Das „Altersvorsorgedepot“ der Bundesregierung ist ein Schritt in die richtige Richtung

Ein Leser hat mich gefragt, was ich von dem geplanten „Altersvorsorgedepot“ der Bundesregierung halte. Es ist ein enormer Fortschritt, wenn du dir den Riester-Schrott anschaust. Ich bin also froh, was Berlin auf die Beine stellt. Attraktiv ist auch die staatliche Förderung, das wird bestimmt viele Menschen motivieren, etwas zu tun.

Das Altersvorsorgedepot ist eine moderne, renditestarke Alternative zur unbeliebten Riester-Rente. Zum Glück hat die Abzockerei mit Riester-Produkte ein Ende. Die Finanzbranche hat hier zum Teil die Sparer nach Strich und Faden ausgenommen, die Gebühren waren extrem. Es war lange Zeit ein Geldgrab für die Menschen, eine herzlose Abzockerei. Ich habe das so furchtbar empfunden, weil es hier um die Altersvorsorge geht. Der Staat hat seine Bürger im Grunde im Stich gelassen mit dieser Gebührenhuberei. Mit dem neuen Sparmodell sind die Kosten besser im Griff. Sie sollen bei 1% gedeckelt sein. Immerhin.

Aber: Ich spare in den USA mit keinerlei Kosten mit Aktien und ETFs für die Rente über ein Altersvorsorge-Depot namens SEP IRA, was wunderbar ist. Also Kosten von 0% wären in Deutschland wünschenswert. Die Broker machen das gratis, weil sie so Kunden bekommen, denen sie andere Produkte „andrehen“ können (weitere Depots, Hypotheken, Fonds, Vermögensverwaltung, Kreditkarten etc.)

Das Altersvorsorgedepot sieht so aus

Die Eckpunkte dieses neuen Konzepts in Deutschland (das ab 1. Januar 2027 greifen soll) sehen so aus:

  • Verzicht auf starre Garantien: Das war das Hauptproblem bei Riester. Die Anbieter mussten zu 100% garantieren, dass du deine eingezahlten Beiträge im Alter zurückbekommst. Um das zu sichern, mussten sie das Geld sehr konservativ (z. B. in festverzinsliche Papiere) anlegen, was in der Niedrigzinsphase die Rendite aufgefressen hat. Beim neuen Altersvorsorgedepot sollst du auf diese Garantie verzichten können, um voll von den höheren Aktienrenditen zu profitieren.
  • Auswahl an Wertpapieren: Du sollst ein spezielles Depot eröffnen können und dort selbst entscheiden, worin du investierst – vorzugsweise in günstige, breit gestreute ETFs oder Aktienfonds. Einzelaktien sollen nicht möglich sein. Ebenso sind Kryptowährungen ausgeschlossen.

Die „Do-it-yourself“-Lösung: Privat mit ETFs vorsorgen (flexibel & eigenverantwortlich)

Du musst nicht auf die Pläne der Regierung warten. Ich würde beides umsetzen. 14,1 Millionen Deutsche besitzen bereits Aktien oder ETFs (Exchange Traded Funds), so viele wie noch nie. Dieser positive Trend dürfte sich mit der Reform der Bundesregierung fortsetzen. Das ist mittlerweile sehr einfach und günstig.

Wie das funktioniert:

  • Das Prinzip ETF: Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einfach einen Marktindex nachbaut – zum Beispiel den MSCI World oder den FTSE All-World. Wenn du in so einen „Welt-ETF“ investierst, kaufst du automatisch winzige Anteile an Tausenden der größten Unternehmen der Welt (Apple, Microsoft, Toyota, Nestlé etc.).
  • Vorteile: ETFs sind extrem günstig, da kein teurer Fondsmanager bezahlt werden muss. Zudem streust du dein Risiko weltweit. Geht ein Unternehmen pleite, fangen die anderen 3.000 Unternehmen im ETF das auf.
  • Der Sparplan: Du eröffnest ein kostenloses Depot bei einem Online-Broker oder deiner Bank und richtest einen monatlichen Sparplan ein (das geht oft schon ab 10 oder 25 Euro im Monat). Das Geld wird automatisch von deinem Girokonto abgebucht und in den ETF investiert.

