Stur und stetig in den Aktienmarkt – auch wenn Markus Krall dir lieber Gold verkaufen will

Markus Krall: Er schürt Ängste – vor dem Untergang. Gleichzeitig verkauft der Degussa-Chef Gold. Trau, schau, wem! Bildschirmfoto: ZDF-Sendung “Frontal 21”.

Ich predige hier im Blog, wie wichtig es ist, langfristig zu investieren. Es bringt nichts, nach einem Jahr oder fünf Jahren an der Börse Bilanz zu ziehen. Was eher zählt, sind drei oder vier Jahrzehnte. Dieser Artikel fasst es gut zusammen.

Bleib also lange investiert. “Es gibt immer Ereignisse, die einem Sorgen machen können.” Das sagt Investmentlegende Peter Lynch. Also investiere und lehne dich zurück. Lynch sagt, Leute haben eine unheimliche Angst vor einem nuklearen Krieg. Sie kauften Dosen, um Vorräte für den Nuklearschlag zu haben. Weil sie Angst vor der nächsten Wirtschaftskrise hätten, kauften sie keine Aktien. Sie machten sich Sorgen um den Ölpreis, die Klimakrise und so weiter. Der Mensch sei von Natur aus ein ewiger Angsthase. Das nutzen clevere Geschäftsleute.

Goldverkäufer Markus Krall schürt Ängste

Jeden Tag wirst du im Internet und in den Medien Beiträge darüber sehen, was gerade den Aktienmarkt zum Absturz bringen kann oder warum die Börsenbewertung keinen Sinn ergibt. Die Crash-Mahner reden davon, dass der Dollar, Euro, Europa, USA… alles vor dem Kollaps stünde. Sie raten Gold zu kaufen, Essensvorräte anzulegen.

Schau dir an, wie Degussa-Chef und Untergangsprophet Markus Krall für Angst sorgt. Der Goldverkäufer verfolgt natürlich eigene Interessen. Die ZDF-Sendung “Frontal 21” hat jetzt seine (wie ich finde) wirren Thesen hinterfragt.

Natürlich ist die Welt chaotisch. Corona, Wachwechsel in Washington, Proteste, Brexit usw. Trotzdem läuft die US-Börse seit hunderten Jahren so gut, dass sie alle anderen Asset-Klassen überragt. 

Viele Anleger haben nicht den Mut, um eine Krise auszusitzen

Hat ein Anleger Mut und investiert, wird anschließend die mangelnde Geduld das Problem. Die meisten Menschen haben nicht den Mumm, um die nächste Korrektur auszusitzen. Anleger weichen von ihren Plänen ab. Sie wissen auch nicht, was sie besitzen, welche Kosten sie haben, wie viel Steuern sie bezahlen, was ihr Auto im Monat verschlingt etc. Wie viele Leute haben im März oder April ihre Aktien wegen Corona verkloppt, um sie später zu einem deutlich höheren Preis zurückzukaufen?

Langfristig eine Aktie zu halten, bedeutet für die meisten, eine Aktie für zwei oder drei Monate zu halten.

Die Medien bauschen gerne Ereignisse auf. Das passierte zum Beispiel, als Twitter das Account von Donald Trump schloss. Die Twitter-Aktie verlor daraufhin sechs Prozent. Diverse Überschriften lauteten so (oder ähnlich): “Twitter verliert 5 Milliarden Dollar Börsenwert, nachdem die Plattform Trump dauerhaft verbannt hat”

Dabei wird nicht erwähnt, dass die Twitter-Aktie ohnehin sehr volatil ist. Die Börse korrigierte an diesem Tag stark. Und Sprünge um sechs Prozent kommen häufiger bei Twitter vor. Am nächsten Tag legte der Kurs übrigens wieder um über vier Prozent zu.

