Ein Leben nur fürs Haus: Modernes Sklaventum


New York, 18. Januar 2019

Wie kannst du passives Einkommen erzielen? Gibt es im Internet die Möglichkeit, Geld zu verdienen? Ja, die gibt es. Aber es ist verdammt schwer. Es wimmelt hier von Schwindlern und Schurken, die dir das Fell über die Ohren ziehen wollen. Auf YouTube tummeln sich besonders viele. Sie erzählen dir von viel Geld, das angeblich auf der Straße liegt. Aber das meiste ist Blabla. Sie wollen dir eher ein Produkt (Online-Kurs, Videos, Bücher, Newsletter) verkaufen.

Wie kommst du nun zu einem passiven Einkommen? Dividenden, Mieteinnahmen, Lizenzeinnahmen, Garagenvermietung etc.

Investiere in dich selbst: Gute Ausbildung, Fortbildung, anstrengen im Job.

Kürze die Kosten. Lebe bodenständig. Beachte, dass die Zufriedenheit gering ist (und kurz), wenn du „Sachen“ kaufst. Das scheint die Konsumherde zu vergessen. Oder sie verdrängt es.

Je mehr Dinge die Konsumenten kaufen, desto geringer ist der Zufriedenheits-Ertrag. Kaufe daher nur die Dinge, die dich wirklich zufrieden machen, und spare, wo du kannst.

Berücksichtige dein zukünftiges Ich, wenn du deinen Finanzstil überdenkst. Das heißt, denke an den Freiheitsfaktor, den du dir aufbauen kannst, um künftig gelassener zu leben. Aber klar: Du musst nicht jeden Euro umdrehen. Du sollst das hier und jetzt genießen, aber nicht mit Pludern, sondern eher mit Erlebnissen.

Ruiniere nicht deine Zukunft mit hohen Kosten heute. Der größte Ausgabenposten ist gewöhnlich das Wohnen (Miete, Hypothek). Hier gibt es genug Leute, die die Bodenhaftung verlieren. Die eigenen vier Wände müssen immer größer werden. Die Hypotheken nehmen gewaltige Größen an.

Wie Banken versuchen, dich für den Traum der eigenen vier Wände zu ködern.

Die Banken spielen gerne mit deinen Gefühlen. Sie möchten, dass du dir den Traum der eigenen vier Wände erfüllst. Dann kann die Bank Zinsen kassieren. 30 Jahre lang. Manch einer begibt sich in eine Art modernes Sklaventum. Mir hat jemand folgendes geschrieben:

Ein Freund, Mitte 30, und seine Lebensgefährtin wollen ein Haus kaufen. Es ist sehr emotional getrieben. Das Haus ist weit über ihren finanziellen Möglichkeiten und vollgestopft mit Luxus und neu renoviert. Sie haben sich ein Angebot einer Bank ausrechnen lassen, dass er mir gezeigt hat. Mit nur 2% Tilgung und abzahlen bis 67 Jahre… Wie kommt man auf so eine verrückte Idee? Das ist doch wie Fallschirmspringen ohne Schirm. Wenn ich ihnen das nicht ausreden kann, rennen sie ins offene Messer.

Zinsbindung 23 Jahre, wenn dann die Zinsen steigen, fliegt ihnen die Hütte um die Ohren. Nach Ende der Zinsbindung ist er 57 Jahre und hat noch fast 200.000 Euro Schulden! Das ist Mittelschicht, immer hart an der Kante dass es gerade noch so reicht.

Im Haus sind 2 Bäder und zusätzlich noch zwei Toiletten ?
Die Sauna ist auch schon drin. Ein passendes Auto muss dann auch vor der Tür stehen.

Solche Leute können in Teufels Küche kommen, wenn die nächste Rezession kommt. Ein Jobverlust kann so eine Hypothekenverpflichtung schwer machen, zu erfüllen. Wenn du dann alt bist, hast du zwar eine große Hütte, hast aber Bedenken, ob du deinen Lebensstil leicht aufpumpen kannst. Dann ist keine Müslipackung drin, die 50 Cent teurer ist. Du wirst zum modernen Haussklaven: Fette Hypothek.

Aber im Ernst, es ist das lange Spiel. Setze deine Ausgaben auf ein Niveau, das dich glücklich macht, aber übertreibe es nicht.

Die Konsumenten gehen raus und kaufen sinnlos Sachen. Wie die Irren. Buchstäblich ein paar Hunderter bei einem Garderoben-Update. Dabei ist der Schrank eh schon voll. Das Leben sollte so sein, dass eine Sparquote drin ist, die angemessen ist: 20, 30 oder 40 Prozent. Damit du einen Ausweg siehst, wenn du Ärger im Job hast. Lass dein Geld für dich arbeiten. Mit einer Sparquote von 5% kommst du nicht weit. Besser sind 50%. Dann kannst du den Schneeball ins Rollen bringen. Dann kann daraus dank dem Zinseszins eine Lawine werden. Setze auf einen ETF-Sparplan: Volle Kanne.

Wenn die Marken-Müsliflocken im Alter nicht mehr drin sind, was nutzt dann das übergroße Haus? Was nutzt der nagelneue BMW oder Audi vor der Haustür, wenn du enorme Schuldenberge hast? Sei vernünftig. Beachte, wie du dich selbst behandelst, wenn deine Finanzen grottenschlecht sind.

Was das Reduzieren angeht: Wie üblich ist es meist sinnlos, Cents zu kürzen, wenn die ganz großen Dinge außer Kontrolle geraten: Haus, Auto, Mode, Urlaub… Rolle zuerst die große Steine ?in die richtige Richtung. Eben kein Mega-Haus, wenn du mit 45/50 Jahren in die Freiheit oder Teil-Freiheit gehen willst. Hast du die großen Klötze im Griff, kannst du dich um die kleinen Steine kümmern: Kaffee to go, Restaurantbesuche…

Für die meisten Deutschen mit einem zu großen Haus und zu hohen Belastungen bedeutet es, dass sie überall kürzen müssen: Weniger Urlaub oder günstiger in den Urlaub.

Reparaturen werden aufgeschoben. Upgrades für das Zuhause gibt es nicht. Kein neuer Edelstahlkühlschrank. Einen Neuwagenkauf kannst du ganz vergessen, wenn die Hypothek und andere Schulden dir ohnehin schon die Haare vom Kopf fressen. Du musst dann womöglich deine Hobbys reduzieren (kein neues Rennrad…). Du lebst dann nur noch fürs Haus.

Nimm dir ein Beispiel an Warren Buffett oder John Bogle. Beide haben für ihre Verhältnisse ein kleines Haus. Ohne Schulden. Sie hätten sich enorme Villen leisten können. Ich habe eben gerade etwas über den größten Einzelaktionär der Deutschen Bank, Steve Feinberg, auf Wikipedia gelesen. Der US-Milliardär hat sich 3% der abgestürzten DB-Aktie unter den Nagel gerissen:

Während andere Hedgefondsmanager feine französische Weine sammeln und in privaten Flugzeugen herumfliegen, fährt er mit einem Ford-Truck und trinkt Budweiser. Das erzählte  Jonathan Gallen, ein persönlicher Freund von Feinberg.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ein Leben nur fürs Haus: Modernes Sklaventum

  1. AvatarGainde

    Gerade heute hat mir eine Mitarbeiterin während 15 Minuten den Kopf wegen all ihren Problemen rund ums Eigenheim vollgeschwatzt. Vorteil Miete: wenn die Wohnung renoviert werden muss, muss der Vermieter für Hotelunterkunft aufkommen. Eigenheimbesitzer können dann im Garten zelten gehen.

  2. AvatarMattoc

    Der Anteil meiner Miete (ohne Mietnebenkosten) beträgt 9% von meinem Nettoeinkommen. Ich wohne in einem Stadtteil einer Großstadt, der wiederum stadtähnlichen Charakter mit kompletter Infrstruktur hat. Die Wohnung liegt im Erdgeschoss, ist nicht besonders schön aber für mich perfekt. Der Vemieter ist froh, mich als Mieter zu haben. Ich hatte noch nie eine Mieterhöhung und kann mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. In einigen Jahren nach Beendigung des Berufslebens suche ich mir einen Ort, in dem ich leben möchte und miete wieder. Am liebsten würde ich dauerhaft in einem Hotelzimmer wohnen. Ich mag diese ganzen Verpflichtungen und die fehlende Flexibilität nicht, die mit Wohneigentum einher geht. Die ganzen Wohnungen stehen voll mit Zeug. Es bringt einfach nichts. Ich finde (und das ist meine persönliche Meinung), dass Wohneigentum nicht frei sondern abhängig macht. Aber natürlich hat hier jeder seine eigene Betrachtungsweise. Das ist vollkommen in Ordnung.

  3. AvatarBruno

    „Investiere in dich selbst: Gute Ausbildung, Fortbildung, anstrengen im Job“

    Sehr wichtiger Punkt, viel wichtiger als viel Zeit ins Markettiming oder die Selektion der besten Aktie zu investieren (interessanterweise hat sich der von breiter Front beschwörte Crash wohl gerade im Januarloch versteckt, vielleicht holt ihn die 5. Jahrezeit wieder hervor, aber niemand weiss es wirklich auch wenn es der grosse Traum der Menschheit ist, so eine Glaskugel).

    Das beste Investment ist immer in sich selbst langfristig. Und wer viel lernt und auch viel macht, der hat auch gar keine Zeit mehr, zu shoppen. Also zweifach positiver Effekt. Ich hatte Zeiten wo ich noch nicht sonderlich sparsam war resp. nicht bewusst sparsam, wo ich viel Geld verdient habe jedoch auch so gut wie keine Zeit, es auszugeben, ich bin dankbar für diese Zeit, es hat mir ein solides Fundament geschaffen.

  4. AvatarThorsten

    Wohneigentum macht frei, ich kann jederzeit ausziehen und woanders hinziehen, ohne Kündigungsfristen einhalten zu müssen. Ich möchte mich nicht durch Miete binden und unfrei werden, Kündigungsfristen steigen (gesetzlich)  mit der Mietzeit und sind für beide Parteien bindend. Eine Mietwohnung wäre für mich ein Klotz am Bein.
    Welche Problem hat die Kollegin mit dem Eigenheim ? Ich gar keine.

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Mattoc

    Super! 9%. Das ist bodenständig. Du bist bestimmt bald finanziell frei. Wie lange brauchst du noch?

    Im Hotelzimmer zu wohnen, wäre extrem minimalistisch, weil du keine „Sachen“/Plunder haben kannst. Ich glaube, dass Promis wie Udo Lindenberg vermutlich ihre Bleibe im Hotel von der Steuer absetzen können, wenn sie es nutzen für ihr Business.

    @ Bruno

    Exakt. Shoppen wird oft nur aus Langeweile gemacht. Möbelhäuser, Modeläden, Einkaufszentren, Ikea… So wird das Haus schnell voll.

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    Ich sage nicht, dass Wohneigentum generell schlecht ist. Nur sollte man es nicht übertreiben und gleich ein „Schloss“ kaufen zum Angeben.

  7. AvatarMieter

    @Thorsten

    Kündigungsfrist ist in Deutschland für normale Mietverträge AUF MIETERSEITE immer nur drei Monate. Also bitte keine Märchen erzählen. 😉

    Wer als Eigentümer Mal eben spontan auszieht, hat in der Regel – Leerstand. Nicht gerade wirtschaftlich.

  8. Avatarghost

    bin mit Eigenheim zufrieden, sehr sogar wohne 8 km von groesserer Stadt entfernt. Meine Mietkosten steigen nicht, denn ich habe keine mehr.

    mfg

  9. Avatarghost

    das stimmt, wenn ich hoere was manche so planen, kaum Kapital dann ein Haus fuer 400000 weil die Zinsen so niedrig sind und dazu nochmal 35000 um neue Moebel zu kaufen, es soll ja schick aussehen.
    Das alles mit Durchschnittsgehaeltern…..

     

    „in den Finanzforen ist meistens lustiges zu lesen. Bsp: wir meine Partnerin und ich moechten ein Haus fuer 300000 .

    Haben bereits 10000 Ek . Wir zahlen noch zwei neue Autos ab, noch 20000 sind abzuzahlen.

    ich verdiene 2500 und meine Freundin hat einen Halbtagsjob.‘

    Und wenn denen die Finanberater abraten sich das zu leisten sind diese ganzintelligenten noch empoert…..

     

    Bekannte von uns hatten sich Haus fuer 300000 gekauft, und gluecklich erzaehlt sie hatten Zins zu 1,3% bekommen fuer 10 Jahre. Als wir sie dann fragten was macht ihr nach den zehn Jahren, habt ihr einen Bausparvertrag oder so? Es kam nur schweigen….

    mfg

  10. AvatarThorsten

    @Tim

    Mein Beitrag war eine perönliche Antwort auf Mattoc, der schrieb „Es bringt einfach nichts. Ich finde (und das ist meine persönliche Meinung), dass Wohneigentum nicht frei sondern abhängig macht.“

    Ich bin halt der Meinung, es ist genau anders herum.

  11. AvatarGainde

    @ Thorsten

    Mag ja stimmen, wenn dir alle dein Wohneigentum aus der Hand reissen wollen. Als Mieter habe ich viel weniger Aufwand, deswegen bezahle ich auch etwas mehr.