Die drei goldenen Regeln für die ETF-Vorsorge

  1. Langer Atem (ab 15 Jahre): Je länger du das Geld anlegst, desto besser. Auf Zeiträume von 15 Jahren oder mehr gab es bei weltweiten Aktien-ETFs in der Historie so gut wie nie Verluste, sondern durchschnittliche Renditen von ca. 6 bis 8 % pro Jahr.
  2. Der Zinseszinseffekt: Die Erträge (Dividenden und Kursgewinne) bleiben im ETF und erwirtschaften im nächsten Jahr wieder eigene Erträge. Über 20 oder 30 Jahre wächst dein Vermögen dadurch exponentiell.
  3. Krisen aussitzen: An der Börse wird es immer wieder Crashs geben (wie zur Finanzkrise oder zu Corona). derzeit hinterlässt der Krieg im Iran Bremsspuren an den Börsen. Wichtig ist: Nicht in Panik verkaufen! Wer den Sparplan einfach stur weiterlaufen lässt, kauft in Krisenzeiten die ETF-Anteile günstiger ein und profitiert doppelt, wenn die Kurse wieder steigen.

Die Förderung vom Staat: Kleinvieh macht auch Mist

Wer in dieses Depot einzahlt, wird vom Staat belohnt. Es gibt steuerliche Vorteile. Das Geld wird nämlich aus dem Bruttoeinkommen gespart und erst in der Rente versteuert.

Die Förderung soll einfacher funktionieren als bisher bei Riester-Produkten. Besonders Familien und Geringverdiener sollen von großzügigen Förderungen profitieren. Für die ersten gesparten Euros gibt es 50 Cent extra vom Staat, für weitere Euros bis zu einer bestimmten Grenze 25 Cent.

Aufs Jahr gerechnet fließt bei einer Sparleistung von 360 Euro ein Zuschuss von 180 Euro, für eine Sparsumme von 1.800 Euro kommt der Zuschuss auf insgesamt 540 Euro. Wer Kinder hat, bekommt zudem einen Kinderzuschlag von bis zu 300 Euro im Jahr. Auch Selbstständige profitieren von der staatlich geförderten Altersvorsorge..

Als Altersvorsorgebeiträge kann man bis zu 1.800 Euro als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen.

Du kommst an das Geld vor dem Renteneintrittsalter nicht dran (oder nur mit erheblichen finanziellen Nachteilen). Es ist streng für die Altersvorsorge gedacht, was gut ist. Es ist ähnlich ausgestaltet wie das 401(k)-System in den USA, wobei dort viel größere Summen jedes Jahr investiert werden können. Und für wen lohnt sich das neue deutsche Börsensparmodell? Gerade für junge Menschen. Durch den Zinseszinseffekt kann sich das für sie üppig auszahlen.

Du bist mit einem privaten Depot flexibler

Der Hauptunterschied zum Regierungs-Depot: Bei der privaten Do-it-yourself-Lösung gibt es keine direkten staatlichen Zulagen. Dafür bist du zu 100 % flexibel. Wenn du in 10 Jahren dringend Geld für ein Haus brauchst, kannst du deine ETFs jederzeit verkaufen.

Ich würde beide Depots machen. Zum einen das staatlich geförderte ETF-Depot. Zum anderen ein eigenes privates Depot, das du nach eigenen Regeln füllst. Achte auf die Kosten. Denn wenn die zu hoch sind, geht das über die Dekaden ganz schön ins Geld.

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38 Kommentare
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Marco
13 Tage zuvor

Hallo Tim,
von der Sache her ,der richtige Schritt,aber unsere Finanzindustrie ist erfinderisch wenn es um den Unterhalt geht.Dann kommt ein Verwahrendgeld oder Verwaltungsgebühr hinzu.Oder das Depot wird in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert,das kostet natürlich….
Ich kenne das von meiner VML.Zum Ende hatte ich drei Finanz Zuhälter an der Backe.Man muß abwarten wie sich das gestaltet.
Gruß Marco

Perpetuum mobile
13 Tage zuvor
Antwort auf  Marco

Wie ist das mit der Besteuerung nach auslaufen und Zuteilung des Altersvorsorgedepotes? Kann man dazu auch etwas aussagen?

Perpetuum mobile
13 Tage zuvor
Antwort auf  Tim Schäfer

Vielen Dank für die schnelle Info!

