Leserbrief eines Minimalisten. Er macht Krafttraining, spart, investiert. Er hasst Verschwendung, geht in die Bibliothek


New York, 11. Februar 2018

Leser Tom: In der Unterhose springt er ins eiskalte Meer.

Hallo Tim,

Danke für dein Blog. Ich verfolge ihn seit Anfang Januar. Du motivierst mich einfach, nochmal einen Gang hochzuschalten. Ich habe immer schon sparsam gelebt – nie konsumiert, nie Geld versoffen oder verkonsumiert, aber ich habe mich leider auch nie tiefgründig mit Aktien beschäftigt.

Als ich Sommer 2008 mit dem Abi fertig war und die Krise kam, dämmerte es mir schon. Nach Monaten mit Apokalypse-Meldungen schien es, dass jetzt eigentlich ein verdammt guter Zeitpunkt ist beim „Winterschlußverkauf“ gierig zuzugreifen. Nach monatelangen Krisen-Nachrichten wurde ich jeden Tag zusehends genervter und sogar auch wütend à la:

Es ist doch unmöglich, dass die ganze Welt jetzt pleite geht. Jetzt geht alles den Bach runter… na und ? Bald geht das Theater von vorne los und alles steigt wieder.

Ich erinnere mich noch genau, das war Februar/März 2009, also zu der Zeit, in der vieles am Tiefpunkt war. An Aktien von Amazon, BMW, Nike, Apple und Google habe ich gedacht. Ich hatte mir ausgedacht, all mein Erspartes + Kindergeld inkl. Studentenkredit auf einen Schlag in diese Aktien zu stecken. Das wären ca 40.000 Euro gewesen. Dann hätte ich wahrscheinlich bald nie arbeiten müssen, also Arbeit, die ich nicht will.

Ich habe nichts gegen Arbeit im Garten, Handwerk, reparieren, hartes Krafttraining etc. Das ist vernünftige Arbeit in meinen Augen. (Stichwort: Die Vorteile von Krafttraining)

Der DAX seit der Finanzkrise 2009 (Bildschirmfoto Comdirect).

Hätte, hätte… jajaja. Leider hatte ich keine Ahnung, wo und wie einfach man Aktien kaufen kann (Bank, online Depot …). So dumm das auch klingt. Seit dem ich Anfang des Jahres auf deinen Blog gestoßen bin, habe ich einen kräftigen Motivationsschub erhalten, endlich eine Richtung gezeigt bekommen, den Beweis, dass es möglich ist für jeden! Seitdem habe ich einen Gang hochgeschaltet: Sparquote von ca. 50 auf über 60 Prozent gesteigert.

Ich bin letzte Woche in die öffentliche Bibliothek gegangen. Ich habe „Intelligent Investor“ und andere Bücher über ETF und Pipapo bestellt. Ich lese jeden Abend. Ich bin fast durch mit dem „Intelligent Investieren„. Es ist ein gutes Buch für das generelle Mindset.

Restaurants, teure Ferien gibt es nicht. Ich koche meistens am Wochenende Kartoffeln, brauner Reis, Pilze, Brokoli, Knochenbrühe für die Woche über vor. Alles voll easy. Es braucht nur ein System. Konsum aus Langweile und Zeitfüller gab es eigentlich nie. TV habe ich nie gehabt.

Stattdessen lege ich Wert auf einen gesunden starken Körper, natürliches einfaches Essen, einen klaren wachen Geist. Krafttraining mache ich drei bis vier Mal die Woche im Klub. Bücher über Investing, komplexe Systeme, Quantentheorie, Wirtschaftsgeschichte (die Beck-Reihe „Geschichte des Kapitalismus“ bietet kurze bündige Bücher hierzu) und vieles andere liegen überall herum. Die Bücher warten darauf gelesen zu werden.

Am Wochenende gehts immer auf den Wochenmarkt. Echt krass, wenn man in den ‚Hustler‘-Modus (Kämpfen) gerät, der Tag bräuchte 100 Stunden. Wenn das Portfolio erstmal steht und im Hintergrund läuft, kann ich mal bisschen mehr herunterkomme und durchatmen! Man wird ja ruhiger, wenn man weiß, das man nicht in der Gosse landen wird.

Sonst lebe ich spartanisch: Morgens dusche ich oft kalt für paar Minuten. Einen Tisch habe ich nicht, ich esse im Squat. Als Unterlage dient ein Karton.

Die Nachbarin hat mir zwar einen kleinen Tisch mitsamt Stühlen angeboten. Doch ich will es einfach nicht. Ich sitze schon genug im Büro. Ich brauche Platz, nicht noch mehr Krams. Außerdem ist es für mich viel bequemer im Squat zu essen, dies ist nämlich die natürliche ‚Resting position‘ für Menschen. Die meisten Menschen können keinen Asian-Squat, der Körper wird einfach zu vernachlässigt. Sie leben alle da oben im Kopf. Ich schaffe ATG-Squats (ass to the grass) locker mit 100-Kilo-Langhantel auf dem Nacken.

Deinen Post über Stoa fand ich gut. Über Weihnachten war ich an der Ostsee mit Haus am Strand. Ich bin paar mal einfach in Unterhose in die Ostsee gegangen. Komplett rein für ein paar Minuten, einfach ruhig bleiben, intensiv fühlen und tief atmen. Da haben die Strandgänger alle aus der Röhre geguckt… hahaha. (Stichwort Eisbad).

Möbel habe ich keine gekauft. Außer einen Ikea Reißverschluss-Schrank, Ikea-Schreibtisch, Lattenrost für die Matratze (Bettgestell ist überflüssig). Da meine liebe Oma ins Altersheim, bei uns fast um die Ecke, musste, bekam ich die Waschmaschine, Küchenuntesilien, kleines Sofa, Sessel und Teppiche etc.

Anstatt teure Möbel habe ich das Glück einen fetten Holzbalken bei mir an der Decke zu haben, wo ich Gymnastik-Ringe und Taue aufgehängt habe, ein kleines Workout, beim Kochen oder einfach mal so dran hängen, tut gut. Wie simpel und wie wohltuend…. (Stichwort Ringe).

Ich heize im Winter nicht. Es dauert erstens zu lange, bis es warm ist und dann bin ich vielleicht nicht mehr zu Hause. Und zweitens reicht mir einfach ein dicker Pulli und ein Tee.

