Du bist jung. Du strengst Dich in der Karriere an. Du hast einen Nebenjob. Du investiert wie ein Weltmeister


New York, 5. Juli 2018

Statt Plunder zu kaufen, kümmerst Du Dich um Deine Karriere. Eventuell machst Du einen Nebenjob. Dann kannst Du investieren wie ein Weltmeister. Mit der Zeit nimmt die Freiheit zu. Und der Stress nimmt ab. Lass die anderen shoppen wie die Blöden.

Ideal ist es, wenn Du als Kind oder Jugendlicher schon lernst, wie Du Geld verdienst und investierst. Das kann Dein Leben angenehmer machen. Die Mittelschicht kämpft ein Leben lang ums Geld. Sie möchte in immer größeren Häusern leben. Sie träumt ständig von tolleren Autos und Urlauben. Die Träume sind aber größer als der Geldbeutel hergibt. Am besten lernst Du daher mit den Träumen und der Realität umzugehen.

Du lernst, wie Du Geld verdienst. Du hast die richtige Einstellung früh gelernt. Du bist für das Leben gewappnet. Selbst wenn Deine Familie aus der Unter- oder Mittelschicht kommt, kannst Du smartes Investieren und Geldverdienen früh lernen.

Mein Rat ist eine Karriere zu wählen, mit der Du gutes Geld verdienen kannst. Was nutzt eine brotlose Kunst? Investieren ist viel einfacher, wenn Du Deine Rechnungen sorgenfrei pünktlich bezahlen kannst und einiges am Monatsende vom Einkommen übrig bleibt.

Noch besser ist: Du hast einen kleinen Nebenjob. Selbst wenn es etwas Langweiliges ist. In einem Café oder als Kassierer in einem Lebensmittelgeschäft. Die meisten Jobs sind gut am Abend oder Wochenende zu bekommen. Webdesign, Dog Walker, Renovierungsprojekte etc. bieten sich auch an. Als ich meinen ersten Job hatte, hatten etliche Freunde wie ich einen Zweitjob. Bedienung im Biergarten oder so etwas. Kindermädchen oder Babysitter. Wenn Du jung bist, fällt es Dir leichter. Das ist die Zeit, um volle Kanne zu investieren.

Ja, es kann nervig sein. Aber es ist viel einfacher, mit einem zweiten Job das Haupteinkommen zu ergänzen – nicht weil Du es brauchst, sondern nur um die Freiheit aufzubauen. Die Fähigkeit, einen schlechten Chef oder eine schlechte Arbeitsumgebung zu verlassen, ist unbezahlbar.

Ich lebe ziemlich günstig auf kleinem Wohnraum in New York. Ich hab keinen Keller oder Stauraum. Ich hab keinen Platz für Plunder, was gut ist. Das spart Zeit, Nerven und Geld.

Oft fragen mich Leute, was besser ist: Mieten oder Eigenheim? Das ist nicht pauschal zu beantworten. Wenn Du ausreichend Liquidität hast, kann ein Eigenheim Sinn machen. Aber der Immobilienmarkt ist gerade in Deutschland verrückt gelaufen. Ich sehe keinen Grund, eine enorme Prämie auf ein Haus zu bezahlen, weil der Markt gerade oben ist.

Fühlst Du Dich genauso? Du denkst, die Preise sind Dir davon gespurtet? Sind die hohen Preise die neue Norm geworden? Kann keine Korrektur mehr in Deutschland kommen? Einige hassen es zu mieten. Deren Gemütslage ist gestresst. Sie denken, dass sie Geld im Ofen verbrennen. Aber diese Leute zahlen ja oft keine irren Mieten.

Klar, darf man nicht unterschätzen, wie günstig die Hypothekenzinsen sind. Sie sind historisch niedrig. Zinsen für Kredite auf Sicht von 20 oder 30 Jahre machen einen großen Unterschied.

Sei zufrieden mit dem, was Du hast. Es ist wichtig, jeden Moment zu genießen. Ernähr Dich gesund. Denk dran, ausreichend Sport zu machen. Vermeide Stress. Kümmere Dich aktiv um Deine Gesundheit. Dann hast Du mehr von Deiner Zukunft.

Übrigens ist es so, dass clevere Anleger sich mehr Sorgen machen, wenn die Börse durch die Decke geht, als wenn sie fällt. So zum Beispiel Value-Jäger Seth Klarman. In einem Interview mit dem „Barrons“-Magazin (PDF) sagte er 1991: Er sei entspannt, wenn die Börse crashe. Aber nervös, wenn sie auf neue Rekorde steige. Klarman ist wie Warren Buffett: Sehr diszipliniert. Beide halten enorm viel Cash in steigenden Börsenmärkten. Ihre Zeit kommt, wenn die Börse einbricht.

Buffett wollte Klarman als seinen Nachfolger ernennen. Doch lehnte der Milliardär aus Boston dankend ab. Buffett ist ein großer Fan des 61-jährigen Hedgefondsmanns. Dessen Baupost Group ist der einzige Hedgefonds, den er bewundert.

Die Bewertungen sind nach 10 Jahren Bullenmarkt schon etwas üppiger (JPMorgan-Studie als PDF). Trotzdem steige ich nicht aus. Ich behalte meine Aktien für die Ewigkeit. Sie sollen mir ein angenehmes Leben ermöglichen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Du bist jung. Du strengst Dich in der Karriere an. Du hast einen Nebenjob. Du investiert wie ein Weltmeister

  1. Mike

    Der Titel lautet ja „du bist jung…“ und ich würde auch sagen als älterer Hase, dass Aktien wenn man jung ist unschlagbar sind, am besten regelmässig in einen Sparplan, wer nicht gerade jetzt jung ist und viel erbt, dem würde ich sogar in der jetzigen Zeit noch empfehlen gleich sofort mit Investieren zu beginnen, wer tatsächlich das Glück hat jetzt, jung ist und eine grössere Erbschaft, da würde ich sicherlich wegen der hohen Bewertung nur ein Teil investieren und mit dem Rest abwarten, um in einer Korrektur oder Crash dann günstig aufzustocken.

    Die Frage Eigenheim oder Miete hatten wir hier ja schon öfter diskutiert, ich denke gerade wenn man jung ist lohnt es sich, etwas günstiges zu mieten oder in eine WG zu ziehen oder irgendwo ein Zimmer zu mieten, so hatte ich das während dem Studium auch gemacht. Sicherlich wäre es auch bequem, im Hotel Mama zu bleiben, aber ich finde es gut, wenn man schon recht jung raus geht, auch wenn es etwas kostet, man lernt so schneller den Umgang mit Geld.

    Später kommt dann vielleicht die Entscheidung Eigenheim oder Miete, es gibt Pro und Kontra. Die andere Frage ob Aktien oder Immobilien stellt sich vielleicht auch, doch meist ist es leider so, dass diese recht stark korrelieren, sind die Aktien teuer sind auch meist die Immobilien teuer und umgekehrt, gerade in der heutigen Zeit, ist das Geld günstig sind fast alle Assetklassen oben und umgekehrt.

  2. Thorsten

    Der Immobilienmarkt hat nur nachgeholt was 20 Jahre stagnierte. Im internationalen Vergleich sind Deutsche Immobilien preiswert. Der Markt holt Luft, dann geht es weiter wie bei den Aktien.

  3. June

    Hallo Tim,

    die Realität sieht leider anders aus. Ich habe eine junge Kollegin, sie spart sehr fleissig auf ihr Tagesgeldkonto. Aber an Aktien traut sie sich nicht heran. Auch ETF‘s sind ihr suspekt. Dabei hat ihr ihre Oma einen Fonds vererbt. Aber da sie sich damit nicht auskennt, dümpelt er bei der Bank vor sich hin. Bei ihrer Sparkasse war sie auch schon, aber der Banker konnte sie zum Glück nicht von seinen Fonds überzeugen.

    Ich habe ihr heute vorgeschlagen, die Sache mit den ETF‘s mal mit 50 € pro Monat auszuprobieren. Jetzt überlegt sie. Denn 50 € sind ja eigentlich nur einmal im Monat Essen gehen. Das Geld kann sie leicht verschmerzen.

    Als ich ihr sagte, dass aufgrund der Inflation ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto jedes Jahr weniger Wert ist, hat sie ganz große ungläubige Augen bekommen.

    Ein wenig bedenken, habe ich schon bei ihr, denn im Gegensatz zu meiner Tochter, hat die junge Frau niemanden, der sie im Fall eines Crashs vom verkaufen abhält.

    Take care,

    June

  4. Thorsten

    Die Frage, ob Immobilien teuer sind muss von der Frage getrennt werden, warum sich viele keine Immobilie kaufen können. Deutschland hat die zweithöchsten Steuern in den OSZE-Ländern. ‚Teuer“ ist immer relativ vom Betrachter. Es besteht keine Immobilienblase, was gebaut wird, wird verkauft und bezogen. Bei einer Blase hätten wir Leerstände.

  5. Mike

     „Es besteht keine Immobilienblase, was gebaut wird, wird verkauft und bezogen. Bei einer Blase hätten wir Leerstände.“

    Sehe ich anders, die höchsten Leerstände hat man jeweils während/nach einem Immobiliencrash, die tiefsten Leerstände am Höhepunkt einer Blase. Angebot und Nachfrage. 2009 gab es in USA enorme Leerstände, die Preise waren am Boden, weil niemand mehr kaufen wollte/konnte.

  6. Leser

    Im Osten hat man die Plattenbauten abgerissen, obwohl noch nicht alt und noch bewohnbar. Aber die Leute hat es in den Westen getrieben. Insofern eine künstliche Beatmung des Marktes um die Preise hoch zu halten. Nun hat man die Situation geschaffen in der die wohnhafte Bevölkerung massiv wächst. Es wird und muss massiv in den Wohnungsmarkt investiert werden. Ob Luxuswohnung oder Platte ist egal, Hauptsache das Amt zahlt.

    Entsprechende Kreise mit Beziehungen zur Politik reiben sich die Hände. Aber ich wäre vorsichtig das auf Normalbürger zu projizieren. Der wird immer verarscht und bekommt bestenfalls steigende Grundsteuern zu spüren.

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ June

    Gut, dass Du es ihr das erklärst. Die Angst ist das Problem. Einfach stetig reinsparen. Und: Immer wenn was übrig ist, Aktien/ETFs zusätzlich kaufen. Egal, was gerade an der Börse los ist.

