Warum ein Sparplan besser ist, als auf den nächsten Crash zu warten


New York, 20. Juli 2018

Mit einem einfachen ETF-Sparplan kannst Du in einigen Dekaden Millionär werden. Nur Mut und Geduld haben!

Ich lese manchmal solche Kommentare: „Die Börse ist auf einem Rekordhoch. Ich warte ab. Ich hab 60.000 Euro Cash. Da ist es gut aufgehoben. Ich gehe erst in Aktien, wenn der Crash kommt.“

Diese Mentalität klingt logisch. Macht aber wenig Sinn. Die meiste Zeit erklimmt die Börse ein Rekordhoch. Die Börse steigt eben langfristig. Das siehst Du am DAX recht gut.

Beim S&P-500-Index ist es ähnlich. Rekordhöhen nach Rekordhöhen fallen.

Ungefähr 60 Prozent der Zeit seit 1950 war die US-Börse auf Rekordhöhen. Wenn Du Dich zurückgezogen hast, weil der Markt 2013 ein Rekordhoch erreicht hat, hättest Du seither rund 70% Rendite verpasst. Wenn die Börse nächste Woche zusammenbricht, kann sie um 25 Prozent abstürzen. Aber Du weißt es nicht, dass es so kommen wird.

Weil Du ein besonders vorsichtiger Mensch bist, investierst Du nicht. Du hast das Geld auf dem Tagesgeldkonto. Du wartest auf den Crash. Während Du wartest, klettert die Börse um 15 Prozent.

Weil das Timen der Börse nicht möglich ist, raten Profis wie der Gründer der Fondsgesellschaft Vanguard, John Bogle, monatlich per Sparplan ETFs zu kaufen. Dann kriegst Du die durchschnittliche Marktrendite (abzüglich einer kleinen Gebühr). Die Marktrendite ist eine sehr gute Rendite. Mit der Methode schneidest Du vermutlich besser als 70 oder 80 Prozent der Marktteilnehmer ab.

Einzelne Aktien einzuschätzen, wie sie auf Krisen reagieren, ist ebenfalls schwer. Nach dem Datenskandal knickte Facebook auf 149 Dollar ein. Seither stieg der Kurs wieder um 40 Prozent auf ein neues Top. Verrückt. Google hat auf die verhängte Strafe der EU von fünf Milliarden Dollar überhaupt nicht im Kurs reagiert. Das hat mich gewundert.

Microsoft meldet derweil ein Rekordergebnis nach dem nächsten. Der Software-Dino produziert neue Aktienmillionäre im Schnelldurchlauf. Das sind die jüngsten Microsoft-Wachstumsraten (Bildschirmfoto CNBC):

Bei guten Firmen kannst Du durchaus „Buy and Hold“ machen. Ich kann es nicht oft genug sagen. Bestes Beispiel ist Grace Groner.

Im Jahr 1935 kaufte Grace Groner drei 60-Dollar-Aktien. Sie war beim Pharmakonzern Mitarbeiterin, die Aktien waren für Beschäftigte. Sie verkaufte sie nie. Als sie im Januar 2010 starb, war ihr Nachlass sieben Millionen Dollar wert. Ihr Anwalt William Marlatt sagt, dass sie nur drei Abbott-Aktien hatte und enorm damit verdient hat. Die Aktien wurden in den sieben Jahrzehnten mehrfach gesplittet. Groner reinvestierte die Dividenden.

Beachte: Sie hat nie verkauft. Sie versuchte nicht ständig, ihre Anteile jedes Mal zu verkaufen. Egal, ob es Marktturbulenzen gab oder nicht. Sie sparte so Transaktionskosten und Steuern.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Warum ein Sparplan besser ist, als auf den nächsten Crash zu warten

  1. Didi

    Ein wieder sehr motivierender Beitrag, Tim!

    Dank Deiner Inspiration habe ich mein Wikifolio umgestellt und die Strategie geändert. Voriges Jahr konnte ich mit Trading 70% generieren.

    Seit heuer ist es nur eine Anpassung der Asset Allocation, aber im Kern ein buy and hold. Durch den Crash der Kryptowährungen bin ich jetzt 70% im Minus. Ich hab somit das Gefühl der Achterbahnfahrt den meisten hier voraus 🙂

    Conclusio:

    Traden ist ein Volltimejob und funktioniert nicht auf Dauer.

    Stetiges nachkaufen in ein fallendes Messer zwar nervig, aber mit dem richtigen Helikopterblick kein Thema…

    Wie Du schreibst:

    Monatliches Ansparen in ETFs macht Sinn, weil das Gefühl der breiten Streuung alles relativiert und das Durchhalten langfristig mit Dividenden bzw. positiver Rendite belohnt wird.

    GlG und weiter so!

  2. Ruben

    @Tim: danke für die motivierenden Beiträge!

    @Didi: in Zertifikate würde ich nicht investieren, „Besicherung“ hin oder her:

    Was sind Zertifikate?

    Zertifikate verbriefen das Recht auf Partizipation an der Wertentwicklung eines zu Grunde liegenden Basiswertes wie zum Beispiel Indizes, Währungen, Rohstoffe, Aktien oder andere Finanzprodukte. Ein Zertifikat ist eine von einem Emittenten begebene Schuldverschreibung. Käufer eines Zertifikats sind also Gläubiger des Emittenten, der das Zertifikat begibt. wikifolio-Endlos-Indexzertifikate (wikifolio-Zertifikate) werden von der  Lang & Schwarz Aktiengesellschaft emittiert.

    Mit der Investition in Zertifikate geht generell ein Emittentenrisiko einher. Dies bedeutet, sollte das betreffende Emissionshaus nicht mehr in der Lage sein, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, wird das Risiko schlagend und es kann für Gläubiger zu Ausfällen kommen. Um z.B. Ausfälle aus einer möglichen Insolvenz einzuschränken, kann ein Emissionshaus im Interesse der Käufer seine Wertpapiere speziell besichern.

    https://www.wikifolio.com/de/de/hilfe/faq/geldanlage/wikifolio-zertifikate

    Alles Gute,

    Ruben

  3. Fabian S.

    Hallo Tim,
    toller Artikel!

    Ich verstehe Dich sehr gut. Aber manchmal hat man eben in den letzten Krisenjahren 14 „Normalo-Aktien“ hauptsächlich aus Europa gekauft, die man nicht ein leben lang halten will. Und Warren Buffett sagt ja auch, dass es besser ist ein konzentriertes Depot zu haben als einen vollen Harem.  Natürlich ist es wahnsinnig schwer zu timen, aber Value Investing bedeutet doch auch, dass der Gewinn im Einkauf liegt. Und momentan etw. vorsichtiger zu werden kann ja auch nicht schaden. Denke jeder sieht das auch anders. Ich verfolge ja auch einen Plan. Nur manchmal gehört auch ein bissl Glück dazu. Wenn ich irgendwann die größen Buffett Positionen haben sollte, verkaufe ich auch nie wieder…mal sehen wie es sich entwickelt und wie ich das handhaben werde…

  4. MrHappy

    Ja aber was macht man denn in der jetzigen Situation mit den 60000 Euro? Über die nächsten 10 Monate jeweils 6000 Euro in einen ETF investieren? Oder über einen längeren Zeitraum? Oder kürzer? Und ändert sich etwas, wenn man die 60000 bei einer alternativen Kapitalanlage liegen hat, die immerhin fixe 5% Zinsen liefert?

  5. Kownigsinvestor

    Vielen Dank für den guten Beitrag,  er macht absolut Sinn. Andererseits ist ein bisschen Cash (< 25%) zum Nachkaufen von guten Aktien auch wichtig, weil man das aufgeregte Marktverhalten ausnutzen kann.  Die Emotionen der anderen Marktteilnehmer bieten ab und zu tolle Einstiegsrenditen. Bei einem Sparplan sollte man auch etwas antizyklisch agieren und wenn möglich die Sparrate verdoppeln, wenn die Kurse runtergehen.

  6. Koenigsinvestor

    Vielen Dank für den guten Beitrag,  er macht absolut Sinn. Andererseits ist ein bisschen Cash (< 25%) zum Nachkaufen von guten Aktien auch wichtig, weil man das aufgeregte Marktverhalten ausnutzen kann.  Die Emotionen der anderen Marktteilnehmer bieten ab und zu tolle Einstiegsrenditen. Bei einem Sparplan sollte man auch etwas antizyklisch agieren und wenn möglich die Sparrate verdoppeln, wenn die Kurse runtergehen. Dadurch erhält man eine hervorragende Rendite über einen langen Zeitraum.

  7. Didi

    Hallo Ruben,

    Da bin ich voll bei Dir, es ist trotzdem kein Sondervermögen. Danke für Dein Feedback. In meinem Fall ist es jedoch mehr die Freude am eigenen Wikifolio und auch nur ein kleiner Anteil neben meinen  ETF Sparplänen.

    Wenn, dann würde ich auch nur in eigene Investieren, da man hier die Opportunities nutzen kann.

    Dir auch das Allerbeste

    Didi

  8. Gainde113

    Aktuelle PE Ratios der Indizes:

    SP500: 24.20

    MSCI ACWI: 16.90

    DAX: 12.70

     

    Sieht nicht gerade nach einer massiven Überbewertung aus. Oder was meint ihr?

     

    Die Kurse können ja nur stürzen wenn: a) die USA demnächst in eine Rezession rutschen, b) die Leitzinsen der Notenbanken massiv erhöht werden, c) irgend ein schwarzer Schwan auftaucht

     

    Würde langfristig jedenfalls nicht mehr als 20% Cashquote/Anleihen fahren, da weniger Rendite.

  9. Thorsten

    Kurzfristiges Timing mache ich nicht mehr, es sei denn ich habe genau dann Cash. Das wäre aber ungeplant. Ich schaue mir die Charts von angenehmen Unternehmen an und versuche etwas preiswerter zu kaufen bzw. nachzukaufen, ein paar Euro sind immer drin. Habe ich die Aktien schon im Depot bevorzuge ich den Nachkauf zur Verbilligung, wenn die Dividendenrendite gesichert über 3% beträgt. 3% ist der unterste Wert, den ich zur Konkurrenzfähigkeit historischer Zinsprodukte (6% im Mittel) festgelegt habe, auch wenn das für manche zu weit zurückliegen mag. Ich habe hauptsächlich Aktien im Bereich 4% bis 6%  Dividendenrendite, Reits mit 8% bis 10% und schaue einer zukünftigen Zinserhöhung damit etwas gelassener entgegen. Je mehr Aktien im Depot sind und je länger sie dort schon vertrauensbildend liegen, desto leichter fällt die Entscheidung, wer nachgekauft wird und wer auf Hold liegt.

  10. Passives Einkommen

    Oder anders zu sagen: Es gibt nie den richtigen Moment zu investieren als heute.

    Klar ist es besser und für das Konto besser, wenn auf den Straßen Blut liegt, ein Sale macht auch auf der Börse spaß. Aber wenn man zu lange wartet, verpasst man vielleicht das beste.

  11. Daniel

    Mein Geld das laut meiner Asset-Allokation zum Investieren vorgesehen ist wird immer direkt und im vollen Umfang investiert. Etwas anderes wäre für mich Selbstbetrug, genauso wie der angebliche Cost-Average-Effekt wenn man auf großen Geldsummen sitzt nur ein verzögerter Markteinstieg ist, mehr nicht. Die meisten, mich eingeschlossen, haben eh keinen Berg Geld herumliegen sondern können nur sukzessive investieren was die Schwankungen am Markt eh etwas kompensiert.

    Ich habe derzeit ca. 60% Aktien / 40% mehr oder weniger liquide Sichteinlagen und wnen der Markt in den nächsten Jahren um 50% einbrechen sollte und sich auch innerhalb von 3-4 Jahren nicht erholt, würde schon allein durch die Wiederherstellung der Allokation eine größere Menge Tagesgeld in den Aktienmarkt registriert werden.

    Ich weiss nicht mehr obs Kostolany oder Buffett war der gesagt hat „wer nicht investiert ist wenn der Markt fällt ist es auch nicht wenn er wieder steigt“. Und irgendwas Wahres ist schon dran.

  12. Sebastian

    Ein großes Problem bei der ETF-Investiererei sehe ich darin, das unglaublich vielen Menschen erst in den letzten Jahren auf den Zug aufgesprungen sind, welche nur eine Richtung an der Börse kennen.