Haferflocken mahle ich mit der Handmühle und weiche sie über Nacht ein. Das Mittagessen nehme ich oft mit auf die Arbeit…. vom Kantinenessen bekomme ich Krebs und fühle mich schlapp und gemäßtet!

Vor paar Tagen habe ich einen Ski-Urlaub abgesagt, zu teuer, viele Touristen und macht mir generell nicht so viel Spaß. Ruhig in der Natur zu sein reicht viel mehr an die menschliche Natur heran und beruhigt sehr. Zum Beispiel im Wald, allein, einfach nur da sein, atmen und beobachten. Dann merkt man auch mal, dass es nicht so schlimm ist, wenn es regnet, man wird bisschen nass. Wenn es kalt wird etc. Die Evolution hat dafür Anpassungsmechanismen vorgesehen, sie werden von vielen nicht mehr gebraucht bei durchgehender 22 ° Zimmertemperatur.

Einfach da sein und in die Weite schauen, erdet Dich. Es macht Dich ruhig, und nimmt die Angst. (Vorteile Wald)

Im Sommer mache ich immer kleine Radtouren in die Umgebung, in den Wald, in die Getreidefelder, durch die Büroviertel, an ruhige grüne Orte in die Altstadt mit Ausblick. Hier döse ich vor mich hin auf der Bank, im Feld. Lese, schaue in den blauen Himmel, mache mir Gedanken und Notizen. (Vorteile handschriftliche Notizen).

Durch diesen Lifestyle (Krafttraining, gutes Essen, viel lesen, Gedanken machen, sich umschauen) wirst Du stark und nicht vom System ‚mitgespült‘. Du kannst nach Lösungen suchen, kannst zum Gestalter werden.

Auf jeden Fall: Danke für das Teilen deiner Einsichten, deines Lebens als Rentier. Du bist auch imme so relaxt, als ob du keine anderen Sorgen hättest, das mag ich.

Gruß
Tom

**********
Ich bin sprachlos. Tom ist ein Motivationsmeister. Mir hat dieser Leserbrief sehr gut gefallen. In diesen Zeilen stecken so viele Weisheiten und Ratschläge. Danke dafür

Das ist Toms Dachwohnung.

Hier isst Tom. Er ist ein Minimalist. Er hat keinen Esstisch.

Hier geht der Leser gerne in die Natur.

Hanteln. Krafttraining hat viele Vorteile.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Leserbrief eines Minimalisten. Er macht Krafttraining, spart, investiert. Er hasst Verschwendung, geht in die Bibliothek

  1. Skywalker

    Gute Leistung, sicher ein Achivement so zu leben.

    Aber:

    Ich empfehle jedem, sich einen Beruf zu suchen der Spaß macht und am besten die Selbstständigkeit anzustreben. Es ist toll, wenn man eine eigene Firma mit 7 Angestellten hat und sehr gutes Geld verdient. Das ist ein Ziel, für das es sich lohnt, Gas zu geben.

    Keinen Tisch zu haben und braunen Reis zu essen, nicht zu heizen, keine Urlaube zu machen, die Welt nicht zu sehen, das kann es doch nicht sein…. Oder in einer 1 Zimmer Wohnung zu leben als Erwachsener Mensch in mittlerem Alter und guter finanzieller Ausstattung. Das grenzt an Geiz.

    Ein Ziel, dass man sich vornehmen sollte:  10.000 Euro im Monat netto verdienen. Dann kann man auch mit einer Sparquote von 60 % ein tolles Leben führen und genug zurücklegen.

    10.000 Euro hört sich erst mal verrückt an, aber es geht. Ich kenne z.B. zwei Jungs, die haben Lehramt studiert und festgestellt, dass in der Studentenstadt kein gesunder öko hipster Imbis vorhanden ist. sie haben ein Bio-Vegetarisches Fastfoodrestaurant hochgezogen und haben mittlerweile mehrere Filialen. Die machen richtig gutes Geld. Fast wären sie Lehrer geworden.

  2. Regine

    @Skywalker: Sehe ich nicht ganz so eng: Für Außenstehende mag das sicher an Geiz grenzen, aber es ist sein persönlicher Lebensstil. Es gibt ziemlich viele Menschen, die auf kleinem Raum leben. Vielleicht reist er später mal… auch das ist seine hauseigene Entscheidung, es gibt da in meinen Augen kein „Must-to-do“ (und die die viel reisen sind auch nicht unbedingt gebildeter oder weltoffener…- manche Mitmenschen jedenfalls… – ist hier jetzt bitte nicht pauschal aufzufassen! Es ist wichtig, die Welt zu sehen, aber wann wo und wie ist jedermanns Privatsache). Mir gefällt sein Hinterfragen seiner Angewohnheiten, es ist ja freiwilliger Minimalismus, kein Zwang. Ich bräuchte z.B. unbedingt einen Tisch und Stühle… 😉  – und eine etwas kuscheligere Wohnung, man sieht, die Schwerpunkte liegen bei jedem/jeder anders. Tom hat seinen Stil gefunden, von der Theorie in die Praxis umgesetzt und bleibt ihm treu, das ist mehr als viele in dem Alter hinkriegen und nicht so leicht wie es scheint.

    @ Tom, Deinem Zitat „Hätte, hätte… jajaja. Leider hatte ich keine Ahnung, wo und wie einfach man Aktien kaufen kann (Bank, online Depot …)“ –> kann ich absolut zustimmen, ging mir genauso, und dann den/die Bankberater in solchen Zeiten nie so richtig hinterfragt… lernte ich erst recht spät…da helfen Bibliothek, Internet (gab’s früher nicht so intensiv) und die nach außen banal erscheinende Erkenntnis, dass man in dem Bereich auch das Grundrecht auf eigene Meinung, Weiterbildung und praktische Durchführung hat – ohne das alte Bankfilial-System mit Theke und halbjährlichem Berater-Ritus. Bin da leicht gebranntes Kind…und ja: man muss für sich selbst ein lebbares System finden, dann läuft es und man wird ruhig, ich sehe erste Anfänge bei mir.

  3. Philipp

    Skywalker du hast es leider nicht kapiert. Nicht für jeden ist selbstständig zu sein erstrebenswert. Selbstständig zu sein bedeutet oft das genaue Gegenteil von Freiheit.

    Für mich bedeutet Freiheit 1. Henug Geld zu haben für Wohnung, gutes Essen und Reisen und 2. viel zu reisen. Da ich Lehrer bin kann ich jedes Jahr etwa 14 Wochen reisen.

