Die Deutschen: Zu viel Konsum, zu wenig Aktien


New York, 26. Februar 2019

In westlichen Industrieländern wird konsumiert wie verrückt. Überschuldung und Altersarmut wird zum Problem.

Die Börse sind auf Sicht von 10, 20, 30 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeiten allen anderen Assetklassen überlegen. Die Renditen von Aktien sind in der Regel höher als die von Anleihen beziehungsweise festverzinsliche Wertpapiere. Aber die Deutschen verstehen das nicht, es liegt an mangelnder Finanzbildung. Der Deutsche Michel hat Angst vor Aktien.

Im Grunde kann jeder eine ETF-Sparplan starten. Leuten, die die Anlage in Aktien „Glücksspiel“ nennen, ist leider nicht zu helfen. Bei einem mittelfristigen bis langen Anlagehorrizont ist nichts besser als Aktien oder ETF.

Obwohl die Aktie langfristig überlegen ist, suchen Anleger andere Wege, um Geld zu verdienen. Manch einer kaufte Bitcoin. Es gab sogar besonders schlaue Spezialisten, die kauften Bitcoin auf Kredit. Andere legen sich Gold, Kunst, Antiquitäten, Oldtimer, Ferraris oder gar Rolex-Uhren zu – in der Hoffnung damit Geld zu machen.

Ich meine, diese Dinge sind keine Investments, sondern Spekulationen. Sie generieren im Laufe der Zeit keine Einnahmen (keine Dividenden oder Zinsen). Stattdessen hängt man davon ab, was die Leute für wertvoll halten.

Klar kann eine Rolex in zwei Jahren im Preis um 10 Prozent steigen. Aber das ist nur ein Zeitfenster von 2 Jahren. Aktien bieten generell ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis.

Kurzum: Überlegen ist ein breites Aktiendepot. Daneben bist du im Idealfall schuldenfrei und kannst einen flüssigen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto oder Sparbuch. Dann kannst du nicht untergehen:

Wenn du finanziell vernünftig bist, wirst du merken, dass Freunde, Bekannte, Familienmitglieder andere Lebensgewohnheiten haben. Etliche sind knapp bei Kasse.

Du ziehst deine Sparsamkeit durch. Du lebst bodenständig und fütterst fleißig das Depot. Natürlich musst du Opfer bringen, es fängt beim Auto an und endet vielleicht bei der kleineren Wohnfläche. Aber was solls?

Du wirst viele Menschen in deinem Umfeld sehen, die leichtfertig ihr Geld ausgeben und sich außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten bewegen. Der typische Konsument aus der Mittelschicht hat es schwer, seine Konsumsucht in den Griff zu bekommen. Anstatt bescheiden zu leben, wird das verschwenderische Verhalten rationalisiert. Die Schuldenaufnahme für den Konsum wird als vertretbar angesehen.

Du wirst in deinem Umfeld Menschen sehen, die in eine finanzielle Notlage geraten. Wirst du ihnen dann unter die Arme greifen? Möchtest du zusätzliche Jahre deines Lebens arbeiten gehen, um Entscheidungen anderer Familienmitglieder zu unterstützen, die sie selbst zu verantworten haben? Das ist eine schwierige Frage.

Bei mir ist das mit dem Sparen wie mit dem Kaffeetrinken. Ich mache es einfach täglich, ohne darüber groß nachzudenken. Ja, ich gönne mir von Zeit zu Zeit etwas Außergewöhnliches. Interessant finde ich blöde Sprüche wie „Ich kann morgen tot umfallen, warum soll ich sparen“ oder „Der Aktienmarkt ist ein gigantisches Kasino“. Immobilien werden zuweilen in den Himmel gelobt, ohne über die immensen Nebenkosten (Erwerbskosten, Versicherungen, Renovierungen, Anliegerkosten, Abnutzung, Hypothekenzinsen…) nachzudenken. Besonders die Schweizer scheinen euphorisch beim Eigenheimkauf auf Pump zu sein. Auch in Australien hat sich eine Immobilienblase gebildet, warnen Experten.