    Geschirrspüler defekt? Ich rufe die Verwaltung an und wird innert 3 Tagen ausgetauscht. Wasserschaden? Ganze Familie wird im Hotel untergebracht. Das nenne ich auch Freiheit.

  12. AvatarBruno

    @ghost

    Bei den grossen Beträgen kann man viel sparen, aber es beginnt eben bei vielen auch bei den kleinen Sachen an, alleine schon wenn ich Leute höre ich habe 50% gespart bei einem Angebot, Aktion oder dergleichen, muss ich schmunzeln. Sie haben nicht 50% gespart sondern 50% ausgegeben 😀

    @Eigenheim vs. Miete

    Das Thema wurde ja schon sehr oft diskutiert, beides hat Vor- und Nachteile. Rein finanziell lohnt sich wohl der Kauf, wenn man dasselbe Objekt entweder mietet oder kauft, sofern man dann auch langfristig drin wohnt. Der Vermieter will ja schliesslich auch leben davon. Trotzdem kann Miete auch Sinn machen, und oft hat man ja auch nicht die Wahl, wenn ein passendes Objekt gefunden ist ist es entweder zur Miete oder zum Kauf. Ich habe beides, wohne im Eigentum und miete ein Büro. Mich reut die Miete schon, ist enorm hoch in der Schweiz auch für Gewerbe, aber ein Gewerbe würde ich jetzt nicht kaufen wollen. Nebst den generellen Vor- und Nachteilen kommt es natürlich auch auf den Preis an, kleine Stadtwohnungen sind interessant, aber eben auch teuer. Ist wie am Aktienmarkt, gute Aktien sind auch meistens teuer, sonst wären sie ja nicht gut 😉 Günstig kaufen und teuer verkaufen ist eine Möglichkeit, aber oft funktioniert auch teuer kaufen und noch teurer verkaufen, alles eine Frage der Perspektive. Das Hauptproblem bei Kauf sind höhere Ansprüche als an Mietobjekt, wer kauft denkt gleich er braucht 2 Zimmer mehr, mehr m2, bessere Qualität an Böden, Fenster und natürlich auch die Küche und Bäder müssen edler sein. Hier liegt das Problem der meisten Käufer.

  13. AvatarMattoc

    @Thorsten

    Die Kündigungsfrist für Mieter steigt mit der

    Mietzeit? Bist du sicher? Ich habe jedenfalls eine gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten, egal wie lange die Mietdauer ist bzw. war. Danach kann ich gehen, wohin ich will. Mein finanzielles Risiko sind 3 Monatsmieten plus Kaution. Ein Fliegenschiss im Kontext. Das ist Freiheit.

  14. AvatarKia

    Ich rolle die kleinen Steine weil sich der Große einfach nicht bewegen läßt. Herauszufinden dass man zum Frühstück auch Haferflocken für 0,35€ je 500g essen kann statt Müsli für 3,99€ macht aber auch Freude.

    Woher die Leute ihre riesigen Immokredite bekommen ist mir ein Rätsel. Mein Partner hat viele Bekannte, die sehr viel Geld bei sehr geringen EK für ein großes Haus von der Bank bekommen haben. Als wir letztens bei unserer Hausbank waren haben die total Konservativ gerechnet, nur 22 unserer Jahreskaltmieten hätten sie maximal kreditiert. Das Eigenkapital hätten wir obendrauf legen können um entsprechend teurer zukaufen.

  15. AvatarThorsten

    @Mattoc
    Wenn man heute z.B wegen Eigenbedarf gelündigt wird, dann hat man einen finanziellen Schaden durch Umzugskosten, Maklerkosten, doppelte Miete für einen Monat etc.  und langfristig, weil man nur noch teure Wohnungen in der kurzen Zeit findet. Es ist ein Vermietermarkt in den Ballungsgebieten. Eine unfreiere Situation kann ich mir nicht vorstellen. Jeden Monat kann die Kündigung im Briefkasten liegen. Ist man in einer Baugenossenschaft sieht das anders aus.

  16. AvatarMieter aus Überzeugung

    @kaufen vs. mieten

    ich glaube dass die Kaufpreise den Mieten davongelaufen sind.

    In unserem Fall ganz konkret:

    Die Wohnung in der wir zur Miete wohnen würde aktuell ca. 500T€ ohne Nebenkosten kosten, wenn man sie kaufen könnte.

    Unsere Kaltmiete liegt bei knapp 1000€/Monat. (ok wir haben mit der niedrigen Miete Glück, aber das muss man nutzen)

    Wie soll sich da der Kauf lohnen? So kreativ kann ich gar nicht rechnen.

    Ich würde gerne kaufen, in Zeiten von hohen Zinsen und einem hohen Eigenkapitalanteil. Dann wären die Preise unten. Die Preise sind aber oben da der mickrige Zins auch noch über der Inflation liegt. Da sehe ich mein Eigenkapital lieber an der Börse

    🙂

  17. AvatarNico Meier

    Man soll es mit der Grösse des Eigenheims nicht übertreiben da bin ich sofort mit im boot.

    Wer wie wir ein kleines Häuschen mit grossem Garten in gutem Zustand zu einem fairen Preis kaufen kann und auch über genug Eigenkapital hat soll nicht zögern. Ein zuwarten auf dem Immomarkt führt meist zu einem höheren Preis!

  18. AvatarStia

    Danke für deine motivierenden Texte Tim, ich bin normalerweise eine stille Mitleserin 🙂

    Früher dachte ich immer ich werde niemals zur Miete Leben, weil das doch nur rausgeschmissenes Geld ist, und jetzt sitze ich hier in meiner Mietwohnung, obwohl ich vor 2 Jahren mein erstes Haus gekauft habe. Ein Strandhaus, was rein zu Vermeitungszwecken angeboten wird und sich selbst abzahlt. Ich lasse mir keinerlei Geld von den Einnahmen auszahlen und freue mich einfach nur, dass ich den Grundstein gelegt habe um bereits in ca. 15 Jahren ein abbezahltes Haus zu besitzen.

    Ich habe vor einigen Jahren das große Glück gehabt, dass ich durch Zufall auf den Begriff Minimalismus gestoßen bin. Von da an hat sich mein Leben radikal geändert. Ich konnte zwar immer gut mit Geld umgehen und hatte durch viele Nebenjobs in meiner Schulzeit schon immer etwas mehr eigenes Geld als das Taschengeld der Eltern, konnte allerdings auch 130 Paar Schuhe mein Eigen nennen.

    Mittlerweile möchte ich einfach nur noch frei sein, ich mag meinen Job und könnte mir nicht vorstellen jemals komplett ohne Beschäftigung zu sein, aber falls sich mal die Umstände ändern würde es mir gefallen, einfach gehen zu können 🙂

    Ich verstehe tatsächlich auch einfach nicht, wie man die FF nicht anstreben kann, selbst wenn man sie erst mit 55 oder 60 erreicht, kann man noch einige freie Jahre genießen. Und ich habe noch nie das Gefühl gehabt, dass ich mich einschränken muss, nur weil ich nicht alles zum Fenster raus werfe, ganz im Gegenteil, ich finde mein Leben ohne all den Kram und die sinnlosen Bedürfnisse so viel einfacher, freier!

    Und dabei fahre ich sogar Audi –  einen guten Gebrauchten 😉

  19. AvatarMiet

    @kaufen vs. mieten

    ich glaube dass die Kaufpreise den Mieten davongelaufen sind.

    In unserem Fall ganz konkret:

    Die Wohnung in der wir zur Miete wohnen würde aktuell ca. 500T€ ohne Nebenkosten kosten, wenn man sie kaufen könnte.

    Unsere Kaltmiete liegt bei knapp 1000€/Monat. (ok wir haben mit der niedrigen Miete Glück, aber das muss man nutzen)

    Wie soll sich da der Kauf lohnen? So kreativ kann ich gar nicht rechnen.

    Ich würde gerne kaufen, in Zeiten von hohen Zinsen und einem hohen Eigenkapitalanteil. Dann wären die Preise unten. Die Preise sind aber oben da der mickrige Zins auch noch über der Inflation liegt. Da sehe ich mein Eigenkapital lieber an der Börse

    🙂

  20. AvatarThorsten

    Mir hat gerade jemand zugerufen, dass es am Ende egal sein, ob Miete oder Eigentum, es darf einen nicht belasten.  Und das fängt bei den Finanzen an. Eine zu teure Mietwohnung kann einen auch ruinieren, ein Eigenheim auch. Es muss alles Im Rahmen bleiben.

  21. AvatarBruno

    Morgen kann ich endlich mal das Lauberhorn Skirennen besuchen, wer dort auch mal runterfahren möchte, hat hier die Möglichkeit, ich finde es eindrücklich (mal abgesehen von der Bergwelt):

    https://www.youtube.com/embed/345rjJiboq0

    Ich habe schon live Abfahrten gesehen, ist eindrücklich den Speed und die Dynamik sieht man in einer ollen Flimmerkiste nicht (generell Sport sollte man a) selber machen oder b) live sehen wenn schon).

  22. AvatarA.

    Eigentum oder Miete ist hier ja immer wieder ein Thema.

    Ich muss sagen, dass wir, seit ich die Einliegerwohnung fertig habe, ein nettes Nebeneinkommen generieren kann oder wenn Gäste da sind, schon dort pennen können. Luxus, ich weiss. Ist aber total cool.

    Wenn die Gäste weg sind, werde ich die Einliegerwohnung wieder  temporär vermieten. Letzten Monat haben wir 300 350 Euro eingenommen, das erstemal seit der Renovierung und neuer Einrichtung. Kostete erstmal Geld aber damit steht ein weiterer Einkommensstrom zur Verfügung.

    Man sollte halt Rücklagen bilden und sollte schon gut verdienen finde ich und regelmäßig sondertilgen, auch wenn es nicht viel ist.
    Eigenheim ist einfach ein anderes Lebensgefühl.

    Mit 2500 Euro geht Eigenheim auch, aber entsprechend kleiner und vermutlich weiter ausserhalb. Aber es geht.

    Und „passende“ Autos haben wir jetzt erst geholt, nach 6 Jahren, gezwungnermaßen, weil die alten Autos nicht mehr wirtschaftlich waren und einfach nach, 14 und 18 Jahren Alter auch durch und da wir viel fahren (müssen) .

    Gruß

    A.

     

     

     

     

  23. AvatarLejero

    „Ein Freund, Mitte 30, und seine Lebensgefährtin wollen ein Haus kaufen. Es ist sehr emotional getrieben. Das Haus ist weit über ihren finanziellen Möglichkeiten und vollgestopft mit Luxus und neu renoviert. Sie haben sich ein Angebot einer Bank ausrechnen lassen, dass er mir gezeigt hat. Mit nur 2% Tilgung und abzahlen bis 67 Jahre… Wie kommt man auf so eine verrückte Idee? Das ist doch wie Fallschirmspringen ohne Schirm. Wenn ich ihnen das nicht ausreden kann, rennen sie ins offene Messer.“

    Wieso das denn? Wo ist das Problem wenn das Haus mit 67 noch nicht abgezahlt ist? Entweder habe ich auch dann noch genug Einnahmen für die Rate, oder ich verkaufe es und miete dann. Verstehe immer nicht warum die Leute alles abgezahlt haben wollen. Ich werde mit 67 niemals alle Schulden beglichen haben, im Gegenteil, sobald meine Schuldenquote unter 50% sinkt beschaffe ich neues Kapital, so what? Wenn das so lebensgefährlich wäre dann gäbe es heute keine Unternehmen, die arbeiten (fast) immer auch wenn sie hochrentabel sind mit Fremdkapital. Wichtig ist doch nur, dass ich das Fremdkapital nicht einfach verkonsumiere.

  24. AvatarBilbo78

    Hm tja, also ich bin 40 Jahre und habe nun knapp 200.000 € in ETFs angelegt und trotzdem bewegt sich nicht allzu viel und es sieht nicht so aus, also könnte ich mich morgen aus dem Erwerbsleben verabschieden 🙁 🙁

    Mein neuer Plan ist, in einer supranationalen Behörde zu arbeiten, wo ich keine Steuern zahlen muss, so dass ich ca. 5000 euro monatlich investieren kann. Und selbst damit dauert es 10 Jahre bei 6 % p.a. rendite bis ich über ne Mio komme.

    Tja schöne scheisse.

  25. AvatarChristian

    Immobilien machen „immobil“, so ist das leider. Gerade wenn der Staat und der Makler direkt die Hand aufhalten beim Kauf führt das dazu, dass es immer ein kleines finanzielles Desaster ist, wenn man Eigentum verkaufen muss um woanders Neues zu kaufen. Ein Freibetrag für die erste Immobilie und eine Deckelung der horrenden Maklergebühren sind längst überfällig.

    Dennoch bietet Eigentum die Chance einer Art von Freiheit. Ich zögere in unserer Mietwohnung immer irgendwelche Veränderungen vorzunehmen. Entweder weil ich nachher für den Rückbau einmal zahlen darf oder weil es mir zu schade ist das Eigentum Anderer zu modernisieren. Wer aber kein Interesse daran hat stetig an seinem Eigenheim zu werkeln sondern nur vier Wände und ein Dach braucht, der ist mit dem Mieten vielleicht besser bedient.

