich nun für Dich, das hört sich gut an!

    Ich gebe Dir in gewissen Aspekten Recht, auch ich habe mich schon gefragt, na wie wäre es wenn ich jetzt ab Morgen in Rente gehen würde, wie würde das aussehen, mein Tagesablauf, würde ich nicht meine Kollegen sehr vermissen? oder über die Zeit den Kontakt irgendwie verlieren? wäre ich dann überhaupt glücklicher als ich es jetzt bin? So ganz ohne Sorgen ist man sicher nicht wenn man finanziell frei ist, kommen vielleicht ganz andere Sachen hinzu an die man gar nicht denkt.

    Deswegen plädiere ich immer für ein gesundes Mittelmass, mal 1-2 Jahre Berserkersparen ist ja o.k, aber zeitlebens? für mich wäre das nix, ich möchte auch gut leben wenn ich in Rente gehe, mir nicht Alles verkneifen müssen nur weil es was kostet, Lebensfreude muss sein, die sollte man nicht opfern, aber man muss die Knete auch nicht raushauen als ob es kein Morgen gibt.

    Alles Gute Ralf!

  23. Claus

    @ fit und gesund

    Mach Dir keine Sorgen, Du bist prima aufgestellt, egal was kommt.

    Quäle mich auch seit Monaten mit dem Gedanken herum, ob ich zum Jahresende mein Gewerbe abmelden soll oder noch 1 Jahr dranhänge. Könnte so 3-4 Jahre die Dividenden weiter reinvestieren und nichts entnehmen. Danach müßte ich die Dividenden „verbrauchen“.

    Meine Dividendeneinkünfte würde ich gerne noch etwas steigern, so dass ca. durchschnittlich 1.500 € mtl. rauskommen. Dazu müßte ich etwas mein Depot umschichten, was mir widerstrebt. Alles hat Vor- und Nachteile.

    Habe BAT aufgestockt. Überlege, noch eine neue Position Altria zu kaufen. Bei einigen Verkaufskandidaten warte ich auf günstige Gelegenheiten. Vielleicht klappts ja bis Jahresende.

    Wünsche Dir eine gute Zeit (und allen anderen natürlich auch)

  24. Fit und Gesund

    @Claus,

    ich habe vor ein paar Tagen auch BAT aufgestockt, ob das klug war?  aber sie zahlen gute Dividende. Gestern dann noch 155 RDSA, macht jetzt 5% bei den Einzelaktien, dabei bleibt es dann, könnte sein dass ich ab dem 25. noch BASF aufstocke, sollen nur noch mehr fallen, leider ist Unilever zu teuer (noch) und wenn es mal richtig abwärts gehen sollte, dann gibt es Cisco und SAP und evtl. Apple oder Microsoft, aber die sind im Moment viel zu teuer.

    Ich musste auch ein wenig umdenken, ich bin jetzt eben in einem Alter wo Aktien mit geringer Anfangsdividendenrendite nix mehr bringen, da können sie steigern wie sie wollen, es würde Jahre dauern bis sie die höher rentierlichen Aktien einholen würden, aber ein bisschen ne Mixtur finde ich gut.

    Angst ist mir nicht, ich möchte auch so spät als möglich die Dividende aufbrauchen, lieber noch bisschen re-investieren, man muss es nehmen wie es kommt, weder zu forsch noch zu zögerlich.

    Wünsche Dir auch eine gute Zeit und weiter viel Erfolg mit dem Investieren.

  25. Thorsten

    @Wohnung mit Durchblick  Ganz toll, 1kg pro Woche ist sicher möglich, auch ohne Hungern. Hier noch ein Link Autophagie und intermittierendes Fasten

    Für fallende Börsenkurs oder Seitwärtsbewegungen sind Aktien mit hohen Dividenden Balsam. Man kann die Ausschüttungen dieser Aktien dann z.B verwenden um runtergeprügelte Wachstumsaktien einzusammeln. Ausschüttende ETF, REITs , darauf setze ich was Dividenden angeht. Die REITs und andere Aktien, sagen wir so ab 4% oder besser 5% Dividendenrendite befreien mich vom Zwang, dass Kurse ständig steigen müssen.

    @ Fit und Gesund Es ist sicher einfacher wenn man nicht oder teilzeit arbeitet oder zumindest regelmäßige Arbeitszeiten hat. Aber man kann das Zeitfenster ja auch mal verschieben oder nicht ganz so streng einhalten. Die Ausnahme von der Regel (wegen beruflichen odr privaten Terminen) wird von Leuten im Netzt praktiziert und sie haben trotzdem Erfolg, weil sie die anderen Tage eben brav sind 😉

    @All Die Frage, was finanziell freie Menschen machen ist womöglich eine Projektion aus dem Hamsterrad, weil  man es nicht anders kennt und sich irgendwas vorstellt, das sich vielleicht wie Urlaub anfühlt, wenn man dann frei ist.  Wer neben der Arbeit Interessen und Hobbies hat, der kann sie mit weniger Arbeit oder eben gar keiner Arbeit intensivieren und ausweiten. Dann ist es mit oder ohne Arbeit nicht langweilig. Ich widerspreche ausdrücklich, dass irgendeine sinnbehaftete Arbeit absolut notwendig ist. Ist es eine protestantische Arbeitsethik, die unsere Gesellschaft  durchwirkt und zugegebenermaßen unseren Wohlstand begründet ? „Müßiggang ist aller Laster Anfang“. heißt es. Aber wenn jemand den Haushalt macht, Sport treibt, Sprachen lernt, reist,..  dann ist das zwar keine „Arbeit“, aber sinnvolle Beschäftigung, nur eben ohne Bezahlung und eventuell mit Kosten verbunden.  Das einzige was zu vermiden ist : ständiges Rumsitzen, soziale Isolation und Reinstopfen von Essen, Drogen, Medienkonsum usw. Wer eine Beschäftigung = Arbeit gerne tut und dafür auch noch bezahlt wird, der kann sich glücklich schätzen.  Und Müßiggang könnte unsere gestresste Arbeitswelt etwas mehr vertragen, dann hätten wir weniger Burnouts und Depressionen. Und ja , anfangs vermisst man die Kollegen…und lernt über seine Interessen neue Menschen kennen.

