Die Frührente ist gesund. Sie entspannt. Du hast weniger Stress. Du schläfst wie ein Baby. Du machst, was Dir Spass macht. Dein Leben macht mehr Sinn


New York, 30. März 2018

Die Frührente ist erreichbar. Mit einem gut bezahlten Job und Motivation. Das Foto habe ich kürzlich nahe Nizza aufgenommen. Wir waren dort in einem schönen Airbnb.


Ich habe als Kind erlebt, wie es ist, wenn Menschen mit Schulden plötzlich in einen Engpass geraten. Es ist keine schöne Erinnerung. Dieser Stress von damals sitzt noch heute tief in mir.

Es gibt Menschen, die leben in einem Ort mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Vielleicht hast Du gesehen, wie der Nachbar sein Haus in einer Zwangsversteigerung verloren hat. Du hast bestimmt die Wirtschaftskrise vor zehn Jahren erlebt. Wenn es kriselt, kann das Beziehungen zerstören. Familien fallen auseinander. Scheidungen mehren sich in schwierigen Zeiten.

Ich wusste, als ich aufwuchs, dass ich keine Schuldenprobleme haben möchte. Ich wusste, wie wichtig es ist einen Notfallgroschen zu haben. Ich sah es mit eigenen Augen vor mir wie einen Film abspielen. Aus einer Firma entlassen zu werden, das ist nicht angenehm. Eine Wirtschaft kriseln zu sehen auch nicht. Ich wollte nie wieder das Gefühl eines Kontrollverlustes haben. Ich sah es, wie gesagt, bei meiner Familie.

Ich nahm Hypotheken auf. Aber mit hohem Eigenkapitalanteil. Und hoher Tilgung. Den Rest meines Vermögens pumpte ich in den Aktienmarkt. Langfristig. Die finanzielle Freiheit ist nun keine Fantasie mehr, sie ist für mich Realität geworden. Es ist gar nicht so schwer, wenn Du das System einmal begriffen hast. Die Träume wurden wahr. Und noch was: Einen finanziellen Alptraum muss ich nicht mehr mitmachen. Ein Mal und nie wieder.

Ich hab lieber ein bequemes Finanzposter, als ein teures Auto, teure Küche, Möbel, Urlaube und andere Angebereien. Das ist mein Motto:

Ich sah einige Erwachsene weinen, als das Geld nicht mehr reichte, weil die Schulden drückten. Die Schulden standen ihnen bis zur Halskrause. Es gibt in solchen Situationen kaum noch einen Ausweg. Deshalb verstehe ich nicht, wie leichtfertig Menschen mit Geld umgehen. Wie kann es denn „normal“ sein, das Erwachsenenleben mit Konsumschulden zu beginnen?

Der Vorteil der finanziellen Freiheit ist: Die lebst gesünder und länger. Du hast mehr Schlaf. Weniger Stress. Du kannst Dich um Deine Gesundheit, Ernährung, soziales Umfeld kümmern. Mehr denn je.

So sieht unser Frühstück aus:

Deine Gesundheit verbessert sich, je mehr Geld Du hast. Die Möglichkeit, in Rente zu gehen, ist bedeutungsvoll. „In Früh-Rente zu gehen“ heißt ja nicht, in Einsamkeit zu leben. Denn Du machst einfach etwas anderes. Grundsätzlich ist es so, wenn es Dir egal ist, wann und wie viel Du bezahlt bekommst, hast Du gleich einen gewaltigen Vorteil: Du machst etwas, was Dir schon immer sehr viel Freude bereitet hat. Du siehst Dein Leben nicht mehr als Stress, sondern als Erholung. Es gibt einige Studien dazu, die zeigen, dass finanziell freie Menschen viel gesünder und länger leben.

Wenn Du die finanzielle Freiheit anstrebst, erzähl am besten niemand davon. Es ist sozusagen die erste Regel des „Fight Clubs“: Erzähl es niemanden!

Also auf der Arbeit hältst Du die Klappe. Das braucht keiner dort zu wissen. Selbst wenn Du das Geld zusammen hast und Du den Job kündigst, braucht es niemand zu wissen.

Das führt im ganzen Büro nur zu unnötigen Diskussionen. Neid wird aufkommen. Spott wirst Du bekommen. Das ist keine gute Sache. Die Masse der Menschen versteht das Konzept nicht. Sie ist mit dem Konsumieren von morgens bis abends beschäftigt. Sie verstehen von der Freiheit nur Bahnhof. Für sie zählt nur das Clown-Auto und das Protz-Zuhause. Dann sind sie glücklich in ihrer Welt.

Sie werden Dich als Selbstinszenierer brandmarken, der auf die Nase fallen wird.

Selbst wenn Du den Sprung in die Freiheit nachhaltig geschafft hast, werden es die Konsumgeilen nicht für möglich halten. Sie werden Deine beeindruckende Leistung klein reden. Sie werden darüber lachen, wie dumm Du bist. Aber die Wahrheit ist eben: Dass Deine Geschichte für die meisten Menschen einfach nicht zu verstehen ist.

Also mach ein Geheimnis daraus. Erzähl es nicht einmal Deinen Eltern und Verwandten. Verdien einfach gut. Spar und investier wie ein Irrer. Mach eventuell einen Nebenjob. Gib das Auto auf (wenn es geht, pendle mit dem Rad oder ÖPNV). Vermiete jedes Zimmer in Deinem Haus – eventuell per Airbnb. Oder zieh in eine WG. Wenn Du Singel bist, ist das in Ordnung. Mir hat es Spass gemacht. Es war eine schöne Zeit.

Wer besonders sparsam sein will, hat keine Kinder (ja, das klingt kalt, ist aber Fakt). Wenn Du mit der Ausbildung anfängst, frag Deine Eltern, ob sie Dir finanziell helfen. Zieh in ein Studentenwohnheim (hab ich gemacht). So kann der Schneeball schneller ins Rollen kommen. Bei der Hochzeit geben Eltern auch gerne was dazu.

Mach Dir nichts vor. Der Weg in die Freiheit ist steinig. Manchmal denkst Du:

„Oje. Es ist schwer. In letzter Zeit keinen großen Urlaub mehr gemacht. In Restaurants gehe ich nicht mehr.“

Du wirst über Deine Karriere kritisch nachdenken. Die vielen Überstunden nerven Dich. Wenn Du Dich schlecht fühlst, entwickelst Du eine starke Apathie gegenüber Deinen Zielen. Du suchst als Ausweg einen sofortigen Dopamin-Schub. Schau Dir immer wieder Deine Ziele an. Mach Sport. Treffe Freunde, Familie. Geh in die Natur. Es wird schon werden. Bleib am Ball. So kriegst Du die Glückshormone in Deinen Körper.

Du freust Dich, auf die Tabellenkalkulation am Wochenende.

Ok, es ist nicht so, als würdest Du ein neues Auto kaufen wollen zum Protzen. Aber manchmal ist es schon schwierig, diszipliniert zu sein. Aber es lohnt sich. Es lohnt sich den Weg in die Freiheit zu gehen.

An einem Punkt beginnt Dein Depot zum Schneeballsystem zu werden. Die ersten 100.000 Euro sind hart. Aber wenn Du darüber hinaus kommst, merkst Du, wie schnell es geht. In einem Jahr gibst Du 30.000 Euro dazu. Du investiert eifrig. Aus dem einst langsamen Depot kann ein Schnellboot dank des Zinseszinses werden.

Erinnere Dich an das Youtube-Video mit der kaufsüchtigen jungen Frau oben in diesem Blogeintrag. Die 22-jährige bestellt wie eine Irre Plunder im Internet. Fast jeden Tag kommt der Briefträger mit Paketen vorbei. Obwohl sie verschuldet ist, ist es nicht zu spät. Wenn Dir im Alter von 25 Jahren ein Licht aufgeht, ist das klasse. Du hast die Erkenntnis, dass etwas schief läuft. Dann ist das ein enormer Schritt nach vorne. Ich denke, mit der Erkenntnis bist Du wahrscheinlich dem durchschnittlichen Deutschen weit voraus. Es macht keinen Sinn in dieser Situation die Hoffnung aufzugeben. Du drehst den Spieß um. Du tilgst Deine Schulden. Du lebst fortan sparsam. Du suchst Dir lukrative Karrieremöglichkeiten. Du strengst Dich im Job an. Bist Du dann Ende 40, kannst Du womöglich schon in Rente gehen.

Wie findest Du in jungen Jahren den lukrativen Job? Die Antwort ist nicht leicht zu geben, denn es hängt von Dir ab. So viel ist klar: Was immer Du machst, um Geld zu verdienen, es muss etwas sein, was Dich wirklich anspricht. Du wirst es wahrscheinlich kaum ein Jahrzehnt lang tun, wenn Du Deinen Beruf haßt.

Es gibt eine Menge Software-Ingenieure in Deutschland, die gut verdienen. Also ist das eine Option, wenn Du so etwas gerne machst. Bist Du Dir nicht sicher, ob es Dir Spass macht, kannst Du einige kostenlose Online-Kurse ausprobieren oder Dich auf YouTube informieren. Jedenfalls wird hier gutes Geld verdient. Der Trend setzt sich fort angesichts der Digitalisierung.

Andere Ingenieure verdienen ebenfalls ziemlich gut (chemische, elektrische, Bau). Je nachdem, was Dich anspricht.

Doktoranden verdienen emsig in der freien Wirtschaft, wenn sie die Jahre der Ausbildung und Uni-Qualen hinter sich haben.

Handwerker können überraschend hohe Gehälter verdienen: Klempner, Elektriker, Maler, Schreiner, Schweißer, Dachdecker, Mauerer usw. Sie verdienen prächtig, wenn sie sich etabliert haben. Sie können sich als Meister selbstständig machen. Dann rollt der Rubel umso mehr.

Rechtsanwälte, Finanzjungs und -mädels können viel Geld verdienen, wenn sie in der Lage sind, den gut dotierten Job zu finden und ihren Wert in der Firma „gut zu verkaufen“. Controller, Betriebswirte… sind gefragt. Bei Künstlern, Musikern… kann es ein hartes Brot werden. Es kommt drauf an. Überflieger gibt es freilich überall.

Wenn Du leidenschaftlich bist und etwas anbietest, das gefragt ist, kannst Du womöglich Deine eigene Firma gründen. So wirst Du vielleicht richtig reich. Obwohl es zugleich ein Weg sein kann, um wirklich arm zu enden.

Es wird wahrscheinlich zu Kompromissen kommen. Du sagst Dir, Du willst das Einkommen maximieren – wer nicht? Aber ist es Dir ein paar Jahre mit jeweils 80 Arbeitsstunden pro Woche wert? Du arbeitest am Wochenende etc.

Wenn Du umschulst, wird es wahrscheinlich viel Zeit und Mühe kosten.

Fazit: Wenn Du etwas findest (das zu einem guten Einkommen führen kann) und sich die Arbeit nicht wie eine unerträgliche Aufgabe anfühlt, bist Du vermutlich auf einem guten Weg. Hier noch ein paar Tips für das richtige Mindset.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Die Frührente ist gesund. Sie entspannt. Du hast weniger Stress. Du schläfst wie ein Baby. Du machst, was Dir Spass macht. Dein Leben macht mehr Sinn

  1. Neuling

    Schrecklich, wie die junge Frau aus dem Video ihre Shoppingsucht nicht unter Kontrolle halten kann und mit dem Geld nicht umgehen kann.. hat mir beim zuschauen ja schon weh getan.

    ich bin meinen Eltern dankbar, dass ich – wie Tim es immer formuliert – bodenständig aufgewachsen bin. Dass ich Dinge zu schätzen weiß, dass ich mit Geld umzugehen weiß, und vor allem dass ich mir keinen Plunder kaufe, wenn ich ihn mir nicht leisten kann. Man muss alles immer abwägen. Aber 300€ für Kleidung auszugeben, während man abzüglich Miete nur noch 600€ zum Leben hat ist schon heftig. Der Freund muss sie wohl wirklich lieben, dass er ihr Verhalten akzeptiert. Respekt an ihn, dass er ihr auch wirklich versucht zu helfen.

  2. Raphael

    Nicht über seine Ziele und Vorhaben zu sprechen ist wichtig. Hier stimme ich zu. Das Gefühl ist toll was zu tun und irgendwann kommt man mit der Leistung raus.und erzählt es.

    Andererseits ist die Luft oft draußen, wenn man von seinen Plänen erzählt und man Hohn erntet.

    Schöne (gesegnete) Ostern Tim

  3. chn

    @Neuling:

    Der Freund von der Shoppingsüchtingen tut mir nur leid. Respekt habe ich da aber weniger. Den hätte ich erst, wenn er Klarheit schaffen würde: entweder sie kommt klar (evtl. mit seiner Unterstützung) oder Trennung. Auf Dauer wird sie ihn sonst irgendwann ruinieren.

     

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Neuling

    Disziplin ist das Zauberwort. Die Masse hat keine Disziplin und keine Ziele. Das ist jedenfalls mein Eindruck.

    @ Raphael

    Wer im „Flight Club“ (FF) ist, darf es halt nicht erzählen. Sonst schadet man sich selbst. Man macht sich keine Freunde.

    Dir ebenfalls frohe Ostern und all den anderen Lesern! Danke für Eure Treue.

  5. Ruben

    Die kaufsüchtige Frau tut mir wirklich leid.

    Ja, man behält die Sparquote und den Masterplan wirklich  besser für sich, die Leute verstehen es nicht. Derzeit sind bei uns teure Urlaub sehr angesagt und wenn man davon berichtet ist man gut angesehen.

    Ich habe Glück und bekomme jede Überstunde mit 35% Zuschlag gut vergütet, deshalb würde sich für mich kein Nebenjob lohnen.

  6. chn

    @Ruben:

    Da stimme ich zu, man spricht mit niemenadem ein Sterbenswort darüber. Nicht mit Freunden, nicht mit der Familie. Die verstehen es wirklich nicht, werden neidisch oder fühlen sich sogar in ihrem eigenen Lebensmodell angegriffen. Bringt nichts.

    Die Geheimhaltung macht ja auch Spaß – meine Frau und ich haben diesen „Fluchtplan“ und wir sind einander Komplizen: „Hey, psst. Du scheinst eine nette zu sein. Du, ich breche diese Nacht aus. Machst du mit?“ 🙂

     

  7. David

    Hallo zusammen

    Ich persönlich habe eine etwas andere Ansicht, was die Kommunikation nach aussen betrifft, denn ich erwähne teilweise durchaus, dass ich einmal die finanzielle Freiheit anstrebe. Allerdings mache ich dieses Thema, wenn ich es denn anspreche, nicht zum Hauptthema, sondern lenke das Gespräch dann eher zum Thema Börse und Anlagen. Ich behaupte nun nicht, dass meine offene Kommunikation die bessere Wahl ist und ich verstehe eure Motivation bzgl. Zurückhaltung vollkommen, finde aber auch, dass es extrem auf das Gegenüber ankommt…

    Ich wünsche allen schöne und erholsame Feiertage!

  8. Thorsten Rohweder

    Ich habe es mit fortgeschrittenem Grad der finanziellen Freiheit ausgetestet, ob es Gleichgesinnte gibt. Gab es nicht. Alle möchten anscheinend bis zur Rente arbeiten und definieren sich über ihre Arbeit und den daraus finanzierbaren Konsum.  Deshalb suchen sie keine Alternativen. Meine Information, dass ich aufhören würde sobald ich es mir leisten könne wurde vermutlich  als Verrat and Arbeit und Firma interpretiert. Meist Stillschweigen, Null Reaktion. Viele Menschen können nicht differenziert diskutieren, im schlimmsten Fall fühlen sie sich angegriffen und greifen dann selbst an. Spart euch das besser. Daher : Tarnung aufsetzen, Klappe halten und an der Börse shoppen gehen.
    Als ich dann verkündet habe, dass ich nicht mehr arbeiten werde hat es keiner geglaubt. Sie haben gedacht ich würde nur pausieren. Noch ein Jahr später hat man vermutet, ich würde bald wieder auf die Piste gehen.

  9. Ruben

    Auf der Arbeit über einen kompletten Ausstieg durch eine hohe Sparquote zu reden löst heftige Reaktionen aus. Über einen Ausstieg durch einen hohen Lottogewinn wird jedoch relativ häufig geredet.

    Was teilweise noch geht ist über eine 4 Tage Woche zu reden. Das ist auch genau das, was ich mir vorstelle.

  10. Fit und Gesund

    Über Geldanlage kann ich schlecht auf der Arbeit reden, interessiert Niemand, die wissen schon dass ich Geld auch in Aktien anlege, manchmal fragen sie mich nach Vorsorgelösungen oder ob es besser ist die Hypothek schnell abzuzahlen.

    Irgendwie denke ich schon dass man für Aktien ein wenig gemacht sein muss, ein junger Oberarzt erklärte mir mal dass er durchdrehen würde wenn von 10’000 plötzlich nur noch 8000 da wären, er würde den Verlust nicht ertragen, zeigt dass selbst gebildete Menschen psychologische Hemmschwellen in Bezug auf Geldanlage haben, da kann man schlecht was machen, vor Allem möchte man auch nicht Schuld haben wenn Jemand dann Geld verliert.

    Also mach ich einfach mein Ding, was soll ich auch Anderes machen? Bestätigen kann ich allerdings Tim’s Aussage dass man mit einem schönen Depot viel gelassener wird, mir geht es so, irgendwie geh ich schon fast ein wenig lieber arbeiten, jetzt wo ich weiss ich könnte knapp aufhören und in 1 Jahr sowieso, wird Alles viel erträglicher 🙂

    Das Konsum-Mäuschen …hm… nicht meine Welt, ich habe von meinen Kollegen einen schönen Gutschein zum Geburtstag bekommen, keine Ahnung was ich davon kaufen soll? vielleicht Bücher? Sportklamotten hab ich genug, in dem Laden ist ein Apple Store, aber mein iphone 5 tut es immer noch und ne Apple Watch brauch ich nicht unbedingt (da müsst ich noch ein klein wenig drauflegen), soviel zum Konsum, richtig Spass macht mir nur Aktien shoppen.