  26. AvatarJens

    @Torsten

    Ich lese schon eine Weile hier im Forum mit. Du schreibst regelmäßig und insbesondere von deinen Erfolgen bezüglich Wohneigentum. Schön für Dich. Oft kommst Du mit der Logik, dass Mieten nicht günstiger sein kann als Kaufen, da der Vermieter ja auch etwas verdienen möchte.

    Vielleicht liegt ja hier ein Denkfehler vor. Obwohl Aktienindizes im Mittel steigen, muss man an der Börse nicht zwangsweise Gewinn machen. Privananleger machen eher Verluste, insbesondere wenn sie aktiv handeln. Das Gleiche gilt wohl auch für den Wohnungsmarkt. Wer sagt denn, dass  Vermieter immer Gewinn machen? Einige Untersuchungen belegen offenbar das Gegenteil:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilien-3-millionen-vermieter-verdienen-kein-geld-a-991949.html

  27. AvatarAlbr

    ich liebe meine Eigentums-Wohnung im Westend von Frankfurt (mehr als 120 qm), würde ich nie gegen eine Mietwohnung eintauschen, habe gerade heute Abend mit einem armen Kerl gesprochen, der ebenfalls im Westend wohnt (ohne Auto und arbeitet in der Innenstadt von Frankfurt), der zahlt sich dumm und dusselig für seine wenige qm (hat noch 2 Nebenjobs um die Wohnung bezahlen zu können) und bekommt regelmässig ordentliche Mieterhöhungen aufs Auge gedrückt…

    ich sehe die Wohnung als ein Teil meiner Vermögensdiversifikation an; ich würde schätzen, dass sich die Wohnung (inkl. Tiefgaragenstellplatz) in den letzten 10 Jahren im Wert mehr als ver-3facht hat (eher 4-fach)… es kommt – wie immer – bei einer Immobilie auf die Lage, Lage und nochmals Lage an… ein Reihenhaus am Rande von Hofheim dürfte kaum im Wert steigen…

    mir kann niemand wegen Eigenbedarf kündigen und ich bin gerade wegen meiner Wohnung FF und FU !!

     

     

  28. AvatarFinanzmixerin

    @mattoc: Ich finde deine Einstellung gegenüber Zeug super.

    Ich bin von Minimalismus fasziniert und werde da Schritt für Schritt in die Richtung gehen. Ich habe neulich sehr viele Bücher aussortiert.

    Ich bin immer noch nicht auf einem Niveau, von dem ich sagen kann dass ich zufrieden bin. Ich habe noch zu viel Zeug.

  29. AvatarFinanzmixerin

    Bezüglich Miete oder Kauf: Ich wohne zur Miete und kaufe zum Vermieten.

    Das lohnt sich für mich. Eine vergleichbare Wohnung wie ich sie habe (zum Kauf) würde ich teurer bezahlen als meine jetzige Miete.

  30. AvatarMattoc

    @Finanzmixerin
    Minimalismus ist leider ein Modewort geworden. Aber für mich persönlich gilt:

    – Kein Zeug (wirklich!), Tisch, Stuhl, Bett reicht, ich bin sowieso immer unterwegs

    – wohne so klein wie möglich

    – nur digitale Abos mit interessantem Content monatlich kündbar

    – kein Auto

    – zur Miete wohnen, Max. Risiko 3 Monatsmieten, ich kann jederzeit weg

    Gerade im Januar, wenn die Leute alle ihr Jahresrechnung fürs Kfz oder Hausrat zahlen müssen, fällt das Gejammer auf.

  31. AvatarJohn

    Gegen das selbstbewohnte Eigenheim spricht vor allem die Flexibilität.

    Nahe am Arbeitgeber wohnen ist Luxus. Wer keinen allerwelts Job hat und nicht in der Grosstadt wohnt, muss der Arbeit hinter her ziehen. Als Mieter kein Problem. Als Eigentümer über legt man sich das gründlicher, bei dem Stress und Nebenkosten vom Verkauf.

    Wie entwickelt sich die Wohngegend? Wird die unverbaubare Aussicht verbaut? Verkommt das Viertel? Diese Dinge lassen sich langfristig nicht planen. Als Mieter bin ich weg wenn mir nicht mehr passt.

    In dem Sinne, das ist ein Stück an Flexibilität die man verschenkt. Man träumt vom Leben unter Palmen, erlebt es aber nicht weil man doch für die Bank arbeiten muss. Als Mieter kann ich für die Weltreise die Wohnung künftigen. Null Kosten bleiben, bis auf die Krankenkasse.

    Das Grundproblem ist doch man sieht die monatliche Miete und denkt die ist verloren. Stimmt. Auf ein Leben hochgerechnet ist Miete wesentlich teurer aber diese Betrachtung ist zu stark vereinfacht.

  32. AvatarAlbr

    @John, verstehe ich nicht, ich KÖNNTE meine Wohnung für (schätzungsweise) ungefähr 1,2 Mio verkaufen und gut ist… und sonstwohin ziehen… würde ich aber ganz sicher nicht tun…

    Was machst du wenn du von der Weltreise zurück kommst und z.b. in Frankfurt wieder eine Mietwohnung suchst 😉

     

     

  33. AvatarSven

    Mich würde ja mal interessieren wer von den Minimalisten und/oder Eigenheimgegnern Familie hat. Alleine dadurch bin ich sowieso in meiner Region gebunden. Ob mit Eigenheim oder zur Miete. Die Flexibilität besteht mit Familie auch nur auf dem Papier, da kein vernünftiger Mensch seine Kinder aus dem gewohnten sozialen Umfeld rausreißen würde.

  34. AvatarJohn

    @Albr

    Eigentum ist doch nichts Schlechtes. Aber bei entsprechenden Preisen und Steuer Nachteilen in CH überlegt man es sich als Ausländer mit Aufenthalts Bewilligung sehr gründlich.

    Aber dadurch wird Eigentum nicht per se schlecht!

    Ich wohne in einer relativ billigen Wohnung. Dennoch gibt es hier und da ähnliche Wohnungen. Heisst die Wohnung während einer langen Abwesenheit weiter zu mieten ist Verschwendung. Vor allem wer weiss wo danach der Arbeitgeber ist? Womöglich woanders.

     

    @ Sven

    Da ist was dran. Dennoch ist es in manchen Ländern auch mit Kindern normal mal den Standort zu wechseln.

    Die Unflexibilität bleibt dann selbst wenn die Kinder längst ausgezogen sind.

    Heutzutage pendeln auch viele Menschen, weil in ihrer Heimat keine wirtschaftliche Zukunft gegeben ist. Da lässt man die Familie zurück, sieht sie bestenfalls am Wochenende. Nicht das ich das bewerbe, nur am Rande erwähnt. So Jemand hat ganz andere Sorgen.

     

  35. AvatarPametan

    Ich lebe ebenfalls in Frankfurt wie albr, aber einem der anderen 3 beliebten Viertel.

    Unsere Wohnung dürfte sich im Preis verdoppelt haben seit Kauf vor 7 Jahren und ca. 800k wert sein. Eher konservativ angesetzt. Abbezahlt und lastenfrei. Eine vergleichbare Wohnung im Haus wird für 2.500 Euro warm vermietet. Dafür würde man sofort mehrere hundert Interessenten finden, wenn man sie morgen inserieren würde. Also 30k p.a.

    Wir verdienen zusammen 5 -stellig netto im Monat und trotzdem wären es nicht nur 9% für Miete vom Einkommen. Das ist pures Glück oder komplett unrealistisch in einer Großstadt wie Frankfurt. Die nicht gezahlte Miete können wir anlegen.

    In den weniger guten Vierteln (Höchst, Nied, Sossenheim, Fechenheim, Bonames etc.) zahlt man mittlerweile ebenfalls >4.000 pro qm bzw. 30-50% des Einkommens (angenommenes Einkommen von ca. 2.500 nett), wenn es keine Bruchbude oder Miniwohnung (es leben genug 3-4 vierköpfige Familien in 2 Zimmerwohnungen auf 40qm) ist.

     

  36. AvatarNico Meier

    Das Thema mit dem zu grossen Haus wenn die Kinder mal ausgezogen sind wird hier immer wieder erwähnt.

    In meiner Region gibt’s viele, die das Haus verkaufen wenn die Kinder aus dem Haus sind und sie körperlich keine Freude mehr an Gartenarbeit haben. Durch den starken Wertzuwachs des Hauses können sie sich entweder eine Eigentumswohnung an zentraler Lage kaufen oder sie gehen in eine Alterswohnung zur Miete und das Geld wird in Reisen oder die eigenen Kinder investiert.

  37. AvatarThomas

    @albr, du bewohnst eine Wohnung die 1,2Mio wert ist. Das ist eine Super Sache. Wenn du aber vergleichst, Du würdest umschichten und die 1,2 Mio stattdessen ins Depot legen. Dann würde dir das bei 4% Dividende (oder Entnahmeregel) 4000€/Monat dauerhaft an Einnahmen generieren. Damit könnte man auch was schickes mieten, überall wo immer es gerade beliebt ?. Nach weniger Freiheit in Miete hört sich das für mich nicht an.

  38. AvatarWohnung mit Domblick

    Als Mieter ist man felxibler? Bei dem irren Wohnungsmangel bleiben viele in ihrer inzwischen unpassenden, aber noch bezahlbaren Wohnung hängen und hoffen, dass deren Miete nicht auch noch steigt. Ich weiss nicht, wo in der Realität da die Flexibilität ist. Vielleicht geht das noch weit abseits der Ballungsräume.

    Wohneigentum zu kaufen ist natürlich auf der anderen Seite auch eine langfristige Bindung an den Standort. Auch hier gibt es kaum noch Flexibilität, solange mit Verkauf und Neukauf so hohe Nebenkosten abfliessen.

    So oder so, für jeden ist das richtige dabei. Meine Wohnung ist die Hauptstütze zur FU. Ich bin kein Minimalist, ich habe kreative Hobbys und für die brauche ich einiges Zeug. Vielleicht ist Minimalismus auch ein Verzicht auf ständige Standortwechsel? Sich da einrichten wo man gerade ist und es sich dort gut gehen lassen? Vielleicht mal ein Ferienhaus auf Sizilien für einen Euro dazu kaufen? 🙂

  39. AvatarNico Meier

    Ein guter Freund von mir arbeitet in einem Treuhandbüro da machen sie unter anderem auch Steuererklärungen für Privatkunden. Ich habe ihn mal gefragt ob die Mieter oder Leute mit Wohneigentum über höhere Vermögen verfügen würden. Er durfte mir natürlich keine genauen Angaben machen aber im grossen Ganzen seien die Vermögen bei den Wohneigentümern und nicht bei den Mietern zu finden. Ob nun Wohneigentum zu mehr Vermögen führt oder die Besserverdiener einfach eher zu Wohneigentum neigen haben wir nicht restlos klären können.

  40. AvatarNico Meier

    Ich war mal mit einem guten Freund an einer Wohnungsbesichtigung in der Stadt Zürich. Die Wohnung hatte 30qm zwei Zimmer war ein Altbau und sicher 25 Jahre nichts mehr gemacht worden alte Küche, altes Badezimmer usw.

    Die Wohnung sollte 2’000 Franken Miete und zusätzlich 200.- Nebenkosten kosten pro Monat. Der Freund meinte für die Stadt Zürich wäre das sehr günstig.

    Also sind wir zur Wohnung gegangen dort angekommen mussten wir uns in eine Reihe stellen und der Freund füllte einen antragsbogen aus um sich für die Wohnung zu bewerben. Strafregisterauszug sowie Betreibungsregisterauszug musste auch gleich beigelegt werden. Nun wurden die Bogen eingezogen wer einen der beiden Auszüge nicht beigelegt hatte, durfte die Wohnung nicht besichtigen und wurde nach Hause geschickt. Nun waren rund 300 Personen übrig, die sich die Wohnung anschauen wollten. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und durften die Wohnung als 10er Gruppe 5 Minuten besichtigen. Wir kamen und vor wie Vieh vor dem Schlachthaus.  Mein Freund bekam die Wohnung natürlich nicht. Das ist der Vermietermarkt so soll sich Freiheit anfühlen? In einer Stadt wie Vieh eine Wohnung zu besichtigen die massiv überteuert ist?

  41. Avatar42sucht21

    @Kaufen vs. Mieten

    Der eine sagt so, der andere so. Es gibt viele vernünftige unterschiedliche Wege. Das Leben ist lang, der Lebensweg meist opak und die Bedürfnisse wandeln sich.

    Wer zu viel Geld ausgibt oder/und zu wenig Geld in sein Humankapital investiert wird abhängig: Entweder Sklave seines Eigenheims oder Sklave der hohen Mieten im Alter.

    Menschen sind nicht rational. Leider sparen die meisten Mieter nicht genug sondern konsumieren mit dem Geld. Deshalb ist selbst du zu teure Kauf einer großen Immobilie langfristig oft besser für das Vermögen der Menschen.