    Übrigens benutzt jemand Einmachgläser oder Soßengläser zum Trinken?

    In den USA gibt es so viel Plastik überall.

  8. Der Baum

    @ Tim: Ich benutzt schon lange auf jeder Party ein Einmachglas als Trinkbecher. Nicht nur aus Umweltgründen, vor allem weil man es verschließen kann und nichts reinfliegt. 🙂

    Und wenn mans mal vergisst oder es kaputt geht ist es auch nicht so schlimm.

    Grüße,

    der Baum

  9. Thorsten

    @Mike das mag auch Definitionssache sein. Die Preise liegen in USA immer noch sehr hoch und werden von denen in Australien übertroffen. Deutschland bewegt sich auf einer Geraden mit sehr schwächer Steigung, kein Ausbruch,  keine Blase. Dass es subjektiv und für den einzelnen objektiv zu teuer wird steht auf einem anderen Blatt. Die Medien vermischen das und bestätigen damit die lokale Einschätzung in Deutschland. Andere Nationen kaufen gerade billig in Deutschland ein, seit Jahren schon.
    Artikel von 2014 : http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/immobilienpreise-in-deutschland-sind-niedrig-13158653.html

    Die Leerstände gab es in meiner Erinnerung auch schon während der Blase, es wurde gebaut und gar nicht erst bezogen/vermietet, da man nach wenigen Monaten noch teuerer weiterverkaufen wollte. Das kann ich hier nicht beobachten, der Bedarf ist da , die Leute ziehen ein.

  10. Mike

    @Thorsten

    Ich meinte die Immobilienpreise in USA 2008/2009, aber auch da gab es grosse Unterschiede, in New York Manhatten war es nie wirklich billig, aber andere Regionen schon enorm. Bezüglich Deutschland, ich habe nicht gesagt dass wir eine Blase sehen (das weiss man immer erst wenn sie geplatzt ist), ich meinte nur die Definition, Leerstand entsteht immer wenn die Nachfrage zurückgeht, und (oft verzögert) sinken dann auch die Preise.

    Hier kann man Lebenshaltungskosten verschiedener Länder vergleichen, auch Mietpreise, ich lebe in der Schweiz da ist eigentlich fast überall alles günstiger, muss man sich schon überlegen ob man eines Tages auswandert

    https://www.numbeo.com/cost-of-living/compare_countries.jsp

  11. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    also das nicht, aber ich sammle alle „Bon Maman“ Konfitüre Gläser zum selber Marmelade machen (lassen).

    Wenn ich beim Kumpel in KA bin, dann fahren wir meist nach Lauterbourg rüber in den Carrefour einkaufen. Da gibt es die Feigenkonfitüre für 1,69 oder so. Bei uns gibt es die inzwischen auch, aber einen Euro teurer und dünner und süßer.

    Da nehme ich dann immer einige Gläser mit. Habe die (leeren) Gläser zu kaufen gesehen als Einmachgläser, da haben sie leer fast einen Euro gekostet.

    Trotzdem rechnet sich das nicht wirklich vom Sprit her, aber er hat kein Auto und dann kann er mal ordentlich einladen. Im Sommer gibt es ja auch noch den Badeweiher.

    P.S. Habe jetzt mal versucht ein Bild einzubinden. Im Editor zeigt es mir das auch an, aber jetzt erscheint es doch nicht.

    MS

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Der Baum

    @ Mike

    nutzen also mehr.

    @ Matthias Schneider

    Schöner Ausflug. Toller Baggersee.

    Seltsam, dass das Foto nicht hochgeladen wird.

  13. Thorsten

    @Mike ich habe auch keinen kompletten Durchblick bei Immos, ich sehe nur, dass es Leute mit dem notwendigen Geld gibt einzuziehen. Ich  kann immer noch nicht verstehen, warum Leute so teuer kaufen wollen. Die Wohnung über 2Etagen gegenüber 465.000 Euro, vor 10 Jahren. Damals gab es ja noch Häuser für das Geld. Die Wohnung dürfte inzwischen fast das Doppelte kosten.

  14. Obama

    @Tim: Danke für den täglichen Artikel. Ist ja fast wie Weihnachten im Sommer :;)

    Jung bin ich nicht mehr, aber investieren tue ich trotzdem regelmäßig.

    Dafür ist mein Sohn noch jung (13) und er investiert monatlich in Berkshire, Microsoft und Amazon. Seine erste Einzelposition ist Apple (vor 2 Jahren). Sein Depot wächst und wächst; am Wochenende trägt er Zeitungen aus, damit er seine Sparpläne inkl. Taschengeld bedienen kann.

    Sein ganzes Konfirmationsgeld hat er auch investiert.

    Beste Grüße @all !

  15. Fabian S.

    Hallo Tim, ich liebe Deine Artikel,

    ich möchte auch bem nächsten Crasg gern „Ewigkeitsaktien“ kaufen, aber vorher hoffe, dass die Rekordstände von Ende Januar nochmal wiederkommen um meine „Normaloaktien“ verkaufen zu können, um Liquidität dann zu haben….

     

  16. K.

    Bzgl. Gläser.

    Früher (in meiner Kindheit) gab es schöne Senfgläser mit kindgerechten Figuren drauf. Die wurde dann auch als Gläser über Jahre weiter verwendet. Erst später erkannte bzw. erfuhr ich das meine liebsten Kindergläser eigentlich Senfgläser waren.

    Ja, das mit dem Plastik ist schlimm. Obwohl wir darauf achten, wenig Verpackungsmüll zu „produzieren“ oder mitzukaufen, steigt der Bedarf an gelben Säcken (für den Plastikmüll, der darin abgeholt wird) auch in unserem Haushalt. Immer noch wenig, im Vergleich zu den Nachbarn mit gleichen Familien/Personen-Größen, aber er steigt.

    Viele Grüße,
    K.

    (der sich gerade überlegt ob er Einzelaktien einer Firma kauft, die seit kurzem an der Börse ist, von deren Produkten er überzeugt ist, oder doch „nur“ einen ETF aufstockt…. Leider fehlt die Glaskugel für die Zukunft.)

  17. Fabian S.

    Toll, dass die Rechtschreibfehler nicht mehr korrigiert werden können, wenn ein Folgekommentar kommt! 🙁

  18. Kiev

    @ Obama

    Herzlichen Glückwunsch! Manchmal trifft man im Zuge der Recherche von finanzieller Freiheit auf Themen wie geistige Blockaden, die einem bei dem Aufbau eines Vermögens im Weg stehen. So wie Du es darstellst hat Dein Sohn hingegen bereits prägende positive Einstellungen verinnerlicht. Auch wenn bei ihm vielleicht eine Phase des Konsums ausbrechen sollte, wird er hoffentlich wieder zu seinen vermittelten innersten Werten finden.

    Begleite Deinen Sohn durch einen vielleicht auftretenden Crash hindurch und versuche ihm den wahren Wert des Vermögens zu vermitteln. Und vergesse nicht uns zu berichten wie Du das genau anstellst oder versuchst und welche Beobachtungen Du machst. Ich nehme hier gerne Ratschläge entgegen.

  19. Aktienanfänger

    Hallo,

    ich würde gerne mal eine Frage in die Runde werfen wenn möglich:

    Ich spare zur Zeit 500 Euro per Aktiensparplan (aufgeteilt in verschiedene Unternehmen). 100 Euro habe ich jetzt durch ne Gehaltserhöhung mehr zur Verfügung. Ich bin am überlegen, ob ich die 100 Euro zusätzlich in die Sparpläne aufnehme oder als Sondertilgung für mein Hausdarlehen jährlich 1.200 Euro einzahle. Was würdet ihr machen?

     

  20. Ralf

    Kommt auf die Tilgungsrate und angepeilte Abzahldauer an. Tendenziell würde ich eher tilgen.

  21. Kia

    Ich habe auch keine Glaskugel aber Siemens Healthineers würde ich nicht kaufen. Ich finde die viel zu teuer und erinnert mich an Infineon, welche man dann in der Korrektur 2008/2009 für ein paar Cent kaufen konnte. Infineon hat sich zwar wieder gut gemacht aber den Ausgabepreis nicht mehr erreicht.

    gutes überlegen!

  22. MrHappy

    Ich stimme dir bei vielem zu, aber einen Job oder Studium hauptsächlich des Geldes wegen zu machen, halte ich für einen der größten „Lebenszeitverbrenner“. In meinen Augen ist Geld letzten Endes auch nur ein Mittel für mehr „effektive Lebenszeit.“ Bei deinem Vorschlag tausche ich Lebenszeit jetzt gegen zukünftige ein. Sehe ich sehr kritisch.

  23. Thorsten

    @Aktienanfänger

    Sondertilgungen sind normalerweise genau jährlich einmal möglich. Ich würde sondertilgen.

    Mir wäre eine geringere Restschuld zum Jahresende wichtiger als ein steiles Depotvolumen, das durch Börsenschwankungen evtl. auch nicht jedes Jahr so hinhaut. Der Zinseszins zieht eben auch bei Schulden , eine Sondertilgung hat bei mir auch immer eine niedrigere monatliche Belastung zur Folge gehabt. Die Differenz von der alten monatl. Belastung zur neuen würde ich seelenruhig als ETF sparen. Schulden runter, Sicherheit rauf, monatl.  Belastung runter, Sparrate hoch, Depot hoch, repeat every year.

  24. Bernd

    Ich habe mich dazu entschieden keine Sondertilgungen mehr zu machen. Der Zins liegt bei 1,75 %. Da erhoffe ich mir durch meine Unternehmensbeteiligung eine bessere Rendite. Es hängt also vom Einzelfall ab. Wie hoch ist der Zins? Wie lang ist die Zinsbindung? Kannst Du mit Schulden leben? Wie verhälst Du Dich im Crash?

    Gruß

    Bernd

  25. K.

    @KIA

    ist ist nicht Siemens Healthineers.

    CTSO / Cytosorbents
    Ich sehe seit ein paar Jahren enige Produkte live und mit gutem Erfolg im Einsatz.
    Gilt vom Preis her vermutlich als Pennystock 🙂
    Der GarnixGuru hat auch ein paar Blogposts dazu veröffentlicht.
    Die Frage ist, was macht die Konkurrenz oder zukünftige Konkurrenz. Das kann ich nicht abschätzen bzw. da fehlt mir der weitere Einblick. Bis dato haben sie einige USPs.