     

    Das erkennt man schon daran, das, auch hier in der Finanzblogszene, ständig mit absoluten Beträgen gerechnet wird und davon ausgegangen wird, das 10% Rendite “absolut sicher “ seien. Man kann solche Dinge wie die finanzielle Freiheit nicht so einfach in Jahren planen, weil ein drawdown von 40-50% in der Ansparphase katastrophale Folgen hat. Es ist leicht zu sagen :”wenn es runter geht kaufe ich richtig zu, am besten es knallt -50% runter”…

    Ich bin sehr gespannt, wieviele von den Leuten, die gerade mal 2-8 Jahre am Markt sind, wirklich halten oder gar zukaufen. Ich denke sobald der Verlust 2-stellig wird und die ganzen Helden realisieren, das sie Geld verlieren, werden wir einen massiven abverkauf im Privatanlegersektor sehen und die Presse wird den ETF-Boom in der Luft zerreissen, so wie 2002 den neuen Markt und 2008/2009 die Immopapiere der USA.

    Diese Thematik, in Verbindung mit der sekündlichen handelbarkeit der ETF, wird beim nächsten Drawdown katastrophale Folgen fürs Indexing haben.

     

    John Bogle, der ja immer gern als Referenz genommen wird, hält übrigens nicht viel von ETF, er favorisiert die klassischen Indexfonds, eben weil sie NICHT jederzeit handelbar sind, sondern der Preis nur einmal täglich festgesetzt wird. Vanguard hat die ETF Palette massiv erweitert, als er sich aufgrund seiner Herzprobleme eine Auszeit nahm und man erzählt sich ebenso, das er nicht sonderlich begeistert war, als er die Änderungen sah. Selbst er sieht dort massive Probleme, insbesondere weil sich durch den ETF-Boom viele Anlagen in Richtung passiv verschieben.

     

    Das werden goldene Zeiten für aktive Anleger!

     

    Meine unbedeutende Meinung dazu. 🙂

  13. Gainde113

    @ Sebastian

    Wer die entsprechende Risikotoleranz/-Tragfähigkeit in schlechten Zeiten eben nicht hat, fliegt langfristig aus dem Buy & Hold Game raus. Sehe an deinen Statements keinen Nachteil für die Allgemeinheit, nur dass die Preise für Sachwerte in der Krise stark korrigieren dürften. Für Zocker oder Trend-Nischen-ETF-Anleger habe ich kein Mitgefühl, weiss ja jeder auf was er sich einlässt. Und sonst hat der First-World-Anleger ja nur „Geld“ verloren – es gibt schlimmere Verluste 🙂

    Meine persönliche Rule no. 1 ist:
    Investiere an der Börse nur Geld, dass du (auch langfristig) nicht zum Leben benötigst, reine Überschüsse also.

  14. Wolle Schmidt

    Ich bin auch kein Freund von ETFs. Zuerst einmal gab es ja eine Umdefinition. Was ist ein passiver Fonds? Früher war das Fonds, der wenig Aktivität aufwies, also ein Fonds, der unter der Haube Buy and Hold praktizierte, wo vorher festgelegt war, welche Aktien gekauft werden. Hingegen war ein aktiver Fonds, wo aktives Management betrieben wurde.

    Heute heißt „passives Investieren“ Indexfonds oder ETF, dabei passiert da unter der Haube eine ganze Menge. Das ist ein ständiges Kaufen und Verkaufen. Und zwangsläufig werden dann auch marktenge Titel gekauft, welche, die nicht mal ein Promille des Indexes ausmachen. Sollte dann dieser marktenge Titel dann steigen, kaufen die Indexfonds nach und der Kurs steigt weiter. Da ich beruflich mit Algorithmen zu tun habe, finde ich das ein wenig obskur: Da wird eine Entscheidung von einer Größe abhängig gemacht, die man selber beeinflusst. Selbstverständlich kann man solche Algorithmen entwickeln und sowas ist in der Regelungstechnik (Stichwort PID-Regler) auch erforscht und wird praktisch angewandt, aber nun sind Motoren und Sensoren was anderes als die menschliche Psyche.

    Ich kaufe lieber die Aktien der Unternehmen, denen ich zutraue, dass sie noch Jahrzehnte existieren und ein Wachstumspotential haben.

    Und ein ETF weiß ja auch nicht, wie viele andere ETFs eine Aktie beobachten. Eine Aktie ist ja in zig verschiedenen Indizes: S&P500, MSCI World, Branchenindizes, Growth-Indizes, aufgelegt von vielen Banken und in vielen Ländern. Vielleicht liegt ja die nächste Strategie darin, die Aktie zu finden, die von ETFs am wenigstens erfasst ist, die aber ein solides Unternehmen repräsentiert. Gibt es einen Kali-ETF? Wahrscheinlich nicht. Zu den Nahrungsmittelherstellern gehören die Kalisalz-Förderer auch nicht, aber diese Unternehmen profitieren vom Bevölkerungswachstum. Wie viele Unternehmen gibt’s in diesem Bereich? Fünf: Mosaic, Potash, Uralkali, Belaruskali und K+S. Davon zwei scheiden zwei als Investment aus politischen Gründen aus. Ich weiß auch nicht, wie man die Aktien von Belaruskali und Uralkali kaufen kann.

    Was haltet ihr denn von meinen Gedanken zum langweiligen und überschaubaren Kalimarkt?

  15. Gainde113

    Bezüglich Cash für den Crash: je nach dem wieviel Geld bereits angelegt ist, benötigt man dann im Crash schon einen ordentlichen Betrag, um den Einstandspreis auf ein erträgliches Niveau zu senken. Dazu muss natürlich auch das Timing relativ gut stimmen.
    Bsp. 100’000 bereits investiert, Preis sinkt um 50% = noch 50’000 im Depot. Nun müsste man 50’000 einschiessen, um bei -25% dazustehen, was ja auch noch schmerzhaft aussieht. Von den Opportunitätskosten der 50’000, die man auf der Seitenlinie geparkt hat ganz zu schweigen.

  16. Ruben

    @Didi: da bin ich ja beruhigt, wenn das Wikifolio nur einen kleinen Teil ausmacht und der Hauptteil gut und sicher angelegt ist:-)

  17. Gainde113

    @ Wolle Schmidt

    Kali ein guter Nischenmarkt. Doch man trägt als Anleger auch das Einzelaktienrisiko. Vorteil von ETF sind: regelbasiertes Investing, d.h. ich muss keine Research betreiben (Zeit = Geld), habe eine gute internationale Streuung, muss keine Quellensteuern zurückfordern und weiss, dass ich langfristig besser als 3/4 der Privatanleger abschneide, sofern ich einige Regeln beachte. Möchte ich mehr Rendite, so muss ich aktiv werden, mehr Zeit aufwenden und mehr Risiko eingehen. Dann kann man sich mal das Risiko-/Ertragsverhältnis für die 1-2% theoretische Alpha-Rendite ausrechnen.

  18. Thorsten

    @Gaiinde ich verstehe wie Du das meinst. Mit größeren Depot und genügender Dividendenrendite hoffe ich jedoch, dass ich gar nichts mehr verkaufen muss. Ich spare per Dauerauftrag minimal für Rücklagen (mehrere Sparziele) und hoffe, dass mich vorher nichts Teures erwischt bevor die Rücklagen hoch genug sind.

  19. Ruben

    @Sebastian: ich denke wenn man in Panik verkauft, dann ist es letztendlich egal, ob der Fonds/ETF oder die Aktie nur 1x täglich oder zu jedem Zeitpunkt handelbar ist. Zu mindestens ging es mir so in den noch unerfahrenen Jahren.

  20. Ex-Studentin

    Ich bin gerade unentschlossen. Der ewige Zwiespalt zwischen Börse vs. Immobilie. Meine monatliche Sparrate wandert derzeit 50% in ETFs und 50% wandern ins Tagesgeldkonto zum Sammeln von Eigenkapital. Ich gehe davon aus, dass wir in ca. 5 Jahren eine Wohnung oder Haus kaufen. Dadurch spuken mir 100k im Kopf rum, die ich minimum an Eigenkapital brauchen werde. Gleichzeitig hat mein kleines Depot mir bisher viel Freude bereitet, vor allem meine Einzelaktien. War bisher kein Griff ins Klo dabei.

  21. Daniel

    Das werden goldene Zeiten für aktive Anleger!

    Es ist unerheblich. Wenn die ETFs mit allen darin enthaltenen Aktien einstürtzen, dann tun es auch die Aktienkurse der Einzelwerte. Und wer aufgrund der Liquidität kalte Füße bekommt und seine ETF veräußert, wird oder würde dies auch bei den Aktien tun.

    Auf der Gegenseite werden die alten Hasen, die das Schauspiel schon kennen, die güntigen Aktien aufsammeln in der Krise genauso wie die Vorausschauenden, entweder aktiv selbst, oder bedingt durch einen durchgezogenen Sparplan bei ETF tun.

    Ich behaupte es ist unerheblich, die einzige Tatsache ob man seitwärts oder mit Gewinn oder Verlust aus einer Krise geht ist die Asset-Allokation an sich bzw. die mentale Stärke bei dem zu bleiben, was man vorher definiert hat.

  22. Felix

    Was Markttiming anbelangt, so funktioniert das natürlich nicht immer. Gewisse Anomalien kann man aber manchmal schon nutzen: So habe ich auf dem Höhepunkt des Facebook-Skandals, als unsere Mainstreammedien täglich darüber berichteten als hätte Facebook die Hälfte der Menschheit vergiftet und die Grünen  die Zerschlagung oder Verstaatlichung des Konzerns fordernten, eine größere Investition getätigt, die binnen weniger Monate eine Rendite von +40% eingefahren hat. Microsoft habe ich seit 2010 in größerer Stückzahl im Depot, die jahrelang vor sich hintümpelten bist Natella das Ruder übernahm, seither gehen sie ab wie Schmidts Katze. Insofern muss man auch Glück haben, denn gleichzeitig liegt IBM wie Blei im Depot. Wer hätte gedacht, dass Microsoft die Transformation vom Softwareverkauf zum Cloudanbeiter derart gut gelingt, während IBM das Thema völlig verpennt hat.

    Die sogenannten Buffett-Aktien sind m.E. bestenfalls eine Halteposition zum Vermögenserhalt. Zum Vermögensaufbau werden sie von jedem Index mittlerweile geschlagen.

    MrHappy: Wo gibt es fixe 5 % Zinsen risikolos?

     

     

  23. Thorsten

    @Ex-Studentin ich habe zweimal mein gesamtes Depot verkauft, um eine Immo zu kaufen. Schon im Folgemonat kannst Du das Depot neu aufbauen, der Spaß ist nur kurz weg. Der Buchwert ist natürlich auch ein Spaßfaktor, aber die Tilgung in der eigenen Immobilie erschien mir immer mehr wert : ein absolut berechenbarer Renditefaktor, während die Kurse um mich herum blitzten und donnerten.

  24. Semper Augustus

    „Im Jahr 1935 kaufte Grace Groner drei 60-Dollar-Aktien. Sie war beim Pharmakonzern Mitarbeiterin, die Aktien waren für Beschäftigte. Sie verkaufte sie nie. Als sie im Januar 2010 starb, war ihr Nachlass sieben Millionen Dollar wert. Ihr Anwalt William Marlatt sagt, dass sie nur drei Abbott-Aktien hatte und enorm damit verdient hat. Die Aktien wurden in den sieben Jahrzehnten mehrfach gesplittet. Groner reinvestierte die Dividenden.“

    Es gibt bestimmt ebenso viele negative Erfahrungen. Madeleine Schickedanz als Großaktionärin von Quelle ging mir gerade durch den Kopf. Es gibt unzählige Unternehmen die mit Ihren langjährigen Aktionären untergegangen sind.

    Du pauschalisierst sehr gern…

  25. Albr

    Es gibt aber einen großen Unterschied… Schickedanz hatte einen unfähigen und gierigen Manager eingestellt, der Sie ruiniert hat… dazu kamen „Berater“ wie z.b. Herr Esch, der ihr den Rest gaben… man kann aus der Causa Schickedanz sehr viel lernen: Höre nie auf (selbsternannte) Berater!

    insofern hat das Frau Groner sehr gut gemacht !

     

    darüberhinaus hatte Frau Schickedanz „vermutlich“ nicht diversifiziert (bzw. gekauft was ihr irgendwelche Berater angedreht haben)

     

  26. Daniel (Fächerstadt)

    @ Thorsten

    du bringst hier einige zum grübeln 😉 habe aktuell auch nur ein schönes Depot und kann mich noch nicht motivieren es für eine Immofinanzierung herzugeben. Vllt als Sicherheit für eine Immofinanzierung, hat hier jemand damit schon Erfahrungen gemacht was die Beleihung ausmacht? Wahrscheinlich finden sich da nur Spezialbanken die einem im Zinssatz abzocken..

     

    Gruß

  27. A.

    @Daniel

    Aktien kann man beleihen, aber die Banken setzen da einen hohe Sicherheitsabstand rein. Der Beleihungswert ist schon gering. Selbst habe ich das noch nicht gemacht, aber beschäftigt habe ich mich damit. Habe von 50 bis 80% gelesen.