    Edit: Ich habe kürzlich nachgerechnet. 85% meines Geldes habe ich in Immobilien investiert. Eigengenutzt und Zinsimmobilien. Der hohe Prozentsatz kommt vor allem auch durch den Immo-Boom der letzten Dekade.

    @Fabian S.

    In Forum werden ja oft ähnliche Aussagen gemacht oder Fragen gestellt. Meist jedoch über die Zeit von unterschiedlichen Kommentatoren. Ich gebe zu, auch ich bin irritiert über Ihre Hartnäckigkeit bei der Frage / Aussage.

    Vielleicht sollen Sie einmal einige weitere Informationen hier im Forum machen zu Ihrer Person / Vermögen / Anlagewunsch – dann können Sie vielleicht für sich hilfreichere Forumsantworten auf Ihre Frage/ Aussage erhalten und die Kommentatoren können den Hintergrund besser verstehen. Irgendwie gibt es ja einen Kommunikationsbruch.

    Ich finde auch, Sie sollten den Begriff ETF definieren. Ein breit diversifizierter ACWI IMI Welt ETF ist ganz etwas anderes als der von Tim gerade genannte S&P 500 oder der oben genannte Cyber Security ETF oder ein ETF auf den SMI. Berkshire ist sicherlich besser diversifiziert als die beiden letzten genannten und weniger als die beiden erstgenannten ETF. Ersetzt der Kauf von Berkshire den Kauf eines Welt ETF? Natürlich nicht! Sind doch 2 ganz verschiedene Dinge!

    Kann man all sein Geld in Berkshire investieren? Natürlich ja – ist halt eine recht konzentrierte aktive Wette. Man kann nur das Risiko abschätzen, und das ist bei einem Welt ETf geringer. Geringeres Risiko geht mit geringerer Ertragserwartung Hand in Hand. Es gibt auch Menschen die sind all-in bei Bitcoin. Welche Investition aus welchen Zeithorizont besser ist, das wird die Zukunft zeigen. Das kann niemand wissen.  Ich persönlich finde Berkshire / Buffet / Munger sehr bermerkenswert aber aktuell viel zu sehr gehypt.

  42. AvatarAlbr

    @Thomas, das ist richtig, ich würde aber vermutlich wieder liebend gerne in Frankfurt leben wollen 😉

    gestern Abend stand ich wieder auf einer meiner Terrassen und habe sicherlich eine halbe Stunde – trotz Kälte – die Skyline von Frankfurt, die noch hell erleuchtet war angeschaut 😉

    FF und FU bin ich ohnehin schon durch das passive Einkommen, dazu muss ich nicht die Wohnung verkaufen…

    Nochmal!! für mich ist die selbstgenutzte Wohnung IN DIESER LAGE ein Teil meiner Vermögensdiversifikation (ich habe u.a. auch Gold) !!

    auch bzgl. der Wertsteigerung, ist es nunmal so, dass die Wohnung – wie beschrieben – sich in den letzten 10 Jahren im Wert mindestens ver-3facht hat…

     

     

  43. AvatarDivi-ente

    Kaufen vs. Mieten ist immer stark individuell zu sehen!

    Rationale & sachliche Rechnungen sieht man so gut wie nie!

    Die Pauschal-Aussagen & Falschaussagen (Kündigungsfristen, Mieter zahlt den Kredit immer voll ab, ich spare mir die Miete sehe aber nicht die Zinsen & Tilgung bzw. dass ein Großteil nicht mir, sondern der Bank gehört usw. usf. ….) kommen durch das eigene, voreingenommene Mindset nicht gerade objektiv daher.

    Die unterschiedlichen, individuellen & emotional geprägten Mindsets prallen dann aufeinander und vorbei ist es mit der Sachlichkeit.

    Zudem ist die objektive Vergleichbarkeit häufig nicht gegeben und nur theoretisch.

    Für viele (Normalo`s) ist es ein konkurrierender, emotionaler Lebenstraum. Dass dieser dann größer und schöner gestaltet wird, als eine Mietwohnung ist zudem sehr wahrscheinlich.

    Deswegen ist selbst bewohntes Eigentum häufig nur partiell Investition und sehr wohl auch partiell Konsumgut.

    Bei einer objektiven Unterscheidung von Korrelationen & Kausalitäten warum Eigentümer häufig vermögender im letzten Lebensdrittel sind… da steigen dann die meisten gedanklich aus.

    Kaufen vs. Mieten… es gibt keinen generellen Sieger! Es ist immer individuell zu sehen!

    Je nach Sichtweise könnte man auch sagen, die Fire-Leute leben freiwilllig wie Sklaven/Harzer in ihren jungen Jahren…

    Deswegen… jeder wie er will und nicht ganz so verbohrt/oberlehrerhaft sein, wenn jemand ein anderes Lebensmodell wählt!

    …aber gut, man will sich selbst immer als was „besseres“ sehen…

  44. AvatarNico Meier

    Wie Albr sehe auch ich unser Einfamilienhaus als Diversifikation in der Schweiz gibt es viele Bestrebungen die Ausdehnung der Siedlungsfläche zu begrenzen, diese Bestrebungen zur Verdichtung führen dazu, dass bestehendes Bauland immer teurer wird. Unser Grundstück ist rund 800qm gross unser Haus steht auf der einen Seite des Grundstücks damit ist die andere Seite des Grundstücks zurzeit unser Garten eigentlich ein weiterer Bauplatz, der bei Bedarf verkauft werden kann.

    Unser Haus ist Teil der Diversifikation wir haben neben dem Haus auch ein Portfolio mit Einzelaktien und ETF’s sowie Barrücklagen auf dem Sparkonto.

     

  45. AvatarThomas

    Suchen hier nur noch Leute die bereits wohlhabend sind nach Bestätigung alles richtig gemacht zu haben?

    Ich denke für die Leute die auf dem Weg dorthin sind hilft das nicht. Schreckt evt eher ab hier weiter zu lesen

  46. AvatarZaVodou

    Wer überzogene Vorstellungen der Grundausstattung (Sauna, teure Einbauküche etc.) von seinem Eigenheim hat, der ist selber Schuld, wenn er später seine Hypothekenzinsen nicht mehr zahlen kann.
    Das Problem ist doch aber, dass viele junge Paare/Familien mit ganz vernünftigen Vorstellungen, was die Ausstattung und Größe des Hauses betrifft, sich kein Eigenheim leisten können. Das ist doch der eigentliche Skandal.
    Die Regierung bemängelt, dass Deutschland so eine niedrige Geburtenrate hat. Was tut sie aber, um junge Familien beim Erwerb eines Eigenheims zu unterstützen, dass diese Kinder in die Welt setzen können ohne sich finanziell zu ruinieren, weil die Hypothekenlast zu hoch ist?

    Hierzu mal einer mMn vernünftiger Vorschlag:
    z. B. Abschaffung der Grunderwerbsteuer für Familien
    https://www.youtube.com/watch?v=rrJzVS_jYPk

     

     

  47. AvatarNico Meier

    @ZaVodou

    Immer wieder die Aussage Familien würden sich kein Wohneigentum leisten können. Ich sehe viele junge Paare die zusammen eine überdimensionierte Wohnung bewohnen und dafür zu viel Miete raushauen. Dann muss jedes Jahr das neue Iphone her und die AppleWatch und was es alles noch gibt. Im Wohnzimmer steht der neuste 60 Zoll TV und die B&O Premiumanlage. In die Ferien geht es jedes Jahr in die USA, nach Australien oder Südamerika.

    Dieser Lebensstil in jungen Jahren verhindert bei vielen die eigenen vier Wände wenn der Nachwuchs da ist. Man kann nicht von 20 bis 35 alle Kohle raushauen und sich danach beschweren man bekäme keine Hypothek für ein Haus weil die böse Bank behaupten würde das Eigenkapital würde nicht reichen!

     

  48. AvatarFamilie mit Kind

    @Zavodou, wenn man eine Gruppe Förder ist das gleichzeitig eine Schlechterstellung aller die nicht der Gruppe angehört. Mag durchaus gewollt sein, Halte ich aber für nicht richtig. Was ist zu.b eine Familie?, nur mit Trauschein? Das ändert auch nichts am Angebot. Pumpt der Staat geld in potentielle Käufer, das Angebot bleibt aber führt das zu noch höheren Preisen.

  49. Avatar42sucht21

    Das Lebens ist ungerecht und auch der vollkommenste Sozialstaat kann dies nicht ändern sondern nur abmildern.

    Es gibt doch kein Anrecht darauf sich ein Eigenheim leisten zu können. Das ist kein Skandal finde ich und Kinder kann man auch haben wenn man zur Miete wohnt.

    Für viele ist es doch eher die Selbstverwirklichung und Konsum welcher die meisten davon abhält in jungen Jahren Familie zu gründen. Für viele muss es ein geleastes Oberklassehandy und Oberklasse Auto sein – aber für Kinder reicht gefühlt das Geld nicht.

    Edit: @Nico wir überschneiden uns 😉

  50. AvatarThorsten

    Wenn ich Single wäre und deutlich jünger , würde ich es vielleicht so sehen wie Mattoc. Aber irgendwann bin ich älter geworden und ich wohne auch nicht mehr alleine. Ich muss nicht mehr „jederzeit wegkönnen“?, so wie er schreibt. Wovor sollte ich flüchten oder was sollte mich antreiben woanders hinzumüssen. Da gibt es nichts für die nächsten 20 Jahre zumindest. Es gibt auch keinen Nachteil bei einem Umzug wenn man eine Immobilie besitzt. Im Gegensatz zu Mietern wird keine zweite Miete anfallen, nur geringe Nebenkosten wenn die Bude leersteht.

    Es gab aber mal eine Zeit, als ich wie gesagt jünger war, wo mir das auch wichtig war, um z.b gierigen Vermietern Lebewohl sagen zu können (erste Wohnung im Job war 1000 DM für 40 qm, Abzocke für Zuzügler), oder wenn das Dach undicht wird und sich nichts tut (so geschehen mit der ersten Mietwohnung in Hamburg, Bau aus den 60ern, wieder Abzocke für Zuzügler).

    Mit den Jahren habe ich aber was aufgebaut,  substanziell und sozial und ich will gar nicht mehr irgendwo jederzeit hinkönnnen. Angekommen sein und Erhaltung des Erreichten haben haben heute Bedeutung. Deswegen ist für mich heute das Mieten riskant. Eine Bleibe für die Familie in der Lage könnte ich mir heute nicht mehr zu Miete leisten, das wären ab 1500 € kalt. Wir müssten mit deutlich weniger Wohnraum in einem Randbezirk wohnen. Der Zuzug und was sonst noch hat eine Verteuerung des Wohnens bewirkt . Inflation und angebotsbedingte Preissteigerungen  schlagen sich auf die Mieten um und auf Neukäufe. Ein Immobilienkauf konserviert den Wohnungsmarkt in der Zeit. Ich habe die Immobilie abgezahlt zu dem Preis, den sie damals gekostet hat und habe mich der Inflation entzogen.  Die Kosten fürs Wohnen erhöhen sich im Nachhinein nicht mehr (außer Betriebskosten, aber das gilt für alle Wohnformen).  Ich wohne zu den Kosten, die zu der Zeit galten, als ich gekauft habe. Null Verlustrisiko, eine echte Investition im Nachhinein.

    Einen Vergleich zwischen Aktien und Immobilien lasse ich für mich mehr nicht zu, weil er in meinen Augen sinnlos ist. Die Behauptung, dass man mit Akiten besser fährt als mit Immobilien halte ich für grundfalsch, auch die umgekehrte Behauptung wäre falsch. Aktien UND Immobilien ist die richtige Antwort. Beides entwickelt sich, beides ist vom Investment von der persönlichen Situation abhängig. Dummerweise muss man ja wohnen, aber man muss kein Depot haben. Man kann sich nicht theoretisch ausklinken , sonst hat man die beste Anlageform und übernachtet am Ende  im Wald oder in einem Tiny Holzschuppen 😉

    Man kann zur Miete wohnen und eine Wohnung vermieten. Oder man besitzt gar keine Immobilie und hat eine diverses Depot. Da können dann auch Immobilienaktien drin sein oder REITS. Und wenn dann irgendwann etwas mehr Geld da ist, dann hat man eben alle Anlageformen. Vielleicht kommt die Diskussion auch daher, dass manch einem das Kapital fehlt , um Wohneigentum und Depot aufzubauen. Dann sind z.B. vermietete Wohnungen gut und man kann Erfahrungen sammeln bis man die erste eigene Hütte zum Einziehen kauft.

    Vermutlich läuft es aber bei Vielen so, dass der Wohnbedarf durch eine wachsende Familie die Anlageentscheidungen massgeblich gesteuernt wird. Ein Kind ist da und dann noch eins und dann muss umgezogen werden. Ich habe zweimal mein Depot komplett verkauft (da waren die Hypothekenzinsen vergleichsweise niedrig ,  bei 4% bis 5 %, eine Kollegin hatte Anfang der 90er einen Darlehensvertrag , wo sie fix 12% zahlen musste 😮 ) und es dann zum dritten Mal wieder neu aufgebaut.