Perpetuum mobile
13 Tage zuvor
Antwort auf  Tim Schäfer

…Auszahlung von bis zu 30% des Gesamtkapitals. Warum nicht die gesamten 100%? Mit solchen Verträgen hätte ich kein gutes Gefühl!!

slowroller
12 Tage zuvor
Antwort auf  Perpetuum mobile

Weil man mit Steuergeldern (zu Recht) nur fördert was diesen Steuertopf später entlastet. 100% rausnehmen um ein Jahr später Wohngeld zu beantragen oder gar aufzustocken (das ist jetzt nen Extremfall) macht für den Staat keinen Sinn. Und ja – das ist gewissermaßen ein Stück Bevormundung. Allerdings steht jedem Frei aus seinem Netto zu sparen und zu investieren – damit kann man dann machen was man will.

Andy
13 Tage zuvor

Also ich bin da ehrlich gesagt auch vorsichtiger. Bei aller Euphorie und so richtig wie dieser Schritt sein mag, aber unsere Politiker „hassen“ Aktien und alles was damit zu tun hat. Mich würde nicht wundern wenn man das Ganze auf die Beine stellt, mit viel Steuergeld die Menschen anlockt und dann die Gesetze zum Ungunsten der Betroffenen „anpasst“. Ideen haben die Sozialisten genug um die Bürger zu schröpfen.

Daniel
13 Tage zuvor
Antwort auf  Andy

ich bleibe auch skeptisch. Schon bei Riester hat man gesehen dass der Staat regelmäßig die Spielregeln verändern und neu definieren kann. Warum sollte er das Ding also die nächsten 30 Jahre in Ruhe lassen.
Man kann natürlich sagen, dass das bei der normalen Aktien-Anlage auch ständig einem Wandel unterliegt. Im Gegensatz zu Riester oder diesem Modell behalte ich aber selber die volle Kontrolle und könnte notfalls auch einfach alles verkaufen und anders umschichten.

Uli
13 Tage zuvor

Hallo. Ich halte es nicht für sinnvoll. Unser Staat schröpft Sparer letztendlich immer ab. Lasst in Deutschland die Finger von so was weg. Es wird sich nicht lohnen.

Alliban
13 Tage zuvor

Im Prinzip ist das Ganze wieder so etwas, wo Politiker meinen, das Rad neu erfinden zu müssen. Wieso nicht einfach etwas übernehmen, was in anderen Staaten gut funktioniert?
Dann ist die Frage, was auf 1% gedeckelt ist. Die Gesamtkosten? Wohl kaum. Ich vermute mal, dass das die Depotkosten sind. Dann kämen da aber noch die Fondskosten hinzu. Und schon würde man bei über 1% landen. Und die Banken hätten wieder einen Goldesel. Ich kann mich noch erinnern, als ich nur ein Depot bei der lokalen Bank hatte (ja, früher gab es keine so goldenen Zeiten wie jetzt) und alles über einen „Berater“ lief. Da wollte man das Wort „ETF“ überhaupt nicht hören.

slowroller
12 Tage zuvor
Antwort auf  Alliban

Der Deckel beträgt 1% der Effektivkosten, da ist also alles drin. Für Selbstentscheider wird es deutlich deutlich günstiger – da gebe ich dir Brief und Siegel drauf. Dafür werden TR und Scalable mit Sicherheit sorgen.

Philipp
13 Tage zuvor

Die Darstellung der Fördersummen ist leider nicht richtig, das war der ursprüngliche Vorschlag.

Holger
13 Tage zuvor

Na ja Tim, es kann sein das ich mich irre, aber ich persönlich glaube, dass die Politik das Altersvorsorgedepot nutzen wird, um die Kapitalertragssteuer massiv zu erhöhen bei einem Freibetrag von 1000 Euro. Und von daher habe ich persönliche Zweifel, das die SPD wirklich was tun möchte.

Sebastian
13 Tage zuvor

Leider wird es – so vermute ich – so kommen dass dann diese Depots auch steuerlich angegriffen werden wie es zb in den Niederlanden bald kommen soll, also mit einer stuerpflicht für nicht (!) realisierte Gewinne. Der deutsche Staat ist wie viele in Europa komplett pleite und Politiker auf die momentane verkonsumiering leider angewiesen damit Gelder verteilt werden. Also ja – guter beginn aber im Kern wird es so eine Besteuerung sicherlich bald geben. Wo Geld ist ist das Finanzamt nicht weit …

Soweit meine Einschätzung.

Daniel
10 Tage zuvor
Antwort auf  Sebastian

Die Steuerpläne sind inzwischen aufgrund des öffentlichen Drucks in den Niederlanden zurückgezogen worden. Allerdings heisst das ja nicht, dass man auf derartige dumme Ideen in einigen Jahren nicht wieder zurückgreift.