    Wissen tust es erst wenn du konkret bei der Bank anfragst. Das wird am besten sein.

    Die Frage ob Immo oder Aktien habe ich für mich bspw. geklärt. Ich mache beides. Also tilgen und Aktien kaufen. Geht halt nur sinnvoll, wenn man entsprechend viel Sparen kann. Wenn 300 im Monat gespart werden können, ist das halt schwieriger mit der Splittung, geht aber auch.

    Hier gibts einen Link zu einem Artikel bei fool.de. Bei der Sondertilgung vergessen viele, das die Inflation einem Rückenwind geben kann. Es kommt dann auch darauf an wie lange noch die Zinsbindung etc läuft, Persönliche Neigung etc.

    https://twitter.com/Letmoneywork050/status/1018598953783185409

  28. Florian HFlorian H

    Sparpläne sind wunderbar, wenn du sie Dekaden laufen lässt.

    Ich hab derzeit im Sparplan:

    US: Berkshire, Apple, Vanguard All World, Coca Cola, Fastenal, Microsoft, Cisco Systems.

    DE: Fresenius, Fielmann, Cts Eventim, Schaeffler, Sixt und Gerresheimer.

    Nachkaufen werde ich bei nächsten Korrekturen: Fuchs Petrolub, Datagroup, Nestlé, Siemens Healthineers und Apple.

    Jeden Monat pumpe ich alles was übrig bleibt in den Markt, ich hasse Cash.

    Ich werde bald 6-stellig sein, was die Ein oder Anderen hier wohl schon längst erreicht haben :D.

    beste grüße euch allen aus Hessen.

    „Aktionär aus Leidenschaft“.

     

     

  29. Steve

    @ wolle schmidt,

    Betreffs Dünger teile ich die Meinung, dass da nicht viel schief laufen kann. Gibt aber mehr auch wenn sie noch kleiner sind, so habe ich selbst verde agritech zwar sehr volatil, die Richtung stimmt. Es gibt allerdings die Idee der nachhaltigen Bewirtschaftung, machen die Asiaten seit Generation heißt viel Arbeitseinsatz und know how da brauchts kein Dünger und Pflanzenschutz. Wird irgendwann so laufen müssen, aber bis dahin bestimmt eine gute Option.

    Bezüglich Crash habe ich die Befürchtung dass Trump mit seiner Politik und einen Handelskrieg den möglicher weise schneller heraufbeschwört als uns lieb ist.

  30. Mike

    @A.

    Ja 50-80% wird hinkommen (eher Richtung 50 Aktien sind auch für 08/15 Banken welche gewöhnlich primär aus dem Zinsdifferenzgeschäft leben „Gefahr“), ein Problem resp. was mir daran nie gefallen hat, die Banken wollen die Aktien oder ETF’s dann natürlich bei ihnen, und häufig haben sie nicht gerade die tiefsten Kostenstrukturen (Depotgebühr, Courtagen, etc.), was zusätzlich ins Geld geht.

    Für mich würde es besser passen, ein Teil zu verkaufen, wobei das natürlich auch abhängig von der Börsenphase ist, aktuell wo alles oben ist, wäre das einfacher als nach einem Crash. Dies sollte man sicherlich in die Planung mitberücksichtigen, im dümmsten Moment sozusagen verkaufen zu müssen ist unklug.

  31. A.

    @Mike

    ich finde das verkaufen von Aktien ist irgendwie immer blöd:

    Wenn sie steigen sollte, man nicht aussteigen. Wenn sie gerade unten sind, ist das eher ein Punkt zum nachkaufen. Deswegen sollte man Aktien nach meiner Erfahrung gar nicht verkaufen.

    Dieses Jahr ist bisher mein erstes Jahr wo ich keine einzige Aktie verkauft habe bis jetzt. Das wurde die letzen Jahre weniger und dieses Jahr habe ich es bisher geschafft. Zwar habe ich letztes Jahr bspw. 100 % Gewinn mit Evotec gemacht. Aber verkauft weil ich mir bei Evotec eine untere Grenze gesetzt hatte.
    Das werde ich auch noch ab und wann weiter machen, aber die meisten der Aktien sollten „Ewigkeitsaktien“ werden.
    Den Gewinn habe ich in LTC Properties gesetzt und damit nun einen zusätzlichen monatlichen Dividendenzahler.

    Aktien mit Dividende lohnen sich über länger Zeiträume, das Verkaufen zerstört diesen Aufbauprozess, finde ich. Vorteil der Aktien ist ganz klar, das man sie schnell liquidieren kann. Aber nur in der Not.
    Für Immobilien würde ich es mir schon länger überlegen, ob ich nicht meine Aktien behalte und lieber Sparpläne etc aussetzte und so meinen Cash erhöhe für die Immobilie.

  32. Thorsten

    Das mit dem Verkaufen weiß man wohl immer erst hinterher. Wenn es einen zwischen Aktien und Immobilien hin- und herzieht könnte es ein Symptom dafür sein, dass man eine kaufen will. Plötzlich ist sie dann da und will gekauft werden, so wie das erste Kind erscheint und das zweite, das hinterherhüpft. Schlecht ist einem eh, Aufregung garantiert. Aktiensparen ist wie Kino gucken aus der letzten Reihe, die anderen Ereignisse, da ist man mitten im Film. Kein Wunder, dass manch einer kalte Füße kriegt.  Nur Mut, erste Reihe wählen  und mitten reinspringen ins Leben.

  33. Mike

    @A.

    für eine Immobilie ansparen ohne Aktien (Sparplan aussetzen) ist nur sinnvoll, wenn der Markt fällt, sonst profitiert man ja zusätzlich von Dividenden und Kurssteigerungen und das Ziel ist rascher erreicht. Aber klar, wer weiss das im voraus, ist halt individuell und eine Frage, ob das Ziel zeitexakt angepeilt werden muss oder ob man da etwas flexibel ist.

    So oder so, je früher und je mehr man mit Aktien ansparen kann, umso besser, dann ist man flexibel.

    Für mich wäre es schwierig, über längere Zeit für eine Immobilie anzusparen und dieses Geld „sinnlos“ auf einem Sparkonto zu versauern, ich finde das Verschwendung von finanziellen Ressourcen.

  34. Ex-Studentin

    Immobilien werden vielleicht in der nächsten Krise günstiger. Dann „schnell“ das Depot liquidieren, wird mit Verlusten verbunden sein. Nicht kalkulierbar ist, ob nach 5 Jahren Tagesgeld weniger Geld für den Hauskauf zur Verfügung steht als nach 5 Jahren Investieren mit ggf. starkem Kurseinbruch. Wegen fehlender Glaskugel fahre ich derzeit 2-gleisig.

    Kann mir derzeit nicht vorstellen, mit Kindern zur Miete zu wohnen. Umzüge sind kein angenehmes Ereignis. Meine Eltern sind umgezogen, da war ich 9.

  35. Thorsten

    Nichts ist wiederholbar.  Die Variablen ändern sich mit Globalisierung, Handelskrieg und Abwandern der intelligenten Wirtschaftszentren nach Asien . Vielleicht kompensiert die nächste Krise den wahnsinnigen Zuzug in die Gebiete mit Jobs. Für Hamburg kann ich mir einen Preisverfall nicht vorstellen. Gab es noch nie hier. Stagnation wäre das einzig Denkbare, die Kaufleute verkaufen hier nicht unter Wert, das wurde Jahrhunderte geübt.

  36. Pa

    Der nächste CRASH kommt bestimmt !! Durch Ihre chaotische  patriotische Politik ( Protektionismus) sägen manche letztendlich an ihrem eigenen Ast. Die Einsicht  kommt später aber dann zu spät !

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    erfolgreich sein.

     

     

     

     

     

    #jj

     

  37. HellDog

    Also ich gehe so vor:

    Ich halte maximal 3k notgroschen in bar bzw.auf dem Girokonto.

    Jeder Euro geht dann direkt in 20 einzeltitel und 9 ETFs die marktbreite Indizes abdecken sowie einen Dividenden ETF und ein paar Branchen ETFs wie z.b Digitalisierung oder Robotik.

     

    Alle 6 Monate wird der effektenlombardkredit Rahmen aufs maximale erhöht. Das sind ca 50 Prozent.

    Mit diesem Kredit werden aber keine Aktien gekauft sondern Haus und ETW Schulden getilgt.

    Die Zinsen die dafür fällig werden wird locker durch die Erträge gedeckt

    Um das Risiko der Kursschwankungen auszugleichen gehe ich bis maximal 30 Prozent des depotwertes.  Der grosse Vorteil ist das man keine fixe raten mehr hat sondern absolut flexibel diesen Kredit tilgen kann.

    So bin ich immer voll investiert und auch flexibel.

     

    Ist für mich persönlich einfach die beste Taktik und ich kann sehr gut schlafen damit

     

     

  38. Gainde113

    In der nächsten Krise sind die Zentralbanken machtlos:
    Für eine neue globale Krise sind die Industriestaaten derzeit viel schlechter gerüstet als noch bei der Finanzkrise 2008.

    https://m.tagesanzeiger.ch/articles/28489787

     

    Alles Pulver verschossen? Vor allem der Punkt mit Deutschland, das aushelfen soll, ist spannend.

  39. Thorsten

    @Gainde113 unter derzeitigen linksgestrickten Verhältnissen wird Deutschland überall brav zahlen auf Kosten der Steuerzahler.

  40. Ralf

    Die Situation in D und Europa ist derzeit bei genauerem Blick bekanntlich nicht so super rosig. Es geht uns allen eigentlich recht gut. Aber z.B. die massive Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, das komplexe Thema Migration mit diversen Auswirkungen und auch Sicherheitsfragen (Nato etc.) zerreiben derzeit alte Bündnisse. Das mag Börsianer wenig interessieren, wir wollen aber alle doch auch eine funktionierende Gesellschaft.

    Und da gibt es zunehmend Probleme. Der Ton wird rauer. Gut spürbar z.B. schon an der Schule meiner Kinder oder im Straßenverkehr (Auto, ÖPNV) wo ich mehr Aggressivität und zunehmende Hemmungslosigkeit wahrnehme.Da braucht es Antworten.

    Auch die EZB treibt ein riskantes Spiel mit ihrer Zinspolitik. Letztlich ist ein gewisser Anteil der Börsengewinne auch dem Treiben der Notenbanken geschuldet, vergessen viele. Und dieses Experiment wird sich irgendwann gewaltig negativ an den Börsen auswirken. Die sogenannten Target2-Salden der Bundesbank sind z.B. laut FAZ auf fast 1 Billion Euro gestiegen. Das ist ein Risiko das viele nicht erkennen. Es zeigt, das der Euro nicht funktioniert wie geplant. Darum ist für mich auch ein höherer Cashanteil sinnvoll, um in Zeiten des Börsenbebens vorhandene Positionen günstig aufzustocken.

    Zu den Immobilien: Wer ein gutes Objekt oder Grundstück findet, sollte den Schritt zu einer eigenen Immobilie ruhig wagen. Ich rechne allerdings nicht damit, dass die Preise auf breiter Front massiv einbrechen, allenfalls in sehr ländlichen Gegenden. Eher ist mit weiter steigenden Immobilienpreisen zu rechnen.

  41. elduderino

    Ja, die Weisheit stimmt wohl, dass derjenige, der die Aktien nicht hat, wenn sie Verlust machen, der hat sie auch nicht, wenn die Kurse hoch gehen. Die relevanten Steigerungen passieren an wenigen Tagen und dann muss man einfach investiert sein.

    Daher setze ich neben ETFs nur auf Gold (Ziel 5% der Gesamtinvestition) und lege 10% auf ein Tagesgeldkonto, das ich bei steigenden Zinsen in Festgeld investiere. Aber kann natürlich sein, dass die Zinsen sehr lange niedrig bleiben. Ziel ist es, 20-30 Jahre anzusparen, Gehaltserhöhungen zu bekommen, nebenher etwas zu hustlen und Kosten niedrig zu halten. Auf diese Weise dann die Sparsumme zu erhöhen, irgendwann auf Teilzeit zu gehen, mehr Freizeit, private Projekte verfolgen.

    Ein gewisses Geldpolster lässt mich auch von der Arbeit besser entspannen, weil ich weiß, dass ich im Notfall nicht auf den Job angewiesen bin und etwas mehr oder weniger gegen die Wand fahren lassen kann. Meine Nerven und Gesundheit schone ich, wenn es mal nervig und stressig wird, indem ich mir sage „So what, soll sich der Pile of Shit doch türmen“. Ich muss mich dafür nicht zerreißen. Zur Not gehen Dinge eben den Bach runter. Ich finde immer einen Job und durch mein Finanpolster ist es auch ok, wenn ich dann weniger verdiene. Natürlich gebe ich jederzeit mein Bestes, aber emotional soll am besten aufkommender Stress mit Aufgaben und Kunden mich nicht belasten.