    Einfach eine Frage der Einstellung. Wenn du gerne viel Geld verdienst, ist das doch schön.

  4. Skywalker

    @ Regine:

    Ja, er macht sein Ding, das ist erst mal eine gute Sache. Aber auch er wird an den Punkt kommen (wie jeder intelligente Mensch) an dem er sein tun hinterfragt und auch korrigiert.

    @ Phillip: Das stimmt, als Selbstständiger trägt man eine größere Verantwortung als ein Angestellter. Dies macht sich dann auch bezahlt wenn man gut ist und etwas Glück hat.

    14 Wochen auf Reisen gehen kann ich aber auch als Selbstständiger, wenn ich meine Firma so aufstelle, dass es auch ohne mich läuft. Und das geht, man muss es sich nur eingestehen als Inhaber.

    Aber sicher ist das Typsache, du hast recht, nicht jeder ist für die Selbstständigkeit gemacht. Ist ja auch gut, dass es so ist.

    Und es ist auch schön, dass man sich als Lehrer frei fühlen kann, das ist toll! Ich würde mich da von meinem Dienstherren bevormundet und eingeengt fühlen bis zum Geht nicht mehr.

  5. Ralf

    „Ich heize im Winter nicht. “

    Als Immobilien-Gutachter muss ich sagen: Dies ist nicht unbedingt immer gesund und zielführend. Zu viel Geiz beim Heizen schadet wie ich aus etlichen Begehungen weiss.

    Hält man die Wohnung im Winter nicht ausreichend warm, besteht akute Schimmelgefahr. Denn kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme. Wenn sich die Wohnungsluft nachts abkühlt, kondensiert die darin enthaltene Feuchtigkeit an den kalten Wänden – ein idealer Nährboden für Schimmelpilze. Schon mal darüber nachgedacht? Schimmelsporen sind oft nicht sichtbar. Da hilft auch lüften oftmals dann nicht. Es muss nicht immer schwarzer Schimmel an der Wand sein. Überdenke diese Praxis, für deine Gesundheit.

    Und wie ist die weitere Lebensplanung? Familie etc.? Ist diese Variable in deinem Leben evtl. eingeplant? Meinst du dieses spartanische Leben dann auch noch mit Familie durchhalten zu können? Für mich sind andere Prioritäten wichtiger. So unterschiedlich sind die Lebensentwürfe.

  6. Felix

    Jeder wie er es mag. Eine Steigerung wäre natürlich das Leben in einer Höhle, ohne Strom und Wasser, Toilette hinter dem nächsten Busch – alles sehr naturnah.

  7. Ralf

    Natürlich. Jedem seine Sache.

    Aber auf gesundheitliche Risiken möchte ich doch dezent hinweisen. Gerade beim Thema Heizen wird vieles verkehrt gemacht und man wundert sich dann, wenn man mit der Zeit Allergien und unklare Infekte bekommt. In Millionen Wohnungen wuchern Schimmelkulturen. Ein meist hausgemachtes Problem, denn drastisches Wärmedrosseln und falsches Lüften lassen die Pilze sprießen.

  8. Chrushin75

    Ich denke Felix hat es auf den Punkt gebracht. Meine Welt ist das übrigens auch nicht. Und vor allem werden solche Stories meist von Leuten geschrieben, welche keine Kinder haben, da sieht manches nämlich so ganz anders aus. Hier finden sich leider häufig Ego-Lebensgeschichten wieder. Interessant zu lesen ist es trotzdem und hin und wieder regt es zum nachdenken an. Schönen Sonntag allen.

  9. Ralf

    In der Tat. Die Lebenswirklichkeit vieler „klassischer“ Familien lässt sich mit solchen Beispielen eher schlecht abbilden. Der Grat zwischen noch vernünftiger Sparsamkeit und Geiz kann teilweise jedoch sehr schmal sein. Henry Ford hat da mal einen interessanten Spruch getätigt:

    „Sparsamkeit ist die Lieblingsregel aller halb lebendigen Menschen.“

     

  10. chn

    Ich denke, viele Menschen machen noch den Fehler zu denken, dass mehr Geld auszugeben automatisch bedeutet, ein besseres Leben zu führen. Wenn man lernt, mit weniger zufrieden zu sein, muss man auch weniger arbeiten und Geld ausgeben. Für außenstehende mag das wie Geiz aussehen, aber das ist ein großes Missverständnis. Wer das nicht versteht, dem kann ich wirklich nur raten, sich mal in die Stoa einzulesen, so wie Tim das schon vorgeschlagen hat. Die antiken Stoiker waren exzellente Beobachter des menschlichen Geistes und so etwas wie die „Psychologen“ ihrer Zeit. Die Zufriedenheit und die Seelenruhe sind das Wichtigste.

    Jeder hat seine eigenen Ansichten, und das ist auch gut so. Für mich ist es z.B. kein Ziel, eine Firma mit 7 Mitarbeitern zu haben. Diese Firma kann für mich höchstens ein Mittel sein, ein höherstehendes Ziel zu erreichen. Das  Ziel kann etwa sein, den Leuten tatkräftig beim Bau ihres Eigenheims zu helfen oder mit meiner Software bei der Verwaltung ihres Wertpapierdepots zu unterstützen. Wenn ich dafür eine Firma mit 7 Mitarbeitern brauche, dann ist das das Mittel, nicht das Ziel.

     

  11. Eichendorff-Fan

    Dass das nicht Tom im Foto ist, hätte ich auch so gewusst. Man sieht ja Tim Schäfer (oranges T-Shirt) im Spiegel. 🙂

  12. Marcus

    Skywalker bringt es auf den Punkt. Der Kommentar ist perfekt. Es gibt eine gesunde Mischung und wenn man etwas aus seiner angeborenen Intelligenz etwas macht, dann bekommt man es hin ein hohes Nettoeinkommen zu haben.

    Egal ob aus einem Job oder als Unternehmer. Ich empfehle übrigens eine Mischung aus beidem.

    Alles gut, mit dem Minimalismus aber man kann es sich auch schön reden.

  13. Ex-Studentin

    Jeder kann theoretisch sehr spartanisch leben. Allerdings gilt man nicht unbedingt als gesellschaftsfähig. Wir laden z.B. ab und zu Freunde und Familie ein. Ohne Sitz- und Schlafgelegenheit ginge das nicht so leicht. Tom handelt letztlich nicht auf finanziellen Gründen, sondern will wenig Ballast haben. So kann man bei Bedarf natürlich leicht umziehen.