Ich besitze Aktien seit ich 20 Jahre alt bin. Ich kaufe gute Firmen, die ich kenne und deren Produkte ich mag: Microsoft, Alphabet, Amazon, Adidas, Nike, Chevron, J&J, P&G, Citigroup, SAP, CTS Eventim, Facebook… Das hat sich alles in allem ausgezahlt. Natürlich streust du breit über mehrere Firmen, Branchen, Länder. Es wird langfristig die mit Abstand beste Geldanlage werden. Du musst dir nur abgewöhnen, ständig zu handeln. Verzichte darauf, die Positionen ständig zu kaufen und zu verkaufen. Einfach zum Beispiel ein paar SAP, Allianz, Münchner Rück, BASF, Berkshire, JPMorgan Chase, Alphabet, Tencent, Alibaba, Apple kaufen und durchhalten.

Jedes Jahr kassiert du die Dividenden, die über den langen Zeitraum steigen. Besonders fleißige Zahler sind die Aristokraten-Aktien, die seit mindestens 25 Jahren ihre Ausschüttung erhöht haben. Ich habe einige von ihnen im Depot: Exxon, Chevron, Procter & Gamble, Johnson & Johnson… Mit sprudelnden Dividenden und steigenden Kursen bist du zufrieden. Natürlich erwischst Du auch mal eine schlechte Firma. Ich habe einige Pennystocks im Depot. Ich lasse sie zur Abschreckung liegen. Die Gewinner werden aber langfristig (hoffentlich) die Verlierer überkompensieren. Wer keine Einzelaktien mag, der kauft sich regelmäßig einen soliden Welt-ETF. Hierbei auf die Kosten achten. Selbst wenn du nur 390 Euro im Monat über 45 Jahre sparst, kommt da eine fette Summe von über 1 Million Euro raus.

Die magere gesetzliche Rente ist dann kein Thema mehr, weil du irgendwann nicht mehr darauf angewiesen bist. Leute, die sich grundsätzlich mit Geld auseinandergesetzt haben, brauchen tatsächlich keine Sekunde nachdenken, um zu wissen, was zu tun ist. Das ist einfach zu offensichtlich. Nur: Viele machen sich über Geld keine Gedanken. Das siehst du immer wieder unter Artikeln im Web in den Kommentaren. Wenn es um ein Geldthema geht, haben viele Menschen keine Ahnung. Aber letztendlich muss jeder selber wissen, was er macht.

Wer wie ich in einem sparsamen Haushalt aufgewachsen ist, hat das Sparen quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Meine Mutter legte schon für uns Kinder Geld auf Sparbüchern an. Statt endlos Geschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag zu kaufen, zahlte sie einfach dort etwas ein. Das geht ins Blut über. Kaum warn wir 16 Jahre alt, arbeiteten wir, um Geld zu verdienen. Später wird vom Arbeitslohn immer etwas abgezweigt. Dafür nimmst du ein spartanisches Leben in Kauf.

Lass die anderen angeben mit ihren dicken Karossen, schicker Mode, großen Wohnungen. Das Zeug macht nachweislich nicht zufriedener. Gönne dir kleine Freuden, genieße das Leben. Lege Wert auf schöne Erlebnisse, nicht Plunder.

Wer seinen angeblichen Wohlstand aggressiv offen zur Schau stellt, der muss irgendwo ein Defizit haben. Du sparst für dich und nicht für die anderen. Du sparst für mehr Freiheit, für mehr Wahlmöglichkeiten im Leben. So kannst du deinen Job an den Nagel hängen, wenn du genug Reserven hast. Du kannst früher in die Rente. Du kannst deiner Familie etwas ermöglichen, was nur wenige können.

Die meisten Menschen folgen wie Lemminge der Konsumherde. Sie stecken im Konsumhamsterrad fest. Sie sehen Geld als Tauschmittel. Sie tauschen ihr Gehalt gegen Waren ein. Sie nehmen allerlei Güter und Dienste in Anspruch. Meist zu sehen in den überfüllten Kellern, Dachböden, Schränken, Garagen.

