Börsenhektik: Einfach durchhalten, dann wird das was

Die FAANG-Aktien Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google (Alphabet) liefen exzellent in den vergangenen Jahren. Manch einer denkt sich: “Soll ich jetzt die Gewinne mitnehmen?” Ich meine, was versuchst du hier zu tun? Glaubst du, dass die Aktien nicht wieder steigen werden? Was willst du mit dem Geld sonst tun? Wer seine Gewinne realisiert, muss zudem den Gewinn versteuern.

Zur Zeit sind in der Tat die Börsen zittrig, weil die Fed wohl die lockere Geldpolitik ändern wird. Aber deshalb aussteigen? Nein, ich bleib jedenfalls dabei.

Wenn Du eine Gelddruckmaschine wie Microsoft, Alphabet oder Apple verkaufst, wettest du im Grunde, dass diese Unternehmen aufhören werden, Geld zu verdienen. Ich halte solche Dauerläufer einfach weiter.

Du wirst nicht reich, indem du bei jeder sich bietenden Gelegenheit „Gewinne mitnimmst“. Reich wirst Du, indem du langfristig profitable Unternehmen findest, sie kaufst und behältst. Warren Buffett bleibt bei vielen Qualitätspapieren 20, 30, 40, 50 Jahre dabei.

Hedgefondsguru Joel Greenblatt hat Website für Value-Fans

Eine der besten Zeiten, um eine Aktie zu kaufen ist, wenn ein gutes Unternehmen aufgrund einer Überreaktion der Anleger an der Börse abschmiert. Ein schlechtes Quartal, ein vorübergehendes Problem und schon kann der Kurs ins Rutschen kommen. Es erfordert ein wenig Recherche, um festzustellen, ob der Kursrutsch gerechtfertigt oder eine Überreaktion ist. Dann den Mut zu haben, um einzusteigen, kann sehr lukrativ sein.

Hedgefondsmanager Joel Greenblatt hat aus diesem Grund den Value Investors Club 1999 ins Leben gerufen. Hier tauschen sich erfahrene Anleger über Chancen aus. Hast du dich dort mal umgeschaut? Es werden vor allem kleine Aktien besprochen, die kaum jemand kennt.

Wenn du dir in jungen Jahren eine Altersvorsorge aufbauen willst, hast du genug Zeit. Also lass deine Aktien ruhig lange liegen. Arbeitgeberverbände fordern schon das Arbeiten bis 70. Wer kein zusätzliches Ruhestandspolster hat, muss bald arbeiten, bis er tot umfällt. Die Rentenkassen sind leer.

Ich hab zum Glück früh angefangen mit dem Aktiensammeln. Ich halte meine Aktien und ETFs im Idealfall ewig. Das Resultat: Ich hab keinen Chef mehr und arbeite nur noch an Projekten, die mir Spass machen. 

Arte hat übrigens eine gute Reportage über die FIRE-Bewegung. Die Filmemacher stellen Menschen vor, die mit 40 in Rente gehen wollen und dafür eifrig sparen.

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    1. @Worrier
      Und neben den Sektoren dann auch noch die Assets, die rotieren. Manche kennen es noch nicht, zu lange stieg der S&P500 einfach so.

  1. Eine schöne Turnaroundstory könnte Bayer sein. Ein international aufgestellter Traditionskonzern, der derzeit wegen der Glyphosat-Prozesse und dem negativen öffentlichen Image durch die Monsantoübernahme, günstig zu haben ist.
    Da die Geschäftsfelder, grüne Gentechnologie und pharmazeutische Biotechnologie, sind zukunftsträchtig. In der Agrochemie, die allein aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung immer bedeutender werden wird, ist man Weltmarktführer. Das KGV liegt unter 8, die Dividenderendite über 4%.
    Ich habe eine erste Postion aufgebaut.

  2. Coole Reportage auf Arte. Kathrins Punkte und Aussagen sind so wahr (für mich). Gerade in Bezug auf Geld für eine Tätigkeit zu bekommen heisst Wertschätzung zu bekommen. Das habe ich im Alltag nie gespürt, geschweige denn gedacht, bis es dann weg war. Auch das Thema Herausforderungen: ohne ständig an einen Punkt zu kommen das man etwas nicht schafft und dann doch irgendwie eine Lösung hinbekommt fehlt mir etwas, aber das ist eher typabhängig, meine Frau kann ohne Probleme ohne Herausforderungen, ob das (bei beiden) auch noch in 5 Jahren so ist sehen wir dann.