    Frohe Ostern Euch Allen

  11. -M

    Frohe Ostern erstmal,

    es heißt ja immer wieder, dass die ersten 100k die schwersten sind. War es bei denen die diese Hürde genommen haben auch so? Sind dann die 200k … 400k… 500k einfach dann Formsache einfach den schon größeren Schneeball weiterlaufen zu lassen, oder habt ihr genauso hart dafür daran „arbeiten“ müssen wie bei den ersten 100k?

    dieses Jahr plane ich die ersten 50k investiert zu bekommen…so ein bisschen sehne ich mich doch danach so schnell wie es geht 6stellig zu werden % sind halt toll je größer die zu Grunde liegende Zahl nun mal ist^^

    meine Frau sprach mich heute mit den Worten „du, wir müssten doch eigentlich minimalistischer leben“ an. Betonung auf minimalistischER, soll bedeuten nicht auf alles zu verzichten, aber wir haben heute mal einiges ausgemistet und auf Kleinanzeigen gestellt was wir gar nicht vermissen werden wenn es weg ist. Meine Frau mischt zum Beispiel sich auch einige Reiniger selbst zusammen, die nur einen Bruchteil von den Reinigern im Geschäft kosten. Das gefällt mir. Sauber wird es mindestens genauso. Schön wenn man an einem Strang zieht:-)

    -M

     

  12. KievKiev

    Mist, die erste Regel des FF Club habe ich zu spät erfahren. Ich versuche mir sympathische Kollegen und Freunde ein wenig aufzuklären. FF und Fire erwähne ich hier nicht.

    Einem jüngeren Kollegen, der gerade ein Haus gekauft hat, habe ich meine aktuellen privaten Zinszahlungen mitgeteilt. Ich habe versucht die Vorteile einer schnelleren Abzahlung so bildlich darzustellen. Ich habe das Haus ja selbst nicht soo lange, so dass die Summe einen vom Glauben abwerfen könnte. Vorher ging es auch um das Thema was man wirklich braucht. Da kann auf einer Baustelle viel unnützes Zeug versenkt werden. Ich habe auch extra eigene Verfehlungen genannt und was ich besser gemacht hätte. Das war ein delikates Spiel. Ich wollte nicht als Angeber erscheinen, aber auch nicht als Geizhals. Am Ende wurde die hohe Abzahlung auf die Mieteinnahmen geschoben. Ich wollte den Fokus mehr auf die Ausgaben lenken. Ich habe auch angedeutet, dass es befreiend ist wenn die Last schnell abgebaut wird. Also viele Fire Themen angesprochen ohne Fire zu erwähnen.

    Ich kann nicht sagen, wie viel solche Gespräche bringen. Umso öfter man über das Abwägen von Notwendigkeit spricht, umso eher bleibt diese Art zu denken hängen. Ich hätte ja auch Anreize geben können was man noch alles tolles bauen könnte. Man darf nicht zu viel erwarten. Und es nicht überreizen. Ich erwarte nichts, fühle mich aber gut dabei. Falls ich tatsächlich einmal Fire durchführe, wird man sich an das ein oder andere Gespräch erinnern. Und vielleicht dann etwas ändern, falls nicht bereits geschehen.

    Es muss ja nicht gleich der Drang zur FF sein. Ein finanzielles Polster ist zumindest ein Anfang.

    @ M

    Die 100k stehen nur symbolisch für den Zinseszins Effekt. Den kannst Du Dir berechnen. Das schöne ist, dass es immer besser wird. Jedes lineare gesteckte Ziel auf der Zeitachse anhand aktuellen oder vergangenen Sparraten  wird schnell erreicht, da die Einkünfte aus dem Kapital immer höhere Beiträge liefern. Sie werden eines Tages auch Dein Einkommen überschreiten. Wie weit der Tag entfernt ist liegt alleine an der Sparrate. Von dem Effekt profitierst Du aber langfristig. Es kann durchaus auch mal eine längere Durststrecke geben. Gerade hier ist es wichtig weiter zu machen.

    Frohe Ostern!

  13. Chris

    Guten Morgen,

    Ich habe das Thema Vorsorge durch dividendenaktien im Freundeskreis n paar mal abgesprochen.

    Eine freundin kauft etfs seit ca 2 jahren.

    Ist ne sehr gute Lösung.

    Meine beste Freundin kauft seit ein paar Monaten Dividendenaktien per Sparplan.Sie war total begeistert als ich ihr von dem Thema erzählte.

    Ihre beiden volljährigen töchter hatten Geburtstag. Was schenken? Ich kaufte eine Coca Cola Dose bzw flasche und druckte eine Coca Cola Aktie aus.

    Dazu 30 euro.

    Das war quasi der Startschuss einfach mal anzufangen.

    Gerade jüngere wissen gar nicht dass man ab 25 euro schon anfangen kann. Dazu können viele mit Coca Cola, McDonald’s usw was anfangen und haben da ein besseres Gefühl wenn Sie solche Aktien kaufen.

  14. Felix

    Ich würde nie jemanden aktiv zu Aktienanlage überreden, der nicht von sich aus nach Informationen fragt. Es kann jederzeit krachen und die Kurse rauschen 50 % in den Keller und bleiben da 10 Jahre. Für jemanden der sich die Investition quasi vom Munde abgespart hat, ist das eine Katastrophe. Ich habe daran in der dotcom-Blase Freundschaften platzen und Partnerschaften zerstreiten sehen.

    Es wäre blauäugig zu erwarten, die Party ginge so weiter wie in den letzten 9 Jahren. Wer das massiv eingestiegen ist wie Tim und z.T. Auch hat das richtige Timing erwischt. Den Zinseszinseffekt gibt es auch nach unten. Ein kann sich mehrmals hintereinander halbieren und jeder der in Schule bei Exponentialfunktionen aufgepasst hat, kann sich ausrechnen, was dann noch übrig ist von hart verdienten Geld. Aktienanlage ist nicht für jedermann geeignet und die Cola-Aktie dürfte auch kein optimales Investment sein. Das war si vor 30 Jahren.

  15. -M

    @Kiev

    ich schneide auch auf der Arbeit das Thema Aktien immer mal wieder an, allein um auch zu sehen wer sich dafür ebenso interessiert. Man findet ja nicht so oft Gleichgesinnte zu dem Thema Börse. Bei einem Kollegen hat es funktioniert. Wir treffen uns regelmäßig privat und bereden aktuelle Themen, gehen Bewertungen von Aktien durch, wobei jeder am Ende dann eh kauft was er gerade am besten findet. Das schöne ist das wir sehr deckende Strategien haben und eher langweilige Unternehmen kaufen.

    2 meiner Kumpels kaufen auch Aktien und ETFs seit 2 Jahren und haben das Prinzip verstanden später mit einem Polster besser dazustehen. Sie sind mir dankbar das ich die Zeit aufgewendet zu habe, Ihnen vieles zu erklären. Eine Liste mit regeln im Crash hab’s dazu 🙂 manchmal bringt es schon was über Thema Börse/Finanzen zu reden. Bei denen die das als Teufelszeug abtun Wechsel ich das Thema 🙂

    wegen den magischen 100k: ja das meinte ich, der linealen Konstanten liegt der immer stärker ansteigende Zimseszins entgegen. Ich bin gespannt wenn es mal so weit ist, dass die Dividenden meine sparrten übersteigen. In meiner exceltabelle dauert es gar nicht mehr soooo lange (kalkuliere mit 6000€ im Jahr an sparraten und ich bekomme aktuell ca 1200€ Dividenden)

    sobald ich 6000€ p.a. Spare und >6000€ Dividenden bekomme sollte es wirklich abgehen 😀

    Bei den Durststrecken muss man einfach durch. Ich bewerte in meiner Tabelle auch nur mein selbst eingezahltes Kapital inkl erhaltene Dividenden und welche Zahlungsströme daraus kommen. Ja im Endeffekt eine YOC Berechnung (nicht sooo beliebt hier) und ich habe eine Erhöhung der Dividenden von 4% p.a. mit einkalkuliert. Da kann ich recht rational dabeibleiben so lange ich bei den Dividenden und sparraten konstant in der Tabelle die SOLL-Werte erreiche und die buchwerte halt schwanken mit den Jahren.

    -M

  16. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Felix

    Ein wichtiger Einwand. Daher halte ich einen Sparplan auf den MSCI World, der durch dick und dünn automatisch bespart wird (am besten gar nicht hinschauen), für einen gelungenen Einstieg in den Vermögensaufbau über die Börse.

    Hierbei ist ein (starker) Rückgang in den nächsten Monaten und Jahren sogar wünschenswert.

  17. vonaufdenboden

    Ein schönes Osterfest!

    Früher hatte ich das Thema Finanzielle Freiheit auch gelegentlich angesprochen. Man sucht nach Gleichgesinnten um sich auszutauschen oder will die aufregenden Pläne anderen mitteilen. Gute Erfahrungen habe ich dabei auch nicht gemacht und würde grundsätzlich davon abraten. Vor allem in der Verwandtschaft und im Freundeskreis (mein bester Freund ist eine Ausnahme).

    Es wird dann erwartet zu helfen, wenn finanzielle Hilfe von Nöten ist. Freunden und Verwandten Geld zu leihen wird dann plötzlich ein Thema. Aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass dies nicht funktioniert. Entweder man schreibt das Geld ab, oder die Beziehung ist dananch gestört oder zerbrochen. Denn in den wenigesten Fällen sieht man das Geld wieder. Wenn Geld leihen, dann nur mit Sicherheiten und schriftlich. Da hat man geholfen und ist abgesichert.

    Wir leben und arbeiten seit einigen Jahren in der in der Schweiz und der Plan ist es, Ende 2019 zurück nach Hause zu gehen. Wir haben ein sehr schönes Haus am Land in Bayern. Das wird dann schuldenfrei sein und nur dort können wir von den Kapitalerträgen leben: schuldenfreies Eigenheim und 650k im Depot (2,2k pro Monat mit 4% Regel). In der Schweiz ist das nicht möglich. Da müsste ich noch viel länger arbeiten, denn da benötigen wir etwa CHF 7,5k pro Monat (3k nur für Miete und KV).

    Auch daheim fragen mich die Leute, was man dann zu Hause arbeiten wird. Ich sage dann einfach, dass ich wahrscheinlich als Berater von zu Hause aus tätig sein werde. Mit einigen Reisen, aber ich werde etwas kürzer treten. Den Leuten daheim zu erzählen, dass man von den Kapitalerträgen leben wird, ist nicht ratsam. Neid. Die denken dann auch, dass man von der/dem überflüssigen Zeit/Geld etwas abgeben sollte. Wenn man es nicht tut, ist man der Geizhals und der Egoist, der in Geld schwimmt und nichts teilen möchte.

    Ich bespreche alle Details nur mit meiner Frau. Die Kinder sind noch klein und wir bringen ihnen bei, sorgsam mit Geld umzugehen. Sie sollten lernen sparsam zu sein, Kaufentscheidungen gut zu überdenken und dass Geld auch arbeitet.

    Unser Auto ist jetzt 10 Jahre alt, wir gehen kaum ins Restaurant und kaufen viel second-hand. In den letzten acht Jahren liegt unsere Sparrate zwischen 40% und 60% (bonusabhängig). Ich denke nicht, dass unsere Sparrate ohne Kinder höher wäre. „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Da bin ich sehr anfällig, denn ich kenne mich sehr gut aus früheren Zeiten.

    vonaufdenboden

     

     

  18. Oliver

    Hallo zusammen!

    Ich habe im Freundeskreis 1-2 Freunde, die sich auch für Aktien interessieren, dort aber nicht so viel machen wie ich. Sie stecken doch eher nur einen kleinen Anteil ihres Geldes in den Aktienmarkt.

    Ich habe es dafür geschafft meine Frau zu überzeugen, dass wir gemeinsam auf unserem Haushaltskonto ein Depot eingerichtet haben und dort schon seit Monaten einen ETF Sparplan besparen. Ich sage dann immer, dass wir von dem Geld in 10-20 Jahren entweder eine Immobilie kaufen oder verreisen. Das klappt mittlerweile sehr gut.

    Viele Grüße

    Oli

  19. ZaVodou

    Viele Normalverdiener denken auch, dass die FU nicht möglich ist. Außerdem müssten sie 20-30 Jahre sparsam leben. Das wollen die meisten nicht. Dann besteht noch die Angst vor Aktien.
    Weswegen die meisten zufrieden sind, solange sie einen Job haben, sie ihre Rechnungen bezahlen und 1-2 mal im Jahr in den Urlaub fahren können.
    Für sie ist das Größte eine Eigentumswohnung oder gar ein Häuschen zu haben. Darauf sparen sie. Auf Sparbuch und mit Bausparverträgen. Alles andere ist zu unsicher. So haben sie es von ihren Eltern vorgelebt bekommen.

  20. Thorsten Rohweder

    @M ich bin seit ein paar Monaten intensiver dabei „minimalistischer“ zu leben, es gibt auch Schritte in Richtung „plastikfrei“. Aber ohne Druck und ohne Abstriche, Obwohl wir nicht viel Krempel  anschaffen , über die Jahre sammeln sich die Dinge an. Das Auge gewöhnt sich an Überflüssiges, was hinter Schranktüren ist, ist unsichtbar. Ich bin schon so oft zum Recyclinghof gefahren, habe die verschiedenen Mülltonnen gefüllt, einiges verkauft, getauscht, verschenkt. Es dauert viel länger als ich gedacht habe und man darf sich nicht überfordern. Man braucht jeweils eine Weile bis man sich an das weniger oder anders gewöhnt hat, um die Situation später erneut zu bewerten. Da wir die Finanzielle Freiheit quasi erreicht haben, können wir parallel dazu auch andere Dinge ordnen, z.b haben wir unsere 18 Jahre alte abgewohnte Sitzecke durch massive Eichenstühle ersetzt. Flüssigseife würde durch Blockseife ersetzt,  der Systemrasierer durch einen Rasierhobel. Das Zweitaquarium wurde abgeschafft. Ein 20 Jahre alter Wassersprudler (Sodastream) wird durch eine neue Version mit Glasfalschen  ersetzt. Wir haben die Dinge so lange bis sie auseinanderfallen oder das Ersetzen einen merkbaren Vorteil bringt, niemals wegen Mode. Ich bin wohl noch lange nicht fertig, jemand hat gesagt, das hört auch nie auf. Aber CDs, Bücher etc. sind schon weitgehend verschwunden, es ist mehr Raum vorhanden und das lässt sich auch leichter sauber halten.

  21. Albr

    Ich wäre vorsichtig, unbedarften Aktien, ETF o.ä. zu „empfehlen“, wenn’s mal sehr ordentlich runter geht und das „ersparte“ plötzlich 50% weniger wert ist, dann ist das Geschrei vermutlich groß…

    und es wird ganz sicher auch mal wieder 50% nach unten gehen, nur keiner kennt den Zeitpunkt!!

     

    ich selbst spreche mit niemanden – außer in diversen Foren – über Aktien etc. noch nicht mal meine Frau weiß genau, was ich mache, sie ahnt es nur…

    FF und FU bin ich/wir zwar, aber auch das weiß niemand, ich arbeite momentan weiter und werde in ca. 3 Jahren die Arbeit an den Nagel hängen, evtl. noch als Berater einige wenige Projekte bearbeiten…

  22. KievKiev

    @ M

    Eine Sparrate von 6000€ ist sehr fein. Da arbeite ich auch dran, bin aber noch etwas entfernt. Ich bin bei den Kollegen nicht so konkret. Es müssen ja nicht unbedingt Aktien sein. Dieser Bereich ist natürlich noch heikler.  Meine Kollegen haben meist Eigentum. Ich wüsste keinen Grund was für eine Empfehlung sich auf die Dinge die man wirklich braucht zu konzentrieren und die Überschüsse in Sondertilgungen zu zahlen. Hier geht es eher um Konsum vs. Verbindlichkeiten. Das ist noch kein Invest. Zu Aktienkäufen rate ich nicht, auch wenn ich schon langfristige Vorteile benenne. Wenn man es nicht versteht sollte man es lassen. Sonst wird in der Tat in der Krise alles hingeschmissen anstatt sich zu freuen und Gas zu geben. Und dann trägt man die Schuld für die an sich korrekten Hinweise. Man kann keinen Verlust erleiden mit Kapital, dass man nicht braucht. Hätte man, es für Konsumgüter ausgegeben so wäre der Wert in jedem Fall nach 3-5 Jahren bei nahe 0. Das muss aber jeder für sich entscheiden und auch mit den Konsequenzen leben. Die Börse gibt diese 4% auch nicht jedes Jahr in gleicher Weise aus. Sonst wären wohl mehr Deutsche investiert.

  23. Albr

    @Thorsten, sie hat leider kein Interesse ;(

    sie kommt aus einem anderen „Kulturkreis“ in dem Aktien oder generell sparen keine Bedeutung hat 😉

     

     

  24. Daniel

    Auf der Arbeit über einen kompletten Ausstieg durch eine hohe Sparquote zu reden löst heftige Reaktionen aus. Über einen Ausstieg durch einen hohen Lottogewinn wird jedoch relativ häufig geredet.

    Was teilweise noch geht ist über eine 4 Tage Woche zu reden. Das ist auch genau das, was ich mir vorstelle.

    Ich kann mir genau vorstellen wie bei uns in der Firma das Thema aufgenommen würde. Würde vielleicht sogar soweit führen dass es dann heisst der verdient hier soviel, dass er richtig viel sparen kann. Gehaltserhöhung ist wohl bei dem nicht notwendig. Andersherum nickt jeder anerkennend wenn jemand spart wie ein Berserker weil er sich nen Haus gekauft hat und möglichst schnell die Schulden tilgen will. Deutsche Scheinheiligkeit eben.

     

    Früher hatte ich das Thema Finanzielle Freiheit auch gelegentlich angesprochen. Man sucht nach Gleichgesinnten um sich auszutauschen oder will die aufregenden Pläne anderen mitteilen. Gute Erfahrungen habe ich dabei auch nicht gemacht und würde grundsätzlich davon abraten. Vor allem in der Verwandtschaft und im Freundeskreis (mein bester Freund ist eine Ausnahme).

    Das Thema Geldanlage hat nur zum Teil bei mir funktioniert, ich habe es aufgegeben es AKTIV anzusprechen. Steuert jemand das Thema an laber ich ihn gern zu, aber meist merke ich recht schnell dass da ein völliges Unverständnis herrscht. Man suhlt sich lieber im Jammern ala „ja das mit der Rente, das wird hart, da kann man aber eh nix machen“ oder „warum sparen wenn es mich dann doch vorher erwischt“ und so ein Unsinn.