    Alternative wäre ein ETF aufstocken oder meinen 3M-Bestand.

    @Aktienanfänger
    Wenn ich Kredite hätte, würde ich auch Sondertilgen. Da stimme ich Thorsten zu.

    Grüße,

    K.

  26. K.

    @KIA

    Von Siemens Healthineers bzw. Siemens sehe ich subjektiv im Medizin-Alltag zu wenig Produkte, von MRTs mal abgesehen. Meine 2ct.
    Auch einige Analysen zum Start waren skeptisch.

  27. Kia

    @K

    Oje, lag ich total daneben.

    CTSO mit 9,74€ sind aber kein Pennystock. 🙂 Wenn du das Produkt kennst und überzeugt bist. . . Dritte Möglichkeit die Summe auf ETF und CTSO aufzuteilen.

    Viel Erfolg!

    P.S. Bei Siemens Healthineers denken wahrscheinlich viele an Infineon und dann an Qimonda.

  28. -M

    @Fabian

    welche normaloaktien hast du denn, welche du gegen „ewigkeitsaktien“ eintauschen willst ?

    Du betreibst übrigens eine milchmädchenrechnung…wenn du nicht überzeugt von deinen jetzigen Unternehmen bist, kannst die auch sofort verkaufen und in Unternehmen investieren von denen du total überzeugt bist. Zu warten bis evtl ein alter stand wieder erreicht wird ist unlogisch.

     

    wegen immo tilgen: da muss jeder wissen wie gut er schläft denke ich mal.

    Ich bisher nichts sondergetilgt, aber auch 15 Jahre Festschreibung und zahle 1,4% mit 2% tilgung.

    mit meinem Depot glaube ich auch langfristig besser zu fahren, jedoch habe ich auch noch 2 Bausparer die zuteilungsreif sind und Cash in der Hinterhand mit dem ich künftig nach Festschreibung groß sondertilgen könnte, oder im Crash dick investieren könnte. Halte mir alles offen.

    -M

  29. Fabian S.

    @-M:

    Naja halte seit 2011 bzw. 2012 insgesamt 14 versch. Unternehmen hauptsächlich europ. Unternehmen aus dem Ausland und einige Deutsche wie BASF, BMW, Eon etc…

    Würde langfristig gern die größten Buffett Positionen kaufen und eben ewig halten.

    Wieso sofort verkaufen? Das ist doch Blödsinn? Es macht doch mehr Sinn zu hohen Kursen zu verkaufen und billig einzukaufen. So läuft ja das originale Value Investing nach Graham! Warren Buffett hat es nur modifiziert und achtet mehr auf Qualität, aber das hat auch mit seinen Investionsvolumina zu tun, weil er zu groß ist!

  30. -M

    Fabian

    Und wann ist der Kurs hoch zum verkaufen? Dann sind die Titel die du dann kaufen magst auch noch.

    Dann das nächste Problem. Du hast verkauft und wartest nun auf günstigere Kurse.

    Wann ist das der Fall? Kommt es bald? Steigen die weiter nach dem Verkauf?

    MARKET TIMING funzt nicht weil keiner weiß was der Markt macht

     

    Deshalb schreib ich, dass wenn du von anderen mehr überzeugt bist, auch jetzt schon wechseln könntest.

    Noch ein punkt: fällt morgen alles zusammen, ärgerst du dich noch mehr Unternehmen zu besitzen die du nicjt ewig halten willst.

    -M

  31. Andreas

    Ja das ist wirklich nicht logisch Fabian:) Und für Value Investing müsstest du selbst wissen, welchen Wert du bei einem Unternehmen siehst, das hat erstmal gar nichts mit dem Kurs zu tun.

    Und warum willst du denn BASF verkaufen? Ist doch ein Klassiker als Aktie für die Ewigkeit:) Und aus meiner Sicht jetzt deutlich attraktiver als Buffets Coca Cola;)

  32. Thorsten

    @ Bernd

    Das kann ich nachvollziehen.  Ich hatte jedoch kein regelmäßiges festes Einkommen und die Zinsen waren damals höher (4 bis  5 Prozent). Ich glaube selbst dann würde ich reinklotzen, um die monatl. Belastung runterzudrücken. Angefangen hatte ich mit 1200€ pro Monat, also etwa mehr als die Miete. Am Ende waren es noch  800€ pro Monat, deutlich niedriger als die Miete. Mieten könnte ich mir heute  nicht mehr leisten, meine Hütte würde ca. 1500 oder mehr (?) kalt kosten. Cash Flow hatte bei mir immer Priorität, ich kann nicht sagen warum, egal. Andere optimieren ihren Buchwert oder versuchen es mit Timing bei Aktien

  33. Thorsten

    @Tim Bei dem Foto wird mir schwindlig,  ich sehe mich , wie ich bei dem Versuch aus dem Laden zun kommen an den roten Einkaufswagen stoße,  die Frau aufschreit und ich die Kleiderstange beim Fallen runterreiße  😉

  34. K.

    @Kia

    Für mich ist CTSO auch kein PennyStock 🙂 Aber für manche Broker vielleicht…. Siehe hier:

    2015 habe ich ein paar US-Aktien gekauft. So Monatsausschütter. Keine großen Beträge, sondern einfach mal nur so „zum sehen“ und schauen wie das läuft. Und auch keine Unbekannten, wie ich denke. Monatsausschütter kannte ich bis dahin nicht. Nur Quartals-/Halbjahres-/Jahres-Ausschütter.

    Diese Aktien waren im Bereich von ca. 10-30 EUR / Stk, so aus dem Stegreif. Also weitaus höher als die heutigen 9-10 EUR bei CTSO.
    Nach der Aufgabe der Kauforders kam ein Rückruf der (Direkt)Bank, ob das wirklich so gewünscht sei. Sie sind angehalten nochmal nachzufragen, weil solche Preisklassen in Bezug auf den Aktienkurs pro Stk. gelten als PennyStocks und da bei PennyStocks sind ja oft Verluste sehr hoch. Deshalb die Nachfrage des Brokers.
    Bei klassischen PennyStocks wäre das m.M.n. auch sicher berechtigt gewesen, aber sicher nicht bei solchen Aktien und solchen Kursen, die schon länger in den Bereichen waren / sind.
    Wir reden hier von: Gladstone Commercial, AGNC (ehm. American Capital Agency Corp.), Whitestone REIT, Sabine Royalty Trust Reg. Units of Benef. Int. o.N., Annaly Capital Management Inc., Monmouth Real Estate Inv.Corp. ;
    Wie gesagt, 2015. Wer weiß wie der Broker heute reagieren würde.

    Würde ich heute so nicht mehr kaufen bzw. wenn dann mit größeren Summen und nicht nur 1-2 Stücke pro Position. Wie gesagt ist und war zum sehen. Orderkosten hin oder her.

    Die Dokumentation der Ausschüttungen geht mir auf Grund der „kleinen Beträge“ sogar eher auf den Keks. Immer wieder denke ich trotz Orderkosten an Verkaufen und „Umschichten“ in andere Aktien, wo sich die absoluten Beträge „mehr lohnen“ zum dokumentieren.
    Da finde ich die Idee von (ich glaube) Matthias Schneider von letztem oder vorletztem Jahr nicht schlecht, alle Ausschütter auf mindestens 10 EUR Ausschüttungssumme pro Monat zuzukaufen.
    Aber ich denke, heute würde ich eher andere Aktien kaufen, deren Geschäfte ich „mehr verstehe“ bzw. die man eher kennt (Burggraben,…) oder eben gleich einen meiner ETFs aufstocken.

  35. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @K,

    solche Werte als Penny-Stocks zu bezeichnen ist natürlich grober Unsinn. Das sind vor Jahren in DE vielleicht noch einigermaßen unbekannte Unternehmen gewesen, Deshalb bist Du vielleicht angerufen worden, ob Du wirklich weißt, was Du da machen willst.

    Für mich sind nach wie vor Pennystocks Werte, die unter 1 USD kosten. Klar gibt es andere Ansichten, die SEC geht mittlerweile von 5 USD aus, was ich auch für Quatsch halte.

    Letztlich muss man die Marktkapitalisierung sehen. Ein Unternehmen mit 1 Mio Market-Cap und Aktienpreis von 20 USD der wenigen Aktien wäre bei mir eher ein „Pennystock“ als eins mit 1 Mrd und Aktienpreis von 1 USD.

    Das mit den 10 USD/EUR pro Monat Dividende pro Wert ist so eine rein persönliche Marotte. Wie der Alexander von Rente mit Dividende andere Marotten hat. Ich werde z.B. schier „wahnsinnig“, wenn ich seine krummen Anzahlen von Beständen sehe. Ich habe wiederum die Marotte, immer 25, 50, 100 usw. Stück an Aktien haben zu wollen. Mich nerven Stückzahlen wie 17 oder so.

    Wenn ich in meinem Depotauszug von Lynx die offenen Dividenden sehe, und dann da bei einer 8,73 USD oder 7,89 CAD steht, dann will ich die aus ästhetischen Gründen einfach über 10 hieven. Das hat nichts mit anderen Gründen zu tun. Einfach Spinnerei. 😉

    Gutes Nächtle

    MS

  36. Andrea

    Aktienanfänger, ich würde zuerst die Sondertilgungen machen und nach der Abzahlung der Immobilie auf Aktien setzen. Wir hatten damals die Hypotheken für unsere Wohnung auf zwei Hypotheken festgelegt, der größere Teil auf 15 Jahre und der kleinere Teil auf 10 Jahre. Wir haben die Sondertilgungen voll ausgeschöpft und insgesamt alles nach 10,5 Jahren abgezahlt gehabt. Als die kleinere Hypothek abbezahlt war und dadurch mehrere hundert Euro im Monat freiwurden, ging es ganz schnell. Ich würde es jederzeit wieder so machen, denn wie Torsten schon sagte, spart man nicht nur die Zinszahlungen, sondern auch den Zinseszins. Unsere Zinsen lagen zwischen 4,5 und 5,2 %.