  26. Skywalker

    @Obama:

    JA, deshalb schreibe ich es, ich habe mein Depot vor einiger Zeit aus privaten Gründen dezimiert und möchte gerne nachkaufen ;-)))

    Aber im Ernst, ich denke, dass die Gegebenheiten an den Börsen aus verschiedenen Gründen andere sind als vor 10 JAhren. Zum einen der Nullzins, welcher damals unvorstellbar gewesen wäre.

    Zum andere die ETFs, welche den Markt breit stützen (aber auch breit crashen lassen können?).

    Weiterhin ist Buyandhold und langfristige Aktienanlage zunehmend in aller Munde, mal sehen ober es so bleibt, aber ich glaube schon, dass immer mehr Menschen verstanden haben, dass man langfristig investieren sollte.

    Ob es zu einem Horrorszenario kommt wie von Stefan geschrieben glaube ich nicht, bisher ging es noch immer irgendwie weiter, egal was war.

  27. Sven

    Hallo an alle,

    500 Leute, Wahnsinn!

    Ich lese gerade während meines kostenfreien Urlaubs bei Schwiegermama und -papa ein Buch über Aktienbewertungen und höre Musik während ich das Haus für mich habe mit Hund. Hihi. Erholsam.

    Bestimmt werde ich in 20 Jahren hier sitzen und wir haben noch immer keine Rezession erlebt. Bestimmt.

    Lasse ich das träumen aber bleiben finde ich hier einige tolle Kommentare. Was ist der Sinn der finanziellen Freiheit? Ein glückliches Leben! Bin ich also nicht frei wenn ich abhängig beschäftigt bin und die Freiheit habe mit meiner Familie spontan nach Holland zu verreisen? Wie ich finde ist der finanziell frei, der das machen kann, was ihn zu 90-95% glücklich macht. Ich bin mir im Klaren darüber, dass man im Leben auch Kompromisse eingehen muss wenn man kein Einsiedler sein möchte.

    Am Ende meines Lebens möchte ich zu mir sagen können:

    Ker war das ne geile und glückliche Zeit! Du hast das beste daraus gemacht!

     

    Beste Grüße aus dem Münsterland

    Sven

     

  28. Daniel (Fächerstadt)

    @ Thorsten: Interessen sind das eine, hängt  natürlich vom naturell der Menschen ab. Wissbegierige, kommunikativem neugierige Menschen bleiben i.d.R. so sind aber auch nur ein kleiner Teil der gesamten Gruppe. Jene die schon in der Schule und später sich nicht für Fremdsprachen interessiert haben, die werden mit 40 garantiert damit nicht anfangen. Menschen ändern sich ab einem gewissen Alter nicht mehr wirklich, die Basis wird in der Kindheit/Jugend gelegt. Das sind typische gute Vorsätze, welche am Ende trotzdem nicht umgesetzt werden. Ein unkommunkativer Mensch ohne private Netzwerke bleibt so, auch wenn er FIRE ist, dass sollte man nicht unterschätzen bzw. sich selbst einschätzen können. Ohne ein hohes Mass an selbstmotivation wird das nicht gelingen.

    es gibt genug Untersuchungen die zeigen, das erfüllende Arbeit sehr zum Wohlbefinden der Menschen beiträgt und wir als soziale Wesen, teilweise sogar darauf angewiesen sind. Also verschiedene tragende Säulen haben (Familie, Freunde, Arbeit, Vereine etc.), welche ebenfalls antifragil bzw. auch gleichzeitig glücklich machen.

  29. Fit und Gesund

    @Thorsten,

    also ich bin echt zu alt um Alles mitzumachen, wieviel Diätformen hast Du im Laufe Deines Lebens mitgemacht oder gehört davon??? mein letzter Anflug von Diätwahn war die Paleo Diät für 8 Wochen, ist Jahre her, jetzt ist intermittierendes Fasten der letzte Schrei… warte mal 2-3 Jahre ab und kein Hahn kräht mehr danach,

    im Buchladen gibt es stapelweise Bücher zum Thema, aber jedes Jahr wieder was ganz Neues dabei,

    ich setze auf gesunde Kost mit wenig Fleisch und Bewegung, mehr brauch ich nicht, fahre gut damit.

    liebe Grüsse

  30. Slazenger

    @Claus

    die Frage ist doch, ob dir dein Job Spaß macht, dann kannst ja noch ein Jährchen dran hängen, bzw. kannst du auch schrittweise reduzieren?

    Wie sieht dein Plan für die Zeit danach aus? Die Welt anschauen?

    BAT und Altria habe ich kürzlich ebenfalls etwas aufgestockt.

  31. Mark85Mark85

    An Thorsten: Gut geschrieben. Es steht und fällt mit der Kunst, sich selbst beschäftigen zu können. Da ich viele Interessen habe, empfinde ich die komplett freie Zeiteinteilung als das Beste am Frührentnerdasein. Diese macht einen enorm flexibel und spontan, man muss niemanden (vorher) um Erlaubnis fragen. Alles kann, wenig muss. Sollte ich jemals wieder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen oder müssen, dann nur mit wenigen Wochenstunden. Damals mit mind. 40 Stunden pro Woche hatte ich immer nur das Gefühl, über kaum freie Zeit zu verfügen.