  3. @ Arte Reportage

    Die Reportage hat mir auch gefallen. Ich kann mich ein wenig mit Beiden identifizieren. Bin vom Alter und Leben eher bei den Jüngeren, aber auf dem Weg fast bei der “älteren” Frau. Die Altersangaben sind relativ zu mir betrachtet. Die 10k für den Kleinkinderbereich täten mir auch weg. Nachhaltig investiert würde ich das nicht nennen, da es bereits in wenigen Jahren nicht mehr ausreichen wird. Ich hätte die eine 80%+ DIY Lösung für 500€ verwendet. Würde der Lösung auch ähnlich sein. Ein wenig handwerkliches Geschick würde die Sparrate der Jungen vielleicht erhöhen. Ist sinnvoller als sich zu viel mit neuem Aktien zu beschäftigen. Bildung ist generell keine schlechte Investition.

    @ Lejero
    Ich kann ein wenig Deine Stimmung nachempfinden. Ich hatte eine dreimonatige bezahlte Erholungsphase. Geld für erbrachte Leistung benötige ich jetzt nicht unbedingt, aber irgendwie schafft man in so viel gebündelter freier Zeit weniger als gedacht. Daher verfolge ich jetzt eher die Lösung mit reduzierter Arbeit und mehr Freizeit. Das wird aber noch ein paar Monate dauern. Im neuen Job kann ich aber auch Dank Corona und perfekter mobiler Arbeitsplatzausstattung wirklich neue Dinge machen. Ich habe beispielsweise 3 Tage bei meinen Eltern mit meiner Familie gearbeitet und so mit dem Wochenende einen kleinen Urlaub verbracht. Natürlich hatte ich in den drei Tagen nicht frei wie im Urlaub, aber ich konnte viel Zeit wie im Urlaub verbringen. Gemeinsames Essen, mit dem Hund durch Wiesenlandschaften gehen usw. Das hat mir richtig gut gefallen und es war bei meinem alten Arbeitgeber bereits durch die Hardware in der Form mich möglich. So kann ich mir durchaus vorstellen ein wenig mehr zu arbeiten als ursprünglich geplant. Nebenbei machen die neuen Herausforderungen auch teilweise Spaß. Besonders wenn sie erledigt sind. Und das auch ohne Bonus.

  4. @Kiev:
    Ja, das Geld und “gefühlte” Wertschätzung zusammenhängen können hätte ich in meiner Angestellten-Zeit niemals gedacht, und als ich für mich dann festgestellt habe, daß es aber emotional tatsächlich so ist fand ich das auch erst mal irritierend und oberflächlich. Deswegen finde ich es auch toll, wie offen das Katrin anspricht, hält dich ja erstmal jeder für ein oberflächliches und ausser Geld sinnleeres Würstchen 😉

  5. @ Lejero

    Geld gab es bei mir in der Zeit weiterhin in gewohnter Weise. Vielleicht kann ich diesen Punkt nicht nachvollziehen. Als Angestellter bekommt man Geld in der Regel unabhängig von der aktuell erbrachten Leistung. Als Selbstständiger ist das bei projektbezogenen Tätigkeiten oder eigenen Produkte anders. Ich habe zu Hause noch ein paar Restarbeiten zu erledigen. Eine Zarge muss mich eingebaut werden, eine weitere gespachtelt werden und ein paar Schrankelemente lackiert werden. Die Fertigstellung ist auch ohne Bezahlung erfüllend.

  6. @ Lejero

    Vielleicht musst Du Dir ein paar Routinen Selbstauflegen. Völlig losgelöst von teilweise vorgegebenen Tagesabläufen ist auch nicht unbedingt erfüllend. Das habe ich auch erlebt. Ich hatte auch Freizeitprogramm wie eine Radreise und Wanderung gesetzt. Ansonsten fällt etwas unter den Tisch, was man machen möchte. Für die Aktivitäten habe ich Equipment benötigt, dass ich im Vorfeld recherchieren und erwerben musste. Hätte ich mir hier zu viel Zeit gelassen wäre es leicht gewesen dies als Grund vorzuschieben etwas anderes zu machen.