  42. Gorilla

    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/07/21/fondsmanager-fahren-aktien-positionen-zurueck/

     

    Es gibt immer einen guten Grund nicht investiert zu sein. Aber dann geht man halt das grösste Risiko ein, das der verpassten Gewinne.

    Man vergisst insbesondere die Inflation, eine Cashreserve zu haben ist ja nicht schlecht. Aber zu viel davon, daran berreichern sich nur andere.

     

    Was spricht dagegen, dass sich der Markt seitwärts bewegt? Die Zinskurven haben bisher jede Rezession eingeläutet. Aber nicht jede Überschneidung der 2 und 10 jährigen Anleihen hat zu einer Rezession geführt.

  43. Fabian S.

    @ Gorilla:

    Was spricht dagegen bei dem nächsten großen Hoch zu verkaufen und dann mit Cash zu warten?! Kurzfristige Rendite ist nicht alles…

  44. Pete

    @fabian

    woher weißt du das Der Zeitpunkt gekommen ist? Das genau an diesem Zeitpunkt ein Hoch ist? Das weiß man immer erst im Nachhinein!

    Die Tatsache, dass du an dieser Vorstellung festhälst zeigt, dass du noch viel lernen musst. Nach deinen bisherigen Kommentaren zu urteilen wohl über Verluste.

  45. Ralf

    Das sehe ich anders. Ein gewisser Cashanteil ist je nach persönlicher Risikotoleranz ganz ok. Jeder wie er will. Für mich ein Stück Risikomanagement. Warren Buffett sitzt derzeit auf einem enormen Geldberg. Es wird seinen Grund haben….

  46. Gainde113

    Wie habt ihr den risikoarmen Teil eures Depot angelegt? Tagesgeld, Anleihen, Unternehmensanleihen oder verzichtet ihr ganz darauf, weil man sowieso einen Notgroschen separat hat und lieber voll in Aktien investiert ist?

    Tagesgeld:

    + sehr liquide, keine Kauf-Verkaufgebühren

    + kein Währungsrisiko

    – der Inflation ausgesetzt

    Anleihen Heimwährung (ETF 0-3 y.):

    – können aktuell Inflation, Kosten, Steuern nicht kompensieren, da negativ (bsp. Schweiz)

    – Gebühren (Orders, TER ETF)

     

    Kommer empfiehlt 30% risikoarmen Anteil in kurzlaufenden Anleihen oder Tagesgeld. Buffett dagegen nur 10%.
    Da Anleihen noch weniger als Tagesgeld rentiert (s. oben), kommt für mich nur Tagesgeld in Frage. Es reut mich jedoch 5-stellige Beträge der Inflation auszusetzen, nur um Rebalancing zu betreiben und in einem allfälligen Börsencrash einen höheren Komfortlevel zu haben. Frisst ja jedes Jahr mind. 2% Rendite vom Aktienanteil – also die Dividende.

     

    Wie handhabt ihr diese Dilemma?

  47. Fabian S.

    @Pete:

    ich weiß nicht, ob der genaue Zeitpunkt gekommen ist. Das weiß doch keiner. Aber man sieht doch, dass sich auf dem Weltmarkt etw. zusammenbraut und es viele Sollbruchstellen im System gibt.  Neben den politischen Problemen auch notenbanktechnische…das sieht doch jeder…Und wie bereits mehrfach erwähnt kann eine Hausse nicht ewig laufen und auch ein Zins kann nicht ewig bei Null liegen…Ich sage nur, dass ich für mich die Entscheidung getroffen habe in naher Zukunft zu verkaufen…

    Aber schön wie hier viele so tun als ob sie Experten seien und andere belehren müssen…

  48. Gainde113

    @ Fabian S.
    Ist ja per se nicht schlecht einen Teil der Gewinne mitzunehmen und umzuschichten, wen  man sich damit besser fühlt. John Bogle hat mal gesagt, dass man einfach den Aktienmarkt nie GANZ verlassen sollte, sonst befindet man sich in der Market Timing- Falle wieder und weiss nicht wann wieder einsteigen.

  49. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    „Warren Buffett sitzt derzeit auf einem enormen Geldberg. Es wird seinen Grund haben….“

    Hat es. Er bekommt den gigantischen Berg einfach nicht unter. Er möchte günstig einsteigen, würde aber die Kurse selbst durch die riesigen Beträge, die er einsetzten müsste, um überhaupt signifikante Auswirkungen auf sein Portfolio zu erzielen, nach oben treiben.

    Auf dieses Dilemma hat er schon des öfteren hingewiesen. Mit Markttiming, wie du es unterstellst, hat das allerdings nichts zu tun.

    Ich bin zu nahezu 100% investiert. Es kommt regelmäßig Cash rein, das zeitnah investiert wird. Da folge ich ganz der Strategie einer passiven Anlage in ETF.

    Keine Versuche von Markttiming.

  50. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    „Aber man sieht doch, dass sich auf dem Weltmarkt etw. zusammenbraut und es viele Sollbruchstellen im System gibt. Neben den politischen Problemen auch notenbanktechnische…das sieht doch jeder…Und wie bereits mehrfach erwähnt kann eine Hausse nicht ewig laufen und auch ein Zins kann nicht ewig bei Null liegen“

    All diese Gedanken (Befürchtungen) sind bereits in den aktuellen Kursen eingepreist.

    Der Link von gorialla oben spiegelt das schön wieder. Die Herde macht die Kurse. Und die Herde ist zur Zeit verunsichert. Von Manie und Boom keine Spur.

    Die aktuelle Hausse läuft übrigens erst seit zwei Jahren. 2015/2016 gab´s eine kurze Baisse. Das kann man kontrovers diskutieren.

    https://www.dividendenadel.de/neun-jahre-keine-korrektur-von-wegen/

    Es geht auch weniger darum dich zu belehren, als dir gute Ratschläge zu geben. Was du daraus machst, ist deine Sache.

  51. Gainde113

    @ Freelancer Sebastian

    Bist du nur in Aktien ETF investiert oder auch noch Immobilien-/Anleihen-ETF o.ä.?

  52. KievKiev

    @ All

    Tail Risk Hedging

    Hier sind ja einige Experten für den Aktienmarkt vorhanden. Was haltet Ihr davon, voll zu investieren und sich nur gegen hohe Risiken abzusichern? Achtung, ich kann eine Summe in den Aktienmarkt bringen, die ich nicht ungeschützt investieren möchte. Die Summe hat keine zur Not zwei Dekaden Zeit sich zu korrigieren. Ich möchte aber dennoch Das Sprichwort umsetzen better use time in the market than timing the market…

    Ich möchte als Beispiel 50k in msci world investieren und gleichzeitig z.b. einen put auf spy kaufen mit 10-20% unter Martpreis und einer Laufzeit von einem Jahr. Bekomme ich so einen put für 0.5-1%? Oder gibt es dafür andere Varianten? Die Kosten für den Put kann man ja leider nicht gegen Gewinne verrechnen. Geht das bei Consors oder brauche ich dafür schon Degiro usw.?

    Ich möchte gezielt weniger Rendite als der Markt erzielen, aber abgesichert.

    Das Geld soll auch nicht entnommenen werden. Und auch nichts verkauft werden. Im Falle eines Crashes würde ich den Gewinn aus der Put Option verwenden um msci world zu kaufen. Danach würde ich sowieso verstärkt kaufen. Ich würde mir durch die Absicherung aber nicht das Portfolio versauen. Und die Put Option soll jedes Jahr angepasst werden. Also dauerhaft absichern bis des Crash tatsächlich kommt.

    Diese Strategie könnte auch für angehende Rentner interessant sein, oder? Anstatt Geld aus dem Markt zu nehmen kann man eine Versicherung für extreme Einbrüche kaufen bis man sicher genug ist ohne Versicherung weiter zu machen. Vorausgesetzt die Versicherung ist so günstig wie gedacht.

  53. Thorsten

    @Kiev kann ja alles sein, aber hier verdienen die Derivatedesigner und die Banken wieder dran.

  54. Fabian S.

    @ Freelancer Sebastian:

    Naja das sehe ich etw. anders. Warren Buffett kann man schon unterstellen zumindest ansatzweise den Markt etw. zu timen, machte er bisher glaube ich viermal in der Geschichte. So wie ich das sehe läuft die Hausse seit 2009 mit einigen kleinen Korrekturen. Aber Du hast Recht, dass eine Euphorie an den Börsen fehlt, aber die sind ja auch überwiegend durch Nullzinsen getrieben…das kann nicht gutgehen…

    Naja und Ratschläge sollte man höflicher und nicht so altklug machen oder nicht?!

     

     

  55. Semper Augustus

    @ Albr

    „darüberhinaus hatte Frau Schickedanz „vermutlich“ nicht diversifiziert (bzw. gekauft was ihr irgendwelche Berater angedreht haben)“

    Frau Groner hat nicht diversifiziert, sondern ihr Vermögen lag in Abbott Aktien. Wäre Abbott nicht XXXXX% Prozent seit ihrem Kauf gestiegen, würde es den Artikel nicht geben. Das ist ein Glücksfall. Genauso gut hätte Tim einen Artikel über einen Lottogewinner verlinken können: „Seht her, Lotto führt zu Reichtum!“

     

  56. Semper Augustus

    @Freelancer Sebastian:

    „Hat es. Er bekommt den gigantischen Berg einfach nicht unter. Er möchte günstig einsteigen, würde aber die Kurse selbst durch die riesigen Beträge, die er einsetzten müsste, um überhaupt signifikante Auswirkungen auf sein Portfolio zu erzielen, nach oben treiben.“

    Er (richtig: Berkshire Hathaway) könnte auch ganz Unternehmen von dem Geld übernehmen, was er regelmäßig getan hat, vor allem wenn es gekriselt hat. Die Bewertungen sind aktuell weniger attraktiv, weswegen immer mehr Cash angehäuft wird. Zu sagen Berkshire Hathaway betreibt kein Market Timing ist in meinen Augen grober Unsinn. Nur so sind diese historischen Überrentditenzu Stande gekommen.  Market Timing schließt auch ein, in schlecht laufenden Branche zu kaufen, auch wenn der Gesamtmarkt gut läuft.

     

  57. Gainde113

    Buffett ist doch genau das Gegenteil von der gängigen Passiv-ETF-Philosophie, nämlich Stock Picking und Market Timing (temporal diversification). Sonst wäre er ja kein Value Investor.

  58. Andrea

    Mein Mann und ich haben vorgestern AT&T Aktien gekauft.

    Ich kaufe weiterhin Aktien, aber spare auch ein bisschen Geld an für den Fall, dass sich günstige Kurse bieten.

    Manche Aktien kann man nur zum Höchstpreis brkommen, bei manchen kann man auf eine günstigere Gelegenheit warten. Irgendetwas gibt es immer gerade günstig.

  59. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Semper Augustus

    Du hast da einen kleinen Denkfehler – oder ich habe ihn 😉 .

    Buffett (gerne: Berkshire Hathaway) schaut EINZIG auf die Unternehmensebene. Ist ein ausgezeichneter Titel zu einem angemessenen Preis zu haben?

    Wenn nicht, dann wird nicht gekauft. Ja, es gibt Börsenphasen mit hohen und Phasen mit eher niedrigen Kursen. Logisch, dass mal mehr, mal weniger „Angebote“ zur Verfügung stehen.

    Markttiming ist für mich aber das Starren auf den Gesamtmarkt, die Prognose, wo es in den nächsten Monaten wohl hin geht. Und danach die Käufe und Verkäufe auszurichten.

    Buffett (gerne: Berkshire Hathaway) tut genau das nicht. Man nimmt nicht von Käufen abstand, weil man weiß, dass der Markt in der nächsten Zeit abschmiert. Die Makroebene spielt keine Rolle bei den Entscheidungen.

    Aber gut, jeder definiert „Markttiming“ wohl anders. Ich bleibe dabei. Buffett (gerne: Berkshire Hathaway) betreibt KEIN Markttiming. Man kauft ausgezeichnete Werte zu angemessenen Preisen und geduldet sich auch mal, um einen erwünschten Preis zu erzielen. Prognosen zum Markt (um diesen zu timen) sind dabei irrelevant.

  60. Gainde113

    @ Freelancer Sebastian

    Exakt, nennen wir es doch „Price timing“ oder „Schnäppchenjagd“ 😉

  61. Ralf

    Um Warren Buffett zu zitieren: „Beim Aktienmarkt gibt es keinen Zwang, aufs Tor schießen zu müssen. Du musst nicht zum Abschluss kommen, lass dir Zeit.“

    Und daher ist eine gewisse Geldreserve je nach Typ und Risikoprofil durchaus kein Fehler. Mir tut es gut und lässt mich insgesamt viel gelassener mit unruhigen Börsenphasen umgehen. Und wenn es jahrelang dauert bis man das Geld verpulvert. Mit Cash-Reserve können Börsen-Crashs sogar ein Geschenk sein.