Stefan
13 Tage zuvor

Ich würde nie wieder was abschließen, wo der Staat die Finger mit im Spiel hat.
Man sieht doch gegenwärtig, wie der Michel nach Strich und Faden ausgenomm/verarscht wird.

Daniel
13 Tage zuvor

Die Richtung an sich stimmt schon, da gebe ich Tim Recht. Aber es zeigt mal wieder das typische German Overengineering. Statt einfach für den Privatanleger den Pauschalbetrag auf z.B. 5000€ anzuheben wird etwas unheimlich Kompexes mit Broker usw. aufgefahren.

Selbst eine Anlehnung an den norwegischen Staatsfonds wäre denkbar gewesen. Der Staat hätte ja z.B. 3 eigene ETF-artige Produkte rausbringen können die mit 0,0er TER und Steuerfreiheit bei Verkauf nach 10 Jahren belegt sind. Man hätte einen breit gestreuten MSCI World Artigen Fonds rausbringen können der z.B: 100% Aktien beinhaltet oder etwas konservativere Vehikel als Mischfonds mit z.B. 30 oder 60% AA-AAA Anleihen. Dann hätte jeder einen Sparplan drauf machen können. (für Milliardäre die da ein Steuerschlupfloch wittern) mit Deckel auf z.B. max. 10.000€ investition pro Jahr möglich.

Mr. Pino Cavallo
13 Tage zuvor

Ich kann die kritische Einstellung vieler hier nachvollziehen. Dem deutschen Staat ist grundsätzlich nicht zu trauen, da der Staat pleite ist und wir in Gesellschaft und v.a. Medien sehr viele Stimmen haben, die permament von Umverteilung sprechen.

Eine Chance könnte das aber trotzdem sein, wenn sich dadurch die Anzahl der Kapitalmarktteilnehmer/Aktionäre erhöhen würde. Je mehr wir sind, desto größer ist unsere Lobby und Politiker können nicht mehr so einfach den Aktionär als Melkkuh missbrauchen. Siehe USA, dort entscheidet der Kapitalmarkt über das Wohl und Wehe des amerikanischen Präsidenten. Weil die Börse einfach ein wichtiger Pfeiler des dortigen Rentensystems ist.

Daniel
12 Tage zuvor
Antwort auf  Mr. Pino Cavallo

Ich glaube den von Dir angestrebten Zustand werden wir nie (wieder) erreichen. Ich habe ganz im Gegenteil den Eindruck dass die meisten Bürger immer unselbstständiger werden und ohne einen Staat der ihnen sagt was sie zu tun oder zu lassen haben vollkommen aufgeschmissen sind.
Anders kann ich mir die zig Gesetze und Verordnungen nicht erklären die über uns jährlich ausgeschüttet werden.

slowroller
11 Tage zuvor
Antwort auf  Mr. Pino Cavallo

Seit wann ist der Aktionär denn die Melkkuh? Noch werden Erträge durch Kapital anderen Erträgen deutlich bevorteilt – das mag sich ändern, aber noch sind wir weit davon entfernt.

I want to believe
11 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

Bitcoin, Gold, Immobilienverkäufe sind steuerfrei. Share Deals sogar grunderwerbssteuerfrei.

Bei Aktien fallen Kirchensteuer, Kap & Co an. Dividenden werden beim Ausschütter zusätzlich mit 30% versteuert. Durch unterschiedliche Verlusttöpfe ist nicht mehr alles gegenzurechnen. Totalverluste ebenfalls nicht. Bei Thesaurierern fallen alljährlich Steuern auf Luftgewinne an.

Aber stimmt, Aktionäre sind keine Melkkühe, außer wenn sie in aktive Fonds oder kombinierte Spar_Versicherungsprodukte investieren.

slowroller
10 Tage zuvor
Antwort auf  I want to believe

Vorweg: Ich finde die Abgeltungssteuer gut wie sie ist. Finanzgerichte sehen das teilweise anders – „leider“ aber zu Ungunsten von Kapitalerträgen. Zinsgewinne und Erträge aus Veräußerungen werden deutlich niedriger besteuert als anderes Einkommen. Dividenden liegen etwa auf dem Niveau des Steuersatzes.