    Stirnrunzeln wenn das Gejammer um die Niedrigzinsphase losgeht und ich erwiedere dass es mehr als genug Produkte gibt die man auch in einer solchen Phase effektiv nutzen könnte. Wenigstens einen konnte ich von ETF überzeugen, allerdings auch nur auf kleinster Sparquote obwohl monatlich gut Geld zusammenkommt. Stattdessen rannte er dann den Bitcoins hinterher und verbrannte sich dort mächtig die Finger.

    Der Rest klüngelt weiter mit Deka Fonds oder Tagesgeld-Hopping herum, wenn denn überhaupt gespart wird. Über solche FF Sachen braucht man gar nicht sprechen, es geht ja schon beim eigentlichen Sparen los. Für mich bleibt weiter völlig unverständlich, wieso richtig junge Kerle mit Anfang 20 einfach nicht den Mut haben etwas zu wagen.

  25. -M

    @ Kiev

    die 6000€ sind kalkuliert und in ca. 20Jahren (da bin ich ca.50) sollte soweit ich richtig liege, einiges an passiven Einkommen sprudeln (Dividendenerhöhungen vorausgesetzt). Die letzten 2 Jahre habe ich es eher geschafft ca 10.000€ zu sparen.

    Am meisten geholfen dabei hat: Kontoauszüge checken…jetzt geht bei uns nur noch ab:

    Haftpflicht/Hausrat/Rechtschutz ca. 30€
    Telefon/Internet 30€
    Grunderwerbsteuer 35€
    2 Handyverträge 20€
    strom 70€
    nebenkosten 250€
    Autovers. 50€
    Netflix 3€
    Darlehensrate 550€

    Bis auf Netflix und den Handys kein Konsum im Endeffekt. Das macht viel aus. Dann mache ich mir in den Mittagspausen fast täglich selber Salate, das ist viel günstiger und gesünder als immer essen gehen oder fertigkram zu kaufen, morgens nur Obst statt Bäcker.

    da gehen die Investments durch die Decke für unsere Verhältnisse …

    -M

     

  26. Ralf

    „Wer besonders sparsam sein will, hat keine Kinder (ja, das klingt kalt, ist aber Fakt).“

    Da ist leider viel wahres dran. Tauschen wollte ich trotzdem nicht. Aus meiner Sicht daher eine arme Sichtweise.

    Ein gut bezahlter Job bleibt neben Sparsamkeit sehr wichtige Grundlage, um das Ziel finanzieller Unabhängigkeit vernünftig zu erreichen. Und da hakt es vielfach in D trotz guter Ausbildung. Beispiel: Der Reallohnindex in Deutschland ist 2017 um 0,8 % und damit trotz oft zitierten Fachkräftemangels (z.B. im IT-Bereich mit entsprechend besserer Bezahlung) nur sehr moderat gestiegen. In den vergangenen Jahren haben wir eigentlich so etwas wie ein Beschäftigungswunder erlebt, aber die Reallöhne haben darauf in vielen Bereichen fast gar nicht reagiert. Zeitarbeit und Co. drücken zunehmend auf die Löhne, nicht überall aber doch in immer mehr Sparten.

  27. David

    @Oliver:

    Ich habe auch 1-2 Kollegen, welche von Aktien sprechen, doch ist deren investierter Betrag kaum der Rede wert. Manchmal habe ich das Gefühl, dass gewisse Personen einfach ein paar wenige Aktien im Depot haben möchten, um auch „mitreden“ zu können. Ich habe ohnehin die Erfahrung gemacht, dass es einige Menschen gibt, die sich bei kleineren Investmentbeträgen schon stark an der Performance orientieren. Grundsätzlich ist es doch so: In einem 1. Schritt ist es nur wichtig, dass man eine hohe Sparquote hat. Die Performance wird erst in einem 2. Schritt wichtig, da ein kleiner prozentualer Unterschied bei einem grösseren Vermögen dann nominal schon sehr viel ausmachen kann.

    @ZaVodou:

    Genau, den meisten Menschen fehlt die Fantasie und sie verstehen die „Kraft“ des Zinseszinses nicht, daher fangen sie gar nicht erst mit den Sparen an, weil es ja „ohnehin keinen Sinn“ macht…

    @Albr:

    Ich würde niemenden überreden wollen in Aktien zu investieren. Vielmehr ist es mir wichtig einer Person aufzuzeigen, was der Unterschied ist zwischen dem Wert und dem Preis einer Aktie, denn nur wer diesen (eigentlich banalen) Unterschied versteht, wird einen Kursrückgang einfacher verkraften können. Zudem nehme ich meinem Gegenüber jedes Mal die Illusion, dass es nur in eine Richtung gehen kann. Im Endeffekt muss man einfach einsehen, dass wir Menschen sehr unterschiedlich sind, insbesondere was die Emotionen betrifft. So gibt es Personen, welche mit Kursschwankungen besser umgehen können und andere, welche Schweissausbrüche bekommen und schlecht schlafen. Für Letztere sind Aktien definitiv kein geeignetes Instrument. Wie André Kostolany zu sagen pflegte:

    „Wer gut schlafen will, kauft Anleihen, wer gut Essen will bevorzugt Aktien.“

  28. Ralf

    Auch die Politik muss für eine Aktienkultur in D mehr richtige Anreize setzen. Andere Nationen wie die USA oder Schweden machen uns vor, wie die Aktie vernünftig zum Einsatz kommen kann. Leider in D politisch nicht in Sichtweite. Auch daher tun sich viele in D noch schwer mit Aktien.

  29. Oliver

    Ich habe sehr viel Erfahrung mit dem Gerichtsvollzieher an meinem damaligen Firmenstandort. Nicht das ich oder mein Geschäftspartner so über die Strenge geschlagen hätten, nein, es waren unsere Angestellten. Wir hatten z.B. genau so eine blonde Konsummaus im Vertrieb angestellt, die sich pleite geshoppt hat. Die hat das soweit getrieben, dass ihr nur noch das nötigste blieb und der Rest vom Gehalt gepfändet wurde. Bei einem anderen war es noch besser: Der hatte eigentlich gar nicht so viele Schulden, aber der hat einfach Rechnungen ignoriert. Dass dann eher kleine Summen zu vierstelligen Beträgen werden, hatte der gar nicht auf dem Schirm. Wegen einer Partnerbörse am Ende 2.000 EURO Schulden zu haben, weil man die einige Jahre nicht gezahlt hat, ist bitter. Den Herrn Gerichtsvollzieher wollte ich nicht oft sehen, der war wirklich unangenehm und unfreundlich. Dabei hatte ich die Schulden nicht selber. Wenn ich mit dem für meine persönlichen Finanzen häufiger konfrontiert werden würde, hätte ich auf das Thema auch keine Lust.

    Bei dem mit der Partnerschaftsbörse und diversen anderen Schulden habe ich mir zumindest mal die Mühe gemacht, ihm da ein bisschen hinauszuhelfen. Ich habe mit allen Gläubigern verhandelt und außer dem Staat haben alle einer 40% Zahlung zugestimmt. Kontowechsel zu einer Bank, die den Betrag vorgestreckt hat und er war das alles innerhalb eines Jahres los. Aber leider kein Happy End, heute lebt er von H4 und hat wieder Schulden. Leuten ohne bewussten Umgang mit Geld ist selten zu helfen.

    Mein damaliger Vertriebsleiter hat z.B. sehr viel gespart, ohne je davon etwas zu erzählen. Sein Bruder hat ihn auf diese Idee gebracht und beide haben sich nach und nach Immobilien gekauft. Er hat sich inzwischen ganz zur Ruhe gesetzt. Alles richtig gemacht, er genießt nur noch sein Leben.

    Ich habe einigen engeren Freunden davon erzählt, was ich mach(t)e. Keiner spart in diesem Sinne. Einer hat zwar über die Jahre sehr viel gespart, aber dem liegen weder Aktien noch Immobilien. Aktien hat er nur von seinem Arbeitgeber, ansonsten hat er aber eine gute Summe auf dem Konto. Erstaunlicherweise war er stark mit Kryptowährungen involviert, aber das läuft momentan nicht mehr so gut. Das waren für seine Verhältnisse nur kleine Summen. Mein langjährigster Freund steckt alles in sein Haus, wo er mit seiner Familie lebt. Früher hat er mit Aktien spekuliert und besitzt immer noch ein paar. Eigentlich investiert er nicht schlau, hat sinnlose Versicherungsverträge (sagt er selbst) und hat einer Dame im Minirock eine baufällige 1-Zimmer-Altbau-Wohnung in Dresden in den 90ern abgekauft. Er ist immerhin glimpflich davon gekommen. Finanziell frei wird er nicht in seinem Arbeitsleben trotz gutem Verdienst. Zu viel Konsum. Ich denke, zu viel Konsum (auch wenn es nicht die berühmten Clown-Autos sein müssen) ist der Killer bei vielen Mittelstandsfamilien. Geld wird dadurch immer ein Thema sein.

    Oben fragte jemand, ob es nach 100.000 EURO leichter werden wird, die 200, 300 oder 500k zu erreichen. Es kommt darauf an. Bei mir war es damals so, dass ich nach den 100.000 EURO erst mal euphorisch war und das nach ca. 2 Monaten schnell abgeklungen ist. Ich habe gesehen, dass ich bei 102.000 EURO war und es kam mir vor, als finge ich von vorne an. Klar, großes Ziel erreicht und es war mühsam und jetzt sowas. Das hat mir sehr viel mentale Kraft gekostet. Es wurde erst besser, als ich ca. 130.000 EURO erreicht hatte und ich auf einmal psychologisch merkte, dass ich jetzt eine ganze Ecke weg von den 100.000 EURO bin. Interessant war, dass schon zu der Zeit die Tagesschwankungen weit ab von meinen Tagesverdiensten lag. Was positiv war, ist der monatliche Dividendeneingang, der die Investitionssumme bemerkbar aufstockte. Der Anstieg von 100k auf 200k war insgesamt etwas schneller als der von 0 auf 100k, aber man darf es nicht unterschätzen. Es ist mit viel Anstrengung verbunden. Es ist immer noch wichtig, sehr viel Eigenleistung zu bringen. Von 200k auf 300k musste ich immer noch viel tun, aber die monatlichen Einnahmen haben mich schon sehr stark unterstützt. Bei Glück und steigenden Kurswerten kannst Du zusätzlich mal locker 30.000 EURO an Kurswert innerhalb recht kurzen Zeiträumen „reicher“ werden. Andersherum geht’s meistens schneller, aber da ich Schwankungen gewöhnt war, hat mich das nicht sonderlich beschäftigt. Persönlich bin ich auf die Dividende fixiert. Meine wichtigste Kennzahl ist der monatliche Cashflow und solange der steigt, ist meine Welt in Ordnung.

    Fazit dazu: Ja, es wird mit höherer Summe immer einfacher, den nächsten Schritt zu erreichen. Trotz größerer Kurswertrückschläge bei fallenden Börsen. Mit Einzahlungen von verdientem Geld wird die Beeinflussung der Gesamtsumme immer weniger, weil das Depot sich in Regionen ändert, die mit deinen Investitionen nur am Rande zu tun hat. Der Effekt fing bei mir etwa bei 100k EURO an. Es ist aber trotzdem wichtig, weiter Beträge in das Depot einzuzahlen, weil diese Positionen sich ähnlich der vorhandenen auch weiter entwickeln werden. Man sollte versuchen, die Emotionen rauszulassen und stetig nach gut bewerteten Unternehmen suchen und in diese investieren. Will man den Kopf weitestgehend ausschalten, sind ETFs nach einer anfänglichen Lernphase die beste Wahl. Aber Einzahlungen sind enorm wichtig, selbst später noch und trotz stetig steigender Dividenden. Auch wenn man glaubt, dass die 2.000 EURO zusätzlich nur noch 0,5% des Kurswertes ausmachen und an einem Tag das Depot in die eine oder andere Richtung für gewöhnlich mit wesentlich höherer Kurswertänderung marschiert. Von daher nicht nachlassen.

    Allen ein frohes Osterfest.

    Oliver

     

     

  30. Ex-Studentin

    Mir fällt das Sprechen darüber im Bekanntenkreis nicht so einfach. Ich habe gute Voraussetzungen: Ingenieurin, Freund ist Informatiker, keine Kinder, beide fahren wir mit dem Rad zur Arbeit. Die Situation ist auf die wenigsten übertragbar, sodass es kein Wunder ist, dass wir viel zur Seite legen. Zu argumentieren, dass jeder sein berufliches Glück selbst in der Hand hat, kommt da nicht gut an. Ich habe mit 16 Bewerbungen geschrieben, bin mit 18 in eine fremde Stadt gezogen, hatte kaum Freizeit. „Ja, bei dir ist das ja was ganz anderes..“ Manche tun so, als gäbe es 2 Arten von Menschen. Denen, den alles Glück der Welt zufliegt und sie selbst, die es so viel schwerer im Leben haben und deswegen nichts für in Unglück können. Bei Behinderungen oder schweren Erkrankungen stimme ich da zu. Aber jeder, der gesund ist, laufen, atmen, sehen, sprechen und denken kann, ist seines Glückes Schmied.

    Wegen der Krise: Ich rate jedem dazu, sich erst mal ans Sparen zu gewöhnen. 10k auf dem Tagesgeldkonto zu haben, ohne den Drang es auszugeben. Vorher rate ich keinem, Geld an der Börse anzulegen. Das Geld auf dem TG-Konto beruhigt zudem, wenn das Depot rote Zahlen zeigt.

  31. Dieter

    Lieber Tim,

    schade, bislang habe ich Deine Tipps fast ausnahmslos für richtig und wichtig befunden. In einem Punkt in Deinem letzten Beitrag aber irrst Du völlig:

    Wer viel Geld hat, aber keine Kinder haben will, weil diese ein Kostenfaktor sind, hat nicht verstanden, was es heißt, wirklich zu leben. Tatsächlich, eine armsehnliche Sichtweise.

    Unsere Sparrate war perfekt in den letzten Jahrzehnten, wir haben die angestrebte finanzielle Unabhängigkeit längst erreicht, könnten jederzeit aufhören zu arbeiten. Aber unsere Arbeit wird uns wohl auch noch in den kommenden zehn Jahren (in erträglichem Maße genossen) einen Lebensinhalt geben. Unsere Tochter hat mittlerweile promoviert, besondere Freude haben wir seit einigen Monaten aber an dem aktuellen „Kostenfaktor“, unserem Enkel.

    Der Mann einer Kollegin meiner Frau wollte von Anfang an keine Kinder. Das Ehepaar hat nahezu die gleichen Einkommensverhältnisse wie wir. Sie sind dennoch unglücklich. Ihr persönliches Unglück glauben sie mit Einkäufen und Alkohol vertreiben zu können, bis hin zu einer Alkoholsucht. Sparen, Glück (Zufriedenheit) und Kinder gehören zusammen. Sie sind kein Gegensatz, auch wenn die Kindererziehung tatsächlich in Deutschland nach wie vor zu wenig unterstützt wird – ebenso wie das Aktiensparen.

     

  32. Ralf

    Kinder sind zwar für das Sparen nicht unbedingt förderlich. Das ist sicherlich richtig. Trotzdem sollte man bedenken das Kinder auch eine Art von Reichtum sein können. Das wird manchen erst bewusst wenn er/sie selbst welche hat. Mir wird dieser Aspekt hier im Blog zu einseitig betrachtet. Das aber nur am Rande.

    „Ich rate jedem dazu, sich erst mal ans Sparen zu gewöhnen. 10k auf dem Tagesgeldkonto zu haben, ohne den Drang es auszugeben. Vorher rate ich keinem, Geld an der Börse anzulegen. Das Geld auf dem TG-Konto beruhigt zudem, wenn das Depot rote Zahlen zeigt.“

    Ein guter Rat den sehr viele auch aus meinem Bekanntenkreis beherzigen sollten. Zu viele können nicht mit Geld umgehen. Wir versuchen es derzeit auch unseren Kids beizubringen. Gerade wenn irgendwelche Verlockungen anstehen.

  33. Michael

    @Tim:

    Danke wieder für einen tollen motivierenden Artikel.

     

    @All:

    Ja das Thema „Sparen / Investieren“ habe ich auch schon hin und wieder bei meinen Arbeitskollegen angesprochen. Die Reaktion darauf ist, das die einen sagen sie leben heute und möchten was vom Geld haben und die anderen sagen das sie Schulden haben für Haus, Wohnung oder das neue Auto und nichts zum Sparen übrig haben. Auch ist der Tenor das ja der Aktienmarkt zu unsicher ist, weil die Kurse ja schwanken usw.

    Im Familien- und Verwandschaftskreis interessiert sich die eine oder andere dafür, weil ich da das Thema immer in Verknüpfung mit der zukünftigen Rente ins Spiel gebracht habe, die ja nicht unbedingt üppig ausfallen wird.

     

    @Ex-Studentin:

    Ja das Gefühl kenn ich mit den 10.000 Euro aufwärts auf dem Tagesgeldkonto. Das gibt einen wirklich ein gutes Gefühl an Sicherheit wenn die Kurse mal wieder fallen und das Depot rot wird.

    Wünsche allen ein schönes Osterfest.

  34. Flo

    @ all Frohe Ostern. Habe mir noch ein paar Eier in mein Portfolio gelegt.

    @ Ruben

    Genau so kenne ich das auch. Ich versteh die Menschen an der Arbeit nicht. Sie haben kein Bock, aber wenn du versuchst über die finanzielle Freiheit zu reden, stoßen Sie komplett ab.

    Das ist aber nicht nur an der Arbeit. Gleichgesinnte fand ich bisher nur Online.

    https://www.youtube.com/watch?v=oLWScthpAgY

     

     

     

  35. KievKiev

    @ M

    Sorry ich hatte Monat mit Jahr verwechselt. Habe gerade Besuch hier. Es mach einfach Spaß zusammen zu feiern.