Tesla und Digitalversicherer Lemonade sind teuer, aber sexy

Natürlich stellt sich nach einem kometenhaften Anstieg einer Aktie die Frage, wie bei Tesla zuletzt geschehen, ob eine Aktie überbewertet ist. Wells Fargo warnt zum Beispiel vor Tesla. Die Bank vergleicht den E-Autobauer mit AOL. Das einst von Kleinanlegern geliebte Internetunternehmen ist nach der Aufnahme in den S&P 500 abgestürzt. Ähnliches drohe nun bei Tesla, warnt ein Wells-Fargo-Analyst. Tesla wird mit dem 29-fachen UMSATZ bewertet.

Es erscheinen einige Aktien überteuert zu sein. Nimm den Digitalversicherer Lemonade, der mit dem 106-fachen Umsatz (!) taxiert wird, ein heller Wahnsinn. Aber solche irren Bewertungen betreffen einzelne Highflyer – nicht die gesamte Weltbörse.

So sieht der Lemonade-Kurs nach dem Börsengang aus:

Wir haben generell eine optimistische Börsenstimmung. Wenn bei einem Unternehmen die Bewertung keinen Sinn mehr ergibt, muss man sich als Anleger schon kritische Fragen stellen. Ist die Bewertung losgelöst von den Fundamentaldaten, kann es dauern, bis realistischere Kurse kommen werden. Das Timing hinzukommen ist fast unmöglich. Manchmal wachsen auch Unternehmen in ihre extremen Bewertungen hinein.

Gegen Firmen zu wetten, die kultartige Fans haben, macht wenig Sinn. Wenn eine Aktie in Mode ist, dann läuft es einfach. Nichts kann sie stoppen. Die Kunden sind loyal, der Gewinn sprudelt, das Wachstum stimmt. Der Fitnessgerätehersteller Peloton (20-facher Umsatz) und Lululemon (11-facher) klettern immer weiter.

Kinder motivieren

Zum Schluss ein anderes Thema. Wenn ein Kind in einer armen Familie aufwächst, die mit Finanzen nichts am Hut hat, braucht das Kind nur eine Motivation von außerhalb. Das kann alles ändern. Die Tante, der Arbeitskollege, die Nachbarn, sie können eine Motivation im Kind auslösen – für alles Mögliche, für Sport, Aktien, Natur… Dann kann das Kind Feuer und Flamme sein.

Kevin Schmitz (47) wuchs in Detroit auf. Seine Mutter war Krankenschwester, sein Vater arbeitete in der Autofabrik von General Motors. Mit dem Aktienmarkt hatte die Familie nichts zu tun. Als er zwölf Jahre alt war, wecke seine Lehrerin das Aktieninteresse in ihm. In der Klasse mussten die Kinder die Wirtschaftsrubriken in den Tageszeitungen lesen. “Mein Idol wurde Peter Lynch”, während andere Kinder Basketballstar Michael Jordan anhimmelten, erinnerte er sich gegenüber der Börsenzeitung “Barrons“. Schmitz studierte an der Uni von Michigan. Er erhielt einen Job bei der Fondsgesellschaft Fidelity. Heute leitet er den Fonds MFS Mid Cap Value – und folgt in den Fussstapfen von Lynch. 25 Analysten arbeiten ihm zu, er verwaltet mehrere Milliarden Dollar. Ein Traum ging in Erfüllung – dank seiner Lehrerin.

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101 Kommentare
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Sonny
1 Jahr zuvor

Was haltet ihr von geely?
 
aktuell ein Kauf für eucg?

42sucht21
1 Jahr zuvor

@Kinder motivieren
Da ist wohl was schief gelaufen beim kleinen Markus Krall.

Jan
1 Jahr zuvor

Krall ist menschlich nahbar und nett. Jedoch sind seine Thesen, ähnlich derer Marc Friedrich, substanzlos.
 