    Ich versuche meinen Besitz auch überschaubar zu halten, aber mit festen Möbeln fühle ich mich wohler. Ich brauche ein Zuhause, was mir vermittelt, dass ich dort noch viele Jahre bleiben kann. Ich will sesshaft sein. Ich habe trotzdem recht leichte Möbel, sodass man sich beim Tragen keinen Bandscheibenvorfall anlacht.

  14. Skywalker

    @chn:

    Guter Punkt! Aber auch etwas spitzfindig 🙂

    Natürlich ist es kein Ziel, eine Firma mit 7 Mitarbeitern zu haben alleine zum Selbstzweck. Die Firma muss einen Mehrwert für die Kunden und am besten auch für die Angestellten und den Inhaber bieten. Da hast du völlig recht!

  15. Sparta

    @Sky

    Bei ner Firma mit 7 Angestellten finde ich ein 10 k netto GF-Gehalt aber schon ambitioniert. Kommt aber auf die Branche an.

  16. Mattoc

    @Sparta

    Für mich persönlich ist das vollkommen ausgeschlossen. Ich bin jeden Morgen froh, dass ich es noch bis zum Klo schaffe. 😉

    Aber interessant, was junge Menschen für Ideale haben. Und das meine ich ernst. Ich sehe schon die ganze Familie Tom in dieser Position am Lagerfeuer hocken.

  17. Eichendorff-Fan

    @Sparta

    „Bei ner Firma mit 7 Angestellten finde ich ein 10 k netto GF-Gehalt aber schon ambitioniert. Kommt aber auf die Branche an.“

    Solche Firmen gibt es, aber die Haltbarkeit ist begrenzt. Ich kenne einen Fall einen Elektrikerfirma, die an Auftragsschwund litt. Da waren zwei Geschäftsführer (Eigentümer), eine Sekretärin (wahrscheinlich verwandt mit einem der Geschäftsführer) und am Ende nur noch ein Elektriker. Das GF-Gehalt war natürlich großzügig; warum auch sparen, wenn die Insolvenz unvermeidlich ist? Übrigens musste der Sohnemann vom Chef ein dickes Taschengeld bekommen, um bei den Mädchen als toller Hecht dazustehen.

    Ab 2002 ging es dem Unternehmen richtig mies und 2003 war es pleite.

  18. Skywalker

    Es gibt viele Beispiele: Gut gehende Handwerksbetriebe, Steuerberaterkanzleien, Bestattungsunternehmen, Arztpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien werfen solche Erträge durchaus ab mit 7 Angestellten.

  19. Raphael

    Manche Ansichten finde ich verrückt. Verrückt ist aber gut. Ich liebe verrückte Menschen. Ohne Tisch zu essen könnte ich nicht. Aber dafür mache ich Sachen die halten wiederum andere verrückt.

    Ich finde es toll das zumindest das Prinzip hier jeder leser verstanden hat, wie man aus der Misere und der täglichen Knechtschaft heraus kommt.

    Aber ist das wirklich so? Ich selbst liebe meinen Job bin noch jung und habe viel vor. Wenn man die finanzielle Freiheit erreichen würde, könnte ich mir vorstellen das bei mir (fast) alles beim allten bleibt.  ABER 🙂 Ich könnte mir eine Auszeit nehmen , in ein paar Wochen mit der organisation Pencil of Promise eine Schule in einem armen Land bauen, ein Brunnen bauen , den armen helfen.

    Unterm Strich bin ich mit wenig groß geworden , mache seit über 15 jahren Kampfsport und Geld macht tatsächlich nicht glücklicher ABER unabhängiger. Zumindest ist es bei mir so. Das Gefühl in 5 10 15 35 Jahren dies und jenes mit Arbeit erreichen zu können, größere Probleme aus dem Weg schaffen und voran kommen macht mich stolz.

    Ich selbst kann 2 Arten von Menschen 0 leiden. Die einen sind die blöffer die nur nach außen Geld haben und das herz nicht am rechten fleck und die anderen die täglichen Kummer klagen. Was mir hilft ist es an Menschen zu denken denen es dreckiger geht wie mir dann puscht mich das schnell wieder. Mein Bruder hat vor ein paar Wochen mit einem gebrochenen Zeh und Ellen Bruch in der ersten Runde nen final Titel im thaiboxen abgeräumt.

    Durch den Schmerz gehen macht Spaß und stolz. Zumindest hinterher. Meiner Meinung nach egal in welchem Lebensbereich.

    Einer meiner Kunden hat die Woche über sein leid geklagt kein geld zu haben und auf der anderen Seite gibt es 2 autos mit einer leasingrate von knapp 500 euro. Da ich auch seit ein paar monaten meine eigeneHomepage habe dachte ich mir ich zeige mit einer Beispiel Rechnung auf dass doch jeder mit 500 Euro monatlich in Ein paar jahrzenten Millionär werden kann. Meiner Meinung nach kann jeder in einer Partnerschaft oder wenn er alleine ist Kohle berappen für seine finanzielle Freiheit. Früher in der Lehre habe ich 5 mal die Woche abends nach der Lehre gekellnert oder in der Schule am Wochenende oder Ferien auf dem Bau zusätzlich gejobbt und hatte mehr wie manch ein Erwachsener. Auch wenn ich vielleicht bei dem ein oder anderen Leser in die Wunde gehe finde ich kann jeder mit Motivation alles schaffen. Wirklich alles. Cooles aktuelles Beispiel ist der Olympia langläufer

    https://m.youtube.com/watch?v=T1m86uqxoiY

    Aus Tonga!