  7. Danke Tim für den Artikel. Habe selber letztes Jahr mit ETFs angefangen und will diese 20 Jahre halten und schauen was rauskommt. Wenn die Unternehmen schwächeln freue ich mich und versuche noch etwas nachzukaufen.

  8. @Kiev:
    Ja, Routinen finde ich auch sehr wichtig, alleine um das Wochenende weiterhin etwas besonderes sein zu lassen, nämlich 2 Tage ohne Routine.
    Versteh mich beim Thema Geld=Wertschätzung nicht falsch: das ist natürlich nur ein Quell der Wertschätzung, ein wesentlicher Teil kommt auch von Familie, Freunden oder einem selber, wenn man wie in deinem Beispiel etwas geschaffen hat auf das man stolz ist.
    Mir geht es darum, dass es mir als Angestellter der regelmässig und selbstverständlich sein Gehalt überwiesen bekommen hat zu wenig bewusst war, dass das monatlich ein Ausdruck der Wertschätzung meines Arbeitgebers war, im Sinne: das was du kannst oder machst ist mir soviel wert, dass ich dir dafür von meiner knappen Ressource Geld abgebe. Das ist doch eigentlich ein schöner Gedanke, den man sich einmal im Monat bewusst machen kann, und nicht erst wenn er fehlt.

  9. @Lejero wenn du selbstständig oder Freiberufler bist und du bekommst wegen nicht sauberer Arbeit Geld einbehalten oder abgezogen von der Schlussrechnung, kann es auch sehr abwertend empfunden werden, je nachdem wie der Kunde das ganze das natürlich praktiziert.
    Wenn Kunden direkt bezahlen, hat das auch eine Gewisse Wertschätzung.

    Aber als Angestellter hatte ich das Monatliche Gehalt auch eher als Selbstverständlich betrachtet, als wie als Wertschätzung. Wenn man sich das mehr bewusst macht, dann fällt einem die Arbeit vielleicht leichter und man geht lieber ins Geschäft.

  10. Ich sehe das ganze aus Sicht als Selbständige/ Unternehmerin. Ich bin immer verwundert für wie Selbstverständlich viele Angestellte es ansehen, welche Kosten eine Firma jeden Monat mit Lohn und Nebenkosten so trägt. Die sind hier in Deutschland schon extrem hoch.
    Aus meiner Sicht habe ich auch kein Verständnis für Diskussionen über eine 30 Stunden Woche.
    Bei jemanden, der über 60 ist kann man da gern drüber reden. Aber wer sonst fit ist, der sollte schon 40 Stunden in der Woche arbeiten können. Wenn man dann Urlaub und Feiertage abzieht sind das ja auch nur 35 Stunden, die derjenige dann macht.

  11. Super Reportage von Arte. Bin begeistert von der reflektierten “älteren Anlegerin” Kathrin, da sollte die junge Generation (wie ich :-)) richtig zuhören, Lebensweisheiten durch Erfahrung.

    1. Die Diskussion um “die Erhöhung des Rentenalters” ist eine Nebelkerze. Es handelt sich um eine Rentenkürzung. Für das Renteneintrittsalter 65 bedeutet dies, dass enorme Abschläge abfallen würden.
      Die Diskussion wird durch Systemtreue behindert, die das Argument ” Menschen werden immer älter, also sollen sie länger arbeiten” einwerfen. Schneeballsysteme erwischen immer die letzten im Glied, und das sind hier die zukünftigen Rentenbezieher.
      Ganz anders angesparte Depots : du kannst jung, alt, hässlich, groß oder sonstwie sein , die Leistung ist nach 40 Jahren immer vorhanden. Nur Börsentäler müssen umschifft werden, aber das kennt man nach so langer Ansparzeit.