Ich mag Andreas Beck. Er ist ruhig und stellt keine steilen Thesen auf. Er macht klare Ansagen, wenn er es kann. Er kennt jedoch seine Grenzen der Prognose und überschreitet diese nicht. Trotz, dass er dadurch nicht so sehr auffällt und ihn deshalb nur wenige kennen. Das mag ich!
Das Video habe ich schon mal gepostet, es passt hier nun sehr gut. Hier demontiert er argumentativ Marc Friedrich: https://youtu.be/DmNFKWtefdw
 
Um zu Krall zurück zu kommen:
 
Er kennt diese Grenze leider nicht. Natürlich ist das Eurosystem krank und die Staaten sind alles andere als auf einer soliden Basis. Das kann man nicht weg diskutieren! Ob man es nun in juristisch verbotenen Form oder in einer Form des dreifachen Winkeladvokaten macht: Wir haben eine Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse. Deshalb ist eine Beimischung von Gold und Silber gut und angemessen. Leider übertreibt er es mit seiner Orakelei zu sehr. Das finde ich schade. 

Ein klasse Video finde ich das:

https://youtu.be/L-dCADYr2AM

Über eine Stunde geballte Informationen. Herz, was willst du mehr?!

1 Jahr zuvor

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
Habe letzten Monat Costco und Roper aufgestockt, diesen Monat Hormel Foods. Wie findet ihr aktuell Consolidated Edision? Hab die schon lange und stocke bei 5% Dividende auf.

Wolke
1 Jahr zuvor

@Jan
Ich höre Hans Werner Sinn auch lieber zu als Markus Krall, aber die Realität bleibt diesselbe und die ist nicht besonders erfreulich.
 

Rüdiger
1 Jahr zuvor

Wir haben eine Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse.
 
Ja, haben “wir”. Ebenso wie alle westlichen Industriestaaten  😉

Ich finde Prof. Sinn in seinem persönlichen (Rache-)Feldzug gegen Euro und EZB durchaus amüsant 😉

 

Wolke
1 Jahr zuvor

Es bringt nichts, nach einem Jahr oder fünf Jahren an der Börse Bilanz zu ziehen. Was eher zählt, sind drei oder vier Jahrzehnte…

Also ist die Börse nur was für Leute mit einer Lebenserwartung von 30 oder 40 Jahren? Was machen dann eigentlich die anderen? Ab 40 oder 50 keine Aktien mehr kaufen? In meinen Augen ziemlicher Unsinn.

Jan
1 Jahr zuvor

@Wolke, ja, leider. Aber die Prognosen sind doch unterschiedlich. Sinns Argumentation, dass die Zentralbank lediglich die Zügel lang machen kann, jedoch keine Inflation als solche ohne andere Marktteilnehmer erzeugen kann, scheint mir sehr naheliegend. Krall dagegen hat zu lange Argumentationsketten. Die einzelnen Argumente sind nicht von der Hand zu weisen, jedoch sind sie meist im Verbund schwach. Sinn mit seiner Aussage er weiß es nicht und er gehe von von Jahren aus klingt mir ehrlicher als Kralls Torschlusspanik. 
Nebenbei glaube ich nicht, dass Krall in erster Linie Gold verkaufen möchte. Sicher wird er nichts dagegen haben. Aber es geht eher darum, dass man gegen diese irre Zentralbankpolitik einen kleinen Notgroschen im Gold vorhalten sollte. Nicht mehr, nicht weniger. Und Gold lief seit der Ausuferung der Zentralbanken in den 70ern (Nixon Schock) und seit 2008/2012 auch immer ganz gut. Ich kann jedenfalls nicht meckern. Dafür, dass das Zeug lediglich seinen Wert behalten soll hat es doch wesentliche Überrenditen erzeugt. 
Gold als Beimischung ist toll. Aber auch nur als Beimischung. Es gilt wie überall: Man sollte es mit nichts übertreiben. 

Freelancer Sebastian
1 Jahr zuvor

Stur und stetig ….. ich werde nicht müde das zu lesen, Tim. Es ist halt auch so schön entspannend und gemütlich, wenn einen das ganze Rauschen nicht juckt.
 
Was das Eurobashing und das Krisengefasel angeht, halte ich es mit der Stoa. Ich kann da nichts verändern, also verschwende ich auch keine Gedanken an die Entwicklung. Da werden einige zwar der Meinung sein, man müsse sich aber unbedingt eine Meinung bilden. Dürfen sie auch. Und ich eben nicht.
 