    A propos Haus, hier ziehen die hippen Leute aus dem Reihenhaus aus und ziehen aufs eigene Hausboot. Geht bei 500.000 los, meist muss man aber deutlich mehr mitbringen, so 700.000 sind real. Wer es braucht…

    @Nico das ist gut formuliert. Ich kenne auch so einen Fall. Beide studierten, wohnten aber in einer 4 Zimmerwohnung. Immer wieder teure Urlaube mit Tauchen und Fernreisen noch und nöcher. Als sie dann bauen wollten hatten sie nichts und sind ein Jahr lang in das ehemalige Kinderzimmer von ihr gezogen. Doch , man kann es sich kaum vorstellen. Die gesparte Miete haben sie zum Kauf eingeplant und es gerade so geschafft.

  51. AvatarJune

    Hallo,

    @Mieten oder kaufen,

    Wir haben  beides, Mietwohnungen und eine selbst bewohnte Eigentumswohnung.  Diese Eigentumswohnung, die wir jetzt selbst bewohnen, war zuerst so gar nicht geplant. Wir suchten eine Mietwohnung in der Nähe meines Arbeitgebers, doch haben wir nichts passendes zu einem vernünftigen Preis gefunden.  irgendwann haben wir Kassensturz gemacht und festgestellt dass wir genügend Eigenkapital für eine zweite Eigentumswohnung haben. Diese Eigentumswohnung haben wir dann nur innerhalb von sechs Monaten gefunden. Unsere Überweisung an die Bank ist niedriger als die Mieter für eine kleinere und viel schlechtere Wohnung. Bei der Innenausstattung bin ich preislich Nahe an der Grundausstattung des Bauträgers geblieben, da wir den Verkauf der Wohung nicht ausschließen wollen und uns ein Käufer keinen Luxus zahlt. Das führte beim Aussuchen der Sanitärkeramik zu einigem Ärger mit dem Bad Ausstatter. Dieser wollte mir keinen Termin geben, da wir ja kein Luxus Bad kaufen wollten. Trozdem sollte alles geschmackvoll und sehr wertig aussehen und sein. Mit viel rechnen und den richtigen Entscheidungen haben wir dies auch umsetzen können.

    Zu unserer Entscheidung pro Eigentumswohnung, gehört auch, dass wir die Finanzierung mit nur einem Gehalt stemmen können

    Bei vielen Käufern schwingt aber bei der Anschaffung von Eigentum der Gedanke mit, ich baue oder kaufe nur einmal. Das führt dann zu völlig übertriebenen Kaufentscheidungen.

    Take care,

    June

     

  52. AvatarThorsten

    @June das mit den Terminen habe ich auch so erlebt. Wir sollten Bodenfliesen zwischen mausgrau, aschgrau und dunkelgrau aussuchen. Na ja, es war konkret schwarz, grau und ein angegilbtes weiß/beige. Für uns ekelig, kalt und vollkommen undenkbar. Kein Termin, weil wir nicht upgraden wollten und bei der Auswahl im Laden hat man es uns auch spüren lassen. Und da waren sie dann vor uns  : Fliesen in angenehm warmen Farbtönen, die auch bei Kälte für die Seele warm wirken. Im Ergebnis haben wir sogar noch etwas Geld herausbekommen und haben die Farbwahl nie bereut.

    Unsere Finanzierung fußte auch auf einem Gehalt. Ich bin der Meinung, wenn beide Vollzeit für die Hütte ackern müssen und kein Spielraum bleibt , dann sollte man besser irgendwo preiswerter mieten. Denn erfahrungsgemäß ist ein Gehalt irgendwann weg, für ein paar Jahre oder für immer.

  53. AvatarJohn

    @Thorsten

    „Vielleicht kommt die Diskussion auch daher, dass manch einem das Kapital fehlt , um Wohneigentum und Depot aufzubauen“

    Das ist ein wesentlicher Punkt. Wenn ich mich umsehe kostet eine neue Wohnung auch 30 bis 40 Jahresmieten. Zzgl. spielt der Zinseszins oben rauf. Realistisch muss ein Kaufwilliger so oder so erst mieten um in der Zeit Kapital zu sparen.

    Darum sind kleine in Stückchen gepresste Eigentumsanteile ala Reits auch viel Greifbarer als der riesen Klumpen Eigenheim.

     

    @Wohnung mit Domblick

    In Ostdeutschen Grossstädten wohnt man günstig. Leider gibt es dort auch keine gut bezahlten Jobs. In München oder der Schweiz wohnt man teuer, dafür stimmt der Lohn. Wie hart muss man in München ackern um das Eigenheim zu kaufen? Ich kann dir sagen in der Schweiz ist das ist hart, darum auch die niedrigste Eigenheimquote Europas. Lieber mieten und sobald der Geldstrom nachlässt packt man die Koffer. Tschüss und weg.

  54. AvatarAlbr

    @Thomas, warum ???

    wer fragt oder Interesse hat, kann hier sicherlich Fragen stellen, die gerne beantwortet werden…

    für mich (und darüber kann man ja wohl man nachdenken) ist die eigene Immobilie – in guter Lage – eben ein Teil der Vermögensdiversifikation…

  55. AvatarThorsten

    @John gut formuliert . Das ist auch eine gute Montivation für Leser, die noch nicht so lange dabei sind.

    Back to the bascis : besser zur Miete wohnen und sofort ein Depot aufbauen, als alles zu verkonsumieren. Alles andere zeigt sich später.

    Wir reden hier oft über Optimierungen, da wird gerechnet zurück und hin , da werden Statistiken und Historien bemüht und in die Zukunft extrapoliert und es werden Thesen aufgestellt, die in wer weiß für welchen Kontext gelten mögen und für andere einfach nur tendenziöser Humbug sind („Eigentum teurer als Miete“,“Immobilieneigentum mach immobil“,“Aktien erfolgreicher als Immobilien“, „Umzug aus Eigentum teurer als bei Miete“).

  56. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Was kann ich aus den unzähligen Leserbeiträgen der letzten Woche zu den Themen Auto, Ernährung, Haus vs. Miete lernen?

    Jeder tickt ganz individuell, hat seine eigenen Präferenzen und Vorlieben. Warum sollte man das verallgemeinern? Es klingt bei vielen so, als wenn man den eigenen Stil gegenüber der konträren Meinung verteidigen müsste.

    Warum denn? Soll doch jeder so leben wir er oder sie möchte. Was interessiert mich denn das Leben der anderen?

    Die unterschiedlichen Lebensentwürfe finde ich immer recht interessant. Über einige Ansagen muss ich dann aber doch schmunzeln.

    @ Thorsten

    Als „Ur-Berliner“ kann ich dir sagen, dass väterlicherseits bereits meine Urgroßeltern beiderseits ein Haus auf eigenen Grund und Boden hingestellt haben. Wohneigentum ist vorhanden. Wie bei vielen Schulfreunden. Mittelschicht halt.

    Und wenn du nach Zehlendorf und Charlottenburg, nach Treptow oder Köpenick schaust, wirst du sehen, dass der „Ur-Berliner“ durchaus auf Wohneigentum steht. Bitte keine pauschalisierenden Aussagen.

    Gefühlt besteht die Stadt aber zur Hälfte aus Zugezogenen. Studis, Kreative, „mal gucken, wo es mich hintreibt“-Typen. Da steht Wohneigentum sicher nicht auf der Agenda. Zudem darfst du nicht vergessen, dass der  – ich nenne ihn mal ohne Wertung – Typ Proletarier Tradition in Berlin hat. Mietskasernen in der Innenstadt. Da gibt´s milieumäßig gar keine Bestrebungen zu Wohneigentum.

    Wo wir beim Thema Stadt und Land wären. Wir leben am grünen Stadtrand. Die Landschaft Brandenburgs vor der Haustür. Alles grün hier. Warum da auf´s Land ziehen? Verstehe ich nicht. Hat Kleinstadtcharakter hier im Kiez.

    Trotzdem ist Inner City mit der Bahn kein Problem. Museum, Kino, Theater, Sport, Musik – alles drin. Für uns perfekt.

    Für die ganz Kleinen mag es auf dem stillen, grünen, ruhigen Land schön sein. Wartet mal ab, bis sie 16 sind. Sie werden es verfluchen….

    Und da wären wir beim Auto. Auch weil hierbei immer wieder phantasielos von der Unmöglichkeit gesprochen wird: Wir sind eine fünfköpfige Familie und haben keinerlei Problem ohne eigenes Auto zu leben. Wir haben uns nie an ein Auto gewöhnt. Da fehlt dann auch nichts.

    Ja, das gilt für die Großstadt. Klar geht das auf den Dörfern nicht. Wäre nichts für mich. Ich wäre traurig auf dem Land. Andere begeistert das, so ist das nun mal. Ist in Ordnung.

    Die Kids sind wunderbar zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus unterwegs. Umweltbewußt, gesundheitsfördernd und vor allem der Entwicklung von Selbstständigkeit und Verantwortung dienlich.

    Was die Einkäufe anbelangt, handhaben wir das wie Thorsten oder Kiev. Überhaupt kein Problem. Nach der Arbeit mit zwei Körben frisches Obst und Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Kräuter gekauft – wo ist das Problem?

    Arbeit, Schule, Arzt, Einkauf…. alles zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Notfalls halt in den Bus oder die Bahn. Kein Ding.

    Aber gut. Das macht jeder auf seine eigene Art. Für mich bedeutet KEIN Auto Freiheit. Versteht natürlich niemand, der ohne nicht kann. Ich verstehe aber ebensogut die Autofans, die es lieben umherzufahren. Ist nichts für mich.

    Ebenso ist das günstige Mieten für uns in der Genossenschaftswohnung Freiheit. Ich bin im Haus (und Garten!) aufgewachsen. Ja, war schon schön. Aber ab dem 13. Lebensjahr war ich in meinem Zimmer oder unterwegs. Eine Wohnung hätte es auch getan.

    Ich verbringe meine Zeit gerne mit Lesen, Musik, Sport, Freunden. Gartenarbeit? Handwerkern? Ein Graus! Ein Haus wäre eine Belastung.

    Das gilt aber nur für mich, für andere ist es ein Traum. Na, dann bitte sehr! Jeder kann seinen Traum leben. Unsere Träume sind aber ganz verschieden.

    Div-ente bringt es wunderbar auf den Punkt.

    Wer waren – um wieder zur Börse zu kommen – im Dezember eigentlich die ganzen Verkäufer? Die Deppen aus den Fondsgesellschaften?

    Schon schön, so eine stringente Strategie ohne Hektik und Panik. Einfach stur und stetig Unternehmensanteile (Aktien genannt) einsammeln. Erträge wachsen, Vermögen wächst – alles gut.

    Da letztens jemand gefragt hat: Ich werte seit 1.1. 2012 aus. Seitdem (Stichtag heute) liegt meine Rendite bei 11,4% p.a. (IZF). Alternativ wäre ich auf 10,3% p.a. mit dem ishares-ETF auf den MSCI World gekommen.

    Wünsche allen ein schönes Wochenende 🙂 !

  57. KievKiev

    @ Stia

    Willkommen im Forum! Eine interessante Kombi hast Du mit der Mietwohnung und dem Strandhaus. Ich wünsche Dir viel Erfolg, so dass Du schon bald mehr Zeit im Strandhaus verbringen kannst. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du manchmal dafür etwas leisten musst. Mit dem Ziel vor Augen wirst Du es aber schaffen.

    @ Tim

    Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Die eigene Leistung ist für alle der Grundstein für den Erfolg. Kaufen oder Mieten hattest Du bereits sehr treffend beschrieben. So lange es im Rahmen bleibt ist alles in Ordnung. Eigentum belastet natürlich. Allerdings kann man sich auch hier Selbstverwirklichen. Das macht niemand in dem Maße in einer Mietwohnung. Ich genieße die Zeit im Eigenheim extrem. Ein Frühstück mit Familie auf der Terrasse. Wieso sollte ich nur auf die Idee kommen auswärts essen zu gehe. Zu Hause ist es viel schöner…

    @ Mattoc

    Minimalismus gefällt mir vom Prinzip sehr. Ich habe Familie und wohne im Eigentum in der Stadt. Eine Mietwohnung sehe ich nicht als minimalistisch an. Ich weiß wie Du es meinst. Mit jedem Besitz hat man immer auch Pflichten. Das ist richtig. Bei Wohneigentum hat man allerdings auch Freiheiten. Es muss im richtigen Verhältnis stehen.

  58. Avatar-M

    @Thomas

    Ich glaube nicht das DIE, die es geschafft haben hier eine selbstbestätigung benötigen, sondern Spaß daran haben ihr wissen an andere weiter zu geben!

    Wenn es dich abschreckt, überlese doch am besten die Kommentare. Neidisch braucht man auch nicht zu sein.

    Ich bin auch nur ganz normaler kleiner Angestellter und mache aus dem was ich habe das was geht. Arbeite nur 39std und nach arbeitsende dauert es 5minuten bis ich den Arbeitsplatz verlasse und weitere 5minuten später, bin ich bei Frau und Kind. 2 Tage die Woche bin ich schon 13.45 zu Hause. Ich liebe es viel daheim zu sein und keine Karriere zu machen.

    Trotzdem mag ich besonders die Kommentare von Claus, Bruno,  Albr , FuG, June und anderen die angekommen sind oder viel weiter als ich.