    Ich finde Deine Orientierung auf Cashflow durch Dividenden gut. Du kaufst einfach Anteile an Unternehmen und damit einen Teil des Gewinns der in zukünftigen Dividenden ausgezahlt wird. In Krisen wird er nicht so heftig wie der vermeintliche Wert der Unternehmen einbrechen. Ich sehe Krisen einfach nur als Chance billig zu kaufen. Und Dich interessiert langfristig nur der Cashflow. Schiele nur nie zu sehr auf den aktuellen Wert oder rechne damit Steigerungen aus. Umso mehr sich die Kurse von den 4% entfernen umso mehr wird es korrigiert werden. Und dann ist man enttäuscht und verkauft im schlimmsten Fall wenn die Kurse am tiefsten sind.

  36. June

    Hallo und ein wunderschönes Osterfest.

    Bei uns ist Ostern ein bescheidenes Fest. Logisch es gibt gutes Essen, wir gehen bei gutem Wetter raus in die Natur, aber außer einem Schokohasen und eine Kleinigkeit für die Kinder gab und gibt es bei uns jetzt keine Geschenke. Ganz anders bei Arbeitskollegen und Bekannten, da wird bis auf eine Ausnahme Ostern immer mehr zum kleinen Weihnachsfest, wie handhabt ihr das?

    @100.000 €
    Ich investiere hauptsächlich in Immobilien, dadurch habe ich gar nicht gemerkt, dass ich die 100.000€ spürbar überschritten hatte. Erst seit letztem Jahr schreibe ich meinen monatlichen Net Worth auf. Und die Steigerung ist meist ziemlich linear. Aber nach Sondertilgungen spüre ich jetzt immer mehr, wie mein Eigentumsanteil an meinen Wohnungen überproportional steigt. Ob das bei meinem Depot auch so sein wird, kann ich erst in ein paar Jahren berichten.

    @FF,
    Da ich Immobilien habe und sehr viel Arbeite, muss ich zwangsläufig manchmal Dinge im Büro erledigen, z.B. in der Mittagspause einen Handwerker anrufen und solche Sachen. Daher ahnen einige meine Arbeitskollegen das wir Geld haben.
    Sonst ist es selten ein Thema. Ich merke, wenn ich über Geld spreche auch immer sehr schnell wie sich der Einzelne für das Thema erwärmen kann. Und es gibt enorme Unterschiede. Für viele ist schon eine Onlinebank ein Sakrileg. Andere sind aufgeschlossener, mein Chef fragt mich manchmal schon was ich so denke. Vor ein paar Wochen war es sein VWL sparen. Dann sage ich ihm meine ehrliche Meinung dazu. Jetzt hat er mir aber zufällig erzählt, dass er Aktien nicht mag, weil er dann täglich auf die Kurse schauen muss. Das ich das nur einmal im Monat mache konnte er gar nicht verstehen. Da Mr. Juni selbständig ist, glauben die meisten meiner Kollegen die es in der Firma erahnen, dass unser Vermögen durch ihn entsteht. Daher ist auch niemand neidisch.

    Im Bekanntenkreis sind Investitionen kein Thema, ehr warum wir trotz 2 guter Gehälter nicht jedes Jahr einen oder zwei große Urlaube machen. Manchmal sage ich, wir hätten gerade große Investitionen getätigt, bisher wurde noch nie gefragt in was wir investieren. Ich denk die Leute glauben wir statten unsere eigene Wohnung besonders luxuriös aus. Manchmal muss auch der Unterhalt oder der Zeitmangel durch Mr. Juni’s Arbeit als Entschuldigung für unseren Konsumverzicht herhalten.

    In meiner Familie, habe ich nur ein einziges Mal erzählt, dass ich dann ja nicht mehr arbeiten müsste. Meine Eltern investieren selbst seit den 70er, sie sind also aufgeschlossenes Publikum. Aber das Entsetzen meiner Mutter war so groß, ich hätte es gerne aufgenommen. Sie ist total stolz auf mich und darauf was ich erreicht habe, aber irgendwie ist ihr der Umfang meiner Sparanstrengungen und meiner Investitionen nicht bewusst. Ich bin von meinen Geschwister die Einzige, die die Gene meiner Eltern geerbt hat. Meine Geschwister sind auch sparsam setzen aber auf Eigenheim und Versicherungen.

    Miss Juni habe ich vielleicht noch nicht überzeugt, aber immerhin vertraut sie mir soweit, dass sie ein eigenes Depot hat. Mein Argument ist immer, wenn mir mal was passieren sollte muss sie sich auch auskennen. So bringe ich ihr nach und nach immer mehr bei.

    @Ex-Studentin,

    10.000 € als Notfallpuffer ist eine guter Rat. Ich weiß, Tim meint das weniger völlig genügt.  Durch seine Empfehlung kommt dann der Zinseszins auch schneller zum tragen, von daher hat es aus seinem Blickwinkel auch recht. Aber es ist sehr beruhigend zu Wissen, dass einiges im Leben passieren kann, bevor man mit leerem Geldbeutel im Regen steht.

    Take care,

    June

  37. Ex-Studentin

    @June

    Bei uns gibt es an Ostern keine Geschenke. Am Sonntag sind meine Brüder und ich bei unseren Eltern zum Kuchen. Mein Freund hat die obligatorische Packung Mon Cherie von mir bekommen. Wir schenken uns nach wie vor noch an Weihnachten und Geburtstagen was. Teurer wird es erst wieder, wenn es kleine Kinder in der Familie gibt. Da gibt es dann wieder Osternester und große Kartons.

  38. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @vonaufdenboden

    coole Sache. Ich finde es super, dass ihr bald finanziell frei seid. Gratulation! Es geht doch, wenn man den Willen dazu hat – sogar mit Kindern. Danke fürs Teilen Eurer Story inklusive der Finanzen.

  39. Markus

    @-M

    Die Vorstellungen sind hier breit gefächert. 6 k im Monat oder Jahr…

    Auch die 100 k als Selbstläufer hängt von der Börsenphase, dem persönlichen Lebensabschnitt und den Investmentenscheidungen ab.

    Pauschalisierungen sind manchmal wahr und häufig falsch. Man sollte das individuell sehen.

    Die Börsenphase kann man nicht beeinflussen. Was Du beeinflussen kannst, ist die Sparquote und Dein Mindset.

    @ZaVodou

    „Viele Normalverdiener denken auch, dass die FU nicht möglich ist.“

    Na ja, für die überwiegende Mehrheit wird diese Denkweise auch zutreffen. Die Frage ist, liegt es nur an der Denkweise oder sind unterschiedliche Ursachen (Promotoren / Anti-Promotoren) denkbar.

    Ein „Normalverdiener“ wird Tim`s 30 k p. a. in Deutschland nicht sparen & investieren, wenn der Durchschnittsverdienst bei ca. 37 k € BRUTTO liegt.

  40. -M

    @Kiev

    richtig ich schaue nur nach dem Cash Flow. Durch langweilige Investments in Nahrung , Konsum, Tabak, Öl werden die Investments weniger schwanken als andere. Ok selbst da sind -50% locker drin, aber was soll’s, mein investiertes Geld ist „Konsumiert“ also weg für mich.

    das mit den günstig kaufen seh ich genauso wenn’s knallt. Wenn man gerade bei den Aristokraten schön rein kommt und mit saftigen Cash Flows starten darf. Mit den 4% meinte ich, dass ich mit einer langfristigen Steigerung der Dividende um 4%p.a. Kalkuliere. Somit steigt mein Cash Flow auf mein eingezahltes Kapital einerseits durch Einzahlungen, reinvestierte Dividenden und andererseits durch die Erhöhungen der Dividenden quasi der doppelte Zinseszins für mich 🙂 -genau, und so lange die steigen ist alles ok….das limitiert halt auch die Unternehmen auf diese, die es schaffen durchgängig zu zahlen und zu erhöhen.

    -M

  41. Thorsten Rohweder

    @Ex-Studentin

    seit dem Niedrigzins macht mir ein Tagesgeldkonto kein Spaß mehr. Dabei hatte ich witzigerweise gerade ein nettes Gespräch mit jemandem der genau diese 10.000€ konsequent auf dem Konto hat. Jetzt fasse ich mir an den Kopf, ob ich das nicht auch tun sollte. Das Argument was mir diese Person lieferte war : neue Zähne können leicht 5000 Euro kosten und dann  ist es egal oft privat versichert oder GKV. Mein Argument, dass ich über 10 oder 20 Jahre die Hälfte der Kaufkraft verlieren würde, wurde genau mit dem Argument gekontert, dass man dann vor keiner Ausgabe , sei es Waschmaschine, Auto oder halt Zähne Angst haben müsse. Man erkauft sich mit dem Verlust auf dem Konto einen ruhigen Schlaf, ich überlege es mir.

  42. Claus

    Stur in fair-, besser unterbewertete „Dividendenperlen“ zu investieren lohnt sich definitiv. Habe diesen Monat die höchste Monats-Summe nach Steuern erhalten, 2.598,12 €.

    Im kleinen Bekanntenkreis hat niemand Ahnung von Aktien. Ich habe es mir abgewöhnt, irgendwem zur Aktienanlage, bzw. zum Sparen und Investieren zu raten. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen und Meinungen hierzu. Soll jeder nach seiner Fasson „glücklich“ werden.

    Es ist aber bekannt, dass ich in Aktien investiere. Vor ein paar Monaten (nahe Höchststand…) wollte jemand meine Meinung zum Bitcoin haben. Ich habe ihm dringend davon abgeraten und das auch ausführlich begründet. Einige Tage später sprach er mich wieder darauf an, weil in seiner Tageszeitung ein Artikel zum Bitcoin erschienen war, der genau meine Meinung darstellte. Heute (nach den Kursrückgängen) ist er mir dankbar und ich gelte bei ihm als „Finanzexperte“…(lach).

    Die ersten 100k im Depot waren bei mir eher schmerzhaft, da ich im März 2000 mit einer deutlich höheren Summe begonnen habe, an der Börse „zu investieren“. Doch die 100k hatte ich schnell erreicht… leider von der höheren Ebene aus… Bis 2005 ging es auf gut 40k abwärts, dann habe ich „neu begonnen“ und langsam meine heutige erfolgreiche Strategie entwickelt und umgesetzt. Trotz weiterer drastischer Kursrückgänge (2008, -37,2%!) hat sich mein Depot vom Tiefstand bis heute gut ver-13-facht.

    Den „Turbo“ bemerke ich erst seit 2014, als ich die 300k übersprang. Obwohl ich bald 59 jahre alt bin, spare und investiere ich weiter und habe noch niemals auch nur 1 € Dividenden oder Kursgewinne entnommen.

    Gerade jüngere Menschen sollten langfristig investieren, um vom Zinseszinseffekt voll zu profitieren. Mein Eindruck ist, dass die Menschen keine Ahnung haben, wie enorm vorteilhaft sich dieser Effekt langfristig für sie auszahlt. Unser „steinzeitliches Gehirn“ kann eben nicht exponentiell denken…

    Wünsche allen eine schöne Osterzeit

  43. Ich

    Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte riesige Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht habe. Der Mexikaner antwortete: „Ein paar Stunden nur. Nicht lange.“ Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben ist, um noch mehr zu fangen. Der Mexikaner sagte, die Fische reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen. Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun Sie denn mit dem Rest des Tages?“ Der mexikanische Fischer erklärte: „Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen, spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.“ Der Banker erklärte: „Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte Ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hievon wiederum könnten Sie mehrere Boote kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko-City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York City umziehen, von wo aus Sie dann Ihr florierendes Unternehmen leiten.“ Der Mexikaner fragte: „Und wie lange wird dies alles dauern?“ Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre.“ Der Mexikaner fragte: „Und was dann?“ Der Banker lachte und sagte: „Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten Sie mit Ihrem Unternehmen an die Börse gehen, Ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“ Der Mexikaner sagte: „Millionen. Und dann?“ Der Banker sagte: „Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Enkelkindern spielen, eine Siesta mit Ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Ihren Freunden Gitarre spielen … „?

    Amen

  44. -M

    @ Claus,

    ich glaube das ist wirklich das Problem, dass unser Gehirn das nicht kann.

    klar ich kann es rechnen und ich sehe es grafisch vor mir. Und bisher bin ich über meinem Zeitplan und laut „Theorie“ kommt es auch genau so wenn ich einfach weiter mache wie bisher…. nur es ist am Ende doch sehr abstrakt wie aus 1300€ Dividenden p.a. Einmal 20k, 30k, 50k werden sollen. Ich „glaube“ es erst wenn die kommen haha 🙂 so lange heißt es sparen sparen und zusehen wie immer bissl mehr reintröpfelt und sich wundern das man immer noch im excel-Zeitplan liegt und es anscheinend wahr werden kann was man so rechnet 🙂

    -M

  45. Albr

    Ich habe kein Cash auf dem Konto, ich habe ein Gehaltseingang, den ich nicht  aufbrauche, Dividenden und Zinseinkünfte je Monat, die unvorhergesehenes finanzieren können… falls ich tatsächlich neue Zähne benötige (wann auch immer) kann ich was zur Not verkaufen oder für kurze Zeit das Konto überziehen, bis dahin freue ich mich über Dividenden oder Zinseinkünfte…

     

     

  46. Mr. B

    @vonaufdenboden

    Immobilie + 650 k Depot für Familie mit Kinder. Danke fürs Teilen der Info. Bin ähnlich unterwegs.

    Wollt ihr es ohne Midijob probieren und die KV selber zahlen?

    Ich / wir haben jeweils noch eine Teilzeitbeschäftigung,  auch als Sicherheit.

    Frohe Ostern

    Mr. B

  47. Sterbai

    Wir sind all in. Kein „Notgroschen“. Und habe kein schlechtes Gefühl dabei. Sollte was unvorhergesehenes an Ausgaben aufkommen, wird halt in den Monat weniger als dir aktuellen 2T€ ins Depot gesteckt. In den letzten 5 Jahren waren wir ganze 14Tage im Dispo deswegen. Ich bin der Meinung dass ein Angestellter der jeden Monat geld zur Seite legen kann, kein Notgroschen braucht. Was ist das schlimmste das passieren kann? Ich musste was aus dem Depot verkaufen, dafür kann das Geld aber immme für mich arbeiten.

    @June

    Aktuell sind meine Mittagspausen auch mit Mail und Telefonaten mit Handwerker, Hausverwaltungen, Versicherungen und Mietern gefüllt. Entweder ist wochenlang nichts, oder alle Wohnungen gleichzeitig irgendwas…

     

  48. June

    @Tagesgeldkonto, Notgroschen ect.

    Phuuuu……. so allgemein gesehen als Mensch und besonders als Frau bin ich sehr mutig. Ich habe Hypotheken, spiele an der Börsenlotterie 😉 und bin kein Fan von Versicherungen.  Aber auf dem Tegesgelkonto haben wir sehr viel Geld liegen und planen es auch nicht zu investieren. Dadurch, dass Mr. Juni selbständig ist, haben wir Rücklagen für ein Jahr. Das ist sehr viel, aber ich kann ruhig schlafen. Alles was darüberhinaus übrig ist, wird investiert. Erst in einigen Jahren wenn wir wirklich in Rente gehen wollen, möchte ich die Cashquote auf 3 Jahresausgaben plus ein bisschen Reserve aufstocken. Ich möchte dann quasi Geld für schlechte Börsenjahre anlegen. Auch auf die Gefahr hin damit Rendite zu verlieren.

    Vielleicht ist es aber auch nur die Tatsache, dass ich in meinem früheren Leben oft diese Panik hatte, das unser Geld nicht reicht weil ich keine oder kaum Rücklagen hatte.

    Take care,

    June

  49. Frank

    Habe es letztes Jahr geschafft zu meinen gesparten 5000 € erstmals 5000 € Dividenden zu kassieren, so dass ich jetzt jedes Jahr 10000€ sparen kann.

    Sollten dann mal Zähne oder ein Auto fällig sein wird halt mal ein Jahr nicht investiert sondern Nötiges gekauft.

    Für mich sehr beruhigend.

  50. June

    @Ex-Studentin,

    schön, dass bei euch auch bescheidener gefeiert wird.

    Bei kleinen Kindern ist es aber auch anders, sie freuen sich so auf den Osterhasen. Dieses Jahr musste ich mir von meiner Tochter vor ein paar Wochen anhören, dass der Osterhase früher so viel praktisches Zeugs gebracht hat. Ihre vermeintliche Standpauke endete mit dem Satz, der Osterhase könnte diese Jahr mal wieder Socken bringen, sie bräuchte welche. 🙂

    @Sterbai,

    Genau so ist es! Im Moment, ist es wieder viel. Ob das am Frühling liegt? Am Donnerstag ist in unserer Studenten WG das Internet ausgefallen. Ich habe Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um noch einen Techniker zu bekommen. Aber die hatten vor den Feiertagen auch keine Lust mehr zu arbeiten. Übermorgen muss ich eine Mail an den Architekten schreiben, damit ich die neue Farbe des Hauses erfahre. Vielleicht bekommen wir noch eine günstige neue Markise, wenn wir gleich Anfang April bestellen. Und so geht das gerade weiter. Der Mieter in der anderen Wohnung möchte ein Kleinunternehmen anmelden und für meine Eltern besorge ich inzwischen auch den Handwerker, da ist die Spülung kaputt. Zum Glück gibt es eine 2. Toilette. Bitte nicht falsch verstehen. Ich beschwere mich nicht, ich wollte das so haben. Aber in einem Großraumbüro bekommen die Kollegen das mit.

    Take care,

    June

  51. David

    @Ich:

    Die Geschichte des Fischers und des Investmentbankers kannte ich bereits, lese sie aber immer wieder gerne. 🙂

    @Claus und -M:

    Unser Hirn hat echt Probleme mit exponentiellem Wachstum. Bzgl. dieser Thematik habe ich eine interessante Geschichte (Auszug aus „Klar denken, klug handeln“ von Rolf Dobelli):

    Ein Stück Papier wird in der Mitte gefaltet, dann wieder in der Mitte gefaltet und wieder und wieder: Wie dick wird es nach 50-mal falten, sein? Schreiben Sie Ihre Schätzung auf, bevor Sie weiterlesen.

    Zweite Frage. Sie dürfen wählen: A) In den nächsten 30 Tagen schenke ich Ihnen jeden Tag 1.000 Euro. B) In den nächsten 30 Tagen schenke ich Ihnen am ersten Tag einen Cent, am zweiten Tag zwei Cent, am dritten Tag vier Cent, am vierten Tag acht und so weiter: Entscheiden Sie, ohne lang zu rechnen: A oder B.