Ich gehe davon aus, dass tausende Individuen und Institutionen in unserer europäischen Demokratie, die sich mit der ökonomischen Entwicklung befassen, im Diskurs schon zu ganz vernünftigen Lösungen und Kompromissen kommen werden. Was ICH will, wird nicht beschlossen und das ist auch ganz gut so…..
 
@ -M, Claus, ZaVodou
 
Interessante Diskussion zu teuer oder nicht. Da werfe ich den alten Graham hinein. Aktien sind dann attraktiv, wenn die Dividendenrendite – in der Breite – zwei Drittel der Anleihenrendite beträgt.
 
Wenn es 6% bei den Langläufern gibt, dann deuten 4% Dividendenrendite – müssen wohl niedrige Kurse sein – auf günstige Kaufzeiten hin. Gibt´s dagegen nur 2% – müssen wohl hohe Kurse sein – dann sind die Aktien nicht so attraktiv.
 
Mal außen vorgelassen, dass das Börsengeschäft vor 100 Jahren ein anderes war und die Wachstumsraketen ohne Dividenden hier keine Rolle spielen, wie sähe das heute beim aktuellen Zinsniveau aus?
 
Bei unter 2% Coupon für US-Bonds macht eine J&J mit 2,5% DivRendite schon was her. Auch wenn KGV 20 auf “teuer” schließen läßt. Was meint ihr?

Thorsten
1 Jahr zuvor

@Wolke
Beate Sander war über 50 als sie anfing.
@Kr*ll eine gewisse tiefe Überzeugung scheint vorhanden zu sein. Das verhindert evtl. das Betrachten von Alternativen.
@Bitcoin im Gegensatz zu Gold kann er sich in Luft auflösen. Aber auch bei folgendem Gesellen muss man sich fragen “cui bono ?”
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bofinger-zerlegt-Bitcoin-Hype-article22288515.html
 

42sucht21
1 Jahr zuvor

@Freelance Sebastian – Bei unter 2% US-Bonds macht 2,5% DivRendite was her.
Ja, unbenommen. Aber da läuft doch systemisch etwas falsch. Eigentlich kauf(t)e und investierte ich in Aktien um an interessanten Unternehmen und deren zukünftigem Erfolg beteiligt zu sein. Wie Sie schreiben kann das mit den mittelfristigen Erfolgsaussichten der Unternehmen so leider nicht mehr begründet werden. Brot und Butter Aktien bei KGV 26. Heute scheint also der Grund ein anderer zu sein.  M.E. ist das ein ungesunder Grund: Aktien sind Heute “alternativlos”, das bedeutet übersetzt: “auf Fest- und TG gibt es für Sparer keine 2% mehr (natürlich vor Inflation für die Mehrheit)“. Heute kaufen also Sparer und Spekulanten (Seit 12J steigende Märkte -> kann nur weiter hoch gehen) und weniger Investoren. Das ist nicht unbedingt gut denke ich.

Stefan Müller
1 Jahr zuvor

Herr Krall macht seit längerer Zeit konkrete Prognosen mit genauen Zeitangaben, die nie eingetroffen sind. 
Er sagt auch nicht, dass er sich geirrt hat und entschuldigt sich, sondern stellt einfach neue Prognosen auf. Das wird langsam peinlich.
Er sagt auch nicht, es könnte so und so passieren, sondern er sagt, bis dann wird genau das unausweichlich passieren. 
 
Eigentlich kann er nur sagen: Sorry, ich habe mich geirrt und trete hiermit aus der Öffentlichkeit zurück.

Wolke
1 Jahr zuvor

@Jan
Ja das stimmt. Krall empfiehlt zwischen 10 und 20% des Vermögens in Gold zu halten. Das ist in meinen Augen vernünftig.
 

Zwitsch
1 Jahr zuvor

Bei Alibaba siehst es nicht nach Absturz.
 
Denke langfristig gute Chancen.
 