  62. Fit und Gesund

    Muss Warren Buffett nicht auch ordentlich Cash vorhalten um gegen Risiken im Versicherungsgeschäft gerüstet zu sein?

    Ich habe hier sicher auch noch eine gewisse Cash-reserve, das ist meine Versicherung, aber nicht gegen den Aktien-Crash, sondern für den Tag wo es mir am Arbeitsplatz dann doch zuviel werden könnte, und ich den Plunder rasch hinwerfen möchte, das kann ich mir dann erlauben, und zwar völlig unabhängig von der Börsenphase in der wir gerade stecken, ich muss dann nicht eine einzige Aktie verkaufen, meine „Normalo-Aktien“ möchte ich nämlich gerne behalten.

    Im Moment deutet nix darauf hin dass es so sein wird, aber Umstände können sich sehr schnell ändern, ich kann so praktisch zu 100 % im Aktienmarkt investiert sein und dennoch ruhig schlafen.

    Je näher der definitive Ausstieg kommt, desto grösser ist dann auch die Chance dass ich diese Cash-Reserve bei einem Crash einsetzen kann, nach einem vorher festgelegten Schema,

    die Glaskugel hat hier Niemand, auch nicht Warren Buffett, ich habe sicher grosse Hochachtung vor diesem Mann, (der stirbt auch mal und dann?)aber ich lehne es strikt ab irgendwelchen Guru’s zu folgen, auch Keinem BuyandHolder 2012, ich muss mein eigenes Ding machen! Auch Herr Kommer ist kein Gott für mich, kein Frugalist, kein Smartinvestor, nix…

    Jeder muss selber wissen was er tut und die Konsequenzen eben tragen.

    liebe Grüsse

     

  63. JosefJosef

    Hallo zusammen

    Mein Vermögen sieht so aus:
    30% Cash
    70% Aktien

    Meine aktuelle Strategie:
    – Starke Marken zu kaufen
    – bei tiefen Kursen zu kaufen
    – nur bei extremen Überbewertungen verkaufen KGV über 40 bei sinkenden oder bleibenden Gewinnen

    Ich habe daraufhin bei Daimler zugekauft

  64. Slazenger

    @Fit und Gesund

    Ich habe dieselbe Strategie wie Du. Ich denke die sollte man in unserem Alter auch haben. Ich ( und meine Frau) könnten im Extremfall (Crash) problemlos die nächsten 5-6 Jahre gut überstehen, ohne auch nur eine Aktie zu verkaufen! Vermutlich sogar auch länger wenn wir uns ein wenig einschränken würden!

    Soweit ich weiß arbeitest du als Krankenschwester auf Intensiv! Meinen Respekt hast du da sowieso, genauso wie alle andern Pfleger und Krankenschwestern die dort tätig sind. Da ich einmal drei Wochen auf der Intensivstation gelegen habe, durfte ich erleben wie es da Tag und Nacht zugeht !  Wahnsinn! Ich könnte deinen Beruf nicht ausüben, daher verstehe ich auch dass man irgendwann an seine Grenzen kommt!

     

    Nice Week

  65. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Sebastian,

    bin selbst gespannt, wie es in 6 Monaten sich anfühlt.

    Ich denke, man gewöhnt sich schnell an Angenehmes. Aber ich melde mich ja gedanklich auch gar nicht so völlig ab bei der Firma. Habe mich schon in die Outlook Web App der Firma eingeloggt und eine Mail an die Kollegin geschrieben. Die denkt womöglich, ich bin Fr. abends nochmal rein. 😉

    Mal sehen wie lange mein Firmenaccount bestehen bleibt.

    @Kiev,

    mit der Hedgerei kann man schon machen, aber man egalisiert ja auch Gewinne damit. Deswegen ist es mir ja so wichtig, dass es Cash Flow gibt.

    Dieses Jahr habe ich bestimmt schon einiges über 5k Dividenden bekommen. Wenn das Depot um 5 k nachgeben würde, dann wäre schon nichts wirklich verloren. Und so geht das ja ständig weiter. Je länger man wartet und nichts passiert, umso mehr Kohle bekommt man nicht.

    Ich bin halt lieber hinter dem Schalter um die Versicherung zu verkaufen, statt selber Geld dafür zu bezahlen.

    Am Freitag sind wieder 3 Puts ausgelaufen, und 170 Euro Gewinn realisiert damit.

    2 neue habe ich für 110 USD verkauft, so kann das ewig weitergehen. Ab und an wird mal was eingebucht, worüber ich auch nicht böse bin.

    Ansonsten kaufe ich einfach Sachen, von denen ich denke, dass sie nicht furchtbar überteuert sind, und einen allgemeinen Rückgang nicht so sehr mitmachen würden. Und wenn doch, dann ist es so.

    Einfach immer kontinuierlich die Assets anhäufen im Depot und fertig. Der Eine kann mehr, der Andere weniger. Hauptsache immer schön Assets kaufen. 😉

    Schönen Abend noch. Ich muss heute nicht nach München fahren. Juhu!

    MS

  66. Daniel

    Es reut mich jedoch 5-stellige Beträge der Inflation auszusetzen, nur um Rebalancing zu betreiben und in einem allfälligen Börsencrash einen höheren Komfortlevel zu haben. Frisst ja jedes Jahr mind. 2% Rendite vom Aktienanteil – also die Dividende.

    Wie handhabt ihr diese Dilemma?

    Gar nicht, es ist mir egal. Der risikofreie Anteil soll unter allen Umständen risikofrei oder zumindest arm bleiben, die Gewinne werden mit den anderen Assets erwirtschaftet.

    Ich kann ruhiger schlafen wenn ich weiss dass mein Depot mit Tages/Festgeld oder anderen relativ liquiden Anlageklassen weniger volatil ist und das ist mir am wichtigsten. 2008 hat es bei mir ganz schön mit meinem sauer verdienten Azubi-Gehalt gerumpelt im Depot, damals mit weniger Cash-Bestand und da möchte ich mich einfach vorher etwas absichern.

  67. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Gainde113

    Einverstanden.

    @ Fit und Gesund

    Deine Anlagestrategie kommt mir bekannt vor 😉 . Ist wohl die meine.

    Es ist auch so furchtbar beruhigend, wenn man sich um die Makrobene (Zinsen, Finanzpolitik, Handelspolitik, Notenbankenentscheidungen, Politikergeschwafel, Marktprognosen, etc..) keinerlei Gedanken machen muss und einfach stur und stetig Topunternehmen einkauft.

    Da ich nicht verkaufe, ist mir auch das Auf und Ab egal. Nach einem Abschwung kommt der Aufschwung. Geduld ist gefragt.

    Real sind die wachsenden Erträge meiner Beteiligungen. Real sind die wachsenden Dividenden in meinem Depot. Die Kurse stehen mal hoch mal tief. Was soll´s….

    Ich lese gerne bei den Gurus, was den „common sense“ zur Börse anbelangt, mache aber definitiv mein eigenes Ding und wähle meine Titel selbst aus.

    Was Buffett so kauft ist mir egal. Aber was er nach zig Jahrzehnten zum intelligenten Investieren zum Besten gibt – das ist sehr lehrreich.

    @ Matthias

    „Einfach immer kontinuierlich die Assets anhäufen im Depot und fertig. Der Eine kann mehr, der Andere weniger. Hauptsache immer schön Assets kaufen.“

    Auf den Punkt gebracht.

  68. Fit und Gesund

    @Slazenger,

    danke, mein Beruf ist einfach voll spannend und ich gehe gerne arbeiten, ich habe hier viel gelernt in all den Jahrzehnten, es hat meine Sichtweise auf das Leben sicher stark geprägt, dafür bin ich dankbar.

    mit Zufriedenheit und bisschen Zuversicht kann man ein gutes Leben haben, genau das wünsche ich Dir, aber ich glaube Du hast das schon 🙂

    liebe Grüsse

    @Freelancer Sebastian,

    so ist es einfach, eigentlich auch nicht so schwer, und bisschen Imperfektionismus gestehe ich mir auch gerne zu.

  69. KievKiev

    @ MS, Thorsten

    Den Hedge würde ich als Versicherung sehen. Die kostet etwas und ich werde damit entsprechend der Gebühr unter dem Index liegen. Außer ein Crash oder eine Korrektur liegt vor. Dann sind die Verluste gedeckt. Es geht darum Geld in den Markt zu bringen, dass ich ansonsten vorhalte. Wenn der Cashflow aus den Aktien hoch genug ist benötige ich die Versicherung auch nicht mehr und kann darauf verzichten.

    Mir ist klar, dass man als Verkäufer von Optionen auf Dauer Gewinn erzielt. Es geht nur um eine Absicherung für einen größeren Crash. Die Absicherung soll auch sehr günstig sein (unter 1%). Einen Short Put auf den Spy würde ich aber nicht anbieten 😉 Vor allem ungedeckt. Das kann sonst mit mehr Positionen teuer werden.

    Cash vorzuhalten kostet auch Geld (Wenn man sich die Inflation und Zinsen anschaut). Das machen hier scheinbar einige. Ich habe selbst auch Cash und würde gerne mehr als 3% Rendite damit erzielen. Steuerlich ist es für mich auch von Vorteil, aber ich benötige hier eine Absicherung. Das Vermögen in Aktien soll eine Gegenposition zu dem offenem Darlehen bilden. So könnte ich auch ohne Sondertilgung verstärkt und mit gedecktem Risiko in Aktien investieren. So könnte ich abgesichert von der Entwicklung des Marktes profitieren. Vielleicht steigen die Kurse ja auch drei Jahre weiter mit 10% Rendite und dann geht es in welcher Form auch immer bergab bevor es wieder hoch geht. So würde ich zumindest drei mal 9 % Rendite (bei 1% kosten für Absicherung) machen und dann je nach Absicherung maximal 10% „Verlieren“. Da ich nicht verkaufe würde ich den Gewinn nutzen um direkt ETFs zu erwerben. Wenn es dann weiter bergab geht kann ich monatlich ETFs kaufen. So bin ich relativ gut investiert wenn es dann wieder hoch gehen wird.

    Ich würde gerne möglich schnell 150€ Dividenden im Monat mit Aktien erzielen. Dann kann ich es erst einmal langsamer angehen. Bei ca. 500€ würde ich die Absicherung nicht mehr verwenden. Vor allem wenn mein privates Darlehen wegfällt. Das langfristige Ziel ist nur sehr wenig Geld vorhalten zu müssen. Wenn der freie Cashflow hoch genug ist, sollte es nicht notwendig sein.

  70. silentbob

    Aktuell habe ich gerade 70%Aktien/30%Cash. Ist mir eigentlich zuviel Cash, kann mich allerdings nicht entscheiden wo ich als nächstes zukaufe…

    @Thorsten: Eine Frage in Bezug zu deinem Immobilienkauf. Hattest du auch mal überlegt die Hälfte der Summe fürs Eigenheim zu finanzieren damit du nicht dein gesamtes Depot verkaufen musst? Mache mir nämlich gerade Gedanken ob das nicht auch eine Möglichkeit wäre für mich falls der Kauf einer Immobilie ansteht.

    MfG silentbob

  71. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kiev,

    klingt alles sehr überlegt und richtig.

    Merkwürdigerweise mache ich mir kaum noch Gedanken um solche Szenarios.

    Aber kommt sicher von der gedanklichen Sicherheit, dass ich vom Depot nicht abhängig bin. Ich kann von meinem „Ruhe-Gehalt“ leben, und in der Rente verhungere ich auch nicht. Das gibt schon Sicherheit.

    Speziell für einen „Crash“ halte ich kein Cash vor. Ich habe derzeit ca. 30k Cash, aber das ist für alle möglichen Eventualitäten gedacht, wie neues Auto (jetzt habe ich seit gestern neuen TÜV, aber kommt ja dennoch bald mal), Umzug usw.

    Wenn ich einen Crash definitiv annehmen würde, dann würde ich aus dem Markt gehen. Obwohl ich die nach 2000 und 2008 mitgemacht habe, habe ich keine Angst davor. Dann taucht das Depot eben mal wieder ab, und ich hoffe, dass der Cash Flow nicht in dem gleichen Ausmaß reduziert wird.

    Man kann ja nur nach seiner Überzeugung kaufen und das Schicksal walten lassen. Ich würde doch auch kein Haus kaufen, wenn ich befürchten würde, dass es bald einstürzen könnte.

    Guten Erfolg

    MS

  72. Gorilla

    @ ms

     

    wie kommt es, dass du keine Gebühren hast? Bei mir zieht IB bei Stillhaltergeschäften immer etwas ab.

    Darf ich fragen, welche Puts du verkauft hast. Mit welcher Laufzeit? Hältst du sie bis zum Ende?