    Ich wünsche allen einen tollen sonntag. Mein Kaffe ist leer und jetzt geht es trainieren…

  20. Tom

    die gesundheitlichen Aspekte mit regelmäßigen Kraftraining kann ich nur unterstreichen. Trainiere bereits seit knapp 40 Jahren regelmäßig 3 bis 4 mal die Woche, natürlich in Verbindung mit Ausdauersport. Bin jetzt 56 halte meine 85kg seit 30 Jahren. Blutfettwerte, Zucker usw, Beweglichkeit und Herzleistung sind stets top. Der Vorteil eines regelmäßigen Training ist das man auch ab und zu mit dem Essen über die Stränge schlagen kann, weil man sich ständig im Fettverbrennungsmodus befindet. Gesundheit ist vielleicht die wichtigste Komponente die man erreichen bzw. erhalten muß um später in der finanziellen Unabhängigkeit seine Erträge genießen zu können

  21. Ich

    @Raphael

    Die reichen Europäer wollen a bissal ihr Gewissen beruhigen, in dem Sie den armen Menschen in Afrika helfen einen Brunnen zu bauen. Im Grunde alles geheuchelt.
    Die Afrikaner können Ihre Brunnen alleine bauen, wenn man Sie lässt.
    Doch so richtig diese Erkenntnis ist, so destruktiv ist die tatsächliche politische Praxis der Europäer in Afrika. Das zeigt sich nirgendwo deutlicher als in der Handelspolitik.
    Diese folgt seit Jahrzehnten einer längst überholten ökonomischen Ideologie. Demnach kommen Entwicklungsländer wirtschaftlich am besten voran,
    wenn sie ihre Märkte für Importe öffnen und im Gegenzug ebenso zollfrei ihre Waren an die Wohlstandsländer verkaufen können.
    In der heilen Welt der Marktgläubigen produziert dann jedes Land, was es am besten kann, und alle gemeinsam steigern die Produktivität.
    Diese Vorstellung ist seit jeher umstritten.
    Alle heutigen Industriestaaten von den USA bis Südkorea haben sich erst dem Weltmarkt geöffnet, nachdem sie ihre Industrie wettbewerbsfähig entwickelt hatten.
    Weil viele afrikanische Länder aber von den Entwicklungsgeldern der Industriestaaten abhängig sind, haben sie der Forderung ihrer Gläubiger nachgegeben und jahrelang ihre Zölle gesenkt. Die Folgen waren verheerend.
    Europäische Agrarexporteure überschwemmten die afrikanischen Märkte mit billigen Hähnchenflügeln, subventioniertem Milchpulver oder Gemüsekonserven und brachten damit die einheimischen Produzenten um ihre Existenz.
    In Ghana etwa sind Tomaten ein Grundnahrungsmittel.
    Die rote Paradiesfrucht fehlt an kaum einer Speise und ihre Herstellung bot dereinst vielen tausend Bauern Lohn und Brot.
    Aber dann senkte die Regierung auf Geheiß ihrer Geldgeber den Zoll für Tomatenkonserven. Die Bauern verarmten und ihre Söhne machten sich auf den Weg nach Europa.
    Hier arbeiten Sie dann in Fabriken und verpacken Tomaten, den die westlichen Konzerne dann wieder postwendended auf dem afrikanischen Markt da bieten.
    Und wir haben natürlich nix besseres zu tun als rum jammern, dass die Flüchtlinge uns auf der Tasche liegen, und damit es uns besser geht, fahren wir runter und bauen Brunnen.

  22. Ralf

    Kompliziertes Thema. Dann kann man sich auch als Aktionär mitunter die Frage stellen, inwieweit man selbst mit seinem Investment in Firmen wie Nestle etc. zu solchen Entwicklungen beiträgt.

    Und selbstverständlich kosten Flüchtlinge eine Stange Geld. Sofern dies sinnvoll ausgeben wird, ist daran auch nichts auszusetzen. Aber wer kontrolliert das? Und wer verdient alles mit?

    Ein Teil der Flüchtlinge scheint ja unberechtigt hier zu sein. Die Unterscheidung zwischen Asylberechtigten und Wirtschaftsflüchtlingen ist auch aus Gründen der Leistungsfähigkeit erforderlich und muss strenger erfolgen. Mit all den den sich ergebenden Folgen. Fordert im übrigen auch der Bundespräsident.

    Und wenn ich lese, dass die Betreuung einen minderjährigen unbegleiteten Flüchtlings eine Kommune in D rund 50.000 € im Jahr kostet, so sind kritische Fragen durchaus erlaubt. Meine Mutter mit 760 € Witwenrente kann in diesem Zusammenhang jedenfalls einiges nicht nachvollziehen. Auch wenn das Äpfel und Birnen sind, kann ich widerum ihre Skepsis und den Unmut vieler Menschen verstehen. Warum ist für eine anständige Mindestrente kein Geld da? Für mich eine berechtigte Frage, auch wenn dies mit Flüchtlingen eher nix zu tun hat stellen sich viele Leute genau diese Frage oft in diesem Zusammenhang.

  23. Micha

    @Tom

    Mach weiter so. Wenn die Leute sagen, der spinnt doch oder das ist ja verrückt u.s. weiter, dann bist Du auf dem richtigen Weg Dein großes Ziel zu erreichen.

    „Durch diesen Lifestyle (Krafttraining, gutes Essen, viel lesen, Gedanken machen, sich umschauen) wirst Du stark und nicht vom System ‚mitgespült‘. Du kannst nach Lösungen suchen, kannst zum Gestalter werden.“

    Diesem Abschnitt kann ich voll und ganz zustimmen. Dein Kraftsport ist allerdings bei mir das Lauftraining.

  24. Raphael

    @Ich.

    Ich bin nicht das handelssystem und ich habe keinen Einfluss in der Politik und werde dass auch nie (wollen) . Das ist wenig heuchlerisch selbst Dinge in die Hand zu nehmen. Ausdiskutieren bringt nichts. Da sind wir beide anderer Ansichten. ?

  25. ZEN Investor

    Hallo,

     

    ich habe eine OffTopic-Frage:

    Kennt hier jemand gute Stock Screener?

    (Für europäische, idealerweise schweizer Aktien)

    Was ich suche:

    Ich möchte gerne nach Aktien filtern, die derzeit unter Buchwert gehandelt werden und zB die letzten 5 Jahre eine durchschnittliches ROE (Return on Equity) über X% hatten.

    Sowas konnte ich uA im Google StockScreener, der aber nicht mehr richtig funktioniert (auf 2 ver. Browsern).

    Die meisten StockScreener kennen nur USA-Aktien.

    Es muss doch heutzutage soetwas geben.

    Kann mir jemand StockScreener empfehlen?

    Danke.

     

  26. Slazenger

    @Ich

    sehr viel Polemik in deinem Beitrag! Das Problem in Afrika ist  doch dass nahezu in jedem Staat ein Machthaber, Präsident, etc. mit Konsorten sitzt, welche sich mit ihren Regierungsmitgliedern die Taschen voll machen, und denen ihr Volk völlig egal ist! Vor allem die sogenannten reichen Staaten wo es Rohstoffe zu verteilen gibt, werden hier extremst ausgenutzt, auch und vor allem von China!