    Sind Sie so weit? Also gut: Wenn wir annehmen, dass ein Blatt Papier ein Zehntelmillimeter dünn ist, dann beträgt seine Dicke nach 50 Faltungen ca. 100 Millionen Kilometer: Das entspricht etwa der Distanz Erde-Sonne, wie Sie mit einem Taschenrechner leicht nachrechnen können. Bei der zweiten Frage lohnt es sich, auf Antwort B zu setzen, auch wenn A verlockender klingt. Wählen Sie A, haben Sie nach 30 Tagen 30.000 Euro verdient, bei Antwort B über zehn Millionen.

    Lineares Wachstum verstehen wir intuitiv. Doch wir haben kein Gefühl für exponentielles (oder prozentuales) Wachstum. Warum nicht? Weil die evolutionäre Vergangenheit uns nicht darauf vorbereitet hat. Die Erfahrungen unserer Vorfahren waren grösstenteils linearer Art. Wer doppelt so viel Zeit aufs Sammeln investierte, brachte die doppelte Menge Beeren ein. Wer gleich zwei Mammuts über den Abgrund jagte statt nur eines, zehrte doppelt so lange davon. Es gibt kaum ein Beispiel aus der Steinzeit, wo Menschen exponentiellen Wachstum begegnet wären. Heute ist das anders.

    Ein Politiker sagt: „Die Anzahl der Verkehrsunfälle steigt jedes Jahr um 7%.“ Seien wir ehrlich, intuitiv verstehen wir das nicht. Wenden Sie deshalb einen Trick an: Berechnen Sie die Verdoppelungszeit. Teilen Sie die Zahl 70 durch die Wachstumsrate in Prozent. Im besagten Fall der Verkehrsunfälle: 70 : 7 = 10 Jahre. Was der Politiker also sagt: „Die Anzahl der Verkehrsunfälle verdoppelt sich alle zehn Jahre.“ Ziemlich alarmierend.

    Ein anderes Beispiel: „Die Teuerung beträgt 5%.“ Wer das hört, denkt: „Nicht so schlimm, was sind schon 5%?“ Berechnen wir schnell die Verdoppelungszeit: 70 : 5 = 14 Jahre. In 14 Jahren wird ein Euro nur noch die Hälfte wert sein – ein Skandal für alle, die ein Sparkonto besitzen.

    Angenommen, Sie sind Journalist und bekommen eine Statistik zugespielt, wonach die Anzahl der registrierten Hunde in Ihrer Stadt um 10% pro Jahr wächst. Welche Schlagzeile setzen Sie über Ihren Artikel? Sicher nicht „Hundezulassungen um 10% gestiegen“. Das interessiert niemanden. Sondern: „Hundeschwemme: Doppelt so viele Köter in nur sieben Jahren!“

    Nichts, was prozentual wächst, wächst ewig – auch das vergessen die meisten Politiker, Ökonomen und Journalisten. Jedes exponentielle Wachstum kommt irgendwann an seine Grenze – garantiert. Das Darmbakterium Escherichia Coli teilt sich alle 20 Minuten. In wenigen Tagen hätte es die ganze Erde überzogen. Doch es wird mehr Sauerstoff und Zucker verbrauchen, als neuer zugeführt wird, was die Population bald in ihrem Wachstum bremsen würde.

    Dass unser Hirn Mühe mit prozentualem Wachstum hat, war schon im alten Persien bekannt. Von dort stammt dieses Märchen: Es war einmal ein kluger Höfling, der seinem König ein Schachbrett schenkte. Der König fragte ihn: „Sage mir, wie ich dich zum Dank belohnen kann.“

    „Nichts weiter will ich, edler Gebieter, als dass Ihr das Schachbrett mit Reis auffüllen möget. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld, und dann auf jedes weitere Feld stets die doppelte Anzahl an Körnern. Also zwei Reiskörner auf das zweite Feld, vier Reiskörner auf das dritte und so fort.“ Der König war erstaunt: „Es ehrt sich, lieber Höfling, dass du einen so bescheidenen Wunsch äusserst.“ Wie viel Reis ist das? Der König dachte wohl an ein Säckchen. In Wahrheit hätte er mehr Reis gebraucht, als auf der Erde wächst.

    Fazit: Wenn es um Wachstumsraten geht, vertrauen Sie nicht auf Ihr Gefühl. Sie haben keines – akzeptieren Sie das. Was Ihnen wirklich hilft ist der Taschenrechner, oder, bei kleinen Wachstumsraten, der Trick mit der Verdoppelungszeit.

    Übrigens: Rolf Dobelli verwendet bei der Verdoppelungszeit die 70er-Regel, ich selbst wende aber eher die 72er-Regel an.

  52. June

    @David,

    cooler Trick mit der Verdopplung. Ich kannte ihn noch nicht.

    Die Sache mit dem Papier hat mir Mr. Juni mal vorgelesen. Verbunden mit dem Hinweis, dass man Papier wohl nur maximal 7-Mal falten kann. Mit einem DIN-A4 Papier haben wir das dann ausprobiert.

    Die Schachbrett-Geschichte in Persien erzählte uns der Mathematiklehrer. Daher konnte ich deine 2 Frage auch leicht beantworten. Aber Zinseszins ist nicht intuitiv selbsterklärend. Toll beschrieben. Danke dafür.

    Take care,

    June

     

  53. Michael D.Michael D.

    Hallo,

    überlege schon länger, meinen Job an den Nagel zu hängen und eine etwas längere Auszeit zu nehmen. Bin hin und her gerissen.

    Einerseits möchte ich  den stetigen Geldstrom nicht verlieren. Der Arbeitgeber ist schwer ok und ich muss mir keinen „Haxn ausreißen“ für mein Geld…

    Aber mir macht die Arbeit keine besondere Freude. Muss mich hier mittelfristig verändern und mir etwas passenderes suchen.

    Meine Freundin macht ihre Arbeit ebenfalls keinen Spaß und sie redet ständig vom Kündigen.

    Würde gerne für so ca. 6-12 Monate eine kleine Auszeit nehmen und durch die Welt reisen. Nicht durchgehend, sondern aufgeteilt. 2-3 Wochen eine Reise, dann ein paar Wochen zuhause, Eltern besuchen, Schwiegereltern (wahrscheinliche) besuchen. Mit der Oma Essen gehen, dann wieder ein paar Wochen im Ausland verbringen. Zeit genießen. Den Tag Tag sein lassen. Keine unsinnigen Besprechungen, keine Zeit im Büro verplempern…. Leben.
    Aber jetzt gehts erst mal 2 Wochen in die USA 😉 Dann sehn wir weiter…

    Verstehe die Leute nicht, die auf Biegen und Brechen die Karriere befeuern, Nebenjobs annehmen, 50, 60 oder mehr Stunden in der Woche mit Arbeit verbringen. Ich finde auch meine Kollegen merkwürdig – fast alle um 8 im Büro, Überstunden ohne Ende.

    Ich möchte jetzt schon leben. Ich arbeite noch nicht so lange (Studium) aber eigentlich habe ich schon wieder genug 🙂

    Ich liebe das Investieren. Verbringe unzählige Stunden mit der Recherche von Aktien, lese Berichte, Quartalszahlen. Notiere mir die Finanztermine meiner investierten Unternehmen…

    Gerade überlege ich Aufstockungen in:

    -Vale (machen gerade eine Verjüngungskur und stellen sich top „neu“ auf, bin hier schon lange dabei, Divis fangen gerade an zu sprudeln)

    -Celgene (abgestraft an der Börse in letzter Zeit, meiner Meinung nach zu unrecht. Hab vor 1-2 Monaten eine 1. Posi eröffnet. Tolles Unternehmen. Glaube da wird in der Zukunft die Musik spielen.

    -Gilead (ca. vor 3 Monaten eingestiegen, auch total unterbewertet meiner Meinung nach. Auch hier tob Player im Biotec Markt. Übernahme Kite. Marktführer bei HIV Medis, Hep. A geheilt… weltklasse. Da wird noch viel kommen.

    -Evotec (schon lange dabei, top Strategie. Werner Lanthaler (CEO) top Firmenlenker mit Vision.)

    -Teranga Gold (auch schon lange dabei. Schön langsam formt sich ein Mid-Tier-Gold Player, bin gespannt auf die Zukunft.

    Neukäufe würden in Frage kommen bei:

    -Bayer (nach fixer Übernahme von Monsanto – ich warte daruauf, dass die Schulden extrem steigen, vielleicht Kapitalerhöhung – Verwässerung – Kurs fällt weiter – falls die Übernahme in trockenen Tüchern ist bin ich überzeugt, dass Bayer extrem wachsen wird und ein tolles Investment – langfristig – ist)

    -Teva (auch schon länger am Schirm, nach dem Invest von Waren Buffet um so mehr, könnte sein dass ich da noch vor Bayer zugreife).

    LG aus dem Ösiland 😉

     

  54. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Michael D.

    Bei den meisten finanziell Freien in den USA ist es so, dass sie in den sauren Apfel beißen und 10 bis 20 Jahre arbeiten. Sie leben in der Zeit bescheiden. Und erreichen anschließend die Freiheit. Dann können sie reisen, Sport machen, Wanderungen, Camping, Kanu… sie können machen, was sie wollen. Ohne Fleiß kein Preis.

  55. -M

    @Frank

    Wie lange hast du gebraucht um den Break Even zu erreichen? Ich nehme an, du hast eine gute Rendite auf dein eingezahltes Geld (YOC)

     

    @David

    das bestätigt mich umso mehr, dass ich strikt nach meiner excel Tabelle gehe, auch wenn da einen die Zahlen umhauen 🙂 wenn man es eh nicht begreift dann nur wenigstens jedes Jahr abhaken und weiter staunen was da noch so kommt….vlt kommt ja dann irgendwann der Kopf auch mit.

    -M

  56. David

    @June:

    Wenn du die Geschichten bereits kanntest, umso besser. 😉

    Oft ertappe ich mich dabei, dass ich bei einem Anlagerechner gewisse Szenarien durchspiele, und gespannt auf das Ergebnis blicke. Manchmal überrascht mich das hohe Ergebnis, obschon ich weiss, wie extrem der Zinseszins wirkt und wie schlecht ich das Wachstum einschätzen kann. Dann denke ich immer: Wenn es mich schon überrascht, wie stark überrascht wird dann erst jemand sein, der die „Kraft“ des Zinseszinses nicht kennt!? So oder so, es hilft immer mal wieder, wenn man einen Anlagerechner zu Hilfe nimmt (sei es als Visualisierung oder als Motivation).

    @-M:
    Genau, eine Exceltabellenhilft hier ungemein. 😉

  57. Thorsten Rohweder

    40 Stundenwoche ?  Ich habe immer mehr gearbeitet. Teilweise unbezahlt („Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“),  später als Selbstständiger natürlich bezahlt. Das war der saure Apfel, glücklich machen die vielen Arbeitsstunden nicht, aber die Zeit arbeitete gegen mich, ich wurde ja auch älter. Das wachsende Kapital versüßte die Anstrengung mit der Zeit, aber 20 Jahre und mehr sind verdammt lang (im Nachhinein nicht)  und die Zweifel waren ständiger Begleiter. Man muss schon an sich und seinen Plan glauben. Teilzeit und früherer Ruhestand sind neue Phänomene. Wenn ich damals gewußt hätte wie richtig ich lag, es gab kein Vorbild und keine Messlatte.

  58. Markus

    @Frank

    „Habe es letztes Jahr geschafft zu meinen gesparten 5000 € erstmals 5000 € Dividenden zu kassieren, so dass ich jetzt jedes Jahr 10000€ sparen kann.“

    Du sparst 5 k im Jahr.

    Die versteuerten Ausschüttungen wieder anzulegen ist eine Reinvestition und hat nichts mit von außen zugeführten, gesparten Mitteln zum Depot zu tun.

    Ob ein Berkshire Investor dieselbe Summe (prozentual/Wertmäßig) verkauft und diese woanders anlegt oder wieder in Berk`s hat nichts mit Sparquoten/Sparsummen zu tun.

    Das ansonsten Dividenden-Aktien durchaus Ihre Berechtigung haben, will ich nicht wiederlegen.

    Nur ist manchmal die Argumentation nicht logisch.

  59. Ruben

    In letzter Zeit ist hier immer öfter von großen Plänen die Rede. Ich hatte die meiste Zeit des Lebens keinen Vermögensplan oder wie man es nennen will und habe es immer noch nicht so richtig. Meine Sparmotivation lag schon immer eher in der Sorge einmal nicht genügend Geld zu haben, so wie es Tim schon öfter beschrieben hat.

    Ich habe schon seit jeher möglichst viel gespart und habe mir nie die Sparraten aufgeschrieben oder eine Sparquote errechnet. Leider bin ich erst sehr spät zu Aktien gekommen, ich habe über Bekannte und den 2000er Crash immer nur die negativen Seiten mitbekommen. Wenn man immer genug Geld hat, benötigt man auch die meisten unnötigen Versicherungen nicht, die kleine Beträge abdecken. Der Klassiker ist für mich die Zahnzusatzversicherung. Die Masse kann doch nicht mehr herausbekommen, als sie eingezahlt hat, abzüglich Verwaltungsgebühr und Gewinn der Versicherung. Trotzdem fühlt sich jeder wie ein Gewinner. Es soll auch Leute geben, die eine Handyversicherung abschließen. Alles was ich selbst bezahlen könnte benötige ich nicht als Versicherung. Ich habe zur Zahnzusatzversicherung einmal in der Firma meine Meinung gesagt und noch nie so viele Anfeindungen erlebt. Ein Beispiel für eine aus meiner Sicht sinnvolle Versicherung  ist hingegen eine Privathaftpflicht. Der Schadensfall tritt selten ein, wenn er jedoch eintritt kann es auch um 7 stellige Summen gehen. Diesen Fall kann man über eine Gemeinschaft aus Versicherten sehr günstig absichern.

    Ein Großverdiener bin ich nicht, da gesundheitlich gehandicapt, aber ich habe bezahlte Mehrarbeit nie ausgeschlagen und mich immer stark engagiert. Vor ein paar Jahren habe ich dann auch eine Gehaltserhöhung erhalten, die normalerweise in meinen Job nicht mehr genehmigt wird. In meiner Firma bin ich überall als motivierter Mitarbeiter bekannt und ich denke Einsatz kann sich immer positiv auswirken, auch wenn man nicht mehr daran denkt. Wenn ich einmal woanders anfange heißt es vielleicht einmal „du der Ruben kommt auch aus der Firma aus der du gekommen bist? Kennst du den, taugt der was, kann man den einstellen?“ Nicht nur der Zinseszins wirkt exponentiell, auch wie man sich gibt kann ansteckend sein und sich vervielfältigen, das sieht man ja ebenfalls an Tim. Ich bin vor 6 Jahren als Ersatz zur Projektarbeit berufen worden, da ein anderer höher gestellter Mitarbeiter immer so ein Schwarzseher war und seine Stimmung hatte die ganze Projektarbeit vergiftet.

    Rückblickend habe ich auch die ersten 100k damals nicht wirklich wahrgenommen. Erst die letzten 2 Jahre habe ich nun einmal damit begonnen über die jährlichen Einnahmen und Ausgaben eine grobe Sparrate zu errechnen. Außerdem habe ich konservativ geschätzt, wo ich in 10 Jahren stehen könnte. Eine Verdopplung des Vermögens ist durchaus drin, was mir ein kleines Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Wenn die Verdopplung erst 2 Jahre später kommt ärgere ich mich auch nicht.  Ich hänge mich weiter rein wie bisher und gebe immer mein Bestes, zweifle jedoch an der Möglichkeit alles fest planen zu können. Was weiß ich, wo die Börse in 5 Jahren steht, ob ich Unterhaltszahlungen leiste, wie es selbst um meine Gesundheit oder Firma steht. Umgekehrt könnte sich auch alles noch positiver als sowieso entwickeln, doch das kann ich alles unmöglich vorhersehen und fest planen. Zum Glück bin ich in einer Situation, in der ich alles entspannt auf mich zukommen lassen kann:-)

     

  60. vonaufdenboden

    @Tim

    Danke!

    Dein Blog hat uns die letzten paar Jahre sehr geholfen immer dabei zu bleiben. Kinder sind grossartig. Die Sparquoten können trotzdem hoch sein, wenn man Einkommen- und Ausgabenseite ständig optimiert.

    @Mr. B

    Ihr habt es also schon geschafft! Toll! Wie geht ihr mit evtl. längeren  Marktabschwüngen um?

    Wir, besser gesagt meine Frau, wird wohl einen kleinen Nebenjob annehmen, um die KV abgedeckt zu haben. Aber das ist kein „Muss“.

    Ich werde ja auch irgendetwas machen, das mir Spass macht und auch ein wenig Geld einbringt.

    Mit Familienbeihilfe und den 4% SWR werden wir insgesamt 2,5k pro Monat zur Verfügung haben. Unser Ziel ist es, 25k jeweils zu Jahresbeginn auf ein Tagesgelkonto zu legen. Damit schaffen wir uns ein wenig Flexibilität. Falls der Markt nach unten dreht brauchen wir zumindest im 1. Jahr keine Anteile zu verkaufen. Geht es mehrere Jahre bergab, sind wir offen für jegliche temporäre Massnahmen. Ich denke es ist wichtig, dass man sich der unterschiedlichen (Markt)Entwicklungen bewusst ist.

    Gruss

    vonaufdenboden

     

     

     

     

  61. Mr. B

    @vonaufdenboden

    Bei einem Marktabschwung wäre ich froh um meinen Teilzeitjob. Außerdem könnte ich noch auf mein Cash, die laufenden Zinsanlagen ( bringen noch 2,5 %) und zu guter Letzt die Option auf ein zinsgünstiges Mitarbeiterdarlehen ( aktuell unter 1%) zugreifen.

    Ich bin gespannt was du Ende 2019 zu berichten hast und ob ihr es wie gedacht in die Tat umsetzt. Wünsch euch natürlich nur das Beste.

    Finde Olivers Geschichte auch sehr interresant, toll das er den Teilabsprung gewagt hat.

    Grüsse

    Mr. B

  62. Chris

    Von auf den boden:

    Ihr habt Vermögen und könnt dennoch familienbeihilfe bekommen?