 

Paluma
1 Jahr zuvor

@thorsten
https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/passwort-vergessen-bitcoins-in-gefahr-100.html
Das kam heute sogar im Radio. Da sieht man doch, dass Bitcoin, wenn überhaupt, nur zum spekulieren dient.
220$ Million in Luft aufgelöst und es kann keiner mehr verwenden.

Thorsten
1 Jahr zuvor

@Paluma oho ! Ich vermute es war ein Generiertes , also nicht “vergessen” , sondern verloren. Aber wer weiß ..

Und seit 10.01.2021 sind Aktien wichtiger als Sex :
https://amp-welt-de.cdn.ampproject.org/v/s/amp.welt.de/fnanzen/article224086728/Aktienboom-Ein-Volk-traeumt-vom-neuen-Reichtum.html
Wer soll unsere Renten bezahlen, wenn alle nur noch am  traden sind und der Nachwuchs  ausbleibt ?

Rüdiger
1 Jahr zuvor

Ja das stimmt. Krall empfiehlt zwischen 10 und 20% des Vermögens in Gold zu halten. Das ist in meinen Augen vernünftig.
 
Dann mach es halt  😉
 

Thorsten
1 Jahr zuvor

@Rüdiger
Wenn es mal “richtig knallt” und nicht gleich wieder nach oben zieht wie April 2020 werden die “alten” Portfolios wieder in Mode kommen mit 10% bis 25% Gold/Silber/Minen.

Rüdiger
1 Jahr zuvor

@Thorsten
Meinetwegen  😉

Wolke
1 Jahr zuvor

@Rüdiger
Dann mach es halt…
 
Ich kann mich nicht erinnern, dich zu meinem Anlageberater ernannt zu haben.
Im Netz erzähle ich möglichst wenig oder besser gar nicht, was ich mache oder nicht mache.

Rüdiger
1 Jahr zuvor

@Wolke
Ist mir auch recht  😉

Wolke
1 Jahr zuvor

@Thorsten
Wenn es mal “richtig knallt” und nicht gleich wieder nach oben zieht wie April 2020 werden die “alten” Portfolios wieder in Mode kommen mit 10% bis 25% Gold/Silber/Minen.
 
Dann ist es zu spät! Dann kauft das „dumme Geld“ Gold und Silber.
Edelmetalle muss man schon haben, wenn es „richtig knallt“.
Eine Feuerversicherung ist ziemlich teuer, wenn‘s Haus brennt.

Slowroller
1 Jahr zuvor

Ich denke, dass es bei problematischen Märkten, die auch mal länger dauern, wieder in die “soliden” Langweilerfirmen geht. Also die mit Gewinnerzielungsabsicht und Ausschüttungen. Ganz klassisch also. Gold ist oben, obwohl wir lange im Bullenmarkt sind. Das Kapital muss irgendwo etwas erwirtschaften…

Fabian S.
1 Jahr zuvor

Naja ich finde eher das ZDF wirr. Die berichten doch ständig sehr einseitig. Man muss Markus Krall ja nicht zuhören. Ich sehe Gold sowieso als Geldersatz und weniger als Anlage.
Natürlich ist die Strategie stur in Akten zu investieren die nervenschonendere Geschichte. Allerdings kann man ja versch. Strategien verfolgen. Fakt ist, dass das Finanzsystem momentan nicht gesund ist.

Jan
1 Jahr zuvor

@Fabian.S, das möchte ich ergänzen.

Und Fakt ist auch, dass die Anlage ins gelbe Metall in Zeiten finanzieller Repression nicht mal unattraktive Renditen raus springen. Dagegen wissen wir alle, wozu es geführt hat, wenn ein Staat jeden und alles rettet und die Währung dafür verwässert: Die verlorene Dekade. 
Es ist nicht so, dass Edelmetallanleger dumm diesen Gestalten hinterher rennen. Die Höhenflüge der Metalle haben fundamentale Gründe. 