Ich bin aber völlig bei dir: Immobiliengewinne sind zwar nicht immer steuerfrei, aber diese Befreiung würde ich tatsächlich nur bei Eigennutzung anwenden. Gold und Bitcoin sind nochmal eine andere Marke – wieso ich aber Gold quasi steuerfrei verkaufen kann, Kinderklamotten ab einer gewissen Menge nicht, wird mir nicht klar. Auch das Thema mit den Finanzlobbyprodukten ist richtig – wenn es da nicht zu begründende Vorteile gibt, sollte man die auch streichen.

Grundsätzlich finde ich es richtig Einkommen zu versteuern – und da darf gerne nicht geschaut werden ob das Einkommen durch Arbeit, Spekulation oder Investition erzielt wird.

Daniel
10 Tage zuvor
Antwort auf  slowroller

das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Denn du bist als Aktionär ja auch sozusagen „Anteils-Besitzer“ des Unternehmens. Folglich interessiert es dich natürlich auch, wieviel Steuern das Unternehmen abführen muss.
Und wenn man nicht nur die knapp 26% Kapitalertragssteuer berücksichtigt die dich auf Auszahlungsebene direkt sichtbar belasten, sondern auch z.B. die Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und was das Unternehmen noch alles besteuern muss betrachtet, dann kommt nicht selten der Fall vor, dass von 100€ Gewinn bis es im Konto von dir aufgeht knapp 50% an den Staat gingen. Und diese Quote ist signifikant höher als die persönliche Steuerquote der meisten Anlegen.
Der einzige Unterschied ist, dass es zur Hälfte mehr oder weniger verborgen bleibt.

Sparta
10 Tage zuvor
Antwort auf  Daniel

@Daniel

„Folglich interessiert es dich natürlich auch, wieviel Steuern das Unternehmen abführen muss.“

Und als Arbeitnehmer haben viele absolut kein Interesse wieviel Steuern das Unternehmen vor der Auszahlung des Gehaltes bezahlen muss bis es zum Nettolohn kommt, obwohl ein höheres Netto vielen Menschen helfen würde…

Tja, das Problem des Staates mit fremden Geld vernünftig umzugehen wird doch höhere Steuern & noch mehr Einnahmen leider vielfach auch nicht besser.

slowroller
10 Tage zuvor
Antwort auf  Daniel

Das ist mir doch bewußt – die Gerichte spielen auf Veräußerungsgewinne ab. Hier sind die Steuern auf Unternehmensseite der Kapitalertragssteuer nicht direkt zuzuordnen und das wird bemängelt. Ich bin ansonsten absolut auf deiner Seite und finde die jetzige Regelung fair und (vor allem) ausgesprochen einfach, was für Deutschland echt ein Novum ist ;-)

Marco
13 Tage zuvor

Die Richtung stimmt schon Mal,und ich werde das Altersvorsorge Depot jetzt Mal nicht schlecht machen bevor es an den Start geht.Es wird eine gewisse Zeit dauern bis das Ding sich eingetrimmt hat . Für die junge Generation bestimmen eine gute Sache.Und der Deutsche Staat ist nicht pleite,wer erzählt euch diesen Quatsch.Deutschland hat momentan eine Verschuldung 3,6 Billionen,verteilt bis 2103.Andere Länder Schulden Deutschland 4,5 Billionen Euro.

Marco

Anonym
12 Tage zuvor
Antwort auf  Marco

Bei 25€ im Monat nimmt man mit einem Kind das maximale an Förderung. Das tut niemandem weh. Bei einen Welt/ETF ist das Risiko auch gering. Interessant wäre es, ob man eine ausschüttende Variante wählen kann, und der reinvest der Ausschüttung dann auch Förderberechtigt ist.

Info
12 Tage zuvor
Antwort auf  Anonym

..interssant ist auch, welcher Betrag des Depotwerts nach dem Tod den Erben ausbezahlt wird: nur die eingezahlte Summe und Dividenden (was wahrscheinlich der Fall sein wird), oder diese Summe plus die erhaltenen, staatlichen Zuschläge?

Auch will ich -im Notfall- unbürokratisch vor Renteneintritt das Geld ausgezahlt bekommen, gerne mit nachträglicher Besteuerung aller Gewinne und Dividenden. Man weiss ja nie, was das Leben sich so erlaubt…

Abwarten ist angesagt, und in 2027 das Kleingedruckte lesen.
Für die junge Generation wird es sich sicherlich lohnen.

Petra1967
12 Tage zuvor

Kann man da auch einzelne Staatsanleihen reinlegen?