    Das fände ich schon skandalös wenn es so wäre.

     

  63. Frank

    @ Markus,

    „Habe es letztes Jahr geschafft zu meinen gesparten 5000 € erstmals 5000 € Dividenden zu kassieren, so dass ich jetzt jedes Jahr 10000€ sparen kann.“

    „Du sparst 5 k im Jahr.

    Die versteuerten Ausschüttungen wieder anzulegen ist eine Reinvestition und hat nichts mit von außen zugeführten, gesparten Mitteln zum Depot zu tun.“

    Du hast Recht, ist mir für das Ergebnis aber egal. Ich spare mir sozusagen die Dividenden auszugeben 😉

    @ M,

    ich mache das seit Ende der 90er Jahre. Da ich mein Leben lang nur Teilzeit gearbeitet habe konnte ich nie viel sparen. Ich hatte allerdings das Glück eine Nokia früh zu erwischen, mein erster und einziger Tenbagger.

    Auf diesem Gewinn hat sich mein Depot im wesentlichen aufgebaut. Da ich sonst ein konservativer Anleger bin habe ich keine Unsummen im neuen Markt verloren. Die Langweiler im Depot machen mir die meiste Freude (Colgate, Altria, Berkshire…)

  64. vonaufdenboden

    @Chris

    Kindergeld oder Kinderfreibetrag ist der richtige Term für Deutschland. In der Schweiz ist es die Familien- oder die Kinderzulage.

    Kein Skandal also.

    vonaufdenboden

  65. Markus

    @Frank

    „Du hast Recht, ist mir für das Ergebnis aber egal. Ich spare mir sozusagen die Dividenden auszugeben ?“

    Sorry für meinen hoffentlich sachlichen „Korrekturwahn„.

    In der Vermögensaufbauphase ist ein verkonsumieren der Dividende(n) nicht förderlich. J. Siegel bezeichnet die Reinvestition der Div`s ja als Renditeturbo in einer Baisse.

    Die häufig unsachlichen X vs. Y Diskussionen „sparen“ wir uns lieber auch. 😉

    Frohe Ostern!

  66. Thorsten Rohweder

    Ich habe Dividenden genutzt um dann evtl. mit zugeschossenem Kapital andere Aktien zu kaufen. Das geht natürlich besser wenn das Depot schon etwas größer ist und man wenigstens 1000€ zusammenkratzen kann, wegen der Gebühren. Der Glaube daran, dass ein Unternehmen vernünftiger ist als ich, wie es mit Geld umgeht ist mir angesichts FB, Nokia, GE usw. abhanden gekommen. Ausgeben sollte man sie nicht klar. Aber man könnte es. Durch den CashFlow könnte man begründen, dass man weniger als 10.000 auf dem Tagesgeldkonto bunkern muss. Der Turbo in der Baisse ist real, es schont die Nerven.

  67. Chris

    @ ex studentin und vonauffenboden

    Achso AT. In Deutschland gibts nämlich auch ne beihilfe( heisst glaub ich aber anders). Wenn das Einkommen nicht reicht gibt der Staat was dazu.

    Butterschnitzel?

     

  68. KievKiev

    @ Ostern

    Wir feiern mit bis zu 10 Leuten in der Familie. Es ist ein großes schönes Familenfest mit gemeinsamen Essen, ausflügen, Grillen usw. An Geschenken gab es maximal 15€ pro Kind. Aus Sicht der Kinder waren sie sehr artig, dass es so viel gab. Vieles ist einfach nur eine Sichtweise. Es hätte in unserem kleinen Kreis von 4 Personen vielleicht bis zu 100€ insgesamt günstiger sein können, aber das Erlebnis ist es uns wert.

  69. Finanzmixerin

    Ich denke, wie auch schon einige sagten, dass nicht jeder für den Aktienmarkt gemacht ist. Genauso ist nicht jeder gut in der Rolle als Vermieter.

    Jeder muss wissen, womit er sich wohl fühlt.

    Und die meisten sagen sich halt: Wozu an morgen denken? Ich will jetzt gut leben. Dass es meist gar kein schlechteres Leben ist, wenn man freiwillig einfacher lebt, das können sich die meisten gar nicht vorstellen.

    Früher hat mir auch Onlineshopping Spaß gemacht, auch wenn ich es nie übertrieben habe. Mir hat es Spaß gemacht zu überlegen, was ich noch sinnvoll brauchen könnte und dann bei Amazon zu schauen.

  70. Hasan

    Moin Leute,

    ich lese hier sehr gerne mit, da mich eure Disziplin und euer Erfolg unglaublich motiviert und ich in meinem Freundeskreis leider keine Gleichgesinnten habe.

    Ich bin 23 Jahre alt und habe vergangenes Jahr angefangen den MSCI World und EM zu besparen. Zurzeit studiere ich Maschinenbau und beginne nächste Woche mein Pflichtpraktium bei einem großen Stahlproduzenten, ab Juli meine Bachelorarbeit und im September darf ich mich hoffentlich Bachelor Ingenieur schimpfen lassen. Meine Sparquote liegt momentan bei mickrigen 100€ im Monat, doch wenn ich zusätzliches Geld übrig habe (Ferienjobs), pumpe ich auch mehr Geld ins Depot. Es geht mir eher ums dabeisein und erste Erfahrungen sammeln. Demnächst werde ich dank Praktikumsvergütung die Sparquote erhöhen können.

    Für meine Freunde, die alle zwischen 20-24 Jahre alt sind, bin ich Warren Buffet, wenn ich von ETFs und Aktien spreche. Man schaut mich mit großen Augen an, wenn ich erzähle, dass ich ein Depot habe und ETFs erwerbe. „Was sind ETFs ?…Jeder kann einfach Aktien kaufen?…Du bist bestimmt schon reich…Geld ist die Wurzel allen übels“ bekomme ich häufig zu hören, aber keiner hat Lust sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Das sind alles intelligente Menschen und zum Großteil Maschinenbaustudenten, aber mit finanzieller Bildung haben die nichts am Hut. Das Geld was verdient wird, wird direkt wieder ausgegeben. Wenn am Ende des Monats was übrig bleibt, wirds aufm Girokonto gespart. Naja. Ich hab aufgegeben meine Freunde zu belehren. Wenn mein bester Freund sich wieder teure Uhren, Klamotten und das neuste iPhone kauft, beginnt meine Predigt jedoch von vorn. Den Unterschied zwischen Vermögenswert und Verbindlichkeit kann er im Schlaf aufsagen. Ich habe ihm „Rich Dad, Poor Dad“ empfohlen und paar Bücher über Aktien für Einsteiger und Gerd Kommer, aber gelesen hat er nichts. Vielleicht kommt das Interesse erst mit dem Alter.

    Für meine Schwester (26) habe ich die einzelnen Kapitel die ich für wichtig empfinde makiert, damit sie es ein wenig einfacher hat einzusteigen. Was Derivate oder Reits sind, muss sie ja nicht wissen. Vielleicht kann ich sie ja für das Thema begeistern.

     

  71. Finanzmixerin

    Hallo Hasan,

    super, dass du dich schon so früh mit dem Thema beschäftigst.

    Man kann nie früh genug anfangen.

    Zum Thema andere fürs Investieren begeistern haben schon andere hier viel Gutes geschrieben. Du musst aufpassen, dass du nicht bald von allen Seiten angepumpt wirst um Geld. Ich weiß nicht, ob ich es an deiner Stelle so vehement versuchen würde.

    Viele Grüße

  72. Claus

    @ David

    danke, Dobelli und die Beispiele sind mir bekannt.

    Jemand, der die Kraft des Zinseszinses nicht kennt, kann einen sehr schnell für einen „Spinner“ halten… Er glaubt die Zahlen einfach nicht… „Das kann ja gar nicht sein“, heißt es dann und die Sache wird so abgetan.

    Deshalb halte ich mich mit Empfehlungen, Berechnungen und Tipps einfach zurück. Manchmal höre ich auch „…die 50, 100, 200 oder sogar 500€ mtl. lohnt es nicht zu sparen. Da kommen am Ende keine grossen Summen bei heraus. Das Geld „versauert dann bestenfalls auf dem Girokonto, wird aber meist für „Schnickschnack“ vergeudet und ist schlicht „weg“. Gleichzeitig wird gejammert, das das Geld zu knapp sei. Manchen Menschen ist einfach nicht zu helfen…

    @ -M
    der Schneeball rollt. Es läßt sich kaum verhindern, dass er mit der Zeit immer schneller größer wird.

     

     

     

  73. JJ

    Ich wünsche dieser Community ein frohes Osterfest.

    Es macht mir immer wieder Freude, die Einträge hier zu lesen (Tim, Ex-Studentin, June, Kiev, …) auch wenn ich normalerweise nicht schreibe.

    Ihr alle habt so viel finanzielle Lebenserfahrung in Euren noch so jungen Jahren!

    Dabei hilft sicherlich auch das Internet, wo sowohl das Wissen als auch der Austausch mit „Mitstreitern“ möglich ist.

    Wenn ich zurückdenke, dann mußte ich in den 70-er Jahren noch mit dem Auto zur nächsten Telefonzelle fahren, wenn ich jemanden anrufen wollte. „Physische“ Vorbilder für den guten Umgang mit Geld war damals noch viel wichtiger als heute. Denn neben einem klugen Investment ist auch eine bodenständige Lebensführung zielführend.

    Ich erinnere mich noch oft an die Zeit etwa Mitte der 80-er Jahre als ich in den USA mein Zweitstudium absolvierte. Etwa zur gleichen Zeit „lebte“ Robert Kiyosaki und seine Frau angeblich noch in ihrem Auto, weil sie unbedingt selbständig werden und keine Arbeit annehmen wollten. Mittlerweile sind sie Multimillionäre. „Rich Dad – Poor Dad“ und noch mehr „Cashflow Quadrant“ sind eine wertvolle Lektüre, um das Denken für FF zu aktivieren (in den 90-ern was dies Bodo Schäfer mit „Der Weg zur finanziellen Freiheit“).

     

    Ich selber habe leider nicht die finanzielle Freiheit erreicht. Ich hatte mir ausgerechnet, dass ich ca. 500T€ dafür benötigt hätte (bei 5% Ertrag p.a.). Ich war zwischendurch ab und zu schon auf einem guten Weg. Aber dann wurde ich aus meiner Angestelltentätigkeit „rausgemobbt“. Seit ca. 5 Jahren lebe ich aus meiner finanziellen Substanz und noch weitere 2 Jahre bis zur vorgezogenen Rente.

     

    So kann ich wirklich sagen, dass all Eure Einstellung (auch wenn diese manchmal ziemlich krass anmutet), doch die richtige ist. Zufriedenheit ist nur bis zu einem bestimmten Grad vom Geld abhängig. Und das ständige Vergleichen („mein Auto, mein Haus, meine Yacht“) mit anderen führt nur zu Unfriedenheit. Leider ist unser Wirtschaftssystem genau auf diesen Eckspeilern aufgebaut – ich weiß wovon ich spreche, war ich doch in Marketing und Werbung beschäftigt.

    Tim, ich danke Dir für diesen wahrhaft „Augen-öffnenden“ Blog seit 2008 schon.

  74. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Hasan

    Wir haben sogar mit mickrigen 50€ begonnen. Dann waren es 100€, später 300€, 500€, 800€ und so weiter.

    Wichtig ist, dass du schon früh begonnen hast, deinen mentalen „Sparmuskel“ zu trainieren. Sehr gut!

    Wie klein die Summe zu Beginn auch sein mag (20€ bei Schülern), man gewöhnt sich das Sparen an und kann die Rate im laufe des Lebens kontinuierlich steigern.

    Viel Erfolg weiterhin.

    Die Beiträge hier sind immer wieder motivierend. Die Erfahrungsberichte der „alten Hasen“ sind sehr wichtig. Schön zu lesen, dass man irgendwann ans Ziel kommt…

    Wünsche allen ein herrliches Osterwochenende!

  75. David

    @Hasan:

    Schön, dass du in jungen Jahren schon verstanden hast, worauf es ankommt. Was die „Gleichgesinnten“ betrifft: Diese sind nicht nur rar, sondern werden leider auch rar bleiben! 🙂 Ich habe das Thema bei diversen Freunden schon mehrfach versucht anzusprechen (nicht, weil ich Andere bekehren wollte, sondern weil er mir einfach Spass macht über Finanzen und die Wirtschaft zu reden), leider vergeblich. Umso schöner aber, dass du in uns resp. in diesem Blog Gleichgesinnte gefunden hast. 😉

    @Freelancer Sebastian:

    Apropos Sparmuskel: Ich habe vor einer Weile einmal mit einem meiner besten Freunde darüber gesprochen, wie sparsam wir in unserer Jugendzeit waren. Dabei haben wir dasselbe Verhalten an den Tag gelegt; beide konnten sich (unabhängig voneinander) daran erinnern, dass man einmal extrem durstig war, sich auswärts aber nichts kaufen wollten (um zu sparen) und deshalb durstig nach Hause gefahren ist, um dort seinen Durst zu stillen. Heute „ärgert“ sich mein Freund darüber, weil er für einen lächerlichen Betrag unnötig „gelitten“ hat. Ich verstehe zwar seine Ansicht, teile seine Meinung aber nicht, denn wenn ich mir damals gleich immer das entsprechende Getränk gekauft hätte, dann hätte ich heute vermutlicherweise einen anderen Mindset…

    Jetzt könnte man sagen „Was Hänschen lernt, lernt Hans nimmermehr“, was für den Einen oder Anderen vielleicht sogar zutreffen würde. Grundsätzlich glaube ich aber daran, dass man sich durchaus auch als erwachsene Person noch ändern kann (hierzu gibt es ja auch genügend Beispiele)… zum Glück!

  76. V

    Fight Club triffts gut. Bezueglich Kollegen und Freunden kann ich die geschilderten Erfahrungen teilen. Kein Sinn dafuer. Lediglich die Juengeren zeigen Interesse an Aktien und Boerse wenn man sich als alter Boersenhase outet. Zu viel preisgeben sollte man aber auch nicht.

    Und wie schon mal erwaehnt weiss auch meine Frau nicht den wirklichen Depotstand meines Depots. Es interessiert sie auch nicht. Sie ist zwar sparsam, tickt da aber wie alle anderen und hat fuer FF nicht wirklich eine Ader oder eine positive Einstellung, daher wuerde eine Offenbahrung auch wohl kein durchweg positives Event …

  77. KievKiev

    @ JJ

    Vielen Dank für die Benennung. Ich möchte allen Lesern Mut geben Ihren Weg zu finden und zu gehen. Man kann heute alles im Internet finden. Auf die Suche muss man sich aber immer selbst begeben. Das zeigen ja unsere Erfahrungen mit dem persönlichem Umfeld. Trotzdem kann ich Freunde und sehr sympathische Kollegen nicht völlig uninformiert lassen. Ich gebe hier und da schon ein paar Tipps wie man etwas auch machen könnte. Und hier bin ich eher bei dem Lebensstil, Konsumverhalten als bei Aktien und Immobilien. Ansonsten ist es bei Erreichen meiner absoluten FF für sie zu spät. Der Zinseszins braucht Zeit.

    Ich habe of Glück im Leben gehabt. Ich empfinde nicht nur Dankbarkeit um glücklich zu sein. Ich habe erkannt, dass ich alles habe was ich möchte. Ich habe dadurch leichte Angst etwas zu verlieren, aber ich bin eher dankbar und zufrieden. Ich versuche nur mehr Zeit zu gewinnen um mehr mein Leben leben zu können. Ich habe keine Sehnsüchte mehr nach neuen materiellen Dingen.

    Ich hatte auch eine schwierigere Phase im Job und kann mir gut vorstellen, wie es einen vom geplanten Weg abringen kann. Das ist für mich auch eine hohe Motivation für sehr hohe Leistungen. Alles was ich heute erreiche nutzt mir morgen. Ich hatte bis auf 6 Monate für meine Diplomarbeit und den Start in die Berufswelt mit Umzug und KFZ Gebrauchtwagenkauf nie eine Phase in der ich mehr ausgegeben anstatt eingenommen habe.

    Du hast vielleicht nicht Dein gestecktes Ziel erreichen können. Aber die sehr frühe Frührente wurde erreicht. Kapitalverzehr ist auch eine Möglichkeit sein Kapital bis zur Rente zu nutzen. Du hast nach den Sternen gegriffen und sie leider nicht ganz erreicht. Aber Du bist viel erfolgreicher als die meisten Menschen gewesen. Falls der Job absolut untragbar geworden ist muss man die Reißleine irgendwann ziehen. Und je nach Alter hat dies sehr negative Auswirkungen auf den eigenen Finanzplan.

    Bereue nichts. Der Wechsel war vermutlich nicht zu vermeiden. Ich bereue manchmal nicht in Selbstständigkeit etwas aufgebaut zu haben. Ich bin einen anderen Weg gegangen. Und jetzt möchte ich mir nicht mehr die Zeit für den Aufbau eines weiteren Standbeines nehmen.

  78. Ex-Studentin

    @Michael D.

    Was ist die Motivation für eure Auszeit? Habt ihr Länder, die euch begeistern? Wenn ja: Dann Geld sparen und machen. Auch eine unbezahlte Auszeit machen manche Arbeitgeber mit. Wenn es aber nur an euren Jobs liegt, dann wechselt euren Job. Sonst kommt ihr nach dem Trip zurück und es hat sich nichts geändert. Ich bin aktuell auch nicht zufrieden mit meinem Job. Aber ich gehe damit recht offen um und versuche innerhalb meiner Firma eine passende Stelle für mich zu schaffen.

    @JJ

    Das mit dem Mobbing ist eine schlimme Sache. Ich hoffe, du konntest trotzdem genug Rentenansprüche sammeln? Ich plane den Kapitalverzehr durchaus ein. Mein Ziel ist es, dass ich vielleicht mit rund 60 in Rente gehe bzw. nur noch stundenweise arbeite. Ich hoffe, dass ich überhaupt so alt werde. Jeden Tag älter zu werden, ist keine Selbstverständlichkeit. Deswegen habe ich dieses Jahr sehr viel Wind aus den Segeln genommen. Stunden reduziert, Urlaub geplant.

  79. Michael

    Hallo und noch ein schönes Osterfest an alle.