    Meine Eltern befinden sich auch im Vorruhestand. Sie werkeln am Haus, kümmern sich um die Enkelkinder, unternehmen Ausflüge oder Reisen (zur Zeit sind sie allein in meiner Wohnung auf Teneriffa).

    Ich weiß, dass es auch Leute gibt, die nach ihrem letzten Lebensarbeitstag in ein tiefes Loch fallen, weil sie das Gefühl haben, dass ihnen etwas Fundamentales im Leben genommen wurde oder sie nie gelernt haben, selbstbestimmt über ihre Zeit verfügen zu können. Dann fangen sie vielleicht aus Frust oder Langeweile an zu trinken. Dies finde ich sehr traurig.

  32. Diana H

    Ich bin noch weeeeeeeit vom Ruhestand entfernt, einfach weil ich den im Moment gestückelt schon praktiziere (3 Jahre Elternzeit). Was für viele Frauen ja der Horror schlechthin ist. Altersarmut. Anti-feministisch. Blablabla. Was ich machen werde, wenn ich älter bin, weiß ich noch nicht. Aber mir fällt immer etwas ein und ich habe zahlreiche Interessen. Im Moment genieße ich (mal mehr mal weniger) die Zeit mit meinem Kind. Und das ist meiner Meinung nach das Sinnvollste, was man in seinem Leben tun kann. Ich freue mich über das gemeinsame entdecken und lernen. Seit über einem Jahr ist er in einer  Dinophase und ich weiß jetzt alles darüber. (Koprolith=Dino-AA…läuft..) Ich sehe einfach was für einen Wortschatz er bereits aufgebaut hat, wie er bereits mit einem richtigen Küchenmesser umgeht und an seinem Kopfstand arbeitet. Und das mit 2 1/2. Und weil wir eben sparsamer leben müssen, lernt er eben auch viel über das selber machen. Das finde ich aber auch wichtig.
    Wenn er dann groß ist und ich irgendwann im Ruhestand , werde ich vielleicht so eine alte esoterische Katzen-lady (wobei ich Katzen eigentlich nicht sonderlich mag) und Bücher schreiben oder in einem Tierheim aushelfen oder gärtnern, man weiß ja nie… Jedenfalls werde ich die Zeit jetzt nicht bereuen.

  33. Oliver

    Was das Frührentnerdasein betrifft, kann man natürlich immer nur für sich selber schreiben, wenn man es erreicht hat. Ich habe immer gerne gearbeitet und mein Ziel war sicher nie, den ganzen Tag nur noch auf dem Golfplatz oder am Strand zu verbringen. Ich habe sehr viel gearbeitet und manchmal war Freizeit ein wirklicher Mangel.

    Was hat sich also geändert? Ich kann den Tag frei einteilen wie ich will. Ich habe ein paar Routinen eingebaut, da ich diese brauche. Aber das in der früh aufstehen und zur Arbeit gehen und abends wieder nach Hause gehen fünf Tage in der Woche geht mir ehrlich gesagt so gar nicht mehr ab. Ich mag gerne IT, was ich zu meinen Beruf gemacht habe. Gleiches für wirtschaftliche Dinge, die auch dazu gehörten. Ich habe IT nach wie vor in meinem Leben, nur in sehr viel geringerem Zeitanteil. Dadurch habe ich festgestellt, dass es mir noch besser gefällt, weil es nur ein spaßiger Teil von vielen ist. Ich nehme nur noch kleine Projekte an, die mich persönlich interessieren. Interessieren tut mir leider doch noch zu viel davon :). Ich denke sogar nach, ein Buch zu schreiben, was alles so auf uns zukommen kann und wie sich die Gesellschaft mit den Entwicklungen verändern wird.

    Daneben bin ich dieses Jahr weit häufiger irgendwohin gefahren. Gar nicht mal so lange Dinger, sondern viel mehr kurze Reisen. Meistens unter der Woche, um den Massen zu entgehen. Auch Bergwanderungen sind unter der Woche sehr viel entspannter, gleiches für das Finden von Plätzen in Berghütten. Mein Spanisch entwickelt sich auch immer besser. Was ich für mich sagen kann: Ich habe sehr viel mehr Lebensqualität gewonnen. Mir ist aber auch bewusst, weil ich sehr vielseitig interessiert bin, dass es ganz gut zu mir passt, aber nicht für jeden anderen.

    Ich bin z.B. ein großer Fan des Blogs von Jason Fieber. Er hat zu dem Thema finanzielle Freiheit sehr viele Aspekte aufgelistet, auch dass das Konzept nicht für jeden gültig ist. Wer den Artikel lesen mag:

    http://www.mrfreeat33.com/fire-might-not-be-for-you-and-thats-okay/

    Da er auch finanziell frei ist, macht er sich sehr viele Gedanken um dieses Thema. Daraus spricht sehr viel praktische Erfahrung und vieles davon ist mir in der kurzen Zeit auch begegnet.

    Ich bin mir sicher, dass der alleinige Fakt, über genügend Geld zu verfügen um nicht arbeiten zu müssen für sich gesehen für manche keinerlei Änderungen bringt. Ich denke, nur weil mir der Job nicht gefällt, in dem ich arbeite sollte nicht die Motivation sein,  mit allen Mitteln finanziell frei zu werden. Das ist meiner Meinung totale Themaverfehlung. Hier würde ich mir zuerst überlegen, ob ich in meinem jetzigen Leben nicht einige Stellschrauben verändere, um mit dem Jetzt zufrieden zu sein. Das ist doch erstmal das allerwichtigste, dass genau jetzt mein Leben so stattfindet, damit ich gerne am Morgen aufstehe und den Tag erleben möchte. Dazu gehört auch ein Job, bei dem ich nicht gleich das Kotzen bekomme, wenn ich auch nur daran denken muss. Das ist für mich völlig fehlgeleitet.