  12. Habe die Reportage auch gesehen. Allerdings eine etwas andere Meinung dazu. Ja, es ist durchaus möglich finanziell frei zu werden (gibt ja auch verschiedene Definitionen dazu, finanziell frei oder finanziell unabhängig usw.) Sieht wohl jeder anders.
    Aber….erstens denke ich nicht das die meisten von uns im jüngeren Alter über so etwas nachdenken. Und das ist unabdingbar wenn das Einkommen eher gering ist. Der berühmte Schneeball wird wohl kaum ins rollen kommen mit…(die Summe setzt ihr ein)Zweitens haben
    wir ja schon “competition” mit Nachbarn, Kollegen…you name it.Das geht in jüngeren Jahren nicht spurlos an einem vorbei, man will ja irgendwo dabei sein, verständlich und legitim. Seid ihr im Schulalter von Tür zu Tür gelaufen und habt Coke vertickt? Eher nicht. Ich bin durchaus positiv eingestellt aber finanziell frei kann man werden wenn man a) richtig gut verdient und irgendwann die Kurve kriegt (das einem egal ist was andere denken) und investiert oder aber man fangt früh an mit Aktien etc ( wie lange gibt es ETF als Beispiel), was ich selten gehört habe (Deutschland)! Und ganz ehrlich, ich denke es ist ein meilenweiter Unterschied zwischen frugal leben oder sparen. Das letzte Hemd hat keine Taschen und jeder hat nur ein Leben.
    Gruss Markus

  13. Felix / Bayer

    Wenn die nochmal so Richtung 35/40€ kommen, überlege ich mir das auch. Mit langem Atem ist meiner Meinung nach das Geld irgendwann mindestens x2 und die Downside sehr begrenzt, außer das man einen langen Atem haben muss.

    Es handelt sich natürlich um ein Unternehmen, dass nicht die Qualitäten einer Apple oder Microsoft besitzt. Wäre einfach ein Assetplay für mich dann.

    @DinoSau

    Was ist denn alles Value?

    -M

  14. @DinoSau

    Mh, legst du bisher rein passiv an, oder bist du komplett durchgemischt?

    Du erhoffst dir ja am Ende eine überrendite, wenn du von “Value” Unternehmen schreibst, die dann günstiger bewertet als der Index sind.

    Vieles das jetzt günstig ist, ist auch nicht ohne Grund günstig 🙂

  15. Womöglich ist ein Unternehmen, das zu einem KGV von 25 gehandelt wird und um 15% p.a. wächst “günstiger” als ein Unternehmen, das zu einem KGV von 10 gehandelt wird und nur um 5% p.a. wächst? Das ist einen Gedanken wert. Ich orientiere mich nur noch am PEG.

    Nächsten Monat packe ich mir weitere Anteile von T.Rowe oder Illinois Tool Works ins Depot. Sind mir günstig genug. Der Blick auf den Preis verwirrt nur. Schon 2014 war alles “zu teuer”.

    Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist bei mir jeden Monat wenn die Sparrate eintrudelt. Stur und stetig. Hat sich über die Jahre sehr bezahlt gemacht. Und die Ruhe im Kopf erst, wenn das ganze Börsengedöns irrelevant wird. Unbezahlbar.

    Aber wenn man schon isoliert auf´s KGV schaut, sollte man Inflation und Zinsniveau nicht vernachlässigen. Ein KGV von 30 bei einem Zinsniveau von 5% ist etwas anderes als ein KGV von 30 bei einem Zinsniveau von 1%.

    Viel Erfolg beim Investieren allerseits 🙂 !

  16. Zitat “Ein KGV von 30 bei einem Zinsniveau von 5% ist etwas anderes als ein KGV von 30 bei einem Zinsniveau von 1%.”

    das stimmt aber ist es nicht so dass man davon ausgehen kann dass die FED im absehbarer Zeit genau diesen Zinssatz erhöhen wird? Und dann sorge ich mich um eine Korrektur der (dann) überteuerten ETF Anteile.

  17. Natürlich ist es gut tolle Unternehmen nicht zu verkaufen.
    Aber man sollte schon irgendwann mal zumindest Teilverkäufe vornehmen.
    Was bringt es wenn man zb Amazon mot1 mio im Depot hat? Das würde auch keinen Unterschied machen wenn es nur 1k wäre
    Daher zb bei 1.000% soviele Anteile verkaufen, dass man seinen Einsatz wieder hat und dieses Geld in ein neues tolles Unternehmen stecken.
    Man könnte sich ja Milestones setzen und einen kleinen Teil zum weiteren Vermögensausbau setzen
    1.000%
    2.500%
    5.000%
    Dann hätte man noch immer einen Riesen Buchwert, hätte aber weitere tolle Unternehmen im Depot die auch wachsen und Gewinn bringen.