    Fabian, woran willst du den Höchststand erkennen? Ich habe übrigens BASF auch im Depot und behalte sie. Bei niedrigem Kursstand kaufe ich noch welche dazu. Die Dividende macht viel Freude, auch so bei Royal Dutch Shell. Ob Warren Buffet die Coca-Cola Aktie heutzutage auch noch kaufen würde, weiß ich nicht. Er hat sie ja schon ewig und damals zu einem ganz anderen Kurs gekauft und hat sicherlich schon durch die Dividendenerhöhungen seitdem eine tolle persönliche Dividendenrendite. Für Neueinsteiger ist die Aktie nicht mehr ganz so attraktiv, denn die großen Wachstumszeiten sind vorbei und der Trend geht eher weg von den Süßgetränken.

    Sollte man heutzutage nicht eher versuchen, die „Coca-Cola“-Aktien von morgen zu finden als zu ganz anderen Bedingungen als Warren Buffet sie hatte seine Aktien nachzukaufen? Welche Aktien hast du denn noch im Depot?

    Mir hilft es sehr, die Wirtschaftsnachrichten zu lesen, dort stoße ich immer mal wieder auf eine interessante Aktie. Leider meist, wenn schon viele andere sie längst entdeckt haben, so sehr Avantgarde bin ich leider nicht. Aber es ist doch in der Regel noch früh genug, um noch Freude an der Aktie zu haben.

     

     

     

     

     

  37. Bernd

    Bei 4,5 und 5,2 % würde ich auch tilgen wie ein Weltmeister, keine Frage. Aber bei den heutigen Zinsen? Der größte Teil unseres Vermögens ist schon im Haus gebunden, wir fangen spät an, einen Kapitalstock zu bilden. Deshalb liegt dort unser Focus.

  38. Insider

    Guten morgen zusammen ,

     

    Bei der hülle an Artikeln und Kommentaren kommt man ja nur als finanziell freier mit lesen und selbst kommentieren nach 😉 *Spaß *

    Zur Frage von Aktienanfäger ich würde auch eher sondertilgen.  Du verringerst dein Risiko und wirst antifragiler.  Schulden aufs Eigenheim oder Konsum  würde ich immer so schnell wie möglich tilgen.

    Meiner Freundin wurde ne betriebliche Altersversorge angeboten über den Arbeitgeber und eine Versicherung . Wie das Geld angelegt wird ( aktiv in einen Mix aus Aktien ,  Staatsanleihen und Rohstoffen )  und die Tatsache dass nur aus dem bruttoGehalt meiner Freundin gespart wird und der Arbeitgeber nichts extra einzahlt ,  machen mich skeptisch . Auch die Besteuerung + KK Beiträge im Alter sind stand jetzt negativ , wobei sich da ja noch viel ändern kann im Alter . Anderseits sprechrn auch wieder aegumente dafür:  sie kann aus unversteuertem brutto sparen ( was schon sehr viel ausmacht ),  stellt sich breiter auf auch im Sinne von antifragilität und bei der Entnahme gibt es verschiedene Optionen. Sie kann sich so z.b. das komplette Kapital auszahlen lassen , teilauszahlung wählen und klassisch verenten.

     

    Zuvor hatten wir uns mangels Möglichkeit noch nicht intensiv mit dem Thema bAv beschäftigt.

    Würde mich auch bei diesem thma über ein Feedback aus der comunity freuen .

     

     

     

  39. K.

    @Matthias Schneider

    Das mit den Pennystocks sehe ich genauso wie Du 🙂

    Ich finde diese „Marotte“ nicht schlecht. Letzten Endes muss man sich bei der ganzen Sache wohlfühlen und dann hilft sowas auch.

  40. Fabian S.

    @ -M und @Andreas:

    Naja laut Kostolany ist der Kurs hoch, wenn die Zittrigen das Parkett betreten bzw. wenn eben neue Rekordstände erreicht werden. Natürlich wird man nicht den absoluten Höchstkurs erreichen, aber ich sage mir reichen sehr hohe Kurse zum Verkauf, nicht der Höchste!

     

    Und ja -M, dann muss ich warten bis die Kurse einbrechen…Und Warren Buffett hat zwar nur einige Male, aber auch die einigen Male schon den Markt etwas timen können. Ich sage ja nicht, dass ich den perfekten Zeitpunkt erwische…aber, wenn ich Aktien verkaufen will und Ewigkeitsaktien haben möchte, wäre das eine Alternative, gerade nach 9 jahren Hausse. Dass der Crash nicht ewig auf sich warten lässt, weiß doch jeder…

    Und was hast Du gegen Coca Cola Andreas?!

     

     

  41. Leser

    @Insider

    Aus dem Brutto sparen ist doch grossartig! Verstehe nicht warum der Arbeitgeber was zuzahlen sollte. Wäre nichts anderes als eine Gehaltserhöhung und die kann man auch genauso gut gleich offen kommunizieren, sprich als Brutto ausweisen.

    Ich sehe hier das Problem, das man sich auf  mehr oder wenige dubiose Versicherungen und Verträge verlässt. Das eingezahlte Geld ist erstmal weg. Die Verzinsung liegt über Jahre völlig aus der eigenen Hand. Was dann hinten raus kommt, abzüglich fetter Provision, Gebühren, Steuern ist unklar bzw. noch gar nicht kalkulierbar. Die gesetzliche Regeln können sich ändern, am Ende tanzt die Krankenkasse vor der Matte und will ihren fetten Teil, selbst wenn es heute hiesse sie bekommt nichts.

    Aber ich sehe auch gutes an solchen Produkten. Die Leute machen dann wenigstens etwas. Die Alternative wäre häufig gar nichts zu sparen.

  42. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Thema betriebliche Altersvorsorge…

    ich kann nur von mir berichten. Früher gab es die Direktversicherung. Da wurde Gehalt vom Brutto abgabenfrei eingezahlt. Das war nicht schlecht, denke ich.

    Danach wurde dann vom Staat in bestehende Verträge eingegriffen, und es kam/kommt bei Auszahlung zu Nachzahlungen. Das ist eigentlich regelrecht kriminell und Vertragsbruch. Damals habe ich meine Direktversicherung beitragsfrei gestellt, weil es sich nicht mehr rechnet.

    Heute kann man auch seine Vermögenswirksamen Leistungen nicht mehr in Fonds einzahlen lassen. Der Betrieb hat ein Zwangsprodukt bei der Allianz abgeschlossen. Diese VL bekommt man ja geschenkt, kann sich mit diesem Betrag also auch nicht gegen die Zwangsbeglückung wehren.

    Bei einem sinnvollen Produkt kann man bis zu einem gewissen Betrag aufstocken.

    Bei uns wurde das in der Betriebsversammlung eine bAV massiv beworben und schön gerechnet. Die Firma legt jedem noch 50 Euro drauf usw. Klar sieht das irgendwie nett aus, aber Garantieverzinsung ist NULL.

    Es ist ganz klar, wer an dem Zeug Interesse hat. Aber dagegen braucht man nicht an zu argumentieren. Es gibt ein Kartell an Interessenverflechtungen. Warum werden immer Millionen an nutzlose Beraterfirmen verschwendet, Betriebsmaterial dort gekauft wo es am teuersten ist, die bAV so abgeschlossen, dass eine Firma als Vermittler dazwischen hängt?

    Ich habe das bei uns angeschaut, was wir in einem Beispielmodell heraus bekommen würden, wenn die Vermittler das Produkt nicht als „Zwischenhändler“ abschöpfen dürften, sondern wir das gleich bei der Allianz abschließen würden. Da rennt man aber gegen Mauern. Ich hatte das bei uns in der Firma beim Verantwortlichen angesprochen.

    Hier sieht man den Unterschied beim gleichen Produkt und gleichen Abschlussbedingungen. Bei der Allianz direkt von der Firma abgeschlossen ergäbe 332 Euro monatlich, durch die Provisionen des Zwischenhändlers geschröpft sind es nur 259,59 Euro monatlich.

    Man sollte lieber Allianz-Aktien kaufen. In den wenigsten Fällen werden sich betriebliche Produkte wirklich rechnen, egal was man Euch erzählt. Schaut, über welche Zwischenhändler das geht. Es hält immer irgendeine Consulting Firma die Hand auf.

    Bei ETFs hält auch die Gesellschaft mit kleinen Gebühren die Hand auf. Aber das steht in meinen Augen in einem vernünftigen Verhältnis. Ein paar Euros für Bequemlichkeit kann man zahlen.

    Schönes Wochenende

    MS

  43. Thorsten

    Es war vor kurzem in der Presse zu lesen, dass sämtliche Säulen bröckeln, die betriebliche Vorsorge auch. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, was die Argumente waren, ich würde auf Niedrigzinsen tippen.

    Ich habe als Altersversorgung noch eine Lebensversicherung auf Fondsbasis mit Beitragsgarantie laufen. Total blöd, aber zu der Zeit, als ich die abgeschlossen hatte, hatte ich nicht wirklich gedacht, dass ich FF erreichen würde. Ich war noch im Versicherungs- und Absicherungswahn . Ich würde das heute nicht mehr abschließen . Das Teil liegt inzwischen bei einem Unternehmen, das ausschließlich Altverträge bedient. Was, wenn das pleite geht ? Die ursprüngliche Versicherung ist fein raus, ich wurde mit meinem Vertrag verkauft. Ich könnte mit Verlust (?) kündigen, aber dieses Geld wäre dann wenigstens noch sicher.

  44. Albr

    Bei meinem Arbeitgeber wird jeder quasi „automatisch“ in die bAV „eingeschlossen“ in Höhe von 4% des brutto Jahreseinkommens (ohne Tantiemen), gebunden an einen Anbieter…. ich sehe es ähnlich wie bereits geschrieben, „besser wie nix“ denn viele Arbeitnehmer würden ansonsten überhaupt nix tun!

     

    ansonsten, evtl. Aktien der profiteure kaufen, ich hatte vor Jahren Allianz zu knapp über 40€ und natürlich BLK zu knapp über 200$ gekauft…

    die grossen Pensionsfonds in den USA setzen extrem stark auf kostengünstige ETFs, einer der profiteure ist BLK

     

     

     

     

  45. Oliver

    @Matthias

    Das absurde bei den Betriebsrenten ist, dass der Staat nachträglich die Konditionen zu seinen Gunsten verändert hat. Dazu kommt, dass irgendwie jeder der beteiligten Firmen seine Hände aufhält. Beschissen werden nicht nur die Vertragsinhaber, wobei die noch nicht mal eine verbindliche Rechengrundlage haben, sondern auch der allgemeine Steuerzahler, der mit seinen Steuergeldern diesen Irrsinn finanzieren darf. Alle Regierungsparteien haben sich daran schuldig gemacht. Rot-Grün hat den AG/AN-Anteil Krankenversicherung zwar beschlossen, aber die nachfolgenden Parteien haben es einfach so weiterlaufen lassen.