    Finanzielle Freiheit bringt einem nichts anderes als mehr Möglichkeiten. Brauche ich die nicht, weil ich jetzt schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe, bringt die finanzielle Freiheit für sich gesehen nicht viel.

    @Ralf: freut mich, dass Du deine ganzen Punkte, die dich stören, so konsequent angehst. Du schreibst inzwischen ganz anders. Sieht so aus, als ob Du eine tolle Entwicklung durchmachst. Glückwunsch dazu.

    So, jetzt nutze ich meine nächste Möglichkeit, mit der S-Bahn schnellstens in den Augustiner-Biergarten zu kommen. Heute ist endlich schönes Wetter, was will man mehr. Da werde ich zuerst meine Spanisch-App nutzen, dann über das Buch nachdenken und wenn mir der Kopf raucht, mich mit ein paar Freunden treffen, die sich dazugesellen.

    Grüße Oliver

     

     

     

  34. ThorstenThorsten

    @Ralf

    Ich sehe das ein bischen ähnlich wie Du und hatte (provokativ) in einem Beitrag geschrieben, dass Finanzielle Freiheit KEIN gutes Ziel ist. So für sich bringt das nichts und man hat dann nur das Problem: Was mache ich jetzt mit meiner ganzen Freizeit?

    Wenn man allerdings einen Traum hat, den man verfolgen möchte und dafür die Finanzielle Freiheit als Voraussetzung braucht, dann finde ich das schon in Ordnung. Viele Ideen, wie bei mir lange und viel reisen, kann man mit einem „normalen“ Job einfach nicht vereinbaren.

    Und ich glaube auch nicht, dass man im hier und jetzt auf etwas verzichten sollte, dass man unbedingt braucht oder haben möchte – was auch immer das jeden ist. Aber es gibt eine ganze Menge Dinge, die man nicht braucht und nicht (wirklich) haben möchte, sondern wo einen nur andere versuchen zu etwas zu überreden (häufig unbewusst per Werbung).

    So hoffe ich für mich den „goldenen Mittelweg“ zu gehen 🙂

    @Oliver

    Sehr gerade, dass Du in der Zwischenzeit so ähnlich argumentiert hast. „Finanzielle Freiheit bringt einem nichts anderes als mehr Möglichkeiten“ fasst es sehr gut zusammen!

  35. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Sandra

    Ja, so ist grob die Aufteilung: 60% Aktien, 40% Immobilien. Die Aktien tendieren Richtung 65% nach den starken Kursgewinnen in den vergangen Monaten. Ja, es ist jeweils eine Wohnung in Dtld. und NYC. Aber genug angegeben. Es sind noch Hypotheken auf den Objekten. Die Schulden sind aber dank hoher Tilgung bald Schnee von gestern.

    @ esser

    Danke. Das freut mich sehr!

  36. Claus

    @ Slazenger

    Mein Job läuft schon einige Jahre „nur noch so nebenbei“ und macht mir keinerlei Spaß mehr. Diese Zeiten sind leider lange vorbei.

    Vielmehr beschäftge ich mich mit dem Thema Aktien. Ist wie ein Hobby.

    Meine Zeit als „Privatier“ habe ich noch nicht geplant. Werde wahrscheinlich damit beginnen, etwas fitter zu werden. Schwimmen wäre ganz gut. Reisen wäre auch etwas. Vielleicht besuche ich mal den lieben Tim und schaue mir die Wallstreet an…

    LG

  37. Fit und Gesund

    @All,

    so, komme direkt vom Steuerberater, also das was ich voraussichtlich für die Whg. in D zahlen muss ist nun weniger als ich dachte und auch machbar.

    Und ich bin wieder schlauer, ich könnte die Wohnung verkaufen ohne diese Steuer die man zahlen muss, wenn man vor Ablauf von 10 Jahren eine Wohnung wieder verkauft, ich habe die Wohnung ja geerbt und kann von der Haltedauer meiner Mama profitieren, yippeeh…. der Tag ist gerettet und ich habe noch Zeit mit dem Verkauf.

    Der Steuerberater war obszön teuer, also teurer als das was ich in der CH bezahle… aber ich hab nun ein „Muster“ und kann das nächstes Jahr dann hoffentlich selber machen.

    Jetzt hoffe ich noch auf fallende Aktienkurse und dann ist doch Alles paletti 🙂

    liebe Grüsse

  38. KievKiev

    @ Claus

    Hast Du vielleicht Aufträge die Dich runterziehen? Manchmal hilft es sich nur von den nervigsten 20% zu trennen. Da Du dies finanziell scheinbar schon durchführen könntest wäre das auch eine Möglichkeit. Vielleicht ist der Job dann auch wieder interessanter.

    Deine sportlichen Ambitionen klingen etwas nach Aufschieben. Ich weiß ja nicht wie lange Du aktuell arbeitest, aber so viel Zeit nehmen sportliche Aktivitäten nicht in Anspruch. Am besten fängst Du heute an tägliche Routinen einzubauen. Umso leichter sie am Anfang sind umso einfacher fällt es. Der Ausbau kommt dann mit der Zeit von alleine.

    Ich habe selbst erfahren, dass vieles was ich auf meine Zeit als Privatier aufgeschoben habe bereits heute möglich ist.

  39. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Sven

    Von der Wall Street bist Du mit der U-Bahn in 45 bis 60 Minuten an tollen Stränden. Meine bevorzugten sind Manhattan Beach und Brighton Beach jeweils in Brooklyn. Aber es gibt hier viel mehr Strände.