    So viel Wahrheit sollte schon sein!

  27. Tom

    @skywalker

    ich habe schon viel von der Welt gesehen: USA, Costa Rica, Argentinien, Brasilien, Thailand, Norwegen, Namibia, Ägypten, Indien, Russland, Portugal, Spanien …. reisen ist wichtig für mich, aber eben keine halli-galli Ski-Trips mehr. Ich plane dieses Jahr noch in die USA und dann weiter nach Hawai und Japan.

    Dass dieser bescheidene Lebenstil mit einer Familie schwierig ist, das ist klar! Aber ich bin jung, ungebunden und werde vielleicht in ein paar Jahren woanders arbeiten/hinziehen… wer weiß.

    Wenn ich mal “gesettlet” sein sollte, wird es natürlich einen schönen großen Holztisch geben und Kamin etc… aber nur eben jetzt nicht. Ich finde meinen Lebenstil adequat.

    @Ralf

    Danke für den Tip mit dem Schimmel. Ich werde darauf achten. Die Heizung in meinem Zimmer hat schon in meinem Elterhaus nie richtig funktioniert und dort haben wir nie Probleme mit Schimmel festgestellt.

    @Mattoc

    der Link im Text stammt von Tim. Meine Position beim Essen ist noch tiefer:

    https://www.google.lu/amp/s/clearingcustoms.net/2012/07/18/the-asian-squat-for-the-west-of-the-world/amp/

    oder einfach Bildersuche mit asian squat, für mich ist das unglaublich bequem.

    MfG

    tom

  28. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Eichendorff-Fan

    Haha. Gut aufgepasst. Du bist von der Internet-Polizei! Ich habe Tom um ein Foto gebeten. Er hat mir leider keins zur Verfügung gestellt (das ist durchaus verständlich, wenn jemand seine Anonymität wahren will).

     

    @ Micha

    Gut auf den Punkt gebracht.

  29. Daniel

    Auch wenn mich sowohl die Motivation zum sehr häufigen Sport als auch die Sparquote beeindruckt, es wäre dennoch nicht die Art von Leben das ich leben wollte.

    Insbesondere als Vermieter fände ich es höchst unlustig, wenn jemand durch nicht-heizen die Wände auskühlen lässt, Wärmebrücken schafft und Schimmel in der Wohnung und möglicherweise bei anderen Mietern, die eben doch heizen, provoziert. Eine Grundtemperatur von 18-19 Grad sollten es schon sein.

    Immerhin dürfte die finanzielle Freiheit innerhalb kürzester Zeit geschafft sein.

  30. Freelancer Sebastian

    Dein Lebensstil ist recht spartanisch, Tom. Mein Fall wäre das nicht. Aber hey – es ist DEIN Leben und nur DU musst damit zufrieden sein. Respekt für soviel Konsequenz! In deinen Worten, Erkenntnissen und Taten spiegelt sich definitiv Lebensweisheit.

    Manch ältere Semester, die dir mit Sarkasmus begegnen, können sich davon eine Scheibe abschneiden. Wer meint, ein abbezahltes Haus und die „berufliche Karriere“ wären die maßgeblichen Indikatoren für ein gelungenes Leben, kann noch eine Menge über das Leben lernen. Ist wohl eine Generationenfrage….

    Danke im übrigen für die vielen Empfehlungen zur Stoa in den letzten Tagen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf Epikur verweisen, dem folgende Worte zugesprochen werden:

    „Es ist der ungetrübte Genuß am Dasein selber, der uns doch so viele der schönsten und reinsten Güter darzubieten vermag.“

  31. S

    Wer hat bitte nach dem Abitur 40k? Das ist ne Menge. Und wiederum „dann hätte ich wahrscheinlich bald nie arbeiten müssen“ mit 120k? Das ist viel zu wenig. Das passt irgendwie nicht so ganz zusammen. Trotzdem konnte ich einiges mitnehmen 🙂

  32. chn

    @Skywalker:

    Im Gegenteil, ich finde das nicht spitzfindig, sondern das ist sogar der Casus Knacksus 🙂 Wenn man sich über seine Ziele nicht im Klaren ist, läuft man Gefahr, sein Leben zu vergeuden. Wenn du also denkst, dein Ziel sei, eine eigene Firma mit 7 Angestellten zu haben und du erreichst das Ziel nicht, bist du enttäuscht. Wenn du aber in dich gegangen bist und weißt, dass du eigentlich z.B. die Menschen mit schönen Frisurkreationen glücklich machen willst, dann kannst du dieses Ziel eben auch auf vielen anderen Wegen erreichen.