    Ich beschäftige mich auch mit dem Thema. Bin aber Anfänger.

    Ich schreibe später zurück, auf dem Tablet, mag ich es überhaupt nicht zu tippen.

    Aber schön hier jemanden zu treffen, der vermutlich länger schon damit arbeitet.

  73. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Gorilla,

    wenn man die Optionen einfach auslaufen lässt, dann kostet es nichts. Ich hoffe, das bleibt so. Beim Verkauf der Option werden mir natürlich auch 3,50 USD abgezogen. Also, die Prämie beträgt z.B. 60 USD, dann werden nur 56,50 USD gut geschrieben.

    Man wird ja 3 Tage vor Ablauf ständig erinnert, dass das Verfallsdatum naht. Sie hätten es natürlich lieber, wenn man dann die short Puts eindeckt, also zurück kauft. Aber das wäre ja eine Order, die 3,50 USD kosten würde.

    So werden zwar auch technisch Trades durchgeführt, kosten aber nichts. Es werden also die Optionen nicht einfach gestrichen, sondern je 1 Put zu 0 USD „gekauft“.

    Aber ich selbst kaufe lediglich zurück, wenn ein Put noch eine lange Laufzeit hat, aber trotzdem schon fast wertlos ist. Dann gebe ich die 3,50 aus, um den Gewinn lange vor der Zeit einzutüten.

    Wenn Du Dich für die Materie interessierst, dann sind ja obligatorische Anlaufstellen:

    Ingo von Mission Cashflow

    Jens Rabe (und auch die Optionsstrategien)

    Nils Gajowiy (Zahltagsstrategie)

    „Darf ich fragen, welche Puts du verkauft hast. Mit welcher Laufzeit? Hältst du sie bis zum Ende?“

    Ja, i.d.R. halte ich bis zum Schluss und lass sie verfallen oder einbuchen. Auch die Einbuchung kostet keine Gebühren.

    Also das ist nicht wirklich das, was andere Leute als richtig ansehen würden. 😉

    Ich habe derzeit insgesamt 17 Puts verkauft. Die Laufzeiten gehen bis zu einem halben Jahr.

    Die 2, die ich da verkauft habe, gehen auf Ambev S.A. (ABEV). Eigentlich dachte ich, ich könnte mal 200 Stück der Aktien kaufen, und eine Erholung mit Kursziel 7 USD spielen. Dann habe ich mich entschieden, 2 Puts „in the Money“ mit Strike 5 zu verkaufen. Laufzeit geht bis Januar 19.

    Wenn der Kurs sich erholt, dann habe ich >100 USD kassiert, wenn nicht, dann bekomme ich die Aktien. Beides ok.

    Mein normales Vorgehen ist ungefähr so. Ich habe eine Aktie, die ich gern im Depot hätte. Auf die verkaufe ich dann einen Put aus dem Geld. Also meinetwegen OMI Strike 15 USD bei Kurs 17,45 mit Laufzeit ca. 3 Monate. Der jetzige läuft bis Sept. Im Sept verkaufe ich dann den bis Dez. Das ist wie die Dividende kassieren. Paar Tage vor Ablauf der Option, wenn ich sehe, die verfällt ziemlich sicher zu meinen Gunsten, dann verkaufe ich die nächste wieder mit Laufzeit 3 Monate usw… Dann bekomme ich immer mehr als die Dividende auf die Aktie, ohne Geld in sie zu investieren. Sollte ich sie eingebucht bekommen, dann ist das auch gut.

    Guten Erfolg

    MS

     

  74. Gorilla

    So nun zuerst zu den Fragen.

    Ich bin auch 50/50 % investiert – (Aktien/Cashvermögen) wobei ich habe das Cash auf verschiedenen Geldkonten – so bekomme ich für USD sogar Zinsen, aber wegen der Quellensteuer ist dies nicht interessant.

    Doch der Dollar ist seit Anfang Jahr sehr stark gestiegen – deshalb habe ich einen grösseren Gewinn gemacht.

    Warum habe ich so viel Cash, nun ja, ich lebe in der Schweiz und zahle meine Rechnungen jährlich. Abgesehen von der Wohnungsmiete. Und ich bin Alleinverdiener in unserem kleinen Haushalt. So muss ich leider grössere Rücklagen haben.

    Wo bin ich warum investiert. Ich schreibe hier nicht so viel, weil ich nicht der klassische Buy and Hold Investor bin. Ich bewege mein Vermögen hin und her. Nach der Aussicht auf die grössere Rendite. Momentan sehe ich keine grosse Rendite in den USA, Schweiz, Niederlande… sondern eher in Singapore, Russland, China.

    Ich kaufe aber meist nur ETFs und keine (nein ich lüge 😉 ) – sehr selten – Aktien. Zum Beispiel habe ich neu Shell auch im Lager.

    Mit Optionsscheinen habe ich mir massiv die Finger verbrannt – 2001. Ich habe mich sehr lange aus der Börse zurückgezogen. Vor allem meine Ex war der Finanzwelt (in der ich arbeite) sehr negativ eingestellt. Erst vor einigen Jahren, als ich mit der EX (die eigentlich mein ganzes Geld konsumorientiert hatte). Bin ich auf die neue Liebe, meine neue Frau gestossen. Und als Familienvater bin ich nun ganz langsam und vorsichtig an das Thema Aktien ran gegangen.

    Leider hatte ich 2001 ganz schlechte Lehrmeister. In der Zwischenzeit habe ich mich mit Optionen bekannt gemacht. Und da ich so ein grosses Cashvolumen habe, das ich aber nicht auflösen kann. Verkaufe ich ab und zu Puts. Der Gewinn ist klein aber stetig.

    Danke Matthias für deine Tipps. Ich schaue mir mal die drei Meister an.

    Jetzt frag ihr euch sicher, was macht der hier…

    ich habe das Forum über die Freiheitsmaschine kennengelernt, ich finde es sehr interessant wie ihr denkt. Und ich will von euch lernen.

    Ausserdem werde ich auch ab einer gewissen Grösse Buy/Hold betreiben. Bisher hatte ich Glück mit meinen Investitionen – ich hatte quasi die Goldene Nase dafür.

    Aber da ich relativ bescheiden Angefangen habe, habe ich trotz Verdopplungen ein kleines Vermögen – dafür habe ich ein Cabrio und all den Schnickschnack den man nicht braucht. Dieses teure Luxusleben habe ich noch meiner Ex zu verdanken. Und ich versuche meine Frau eher auf ein bescheidenes Leben zu trimmen, mit vielen Tips aus dem Forum hier. ! Dies ist aber nicht einfach, viele Sprüche musste ich mir schon anhören, dass ist unter deiner Würde.. etc !

    Ich zeige ihr, wie Leute mit relativ kleinem Einkommen sehr viel erreicht haben.

    THX all, und weiter so.. meine Sparrate beträgt wenige Prozent, aber ich bin am Aufholen 😉

  75. Thorsten

    @silentbob gute Frage, die Zinsen waren höher als die Dividendenrendite. Da war es eine leichte Entscheidung. Hätte ich nicht alles verkauft, hätte ich auch eine höhere monatliche Belastung gehabt. Die von der Bank angebotenen Kreditzinsen fallen auch mit steigender Eigenkapitalquote. Ich würde beim Kauf der selbstgenutzten Immobilie alles an Eigenkapital nehmen, was ich zusammenkratzen kann.

  76. silentbob

    @Thorsten: Das ist dann natürlich nachvollziehbar. Bei mir würden sich Kreditzinsen und Dividendenrendite ungefähr die Waage halten. Ich müsste beim Verkauf des Depots allerdings einiges an Steuern bezahlen, da ich die Aktien nach 2008 gekauft habe. Das tut dann natürlich schon weh.

    Aber das sind ja alles Luxusprobleme. Andere müssen ihre Immobilie über 30 Jahre und länger abstottern. Wenn ich sehe was einige im Bekannten und Freundeskreis für Darlehen aufgenommen haben, die es sich eigentlich nicht leisten können,  da könnte ich Nachts nicht mehr ruhig schlafen…

    MfG silentbob

  77. ThomasH

    Aktuell habe ich gerade 70%Aktien/30%Cash. Ist mir eigentlich zuviel Cash, kann mich allerdings nicht entscheiden wo ich als nächstes zukaufe…

    Ich habe 80%ETFAktien und 20% Cash. Da ich hoffe, in 2-3 Jahren von meinem Vermögen leben zu können (incl. Entsparen) sind die 20% Cash dafür da, die 3-5 Jahre ohne Gehalt bis zur Rente zu überbrücken und einen möglichen Crash in diesem Zeitraum – wie groß auch immer – abzufedern.

    Da ich mich in Summe im hohen 6st. Bereich bewege, ist der Cashanteil deutlich über der Einlagensicherung. Die Frage, wie ich sinnvoll damit umgehe. Nur Tagesgeld bei einer Bank scheidet ja schonmal aus. Anleihen, die mit ziemlicher Sicherheit eine Minusrendite haben? Cash auf mehrere Bank verteilen? Ich bin noch zu keiner zufriedenstellenden Antwort gekommen.

    Die meisten hier bewegen sich wohl noch nicht in dieser Größenordnung, denn das Thema wird nicht so oft angesprochen.

    ThomasH

  78. Oliver

    Hallo ThomasH,

    obwohl die Einlagensicherung 100k EURO abdeckt, würde ich an deiner Stelle die Cashreserven auf mehrere Banken mit Einlagensicherung aufteilen. Wenn eine deiner Banken Probleme bekommt, hast Du immer noch die Möglichkeit, auf die anderen Guthaben zurückzugreifen bis die Sache überstanden ist. Ich mache das sogar mit meinen Aktiendepots: Ich habe mehrere bei unterschiedlichen Banken.

    Die Frage, die Du dir auch stellen kannst ist, ob so hohe Cashreserven tatsächlich notwendig sind? Ich lasse das Geld lieber arbeiten und habe relativ geringe Cashreserven (so zwischen 5 – 10.000 EURO). Eigentlich totes Geld, weil ich darauf bisher noch nie zurückgreifen musste. Andererseits sind meine Anlagen schnell auflösbar, sollte eine Katastrophe eintreten. Höhere Cashreserven sind in meinen Augen nur relevant, wenn ich hohe monatliche Verbindlichkeiten habe, die nicht durch passives Einkommen abgedeckt sind und mir diese bei schlechten Ereignissen sofort hohe Kosten verursachen. Hier meine ich z.B. eigenbenutzte Immobilie oder gehobenes Auto. Die Waschmaschine dürfte in deinem Fall nicht mehr darunter zählen. Der zweite Punkt, wo höhere Rücklagen nötig sind, ist wenn man noch nichts investiert hat und ganz am Anfang steht. Sonst besteht die Gefahr, Investitionen vorzeitig auflösen zu müssen.

    Grüße Oliver

  79. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Thorsten @ silentbob

    Neben der Dividende profitieren Aktienbesitzer von der Wertsteigerung der Unternehmen.

    Nur die Dividendenrendite den Kreditzinsen gegenüberzustellen ist ungenügend.

    Im langjährigen Mittel liegt die GESAMTrendite eines gut diversifizierten Aktienportfolios bei ca. 8% p.a.

    Eigentlich müsste man also diese 8% den Kreditzinsen entgegenhalten.

    Andere Parameter spielen natürlich auch eine Rolle. Man muss sich wohlfühlen. Gelingt mit wenig Schulden sicher besser.

  80. Phil

    Interessant, wie einige der – wahrscheinlich jüngeren Leser – hier in die nächste finanzielle Phasetreten: Auch mich treibt aktuell die Frage um: Aktienmarkt und/oder Immobilie. 😉

    Zwar lebe ich in einer der wohntechnisch wohl eher teuren Regionen Deutschlands, wenn ich gerade wegen der hohen Mieten aber sehe, was wir von der Kaltmiete als Kreditratenzahlung bereits kaufen könnten, frage ich mich schon, ob es nicht sinnvoll wäre, mittelfristig über eine selbstgenutzte Immobilie nachzudenken? Vielleicht haben die Häuslebauer hier ja den ein oder anderen (Literatur-)Tipp, wenn man sich mit der Frage des Immobilienkaufs beschäftigt? Konkret würde mich mal interessieren, was ihr so als Rücklagen für Reparaturen, Renovierungen, etc. jährlich veranschlagt?

    (Bin immer ganz geschockt, wenn ich Anekdoten von Eigentümern höre, was jetzt schon wieder kaputt ist und was die Reparatur dann kostet. Also ich schicke in solchen Fällen einfach ne WhatsApp an die Vermieter.)

    Dann habe ich in den letzten Jahren auch bei drei Kollegen den Immobilienkauf live mitverfolgen können, was auf mich auch eher als cautionary tale wirkt: 2x aus Kostengründen weit draußen auf dem Land gekauft (dazu dann natürlich noch 2 Autos, klar, gibt dort auch sonst nichts), 2x Pfusch am Bau auch beim Neubau (inkl. 1x Rechtsstreit).