    Das wäre dann ein vernünftiger Weg Gewinn zu sichern ohne sein tolles Unternehmen aus dem Depot zu werfen.

    1. Der Einstandspreis ist doch völlig irrelevant. Es geht um zukünftige Gewinnaussichten.
      Aktien mit hohen prozentualen Gewinnen sind für mich vor allem potentielle Nachkaufkandidaten.

      zur “wirklichen Rendite / Sicherung des Gewinns” durch Teilverkäufe:
      Wenn ich die gute Aktie A Teilverkaufe und dem versteuerten Nettoerlös und nach Kosten nun Aktie B kaufe, dann kann B genauso stark und natürlich auch stärker fallen als A (die ja schon gezeigt hat, dass sie gut laufen kann). Ich habe also durchaus keinen “Gewinn gesichert” und keine “wirkliche Rendite” als hätte ich einfach nur A behalten und meine Kosten gering gehalten.

      1. Natürlich macht es Sinn so vorzugehen, denn es ist immer besser das Risiko aufzuteilen.
        Und A kann ja weiterhin steigen und man hat immer noch sehr viele Anteile aber währenddessen kann B neue Gewinne generieren.
        Klar kann auch B fallen, dann hat man von A noch genug.
        Fällt aber A extrem hat man noch B mit guten Chancen.
        Fallen beide extrem isses eh egal

        Aber stur ewig an einer Aktie zu hängen die nie ein Return des investment bringt.. wofür hat man die dann überhaupt?
        Um sich jeden Tag dran zu ergötzen?

      2. Wenn man Aktie A in Aktie B umschichtet, dann hat man nach Ihrer Definition ein “Return des investment”, wenn man nur A weiter hält dann keines. Na ja.

        Allgemein gilt: Emotionen und Selbstüberschätzung sind nicht hilfreich an der Börse.

      3. Wo hat man den ein return des investment wenn es keine Dividende gibt und man nie verkauft?
        Genau es gibt keines

  18. Ich bin vorhin das Blogarchiv zu Zeiten der heftigen Kursstürze im Februar/März 2020 durchgegangen. Es war spannend nachzulesen, wie damals die Gemütslage in vielen Kommentaren war. Wer von damals bis heute durchgehalten und durchgezogen hat, steht finanziell um einiges besser da.

      1. @Daniel
        Habe ich soeben getan.
        Habe damals unter anderem geschrieben ich würde Swiss Re und Zurich aufstocken. Habe ich übrigens auch getan Swiss RE gabs für 56.- Franken das Stück Zurich war um die 300 zu kaufen.

      2. Mit Sicherheit, da du schon länger hier bist. Einzelne Kommentare habe ich nicht im Kopf. Ich wollte nur wissen, wie damals die Stimmungslage war. Heute schreibt hier niemand mehr über die damaligen Kurseinbrüche. Die Zeit heilt alle Wunden. ?

    1. Nun weil man sonst niemals eine wirkliche Rendite hat, ausser es gibt Dividende.
      Man kauft ja auch kein Mehrfamilienhaus ohne Mieter und freut sich sein Leben lang dass der Wert steigt, aber verkaufen will man ja eh nie.

    1. hallo Markus,
      Danke, es geht mir sehr gut, und Dir? Hin und wieder kaufe ich ein paar Aktien,
      Schreiben tue ich hier allerdings nicht mehr.

      1. Hallo Fit und Gesund,

        schade dass du hier vorerst nicht mehr schreibst. Wenn ich mich richtig erinnere wolltest du ein paar Berkshire Hathaway Babies kaufen. Ist daraus etwas geworden?

        Beste Grüße,
        Nimzo

    1. Wer kann das genau wissen? Kann gut gehen oder auch nicht. Der Chartverlauf der letzten 5 Jahre zeigt jedenfalls keine Stetigkeit wie z.B. bei Microsoft oder Danaher und die Politik vor Ort neigt dazu, sich in unternehmerische Belange empfindlich einzumischen.