    Bei Riester-/Rürup ist das noch eine ganz andere Sache. Ich hatte vor Jahren mal auf der offiziellen Seite nachgeschaut, was es an Infos gibt. Das waren Tonnen von Material, aber ich habe mir echt die Augen gerieben. Die wichtigste Info fehlte: Rechenbeispiele, was ich später herausbekommen werde. Ich zahle z.B. 200 EURO/Monat ein und bekomme dann ab einem bestimmten Alter xyz EURO ausbezahlt. Allein das Fehlen dieser Info zeigt, wie schlecht diese Verträge konzipiert sind. Der Staat, die Sozialversicherungen, das Unternehmen, wo die Verträge/Fonds laufen sowie der evtl. Mittler bekommen alle Geld. Es ist kein Wunder, dass trotz üppiger Umlage (wiederum vom Steuerbezahler finanziert) beim Rentner nichts übrig bleibt. Anlagen mit niedriger Verzinsung sind noch attraktiver als dieser Mist.

    Die staatlichen Planungen sind einfach nur erbärmlich. Anstelle Riester/Rürup hätte man die gesetzliche für die Zuschüsse stärken können. Interessenspolitik wohin man sieht.

    Ich hatte mir vor 10 Jahren ein Angebot zu Rürup machen lassen. Das habe ich  mir durchgerechnet und festgestellt, das wenn ich den Betrag unters Kopfkissen lege eine bessere Rendite einfahre. Unvorstellbar. Ich kann jeden nur raten, alles genau durchzurechnen und es in den meisten Fällen bleiben lassen. Ich bin selbst bei den Fällen skeptisch, wo heute aufgrund der Zuschüsse noch was übrig bleibt. Man zahlt in eine Black Box ein, wo die Regeln jederzeit einseitig beliebig verändert werden können.

    Mein Fazit war irgendwann, den Staat ganz aus meiner Rentenplanung herauszuhalten. Ich bekomme zwar mit voraussichtlich 67 (auch wenn ich mit dem Alter nicht rechne) eine Minirente von etwas über 80 EURO durch meine Beschäftigungen am Anfang meines Arbeitslebens. Aber ich bin heilfroh, dass ich privat investiert habe und weiß, dass hinter meinen erwirtschafteten Beträgen reelle Unternehmen stehen, die für mein Einkommen sorgen werden. Ich kann jeden nur raten, nur die allernotwendigsten Versicherungen abzuschließen und den Rest anderweitig zu sparen. Der Staat ist kein fairer Partner mehr und aufgrund des Lobbyismus kommt es zu völlig ineffektiven privaten Verträgen mit staatlichen Zuschuss. Ich bin über die Entwicklung extrem verärgert, weil es viele Leute beim Renteneintritt böse erwischen wird, obwohl sie gedacht haben, alles richtig zu machen.

    Die ETF-Gebühren sind OK. Man zahlt für Bequemlichkeit in allen Lebenslagen eine Gebühr und muss für sich selber entscheiden, ob diese für einen in Ordnung sind. Gerade die großen ETFs sind sehr preisgünstig. Bei den kleinen würde ich eher aufpassen oder individuell investieren, wenn man glaubt, eine Sparte oder eine Vereinigung von wenigen Firmen im ETF sind interessant.

    Vor kurzem habe ich gelesen, dass sich die Generali von den Versicherungsverträgen trennt. Ich schätze, das wird nicht gut für die Versicherten ausgehen. Aber man kann auch Versicherungen an Unternehmen weiter verkaufen, die diese bis zum Ende bedienen möchten. Ob die allerdings von Generali-Versicherungen so begeistert sind, wage ich mal zu bezweifeln. Fakt ist, dass ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Versicherungsunternehmen Schwierigkeiten bekommen wird, die Garantiezinsen zu bedienen. Ich würde mich informieren, ob meine Gesellschaft dazu gehört. Falls ja, den Vertrag lieber verkaufen oder kündigen. Wenn es zu spät ist, wird der größte Teil des Geldes weg sein.

    Trotz allem ein schönes Wochenende

    Oliver

     

  46. Slazenger

    @Claus, all

    weil hier auch mal wieder Shell erwähnt wurde, fällt mir ein, dass du Claus (ich auch) , als der Ölpreis in Richtung 25$ tendiert hat, Shell deutlich übergewichtet hast. Ich habe den Bestand noch nicht wieder reduziert, wie sieht es bei dir aus, hast du die Bestände in Shell wieder etwas abgebaut? Wie siehts du die Zukunft von Shell ?

    Bzw. wie sehen ander User aktuell die Shell Aktie?

    Zum Thema Sondertilgung, ich bin froh dass wir jede Gelegenheit zur Sondertilgung genutzt haben, so konnten wir die Immobilie in ca. 15 Jahren abbezahlen, und das fühlt sich einfach gut an, keine Schulden zu haben.

    FF werde ich, 58J. Nicht mehr erreichen, aber gemeinsam mit meiner  Rente , der Rente meiner Frau, der Möglichkeit eine Whg. zu vermieten und einem „Zustupf“, wie es Fit und Gesund so nett ausdrückt, von ca. 700-800€ Aus unserem Dividendendepot , kann ich mit meiner Frau in ca. 5 J. Ein ganz passables Leben führen, zumindest was die finanzielle Seite betrifft, was sonst so kommt weiß man ja nicht in dem Alter!

    Nice Weekend

  47. Wolfgang

    @ Matthias

    Durch meine Überlegungen, dem daraus erstellten Blatt zu bAV wie letztens hier auch schon geschildert habe ich meinen AG mit allen resultierenden Nachteilen präsentiert. Darf meine VWL wieder in Produktivkapital anlegen. (Soll aber die Klappe halten, nicht das noch mehr damit ankommen).

    Die Alternative wäre bei mir ebenfalls die bAV bei der Allianz gewesen.

    Die Argumentation seitens des AG bzw. des Vermittlers scheint eine Matrix zu sein, kommt mir bekannt vor, wie du es schilderst.

    @ Olliver

    Ich mag was ich Kontrollieren kann, selbst in der Hand habe. Versuche ebenfalls den Staat außen vor zu lassen und kann deine Worte nur Unterstreichen auch auf den Bezug der Versicherungen hin.

    Wünsche euch eine schöne Zeit

    Wolfgang

  48. June

    @Leser und bAV,

    natürlich sollte der Arbeitgeber sich an der bAV beteiligen, denn er spart dabei sonst viel Geld.

    Dadurch, dass man die Beiträge zur bAV aus dem Bruttogehalt zahlt, sinken die Beiträge zur staatlichen Rentenversicherung, zur Arbeitslosenversicherung und zur Krankenversicherung. Und bei diesen Beiträgen zahlt der Arbeitgeber die Hälfte. Auch das gehört zu dem Bruttolohn der vertragliche vereinbart wurde. Dadurch das die monatlichen Rentenbeiträge sinken, sinkt auch die spätere Rente bzw. ebenso die Zahlungen im Falle einer Arbeitslosigkiet. Der Arbeitgeber spart viel Geld, wenn möglichst viele Angestellte diesen Weg gehen. Besonderst dreist ist er, wenn er seine Ersparnisse nicht in die bAV-Vertäge einfließen lässt. Denn das erhöht nicht die spätere Rente sondern schmälert sie m.E sogar. Die bAV müsste richtig gute Erträge liefern um die auszugleichen. Und a auf die Rentenzahlungen der bAV in der Rentenzeit der Arbeitgeberanteil der Krankenversicherung vom Rentner übernommen werden muss, sinkt die Rente nochmal. Und Versteuern muss man die Einnahmen auch noch. Die Rechnung kann nur aufgehen, wenn man als Rentner wirklich weniger Einnahmen hat als in der aktiven Zeit. Jeder der sich sicher ist die FF annährnd zu erreichen sollte sich dies gut überlegen.

    Die VWL kann man in meinem Betrieb auch nur noch über die bAV anlegen. Da es ein Geschenk meines Arbeitegers ist, kann ich mit allen oben aufgeführten Nachteilen gut leben.

    Riester ist etwas für Menschen mit geringem Einkommen und vielen Kinder. Also für Mütter die wegen der Kinder in Teilzeit arbeiten. Damals war mein Riestervertrag top. Inzwischen denke ich schon länger über eine Kündigung nach. Da aber dieser Vertrag doch auch eine Langlebigkeitsversicherung ist, bin ihc noch unentschlossen.

    Ebenso bei meiner Kapitallebensversicherung, noch brauche ich diese zur Absicherung meiner Tochter. Und dann muss ich mir das genau überlegen, es sind dann nur noch wenige Jahre bis zur Auszahlung.

    @Insider,

    da der Arbeitgeber deiner Freundin, diese oben aufgeführten Nachteile nicht ausgleicht, wäre es unter Umständen sinnvoll den von ihr angedachten Betrag in ihr Nettoeinkommen umzurechnen und dies aus dem Netto monatlich bis zur Rente in einen ETF‘ einzuzahlen. Sie hätte dann weiter eine bessere staatliche Rente, die Gewissheit, dass im Notfall die Arbeitslosenunterstützung höher ausfällt und später während dem Rentenbezug, je nach Versicherungsstatus keine zusätzlichen Zahlungen in die Krankenversicherung zu leisten.

    Bedeutet aber immer, auch im Notfall, sollte man die Finger von diesem Depot lassen. Es ist erst für die Entnahme im Rentefall vorgesehen.

    Take care,

    June

     

  49. June

    Eine kleine Geschichte aus meinem Leben, gestern so passiert.

    2 Mitarbeiterinnen aus meiner Abteilung gehen in wenigen Wochen in Rente. Daher ist Rente gerade ein großes Thema in meinem betrieblichen Umfeld. Wie viel Geld man bekommt, wie hoch fällt die Betriebsrente aus und kann man davon dann gut Leben.