    Hinzu kommt, wenn man von einem nötigen Eigenkapital von, sagen wir mal, 100.000€ ausgeht und dem mal das durchschnittliche Wachstum von 8% p.a. entgegenhält, ergibt sich für mich folgendes Bild: ein Depot von diesen 100.000€ würde durch das Wachstum bereits für viele die Miete abdecken. Da wäre ich doch bekloppt so ein Depot aufzulösen. Anders ausgedrückt: sobald ein Kauf finanziell infrage kommt, lohnt sich das Kaufen schon gar nicht mehr (sage ich mal ganz provokant)!

    Als „Mittelweg“ spiele ich auch mit dem Gedanken, bei der ein oder anderen gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft Anteile zu kaufen, und habe so ggf. auch fürs Alter sicheren und bezahlbaren Wohnraum – zwischenzeitlich winkt dort mitunter eine ganz nette Dividende.

    Phil

  81. Jan

    Ich verfolge auch die Buy and Hold Strategie, und habe Aktiensparpläne eingerichtet, die ermöglicht es mir nicht immer zu überlegen soll ich jetzt kaufen oder warten, sondern alles passiert automatisiert.

    Allerdings erwische ich mich immer wieder wie der Ankereffekt auch vor mir keinen Halt macht, und ich wieder denke nein kaufe erst wenn der Kurs fällt.

    sehr schöner Artikel

  82. silentbob

    @Freelancer Sebastian:

    Du hast schon Recht das man die Kurssteigerung mit einrechnen sollte. Doch die kenne ich ja noch nicht. Vielleicht liegt diese in den nächsten Jahren auch weit tiefer als 8 Prozent. Ich rechne da lieber sehr konservativ, vielleicht schon zu konservativ…

    Wohlfühlen sollte man sich auf jeden Fall wenn man eine Finanzierung eingeht, da geb ich dir Recht.

    MfG silentbob

     

  83. KievKiev

    @ThomasH, MS

    Thomas, vielleicht ist für einen Teil des Vermögens auch der Hedge geeignet, den ich gerade suche. Ich habe aber leider keine passende günstige Versicherung gefunden. So wärst Du voll investiert und ein Crash könnte Dir maximal 10% auf das versicherte Vermögen schlagen. Das ist vielleicht etwas für die ersten Jahre, wenn man ausschließlich von dem Kapital leben möchte. Ab einem gewissen Vermögen bzw. Laufzeit ist das dann nicht mehr notwendig.

    MS

    Ich habe mit der Trader Workstation gespielt. Wenn ich den Spy auswähle und dann z.b. 21.06.2019 wähle bekomme ich als niedrigsten Strike 265$, bei einem aktuellen Kurs von 280$. Das ist noch zu hoch. Ich habe versucht etwas eigenes zu definieren, aber das konnte ich nicht anbieten. Weiß nicht ob das generell möglich ist. Bei diesem Strike Wert ist der Preis für die Option 9,75$ (3,5%. Es soll unter 1%). Also kostet der Spaß bei 100 975$. Das ist zu viel um 28k$ zu versichern. Es muss ja auch nicht so nah am Geld sein. Es soll nur eine Versicherung für einen ordentlichen Crash sein. Also Strike z.B. 252$. Das wären dann 10% unter Strike. Geht so etwas nicht, oder ist der Spy ungeeignet dafür? Ich will nur einen Tail Risk Hedge.

  84. Micha

    „Investiere an der Börse nur Geld, dass du (auch langfristig) nicht zum Leben benötigst, reine Überschüsse also.“

     

    Mit dieser schnell und oft dahergesagten Aussage habe ich immer so meine Verständnisprobleme:

    Für Spekulationen kann ich sie nachvollziehen, für Investitionen mit dem Ziel, von den laufenden Erträgen leben zu können, jedoch nicht: Da ich die Dividenden mal zum Leben benötigen werde (ist zumindest Ziel), benötige ich damit indirekt auch das an der Börse investierte Geld zum Leben. Ich investiere daher ausschliesslich Geld, auf das ich irgendwann (hoffentlich) mal zum Leben angewiesen sein werde. Einfach darum, weil es dann (hoffentlich) genug zum Leben sein wird.

    Falsch gedacht/interpretiert?

  85. K.K.

    @Phil

    ich habe aktuell kein Eigenheim o.ä., aber mir die Frage der Rücklagen für so etwas auch schon ab und an gestellt. Meine Recherchen ergaben je nach Alter des Eigentums Werte zwischen 1 bis ca. 10 EUR pro Quadratmeter und Monat.

    Bei einer eigenen Immobillie eher 1-2 EUR pro m2 pro Monat.
    Bei einer Eigentumswohnung im MFH bzw. mit Eigentümergemeinschaft für das Haus im Hintergrund sogar zw. 7-11 EUR pro eigenem m2 und Monat. Hier kann die Hausverwaltung helfen. Aufzüge u.ä. sind ggf. mit aufzuschlagen, z.B. mit 1 EUR pro m2 und Monat.
    Ein guter Bankberatater (hust, ab und an gibt es sowas noch) oder Makler kann hier auch weiterhelfen.

    Je nach Alter des Eigentums bei Kauf/Übernahme ist der Wert auch höher zu veranschlagen. Je älter desto höher.

    Manche fahren auch direkt nach Kauf für Renovierungen einen Bausparer an. Aber da ist das Geld ggf. erstmal gebunden. Je nach Zulagen oder so, wenn ich weiß in 7-10 Jahren sind Fenster fällig, kann sich das lohnen, aber das sollet man im Details durchrechnne. Ich hätte so etwas (Geld anstelle eines Bausparer für Renovierungen) lieber eigenverantwortlch liquide oder wenn dann den Bausparer nur zusätzlich, sofern leistbar / „finanzierbar“.

    Ich persönlich würde mit den Rücklagen lieber konservativ sprich höher kalkulieren. Um des ruhigen Schlafs willen. Die subjektive Erfahrung aus eigenen Mietverhältnissen als Mieter wie auch im Eigentümerbekannten/Verwandtenkreis zeigt, das wenn dann oft mehrere Dinge zur Reparatur zeitnah hintereinander kommen. Sprich längere Zeit gar nichts und dann oft viel auf einmal. Je nach vorherhiger Wartung/Pflege oder Nicht-Wartung bzw. „agressiven Zuwarten“ ggf. mehr oder weniger aufwendig/kostenintensiv.

    Für meine aktuellen Mietnebenkosten kalkuliere ich auch zusätzlich konservativ, da ich z.B. den Öl-Preis und den Öl-Einkaufs-Zeitpunk/Preis nicht in der Hand habe. Lieber etwas mehr auf der Kante für die Nachzahlung als umgekehrt. Bis zu einem gewissen Betrag wird nach Begleichung der jährlichen Abrechnung dann der „Überschuss“ investiert. Entweder ins Depot oder in einen Urlaub.

    Viele Grüße.

  86. ThomasH

    @Kiev

    Thomas, vielleicht ist für einen Teil des Vermögens auch der Hedge geeignet, den ich gerade suche. Ich habe aber leider keine passende günstige Versicherung gefunden. So wärst Du voll investiert und ein Crash könnte Dir maximal 10% auf das versicherte Vermögen schlagen. Das ist vielleicht etwas für die ersten Jahre, wenn man ausschließlich von dem Kapital leben möchte. Ab einem gewissen Vermögen bzw. Laufzeit ist das dann nicht mehr notwendig.

    Korrekt, genau das ist der Plan: Die 20% Cash sollen nur zur Absicherung für die ersten Jahre ohne Einkommen dienen. Ansonsten war ich immer zu mind. 90% in Aktien investiert. Wenn die gesetzliche Rente beginnt, würde ich das ebenfalls wieder so weit aufstocken. Der Anlagehorizont ist auch ab 63 noch lange genug.

  87. June

    @Phil,

    ich lege pro qm und Jahr 10 € für meine Wohnungen weg. Es kommt auch darauf an, ob du eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchtest. Bei einem Haus musst du das selbst managen, bei der Wohnung übernimmt das zum Teil der Verwalter. Trotzdem gibt es ja nach Teilungserklärung immer noch Moderniesierungs- und Renovierungsarbeiten die du in einer WEG selbst trägst. Z.B. Stromleitungen für deine Wohnung, Sicherungskasten, Bad, Fenster, Heizkörper …… und dann gibt es noch die Nachschusspflicht, wenn in der WEG Moderniesierungen beschlossen werden und die Rücklagen nicht ausreichen, da können schnell 20.000 € und mehr weg sein.

    Take care,

    June

  88. KievKiev

    @ Thomas

    Die meisten hier haben wohl Geld, die in Deiner Situation sind. Ich halte aktuell auch Geld zurück. Ein Anteil Rohstoffe (Gold) ist vielleicht auch interessant. Das verliert vermutlich nicht Wert wie das Geld. Ich wundere mich subjektiv gefühlt eh über den Wert des Geldes.

    Meine Tochter durfte sich als Schulanfänger einen Pelikan Farbkasten bei der Sparkasse abholen. Da ist noch nicht einmal ein Logo der Bank drauf. Gibt es einfach geschenkt. Keine Tassen oder Sparschweine wie damals. Sie hat auch kein Konto bei der Bank. Bei Consors gibt es aktuell auch die Möglichkeit ein Konto zu eröffnen. Es gibt 100€ für das Eröffnen bei einem Trade (1* Kauf ETF als Beispiel). Bei einem Sparplan gibt es noch einmal 25€ extra. Der Sparplan darf nur 25€ im Monat betragen. Und es ist möglich Minderjährige anzumelden und man soll so auch den Bonus erhalten. Ich werde heute für meine Frau und beide Kinder ein Depot eröffnen und 300€ + 75€ Bonus bekommen. Und das für Sparpläne mit 25€ und drei einmalige Käufe.

    @ June

    Wie legst du das Geld weg? Tagesgeld oder wird es separat investiert? Ich bilde keine Rücklagen. Ich habe eh allgemeine Rücklagen. Da sind solche Ausgaben auch möglich. Budgets verwende ich nicht. Hast Du für jedes Budget ein eigenes Konto? Oder ist das Geld auf einem Konto oder Depot fix für Posten reserviert?

  89. Ex-Studentin

    @Phil

    An sich dachte ich auch.. „100k, 6000€ jedes Jahr nach Steuern, sind 500€ im Monat!“

    Gleichzeitig würde das Depot aber nicht mehr wachsen, sondern durch die Entnahme und Inflation schrumpfen. Die Mieten werden ggf. mehr als um 500€ die nächsten Jahrzehnte steigen. Man seine Sparrate erhöhen oder wieder verkaufen, sobald die Immobilie abgezahlt ist.

    Zusätzlich genießen Immobilien einen besonderen Schutz vorm Staat und man kann mit der Tilgung spielen. Meine Eltern haben die Tilgung auf 1% gesetzt. Man reduziert das Risiko eines Umzugs. Gerade in Ballungsgebieten sucht man schnell im Umkreis von 30km oder mehr nach Mietwohnung. Um die wenigen bezahlbaren, die es in zentraler Lage gibt, kloppen sich die gleichen 100 Leute.

    Mal sehen, ob ich mit Kindern anders denke. Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, aufs Land zu ziehen oder gar auf ein Auto angewiesen zu sein.

  90. Phil

    @ K. & June

    danke für eure Rückmeldungen und Einblicke. Solche Cash-Rücklagen aufzubauen und zu halten, wäre mir derzeit einfach zu viel. Und dazu noch die Kaufnebenkosten. Bis so eine Investition sich wohl amortisiert hat, und was das Geld zwischenzeitlich an der Börse erwirtschaften könnte…?

    Da halte ich es fürs Erste eher wie Tim und orientiere mich an 2-3 Nettogehältern auf dem Tagesgeldkonto. Alles darüber hinaus wandert erstmal ins Depot.

     

    @ Ex-Studentin

    ich meinte nicht, dass man mit den 100.000€ sofort aufhören sollte zu sparen 🙂

    Aber angenommen die Depot-Erträge und die Mietbelastung halten sich die Waage, lebt man ja als Mieter quasi „umsonst“. Und dann macht jeder weitere Euro im Depot natürlich so richtig Spaß. Aber natürlich spielen da noch weitere Faktoren mit rein. Letzten Endes ist es sicher auch eine lifestyle-Entscheidung. Den Sicherheitsfaktor kann ich nachvollziehen, wenngleich die konkreten Vorteile gegenüber der Miete sicherlich mal mehr mal weniger groß sind. Klar, als Mieter kann einem gekündigt oder die Miete erhöht werden. Aber wenn man als Käufer gerade in den ersten Jahren die Kreditraten nicht mehr zahlen kann, steht man im worst case ohne Eigentum und mit Schulden da.