  19. Interessante Doku die Arte da gemacht hat. Grundsätzlich nicht schlecht. Aber die Familie mit den zwei Kindern spart sich einen Ast ab, gibt gleichzeitig aber 10.000€ für ein Kinderzimmer aus. Die Kinder werden älter und wollen dann sicherlich nicht mehr in solch einem “Kinderbett” schlafen. Hätten es da nicht auch einfach günstigere Möbel mit Verstauvorrichtungen getan, als designte Möbel vom Tischler?

    Passt irgendwie nicht so recht zusammen finde ich.

    Und es stimmt wieder: Wer viel Geld verdient, kann auch viel sparen und ist schneller frei in dem was er tun möchte, siehe das Ehepaar die Geschäftsführergehälter bezog.

    1. Hallo Gurki,

      ich fand die Doku auch ganz gut. Insbesondere die Körpersprache zwischen dem “jungen” Ehepaar war interessant zu beobachten. Ich fand den Anruf aus dem Lebensmittelgeschäft schon krass (Spätzle 2.xx€?).
      Der Vorschlag einen Kredit aufzunehmen um das Designer Kinderzimmer zu finanzieren fand ich nicht so dumm. Zumindest sollte man das mal durchrechnen bei einem Betrag von 10k€ ist das schon eine Überlegung wert.
      Wenn man annimmt dass man die Anteile für 5k€ gekauft hat und jetzt für 13k€ verkauft kommen schnell mal 1k5€ Steuern auf (naives FIFO natürlich).
      Kredit für 10k bei 3% mit Abschlussgebühr vielleicht 500€. Der Kredit wird in weniger als einem Jahr abbezahlt sein.
      Welchen Weg die Familie bezüglich der Bezahlung beschritten hat, wurde mir nicht klar.

      Viele Grüße,
      Nimzo

    2. Mit dem Kinderzimmer habe ich auch nicht verstanden (wenn einem das zu viel Geld ist). Solche Stockbetten, die man ineinanderschieben kann und die überall Fächer etc. drin haben, gibt es auch als Systemmöbel und nicht vom Tischler (und ohne Wohnungsberaterin) zum halben Preis.

  20. @Peter

    Glaubst du an Baba, dann sind diese Kurse doch mehr als willkommen? Oder möchtest du lieber 40€ anstatt 16€ da für auf den Tisch legen. Würdest du zum aktuellen Kurs auch ganz Alibaba kaufen, also das Unternehmen komplett?

    Glaubst du, dass Baba in 10 Jahren viel größer ist und viel mehr Gewinne macht?

    Wenn du alle Fragen für dich mit JA beantworten kannst, was hält sich noch ab zu kaufen? Wenn du an etwas zweifelst, dann würde ich die findet davon lassen.

    -M

  21. @ Tobs
    Wie kaufst Du BABA? 9988.sehk kann man nur in 100 STK Teilen kaufen und bei 4200 STK sind knapp 70k€ fällig.
    Ist vielleicht etwas groß für einen Einmalkauf?

  22. Hi Kiev,
    das war ein albernes Wortspiel.

    Ich habe Haidilao heute gekauft, im Schnitt für 2,92 Euro. Es geht hier um Feuertöpfe!

    China-Tech ist ja weniger meine Baustelle. Insofern habe ich in der letzten Zeit nur Pinduoduo (200 Stck.) akkumuliert.

    Baba ist ein tolles Unternehmen, das ist keine Frage. Aber der Hauptumsatz und vor allem die Profitabilität kommt aus dem Online-Handel. Und hier macht Baba kein Seller-, sondern Market-Place-Geschäft. Zum schnellen Wachsen ideal, weil mangels eigenständiger Infrastruktur nicht so aufwendig. Aber solchen asset-light Geschäften fehlt es eben am Burggraben. Das sieht man jetzt. Es gibt mittlerweile so viele andere E-Commerce Buden in China, die Babas Umsätze angreifen. Natürlich ist Baba mehr als E-Commerce, aber den Rest verstehe ich halt nicht.

    Pinduoduo hat jedenfalls schon mehr User als Baba (was auch immer das heißt, weil natürlich die Wertschöpfung je User eine andere ist), fokussiert zusehend auf Lebensmittelhandel und Agrarprodukte, ist damit auch mehr in line mit der Regierung, weil die Konflikte weniger ausgeprägt sind (denn günstigeres Essen sollte auch aus Staatssicht erstrebenswert sein). Und Pinduoduo hat wegen dieser Fokussierung nicht so viele Probleme mit dem Datenschutz, weil nicht User-Daten für die x-te Unternehmensgesellschaft verwendet werden sollen.