    Ein Kollege in meinem Alter aus eine anderen Abteilung meinte gestern zu unserer Rentendebatte: Das im Gegensatz zur Generation Y, die ja erst frühstens mit 25 und älter in die Rentenkasse einzahlen würde, dass dies bei ihm dann kein Problem sei, die Kinder sind aus dem Haus, die Frau hat auch eine kleine Rente und das Haus sei abbezahlt. Er bekommt aber keine Betriebsrente, die wurde bei uns vor 12 Jahren abgeschafft. Und erst letztes Jahr durch eine Art Direktversicherung mit Zuschuss wieder neu eingeführt.

    Ich kenne dann ja nix, und habe ganz neugierig gefragt, wie er denn dann die Rentenlücke ausgleicht, und dass er jetzt bestimmt sehr viel spart wo er bis zur Rente mit 67 noch ordentlich Zeit hat und ob er Versicherungen oder Aktienfonds hätte.

    Seine Antwort: Das würde schon so  passen, von Aktien hält er nichts und von Versicherungen schon gleich gar nichts und sie würden jetzt Reisen, denn wenn man dann mal 60 oder älter sei, könne man die Reisen ja auch nicht mehr machen und Zinsen gibt es ja auch keine.

    Bei so hoffnungslosen Fällen, bin ich immer ganz still. Ich meinte nur noch zu ihm, na mir wäre die Rente mit 43 – 48 % vom letzten Netto aber deutlich zu wenig. Und ich sorge lieber jetzt vor.

    Die Leute haben wirklich keine Ahnung und denken nur weil es bei der jetzigen Rentengeneration gerade noch so reicht, wäre es in Zukunft genauso.

    Take care,

    June

  50. Thorsten

    @Slazenger

    Öl ist Long. Die politische Unsicherheit nimmt eher zu, der Ölpreis steigt. Shell, Exxon, BP. Am besten von allen ein Drittel. Die Dividenden versüßen die Volatilität. 10% oder 20% geht’s öfters mal runter oder hoch. Wenn der Kurs fällt und stehen bleibt aufstocken , 6 Monate später gehts wieder hoch.

  51. chn

    Betriebliche Altersvorsorge, Riester, Lebensversicherung, Bausparvertrag, Eigenheim, usw… das interessiert mich alles nicht. Als meine Frau und ich nach dem Studium 2010 mit dem Arbeiten angefangen haben, haben wir über das alles viel nachgedacht und gelesen. Seit 2011 investieren wir monatlich 70-80% unseres Nettogehalts in Aktien. Sonst haben wir nur eine Haftpflichtversicherung und ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wobei ich inzwischen darüber nachdenke, letzteres zu kündigen und das Geld stattdessen zusätzlich ins Depot zu packen. Das Depot generiert inzwischen mehr Dividenden als die BUV im Fall der Fälle zahlen würde.

    Hat man erstmal ein dickes Depot, braucht man sonst so gut wie nichts. Kommt alles hart auf hart, kann man es wie Kostolany im zweiten Weltkrieg machen, als die Wehrmacht vor Paris stand (wo er lebte): er hat sein Depot nach New York übertragen lassen und ist dorthin abgehauen. Ein Depot macht halt frei und flexibel 🙂

     

  52. Kiev

    @ chn

    Falls Du bereits über ordentliche Dividenden verfügst kannst Du auch den Zeitraum der Buv Zahlungen verkürzen. Also eine Lücke bis zur Rente extra schaffen. Die musst Du im Falle des Falles dann selbst überbrücken. Aber Du hast ja viel Kapital. So wird die Buv wesentlich günstiger und sichert Dir den Worst Case weiterhin ab. Du musst ja nicht direkt auf 0 Sicherheit wechseln. Informiere Dich einmal.
    Versicherungen sollten generell Risiken abdecken, die man selbst nicht aufbringen kann. Alles darüber hinaus sollte man am besten streichen.

  53. A.

    @Aktienanfänger

    Ich mache beides. Sondertilgen und Aktien kaufen. Gleichzeitig zahlen wir kleine Beträge auf Bausparverträge ein.

    Zinseszins wirkt halt bei Dividende und bei Kreditzinsen. Wir kaufen halt auch Aktien da „Time in the market“ auch wichtig ist und man kann bei Kursrückgängen auch noch etwas günstiger kaufen.

    Gehaltserhöhungen sollen nach jetzigem Plan zum sondertilgen verwendet werden. Dadurch müssten wir später bei weniger Fixkosten noch mehr investieren können.

    Fazit: regelmäßig (und wenn es halt 2 mal im Jahr ist) Aktien kaufen, Bausparvertrag zur Sicherung des Zinses und gleichzeitig nutzen wir Gehaltserhöhungen die dann einmal im Jahr zum Sondertilgen genutzt werden sollen. Evtl. auch Steuererstattungen. Networth steigt dadurch Sondertilgung an bzw. Schulden sinken.

  54. Andreas

    @ Fabian S.

    Wir brauchen nicht schon wieder die gleiche Diskussion zu starten, die wir schon mal hatten. Du scheinst anders zu denken und dich zu sehr an Buffet und anderen zu orientieren, ohne dir deren Prinzipien auf deine Situation und die bzw. deine Realität zu übertragen. Und es macht schon mal gar keinen Sinn sich selbst vorzugaukeln, dass Buffet es ja auch geschafft hätte den Markt zu timen;-)

    Gegen Coca Cola habe ich nach wie vor nichts, aber halte es nach wie vor für derzeit kein wirklich attraktives Investment im vergleich zu anderen Werten. Warum? Schau dir die letzten Jahre des Unternehmens an, schau dir die Zahlen an und die aktuellen Herausforderungen;)

  55. Fabian S.

    @ Andreas:

    Naja dann kritisiere mich doch nicht dauernd?! Natürlich orientiere ich mich an Buffett, warum auch nicht?! Finde es echt verwegen, dass hier einige so tun als ob Sie als Privatanleger sämtliche Geschäftszahlen durchanalysieren würden und genauso gut wären wie Buffett?!

    Teuer verkaufen und billig kaufen sind die Kernelemente des Value Investing. Und es ist Fakt, dass Buffett den Markt einige Male getimt hat und außerdem ist es keine Kunst sich einzugestehen, dass die Börse bald crashen muss nach 9 Jahren Hausse und dem ganzen politischen Chaos. Warum wird so getan als sei ich ein bisschen blöd, nur weil ich Risiken abwäge?!

    Und Tim sieht das mit Coca Cola anscheinend ganz anders als Du?! Was heißt gegenwärtig? Denke Buy ind Hold bedeutet „ewige Aktien“ zu halten?!

  56. Andreas

    Andauernd?:) Ich hab dir zum zweiten Mal überhaupt direkt geantwortet und eigentlich nur -M rechtgegeben, der ja schon einiges erklärt hat. Und es ist doch auch nicht als Kritik gemeint, sondern wir tauschen uns doch hier aus und geben Ratschläge. Letztendlich wollten -M und auch ich doch nur darauf hinweisen, dass es nicht sonderlich logisch ist, Aktien, die du eigentlich loswerden willst, nicht jetzt schon zu verkaufen und dafür die Aktien zu kaufen, die du haben willst. Denn man weiß eben nicht, ob der Markt noch weiter steigt oder eben nicht. Und wenn du ja, wie du schreibst, selbst davon ausgehst, dass die Börse bald crahst, warum dann nicht diese Aktien verkaufen? Glaubst du also doch, es geht noch weiter nach oben? Wir beide wissen es nicht, niemand weiß es. Deswegen ist es eben mit dem Market Timing nur sehr schwer möglich.

    Und witzig ist auch, dass du nun sagst, einige würden hier so tun, als würden sie Geschäftszahlen so analysieren wie Buffet. Dabei hast du dich doch selbst mit Buffet gerechtfertigt, als es ums Market Timing ging.

    Mir ging es nur darum, mal zu hinterfragen, warum du unbedingt Coca Cola willst. Nur weil Buffet es seit 40 Jahren im Depot hat? Oder weil du dir selbst aktuell ein Bild von der Aktie gemacht hast? Das ist weder eine Empfehlung für oder gegen Coca Cola, sondern die Anregung sich selbst einen Eindruck zu machen. Wie schon mal geschrieben, wenn du dich schon an Buffet orientierst, müsstest du dich fragen, ob Buffet heute Coca Cola kaufen würde, wenn er sie noch nicht hätte.

    Für mich persönlich dagegen sprechen zum Beispiel sinkende Umsätze, eine sinkende Eigenkapitalquote, eine enorm hohe Ausschüttungsquote, um mich mal auf die Zahlen zu beziehen. Für mich spricht außerdem dagegen, dass es zuckerhaltigen Getränken mehr und mehr an den Kragen geht und Coca Cola diesen Trend später erkannt hat, als andere. Deswegen geht KO nicht pleite, aber ich seh da erstmal kein großes Wachstum, zudem Coca Cola schon überall auf der Welt präsent ist, und sehe damit verbunden auch keine großartigen Steigerungen der Dividende,  auch wegen der schon sehr hohen Ausschüttungsquote. Das kann sich alles wieder ändern, aber für den Moment halte ich Coca Cola deshalb nicht für das attraktivste Investment 🙂

  57. -M

    @Fabian

    Ich glaube nicht das du heftig kritisiert wirst. Du bekommt Argumente geliefert und teilweise sind die Denkweisen anders als deine.

    Da du nach der Meinung der anderen gefragt hast ist es dich sogar gut das du auch andere Auffassungen bekommst, dass kann dich zum Nachdenken anregen….wenn du dann bei deiner Meinung bleibst ist es um so besser:-)

    Nimm es als konstruktive Kritik auf, wäre jetzt mein Rat.

    Ich bin ja auch anderer Meinung, besonders auch zu deiner Aussage das nach 9 Jahre Hausse ein Crash (bevor steht ; kommen könnte) und man verkaufen könnte. Sind wir wieder beim Market Timing – was einfach glückssache ist.

    Auch bin ich der Meinung, dass wir erst wieder eine Hausse hatten, als der dax zb den Höchststand von 2007/2008 wieder übertroffen hat. Selbst wenn du von nun 9 Jahren ausgehst…..historisch gab es auch Haussen von 20jahren …..1980 – 2000 …..