    Das schöne ist ja, ich benötige viel weniger um anzukommen, da mein Lebensstandard geringer ist und ich somit auch viel weniger sparen muss.

    Man lernt mehr von erfolgreichen Menschen, deshalb lieber gerade bei Kommentaren von eben diesen genau lesen und für sich das rausziehen was man benötigt.

    Hier machen übrigens genau diese Leute einen sehr sehr geerdeten Eindruck und nix da Ferrari etc und 3x Urlaub im jahr in Singapur, Australien und Co…

    -M

     

  59. Michael D.Michael D.

    c)Tim: „Ich habe eben gerade etwas über den größten Einzelaktionär der Deutschen Bank, Steve Feinberg, auf Wikipedia gelesen. Der US-Milliardär hat sich 3% der abgestürzten DB-Aktie unter den Nagel gerissen:“

    guter Mann. Ich hab zwar keine 3 % – hätte ich gerne – hab mir aber vor ein paar Monaten auch ein paar unter den Nagel gerissen. Derzeit 20% im Minus.

    Aber ich hab ja Zeit. Rechne da locker mit einer Kursverdopplung in den kommenden 2-3 Jahren. Wenn nicht mehr…

    Hab mir in den letzten 2 Monaten auch:

    -AMS AG

    -Activision Blizzard

    -Zalando

    gegönnt. Freue mich über die getätigten Aufstockungen während des kleinen Crashs.

    Aber Depot läuft ja schon wieder schön nach oben… top.

  60. AvatarNico Meier

    Was gibt es schöneres als im Sommer frische reife Tomaten aus dem eigenen Garten aufzuschneiden oder einzukochen und danach das Essen im Garten an der frischen Luft zu geniessen wo die Vögel pfeifen und die Bienen fliegen.

    Die Alternative in der Stadt auf einem kleinen Balkon die Abgase einzuatmen und die nach Wasser schmeckende Tomate vom Grossverteiler zu verspeisen ist für mich nicht sehr verlockend!

  61. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Was gibt es schlimmeres als im Sommer fast jeden Tag für eine halbe Stunde den Garten zu wässern, wöchentlich den Rasen zu mähen und dann noch die Sträucher zu schneiden, wo doch schon die kaputte Klingel wartet…. 😉

    Die Alternative in der Stadt auf einem kleinen Balkon mit Sicht auf den Park hinter dem Haus, ohne Autolärm und Abgase, dafür mit frischer Luft, Schmetterlingen und Hummeln und einem guten Buch in der Hand.

    Wie unterschiedlich wir doch die Welt betrachten.

     

  62. AvatarCharlena

    @Nico Meier

    Seht her, seht her, was für ein toller Typ ich bin! Ich blicke als Landei voll durch und verachte den Stadt-Pöbel, der da der Dinge auf dem Balkone ausharren muss.

     

  63. Avatarghost

    @all

    ausgenommen die die 100+k verdienen.

     

    Jeder der Netto 2200Euro oder als Familie 3500 plus Kindergeld zum Leben hat, hat es nicht verstanden, dass man sich zumindest eine Wohnung leisten kann —–> in Deutschland. Ausgenommen man lebt direkt in den teuren Staedten.  Exfreundin war Aussiedlerin/Russin….. damals waren Zinsen hoch und Wohnungen billiger jetzt ist es eben umgekehrt. Was anders ist ist eben die Mentalitaet. Die hier geborenen wachsen in einem Wohlstand auf, von der Geburt an geht es den meisten gut (ich rede nicht von Familien mit Schicksalsschlaegen/ Krankheit und H4 ), im Vergleich zu Spaniern/ Italienern/Russen/Polen geht es uns Deutschen wunderbar. Nur man wird hier anerzogen zu diesem Verhalten. Es muss ein grosses Auto sein, es muss ein neues Auto sein weil man moechte nicht reparieren, man moechte selbst keine Reifen wechseln. Man moechte nicht selbst tapezieren, man moechte sich meistens um nichts selbst kuemmern. Man kennt einen Finanzberater, der regelt das schon. Frueher hatte ich erlebt, war ein Teil am Auto kaputt, ging man erst Schrottplatz und schaute nach, gibts Ersatzteile? Heute werden ja ganze Baugruppen montiert, dann schaue ich doch ob es ned sinnvoller ist ein aelteres Auto zu kaufen, wo man noch selbst was machen kann.

    Die Leute die ich damals kennengelernt hatte, waren so….aelteres Auto und wenn was kaputt war —–> selbstrepariert.

    Sie waren sparsam kauften sich selbst kaum was und wenn dann ihren Kindern.

     

    Und die Leute….. wurden zum Teil beschimpft ja Russen bekamen billige Kredite….. besimmt;)

    Ich kenne Tuerken die hier schon seit vielen Jahren leben, sie haben es auch getestet gleiches Haus gleiches Objekt deutscher und Tuerke fragten bei der gleichen Bank an, Lebenssituation war sehr sehr aehnlich……tuerken bekamen teurere Kredite. Schwarz auf wei?

    Ich kenne genauso deutsche, die sparsam sind und waren, beste Beispiele findet man hier im Forum.

    Und viele dieser Leute die mir im Leben begegnet sind……haben verzichtet um sich etwas leisten zu koennen und es klappte. Die Mentalitaet heute ist aber egal ob tuerke, deutscher, russe oder pole, anders.Man will, man gibt aus man konsumiert und am Ende beschwert man sich man kann sich etwas ned leisten. Faehrt aber nach der Ausbildung direkt bmw oder golf…..Handyvertrag 30Euro aufwaerts jedes Wochenende schick weggehen….

    Und wenn es ned anders geht sollte man Kompromiss eingehen mit sich selbst, lebt man in Frankfurt un verdient 50000 und es reicht nich fuer eine Wohnung und man versteht ned dass grad eh eine Immoblase in Deutschland waechst….sollte man vielleicht darueber nachnachdenken ob es doch ned besser waere woanders hinzuziehen…..irgendwann platzt die Blase(stimmt ich habe keine Ahnung die im Tv aber schon die sagen es gibt keine Blase) und dann bleibt man auf schulden sitzten…..in jedem vielen Laendern gab es immblasen nur hier ned, klar…..

    Wer meint dass wir immer noch die Verhaeltnisse von 1990 in Deutschland haben lebt inner Traumwelt. Mauerfall(war gut nur viel zu schnell) (euro war gut nur viel zu schnell) Globalisierung war ein Haufen sche is se und das alles fuehrt eben dazu, dass es jetzt in Deutschland ist wie es eben ist…. Und nur weil paar wissenschaftler behaupten Globalisierung war gut ….hoere ich darauf ned.

    Zeiten haben sich geaendert das mowchte ich damit sagen, und man sollte flexibler sein(in dem Fall verzichten sparen fuers Eigenkapital), und ned ewig rumheulen, wie schlimm es in Deutschland ist….. der blogger von getmad sagte es treffend……schlecht geht es den in somalia,syrien usw…..uns geht es bestens….

     

    mfg

  64. AvatarWohnung mit Domblick

    @Nico: Was gibt es schöneres als jederzeit die Wohnung abschliessen und für Monate auf Reisen gehen zu können? Keine Kosten, die einen daheim auffressen, kein Garten der verwelkt, keine Nachbarn, die sich übers schiessende Unkraut beklagen. Die Tomaten schmecken in Spanien auch super. 🙂 (Auf meinem Balkon wachsen die auch sehr gut.)

    Das ist natürlich genau so plakativ. Jeder wie er es mag. Ich strebe nach Freiheitsgraden. An eine Scholle binden kann man sich später immernoch.

    @Freelancer Sebastian: Berlin finde ich klasse, hab da kurz nach der Wende studiert. Da hätte ich gerne ein Eigenheim in Wassernähe 🙂

     

    @John, soweit ich es mitbekommen habe, besteht in der Schweiz ein Überangebot mit Blasenbildung an Wohnraum. Ausser in Ballungsräumen kann man schnell eine neue Mietwohnung beziehen.

    Wie auch immer, zur Zeit ist in Deutschland kein Käufermarkt und wer heute Eigentum anstrebt hat es leider oftmals schwer. Alleine deswegen bleiben viele zur Miete wohnen. Das wird zum Problem zur Rente. Mit Eigentum steigt man sofort aus der Kostenspirale aus und steht auf der Renditeseite, wenns für andere teurer und teurer wird. Irgendwann bilden sich Rentnerghettos an den Stadträndern, oder auf Campingplätzen.

  65. AvatarNico Meier

    @ghost

    Verzichten fürs Eigenheim das haben eben viele nicht begriffen. Nur wer Eigenkapital ranschafft, kann sich eine Immobilie leisten um darin dann billiger zu wohnen als zur Miete und so weiter kapital aufbauen und Wohlstand schaffen.

     

  66. AvatarMitleserin

    Kenne auch so ein Pärchen: Keine Kinder, beide verdienen gut, also eigentlich beste Voraussetzungen für frühe finanzielle Freiheit. Aber zusätzlich zur Stadtwohnung muss es noch ein Häuschen im Grünen sein. Darin wird jeder Euro investiert, Urlaube fallen sehr bescheiden aus. Wenn mal eine größere Ausgabe fällig wird, gerät das Konto an den Rand des Dispos. Wenn mir dann wieder vorgejammert wird, wie viel Arbeit, Zeit oder Geld das Haus verschlingt, gebe ich mich mitfühlend. In Wahrheit denke ich mir: Wie blöd kann man sein? Mein Eindruck ist, dass es oft Großstadt-Ökos sind, die noch nie in ihrem Leben in einem Haus gewohnt haben und dann vom Leben in der Natur träumen. Wenn man jeden Monat ein Wochenende im Landhotel verbringt und sich einen Kleingarten mietet, kommt man wahrscheinlich günstiger weg und erspart sich eine Menge Arbeit. Ich würde aber keinesfalls sagen, dass ein Haus immer eine grundfalsche Investition ist. Wenn man seinen Kindern ein Haus mit Garten bieten will, muss man nicht in einer überteuerten Stadtwohnung bleiben, nur um im Vergleich zum Hausbau auf dem Land ein paar Euro zu sparen. Was bringt die finanzielle Freiheit mit 50, wenn man das Gefühl hat, dass man seiner Familie nichts bieten konnte und diese sich deswegen frühzeitig verabschiedet hat?

  67. AvatarDiv-Ente

    @Freelancer Sebastian

    „Da letztens jemand gefragt hat: Ich werte seit 1.1. 2012 aus. Seitdem (Stichtag heute) liegt meine Rendite bei 11,4% p.a. (IZF). Alternativ wäre ich auf 10,3% p.a. mit dem ishares-ETF auf den MSCI World gekommen.“

    Ein schönes Ergebnis! Wie trackst Du den ishares World?

    Bei Fondsweb mit einer Einmalanlage 01.01.2012 komme ich auch auf 11,18 % p. a. mit dem heutigem Stichtag.

    Nimmst Du parallel Deine anderen Cash- In & Outflow`s bei diesem Benchmarking oder einen monatlichen Sparbeitrag?

  68. Avatar-M

    Div-ente

    Ich denke IZF sollte interner Zins Fuß heißen, da werden spätere Investitionen natürlich anders abgezinst, sonst wäre es auch nicht vergleichbar.

     

    @Wohnung

    Vorher Miete in Genossenschaft 62qm, 2ZKB –> 500eur warm

    Jetzt ETW, 82qm , 3ZKB –> 250€ NK + 175€ Zinsen vom DL

    Die Zinsen fallen ca. 1€ mit jedem Monat Tilgung. –> 425€ kostet also meine Miete aktuell und fällt jeden Monat 1€

    Ich bin zufrieden.

    -M

     

  69. AvatarDiv-Ente

    @-M

    „Ich denke IZF sollte interner Zins Fuß heißen, da werden spätere Investitionen natürlich anders abgezinst, sonst wäre es auch nicht vergleichbar.“

    Korrekt, aber um es vergleichbar zu machen müsste genau die identische Summe an Cash – In & Outflow`s beim theoretischen msci world berechnet werden.

    Sonst hinkt der Vergleich an der Individualität von der Höhe der individuellen Einmalanlage und den individuellen Sparsummen zum jeweiligen Zeitpunkt.

    @Wohnung

    Eigenkapital (alternativ der der msci world), Tilgung/Sparbeitrag (alternativ msci world), evtl. höhere NK-Steigerungen, Instandhaltung… es ist komplexer als diese Überschlagsrechnung.

  70. Avatar-M

    Ich denke er hat den ETF auch mit IZF gerechnet sonst wäre es natürlich Käse.

     

    @ Wohnung

    Ja es isr natürlich ist komplexer und man müsste wie du schreibst einiges mehr rein und raus rechnen.  Ich wollte damit mehr ausdrücken das der Posten wohnen bei den Ausgaben nicht teurer wurde nach dem kauf bei mir.

    -M

  71. KievKiev

    @ Thomas

    Ich hatte vor einer Zeit auch einmal überlegt, ob ich weiterhin Summen benenne oder mich besser prozentual ausdrücken soll. Suche Dir Vorbilder hier im Forum. Vielleicht gibt es manchen, der auf einem ähnlichen Weg wie Du ist. Aber schon ein paar Jahre länger unterwegs ist. Stecke Dir möglichst hohe Ziele. Du musst aber noch den Glauben haben diese erreichen zu können. Dann sind sie gerade richtig.