    Ich habe ebenfalls festgestellt, dass man in seiner näheren Umgebung wenig Menschen findet, die sich im Allgemeinem überhaupt für Börse, Anlagen, FF & FU interessieren. Es klingt für viele einfach zu utopisch/abstrakt bzw. sie können sich keine Vorstellung davon machen. Nicht wenige halten auch die Börse mehr oder weniger für eine Art Casino. Dabei würde ich mich so gerne viel mehr mit anderen austauschen wollen, auch um andere Blickwinkel zu erhalten.

    Leider bin ich erst jetzt (mit knapp 34) auf das Thema FF/FU aufmerksam geworden. Manchmal ärgere ich mich regelrecht, dass ich seit Anfang 20 für viele Jahre eher ein „Lebemann“ war, anstatt auch nur wenigstens 100,00 € monatlich in einen wie auch immer gearteten Aktien/ETF-Sparplan zu stecken.

    Nichtsdestotrotz habe ich es durch die beispiellose Hausse der letzten 8/9 Jahre und nicht zuletzt auch etwas Glück (Derivate) immerhin geschafft, aus quasi „nichts“ ein Depot von mittlerweile 110.000,00 € zu bilden, verteilt auf diverse Aktien & einen ETF (FTSE All-World von Vanguard).

    Nun überlege ich, ob nicht möglicherweise die komplette Umschichtung in einen globalen Dividenen-ETF (z. B. den iShares Stoxx Gobal Select Dividend 100) sinnvoll erscheint. Zwar haben diese in den vergangenen Jahren den breiten Markt i. d. R. underperformt, jedoch erhoffe ich mir durch den regelmäßigen, vierteljährlichen, zusätzlichen Cashflow zusätzliche Möglichkeiten, in schwachen, ggf. sogar Crash-Phasen, billig nachkaufen zu können, um die persönliche Dividendenrendite bzw. die YOC zu steigern.

    Hat insoweit schon jemand Erfahrungen oder ist der Depotwert dazu einfach noch zu gering? Ist es sinnvoll, bereits ab 100.000,00 € einen Dividenen-ETF zu besparen oder sollte man ggf. auch auf ganz andere Growth-Themen (z. B. Automation/Robotics und/oder Digitalisierung) setzen. Mein Ziel wäre es schon, mit allerspätestens 50 (mithin in 16 Jahren) entweder ganz mit der Arbeit aufzuhören (mit privater KV) oder zumindest in minimaler Teilzeit weiterzuarbeiten.

  80. Der HSV steigt endlich ab

    Ist man ein Versager, wenn man die finanzielle Freiheit nicht erreicht?

    Dieser Eindruck drängt sich hier auf.

  81. Chris

    @Ex studentin: das mit dem job wechsel ist oft gar nicht so einfach. Erstmal möchte ja keiner weniger als im jetzigen job verdienen. Dazu kommt das risiko mit der probezeit etc.

    Aber natürlich sollte man zumindest die augen offen halten.

    Ich möchte mit 57 ( gerne auch früher) mit einem Wohnmobil eine Weltreise machen. Vor allem USA, Kanada und Südamerika.

    Und dann eine ranch in den usa kaufe  und dort leben.

    Ich plane das mit den Dividenden zu finanzieren und nur die nicht zahler zu verkaufen.

  82. Jonas

    Ich habe lange versucht, die Menschen, die ich mag, zu „bekehren“, ständig habe ich Links zu den Themen ETF, Zinseszins und FU verschickt – ohne jeden Erfolg.

    Folglich habe ich aufgegeben, nur noch meine Freundin und meine Eltern sind eingeweiht, aber richtig en detail kann ich mit niemandem über meine Pläne sprechen. Fängt man mit dem Thema an, so vermitteln einem die Gegenüber das Gefühl, dass man von einer Art schwarzen Magie spricht. Insofern ziehe ich mein Ding einfach schweigend durch. Bin jetzt etwas über 30 und habe ein Depot von etwas über 100.000 Kisten, begonnen habe ich vor einigen Jahren, dürften so um die vier sein. Ich habe viele Nebenwerte (Isra Vision, Berentzen, Bet At Home, Endor, Vectron etc.pp) mit ziemlich Gewinn verkauft, jetzt habe ich nur noch Xylem, AbbVie, Alphabet, Stryker und Schneider Electric plus die 3-Standard-ETF’s (World, EM, EMU). Hatte mich viel zu viel mit dem Thema beschäftigt, das tat mir nicht gut.

    Ich bin im internationalen Vertrieb tätig und reise viel, ich sehe dunkelschwarz was das Stresslevel auf Arbeit für die Zukunft betrifft – und das nicht nur für mich persönlich. In den letzten fünf Jahren hat sich der Druck für deutsche Mittelständler im internationalen Umfeld immens erhöht, die Menschen im Büro sind gehetzt und kaputt und total gefangen im Hamsterrad, jeder hat Schulden für einen Minibetonbunker im Neubaugebiet an der Backe. Ich möchte das nicht ewig machen, gerade weil ich bald Familie haben möchte und ca. 100 Tage im Jahr in aller Welt reise. Fast alle meine Kollegen sind Vollgas in der Konsummühle gefangen, egal ob sie 2000 oder 4000 netto verdienen, es bleibt maximal eine schwarze Null. Aktien? Zockerei.

    Ich bin ein sehr skeptischer Mensch und hoffe, dass ich meinen Kindern, so ich sie denn hoffentlich haben sollte, eine gute Zukunft ermöglichen kann. Ich mache es nicht primär für mich, sondern für sie.

     

  83. Insider

    @Chris

    Interssanter Plan . Was für ne ranch stellst du dir vor ? Warum in den USA ?

  84. Fit und Gesund

    Einige spannende Beiträge,

    @HSV,

    provozierende Frage, mit wem soll ich mich vergleichen? warum soll ich mich mit Jemand vergleichen?, käme mir nicht in den Sinn, Jeder hat andere Umstände, sowieso, dieses ständige sich mit Anderen messen zu wollen ist für mich schon wieder das pure Gegenteil von Freiheit, genau sowas hasse ich wie die Pest.

    @all,

    geniesst Euern freien Tag, macht Euch nicht allzuviel Sorgen, macht so gut Ihr könnt und dann wird es schon gut kommen 🙂

  85. Thorsten Rohweder

    @HSV

    Nein, es gibt verschiedene Lebensmodelle, Finanzielle Freiheit ist eins davon. Es reicht, wenn man das Geld nicht unkontrolliert raus haut.Wenn man nicht genug verdient, dann kann man auch nicht genug sparen. Wer mehr verdient, muss eben sehen dass das Geld nicht zum Fenster rausgeworfen wird. Keiner versagt, wenn er im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Plan verfolgt. Der Weg zählt , es gibt immer jemanden, der noch reicher und noch erfolgreicher ist, daran sollte man sich nicht messen.  Sparen, um dann eine Weltreise zu machen und ein ganzes Jahr nichts zu verdienen ist eine Bremse, das muss jeder selbst wissen. Wer nur weniger arbeiten möchte und Finanzielle Freiheit nicht erreichen will, der kann Teilzeit machen und seine Konsumausgaben reduzieren. Wer Finanzielle Freiheit erreichen will, der muss durchstarten und das Geld dem Zinseszins/Reinvestment überlassen.

    Als ich mich selbstständig gemacht habe, hat mir ein Vermittler gesagt, dass es Leute gibt, die 6 Monate ranklotzen und dann 6 Monate pausieren . Das war nix für mich. Protestantische Arbeitsethik fordert den ständigen Einsatz, Müßiggang ist ganz ganz böse. Also habe ich durchgekeult.

  86. Markus

    @HSV-Feind

    „Ist man ein Versager, wenn man die finanzielle Freiheit nicht erreicht? Dieser Eindruck drängt sich hier auf.“

     

    Gegenfrage: Ist der HSV ein Versagerclub wenn sie absteigen? 😉

    Glaubensgemeinschaften haben leider durchaus manchmal schnelle Vorurteile. Unterbewusste Vorurteile hat fast jeder Mensch durch seine Prägung, Gewohnheiten, Umfeld etc.

    Die Menschen, welche sich trotz all ihrer Prägung bemühen gedanklich offen zu sein, finde ich persönlich einfach sympathischer und weltoffener.

    Nicht jeder hat dieselben Bedingungen, Erziehung, Umfeld, das richtige Zeitfenster, die richtige Information zur richtigen Zeit (JJ z. B.), dieselben Prioritäten, das Glück den richtigen Partner gefunden zu haben, den Top-Job in der richtigen Branchenphase erwischt zu haben, dieselbe Gesundheit & Stresstoleranz usw.

    Wenn man das im Hinterkopf hat, finde ich Vorverurteilungen eine sich zu leicht gemachte geistige Vereinfachung, die leicht zu Missverständnissen & Streitereien führen kann.

    Wenn für Menschen der einzige Sinn im Leben die Höhe des Kontostandes ist… werden andere Menschen sie/ihn evtl. auch für einen emotionalen Versager halten…

    Bertrand Russell hat einmal gesagt, es sein ein Jammer, dass die Dummen und Fanatiker ihrer selbst immer sicher, klügere Menschen jedoch voller Zweifel sind.

     

     

  87. Albr

    @Jonas, so sieht es aus, der Druck – auch in unserer Firma – nimmt enorm zu, immer mehr (absolut sinnlose) Meetings, emails, Besprechungen, Bürokratie, Personalprobleme, Personalengpässe !!

    und ich sehe nicht das es weniger wird, noch ist die Stimmung bei mir nicht gekippt, aber sie wendet sich gerade… blöd wird es für die jungen Menschen, die auf den Arbeitsmarkt drängen, ich kann nur raten Beamter zu werden oder weniger verdienen zu wollen und mit weniger Geld auszukommen… viele Lebensentwürfe ändern sich derzeit bei jungen Menschen (kein Auto mehr, wohnen in einer WG,  Teilzeit, Reisen mit/über AirBnB, mal selbständig, mal angestellt, mal längere Auszeiten…) alles Dinge, die für mich in dem Alter unvorstellbar waren

     

     

  88. Thorsten Rohweder

    @Albr so ist es. Ich könnte stundenlang erzählen. Der Gipfel sind Menschen , die eine Tagesgage von 2000€ bekommen, und mit einer reinen Methodenlehre den Laden ausbremsen. Merkwürdigerweise fallen die Entscheidungsträger immer wieder darauf rein. Derzeit in  : agiles Arbeiten. Boaaaaah. Jedes Jahr ein neues religiöses Konstrukt , das nur einen Sinn hat : das Maximum aus den Leuten rauszuquetschen.

  89. Daniel

    Nichtsdestotrotz habe ich es durch die beispiellose Hausse der letzten 8/9 Jahre und nicht zuletzt auch etwas Glück (Derivate) immerhin geschafft, aus quasi „nichts“ ein Depot von mittlerweile 110.000,00 € zu bilden, verteilt auf diverse Aktien & einen ETF (FTSE All-World von Vanguard).

    Hört sich doch schon super an. Ich hatte mal irgendwo gelesen dass wenn man es schafft unter 35 Jahren die 100.000k im Depot zu haben quasi damit schon die Rentenlücke gefüllt hätte (wenn man bis zuende arbeitet und investiert bleibt) über die alle so sehr jammern 😉

    Nun überlege ich, ob nicht möglicherweise die komplette Umschichtung in einen globalen Dividenen-ETF (z. B. den iShares Stoxx Gobal Select Dividend 100) sinnvoll erscheint. Zwar haben diese in den vergangenen Jahren den breiten Markt i. d. R. underperformt, jedoch erhoffe ich mir durch den regelmäßigen, vierteljährlichen, zusätzlichen Cashflow zusätzliche Möglichkeiten, in schwachen, ggf. sogar Crash-Phasen, billig nachkaufen zu können, um die persönliche Dividendenrendite bzw. die YOC zu steigern.

    Ich halte davon ehrlich gesagt gar nichts. Weiter unten sagst du ja selbst dass du noch etliche Jahre vor dir hast bevor du aus der Ansparphase in die „Unterstützungs-“ bzw. „Entnahmephase“ eintrittst. Warum also jetzt schon auf ein underperformendes Pferd setzen. Du brauchst aus dem Depot kein Cashflow gernerieren weil ein Vielfaches deines Cashflows aus einem regulären Einkommen generiert wird. Sagen wir der Markt kippt und dein Depot schrumpft um 50% auf 50.000€. Nun überlegst Du dir kräftig einzusteigen. Wodurch wird das wohl passieren? Durch die 2500€ Netto die du als Dividenden pro Jahr aus den ETFs saugst oder vielleicht die 10.000€ – 20.000€ die du je nach Sparquote aus deinem Job direkt in den Nachkauf pumpst? Über den Schwenk zum Div-ETF kannst du in 15-16 Jahren nachdenken, wenn Du in die Entnahmephase eintrittst. Dein jetziger All-World ETF ist billig, performt gut und ist extrem gut diversifiziert. Gib das nicht auf.

    Hat insoweit schon jemand Erfahrungen oder ist der Depotwert dazu einfach noch zu gering?

    Der Depotwert ist irrelevant. Einzig und allein entscheidend ist deine Asset-Allokation. Ich lese irgendwie so ein bisschen zwischen den Zeilen heraus dass du doch etwas wie Market-Timing betreiben willst wenn von Cash-Quoten während der Krise die Rede ist. Spannender ist vielmehr, warum nicht sowieso per fester Quote definieren wieviel Cash man halten will. Dafür bedarf es keiner Dividenden ETFs sondern einer sauberen Aufteilung. Spare doch einfach 20% TG / 80% Aktien und halte deine Quote. Sackt die Aktienquote im Crash ab musst du sowieso durch Aktienkäufe rebalancen.

    Ist es sinnvoll, bereits ab 100.000,00 € einen Dividenen-ETF zu besparen oder sollte man ggf. auch auf ganz andere Growth-Themen (z. B. Automation/Robotics und/oder Digitalisierung) setzen. Mein Ziel wäre es schon, mit allerspätestens 50 (mithin in 16 Jahren) entweder ganz mit der Arbeit aufzuhören (mit privater KV) oder zumindest in minimaler Teilzeit weiterzuarbeiten.

    Auch hier hat das nix mit der Depotsumme zu tun sondern meines Erachtens eher mit der Lebensplanung. Dividenden sind insbesondere dann cool, wenn man sich der Auszahlungsphase nähert. Siehst du diese bei dir schon gekommen oder ist dein Einkommen momentan und in naher Zukunft deine primäre Einkommensquelle?

    Von Sektor/Faktor oder Gewichtungswetten halte ich nichts. Ich bin auch kein Freund von REITs da sie meines Erachtens auch eher eine Sektor-Aktien-Übergewichtung darstellen und sich für mich nicht so wirklich als eigene Asset-Klasse definieren.

  90. Ex-Studentin

    @Albr

    Das trifft es sehr gut. Personalmangel, Überstunden, Burnout.. Meine Mutter arbeitet im sozialen Bereich, 50% unterbesetzt. Sie überlegen schon, die Chefin anonym anzuzeigen, weil alle auf dem Zahnfleisch gehen. Gleichzeitig besteht dann aber die Gefahr, dass die Einrichtung geschlossen wird, dann wären alle arbeitslos.

  91. Der HSV steigt endlich ab

    @Antworten

    Danke für Eure Rückmeldungen. Meine Frage mag zwar provokant gewesen sein, aber hat ja nichts mit „sich vergleichen“ gemein. Meine Wahrnehmung ist, dass das Streben nach finanzieller Freiheit das non plus ultra ist, quasi der Sinn des Lebens, den Seneca und andere so lange suchten.

    Hier schreibt kaum einer bis gar keiner, dass er/sie zufrieden mit seiner beruflichen Tätigkeit bzw. seinem jetzigen Leben ist (wenige Ausnahmen). Da scheine ich eine Minderheit zu sein. Für mich gehts eher um Wege mit Arbeit ein glückliches und zufriedenes Leben mit Frau und Kind führen zu können. Vielleicht machen wir etwas falsch, aber wir arbeiten gerne in unseren „Jobs“, sind dankbar für unsere Gesundheit und den erreichten Wohlstand und sparen intuitiv ohne Einschränkung oder Excel einen Großteil unserer Einnahmen. Ich würde sagen, wir sind innerlich frei.

    Konsens ist, dass es dafür keinen übermäßigen Konsum braucht.

    P.S.: Ja, mit einem der höchsten Etats der Liga über Jahre gegen den Abstieg zu spielen, ist Versagen.

     

  92. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ HSV

    Der Sinn des Lebens liegt für jeden woanders. Die FF ist nur ein Mittel zum Zweck.

    Ich gehe meiner Erwerbstätigkeit auch gerne nach. Allerdings jetzt schon nur ca. 20h die Woche, um mehr Zeit für Familie, Musik, Lektüre, Sport, Freunde, gutes Essen, Philosophieren, etc.. zu haben. Wir suchen als Familie also die gleiche Balance wie ihr.

    Ich könnte mir vorstellen, nur noch 10h die Woche zu arbeiten (auch unentgeltlich), wenn die FU erreicht ist.

    Welcher beruflichen Tätigkeit gehst du nach, wenn ich fragen darf?

     

  93. Mattoc

    @Michael

    Das, was Daniel dazu geschrieben hat, finde ich richtig. Darüber hinaus: Der Vanguard FTSE All World ist als ETF ein sehr gutes Instrument für den Vermögensaufbau für den „durchschnittlichen Privatanleger“, da dieser ohnehin nur die laufenden Kosten (möglichst niedrig) und die Breite der Diversifizierung (möglichst breit) beeinflussen kannst. Als 1-ETF-Lösung ist das ein geeignetes Instrument, wenn man mit den Branchen-Gewichtungen und dem etwas geringen EM-Anteil leben kann.

    Wenn du aber dennoch gerne höhere Dividenden erhalten möchtest (warum auch immer – diese Diskussion bringt nichts 😉 ), dann wäre vielleicht eine Möglichkeit, den Vanguard FTSE All World mit dem iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) im Verhältnis 40% zu 60% zu kombinieren.

    Dann hast du ziemlich genau 4% Bruttodividende (was ja als Zielgröße aufgrund der 4%-Regel vielleicht auch interessant ist) und die Vor-und Nachteile aus beiden Welten. Außerdem haben beide ETFs ein Volumen von über 1 Mrd Euro, was ebenfalls angenehm ist und vor Schließung bzw. Änderung durch die KAG schützen könnte.