    Surfer gehen gerne zur Rockaway Beach. Dauert 60 Minuten mit der U-Bahn von der Wall Street:

    https://youtu.be/d2UWPv6x4bE

    Oder Du nimmst das Schnellboot für 2,75 Dollar:
    https://youtu.be/B2b3jrmILYQ

    Ich bin jede Woche am Strand.

  40. Wohnung mit Domblick

    Auf den „goldenen Mittelweg“ hoffe ich auch, den @Thorsten erwähnt hat.

    Meine vage Idee: Ein paar Jahre noch Vollgas, dann hab ich ein gewisses Beruhigungspolster und kann eine freiberufliche Tätigkeit anstreben (anfangen kann ich natürlich parallel schon vorher). Ich hab schon eine vage Idee. Als Freiberufler kann man auch ortsunabhängig arbeiten und bei freier Zeiteinteilung. Sogar von einem schönen Strandcafé aus 🙂

    Heute hab ich spontan einen neuen Sparplan eingerichtet auf den Arero Weltfonds. Angestiftet hat mich Finanzrocker.net, wo der erwähnt wurde. Ich bin noch weit entfernt von Aktienpicking und investiere nur kleine Beträge in mehrere breit diversifizierte Sparpläne in zwei verschiedene Depots. Also recht langweilig und unaufgeregt. Dann passt auch eine begrenzte Risikoanlage wie P2P ins Portfolio. Ich hoffe zum Jahresende auf eine positive Gesamtrendite, zur Zeit siehts da mau aus.

    @Diät: Ich mache auch keien Diät, ich habe meine Gewohnheiten umgestellt. So verkaufsfördernde Konzepte wie Intervallfasten finde ich zu zwanghaft und halte sie auch für unnötig. Aber wer kann schon Diätartikel oder -Bücher verkaufen, in denen nur ganz einfache Basics drin stehen? Da wird dann gerne ein großes Konzept drumrum gebastelt und möglichst noch aufwendige Diätrezepte dazu, die fern von Alltagstauglichkeit sind.

  41. Mark85Mark85

    An Wohnung mit Domblick: Wenn man keine Lust darauf hat, sich sein eigenes Weltportfolio zusammenzustellen und anschließend zu verwalten, sind Komplettlösungen wie der ARERO auf jeden Fall keine schlechte Wahl.

  42. Chris K.

    @Tim

    Super gute Artikel!! Macht immer Spaß zu lesen.

    Ich war jetzt im Urlaub, heute zurück und sofort alles gelesen.

  43. Fit und Gesund

    @Mark 85,

    danke 🙂

     

    @All,

    die Tesla Aktie fällt sooo schön, dieser Elon – Clown ist mir sowas von zuwider….

    Montana Sceptic wird hoffentlich steinreich mit seiner Wette gegen Tesla!

     

    @Kiev,

    sehr wahr, viele Sachen die man gerne machen möchte kann man auch machen wenn man noch berufstätig ist, weniger vorm PC und mehr machen, deswegen geh ich jetzt auch nochmal raus, die Sonne scheint herrlich.

  44. Claus

    @ Kiev
    … danke, das habe ich schon vor längerer Zeit gemacht. Habe nur noch ein paar „alte Kunden“ mit vernünftigen gelegentlichen Aufträgen.

    Alles was „nervt“ oder mehr Arbeit macht, als es einbringt, lehne ich rigoros ab. Ich nenne sie „Zeitdiebe“ und „Nervensägen“. Es sind meist Menschen, die nicht wissen, was sie wollen. Sie fordern x Angebote an, können sich aber nicht entscheiden und bestellen nie.

    Eine andere Kategorie sind Menschen, die als erstes nach Rabatten fragen, weil sie die Leistungen angeblich (was nicht stimmt) bei einem Mitbewerber günstiger erhalten. Ich frage dann höflich, warum sie mich dann anrufen und wünsche ihnen viel Erfolg.

    Auch das ist ein grosses Stück Freiheit…

    Der Job wird keinen Spaß mehr bringen. Das Problem ist einfach, dass die Branche „am Ende“ ist. Ich hatte sehr gute Jahre, die viel Freude gemacht haben. Meinen Kunden bin ich sehr dankbar. Doch nach 33, vielleicht 34 Jahren Selbständigkeit, werde ich wohl aussteigen.

    Was die sportliche Betätigung angeht, hast Du vollkommen recht.

    LG

  45. Thorsten

    @Thorsten da gehen wir doch auseinander. Ich spreche jetzt nur für mich. Ich habe eben nicht plötzlich viel Zeit gehabt, als ich aufgehört habe zu arbeiten und ich benötigte auch keinen Traum. Dass mir irgendwie langweilig wäre würde mir im Traum nicht einfallen.  Wieso soll jemand mit finanzieller Freiheit plötzlich ein Problem haben Freizeit zu haben ? Ich denke, dann wäre ich mit meiner Arbeit verheiratet gewesen oder mich über diese identifiziert, das wäre für mich entsetzlich. Ich habe immer eine gesunde Distanz bewahrt um handlungsfähig zu bleiben, z.b. um zu kündigen und woanders mehr zu verdienen. Und Interessen außerhalb der Arbeit sollte sich jeder erarbeiten. Wo kommt dieses Bild mit dem Liegen am Strand oder dem Golfplatz her ? Das ist genau diese merkwürdige Projektion aus dem Hamsterrad, die mich eher an Urlaub als an finanzielle Freiheit denken lässt sorry.

  46. Thorsten

    @Fit und gesund Ich habe noch nie eine Diät gemacht und halte auch nichts davon. Intervallfasten ist keine Diät, es sei denn man reduziert bewusst die Kalorien. Muss man aber nicht. Ich würde mir nie Bücher oder irgendwelche Pulver oder Zusatzstoffe für irgendwas kaufen, beim Essen hört der Spaß auf.