FU-Fans sind anders gestrickt. Sie bunkern das Geld meist am Aktienmarkt. Sie entziehen dem Kreislauf Geld. Sie lassen es dann für sich arbeiten. Sie setzen auf den Zinseszins, während die Mittelschicht überwiegend nach sofortiger Belohnung und Genuss aus ist. „Wenn ich arbeite, will ich dafür auch etwas haben“, das ist ein typisches Argument der Lebemenschen. Sparen für die Freiheit? Das lehnen sie als kindliche Vorstellung ab. „Das geht eh nicht. Das ist ein Hirngespinst. Vergiss diesen Quatsch.“ Solche Sprüche hab ich mir schon oft anhören müssen.

Der FU-Sparer hat einen weiteren Vorteil: Nicht nur wächst sein Netto-Vermögen mit der Zeit, er hat auch stets Geld, wenn es wirklich mal etwas Wichtiges (Notfall) oder Lohnendes zu gibt. Der konsumgeile Luftikus, der mit der Kohle rumwirft, hat kein Geld übrig, wenn sich mal eine Chance bietet: Börsencrash, Zwangsversteigerung, Auszeit, Firmengründung…

Unabhängig davon ist der sparsame Mensch zu Beginn des Renteneintritts besser gestellt als ein heute durchschnittlicher Rentner, sagen wir, mit 1.300 Euro Monatsrente ohne Rücklagen. Das Sparen lohnt sich immer, auch mit kleinen Beträgen. Du schläfst zum Beispiel besser. Grundsätzlich musst du deutlich mehr sparen, um finanziell frei zu werden.

Es sollten schon mehr als 600 oder 800 Euro im Monat sein, denke ich. Aber selbst wenn jemand nur mit 100 Euro im ETF-Sparplan anfängt, ist das besser als nichts. Ich kenne Leute, die verdienen über 250.000 Euro im Jahr und haben Geldprobleme.

Natürlich drehst du nicht jeden Euro um. Das wäre genauso unsinnig, als alle Überschüsse für unnötigen Konsum rauszuwerfen. Zig Millionen Senioren wären froh, wenn sie neben der Rente noch 50.000 oder 200.000 Euro extra hätten. Dann könnten sie die goldene Zeit genießen. Vielleicht würde ihnen eine mehrmonatige Reise auf einem Luxusschiff gefallen. Oder sie können den kalten Winter an der Küste im Süden verbringen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Die Deutschen: Zu viel Konsum, zu wenig Aktien

  1. AvatarRainer Zufall

    Aristokraten

    Fresenius nicht vergessen! Der Wert zählt seit letztem Jahr auch zu den Dividenden Aristokraten. FMC wird wohl folgen.

  2. AvatarA.

    Ja, Fresenius ist für mich aktuell ein Kauf. Bei meiner Tochter seit mehr als 3 Jahren im Depot. Aktuell im Minus, aber das wird schon wieder denke ich.  Diversifizierung.

    Aktuell hat sie 4 Positionen: Microsoft, Fresenius, Unilever, Pfizer.
    Werden mehr werden mit der Zeit. Die DividendenDividenden (äh, Zinseszinseffekt), merkt man bei den kleinen monatlichen Beträgen schon sehr.

     

    Gruß

    A.

     

  3. AvatarDaniel

    Ich stimme dem Artikel absolut zu, schön zusammengefasst. Lediglich diesen Abschnitt würde ich so nicht unterschreiben:

    Andere legen sich Gold, Kunst, Antiquitäten, Oldtimer, Ferraris oder gar Rolex-Uhren zu – in der Hoffnung damit Geld zu machen.

    was viele ja auch tun, ich sehe darin auch keinen Unterschied zu Menschen die z.B. mit Immobilien handeln, also weniger von den Einkünften der Mieter sondern Gebäude erwerben, etwas halten und dann mit Gewinn verkaufen.

    Ich greife mal beliebig die Rolex auf

    https://www.watchtime.net/uhren-klassiker/wie-hat-sich-der-preis-der-rolex-submariner-date-seit-1993-entwickelt/attachment/preisentwicklung-rolex/

    Für mich sieht das nach einem ziemlich stabilen und sauberen Graphen aus. Auch beim Blick auf den Young und Oldtimermarkt gibt es für sauber gepflegte und gewartete Fahrzeuge seit Jahren keine andere Richtung mehr als nach oben.

    Ich meine, diese Dinge sind keine Investments, sondern Spekulationen.