    Ich finde hier sehr viele nützliche Informationen. Vor kurzem hatten Albr und Daniel einen Bond besprochen. Mir waren die Renditen für so etwas viel zu mickrig. Bei einer Deutschen Landesbank und 10% Kupon ist meine Aufmerksamkeit aber doch geweckt. Ich werde es mit in  Betracht ziehen und schauen wie man danach am besten sucht. Natürlich werde ich das auch nur mit kleinen Beträgen durchführen. Es gefällt mir zumindest mehr als Immobilien Nachrang Darlehen oder osteuropäische Konsumschuldner.

  72. AvatarThorsten

    Der unbequeme arbeitsreiche Garten ist genauso pauschal wie der Ur-berliner ohne Avancen. Aber es zeigt verschiedene Aspekte einer Welt. Provokation und Argumente auf den Tisch, jeder darf sich etwas heraussuchen. Das ist so wie beim CO2 und der Klimaerwärmung. Die einen schreien historischer Unfug , die anderen Leugner oder Ketzer. Der ein oder andere kann in den Beiträgen vielleicht etwas finden wo er den Kopf schüttelt oder zustimmt. Eine Meinungsfindung oder Bestätigung. Dann haben die Beiträge hier ihren Sinn.

  73. AvatarFit und Gesund

    „Was dem Einen sin Uhl, ist dem Andern sin Nachtigall“, so oder so ähnlich 🙂

    sieht man man sehr schön hier an der regen Beteiligung.

    Ich habe meine ETW in der Schweiz, ich würde es wieder machen, aber es gab auch Zeiten da war der Hypothekarzins über 6% und ich verdiente weniger als heute, besonders am Anfang hatte ich da ein wenig Angst ob das gut kommt, ich musste mich anstrengen. Ich wohnte noch kein Jahr in der Wohnung als ich mein Auto zu Schrott gefahren habe, ich verzichtete auf ein Auto und fuhr eben mit dem Rad zur Arbeit, dabei blieb es dann, ohne Auto fühle ich mich wohl, ich könnte es mir heute längst wieder leisten.

    Von nix kommt nix, so hab ich es eben gemacht, Andere machen es anders, soll ich darüber urteilen? Wer weiss was gewesen wäre wenn ich es anders gemacht hätte? Habe ich vielleicht doch was verpasst? Wäre ich vielleicht doch noch in ein anderes Land gezogen? Müssig darüber nachzudenken in meinem Fall.

    Das Wohnungsthema ist für mich längst durch, jetzt ist das Thema Anlegen dran, in einer Woche gibt es Lohn, dann such ich mir wieder was Nettes aus und gut ist’s, Auswahl gibt es genug. Anlegen ist ja wie Haus bauen, Stein um Stein bis unter’s Dach, gute Qualität, dann hält es hoffentlich lange.

    Liebe Grüsse an Alle.

     

     

  74. AvatarThorsten

    Schön ausgedrückt. Finanzielle Freiheit Stein um Stein, dann kann man den Fortschritt sehen und am Ende  bleiben die Unwetter draußen und man sitzt drinen schön warm (also finanziell abgesichert). Der Chef hat keinen Schlüssel und wenn er wieder mal  klingelt macht man einfach irgendwann nicht mehr auf 😉

  75. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Div-Ente

    Meine regelmäßigen Sparsummen, die ich in ausgewählte Aktien investiere, werden parallel bei Portfolio Performance monatlich in den ETF gepackt.

    Ich simuliere so mein Alternativergebnis. Hätte ich also seit Januar 2012 meine Sparsummen monatlich in den ishares-ETF investiert, würde ich heute auf eine Rendite von 10,3% p.a. kommen. Und das ohne groß nachgedacht zu haben. Ein ausgezeichnetes Ergebnis.

    Mir ging es darum, zu sehen, ob ich als Privatanleger dagegen bei Aktien wirklich so desaströs abschneide, wie es viele Studien suggerieren. Dem ist nicht so.

    Und das, obwohl ich weder in Havard oder bei Goldman war, noch mit Mega-IQ ausgestattet bin. Ein bißchen Beobachtungsgabe und eine simple, stringente Strategie reichen.

    Das sture regelmäßige Kaufen und dann auch das Halten durch alle Börsenphasen hindurch, halte ich für den wichtigsten Aspekt. Etwas, dass für passive ETF-Anleger „Pflicht“ ist, bei aktiven Aktienhändlern mit „hin und her“ aber oft unter die Räder kommt.

  76. AvatarDivi-ente

    @M

    „Ja es isr natürlich ist komplexer und man müsste wie du schreibst einiges mehr rein und raus rechnen.  Ich wollte damit mehr ausdrücken das der Posten wohnen bei den Ausgaben nicht teurer wurde nach dem kauf bei mir.“

    Ja, ich will ja auch nicht die kleinkarierte Div-Ente hier geben! Die Sparsumme für die Tilgung ist halt auch gebunden.–> Vermögensbildung Immobilie.

    Jeder Mensch wie er will, bzw. versucht sein Glück zu finden bzw. sein Leben lebenswert zu gestalten!

    @Freelancer-Sebastian

    Vorbildlich! Ich denke viele Privatanleger haben Probleme damit korrekt zu rechnen!

    Viel Erfolg weiterhin!

  77. AvatarSkywalker

    Wir haben ein Haus für 600.000 gekauft und noch mal 100.000 Euro reingesteckt. Jetzt wäre es am Markt für 950.000 verkaufbar.

    Die monatliche Anuität beträgt ca 15 % von unseren Einnahmen. Die Instandhaltungskosten sind bisher überschaubar.

    EIn verlgeichbares Objekt gibt es gar nicht zur Miete, man müsste etwas wesentlich schlechteres mieten, selbst wenn Geld keine Rolle spielen würde. Keine Chance auf so ein Objekt, nicht mal etwas in der Richtung.

    Das Leben in diesem Haus lieben wir so sehr, es gibt kaum eine Entscheidung neben der Heirat meiner Frau, die meine Lebensqualität mehr gesteigert hat. Eigentlich keine.

    Daher: Wenn man es sich leisten kann UND den Wunsch hegt: Kaufen! Ich kann es empfehlen.

    Aber Tim hat recht wenn er sagt: Niemals über die Verhältnisse, eher eine Nummer kleiner als uz groß!

    Und trotzdem Aktien kaufen, das versteht sich ja hier von selbst 😉

  78. Avatar-M

    Skywalker, das „zu Hause Gefühl“ bei Eigentum wird hier kaum erwähnt. Wir lieben es ebenfalls.

    -M

  79. AvatarAntun Brcina

    He Tim

    Danke für den Beitrag! In der Schweizer kostet heute eine Eigentumswohnung mehr als 500000 Euro. Das kann sich kein Mensch mehr leisten

  80. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Divi-ente (oder Div-Ente – wie nun? 😉 )

    Danke, wünsche ich ebenso.

    @ Thorsten

    Passt schon. Ab und an ein wenig Ironie darf gerne sein. Muß man alles nicht so eng sehen.

    @ Fit und Gesund

    Deine Beiträge sind immer sehr erfrischend. In zwei Wochen setze ich auch wieder den nächsten Stein. Disney, AbbVie, Blackrock…. mal sehen.

    Alles Gute!

  81. KievKiev

    @ Skywalker

    Hast Du das Haus schon lange? Ich meine Du hattest mal den Kauf eines Penthouses in Betracht gezogen?

    Du kannst sicher günstiger wohnen. Aber das möchtest Du nicht. Ich arbeite auch etwas länger. Mein Haus möchte ich auch nicht verkaufen. Ich kann auch günstiger wohnen. Aber die Ausgabe gefällt uns allen nachhaltig.

  82. AvatarNico Meier

    @Anrtin Brcina

    „In der Schweizer kostet heute eine Eigentumswohnung mehr als 500000 Euro. Das kann sich kein Mensch mehr leisten“

    Diese aussage kann man so nicht stehen lassen. Die Preise für Wohneigentum sind auch in der Schweiz sehr regional. Wer in Zürich oder Basel arbeitet hat häufig das Gefühl auch gleich vor Ort wohnen zu müssen aber Wohnraum direkt in der City ist in jedem Land kaum bezahlbar. In der Schweiz haben wir den Vorteil, dass das Land klein und gut erschlossen ist wer in Zürich arbeitet kann seine Wohnung oder sein Haus auch im Aargau oder in der angrenzenden Ostschweiz kaufen dort sind die preise bedeutend tiefer und man ist trotzdem in weniger als einer Stunde am Arbeitsplatz!

    Des Weiteren gibt es wie schon gesagt kein Grundrecht auf Wohneigentum wer seine Kohle für teure Autos und teure Ferien raushaut, muss sich nicht wundern wenn er Mieter bleiben muss!

    In unserem Fall betragen die Jahreszinskosten für unser Haus rund zwei Monatsmieten der vorher gemieteten Wohnung!

  83. Avatarghost

    Des Weiteren gibt es wie schon gesagt kein Grundrecht auf Wohneigentum wer seine Kohle für teure Autos und teure Ferien raushaut, muss sich nicht wundern wenn er Mieter bleiben muss!
     

    stimmt:)

     

    mfg

  84. AvatarDjerun

    @Wohnung mit Domblick:

    https://m.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/haus-am-see-mit-wassergrundstueck-ideal-fuer-bootsbesitzer/1007536213-208-9754?utm_source=whatsapp&utm_medium=social&utm_campaign=socialbuttons&utm_content=app_android

     

    Hab ca. 5 sec. überlegt. Und es mir dann überlegt, dass ich nicht mein Leben lang ein Knecht der Bank sein möchte, lieber in meinem Reihenhaus zur Miete wohne und beruhigt im Sommer 3 Wochen nach Frankreich fahren kann, ohne das mir jede Pflanze eingeht.:D

  85. AvatarEx-Studentin

    @Bilbo78

    Lieber 200.000€ haben als nicht haben. Die Millionen in jungen Jahren ist schwierig und werden viele nicht erreichen. Aber z.B. mit 60 in Rente oder Teilzeit arbeiten hat doch auch schon was.

    @42sucht21

    Stimme dir zu, dass viele vor der Familiengründung ihr Geld verplempern. Mein Freund und ich erleben das öfter im Freundeskreis und fragen uns immer, wo das viele Geld hingeht. Auto, Kleidung, Möbel? Letztens hat sich ein Kumpel von ihm mit 2 weiteren selbstständig gemacht und musste 1/3 von 25.000€ für eine GmbH-Gründung aufbringen. Er hat dafür einen Kredit aufgenommen.

    Zudem steigen viele immer später ins Berufsleben ein. 1 freiwilliges Jahr hier, 1 Auslandssemester dort, gemischt mit einem abgebrochen Studium. Ich kümmere mich seit 5 Jahren um die Ausbildung in meinem Team und habe immer noch Bewerber, die älter sind als ich und eine neue Ausbildung beginnen wollen.

  86. AvatarNico Meier

    @Jenny

    Ich erlebe solche Sachen auch immer wieder. Kürzlich hat mich eine Arbeitskollegin in meinem Alter die in etwa gleichviel verdient wie ich gefragt ob ich reich wäre. Ich habe Sie dann gefragt was denn in ihren Augen reich wäre bei einem Mann Mitte 30?

    Sie meinte dann für sie sei jemand in unserem Alter reich, wenn er über ein Totalvermögen von 10’000 Franken verfügen würde. Ich musste dann schmunzeln und habe ihr gesagt, ob sie denn nicht auch über eine solche Rücklage verfügen würde was sie verneinte. Sie meinte dann das Geld sei bei ihr immer sehr knapp. Die Frau bewohnt als Single eine Dreizimmerwohnung mitten in der City hat vor einem Jahr ein Mittelklassewagen „zugelegt“ mit Leasing und erzählt mir immer wieder in welchen schicken Restaurants oder Steakhouses sie mal wieder Rindsfilet gegessen habe am Weekend.

  87. AvatarFelix

    Das stimmt, die Leute mit 2. und 3.-Ausbildung scheinen immer weiter zuzunehmen. Sie machen sich vorher keine Gedanken und fangen eine Ausbildung an, dann brechen sie ab, wechseln in eine andere usw.

    Sie haben keine Ziele und lassen sich treiben. Warum sollte es bei deren Finanzen anders aussehen?

    Inzwischen gibt es viele mit einem Sabbatjahr in jungen Jahren. Kaum nach dem Studium in den Job eingestiegen, so geht es für ein Jahr nach Südamerika.

  88. AvatarAndrea

    Skywalker, ich finde es wirklich schön, dass du über deine glückliche Ehe sprichst. ?