  47. Fit und Gesund

    @Thorsten,

    ich kenn mich wahrlich aus *lach* , ich bekomme Alles mit was so gerade Mode ist, hab ja genügend junge Kolleginnen, Low Fat, Low Carb, High Protein … you name it…

    Manchmal fall auch ich drauf rein, letztes Mal war’s die Kokosöl-Mode, die hab ich mitgemacht, schmeckt auch lecker das Gemüse in Kokosöl anzubraten, jetzt heisst es …fördert Demenz…

    Beinahe hätte ich auch den Smoothie Maker gekauft, Nutri-Bullet oder so ähnlich, aber dann doch zu geizig gewesen, der Pürierstab hat es auch erledigt.

    Die Leute machen Alles mit, hier noch bisschen Vitamin D3, da noch bisschen Melatonin bei Schlafstörungen, ach ja, Fischölkapseln sollen auch nicht so das Wahre sein, da ess ich lieber Fisch..

    Jeder schwört auf was Anderes, das mach ich nicht mehr mit, ich ess auf was ich Lust hab, natürlich nicht jeden Tag Schokolade, auch keine 90% Kakao-Schokolade, ich bremse ein wenig beim Obst, Gemüse ist besser, selten Fleisch und wenn es hart auf hart kommt, auch ne Nutella-Schnitte auf der Arbeit, der Hunger treibt es rein…   🙂

    ach und erst die Intoleranzen, bei uns hat jede Dritte irgendeine Intoleranz, da werd ich auch schon leicht intolerant gegen so viel Unfug, auf unserem vorletzten Geburtstagstreffen war Eine schier pikiert dass die Gastgeberin Äpfel  unter’s Müsli gemischt hatte, wo sie die doch nicht verträgt, boah… da schwillt mir dann leicht der Kamm…

    na ja, soll Jeder machen wie er will, ich fühl mich mit normaler Kost wohl und bin nicht zu fett und Pickel hab ich auch nicht 🙂

    liebe Grüsse

     

  48. -M

    @Thorsten

    Ich mache das intervallfasten 8-16 Methode.

    Ich bin nicht so der frühstücker, esse also um ca 12:30 zur Mittagspause das erste mal, da habe ich auch richtig Hunger. Manchmal noch ein Snack auf der Arbeit und dann so 19uhr zu Abend mit der Familie meist warm.

    Was soll ich sagen? 3. Woche und 3kg weniger. Klar, am Anfang keine Kunst, aber davor hat sich einfach nichts getan am Gewicht. Das coole ist, ich esse was ich will und das Gewicht geht runter…. kaum zu glauben… letzte Woche hab ich es auf die Spitze getrieben (1 Tafel Schokolade,  2x lasagne , 1x Pizza) trotzdem geht’s Gewicht runter 🙂  die Woche soll natürlich die Ausnahme bleiben aber wollte mal sehen was passiert. Heute gab’s Gemüsepfanne

    -M

     

  49. Andrea

    Claus, welche Branche ist das denn?

    Fit und Gesund, ich leide unter Einschlafstörungen, wahrscheinlich durch den Stress bedingt. In den Sommerferien war es gsnz schlimm. Zum Glück musste ich nicht arbeiten. Es ist sehr quälend. Ich stieß auf diese Melatoningeschichte und habe mir daraufhin bei amazon 2 kg getrocknete Kirschen bestellt. Kirschen enthalten wohl viel Melatonin. Ich knabbere tagsüber und vor allem abends kräftig dabon. Bis jetzt schmecken sie mir sehr gut (da Süßkirsvhen) und ich bin schon bei den nächsten 2 kg Kirschen. Es wirkt sehr gut, ich schlafe wirklich viel besser und viel früher ein und fühle mich morgens ausgeruhter.

    In Tablettenform o.ä. würde ich das aber nie nehmen. Die Kirschen enthalten auch viele andere Mineralien, die mir wahrscheinlich gut tun. Es bringt auch die Verdauung total auf Trab.

    Na ja, irgendwann werde ich die wahrscheinlich nicht mehr sehen können, aber im Moment bin ich froh über diese einfache Lösung.

    Habe ich hier schon erwähnt, dass mein Mann und ich beide in fünf Jahren ein Sabbatjahr machen werden? Wir wollen dann sehr viel reisen.

  50. K.K.

    @Ralf

    Deine neuen Sichtweisen hören sich sehr gut an. Die eigene Betrachtungsweise bzw. Einstellung hilft oft beim Bewältigen externer Probleme und schafft auch eine ganz andere entspannte Sicht auf das Leben.
    Klasse, wie Du selbst deinen Umgang mit den Problemen nun so geändert hast. Respekt, das schaffen viele nicht.

    @Thorsten

    Das mit dem Müßiggang und dem Burnout klingt gut 😉

    Ein Auto kann man 200 km/h und mehr km/h fahren, Aber dann halt nicht 200.000 km sondern ggf. nur 50.000 . Moderate 80-130 und es klappt auch mit den 200.000 km. Selbiges gilt für den Menschen. Ein Arzt bei uns erklärt so bildhaft den Patienten immer warum sie ihren Bluthochdruck behandeln lassen sollten.

    Selbiges gilt auch für die Arbeitsbelastung, die Schnell-Lebigkeit, den Stress (der dann auch zu Bluthochdruck und schlimmeren führen kann(!) ).

    Bzgl. Diäten etc:

    Die Mischung machts. Wie immer. Von allem ein bisschen. Und selbst dazu gibt es gute Bücher, wo das beschrieben ist und warum. Teils sogar mit Übungen. 20 Min / Tag an 5 Tagen die Woche. Dann kommt man auch auf die 1-2h pro Woche Bewegung. Bei mir im Radio wurde von 2h pro Woche gesprochen, faszinierend wie die Berichterstattung schwankt.