Sebastian
12 Tage zuvor
Antwort auf  Petra1967

In Österreich gibt es eine nicht so schlechte Sache, dass man sogenannte §14 Fonds (Staatsanleihen von Österreich) als direkte Ausgabe als Selbständiger geltend machen kann. Man muss sie nur 4 Jahre mindestens halten. Das ist auch zumindest ein kleiner Schritt in diese Richtung, wichtig wäre abgesehen vom Aktiensparplan auch eine deutliche Reduktion der Einkommensteuer bzw- Steuern generell, damit die Wirtschaft endlich in Schwung kommt. Steuern sind wie ein permanenter Schnupfen.

Kiev
12 Tage zuvor

@ AVD

Ich finde die Einführung der Altersvorsorgedepots sehr gut. Es ist ein wichtiger Schritt für ein zusätzliches Standbein. Eine Betriebsrente hat schließlich nicht jeder Arbeitnehmer. Außerdem sind Selbstständige bei dem Modell nicht ausgeschlossen.

Auf Antworten für ein paar Details warte ich noch. Die 1% Gebühren können hoffentlich deutlich von TradeRepublik und Scalable unterboten werden. Dann wird das Modell durch die Steuerstundung viele Möglichkeiten bieten. Hier kann man auch steuerlich kostenneutral Schwerpunkte verschieben.

Das lediglich 30% ausgezahlt werden können stört mich auch etwas. Solange der Rest nicht in Anleihen oder Garantieprodukte gewandelt werden muss kann ich damit leben. Die Begrenzung der Auszahlung kann ich allerdings nachvollziehen. Der Staat möchte eine Altersvorsorge fördern, die dann auch für das Alter verwendet wird und nicht vorher verjubelt wird. Die Zielgruppe sind eher nicht die Leser des Forums.

Bei Gebühren von ca. 0.3% bin ich direkt dabei. Soweit mir bekannt darf man auf einen Teil des Vermögens auch vorab zugreifen. Wenn es um Finanzierung/Modernisierung von Immobilien geht. Da müsste man allerdings entsprechend Steuer zahlen. Vermutlich würde die Fünftel Regel gelten….

Michael
12 Tage zuvor

Die ‚1% Gebühren‘ sind in Wirklichkeit eine Effektivzinsreduktion, Details siehe z.B. hier: https://hartmutwalz.de/altersvorsorgedepot/

Im übrigen hat der deutsche Staat schon bewiesen, daß man seinen Versprechen nicht trauen kann. Wer in den 80er Jahren privat vorgesorgt hat (z.B. durch Gehaltsumwandlung), darf heute -entgegen den damaligen Versprechungen- Sozialbeiträge zahlen.

Michael
12 Tage zuvor
Antwort auf  Michael

Nachtrag:
https://www.youtube.com/watch?v=8taY4pZXJeA

Ich wette, in 10 oder 20 Jahren fällt unseren Politikern etwas ähnliches für die Altersvorsorgedepots ein.

slowroller
11 Tage zuvor
Antwort auf  Michael

Die 1% sind das Maximum und das wird wieder nur bei windigen Finanzprodukten fällig. Macht man es selbst wird es deutlich günstiger werden, da bin ich mir sicher.

Wer früher per Gehaltsumwandlung vorgesorgt hat, hat das Geld genau einmal verbeitragt: Zum Zeitpunkt der Auszahlung. Blöd und tatsächlich auch fragwürdig waren die Fälle, wo man Netto-Policen hatte, hier gab es dann eine „echte“ Doppelverbeitragung.

Am ende kann und wird es immer Gesetzesänderungen geben. Was ich am Status quo gut finde ist, dass man recht konsequent und für alles was Altersvorsorge betrifft, das Prinzip der nachgelagerten Versteuerung nutzt. Dass die Umstellung blöd lief sei unbenommen.

Josef
12 Tage zuvor

Der Staat und seine versprechen.
Bei den Politikern gibt es nur bla bla bla.
Die machen nix wenn sie nicht selbst Profit daraus schlagen.
Ideen haben Sie ja genug um neue Gesetze zu machen.
Anderseits wenn alle Staaten diese Aktienrente haben, dann werden diese einmal die Grossaktionäre von Unternehmen sein.
Staaten in der Wirtschaft ohje, geführt von Schwätzern ohne Erfahrung wie es im echten Leben ist.
In was einzahlen, das der Staat kontrolliert erachte ich als Risiko Geld zu verlieren.
Der Norwegische Staatsfonds, wird sicher auch mal zerlegt.
Seih es durch schlechte Manager oder neue versteckte Gebühren.

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