    Für mich ist eine Spekulation etwas was auf kurzfristigem Zock basiert, man also innerhalb kürzester Zeit einen Gewinn erwartet oder auf einen Verlust wettet der auch realisiert werdne soll. Ein Investment ist etwas, was man längere Zeit im Blick hat und etwas rentabel machen soll wenn man die Sturheit besitzt es zu halten. Beides Trifft sowohl auf Oldtimer, Luxusuhren oder andere Luxusgüter zu. Es ist lediglich eine andere Asset-Klasse

    Sie generieren im Laufe der Zeit keine Einnahmen (keine Dividenden oder Zinsen). Stattdessen hängt man davon ab, was die Leute für wertvoll halten.

    Ich sehe bei dieser Art der Definition keinen Unterschied zu Growth oder nicht-ausschüttenden ETF oder Aktien. Weder einer Amazon noch eine BH schütten laufende Dividenden aus und generieren lediglich Wertsteigerungen. Und auch Aktien erhalten ihren Wert nur dadurch was die Leute für wertvoll erachten.

    Klar kann eine Rolex in zwei Jahren im Preis um 10 Prozent steigen. Aber das ist nur ein Zeitfenster von 2 Jahren. Aktien bieten generell ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis.

    Damit magst du sicherlich recht haben, aber eine Aktie kann auch in zwei Jahren nur um 10 Prozent steigen oder um 10 Prozent fallen, was ist der Unterschied? Eine Einzel-Aktie ist ähnlich volatil wie ein einzelner Wertgegenstand. Aber ist ein „Luxus“ Horter der diverse Uhren, Oldtimer, Schmuck, Gemälde usw. hält nicht auch ähnlich diversifiziert?

    Der FU-Sparer hat einen weiteren Vorteil: Nicht nur wächst sein Netto-Vermögen mit der Zeit, er hat auch stets Geld, wenn es wirklich mal etwas Wichtiges (Notfall) oder Lohnendes zu gibt. Der konsumgeile Luftikus, der mit der Kohle rumwirft, hat kein Geld übrig, wenn sich mal eine Chance bietet: Börsencrash, Zwangsversteigerung, Auszeit, Firmengründung…

    Einer der Hauptvorteile der FU wenn Du mich fragst.

     

  4. AvatarNico Meier

    Hallo Tim danke für deinen Artikel.

    Leider hast du recht auch in der Schweiz gibts viele Menschen die sich beim Hauskauf übernehmen. 20% Eigenkapital ist erforderlich um etwas zu kaufen. Leider sind nur 10% direkt zu leisten die anderen 10% können aus der Pensionskasse (berufliche Vorsorge) bezogen werden. Wer Geld aus der Pensionskasse nimmt, der schadet sich indem sein Geld dort keine Zinsen mehr generiert und er wenn er den Betrag mit Zinsen nicht wieder zurückzahlt später eine tiefere Betriebsrrente haben wird. Vielen ist dies leider zu wenig bewusst denke ich. Oder man will es nicht wahrhaben. Es wäre besser man würde sich mit einem kleineren Haus, Doppeleinfamilinhaus oder Reiheneinfamilienhaus begnügen und weniger Schulden machen!

  5. AvatarThorsten

    Na ja, der übertriebene Konsum trifft auf viele westliche Länder zu, auf die
    USA noch viel mehr.

    In Deutschland ist die Steuerlast hoch, Binennnachfrage spielt weniger eine Rolle, der Export bestimmt alles. den Deutschen bleibt  deutlich weniger Geld zum ‚konsumieren‘. Dafür haben sie dann die Ausbildung umsonst und eine stattliche Rente (die Steuern dafür sind als ‚Sozialabgaben‘ deklariert)…

    ….Die amerikanische Wirtschaft wird vom Konsum getrieben (zu etwa 70 Prozent), während die deutsche stark exportlastig ist (etwa 50 Prozent, Tendenz steigend). 

    Die Konsumabhängigkeit der amerikanischen Wirtschaft erklärt auch einige andere Unterschiede. So zeigen die Amerikaner in der Regel eine größere Toleranz für Werbung, die als notwendiges Übel gilt, damit die Leute auch wirklich ihr Geld ausgeben. Auffällige Ausnahme ist die Trikot-Werbung, die eher selten zu finden ist. Auch die Beliebtheit von Kreditkarten könnte man in diese Kategorie packen. 