    Gerade Ernährungstechnisch, kann man mit gesundem Menschenverstand und etwas „auf seinem Körper hören“ vieles richtig machen. Ein Völlegefühl oder Sodbrennen hat ja seinen Grund. Früher ging es auch nicht anders. Natürlich sollte man nicht zu viel in sich hineingehören, den sonst hat man bald mehr Zipperlein als das wirklich was ist.

    Das Gesamtbild ist wichtig. Genauso wie einzelne Laborwerte nichts aussagen, man muss sie im Kontext betrachten. Der Mensch ist nicht so einfach wie man manchmal denkt. oder meint (für Laien gesehen) 😉 Aber im Allgemeinen kommt man mit gesunder Selbstreflektion und ausgewogener Ernährung sowie ausgewogener Lebensweise sehr weit.

    Das Schlafmangel und Augenringe nicht gut sind, weiß fast jeder. Wenn man trotzdem nur 4h schläft und stattdessen liest oder TV schaut oder zockt, obwohl man jeden Tag hundemüde ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Bzgl. Finanzieller Freiheit bzw. Freiheiten per se:

    Zur Tagesgestaltung gehört halt etwas Selbstdisziplin. Hat man die nicht, braucht man einen Arbeitgeber der einem sagt wann man wo zu sein hat und was man dann tut.
    Aber die Disziplin bringt man ja auch in der Ansparphase anderweitig auf, also dürfte das kein Problem sein. (Von falschen, dann nicht erfüllten Erwartungen, mit Eintritt der FF, mal abgesehen.)

    Wer Abnehmen will muss ggf. Sport machen oder die Ernährung umstellen. Das braucht Disziplin. Ohne Disziplin kein Gewichtsverlust.
    Wer Selbstständig sein will, braucht Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen, sonst klappt es nicht.

    Die Extra-Mile bekommt man nicht geschenkt, man muss sie immer wieder selbst gehen. Manchmal fällt es leicht, manchmal ist es mühsam. Aber ohne die Extra-Mile aber auch kein Benefit (Gewichtsverlust, Selbstständigkeitsaufbau, Freiheit, …..)
    Will ich mehr Urlaub muss ich vorher ggf. Überstunden aufbauen, die ich dann abfeiern kann. Extra-Meile.

  51. KievKiev

    @ Claus

    Ich möchte auch nicht, dass es falsch verstanden werde. Ich habe meine eigenen Laster. Einige sind mir bekannt und ich arbeite stetig daran sie zu umgehen. Es gelingt trotzdem nicht immer. Aufschieben und Faulheit finden immer wieder neue Wege. Du könntest bei konkretem Interesse an Schwimmen auch Deinen bereits reduzierten Auftraggeberkreis um einen Kunden streichen und die gewonnene Zeit genau dafür verwenden. Also z.B. jeden mittag eine Stunde schwimmen, falls es in der Nähe möglich ist. Dann hast Du netto kaum einbußen und führst aber schon Dinge durch die Du Dir für Deine Freiheit vorgenommen hast. Vielleicht musst Du ja auch andere Dinge finden. So kannst Du alles langsam ausprobieren.

    @ Fit und Gesund

    Freut mich mit dem Finanzamt. Mein Bauchgefühl hat hier auch nichts schlimmes befürchtet. Es wird sich zeigen wie hier jetzt in der Schweiz mit dem Gewinn bezüglich der Progression umgegangen wird.

    Was ich noch bedenken würde:

    Ich erwirtschafte mit Vermietung bisher immer mehr als 12% Rendite ohne Wertsteigerung. Die ist enorm. Aber ich betreibe die Vermietung aktiv. Ich habe keine Makler, Verwaltung, Steuerberater habe Nutzungsänderungen durchgeführt und selbst Hand angelegt usw. Nur Haus und Grund und das nötigste verwende ich. Ich vermiete im lukrativsten Sektor (mit Ausnahme von Kurzzeitvermietung), der auch entsprechend aufwendiger ist. Trotzdem würde ich aktuell bei einem Verkauf mit 5% Renditebetrachtung auf das eingenommene Kapital mehr Geld als mit der Vermietung erzielen. Die Kaufpreise sind einfach sehr hoch. Du kannst Dir überlegen wie viele Jahre Du vermieten möchtest. Die Preise sind aktuell sehr gut. Sie können natürlich weiter steigen aber auch fallen. Du hast umso mehr Optionen umso weiter der Zeitpunkt für den Verkauf entfernt liegt (Angebotspreis, Makler drücken usw.). Daer Zeitwert verschlechtert sich mit dem annähern des Endzeitpunktes. Ich sehe die Rendite von Immobilien gerade in der Ansparphase vor Aktien (wenn man weiß was man macht). In der FI / Rentenphase sehe ich Aktien klar vorne. Ohne Hebel und mit mehr Service rund ums Haus geht die Rendite vielleicht auf unter 3% des aktuellen Marktwertes herunter. Ein Verkauf würde ein ordentliches Cash Polster geben. Damit kannst Du die ersten Jahre sehr gut überbrücken und hast keine Sorge mit Aktieneinbrüchen. Nebenbei könntest Du noch weitere Aktien aufstocken, die vielleicht nicht allzu tief fallen und halbwegs sichere Renditen bringen sollten. Andererseits bist Du mit Immobilie und Aktien breiter aufgestellt. Das ist schon ein Vorteil.