    Aber hey, das ist meine Primitiv-Sicht auf die Dinge. Und weil ich eher primitiv ticke, decke ich mich halte volle Kanne mit Yihai International und nun der Schwester-Gesellschaft Haidilao ein. Heiße Feuertöpfe als Geschäftsmodell verstehe ich (jedenfalls besser als Baba oder Tencent). Ach ja, Zhongan Online hatte ich auch noch sehr gut aufgestockt in letzter Zeit. Interessieren würde mich immer noch Foshan Haitian Flavouring, aber selbst nach dem Rücksetzer sind mir die Multiples zu hoch. Da habe ich mir mit den ersten beiden Kauf-Tranchen von Yihai International eine blutige Nase geholt. Solche hohen KGV kommen auch immer mal runter. Da muss ich persönlich lernen auch mal geduldiger zu sein.

  23. @Tobs

    Hahah Das Wortspiel hatte Schärfe! Antworte dir bei Gelegenheit habe den letzten Report noch nicht durch und deine letzte Mail war mit vielen Quellen gespickt 🙂

    Man müsste mal in Ffm eine kulinarische Analyse anstreben in Sachen hotpot

  24. Haha, das machen wir, mein Lieber 🙂
    Hab mal gleich gegoogelt. Also in FFM im Bahnhofsviertel ist ein Hot-Pot-Schuppen, wenn der aktiennotiert wäre, würde ich da wohl nicht investieren. Wiederkehrendes Google-Rezensions-Muster: Unfreundliche Kellnerin, Fliege auf dem Essen, Durchfall, gezwungen worden Trinkgeld zu zahlen 🙂 🙂 Ich schmeiß mich weg. Meines Erachtens sind Chinesen einfach die besseren Kapitalisten! 🙂

  25. Bahnhofsviertel, gezwungen Trinkgeld zu geben und unfreundliche Bedienung….war das was zu essen, oder gab’s da noch Tripper gratis?!! Hahaha 😉

    Mal sehen, ob es in einem anderen Stadtteil noch andere hot pots gibt 🙂

    -M

  26. @M
    Deal! Den machen wir!

    Aber eine Google-Rezension habe ich doch noch rausgefischt:
    “Vorsicht mit der dominierenden Kellnerin! Die kassiert extra Kosten und Trinkgeld von alleine!”
    Also, das Kellnerin-Thema bleibt so oder so riskant und sollte beobachtet werden! 🙂 🙂

  27. @ Tobs

    Da passt die Positionsgröße schon besser. Ich muss mich aktuell etwas in Geduld üben. Ein Urlaub steht an und ich muss Cash für BABA aufbauen. Ich habe ein paar Aktien auf der Wunschliste. Ich habe allerdings zwei Positionen aufgestockt, da ich nicht mehr mit einem Einmalkauf eine Position eröffnen kann. Neue Postionen sollen 5k-10k bekommen. Und ich habe noch einige ältere Positionen in kleinerer Größe. Da muss ich mir auch noch eine Regel auflegen, dass ich die alten Positionen rotierend aufstocke, auch wenn es nicht so viel Spaß macht wie ein neues Unternehmen zu finden.

  28. Kiev, das kenne ich.
    Mit zunehmender Depotgröße löse ich mich vom Ansatz, dass ich die Positionen in gewissen prozentualen Clustern aufteile. Dafür kann dann ab einem gewissen Grad einfach nicht mehr genug net new money ins Depot fließen. Dazu kommen die Kursbewegungen.

    Ich persönlich halte es daher so, dass ich für mich festlege, dass jede Position im Einstand mindestens 10t ausmachen aus (unabhängig vom Kurswert). 10t ist für mich auch absolut betrachtet ein relevanter Betrag, und wenn sich hierauf ein positiver Return on Investment ergibt, hat der dann – für mich – ebenfalls eine gewisse Signifikanz.