    …..würdest du jetzt oder bald verkaufen und es geht 10jahre weiter heißt DU dir in den Arsch….dann bist du raus oder kauft später doch wieder und dann vlt viel zu teuer …. und wenn es dann knallt dann heißt du dir nochmal in den Arsch 2x „falsch“ gehandelt zu haben ….

    Mein Rat…. nie verkaufen und nachkaufen wenn einzelne Unternehmen mal günstig zu bekommen sind

    ! TIME IN THE MARKET !

     

    @Shell

    Shell wandelt sich sehr gut finde ich. Das Management leistet super Arbeit. Shell ist viel profitabler als früher bei gleichem Preisniveau beim Öl. Ich bin Happy mit shell

    -M

     

  58. -M

    @ Andreas

    Bist mir zu vor gekommen. Schöner Kommentar 🙂

    Zu Coca Cola… schaut euch mal Keurig Dr. Pepper Snapple an…..die finde ich höchst interessant. Werde die so wie es aussieht direkt kaufen mitte nächste Woche, wenn die Fusion/Übernahme durch ist. Die haben CC und auch Pepsi bei weitem in den Schatten gestellt auf viele Jahre und nun mit JAB an der Seite gefällt nir das sehr.

  59. Fabian S.

    @Andreas und @-M:

    Ok evtl. habt ihr Recht und ich bin etw. empfindlich. Aber, wenn Ihr es nett meint und mir gute Ratschläge geben möchtet ist es ok 😉

    Naja ich finde, schon, dass man nicht einfach so verkaufen sollte, sondern schon auf gute Kurse achten muss. Momentan befinde ich mich mit meinem Depot bei ca. 170.000€ und Ende Januar zu Rekordständen fast bei 200.000€. 30.000€ Differenz ist ja schon recht viel.

    Ich weiß auch nicht wie sich die Kurse entwickeln, aber will schon erst bei ca. 200.000€ raus. Natürlich rechtfertige ich mich mit Buffett, aber die Kritik ging doch darum, dass ich angeblich nicht für mich anlysiere sondern ihm folge?!

    Und na klar ist Coca Cola ein Argument weil Buffett sie 40 Jahre hält, das ist ja fast ein halbes Leben.

    Und widerstrebt es nicht dem Value Investing zuckerfeindlichen Trends zu folgen?! Man kann auch sagen, das Getränk ist leicht verständlich und zeitlos und die Bevölkerung wird wachsen und so auch die Nachfrage nach Cola irgendwann.

     

  60. Fit und Gesund

    Royal Dutch Shell,

    machen leider nur 3.4% meines Gesamtportfolio’s aus, hätte ich nur im Februar nochmal nachgekauft, die würde ich schon gerne noch auf einen 5% Anteil erhöhen,

    eher ungewöhnlich für mich, diesen Monat ist die Sparrate noch nicht verbraten :),  mein Dividendenziel 2018 hab ich schon längst überschritten,

    vielleicht stocke ich auch mal Novo Nordisk auf, immer noch mein Liebling, Starbucks bin ich sehr unschlüssig, so ganz 100% bin ich wegen dem Kursverlauf eben doch nicht überzeugt und dann der Managerwechsel…hm, am Allerliebsten hätte ich einfach noch mehr Unilever, oder was aus dem Bereich Utilities, habe ab heute Ferien, kann also in Ruhe brüten, meine Henkel sind immer noch ungefähr Minus 15% und BAT knapp 20%, Enbridge hat sich ordentlich gemausert 🙂

    Pepper Snapple hat einen lustigen Namen, JAB ist nicht zu unterschätzen, ich habe aus dem Getränkebereich Diageo und Pepsi, das reicht erstmal, aber ich werde mir die Zahlen mal genauer anschauen.

    In meinen Ferien werde ich wohl mal nach Zürich fahren und noch einen Goldtaler kaufen und mir einen schönen Tag machen,

     

    liebe Grüsse

  61. Hendrik

    Ich frage mich wieso hier einige andere Assets abgesehen von Aktien so scheuen. Betriebliche Altersvorsorge, Riester, Lebensversicherung, Bausparvertrag, Eigenheim – das sind alles prinzipiell gute Sachen.

    Man muss sich auch mal Nachteile von Aktien anschauen. Inwiewe4it sind z.B Aktien Hartz4 geschützt ? Was passiert mit denen die alles in Aktien sparen, wenn man krank wird und dann arbeitslos wird ?

    In Deutschland ist das Aktiendepot dann zum Abschuss freigegeben. Sehr gefährlich, wenn es doch die Rentenlücke ausbessern oder gar gleich die Rente stellen soll.

    Ein Eigenheim darf trotz Hartz 4 – wenn bestimmte Quadratmeterzahlen eingehalten werden, die sich nach Familiengröße richten – behalten werden.

    (Fond)Riesterrente ist für mich (22Jahre) gerade sehr nett. Ich bekomme zwar auf mein bereits eingezahltes Gehalt kaum Rendite, aber ich bekomme ja etwa 180 € staatliche Zulagen bei 4 % Einzahlung meines Bruttos. Ab einem bestimmten zeitpunkt wird Riesterrente dann also doch sehr unattraktiv. Dann habe ich vor meine Riesterrente zur Anzahlung von Wohneigentum zu nutzen.

    Eine Rente sollte auf mehrere Stützen aufgebaut sein, wenn sie sicher sein soll – die staatliche rente ist auch einer dieser (möglicherweise eine kleineren) Stützen

  62. June

    @ Hendrik,

    deine Kritik ist zum Teil berechtigt. Aber auch in manchen Punkten unzutreffend. Aktien sind zum einen das übergeordnete Thema von Tim’s Blog, daher wirst du hier vermehrt Aktien Begürworter finden.  Und nur Chn hat geschrieben das ihn auser Aktien alles andere nicht interessiert.

    Die meisten hier sind sehr differenziert  investiert. Und dürften so wie ich fast alle Anlageklassen abdecken.

    Aber es kommt entscheidend aufs Alter, das Einkommen und die Lebenssituation an. Und hier unterscheiden sich viele Leser und Schreiber doch stark voneinander. Riester ist zum Beispiel für mich nur noch eine Langlebigkeitsversicherung. Ich stehe ca. 5 Jahre vor der finanziellen Unabhänigkeit. Vielleicht rechne ich auch zu konservativ und es ist dann doch schon die finanzielle Freiheit. Da benötige ich keine Riesterrente mehr als Harz4 Absicherung fürs Alter. Als junger Mensch, der das noch nicht absehen kann  wo er in 10, 20 oder 30 Jahren finanzielle landet, ist Riester vielleicht sinnvoll. Für niedrig Verdiener und  Menschen mit Kinder in Teilzeit aufgrund der Zulagen auf jede Fall eine wichtige Komponente. Aber Riester ist teuer und die jährlichen Kosten fressen die meisten staatlichen Zulagen auf. So schafft ein Riestervertrag meist nicht den Inflationsausgleich. Bei Wohnriester zahlt man im Alter eine fiktive berechnete Steuer auf das Geld, dass man für die Wohung genommen hat. Das kann sehr teuer werden. Du solltest dich da unbedingt erkundigen. Mir war das für meine Wohung zu teuer.

    Die bAV hat viele Fallstricke, man muss genau rechnen ob sich das Lohnt. Zahlt der Arbeitgeber keine Zulagen ein und die Beiträge finanzieren sich nur aus dem Bruttogehalt des Arbeitnehmers sind meine oben ausgeführten Punkte zu berücksichtigen. Eine bAV ist meines Wissens nicht Harz4 sicher. Die Rente schon.

    Das eine Kapitallebensversicherung aufgrund des quasi nicht mehr vorhandenen Garantizinses Geld vernichtet da das Kapital von der Inflation aufgefressen wird und die Kosten diesen Effekt noch verstärken sollte sich langsam herum gesprochen haben. Gegen Risikolebensversicherungen und Berufsunfähigkeitsversicherungen hat hier bestimmt niemand was.

    Du siehst alle Anlagemöglichkeiten haben ihre Fallstricke und gerade bei staatlich geförderten Produkten lauern diese im Kleingedruckten.

    Take care,

    June

  63. Wolfgang

    @ Fabian S.

    Achte nicht zu sehr auf die Zielgröße von 200.000 €, manchmal entschwindet so ein fixer Punkt und es dauert lange, bis das Ausgangs- bzw. Zielniveau wieder/erstmalig erreicht wird.

    Eine Strategie ist wichtig auf sie sollte geachtet werden, alles andere kommt dann von alleine.

    Ich besitze von Threadneedle den Small Companies Europa und Global, hier habe ich auch gedacht wenn Summe X dann gehe ich raus … den Teilverkauf hätte ich besser gelassen.

     

     

    @ Fit und Gesund

    Gestern auf der Autobahn in dem Automobil mit dem Aufkleber Fit und Fun, bist du mit der verwandt?

    Musste lachen, als der Gedanke kam, war ich recht heiter.

    Unilever, da warten wir zusammen, würde hier auch gerne aufstocken. Die Liquidität steigt.

    Diageo und Pepsi, wir haben Gemeinsamkeiten.   Zwinker

     

     

    @ Hendrik

    Einen Bausparvertrag hatte ich in jungen Jahren, habe mir mit 27 Jahren eine ETW gekauft und innerhalb von 10 Jahren abbezahlt.

    Anleihen, Sparkassenbriefe, etc. gab es auch bei mir, der Weg war lang aber nicht beschwerlich um ein Vermögen aufzubauen – Hohe Zinsen halt.

    Deine Gedanken kann ich nachvollziehen, der Unterschied ist der Punkt im Leben, an dem man sich befindet. Ich bin jetzt 48 Jahre, erzeuge ein passives Einkommen, was meine Kosten mehr als abdeckt. Unter den Umständen, der Unsicherheit, was aus dem Papiergeld wird, die Schuldenproblematik empfinde ich ein breit gestreutes Aktienportfolio als die sicherste Alternative, die ich derzeit habe.

    Wünsche euch eine schöne Zeit

    Wolfgang

  64. -M

    Ich habe mit nur aktien auch weniger ein Problem falls ich arbeitslos werden sollte.

    Ich habe meine Kosten soweit im Griff das selbst meine ETW Rate als arbeitsloser bezahlt werden kann.