    Quelle : Quelle

     

  6. AvatarChristian

    Die „Man könnte ja sterben“ Theorie ist einfach zu bequem – bis 30 richtig gelebt haben, da kann man kein Geld sparen. Bis 40 Familie, Haus, Hund, da kann man kein Geld sparen. Und mit 50, oder 60 noch anfangen? Ja, aber XY ist halt schon früh gestorben, lieber geniesse ich meine Zeit, da kann ich nicht sparen. 99% der Menschen sind so, leider sogar solche, die es besser wissen sollten. Genau den Satz von wegen sterben können habe ich von einem gut verdienenden Staatsangestellten gehört, der auch noch mit Finanzen (Steuern) zu tun hat. Da muss man sich nicht wundern, wenn alle anderen es auch so machen.

  7. AvatarA.

    @Christian

    Das ist schon krass mit dem Staatsangestellten, der mit Finanzen zu tun hat. Selbst als Student hatte ich schon mehrere Tausend Euros in der Hinterhand. Hab Befög bekommen und noch gearbeitet nebenher.
    Miete musste ich auch zahlen. Hab in einem Studentenwohnheim gewohnt.

    Ich kann es mir nicht anders erklären, außer das man sein Geld einfach verballert mit beiden Händen. (Ausser man muss Familie unterstützen oder ähnliches).

     

    Gruß

    A.

  8. AvatarDaniel

    Die „Man könnte ja sterben“ Theorie ist einfach zu bequem – bis 30 richtig gelebt haben, da kann man kein Geld sparen. Bis 40 Familie, Haus, Hund, da kann man kein Geld sparen. Und mit 50, oder 60 noch anfangen? Ja, aber XY ist halt schon früh gestorben, lieber geniesse ich meine Zeit, da kann ich nicht sparen. 99% der Menschen sind so, leider sogar solche, die es besser wissen sollten. Genau den Satz von wegen sterben können habe ich von einem gut verdienenden Staatsangestellten gehört, der auch noch mit Finanzen (Steuern) zu tun hat. Da muss man sich nicht wundern, wenn alle anderen es auch so machen.

    Dabei beweisen sich die meisten Leute doch selbst wie unwichtig Geld häufig bei der Lebensfreude ist und das eben Verzicht am Anfang keine solche Beschränkung des Spaßes bedeuten muss.

    Ich wette, wenn man die Leute auf der Straße, insbesondere die, die studiert haben, fragen würde, dann würden die meisten wohl behaupten, dass sie während des Studiums am meisten Spaß in ihrem Leben hatten. Wenige ganz große Probleme, viele Gleichaltrige und Gleichgesinnte, viele Freunde, viel Feier und Spaß. Die meisten dürften aber auch genau in der Zeit relativ wenig Geld auf der hohen Kante gehabt haben und einen verglichen mit dem 20 Jahre späteren-ICH einen deutlich niedrigeren Lebennstandard.

  9. AvatarRalf

    Ich wette, wenn man die Leute auf der Straße, insbesondere die, die studiert haben, fragen würde, dann würden die meisten wohl behaupten, dass sie während des Studiums am meisten Spaß in ihrem Leben hatten.

     

    Das liegt am Alter. Generell erachtet man die Zeit etwa vom 17-25 Lebensalter als die wichtigste und schönste Zeit des Lebens.

  10. AvatarFabian S.

    @ alle:

    Für mich ist bei Gold nur die Überlegung, ob man es als Cashersatz sehen sollte, wenn das Schuldensystem platzt. Die IWF Überlegungen lassen schon tief blicken.

  11. AvatarJamirael

    Verzichte darauf, die Positionen ständig zu kaufen und zu verkaufen.

    Ich bezahle bei einer Order unter 2000 Euro ca. 20 Euro Ordergebühr bei der Consorsbank.

    Beim Verkauf dann nochmal 10 Euro.

    Die „kostenlosen“ ETF Sparpläne sind beim Verkauf plötzlich > 1,5% teuer.

     

    Kennt jemand einen preiswerteren Broker ?