    Mittlerweile sind aber meine meisten Positionen ohnehin über 10t im Einstand. Futu Holding (hatte ich neulich 105 Stück für 7,5t ergattert), Modern Times Group, Beyond Meat und Oatly sind noch unter den 10t. Mit denen lasse ich mir aber Zeit. Das sind eher so best guess investments. Ich kann die nicht wirklich einschätzen bzw. bewerten, meine aber, ich müsste da grundsätzlich engagiert sein (also mal über meinen eigenen Schatten springen), weil da etwas passiert, was ich zwar nicht richtig gut verstehe, aber ungeachtet meines begrenzten Verständnisses groß und wichtig werden könnte.

  29. @Fit und Gesund
    Ja, auch gut, danke.Hoffe du geniesst den Sommer und die freie Zeit. Selber mache ich einfach mit meinen ETF, auch gut.
    Das mit dem Schreiben verstehe ich.
    Dir noch eine schöne Zeit.

    Gruss Markus

  30. Gibt es hier Einschätzungen von “Lang und Schwarz”? Die Aktie ist gestern, nachdem bekannt wurde, dass steuerliche Probleme ins Haus stehen, zeitweise 50 % abgestürzt.
    Die neue Wirecard oder Einstiegschance?
    Mit Trade Republic und Wikifolio ist Lang und Schwarz schließlich ein innovativer Broker im deutschsprachigen Raum und vor mit deutlichen Kursanstiegen aufgefallen.

  31. Felix.
    Meine bescheidene Meinung, die Misere ist im Kursverfall noch nicht abgebildet und auch dauerhaft wird die Geschäftsentwicklung leiden (also kein klassischer Fall von abgeschlossenem Sachverhalt, der dann eben verdaut wird).

    Die in Raum stehenden 60 Mio. Rückzahlungsforderung sind das 6-fache Jahresergebnis und das gesamte Eigenkapital (Basis 2020).

    Thema Nachhaltigkeit: Das hat bezüglich Governance Relevanz wegen Gesetzeskonformität und Cleaness bis auf Gesellschafterebene. Firmen wie Trade-Republic etc. haben ihrerseits Investoren, die vermehrt dieses Kriterium bei ihrem Investmentprozess zu Grunde legen (müssen). Alle Stakeholder, wozu auch relevante Dienstleister zählen, müssen sauber sein. Steuerschmu ist ein No Go!! Ob die von TR zum Beispiel weiterhin an einer Zusammenarbeit mit L&S festhalten, wenn wiederum deren Investoren nach solchen Kriterien investieren? Weiß jetzt gar nicht, wer genau bei TR investiert, wenn es aber nicht nur professionelle, sondern auch zugleich institutionelle Investoren sind, ist das sicherlich ein Thema.

    Auch bei distressed Investitionen braucht man ja Anknüpfungspunkte für eine Prognose. Wüsste nicht, wie die man hier finden kann.

  32. Hat sich jemand bereits mal mit den Internetverteidigungsunternehmen á la Crowdstrike und Check Point auseinandergesetzt? Ich meine Bruno hätte da neulich mal was dazu geschrieben, finde es nicht mehr.
    Gibts da eine Empfehlung/ein Favorit? Die Bewertungen sind ja teilweise richtig salzig – aber dennoch ein Zukunftsmarkt.

  33. Check Point befindet sich auf meiner WL. Die fand ich von den Zahlen /Margen her gut. Der salzige Preis hat mir bisher den Hunger danach verdorben.

    -M

  34. @Nixolino
    Cybersecurity durchlebt gerade einen Paradigmenwechsel, perimeterbasierte Security hat zunehmend ausgedient, d.h. Abschottung und Abwehr werden ersetzt, der Feind ist also nicht mehr “draussen” sondern “drinnen”. Deshalb würde ich perimeterbasierte Securityunternehmen wie Check Point eher meiden und mich auf die neuen Produkte konzentrieren.

    Viele Unternehmen sind schon längst betroffen aber MERKEN ES NOCH NICHT (phising, ransomware etc.).

    Das hat jetzt auch die US-Regierung gemerkt gerade heute läuft ein Summit mit den Tech-Konzernen zu diesem Thema, es scheint dass man die ganze Security auf den Kopf stellen wird, dann wird es vielleicht in Zukunft gar keine Firewalls mehr brauchen.

    Entweder man beschäftigt sich intensiv mit der Thematik oder vielleicht besser einfach ein Themen-ETF dann hat man alles ein bisschen dabei.

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