Markus
1 Jahr zuvor

@Fabian S.
Und du stehst nach wie vor an der Seitenlinie und überlegst nach einem Blick auf dein Warren Buffett Poster ob du Berkshire kaufst, seit Jahren!
Oder hast du mittlerweile investiert?

Markus
1 Jahr zuvor

@all
Was haltet ihr eigentlich von der Vanguard Lifestrategy mit den jeweiligen % Gewichtungen von Equity und Bonds??
Hat sich das schon mal jemand genauer angeschaut?

Auweiacard
1 Jahr zuvor

Oder man kauft solide Goldminen-Aktien. 

Al Bundy
1 Jahr zuvor

@Fabian,
soweit ich mich erinnern kann, ist das Finanzsystem schon immer ungesund gewesen. Mal war die Währung zu schwach, mal zu stark, mal waren die Zinsen unerträglich hoch, mal niedrig. Irgendwie stehen wir immer kurz vor dem Kollaps.

Slowroller
1 Jahr zuvor

Das Problem sind und war nicht die Währung, die Probleme sind andere. Wir haben aber nun nurmal diese Währung um die Probleme zu lösen und das gefällt nicht jedem. Ein heißlaufen der Wirtschaft wegen des billigen Geldes war nicht zu sehen. Auch die Inflation hält sich in Grenzen. Die einzigen echten Leidtragenden sind die, die ihr Geld tatsächlich in Geld anlegen. Das ist derzeit einfach nicht der Weg.
 
In Deutschland haben wir eine superniedrige Schuldenquote wegen der letzten Jahre – eine Neuverschuldung im jetzigen Maße tut nicht wirklich wehund bleibt deutlich unter den Maastrichtkriterien. Ich finde es gut, wenn Härten der Pandemie abgefangen werden, auch wenn das “wie” diskutabel ist. Das gilt wohlgemerkt sowohl für Kleinbetriebe wie für die Lufthansa.

-M
1 Jahr zuvor

@Tobs 
Danke für den Link mit dem Podcast, bin fast durch.
 
@Freelancer 
Wollte Grad was schreiben und habe dann 42sucht21 seine Argumentation gelesen die sehr deckend ist mit meiner Denkweise. “Das was er sagt” 🙂 
Es ist auf gefährlichem Fundament das ganze. Hohe Bewertungen die alternativlos sind.
 
Munger: “it puzzles me” 
 
Hätte er eine Meinung, würde er was dazu sagen. Auf jedenfall ist es sinnvoll wie du schreibst. Dass man es nicht ändern kann und das beste daraus machen muss.
Es gibt zum Glück teilweise Möglichkeiten “Brot und Butter” Unternehmen wie 42sucht21 es schreibt zu finden, die fair bewertet erscheinen. Downside Potential wird so mehr begrenzt. 
Fehler vermeiden reicht in meinen Augen in dieser Zeit aus. Die nächsten 10 Jahren bin ich gespannt, ob wieder locker >10% p.a. drinnen sind mit einem Shiller KGV auf dem Niveau. Ich glaube eher an ca. 3% p.a. was eher als eine Wahrscheinlichkeitsbetrschtung gemeint ist. Aber lieber so kalkulieren als blauäugig 10% anzunehmen. Gefällt mir nicht so richtig das alles für die nächsten Jahre. 
 
-M

Thorsten
1 Jahr zuvor

@Wolke bin investiert/versichert. Gold ist Teil meines Portfolios.

Rüdiger
1 Jahr zuvor

Was das Eurobashing und das Krisengefasel angeht, halte ich es mit der Stoa. Ich kann da nichts verändern, also verschwende ich auch keine Gedanken an die Entwicklung.
 