  12. Avatarsamaz

    @Jamirael

    Schau Dir zB mal das aktuelle Angebot der comdirect an. Generell lohnt es sich immer mal wieder zwischen den Diskountbrokern hin und her zu wechseln und die Wechselprämien sowie Neukundenkonditionen mitzunehmen.

    Consors hätte für Dich auch bessere Konditionen, wenn Du von woanders zu ihnen wechseln würdest.

    Scheint wirklich ein Phänomen der heutigen Zeit zu sein, dass eigentlich zufriedene Kunden aufgrund von Schlechterbehandlung (gegenüber Neukunden) zur Konkurrenz getrieben werden. Siehe zb Banken und Telekommunikationsanbieter.

  13. AvatarJames

    @Jamirael: Kann ich bei der Consorsbank nicht bestätigen, ich bezahle Orderwert unabhängig immer 10€ pro Kauf! Mir wird bei TAN Eingabe lediglich der Hinweis gegeben „Orderkaufgebühren 20€“ aber das spiegelt die Kosten für Kauf und einen möglichen Verkauf wieder.

    @Rainer Zufall : Sehe ich mit Fresenius genauso! Zum Glück habe ich hier ordentlich zugelangt als sie eingebrochen sind zuletzt. Ich stehe daher schon 2-stellig im Plus, die erhöhte Dividende und die weiteren Aussichten machen mich froh einen solchen Wert im Depot zu haben.

  14. Avatarchn

    @Daniel:

    Ich wette, wenn man die Leute auf der Straße, insbesondere die, die studiert haben, fragen würde, dann würden die meisten wohl behaupten, dass sie während des Studiums am meisten Spaß in ihrem Leben hatten. Wenige ganz große Probleme, viele Gleichaltrige und Gleichgesinnte, viele Freunde, viel Feier und Spaß. Die meisten dürften aber auch genau in der Zeit relativ wenig Geld auf der hohen Kante gehabt haben und einen verglichen mit dem 20 Jahre späteren-ICH einen deutlich niedrigeren Lebennstandard.

    Das kann ich für mich absolut bestätigen, und diese Erinnerung an die Zeit des Studiums ist eine meiner Hauptmotivationen, die finanzielle Freiheit anzustreben. Selbst frei über die eigene Zeit und mentale Energie verfügen zu können, wiegt in meinen Augen viel schwerer als Geld oder irgendwelche Konsumartikel. Alleine für diese Erkenntnis und Erfahrung bin ich dankbar, studiert haben zu dürfen.

  15. AvatarHvW

    @chn:

    Ich verstehe dich vollkommen, mir geht’s sehr ähnlich. Allerdings glaube ich auch, dass ich dabei unterschätze, wie sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Sprich als Student hatte man halt auch immer andere junge flexible Studenten um sich, die idR auch keinen 8-10 Stunden Arbeitstag hatten. D.h. man hatte immer Leute um sich, die Zeit hatten und mit denen man was machen konnte. Ich denke schon, dass es sich anders anfühlt, wenn man mit z.b. 40+ FU ist, dann haben viele im Freundeskreis halt doch ihren Arbeitstag, ihre Familie etc.

    Oder wie siehst du’s?

     

  16. Avatarchn

    @HvW:

    Ja, das ist so eine Sache. Die Leute um einen herum waren auch Studenten. Mit der Uni hatte man eben so eine Art „Treffpunkt“ – man ging hin und traf immer wen 🙂 So wird’s wohl nicht mehr werden.

    Vielleicht kann Tim da ein bisschen was drüber erzählen/schreiben. Da kommt’s wohl auch mehr auf einen selbst an. Vielleicht lernt man ja ganz andere Leute kennen mit Lebensmodellen/situationen, auf die man als Angestellter normalerweise so garnicht stösst.

    Ich habe schon z.B. an Co-Working-Spaces gedacht, um an meinen eigenen Projekten zu arbeiten (immer nur allein zuhause ist auf Dauer zu isoliert). Das stelle ich mir ein bisschen so ähnlich wie in der Uni vor. Ich habe mir auch schon freie Tage genommen und bin mit dem Notebook in verschiedene Stadtbibliotheken gegangen, um an meinem eigenen Kram zu arbeiten. Da sind auch ganz unterschiedliche Leute, und das sind nicht alles arbeitslose.