  33. Kiev

    @Tom
    Ziehe Deinen Weg durch. Vielleicht wird sich in Zukunft manches ändern. Aber darüber brauchst Du Dir ja keine Gedanken zu machen. Du sparst Geld, treibst Sport und bereist die Welt. Lege Dein Geld jetzt noch monatlich an. Es gibt schlimmere Dinge, die man sich antun kann.
    Ich finde die Sitzhaltung beachtlich. Ich habe es selbst nicht ausprobiert und kenne die Haltung bisher auch nicht. Ich vermute aber, dass sie für mich ohne Training als nicht zu angenehm empfunden wird. Ich hätte bei so starken Krafttraining allerdings die Befürchtung, dass es langfristig auf die Knie geht. Falls Du viel wiegst kannst Du vielleicht schon mit 40-50 Jahren Knieprobleme bekommen. Ich hatte selbst ganz leichte Knieprobleme, da ich immer ein Gewicht im Bereich von 80-100kg auf die Waage bekomme. Ich konnte es lösen indem ich neben der Ernährung bei dem Radfahren auf eine hohe Trittfrequenz achte und mittlerweile auch regelmäßig jogge (oft und nicht zu schnell) und konstant 85 – 86kg bei 1.87m wiege. 79kg wäre vermutlich ideal, aber das ist für mich aktuell unrealistisch. Ich trainiere verstärkt Ausdauer, da ich mich so persönlich am wohlsten fühle.
    Das von Ralf angebrachte Schimmelproblem kann ich nur bestätigen. Hier hilft auch die Türen von unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen zu halten und Stoßlüften. Vor allem nach dem Duschen. Wobei Kaltduschen ja nicht allzu viel Feuchtigkeit in die Luft bringt. Falls die Wäsche in einem Zimmer getrocknet wird, muss unbedingt mehrmals stoßgelüftet werden. Duscht Du kalt und hast das Bad unbeheizt? Deine Komfortzone ermöglicht Dir so viele Dinge mit Freude zu genießen bei denen andere einfach nur weinen.
    @Skywalker
    Du betreibst aus meiner Sicht eher ein Business als Selbstständigkeit. Das ist ein großer Unterschied. Bei Dir wird das Geld im weitesten Sinne durch Nachdenken erwirtschaftet. Bei der Selbstständigkeit ist es dann doch oft durch den eigenen Verdienst und Fleiß geschuldet selbst und ständig zu arbeiten. So hast Du vermutlich angefangen und erntest jetzt die Früchte für Deine erfolgreiche Arbeit. Bei den Banken bist Du trotz hohem Einkommen einem Angestellten bei gleichem Verdienst unterlegen. Die Logik kann ich nicht nachvollziehen, aber so ist es. Ein Lehrer hat viel Freizeit. Wenn der Beruf ihn erfüllt ist doch alles in Ordnung. Ich betreibe ein Business mit Vermietung und möchte verstärkt in den Investment Quadranten. Hier kann sich das Geld ohne Verantwortung und Verpflichtungen vermehren. Bei einem Business mit 7 Angestellten hast Du auch eine Verantwortung für Deine Mitarbeiter. Das sollte Dich in einigen Dingen einschränken. Es gibt bei allen Tätigkeiten Vor- und Nachteile. Bei einem Business und Invest kann man das Einkommen aber am besten von der eigenen Tätigkeit entkoppeln. Und sich frei entwickeln.
    Aktuell kann ich sehr gut höhere Einkommen gebrauchen. Sobald ich aber meine persönlich gesetzte Schwelle zur Freiheit erreicht habe sehe ich nicht ein glücklicheres Leben, wenn es denn als Beispiel 2000€ mehr im Monat wären. Solange Du glaubst das mehr von etwas besser entspricht kannst Du nicht glücklich werden. Das ist vermutlich ein späterer Schritt auf dem Weg zur Freiheit. Aber man muss lernen wann es genug ist. Und hier muss ich auch noch viel lernen…
    Warum sehen die AirBnb Ferienhäuser oder sehr gute Hotels oft so toll aus? Und warum ist einfach alles da wo man es erwartet? Hier spielt Minimalismus auch eine Rolle. Vermutlich hat jeder hier im Forum ein Smartphone. Wenn Du Zeit mit Familie oder Freunden verbringst versuche einmal das Smartphone nicht zu verwenden. Es wird Dir Lebensqualität schenken. Aber es ist Arbeit. An der Reduzierung der Smartphone Nutzung arbeite ich auch. TV schaue ich nicht mehr. Das war überhaupt kein Problem für mich.

    @All
    Hat jemand eine Schrift von den Stoa? Würde ich auch gerne einmal lesen. Habe bisher nur über Seneca auf Wikipedia gelesen.

  34. Tom

    @ Micha
    Danke für deinen ermutigenden Kommentar!

    @Kiev
    Ich habe mir mal folgendes Buch gekauft (sind Schriften /Briefwechsel von Seneca): Von der Seelenruhe / Vom glücklichen Leben / Von der Muße / Von der Kürze des Lebens.

    Ich wiege nicht so viel. Knieprobleme habe ich keine. Beim Training werden auch “Knee-Sleeves“ benutzt. Probleme bekommt man eher, wenn die Kniebeuge nicht tief genug sind, auch wenn manche Hausärzte sagen, dass Kniebeuge schlecht für die Knie sind, das ist Quatsch. Wenn man langsam, behutsam anfängt, sollte dies kein Problem sein.

    Ich lüfte immer ausgiebig, ich mag die frische Luft.
    Die Heizung ist bei im Winter immer auf das Zeichen mit der Schneeflocke gestellt, ich werde mich diesbezüglich schlau machen und beim Vermieter erkundigen (er wohnt nebenan).

    @ Tim
    Ich habe dir grade paar Fotos geschickt; (ich habe deine Email zu spät gesehen); wäre cool, wenn du die noch nachträglich posten könntest; den Kommentaren nach zu urteilen habe ich den Eindruck, dass so manch einer meint ich würde in einer feuchten gammligen Höhle leben, dem ist nicht so, ich habe alles und verzichte nicht auf viel. Mich zieht eben das Körperliche, das Raue, das Unfertige an… das kostet meist nicht viel. Wenn man zu bequem wird, wird man abhängig.

    MfG
    Tom

     

  35. Fit und Gesund

    @Tom,

    ein schöner Bericht,

    man kann sich da rausziehen was man selber in irgendeiner Form praktizieren möchte, muss ja nicht unbedingt Eisbaden sein, aber ein wenig Abhärtung kann nicht schaden. Mir persönlich tut es gut draussen zu sein, bei Wind und Wetter, ich fahre mit dem Velo zur Arbeit, ausser bei Schnee und Glatteis, dann nehme ich auch nicht den Bus sondern laufe eben.

    Interessant auch das Squatting, ich finde die Position auch bequem, habe aber gerade gesehen dass ich das wohl falsch gemacht habe, nämlich so wie es die Europäer eben machen, also was gelernt! Danke.

    Dein „Kochprogramm“ interessiert mich auch, ich koche auch vor und nehme das dann auf die Arbeit mit, wobei unser Kantinenessen teilweise echt lecker wäre, leider bisschen teuer, Krebs dürfte es nicht verursachen, ich musste herzhaft lachen.

    Ein Jeder sollte den Lebensstil pflegen der ihm am Besten gefällt, lass Dich also nicht beirren,

    wegen der Schimmelgefahr, vermutlich hast Du Holzfenster die nicht ganz dicht sind, Schimmelgefahr besteht heutzutage mit diesen dichtschliessenden Kunststofffenstern eben viel eher, aber Du hast ja die Wichtigkeit des Lüftens erkannt.

    Bin gespannt auf die Bilder, ich habe an einem Holzbalken ein TRX, benutze ich nur leider zu wenig 🙂

    Alles Gute

    Fit und Gesund

  36. Tom

    @Kiev

    hier noch ein Stoa Buch, das mir auch sehr gut gefallen hat (ich konnte meinen vorheringen Kommentar leider nicht mehr ergänzen):

    Marcus Aurelius – Selbstbetrachtungen

    @Fit und Gesund

    Bei mir ist immer mindestens ein Fenster auf Kipp gestellt.