     

  52. KievKiev

    @ Andrea

    Vielleicht hilft Dir Meditation vor dem Einschlafen? Wenn Du Dich auf Atmen und Körperteile konzentrierst kannst Du Dinge die Dich beschäftigen vielleicht loslassen. Du kannst auch den Tag in Gedanken abschließen, was gut lief und was Du vielleicht besser machen kannst. Und nach dem Verarbeiten musst Du dann auch loslassen. Wenn es daran liegt, dass Du nicht einschlafen kannst könnte es helfen.

  53. Andrea

    Kiev, danke. Ich habe schon alles Mögliche ausprobiert, auch autogenes Training und Japanisches Heilströmen sowie die Methode aus dem Buch The Healing Code. Manches hat eine Zeitlang geholfen und dann nicht mehr. So probiere ich das mit den Kirschen, solange es mir hilft. Vielleicht ist es ja auch tatsächlich die Lösung.

    Es stimmt allerdings, dass mich immer viele Dinge beschäftigen. Es passiert einfach zu viel in meinem Leben und ich habe zu viel Arbeit. In diesen Phasen, wo ich den Eindruck habe, dass ich nicht alles schaffen kann, habe ich am meisten Schlafprobleme. Es sind wohl Versagensängste.

  54. Fit und Gesund

    @ K.

    sehr gut geschrieben!  🙂

    @Andrea,

    in Deinem letzten Abschnitt liegt dann aber die Wurzel des Übels, da würde es sich rentieren ein wenig zu entschleunigen, zu viel Arbeit kann Einen auffressen, die Angst zu versagen, was bedeutet es überhaupt „zu versagen“, an wem misst Du Dich? Ich probiere eher mein Wohlbefinden als Mass aller Dinge festzulegen, was Andere von mir halten ist mir nicht soooo wichtig, auch nicht unwichtig, aber  sicher nicht so dass ich vom Urteil anderer Menschen abhängig bin, ich weiss jederzeit dass es Bessere, Klügere, schönere Menschen als mich gibt, warum auch nicht? es passt für mich.

    @Kiev,

    ich bin natürlich nicht der geborene Vermieter, diese Wohnung hab ich einfach geerbt und versuche die Sache im Sinne meiner Mutter anständig weiterzuführen, das bin ich ihr schuldig, aber Vermietung macht schon Arbeit, es geht sicher nicht so wie man es in den einschlägigen blogs lesen kann, zackig Wohnung kaufen, grosser Hebel und gleich noch Eine und ratzfatz ist man reich, da gehört schon Sachkenntnis dazu, ich habe ja sogar überlegt noch eine Wohnung zu kaufen, aber… ich bin weder kaufmännisch geschult noch habe ich irgendwelche handwerklichen Fähigkeiten, es hat eine Zeit gedauert bis ich realisiert habe dass das für mich kein guter Weg wäre.

    Jetzt hab ich wieder etwas Zeit gewonnen, ich bin auch nicht gegen Steuern zahlen, aber ich hätte das Ganze lieber in der CH versteuert, es wäre Alles viel einfacher gewesen, unabhängig vom finanziellen Aspekt.

    Kommt Zeit, kommt Rat, ich denke positiv und es hat immer eine Lösung gegeben, man wächst auch an den Aufgaben,

    so, ich muss ins Bett, der erste Dienst nach den Ferien und ich bin müde.

    Wünsche Allen einen schönen Tag.  🙂

  55. Renditejäger

    Habe von manchen die Watchlist gesehen, gefällt mir ganz gut..

     

    Habe selbst vor ner Zeit ne dicke Position Altria aufgebaut, bei über 5% Dividendenrendite ist das schon eine sehr gute Sache einzusteigen. Da dauerts nicht allzulange und man hat die 10% persönliche Dividende voll 😉

     

    Ebenso besitze ich Tencent und Alibaba. Die beiden Riesen gehören m.M.n. in jedes Depot, sind ja bekanntlich echte Wachstumsmonster und da ist nicht wirklich ein Ende in sicht. Sind ja auch echte Burggraben Unternehmen mit ordentlich Cashflow. Dazu kerngesund. Momentan sind da ganz gute Chancen geboten, also wer noch nicht dabei sein sollte… 😉

  56. KievKiev

    @ Andrea

    Vielleicht hilft Dir auch in einem festen Zeitfenster vor dem Schlafen aufzuschreiben was Du gleich am nächsten Tag erledigen wirst. Mit weiteren Dingen brauchst Du Dich nicht beschäftigen. Das kannst Du ja dann am nächsten Tag machen wenn Du die ersten Posten erledigt hast. Sobald ein Gedanke kommt verdränge ihn. Du hast schon Deine Liste gefüllt.

    Vielleicht hast Du auch manche Aufschiebepunkte an die Du immer wieder denkst. Die habe ich auch von Zeit zu Zeit. Ich würde sie möglichst schnell abarbeiten. Ansonsten denkst Du täglich daran und in Summe war es gar nicht so viel Arbeit die Aufgabe zu erledigen wie Du im Vorfeld darüber nachgedacht hast. Ich habe z.B. eine fast leere Inbox. Ist sie etwas gefüllt schaut man vermutlich mehrmals am Tag auf dieselben Emails.

    Priorisieren könnte auch helfen. Wenn Du einen Plan hast was Du auf jeden Fall erledigen möchtest solltest Du Dich daran halten. Wenn Dir etwas Neues einfällt wird es erst notiert und dann bei Zeit priorisiert.

    Wenn Du insgesamt einfach viel zu viel um die Ohren hast musst Du wie von Fit und Gesund beschrieben manches loswerden.

  57. Andrea

    Ja, danke euch. Im Moment klappt es ja mit den Kirschen, und wie gesagt, ich habe schon einiges ausprobiert, aber kann die Arbeitsbelastung nicht gut verringern. Es reicht im Moment schon, besser zu schlafen. In 5 Jahren habe ich dann ein Sabbatjahr.

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