Ich verschwende durchaus Gedanken an die Entwicklung – andererseits beteilige ich mich ziemlich ungern an Diskussionen mit Empörungsfachkräften, Besserwissern, Schlaumeiern. Für mich zählt für heute das IST … und für morgen das mit hoher Wahrscheinlichkeit kommende IST. Das kann auch durchaus die Fortschreibung des heutigen IST sein  😉
Wie gesagt, ich nehme das IST als gegeben (jedenfalls kann ich persönlich nichts daran ändern) und stimme mein Handeln als Investor darauf ab. Ich warte nicht auf eine gnädige “höhere Macht”, die mir ein “gesundes” globales Finanzsystem mit 2% Zinsen auf Sparbuch und Tagesgeld schenken wird  😉
 

Wolke
1 Jahr zuvor

Ja @Thorsten, du schon. Viele glauben aber, sie brauchen keine Versicherung oder können diese noch abschliessen, wenn sie die ersten Flammen im Dachstuhl sehen. Aber ist mir egal, ich bin ja kein Missionar wie @Tim. Jeder ist seines eigenen (Un-)Glückes Schmied.

Rais
1 Jahr zuvor

https://www.ing.de/ueber-uns/wissenswert/anspruch-auf-dividende/
weiß jemand was bei der ING los ist? Viele beschweren sich massivst über nicht ausgezahlte Dividenden 

Stefan
1 Jahr zuvor

Aktien scheinen im Grunde nur denen zu teuer zu sein die noch nicht drin sind, bzw. zu attraktiven Kursen eingestiegen sind. Wer bei Tesla, Lemonade oder anderen high-flyern zum KGV ~20  eingestiegen ist, wird sich kaum an der Diskussion der Überbewertung beteiligen. Und so ist ist auch bei vielen anderen Anlageklassen. Tatsächlich wird jeder von uns ein oder 2 Aktien im Depot halten, die überbewertet erscheinen. Schön dabei zu sein wenn`s nach oben geht, und wenn die Blase platzt nimmt man ein Teil seiner Gewinne mit. (Oder man sitzt es aus.)
Wer Gold für 1000$ die Unze erworben hat, wird morgens wahrscheinlich in Ruhe seinen Kaffee schlürfen und sich eher Gedanken um die Farbe seines Gartenzauns machen als mit  dem Tagesgeschäft (Gold)-Kurse seine Zeit zu verplempern. Ein Gutes hat es ja, alle die jetzt bei 2000$ in Gold einsteigen, werden in einigen Dekaden vielleicht behaupten können:” Mensch war das früher noch billig.”
Sollte man sich wirklich mal Fragen. Wird der Bitcoin von Anlegern als überbewertet bezeichnet die bei 5000$ das “Stück” eingestiegen sind, oder doch eher von denen die an der Seitenlinie zuschauen?
 

Wolke
1 Jahr zuvor

@Stefan
Aktien schein im Grunde nur denen zu teuer zu sein die noch nicht drin sind, bzw. zu attraktiven Kursen eingestiegen sind…
Eine ziemliche Binsenwahrheit…
 

Bruno
1 Jahr zuvor

@Stefan
Jein ich denke es kann auch jemanden interessieren der die Aktien hat. Hat man glücklicherweise solche Highflyer wäre ja auch eine Möglichkeit mal etwas Gewinn mitzunehmen. Ich mache das jedenfalls und bin nicht ganz “buy & hold extrem”, in der Regel immer ein Teil. Ob fundamentale Bewertungen heute irrelevant geworden sind, mag sein aber mir kommt das bekannt vor das gab es schon öfters und ich denke es ist nicht völlig verkehrt wenn man auch gewisse Bewertungen kritisch hinterfragt. Ich bin im übrigen immer noch zu 95% in Aktien investiert.
Bei Bitcoins wüsste ich gar nicht wie bewerten, da ging es mir auch nicht um den Preis der gerade angeschrieben wird sondern um das Grundsätzliche, ich würde auch keine kaufen wenn sie 90% fallen. Das kann total falsch sein, jeder macht sich seine Überlegungen und das ist auch gut so dann kann er schlussendlich niemanden zur Rechenschaft ziehen 😉

Rüdiger
1 Jahr zuvor

Ob fundamentale Bewertungen heute irrelevant geworden sind …
 
Sind sie mit Sicherheit nicht. Sie sehen heute nur anders aus als zu “Kaisers Zeiten”  😉
 

Wolke
1 Jahr zuvor

@Auweiacard
Oder man kauft solide Goldminen-Aktien…
 
Gibt es sowas?