    Du hast auch ein Holzbalken, Super! Ich würde allerdings keine TRX benutzten, sondern Ringe. Die Links im Text stammen alle von Tim. Bezüglich der Ringe kann ich nur Ido Portal und Coach Christopher Sommer zu weiteren Recherche empfehlen. Die Ringe sind ein gutes Tool für Kraftentwicklung im Öberkörper: Stabilisatoren, Kraftkruve/Belastungen aus allen Winckeln. An Maschinen kriegt man diese Bewegungkomplexität nicht hin.

    MfG,
    Tom

     

     

  37. Tom

    @Fit uns Gesund

    Kochen: ich Koche immer die Grundlagen vor und dann kann ich schnell noch andere Zutaten beimischen: Koriander/Pertersilie, Eier, Rinder- und Hühnerherzen, Kalbsleber, Sojasporssen, Gewürze….
    (Die Organe der Tiere sind meist Nährstoffreicher und kosten zudem ein Bruchteil von normalen Muskelfleisch. Ich kaufe Fleisch immer bei Naturata)

  38. Fit und Gesund

    hallo Tom,

    vielen Dank, das TRX ist keine Maschine, gibt unzählige youtube-Filmchen, musst Du mal googeln,

    mit dem Kochen halte ich es ähnlich, Hühnerherzen bekommen allerdings die Katzen (früher hab ich die gebarft, aus Zeitmangel aber aufgegeben), nur die Hühnerherzen bekommen sie 1x die Woche, das lieben sie.

    Hier gibt es heute Gemüsesuppe, ich geh gleich einkaufen.

  39. Kiev

    @ Tom

    Danke für den Link. Das Buch hört sich sehr  interessant an, so dass ich es gleich bestellt habe. Vom ersten Eindruck her beschreibt es ziemlich genau was ich Denke aber wenig erfolgreich anderen vermitteln kann. Habe gerade den zweiten Link entdeckt und gleich kopiert.

  40. Gurki

    Lieber Tim,
    auch wenn ich deine Beiträge sehr schätze und gerne lese und selbst viel (~50%) spare und investiere, macht mich das gelesene (Minimalismus, Sparsamkeit und weitere Finanzblogs) zunehmend deprimierter, lustloser und trauriger. Mittlerweile betreibe ich das Sparen glaube ich eher des Sparens wegen und das ist in meinen Augen nicht so gut.

    Ich denke ich habe jetzt jemanden gefunden, mit dem ich mein Leben erstmal teilen möchte und deshalb steht bei mir jetzt viel Reisen und romantische andere Dinge (Essen gehen, Ausflüge, Aktivitäten) im Vordergrund. Leider kostet das (unmengen an) Geld. Aber ich denke, das ist es mir wert.

    Einfach mal auf andere Gedanken kommen, als immer nur an das Sparen, die Zukunft, Aktien und so weiter denken zu müssen.

    Ich werde nur noch sporadisch hier reingucken und wünsche allen für die Zukunft viel Erfolg beim sparen 😉

  41. Fit und Gesund

    hallo Gurki,

    finde Deinen eigenen Weg, ich würde es genauso handhaben wenn mich das Sparen zu sehr einengen würde, kann nicht das Ziel sein deprimiert und traurig zu werden,

    deswegen muss man ja auch nicht direkt die gesamte Knete raushauen, mach einfach so gut Du kannst und Dich wohlfühlst dabei, Du bist noch jung und da sind sicher auch mal andere Dinge angesagt, ich kann das sehr gut verstehen, ich habe ja auch nicht zeitlebens Berserkersparen praktiziert und habe es dennoch zu ein klein wenig Wohlstand gebracht.

    Alles Gute Dir und Deiner Freundin!

  42. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gurki

    Eine super Beziehung wünsche ich Dir. Schöne Erlebnisse.

    Geld sollte Dich nie lenken, sondern nur Deine Zufriedenheit.

  43. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ alle

    Tom hat jetzt freundlicherweise Fotos aus seinem Leben nachgereicht. Er hatte meine Email übersehen, in der ich ihn um Fotos gebeten hatte. Ich füge seine Fotos nun ein.

  44. Mattoc

    @Tim

    Unter dem untersten Foto mit den Gewichten steht immer noch, dass auf dem obersten Foto Tom nicht abgebildet sei.

     

  45. Kia

    @ Tom: Tolle Lebenseinstellung und schöne Wohnung.

    @ Gurki: Das ging ja schnell von neuer Kleidung zu neuer Partnerschaft 🙂 Alles Gute.

  46. Gurki

    Vielen Dank für Eure Nachrichten!
    Ich finde es schön und interessant zugleich, dass man meine Beiträge doch im Kopf behält (auch wenn sie eventuell mitunter etwas zynisch sein mögen). Das freut mich ungemein! 🙂

    Naja ich bin jetzt schon etwas länger „auf der Suche“. Gucken wir mal wie es läuft. Die Kleidung war denke ich jetzt aber nicht ausschlaggebend 😉
    Nichtsdestotrotz brauchte ich eh neue.

     

  47. ZEN Investor

    @Finanzmixerin

    Danke für die Links.

    Ja, ich werde bald wieder bloggen.

    Kannst du/ihr mir einen guten Blogdienst nennen?
    Es sollte gratis, einfach zu bedienen und übersichtlich sein und gut funktionieren.

    Daneben brauche ich für ein anderes Projekt noch einen anonymen Blog-Dienst, der nicht zensiert.

    Wisst ihr da was?

     

  48. Sparkojote

    @ZEN Investor

    WordPress ist gut und kostenlos, allerdings wird dich eine eigene Domaine immer Geld kosten.

    @Gurki

    Viel glück <3

    @Tom

    Sehr spartanischer Lebensstil, ich bin auch für Minimalismus und wenig Dinge besitzen. Allerdings wäre mir das zu krass, ich brauche einen gewissen Standard (vor allem an Möbeln). Ich habe es ausserdem gern wenn es heimelig ist und ich in meinen 22/23 Grad in kurzen Hosen und T-Shirts rumhocke.

    Aber an und für sich bin ich trotzdem sehr sparsam momentan habe ich auch eine Sparquote von knapp 50%, mal schauen ob ich das bis Ende Jahr aufrechthalten kann.

    Grüsse
    Thomas

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