    Die Frage Kaufen oder Mieten ist doch wirklich sehr individuell und hängt ab von Wohnort, Lifestyle, Arbeitsbedingungen, Finanzen usw. Wir haben eine abbezahlte, große Eigentumswohnung in einer Stadt, in der Wohnungen knapp sind. Die große Wohnung haben wir, weil wir zwei Arbeitszimmer haben und damals noch mit Kindern gerechnet haben, die nie kamen. Die Wohnung liegt sehr verkehrsgünstig, so dass wir beide mit der U-Bahn zur Arbeit fahren können. Mein Mann und ich werden die Wohnung wahrscheinlich verkaufen, wenn wir älter sind, da es eine Dachgeschosswohnung ohne Aufzug ist. Danach wollen wir vielleicht zur Miete wohnen, mal schauen, wie die Situation dann ist. Ehrlich gesagt will ich nicht schon so viele Jahre im Boraus planen, es kann so viel passieren. Aber wenn wir nicht mehr arbeiten, reicht uns eine halb so kleine Wohnung.

     

  89. AvatarFabian S.

    @42sucht21:

    Danke für diesen freundlicheren Kommentar. Naja Berkshire mit einer Wette zu vergleichen kann man machen, aber eine Wette ist ja sehr negativ konnotiert, klingt nach Spekulation ein wenig. Und All-in in Bitcoin mit All-in in Berkshire zu vergleichen finde ich sehr gewagt…

  90. Avatar42sucht21

    Ein Einzelinvest all-in  in eine Aktie und sei es eine grosse Holding bleibt eine Wette oder nennen Sie es Spekulation und Klumpenrisiko. Kennen Sie noch Borgward oder Enron oder die Kaufhof AG oder Phil Holzmann oder Woolworth Grundig Telefunken AEG und was ist aus den vermeintlichen Witwen & Waisen Papieren wie die riesige Gen Electric EON RWE Deutsche Bank aktuell geworden. AOL und EM-TV war mehr Wert als Disney. Wie auch immer, ich wünsche Ihnen, dass Sie bald eine Entscheidung für sich treffen ohne auf die Meinungen Fremder angewiesen zu sein.

  91. AvatarFabian S.

    @42sucht21:

    Alles richtig. Aber ich würde bei Berkshire von einem Sonderfall sprechen, den man schwer vergleichen kann. Aber verstehe Ihre Befürchtungen.

    Naja hier um Rat zu fragen muss nicht negativ sein. Aber ich denke ich habe genug Tips bekommen 😉

  92. AvatarGuy Incognito

    Wieder mal ein sinniger Artikel von Tim. Meine Rede.

    Also, kenne auch einige, die sich für die ca. nächsten 30 Jahre überschuldet haben, weil man ja sonst den Vermieter reich macht, die Immobilienpreise in den Himmel schießen, die Kinder auch etwas haben sollen,… die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

    Ich bin kein Immobilienverächter, jedoch bin ich der Meinung dass die Immobilie auch zu den finanziellen Möglichkeiten passen sollte und man nicht blind irgendeinem Trend nachlaufen sollte, bloß weil die Zinsen niedrig sind und die Nachbarn es ja auch so machen.

    Ich z.B. besitze derzeit mit 29 Jahren zwei schuldenfreie, vermietete Apartments (mit je 6% Nettorendite!), würde mich aber niemals für 30 Jahre verschulden und mich mit jeweils einer Fußfessel an meine kreditgebende Bank und meinen Arbeitgeber binden wollen, da das Leben auch ganz anders verlaufen kann. Dazu habe ich derzeit verschiedene Beispiele:

    -Letzte Woche traf ich in der Innenstadt einen sehr netten Arbeitskollegen von früher. Dieser berichtete mir, dass zwei Monate nachdem er sein Haus fertiggebaut hat seine Firma Insolvenz angemeldet hat. Da mein Chef derzeit jedoch jemanden genau mit dieser Ausbildung sucht, bot ich ihm an, sich bei meinem Arbeitgeber zu bewerben. Ich empfahl ihn bei meinem Chef.

    -Als ich so um 2010 arbeitslos wurde, lernte ich einen anderen Kursteilnehmer in einem Bewerbungstraining kennen. Dieser berichtete mir, dass seine Frau ihn für einen anderen verließ, er gesundheitliche Probleme bekam und gekündigt wurde, was dann in einem finanziellen Desaster geendet hatte. Details habe ich ihn damals nicht ausgefragt, was aus ihm geworden ist weiss ich nicht.

     

    Habe dies mal kurz zusammengeschrieben. Was die Leute mit ihrem Geld, oder das der Bank machen ist mir allerdings Schnuppe. Sind ja alle Erwachsen.

  93. AvatarSkywalker

    @kiev: das Haus haben wir noch nicht lange und es ist schöner als das Penthouse 🙂 und ich bin froh ein Haus gekauft zu haben mit Grundstück und Garten und keine Wohnung. Es war ein Glücksgriff weil ich es sich kurzfristig ermöglicht hat meiner Meinung nach unter Marktwert.

     

    @Andrea: die glückliche Partnerschaft ist das Beste was einem passieren konnte. Das ist nicht selbstverständlich, man muss sich immer klar machen dass man das Lebensglück nicht gepachtet hat und auch nicht 100% in der Hand hat.

  94. AvatarAndrea

    Skywalker, ja, es gibt Dinge, die wichtiger sind als Aktien und Immobilien. 🙂 Es stimmt, man hat es nicht immer in der Hand, kann nur sein Scherflein dazu tun, dass beide glücklich sind.

  95. AvatarDaniel

    Ich habe den glücklichen Umstand mir über derlei Dinge keine Gedanken machen zu müssen. Mein Opa hat dieses Haus in den frühen 50er Jahren gebaut, war immer ein Mehr-Generationen-Haus, dort wo früher meine Eltern gewohnt haben (in den oberen beiden Etagen) und meine Großeltern die unteren Etagen hatten, wohne nun ich und meine Eltern sind nach unten gezogen. Alle Kosten die das Haus betreffen werden geteilt, da es keine einzelnen Zähler gibt.

    Wäre das alles nicht vorhanden würde ich aber Mieten. Ich sehe täglich wieviel Arbeit das große Grundstück macht, Gartenarbeit ist auch nichts was für mich entspannend oder toll ist, vielleicht sieht man das anders wenn man aus der Stadt kommt und den Mist nicht schon seit Kindheit mitmachen musste.

    Viele Haus oder Wohnungskäufe sind schöngerechnet und eher ein Klotz am Bein als was anderes. Auch das Argument „ich spare ja die Miete“ läuft bei vielen komplett ins Leere. Es sind meist Pärchen die vielleicht jeweils vorher ne kleine 60m² Bude hatten und da ihre 800-1000€ Warmmiete gezahlt haben. Also sprich, ca. 12000€ im Jahr miete. Jetzt sind viele dieser Freunde die ähnlich gelebt haben in ihr neues Heim gezogen, natürlich das Haus im Grünen und man wundert sich, dass schon allein die Zinsen auf die Hypothek (also quasi der virtuelle Vermieter) und die ganzen viel höheren Nebenkosten angefangen bei Wasser/Strom/Gas/sonstige Steuern, sonstige Versicherungen, Instandhaltungen usw. auf die gleichen Summen rauslaufen wie ihre vorherige Mietwohnung, wenn nicht sogar teurer. Klar, es ist auch ein vielfaches an Platz vorhanden, davon wird das Depot aber nicht voller, die Abhängigkeit nicht geringer und das Vermögen nicht größer.

    Bezüglich Flexibilität: Hängt wohl vom Standort ab, es würde mich hier keine Zeit kosten um hier auf dem Land eine gute und große und günstige Mietwohnung zu bekommen.

  96. Avatarvonaufdenboden

    @Sven

    Mich würde ja mal interessieren wer von den Minimalisten und/oder Eigenheimgegnern Familie hat. Alleine dadurch bin ich sowieso in meiner Region gebunden. Ob mit Eigenheim oder zur Miete. Die Flexibilität besteht mit Familie auch nur auf dem Papier, da kein vernünftiger Mensch seine Kinder aus dem gewohnten sozialen Umfeld rausreißen würde.

    Es gibt auch für Familien mit Kinder viele Gründe den Wohnsitz zu wechseln. Deinem Kommentar zufolge sind diese Menschen „nicht vernünftig“.

    Ich kenne sehr viele solche Familien und kann das nicht bestätigen. Auch wir sind schon umgezogen und sind im Grunde recht vernünftige Menschen.

    Aber anscheinend hast du andere Erfahrungen gemacht, ansonsten würdest du so einen Schwachsinn wohl nicht schreiben.

    Gruss

    vonaufdenboden

  97. AvatarEx-Studentin

    @Guy Incognito

    Das Trnnungsrisiko wird von den Leuten oft unterschätzt. Hab auch ein paar Kollegen & Bekannte, die sich mit ihrem Eigentum rumärgern. Der Klassiker: Große Wohnung / Haus wird gekauft, nach der Trennung will eigentlich keiner dort wohnen bleiben, aber bei einem Verkauf drohen Verluste.

    Aber muss jeder selbst wissen. Gleichzeitig gibt es auch viele, die von den Eltern Eigenkapital geschenkt bekommen.

     

  98. AvatarIceman

    Kaufen oder mieten ist eben Geschmackssache.

    Ebenso ob man innerstädtisch oder am Land wohnen will.

    Ich glaube von der Bundesbank gibt es ein Buch über die finanzielle Lage privater Haushalte in Deutschland. Das Buch kann kostenlos bestellt werden.

    Dort steht drin, das Käufer vom Eigenheim ca. 4-6% mehr Vermögen haben nach dem abzahlen des Darlehens. Ob oder wie der Mieter sein Geld anlegt weiß ich leider nicht mehr.

    Die Anzahl der Mieter, welche diszipliniert an der Börse sind und dort fürs Alter vorsorgen wird sich sehr in Grenzen halten auf ganz Deutschland gesehen.

    Zudem hat jeder Deutsche unabhängig vom Verdienst ca. 36.000€rücklagen, mehr ist es leider nicht. Was wie ich finde schon einiges aussagt.

     

  99. AvatarAli

    Heutzutage würde ich mir auch kein Eigentum zulegen weil Preise einfach total überzogen sind,das sah vor 15 Jahren ganz anders aus ich kann mit Gewinn verkaufen wenn ich möchte aber mache es nicht denn wenn man mal Alles gegenrechnet wie Kaufpreis,Notar,Steuern und Werterhaltung bin ich als Eigentümer auf jeden Fall viel besser dran als jeder Mieter in meinem Umkreis.

  100. AvatarGuy Incognito

    @Ex-Studentin

    Auch bei geschenktem Eigenkapital wäre ich sehr vorsichtig, meistens wird von Familienangehörigen das Geld geschenkt, unter der Voraussetzung, dass man auch ein Haus kauft, weil, man ahnt es, sie es ja auch so gemacht haben. Wenn man’s nicht macht, wird es sehr schnell als Angriff auf ihr Lebensmodell angesehen.

    Das Trennungsrisiko wird tatsächlich sehr oft unterschätzt und die Finanzierung über mehrere Dekaden ist deshalb auch extrem riskant. Ich kenne relativ viele Ehen die in die Brüche gegangen sind. Aktuell erzählten mir zwei verheiratete Kolleginnen, dass sie in ihrer Ehe sehr unglücklich seien, ja, jeweils mit Eigenheimen und Neuwägen. Finanziert.

    Im Grunde kann man zum Eigennutz kaufen, jedoch muss man es sich wirklich leisten können. Ein Haus in den meisten Fällen nicht wirklich gebraucht, mein Arbeitskollege berichtete mir, dass er schon seit einem Dreiviertel Jahr nicht mehr im ersten Stock seines Einfamilienhauses war. Lustig fand er meinen Vorschlag das Haus zu einem Laufhaus umzubauen und Miete von den Damen zu kassieren. 🙂

  101. Der BaumDer Baum

    Guten Morgen,
    OT: kann mir jemand den mathematischen Hintergrund erklären, der bei der Abzinsung zum tragen kommt?

    Ich lese Grad “ University of Berkshire Hathaway“ und frag mich wie schon so oft, was genau die Idee hinter der Rechnung ist, die OwnerEarings bzw. den free Cashflow durch den langfristigen Leitzins zu teilen.

    Bsp.: Siemens hat einen Free Cashflow von 5 Mrd., wenn ich jetzt den Leitzins von 3.25% nehme, dann habe ich einen intrinsischen Wert von ~154 Mrd.. Möchte ich eine höhere Rendite passe ich den Abzinsungsfaktor an.

    Was ich aber nicht verstehe, was ist hier der mathematische Hintergrund?

    Danke Grüße Baum

  102. AvatarJan Cux

    Wir haben 2007 eine 140m² Wohnung im Rhein-Main Gebiet für 192 TDM gekauft. Die ersten 10 Jahre haben wir nur 30 TDM getilgt aber nach 10 Jahren kam die Umschuldung. Vorher 1% Tilgung/5% Zins, jetzt 5% Tilgung/1,3% Zins. Zudem die Möglichkeit 10% Sondertilgung pro Jahr zu nutzen. Das habe ich auch so geplant und wenn wir das durchziehen, ist das Ding in 5 Jahren abbezahlt.
    Ich habe ein Kind und bin verheiratet. Wir haben beide ganz gut bezahlte Jobs und wollen nicht umziehen.
    Mit diesen Parametern ist ein Eigentumswohnung eine ganz gute Anlage. Letztlich ist es immer eine persönliche Entscheidung. Bis zur Rente, und darüber hinaus, einen Kredit abbezahlen ist für mich jedoch auch keine schöne Perspektive.

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