Marc
1 Jahr zuvor

ich würde mich freuen, wenn tim mal sein depot vorstellt und wenn er eine auflistung empfehlenswerter qualitätsaktien erstellt.
die new york videos sind echt schön.
auch das vorstellen von aktiengesellschaften ist ein echter mehrwert! 🙂

Aston
1 Jahr zuvor

Jemand bei Gamestop investiert? War für mich eine Spekulation, die Aktie war meiner Meinung nach unterbewertet. Jetzt ist Sie gestern mit 57% explodiert. 
Anscheinend ein Short Squezze. Habe ich paar Mal gelesen aber nicht dran geglaubt.
Wann steigt man aus so einer Sache aus? Ich will den Absprung nicht verpassen.
Vorbörse zeigt bereits weitere 14% an. 

-M
1 Jahr zuvor

Aston 
Ist deine Spekulation aufgegangen? Wenn ja, Verkauf die und gut ist. 
 
Es hilft sich eine mentale Bildmarke zu setzten schon beim Kauf, da du ja sagtest es sei eine Spekulation. Du planst ja nur eine gewisse Zeit drinnen zu bleiben. 
Hättest ja bis heute locker 70% gemacht. 
 
Wenn du halt 0,05% deines Depots darin hattest, ist die Frage eh akademischer Natur. 

Ralf
1 Jahr zuvor

Gamestop: Wer konnte das vorher wissen? Der Chartverlauf der letzten Jahre war schlecht, daher pure Spekulation. Dann doch besser in einen Sektoren-ETF aus dem Bereich investieren. Der VanEck Vectors Video Gaming and eSports läuft nicht schlecht und schafft eine breitere Basis.

Thorsten
1 Jahr zuvor

Netflix erhöht die Preise , 0€, 1€ und 2€ für die drei Abomodelle. Bezogen auf das mittlere Abomodell sind das 20% innerhalb von wenigen Jahren.
Hier kann man sehen was die staatliche Inflationsrate wert ist : nix. Du sitzt mit dieser Inflationsrate quasi in deiner analogen Wohnung mit Lebensgewohnheiten aus den 70 ern , so alt ist der staatliche Warenkorb nämlich.
 
 

Ferdinand
1 Jahr zuvor

Hallo Tim,  vielen Dank für den Beitrag und das du immer wieder in Erinnerung rufst,  sich seinen Grundsätzen treu zu bleiben. Klar ist auch, dass es dem einen besser gelingt als dem anderen jedoch sollte/muss man sich selbst immer wieder hinterfragen, was will ich wirklich erreichen und tue ich auch wirklich alles dafür?! Bleib gesund und deinen Lesern bitte noch sehr lange auf diese unvergleichliche Art und Weise erhalten.
Viele Grüße Ferdinand 

ZaVodou
1 Jahr zuvor

@Aston”… die Aktie war meiner Meinung nach unterbewertet…Wann steigt man aus so einer Sache aus?”
Ganz einfach. Wenn Sie Deiner Meinung nach überbewertet ist.

Thorsten
1 Jahr zuvor

Ob in Deutschland eine Dividende gezahlt wird entscheidet nicht das Unternehmen, sondern der Staat. Willkommen im Marktsozialismus in dem Aktionäre das Risiko tragen, Abgeltungssteuer zahlen aber über die Verwendung der Gewinne nicht mitentscheiden dürfen. Das schadet dem Standort Deutschland, ausländische Investoren werden abgeschreckt.
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/bafin-fordert-banken-zum-dividendenverzicht-auf-9694774
 

-M
1 Jahr zuvor

Das macht die FED genau gleich …. immer nur gegen Deutschland, gähn!
-M

Rüdiger
1 Jahr zuvor

Deutsche Aktionäre sind weltweit die ärmsten Schweine überhaupt. Warum in aller Welt tun sie sich das überhaupt an  😉
 

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