    Soweit meine Meinung.

    Viel Erfolg.

     

     

  94. Michael

    @Daniel:

    Danke für deine Antwort.

    Die Growth-Themen waren für mich nur ein Anhaltspunkt, ggf. für einen begrenzten Zeitraum eine Überrendite verglichen mit dem breiten Markt zu erzielen bzw. einen höheren Kapitalzuwachs.

    Was das Market Timing anbelangt, so möchte ich in der Tat dann möglichst viel nachkaufen, wenn mir quasi alle alles hinterherwerfen. Allerdings benötigt man mit höherem Depotwert automatisch auch gleich viel mehr Cash, um meines Erachtens nach überhaupt sinnvoll und effektiv nachkaufen zu können. Kurz gesagt, hier und da mal für 1000 € nachkaufen, was dann vielleicht nur 1% des Depotwertes darstellt, zündet dann nicht wirklich einen Rendite-Turbo. Deswegen fand ich die Idee der zusätzlichen Cash-Generierung durch einen Dividenden-ETF ganz reizvoll – denn ich habe immer so das „Problem“, nicht genug Pulver trocken zu halten.

    Vielleicht bin auch einfach zu verwöhnt. Für mich war der Einbruch 2008/2009 rückblickend schon fast eine Jahrhundertchance. Ich hatte damals z. B. mit Infineon (unter 1 € erworben allerdings viel zu früh wieder verkauft) und Continental einfach auch riesiges Anfängerglück. Daher freue ich mich langfristig auch darüber, wenn es mal wieder einen kräftigen Bärenmarkt gibt, um einzukaufen. In der Spitze waren wir glaube jetzt beim S&P 500 gerade mal rund 15 % runter. In der Panik eines Crashes kann es ja gut und gerne auch mal 30, 40 oder 50 Prozent nach unten gehen. Vielleicht ist das jetzt aber auch nur wieder so eine Art „Mini-Korrektur“ wie 2015. Aber summa summarum: Genug Cash für solche Phasen finde ich sehr wichtig, auch neben einem durchgehaltenen ETF-Sparplan.

    Danke nochmal für deine ausführlichen Gedanken.

  95. David

    @Jonas:

    „Bin jetzt etwas über 30 und habe ein Depot von etwas über 100.000 Kisten, begonnen habe ich vor einigen Jahren, dürften so um die vier sein.“

    Also meines Wissens spricht man bei einem Vermögen von 1 Mio. von einer Kiste. Mit 100‘000 Kisten hättest du somit EUR 100 Mia. und wärst aktuell wohl der 2. reichste Mann der Welt. 🙂 Und nur damit wir uns richtig verstehen: Die Tatsache, dass du im Gegenzug „nur“ ein Depot von rund EUR 100’000 aufweisen kannst, soll deine Leistung keinesfalls schmälern. Ganz im Gegenteil: Ich finde es grossartig, dass du – selbst als Mensch skeptischer Natur – in Aktien investierst…

  96. Daniel

    Wenn du aber dennoch gerne höhere Dividenden erhalten möchtest (warum auch immer – diese Diskussion bringt nichts ? ), dann wäre vielleicht eine Möglichkeit, den Vanguard FTSE All World mit dem iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) im Verhältnis 40% zu 60% zu kombinieren.

    Dann hast du ziemlich genau 4% Bruttodividende (was ja als Zielgröße aufgrund der 4%-Regel vielleicht auch interessant ist) und die Vor-und Nachteile aus beiden Welten. Außerdem haben beide ETFs ein Volumen von über 1 Mrd Euro, was ebenfalls angenehm ist und vor Schließung bzw. Änderung durch die KAG schützen könnte.

    Vielleicht noch ergänzend dazu…. ich kenne die Zusammensetzung des FTSE jetzt nicht im Detail, vermute aber, dass auch hier analog des MSCI WORLD der US Anteil im Verhältnis wohl relativ hoch ist. Falls du noch Europa etwas mehr betonen willst, böte sich hier der STOXX 600 z.B. von iShares an. Auch dieser hat für einen Markt-Index ohne besondere Präferenzen auch eine relativ hohe Ausschüttungsquote.

    Was das Market Timing anbelangt, so möchte ich in der Tat dann möglichst viel nachkaufen, wenn mir quasi alle alles hinterherwerfen. Allerdings benötigt man mit höherem Depotwert automatisch auch gleich viel mehr Cash, um meines Erachtens nach überhaupt sinnvoll und effektiv nachkaufen zu können. Kurz gesagt, hier und da mal für 1000 € nachkaufen, was dann vielleicht nur 1% des Depotwertes darstellt, zündet dann nicht wirklich einen Rendite-Turbo. Deswegen fand ich die Idee der zusätzlichen Cash-Generierung durch einen Dividenden-ETF ganz reizvoll – denn ich habe immer so das „Problem“, nicht genug Pulver trocken zu halten.

    An dieser Einstellung (mit der du wahrscheinlich in der Krise bis auf wenige Hartgesottene auch ziemlich allein dastehst 😉 ) ist ja auch primär gar nichts weiter auszusetzen. Ich halte es nur für relativ unwahrscheinlich dass man als Privatanleger den perfekten Einkaufszeitpunkt erkennt und glaube auch nicht daran dass Dividenden aus dem Depot diesen Umstand wirklich abdecken. Es gibt eine Vielzahl von Studien die immer wieder zu dem Schluss kommen dass es am besten ist, dass man mit ALL DEM, WAS MAN ENTBEHREN KANN stets und immer im Markt investiert sein sollte, eben weil Market-Timing nicht funktioniert. Mit anderen Worten:

    Cash-Quote für Notlagen zu halten ist gut
    Cash-Quote als eigene Asset-Klasse um Volatilität zu mindern = ebenfalls gut
    Cash-Quote um später nachzukaufen = eher ungeeignet

    Wie ich schon zuvor sagte, es reicht eigentlich sich eine Asset-Allokation zu setzen an der man sich stumpf hält und das bei jeder Börsen-Wetterlage.

    100.000€ in Aktien, 100.000€ in Tagesgeld = z.B. Zielallokation 50%/50%

    Börse crasht zu 50%, neue Asset-Allokation: 50.000€ Aktien / 100.000€ Tagesgeld

    -> Ausgleich um wieder auf 50%/50% zu kommen: Umschichtung 25.000€ von TG in Aktien (mehr als du mit Dividenden jemals zusammenbekämst), neue Ausgangslage 75.000€ Aktien / 75.000€ TG. 50%/50% ist wiederhergestellt.

    Die 50% waren nur ein exemplarisches Beispiel, aber es ist für den Geist viel einfacher sich einen Plan in Ruhe auszudenken und sich stumpf daran zu halten (ähnlich dem Sparplanprinzip) als morgens aufzustehen und sich zu sagen „heute ist der Tag an dem ich glaube, dass die Börse ihren Tiefpunkt erreicht hat, heute steige ich massiv ein“.

    Muss aber jeder für sich selber wissen. Für mich ist Tages/Festgeld eine eigene Asset-Klasse und ich halte diese bewusst, nicht weil ich auf etwas spare, schnell an das Geld muss o.Ä. Es soll mir Ruhe ins Gesamtdepot bringen.

  97. Thorsten Rohweder

    @Ex-Studentin @Albr. Mit 50+ in meinen Branchen das Licht aus. Dann gibt es keine vernünftige Fortbildung mehr, viel lieber werden teure Externe eingekauft. Ich habe es in einem Projekt erlebt, dass alle, die zu alt waren in eine eigenes Gebäude gesetzt wurden. Dort haben sie keine Arbeit bekommen. Sie haben sich an altem Mobiliar gemeinsam ein Telefon teilen müssen und langweilten sich zu Tode. Ich hatte Null Ahnung wie das läuft und bin dort mal hin gegangen , um Informationen zu sammeln. Eisig wäre die Atmosphäre zu beschreiben. Die Firma hat darauf gesetzt, dass die Leute freiwillig kündigen. Bitte nicht älter als 35, also daher kann ich eine Arbeistpause oder Sabbatical nicht empfehlen. Das war keine Ausnahme, nur ein Extrem. 50 oder älter, da ist man nicht mehr gerne gesehen.

  98. Albr

    @all, deswegen sind wir hier, es ist doch kein Thema wenn jemand die Arbeit Spaß macht, sinnvoll ist, toll, dann natürlich weiterarbeiten, keiner sagt, dass man aufhören soll, wenn man Freude an der Arbeit hat…

     

    das Leben  ist aber nicht immer so… neuer Chef (Gockel), neue Probleme, Meetings als Selbstdarstellung; wirtschaftliche schieflage, restrukturierung; neue Technik, Schulungen, Termindruck, Arbeitsverdichtung, etc… es kommt immer unvorhergesehen… ich bin knapp 30 Jahre ununterbrochen im Berufsleben und FF!!

    Es gibt kein schöneres Gefühl, sollte ich morgens aufwachen und mich zur Arbeit schleppen müssen, dann werde ich einfach aufhören und das wars… Vlt. noch ein paar Projekte freiberuflich durchziehen, wenn ich Lust hab, das werde ich dann sehen…

    leid tun mir z.b. die Krankenschwestern, mit ihrem kaputten Rücken im Alter, Schichtdiensten, Stress mit Patienten etc… sie werden nie FF sein und bis zum bitteren Ende arbeiten müssen und werden anschließend mit einer überschaubaren Rente abgespeist

     

     

  99. Michael

    (…) „An dieser Einstellung (mit der du wahrscheinlich in der Krise bis auf wenige Hartgesottene auch ziemlich allein dastehst ? ) ist ja auch primär gar nichts weiter auszusetzen. Ich halte es nur für relativ unwahrscheinlich dass man als Privatanleger den perfekten Einkaufszeitpunkt erkennt und glaube auch nicht daran dass Dividenden aus dem Depot diesen Umstand wirklich abdecken. Es gibt eine Vielzahl von Studien die immer wieder zu dem Schluss kommen dass es am besten ist, dass man mit ALL DEM, WAS MAN ENTBEHREN KANN stets und immer im Markt investiert sein sollte, eben weil Market-Timing nicht funktioniert. (…)“

    Bin ich absolut bei dir. Auf keinen Fall sollte der Eindruck entstehen, ich könnte den maximalen Tiefpunkt als optimalen Einstiegspunkt timen. Die Überlegungen gehen eher in die Richtung, dass ich, wenn der Markt mal sagen wir im Rahmen eines vitalen Börsenchrashes als Trigger bzw. fest definierte Größe 40 % einbricht, dann viel nachkaufe. Mir wäre es egal, ob der Markt dann noch beispielsweise weitere 10 % fällt – langfristig habe ich dann dennoch sehr billig nachgekauft als in Zeiten hoher Bewertungen mit allem, was man entbehren kann, quasi „all-in“ zu sein. Und dass ich mit dieser Einstellung dann in der Minderheit bin, ist mir bewusst – irgendwie müssen die günstigen Preise ja auch zustanden kommen. 😉

    @Mattoc:

    Danke für deine Antwort. Finde die Idee gar nicht so schlecht, in der Tat hätte man die Vorteile/Nachteile aus beiden Welten abgedeckt. Wer weiß schon, ob in der nächsten Dekade bzw. in volatileren Phasen ggf. mal Dividendenwerte besser performen – relativ betrachtet natürlich. Vielleicht könnte man da mal eine konservative Berechnung für die Zukunft extrapolieren.

  100. June

    Guten Abend,

    Wir waren bei dem tollen Wetter bei uns die letzten Tage viel draußen. Es macht einfach Spaß in der Sonne zu laufen.

    @HSV,

    Wenn man die finanzielle Freiheit nicht erreicht, ist man kein Versager, nicht alle Menschen haben diese Fähigkeit und dabei bin ich überzeugt, dass dabei die Einnahmen sogar eine untergeordnete Rolle spielen. Finanziell Frei zu werden ist eine mentale Anstrengung, es ist eine Kombination aus Geld sparen können und Kopfsache.
    Hier entsteht für dich wohl ein selektiver Eindruck, da sich jeder über Finanzen, Aktien, Gold, Versicherungen oder Immobilen, also kurz gesagt über Geld unterhält. Und das Thema Job ehr eine Nebenrolle einnimmt. Ich persönlich kann mich aber mit allen möglichen Menschen über meinen Job unterhalten. Bei dem Thema Geld bin ich schon eingeschränkter, das klappt nur mit wenigen Menschen und hauptsächlich online in einigen Blogs.
    Ich arbeite gerne, mein Job macht mir meist sehr viel Spaß. Und ich bin auch gerne im Büro, weil ich in einem tollen Team arbeiten kann. Trotzdem ist mein Job sehr anstrengend. Ich habe einen großen Termindruck und darf mir keinen Verzug erlauben und habe eine hohen Verantwortung. Daher möchte ich so lange Arbeiten wie es mir gefällt. Ich weiß, dass ich wenn es klappt bis 67 in meinem Job sein werde. Sollte ich aber mit 65 oder 63 keinen Spaß mehr daran habe, möchte ich aufhören können.
    Noch ist die Rente nicht in Sicht, aber ich habe auch nicht mehr ewig Zeit mich darauf vorzubereiten. Mit sechzig wäre ich gerne endgültig finanziell Frei. Aber ich denke inzwischen je ehr desto besser.

    @JJ,
    ich empfinde es als ein ganz großes Kompliment, dass dir meine Beiträge hier gefallen. Schade, dass du so kurz vor dem Ziel deinen Job aufgeben musstest. Das ist hart, aber dein eigenes Geld gibt dir trotz allem Freiheiten, die du ohne es nicht hättest. Ich wünsche dir viel Kraft.

    @Michael,

    Mit 34 Jahren eine Depot von 100.000 € zu besitzen, ist eine große Leistung. Toll gemacht.

    @Michael D.

    setze dich bitte hin und formuliere deine Ziele, kurz-, mittel- und langfristig. Und dann Gewichte deine Ziele und schaue, ob das eine das andere ausschließt. So kommst du bestimmt schnell selbst zu deiner persönlichen Lösung. Ich persönlich würde mir kein Jahr Auszeit nehmen. Wenn dir dein Job so gar nicht mehr gefällt, wird die Auszeit dein Problem nicht lösen und du hast ein Werfalles Jahr vertan.

    Take care,

    June

  101. Michael D.Michael D.

    @Tim:

    Kann es sein, dass dein Strandbild in Antibes entstanden ist? Ich glaube auf dem selben Strand war ich auch schon 😉

  102. Michael D.Michael D.

    @Ex-Studentin, June:

    Danke für eure Antworten.

    Ist natürlich auf dem Papier richtig. Ziele formulieren, umsetzten usw. In der Praxis etwas komplizierter. Ich weiß, dass ich nicht „alt werden möchte“ in meinem jetzigen Job. Ein weiteres Studium steht im Raum – der Zeiteinsatz ist mir neben dem Arbeiten aber irgendwie zu hoch. Also bleibt ein neuer Job. Ein „besserer“ muss aber auch erst mal gefunden werden 😉

    Ihr habt recht, nach dem Jahr ist wieder alles beim Alten und nichts gelöst. Aber man hatte ein tolles Jahr (hoffentlich). Die Erfahrungen kann einem keiner mehr wegnehmen.

    Bin minütlich dabei mir über meine Zukunft Gedanken zu machen. Vielleicht kommt ja auch einmal etwas Brauchbares dabei raus…

    Bis dahin arbeite ich halt weiter wie bisher, spare und investiere nebenbei.

  103. Mo

    Es beruhigt mich doch immer wieder zu lesen, dass auch andere Familien- und Freundeskreise den Themen Aktien, FF, etc. skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen.

    Ich bin die Einzige in meiner Familie, die schon seit Schulzeiten spart und sich intensiv mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt.

    Was „jeder“ macht und vom Bankberater empfohlen wird, das ist sinnvoll und richtig. Riester, Lebensversicherungen und Sparbuch, das ist ok. Aktien und Indexfonds, das kann nur Teufelszeug sein.

    Als ich erwähnt habe, dass ich nicht gedenke bis 70 zu arbeiten, sondern mein Ziel ist, eher schon mit 50 nicht mehr arbeiten zu gehen, wurde ich belächelt. „Wenn das ginge würde es ja jeder machen“.

    Zum Glück stacheln mich solche Aussagen noch extra an.

    Ich habe ja nie behauptet, dass ich über Nacht einfach reich werden. Nur weil die meisten Leute zu bequem sind, heißt das ja nicht, dass das nur eine Handvoll Leute erreichen kann.

    Zum Glück hat mein Freund dann tatsächlich einmal nachgerechnet und ist zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. „Du hast Recht, wenn wir das so und so machen, dann kann das ja echt klappen!“

    Es tut echt gut eure Kommentare zu lesen, vielen Dank dafür!

  104. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Michael D.

    Das stimmt. Gut erkannt. Das ist Antibes. Vorne auf dem Foto siehst Du einen Teil der enormen Stadtmauer. Dort war ich vor ein paar Wochen.

    Wir haben uns das römische Museum angeschaut. Die Stadt. Und das Picasso-Museum.

    http://www.antibesjuanlespins.com/en/art-et-culture/picasso-museum

    Das ist eine super schöne Gegend. Dort leben einige Milliardäre aus Russland und den USA. Microsoft-Gründer Paul Allen ist öfter dort. Ich kann gut verstehen, warum das denen so gut gefällt. Stimmst Du mir zu Michael?

  105. Michael D.Michael D.

    @Tim

    Ja, Südfrankreich ist traumhaft.

    Fahre sehr gerne in die Gegend um Nizza, Antibes, Cannes. Vor zwei Jahren haben wir 2,5 Wochen einen Roadtrip durch die Provence (Arles, Avignon, Nimes) gemacht – toll ist auch das kleine Dorf bzw. Burg „Les Baux de Provence“, war ein Highlight der Reise.

    In Antibes haben wir den Rundwanderweg am Cap d’Antibes gemacht. Herrn Abramovic gehört dort die größte Villa, da sind wir auch vorbei gekommen. Die wissen wo es schön ist, da hast du recht 😉
    Auch wir haben dort in einem Airbnb gewohnt. Wir hatten ein ganzes Haus für uns alleine mit schönen Pool und tollem Garten. Da hatten wir wirklich ein gutes Händchen.

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