  17. KievKiev

    @ Chn, HvW, Daniel

    Die Studentenzeit hat mir auch sehr gefallen. Ich habe zeitweise bei meinen Eltern gewohnt, in einer WG und mit Freundin in einer gemeinsamen Wohnung. In Städten wie München kann ich auch gut nachvollziehen, wenn die Kinder während des Studiums zu Hause bleiben. Auch wenn ich Erfahrung in Selbstständigkeit gewonnen habe, muss man dies gegen die Kosten aufwiegen. In München kostet ein WG Zimmer vermutlich mehr als 800€ warm.

    Die Studentenzeit empfand ich als sehr schöne Zeit, mit Ausnahme einiger harter Siebklausuren. Ob es die beste Zeit war, würde ich nicht unbedingt unterschreiben. Jede Lebensphase bietet doch ihre eigenen Vorzüge und Reize. Ich habe jetzt eine Familie und zwei Kinder und spare auf die FU hin. Ich bin dabei sehr glücklich. Die Erinnerung an die sehr schöne Studentenzeit zeigt aber doch, dass man im Prinzip nicht viel Geld benötigt um glücklich zu sein.

    Ich habe heute aber auch mehr Verantwortung für mich und meine Familie als es früher der Fall war. Manches kommt mit Annehmlichkeiten daher anderes mit Aufwand.

    @ chn

    Du arbeitest auf die FU hin und malst Dir als Bild für ein Leben in Freiheit die vergangene Studentenzeit aus? Vielleicht versuchst Du Dir vorzustellen, wie Du in 5-10 Jahren oder wann es der Fall sein wird leben möchtest.

    Du könntest zumindest vormittags viele Dinge alleine erledigen wie Sport, einkaufen, aufräumen, Museen besuchen usw. So könntest Du täglich ab 15 Uhr Freunde besuchen und am Wochenende sowieso. Manche sind auch Selbstständig und haben eh flexible Arbeitszeiten. Bei mir in der Kita gab es einen kleinen Kreis von Selbstständigen, die sich auch vormittags ohne Kinder getroffen haben. Ich kann hier als Angestellter nicht genau sagen wie das aussah, da ich ja nie dabei war…

    Mir fehlt dieses „Big Picture“ für mich selbst allerdings. Im letzten MMM Blog ging es genau über dieses Thema. Der Beitrag hat mir sehr gefallen. Ich musste aber feststellen, dass mir dieses Zielbild fehlt.

    Ich bin auf dem Weg zur FF oder FU. Ich bin glücklich auf dem Weg, aber wie es danach genau aussehen soll weiß ich gar nicht. Außer eine Reduzierung der Arbeitswoche auf 4 Tage fällt mir nichts Besonderes ein. Wenn ich ein besseres Bild hätte, könnte ich vermutlich mehr erreichen.

  18. AvatarJamirael

    @James

    Du hattest Recht, es waren „nur“ ca. 20 Euro für den Kauf- und Verkauf an Ordergebühren.

    Die Orderdetails in der Orderübersicht war hier absolut irreführend.

  19. Avatarchn

    @Kiev:

    Du arbeitest auf die FU hin und malst Dir als Bild für ein Leben in Freiheit die vergangene Studentenzeit aus? Vielleicht versuchst Du Dir vorzustellen, wie Du in 5-10 Jahren oder wann es der Fall sein wird leben möchtest.

    Da hast du Recht. Für mich wird das langsam konkret (5 Jahre dauert das längst nicht mehr) und denke darüber nach. Ich habe mal den interessanten Tip gelesen, dass man sich in die Zeit der Kindheit zurückversetzen und sich daran erinnern soll, was man damals ohne äußere Zwänge so gemacht hat. Bei mir kommt dabei u.a. raus: draußen sein, den ganzen Tag Fahrrad fahren und mit den anderen Kindern spielen – nur wie überträgt man das auf das Erwachsenenleben? 🙂 Der andere interessante Lebensabschnitt als „Erwachsener“ mit relativ wenig äußeren Zwängen ist eben das Studium.

    Also um zu wissen, was ich in 5-10 Jahren will, hilft es mir daran zu denken, was ich in der Vergangenheit so gemacht habe, als es eher wenig äußere Zwänge gab. Natürlich habe ich mich selbst inzwischen auch verändert.

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