    Einen neuen Job werde ich auch finden falls das mal passiert.

    Man darf halt nicht über die Verhältnisse leben dann kommt man mit aktien schon gut hin.

    -M

  65. Oliver

    @Hendrik

    Ich kann nur für meine Ziele und meine Lebenssituation schreiben. Ich komme aus einem armen Elternhaus und es gab auch Zeiten, wo das Geld am 25. zu Ende war. Damals gab es Sozialhilfe, heute ist es eben H4. Über das Konstrukt kann man viel diskutieren, aber ich habe es immer als letztes Auffangnetz verstanden, wenn ich zu gar nichts mehr in der Lage bin.

    Andererseits habe ich mir überlegt, wie ich möglichst nicht in diese Situation komme. Da wären zum einen Bildung und ein Beruf, wo es Nachfrage gibt und der einigermaßen bezahlt wird, damit ich über die Runden komme. Trotz guter Ausbildung habe ich 3 sehr unschöne Jahre erleben dürfen. Ich habe trotzdem kein H4 beantragt, weil das für mich nur die letzte Möglichkeit ist. Mentalitätsfrage.

    Zu den Anlageformen kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Es gibt definitiv Leute, für die sind Aktien nicht geeignet, weil sie die Schwankungen nicht aushalten können. Die brauchen andere Dinge, müssen aber akzeptieren, dass aufgrund der niedrigen Schwankungsbreite auch keine hohen Erträge kommen. Trotzdem: Wer regelmäßig spart, wird selbst bei passiven Anlagen über die Jahre vermögender werden und das Risiko H4 wird – je weiter man kommt – abnehmen.

    Über ein Argument bin ich immer verwundert. Der Staat möchte, dass bis auf ein Mindestvermögen alles ausgegeben ist, bevor man H4 bekommt. Es scheint in diesem Lande aber nicht wenige zu geben, die einen Anspruch auf das Geld nehmen, nur weil sie arbeitslos werden und ALGI ausläuft. Aber sind die Ersparnis nicht für die wirklich schlechten Zeiten gedacht? Natürlich ist es schön, wenn man Monat für Monat sein Vermögen wachsen sieht. Es schafft zugegebenermaßen eine gewisse Befriedigung, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Aber letztendlich besteht das ersparte Vermögen doch aus dem Gedanken, sich abzusichern, finanziell sorgenfreier zu leben, bei unvorhergesehenen Dingen diese finanziell begleichen und sich schöne Dinge leisten zu können. Alles andere ist doch nur Selbstzweck. Das Leben nur auszurichten, immer wohlhabender zu werden ist leer.

    Was mir bei einer bestimmten Menschengruppe auffällt ist die Hervorhebung möglichst negativer Dinge. Nach der Gaussverteilung gibt es für viele Dinge, wie auch bei finanzieller Vorsorge sehr positive und sehr negative Beispiele. Die sind an den Rändern platziert, d.h. es gibt Wahrscheinlichkeiten, aber dass Du durchschnittlich abschneidest, ist relativ hoch. Du wirst finanziell wohl eher kein Warren Buffet werden, andererseits wirst Du auch nicht so schnell obdachlos. Obdachlose gibt es zwar einige, gemessen an der Bevölkerung allerdings ein kleiner Prozentsatz. H4 gibt es zwar mehr, aber wenn es dir in deiner aktiven Phase gelingt, etwas beiseite zu legen, wirst Du z.B. auf Arbeitslosigkeit etwas gelassener reagieren, weil Du einfach mehr Zeit hast, dir etwas passendes zu suchen und nicht jeden Unsinn des Arbeitsamtes annehmen musst.

    Egal, wie viele negative Ereignisse später kommen werden, so bekommst Du mit angespartem Vermögen mehr Zeit, diese zu lösen. Aber selbst wenn Du sie nicht löst, dauert es länger, bis sie mit ihrer ganzen Negativität durchschlagen. Mit Sicherheit ist es besser, von seinen Ersparnissen zu leben, als die Gängelung der Arge live miterleben zu müssen.

    Das mit dem Eigenheim ist auch ein zweischneidiges Schwert bei H4. Angenommen, Du bist innerhalb der maximalen Größe, so musst Du doch die Nebenkosten bezahlen können. Daneben haben die meisten ihr Heim nicht abgezahlt und der Mietzuschuss (ich weiß gar nicht, ob der mit der Rate gegengerechnet wird, da wissen andere vielleicht mehr) ist so übersichtlich, dass die Wohnung wohl eher nicht zu halten ist. H4 bedeutet mittellos und Minimum. Keine einfache Geschichte.

    Riester: Ich habe mit einem guten Freund das Thema mal diskutiert, der für rechtliche Belange für eine große Bank zuständig ist. Unter anderem macht er dort das Vertragswesen. Sein Kommentar dazu: Legaler Betrug mit ungewissen Ausgang. Für 2018 bekommst Du bei Riester 175 EURO Mindest-Zuschuss im ganzen Jahr. Um die zu bekommen, musst Du 4% deines Bruttoeinkommens einzahlen. Nehmen wir mal an, Du verdienst 35.000 EURO/Jahr, dann sind das 1.400 EURO, also im Monat 116 EURO.  Die Zulage würde dir also etwa 12,5% bringen. Klingt erstmal toll. Aber der Betrag 2018 ist einmalig auf die 1.400 EURO auf die gesamte Laufzeit. Wenn Du annimmst, der Vertrag läuft 40 Jahre und jeder Jahresbetrag ist durchschnittlich 20 Jahre investiert, dann teile die 12,5% durch 20 und Du hast dann eine durchschnittliche zusätzliche jährliche Rendite von 0,625% auf deine 1.400 EURO. Dagegen steht, dass die 1.400 EURO aufgrund der ganzen Gebührenstrukturen quasi nicht verzinst werden und bei Auszahlung im Gegenzug zu heutigen Kapitalerträgen noch die Sozialversicherungen dazu kommen werden. Rechne es dir mit deinem Vertrag durch und rechne dann dagegen, was mit deinen 1.400 EURO (oder wie hoch deine 4% brutto sind) am Ende bleibt, wenn Du das Geld ganz normal unaufgeregt in einen World-ETF investierst. Selbst höhere Zulagen sind gar nicht so groß. Interessant nur für Niedrigverdiener mit viel Kindern, aber die haben i.d.R. nicht so viel Geld, dass sie ohne weiteres Riester sparen können.

    Von daher ist die Frage nicht wichtig, ob etwas prinzipiell gut ist. Die wesentlich wichtigere Frage ist, ob es für dich und deiner Lebenssituation gut ist. Riester ist es mit Sicherheit für sehr viele Leute nicht.

    So, jetzt geht’s in den Biergarten. Alle einen schönen Sonntag

    Grüße Oliver

  66. Claus

    Shell & Öl:

    Shell hat m.E. ein hervorragendes Management. Hier wird langfristig geplant, nicht kurzfristig „herumprobiert“. Man hat Geduld und steht zu öffentlich gemachten Aussagen, nicht nur beim Thema Dividende. Keine „hektischen Manöver“ in Krisenzeiten, sondern konsequente Zukunftsplanung und -umsetzung. Das gibt es leider nicht so oft und gefällt mir. Die geschäftliche Entwicklung ist hervorragend.

    Die Aktie sehe ich daher z.Zt. als perfektes Langfristinvestment. Die Dividende ist grandios.

    Ich freue mich, meinen Depotanteil damals so deutlich erhöht zu haben (18%) und gebe keine einzige Aktie her!

    Bin nun gespannt, ob der Kurs mal nachhaltig über die 30€ geht, in Richtung des alten Höchstkurses bei 37,75€ (12.10.2000). Die Ergebnisse für Q2 könnten helfen.

    Öl:
    Sehe ich positiv im Aufwärtstrend. Da die Trends normalerweise nicht kurzfristig wechseln, könnte Öl einige freundliche Jahre vor sich haben.

    Übrigens:
    Der Shell-Kurs ist von10,19€ (08.03.1995) bis zum alten Höchstkurs von 37,75 (12.10.2000) gestiegen. in 6,5 Jahren also rund um das 3,7-fache. Was spricht dagegen, dass sich das nicht so in etwa wiederhlen kann?

    Letztes Tief: 16,80 (20.01.16)

    Neues Hoch: Ca. 62 € im Sommer 2022 ???

     

     

     

     

     

  67. -M

    Da ich auch shell mit 15% gewichtet habe wäre ich bei der Entwicklung Richtung 60eur wohl gerne dabei. Habe die auch in der Krise bei 22€ eingesammelt.

    Ein richtig großer Schritt wäre auch wenn die Dividende angehoben wird. Das würde die letzten bedenken ausräumen, da ich beständige dividendensteigerungen haben möchte.

    -M

  68. Fit und Gesund

    @Wolfgang,

    ich bin zwar manchmal auch funny aber verwandt bin ich nicht mit dem Fahrer/der Fahrerin des Wagens, mit Fit for Fun leider auch nicht 🙂 aber schön wenn Du an mich gedacht hast.

    Unilever, Diageo und Pepsi finde ich einfach gute Investments, sozusagen sleep well at night Aktien.

    @Claus,

    beim nächsten Rücksetzer werde ich Shell nochmal aufstocken, danke für Deine Meinung dazu.

  69. DivSky

    Hier nochmal etwas älteres zu der Betriebsrente:

    https://www.youtube.com/watch?v=WTVTHWRZAqM

     

    Meiner Meinung nach, lohnt sich eine Direktversicherung nicht . Letztendlich sind immer der Berater und die eigene Firma die Gewinner. Der Angestellte ist der Verlierer! Finger weg davon, ausser evtl. der Betrieb gibt gut was dazu.

  70. Aktienanfänger

    Danke für eure Rückmeldung zu meiner Frage wegen Sondertilgung. Wir haben auf unser Hausdarlehen noch 4 % Zinsen. Ich werde euren Rat befolgen und die 100 Euro monatlich, die wir zusätzlich nun zur Verfügung haben, als Sondertilgung jährlich nehmen.

  71. Slazenger

    @Claus, Fit, all

    danke für eure Statements zu Shell. Das deckt sich zum Großteil mit meiner Einschätzung, d.h. Ich werde meine Übergewichtung in Shell beibehalten, aber bei Kursen um die 30€ nicht mehr zukaufen!

    Nice week

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