    Andererseits wiederum, meinen Eltern wurde nach 30 Jahren und super persönlichem Verhältnis zu den Vermietern gekündigt. Eigenbedarf. Und früher oder später steht wohl auch der Umzug der Eltern meiner Partnerin an, die sich in der Rente einschränken müssen. Hätte man da zeitig ins Eigenheim investiert…

    Himmelherrgott, das ganze Für und Wider nimmt einfach kein Ende. Alles in allem bin ich derzeit wohl noch zu bequem und sehe eher die Vorteile meines Mieterdaseins. Das kann sich natürlich alles ändern. Irgendwann. Vielleicht.

    Sommerliche Grüße #hitzefrei

    Phil

     

  91. Ex-Studentin

    @Phil

    Die Frage ist, wie gut man mit Kindern noch sparen kann. Bei mir ist es aktuell so, dass ich nun knapp 100k Vermögen habe und in einer 2-Zimmer-Wohnung lebe. Die nächsten 5 Jahre wollen wir dort auch bleiben. Wir zahlen 630€ Kaltmiete.

    Aber falls wir das Glück haben, Kinder zu bekommen, brauchen wir eine größere Wohnung. Da wird sich die Kaltmiete schnell verdoppeln. Für mich stellt sich dann die Frage, ob mir eine Wohnung dann nicht mehr Sicherheit vermittelt als ein Depot. Falls aus irgendeinem Grund nur einer von uns arbeitet, sind das  2.500 – 3.000€ netto, von denen man eine Familie ernähren müsste. Mit 2. Gehalt vielleicht 3.500€-4000€ je nach Gehaltsentwicklung. Tendentiell würde ich dann lieber eine geringe Rate abbezahlen (für +-1000 warm) als eine fremde Wohnung für mindestens 1500€, aus der man jederzeit gekündigt werden kann.

    Die geringe Rate erkauft man sich durch das hohe Eigenkapital und verzichtet natürlich auf Rendite. Beim Eigentum gibt es Risiken (Reparaturen etc), aber gerade als Familie werden wir keine so hohen Sparraten haben wie jetzt als DINKs. Eine Wohnung kann also auch eine Alternative zur Sparrate sein. Ist natürlich eine Frage des Preises, des Zustands der Immobilie und der Preisentwicklung. Wer bei irgendeiner Wohngesellschaft für 1000 warm 20 Jahre in einer 4-Zimmer-Wohnung wohnen kann, ist finanziell besser dran als der mit dem 500k-Neubau in der Pampa.

  92. KievKiev

    @ Ex-Studentin

    Ein Gehalt wird durch Kinder? nicht langfristig ausfallen müssen. Für das erste Jahr mit Kindern gibt es in Eurer Gehaltsklasse immerhin 65% oder maximal 1800€ Elterngeld.  Durch den Wegfall eines Gehaltes gibt es bei zusammengelegter Steuererklärung auch entsprechend Rückzahlungen.

    Ich bin in der Planung auch meistens konservativ. Am Ende helfen viele Faktoren wie Steuer, Elterngeld und Kindergeld, Inflation (bei Schulden) und auch bei Gehaltsentwicklung. Wenn man sparsam ist arbeiten viele Faktoren für einen, so dass am Ende doch ein guter monatlicher Überschuss herauskommt.

    Nach dem ersten Jahr kann man ja auch in Teilzeit weiterarbeiten. Je nach Möglichkeit und Flexibilität des vielleicht in Vollzeit arbeitenden Partners kann man hier ein Optimum an Gehalt zu Zeit herausholen. Das Optimum muss jeder für sich finden.

  93. June

    @Kiev,

    ich habe im Moment 3,5 Wohnungen, zusammen sind das ca. 270 qm. Eine halbe Selbstbewohnte und 3 vermietete mit insgesamt 215 qm.

    Eine Wohnung ist ein Neubau, darin wohnen wir selbst und legen pauschal 100 € im Monat also 50 € pro Nase weg. Wir haben eine gemeinsames Wohnungskonto, zu dem Girokonto gehört ein Tagesgeldkonto und dort verwalte ich die Rücklagen. Wenn ich das Gefühl habe, das sich hier zu viele Rücklagen ansammeln fliest ein Teil des Geldes in die Sondertilgung.

    Die anderen Wohnungen sind unterschiedlich alt und weisen unterschiedliche Renovierungsrückstände auf. Meine Rücklagen in Höhe von ca. 200 € kommen auf ein Tagesgeldkonto bei der DKB das Bestandteil des Vermieterpaketes ist (Super praktisch, ich kann alle Kautionen online anlegen und verwalten). Davon zahle ich alle kleinen und größeren Dinge. Im letzten Jahr, einmal einen neuen Wasserhahn, eine Reparatur des Rolladens, ein Wasserschaden mit Schimmelbildung (Nachbarn haben bei Starkregen das Dachfenster aufgelassen, nach einer Woche hatte sich das Wasser durch die Decke in unsere Wohnung vorgearbeitet. Als der Schaden bekannt wurde, war es natürlich niemand gewesen.) und Nachschuss für eine energetische Sanierung. Das klingt jetzt viel, aber davor hatte ich in 3 Jahren nix. So konnte ich alle Rechnungen problemlos bezahlen. Das Geld kommt aus meinem positiven Cashflow. Und richtig geärgert hat mich nur der unnötige Wasserschaden.

    Im Winter spätestens im nächsten Frühjahr überschreibt mir mein Vater aber sein Elternhaus, hier werde ich viel mehr Rücklagen benötigen. Die Heizung muss in ca. 2-4 Jahren erneuert werden. In ca. ca. 8-10 Jahren steht die Erneuerung der Elektrik an, wenn ich es nicht mit der Heizung machen lassen muss. Daher überlegen wir eine Nutzungsänderung. Aufteilung des Grundstücks und Verkauf des älteren Hausteils mit Neubau eines Zinshauses auf dem größeren Grundstückteils. Meine Studenten WG wird in 10-15 Jahren neue Leitungen benötigen und das Singelapartment in ca. 10 Jahren ein neues großes Fenster. In der 3.Wohnung muss ich in ca. 10 -15 Jahren neue Fenster planen. Der Rest ist Top in Schuss.

    Im Moment habe ich nur 4000 € Rücklagen in dem Topf. Ich möchte ihn aber bei ca. 17000€ deckeln. Das wäre eine der ganz großen Reparaturen plus alle Kosten bei theoretischem Leerstand für 4  – 5 Monate. Sollte ich überraschend mehr Geld benötigen gibt es einen kleinen 6000 € Bausparvertrag, der in 3-5 Jahren zuteilungsreif ist, je nachdem wie schnell ich einzahle. Oder ich müsste einen Kredit aufnehmen.

    Denn der Rest des Cashflows fliest in 3 Töpfe, Sondertilgung, Aktien und den Steuertopf.

    Ich bugetiere im übrigen (fast) alles, sogar mein Taschengeld.

    Take care,

    June

     

  94. KievKiev

    @ June

    Ich bin hier bei Weitem nicht so diszipliniert. Meine Wohnungen habe ich bis auf eine Kernsaniert. Da kann nichts größeres auftreten. Ich habe nur mein Konto, zwei für Mieteinnahmen wegen dem Ferienhaus. Und Kreditkarte. Alles von DKB. Und das Kautionskonto. Ich habe auf allen ausreichend Geld, dass ich nicht ständig hin und her buchen muss. Aus dem Cashflow und Einkommen könnte ich ohne Rücklagen eine neue Gastherme kaufen. Daher investiere ich zuerst in Sondertilgung und Sparplan. Die Sondertilgungen müssen bis Dezember eingezahlt werden. Falls ich in Zukunft größere Maßnahmen durchführen muss fallen entsprechend Sondertilgungen weg oder ich muss Sparpläne reduzieren. Dann hat der Zinseszins immerhin ein wenig gewirkt. Ich bin eigentlich fast voll investiert. Der Überschuss liegt gerade nur durch den Kaufwunsch einer weiteren Immobilie vor. Der Umbau des Dachs steht auch bevor. Das wird am Ende finanziert. Aber ich bin gerne bei Darlehen flexibel.

    Ob die Gastherme erneuert wird, eine größere Reparatur des KFZs oder sonst etwas notwendiges auftritt. Das vernichtet mein Vermögenszuwachs für den Monat. Das eine geht aber von den Mieteinnahmen ab. Das andere wird den persönlichen Ausgaben zugeschrieben. Am Ende schlägt aber beides gleichwertig auf das Datum für die finanzielle Freiheit.

    Ich habe aber einen Überblick über die nächsten Monate. Wenn eine Steuerrückzahlung, Bonus usw anstehen kann ich auch im Voraus viel investieren. Falls eher Zahlungen anstehen warte ich erst ab. Aktuell sind sehr gute Monate. Der Herbst ist schlecht und Winter bis auf November auch eher schlecht. Frühjahr ist wieder sehr gut.

    Aber es schwappt stetig höher. Das ist beruhigend. Mir fehlen aktuell knapp 350€. Dann sind die Familienausgaben durch passive Einnahmen gedeckt 😉 Kindergeld sehe ich allerdings auch passiv… Die Hürde möchte ich möglichst schnell nehmen. In ein paar Jahren muss ich ja bereits 400€ mehr passiv  verdienen um die Unabhängigkeit bei mehr Wohnraum aufrecht zu halten.

  95. June

    @Kiev,

    wir haben einige Konten. Ich würde dies gerne reduzieren finde aber keinen praktischen Ansatz.

    Die Schwierigkeit kommt schlicht daher weil Mr. Juni und ich nicht verheiratet sind und daher unser Geld strikt trennen. Meine Vermietungen sehe ich als Business an. Ein Business braucht ein eigenes Konto, es gibt dafür noch ein älteres Girokonto bei einer anderen Bank, dass ich kündigen kann, wenn der Mieter das Geld endlich auf mein neues Giro überweist und ich keine neue Verwendung dafür finde. Dann habe ich privat ein Konto und Mr. Juni und ich haben gemeinsam ein Wohnungs – und ein Haushaltskonto. Zu jedem Konto gehört auch ein Tagesgeldkonto. Und damit ich den Überblick behalte tracke ich alles in einer App.

    Und am Ende des Monats werden alle Einnahmen und Ausgaben in einer Excel Tabelle erfasst. Klingt schlimmer als es ist, ich weiß ja genau, wann welche Zahlung fällig ist und habe die Tabelle vom Vorjahr schon vorausgefüllt. Muss also nur die Farbe von rot in schwarz ändern und gegebenenfalls ein paar Cent anpassen. So habe ich einen Budgetrechner und ein Haushaltsbuch in einer Excel erfasst. Zeitaufwand ca. 30 Min im Monat. Seit ich das auch mit meinen Mieteinnahmen mache und die Tilgungen berücksichtige weiß ich überhaupt erst wie viel ich tatsächlich besitze und das hoffentlich spätestens in ca. 5 Jahren meine passiven Einnahmen alle meine Zins- und Tilgungsaufwendungen und meine Ausgaben ohne Krankenkasse decken werden.

    Mein Haushaltsbuch ist auch bei der Steuererklärung sehr praktisch. Ich kann nochmal prüfen, ob ich auch wirklich alle Belege erfasst habe. Und ich bin seit ich es habe gelassener und weniger ängstlich was Investitionen betrifft.

    Im laufe der Jahre sind viele kleine extra Berechnungen hinzugekommen. Sparquote, Vermögensbilanz, Rücklagenrechner, Versicherungsplaner, Zukunftsplanung und demnächst überlege ich mir meine Datei für meine ETFs.

    Jeder Jeck ist anders. Ich will es eben genau wissen, sozusagen eine Berufskrankheit.

    Take care,

    June

  96. Kevin

    @June: ich tracke auch alles in Excel 😀

    Für deine ETFs würde ich Portfolio Performance empfehlen. Ist sehr ubersübersichund hat hammermäßig viele Features.

    Da kannst du auch ganz gut deine Asset Allokation festlegen und verfolgen.

  97. Rappo

    June, welche App nutzt Du zum tracken Deiner verschiedenen Konten? Ich bin auf der Suche nach einer guten App und bin für gute Tipps dankbar 🙂

  98. June

    @Rappo,

    im Moment OutBank, damit bin ich total zufrieden. Man kann auch manuelle Konten anlegen. Für Bargeld und damit sein Taschengeld, Barrücklagen, den Frisör oder was man auch immer nachvollziehen möchte kontrollieren. OutBank ist leider nicht umsonst, aber mir ist es das mehr an Übersicht Wert. A

    @Kevin,

    danke für den Tipp, ich habe schon von dem Tool schon viel gutes gehört. Das hatte ich aber gar nicht mehr auf dem Schirm.

    Take care,

    June

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *