Werde frei mit weniger Konsum


New York, 27. November 2018

Entkomme dem Kaufwahn.


Es lohnt sich im Leben häufiger nachzudenken. Und Dinge zu hinterfragen. Nur weil alle etwas machen, muss es deshalb nicht gut sein. Wann hast du ernsthaft darüber nachgedacht, wie du dich finanziell auf deinen Ruhestand vorbereitest? Viele Leute tun das nicht. Sie leben einfach in den Tag hinein.

Dabei ist das fahrlässig. Mit weniger als 800 Euro im Monat Rente muss fast jeder zweite Senior in Deutschland auskommen. Das Arbeitsministerium verweist zwar darauf, dass viele Rentner noch andere Einkünfte haben. Aber hier fängt das Problem an. Die Rente war einst alleinige Säule im Alter. Heute deckt sie nur noch einen Teil der Lebenshaltungskosten ab.

62 Prozent der Rentner erhalten weniger als 1.000 Euro.

Wer nur von der staatlichen Rente abhängig ist, wird in Armut vermutlich enden. Viele werden aus der Not heraus versuchen, den Rentenbeginn hinauszuschieben. Manch einer wird noch mit 70 Jahren nebenher arbeiten müssen: Putzen, Regale im Supermarkt einräumen…

Was ich besser finde: Spare früh über ETFs oder Aktien. Und werde zu einem Super-Sparer. Geh mit einem fetten Wertpapier-Depot früh in die Rente. Nicht erst mit 67 Jahren, sondern vielleicht mit 45 oder 40 Jahren.

Führe ein freies Leben. Ich finde die FIRE-Bewegung genial. FIRE steht für „Financial Independence, Retire Early“.

Den Ursprung haben die Super-Sparer in den USA. Die Bewegung findet weltweit immer mehr Anhänger. In Deutschland schießen die Blogs über die finanzielle Freiheit ins Kraut. Jeden Tag gehen neue an den Start. Es fasziniert die Menschen. Es macht ja auch Sinn. Wer will ewig arbeiten, um dann mit Almosen auskommen zu müssen?

Du sparst 20 oder 30 Jahre emsig. Du investierst massiv in den Aktienmarkt. Ziel der FIRE-Leute ist es das 25-fache ihrer jährlichen Ausgaben im Depot zu haben. Wer also im Jahr 40.000 Euro zum Leben braucht (Wohnen, Essen, Auto, Kleidung…), sollte mindestens 1 Million Euro im Depot haben.

Wie fängst du an? Du gibst Gas in der Karriere. Schon in jungen Jahren sparst du 50 Prozent mindestens vom Nettogehalt. Ich habe immer jede Menge Nebenjobs gehabt. Ich war sogar bei McDonalds. Ich fuhr mit dem Rad hin. Neben der Küche arbeitete ich an der Kasse. Ja, das Toilettenputzen gehörte manchmal mit dazu. Ich hasste es, machte es aber. Verdienen kommt von „dienen“.

Wer als junger Manager jährlich 40.000 Euro verdient, legt also 20.000 Euro zur Seite. Mit einem lukrativen Nebenjob kannst du den Turbo zünden.

Du hältst deine Lebenshaltungskosten niedrig. Vielleicht eine kleine Mietwohnung, die etwas renoviert werden muss. Das übernimmst du, dafür ist die Miete günstig. Du fährst mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ich nahm meist den ÖPNV.

Es geht darum, einen Plan zu haben. Du musst dein Leben bessser organisieren als die Konsumherde. Es geht nicht darum, geizig zu sein. Aber du musst auch nicht mit dem Protz-Auto wie ein Clown zur Arbeit fahren.

Deine Entscheidungen sind durchdacht. Warum nicht den kostenlosen Kaffee im Büro trinken? Stattdessen rennen Heerscharen in der Pause zu Starbucks, obwohl das Büro gratis Kaffee hat. Ich sehe das oft in New York. Gut, der Starbucks schmeckt etwas besser. Ist es aber das Geld wirklich wert? Gehst du nicht lieber dafür ein Jahr früher in die Freiheit?

Überleg dir mal, wie viele Millionen Deutsche jeden Tag Mittagessen gehen anstatt sich etwas von zuhause mitzunehmen? Addiere jeden Tag den Kaffee im Starbucks dazu. Sie machen das jahrelang jeden Tag. Das ergibt eine beträchtliche Summe.

Deine Ersparnisse gehen in „passive“ Index- oder Tracker-Fonds, eben ETFs. Sie folgen dem Aktienmarkt. Ihre Gebühren sind gering.

Es muss nicht alles auf den Aktienmarkt gesetzt werden. Es besteht die Möglichkeit die Freiheit auch mit vermieteten Immobilien zu erreichen. Oder du kannst einen Mix aus Wohnungen und Aktien machen. Viele Wege führen nach Rom. Du kannst auch im Ausland arbeiten. Du kannst im Ausland in die Freiheit.

Ich schaute vorgestern im Fitnessstudio ausnahmsweise TV, als ich auf dem Laufband war. Dort zeigte der Sender HGTV ein Paar, das nach Puerto Rico auswandert. Sie kauften eine Eigentumswohnung in einem Hochaus für weniger als 100.000 Dollar. Die Wohnung ist renovierungsbedürftig, aber dafür ist sie sehr geräumig und hell.

Wer die Sonne liebt, kann in der Karibik bestimmt den Früh-Ruhestand am Strand genießen. Wichtig ist, dass du dich löst von der Herde und ihrem ungezügelten Konsumverhalten, sonst wird das nichts mit der Freiheit.

Denke so: „Das Ziel ist nicht die Rente mit 67, sondern die Freiheit. Ich möchte das tun, was ich will.“ Mein Traum ist New York. Ich bin aber ständig unterwegs. Bald geht es nach Florida auf eine Insel. Ich schlafe bis 9 oder 10 Uhr aus. Kein Wecker wirft mich raus.

Es gibt mehr im Leben und mehr Spaß als das Büro.

Hast du Schulden, tilge sie so schnell wie möglich. Was dir hilft ist eine bodenständige Einstellung beziehungsweise ein einfaches Leben. Ich trage meine Kleidung ewig. Ich kaufe gebrauchte Möbel. Mir macht das nichts aus. Ich brauche keine auffälligen Klamotten, keine Protz-Autos.

Manche um mich herum denken, ich bin verrückt. „Der Tim hat ein volles Depot, aber schau mal, er hat noch nicht mal eine Waschmaschine.“

Die Dinge, die ich mag, kosten nichts oder wenig. Ich fahre gerne mit meinem Freund mit der U-Bahn in Brooklyn zum Strand. Manchmal treffen wir dort Freunde. Schwimmen ist was Tolles. Im Wasser zu sein ist heilsam. Es hat zahlreiche positive Effekte auf Dich – auch auf deinen Stress und dein mentales Wohlbefinden.

Wer besonders sparsam und fleißig ist, kann die Freiheit womöglich in 15 Jahren schaffen. Vielleicht behältst du einen Nebenjob bei, der dir Spass macht.

Ich kann dir nur empfehlen den Blog von „Mr. Money Moustache“ zu lesen. Der Autor heißt Pete Adeney. Er ist mein Idol. Der 44-jährige Kanadier, der in Colorado lebt, arbeitete 10 Jahre lang als Ingenieur, bevor er den Job an den Nagel hängte. Er war 30 Jahre alt, als die Freiheit begann. Überrascht hat mich indes, dass er sich von seiner Frau Simi scheiden ließ. Hier ist übrigens ein Podcast mit Simi.

Durch seinen beliebten Blog wurde Adeney zum Star, obwohl er zugibt, dass seine Ideen von anderen stammen. Adeney ist ein Fan von Jacob Lund Fisker und seinem Blog „Early Retirement Extreme„.

Mich wundert, dass die Masse der Menschen nicht aufwacht. Das Geld rauszuhauen ist Usus. Kaum jemand denkt ans Sparen: Fette Autos, neueste Mode, Restaurants, großes Zuhause, Elektronik…

Sie lassen ihr Leben von Einzelhandelsunternehmen und Werbeagenturen bestimmen, die versuchen, ihnen ihr Gehalt aus den Rippen zu leiern mit dummen Werbesprüchen, die meist verlogen sind. Die Auto-Werbung mischt alle möglichen Gefühle in eine Tonne und macht mit dir eine Gehirnwäsche:

Es geht beim FIRE nicht ums Faulenzen. Sondern darum, ein besseres Leben zu leben. Gesünder. Nachhaltig. Bodenständig. Zufrieden. Weniger Stress.

Führe ein glücklicheres und rationaleres Leben. Das ist besser als den schwachsinnigen Statussymbolen (Gucci, Porsche, Louis Vuitton, Mercedes, Audi, BMW) ein Leben lang hinterher zu jagen. Ich halte diesen übermässigen Konsum für einen Wahn.

Schau dich um. Es gibt überall „finanzielle Analphabeten“. Hypothek so groß wie ein Monster. Girokonto tief im Minus. Ratenkredite dazu. Hast du Lust im Alter Hundefutter zu essen?

Ein einfaches Leben ist reizvoll. In einer alten Holzhütte in den Bergen zu sein. Ohne diese Konsum-Exzesse und dumme Angeberei. Ein unbeschwertes Leben in der Natur.

Faszinierend finde ich die „Frugalwoods„. Die Blogger-Familie lebt im Wald im US-Bundesstaat Vermont. Sie haben ein schönes Haus und eine Scheune. Sie zahlten dafür 389.000 Dollar. Sie haben ein enormes Grundstück. Es wirkt total friedlich auf mich:

Was viele nicht einsehen wollen: Der schwankende Aktienmarkt ist ein ideales Hilfsmittel auf dem Weg zur Freiheit. Die finanzielle Unabhängigkeit lässt sich so schneller erreichen, weil die langfristige Rendite am Aktienmarkt anderen Assets überlegen ist.

Meine Anti-Konsum-Philosophie wäre hilfreich für alle Konsum-Zombies, die Schuldenprobleme haben. Entrümpel dein Leben. Trenne dich von Plunder. Miste aus. Kürze Kosten. Und du wirst dich hinterher wohler fühlen. Du wirst positiver über das Leben denken.

Sobald jemand mehr verdient, als für die Grundausgaben nötig sind, kann der Wohlstandsaufbau beginnen. Fernseher ausknipsen. Werbung reduzieren. Nachdenken vor dem Einkaufen. Emotionen außen vor lassen bei Kaufentscheidungen.

Wenn das jemand durchzieht, hat er die frühe Freiheit verdient. Intensiv sparen. Schulden tilgen. Bodenständig bleiben. Nie ein Auto haben. Das ist doch was. Dann ab in die Freiheit.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Werde frei mit weniger Konsum

  1. Thorsten

    Sehr motivierend. Man muss sich von den Konsumwünschen , die andere vorleben oder die Werbung vorgibt trennen. Das Kostbarste ist Zeit und die will ich möglichst so verbringen wie ich das möchte. Weniger Krempel, weniger Ausgaben, am Anfang geht es langsam,  dann immer schneller. Manch einer muss erst lernen, dass es Spaß außerhalb von Konsum gibt. Spaß gleich Konsum ist das, was die Werbung vorgibt. Wir sollen ständig was konsumieren und Egoisten sein „ich tu was mir gefällt“. Und wenn wir nicht shoppen gehen sollen wir uns vor der Glotze Zuckerriegel reinschieben „für den kleinen Hunger zwischendurch“. Überkonsum macht einsam und fett.

  2. Marco

    Hallo Tim,

    Ohne Konsumenten keine Rendite, keine Dividenden. Ich selbst habe seit 10 Jahren kein Handy, keine Kreditkarte, keine ec Karte , kein Benz usw., Seit 5 Jahren mit dem ebike zur Arbeit , (morgen 15 000km damit geschafft) nur zur Firma und zurück. Bei jedem Wetter.Ein Auto habe ich auch aber nur ein Kleinwagen den ich am WE nutze.So frugal wie Du lebst , so weit bin ich noch nicht.Deswegen meine Bewunderung!!Ich habe ein gutes Depot mit Aktien u.ETF , aber auch einen hohen Cash Bestand, den halte ich trocken für Übernahmem oder chrashs.

    Gruß marco

  3. Chris k.

    Einfach interessant und motivierend. Danke

    Ich versuche auch spätestens in 2 Jahren das Auto abzugeben

  4. Bruno

    ein paar meiner Lieblingszitate zum Thema…

    “Jeder Mensch sucht nach Halt. Dabei liegt der einzige Halt im Loslassen.” (Hape Kerkeling, deutscher Komiker und Autor, *1964)

    “Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche.” (Sokrates, griechischer Philosoph, 479 v. Chr. – 399 v. Chr.)

    “Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.” (Epikur, griechischer Philosoph, 341 v. Chr. – 271 oder 270 v. Chr.)

    “Es gibt viele Wege, sich zu bereichern. Einer der besten ist die Sparsamkeit.” (Francis Bacon, englischer Philosoph und Staatsmann, 1561 – 1626)

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    So ist es. Die Leute sind zu faul zum Nachdenken. Sie machen das, was ihnen die Werbung sagt. Mir tut die Umwelt leid, wenn man sieht, was zügelloser Konsum anrichten kann.

    @ Marco

    Du lebst ein einfaches Leben. Ich finde das super. Respekt.

    @ Chris k.

    Viel Erfolg damit. Als ich mein Auto verkauft hatte, war ein Klotz am Bein weg. Ich war froh und entspannt.

    @ Bruno

    Spitze! Danke für die kultigen Zitate.

  6. KievKiev

    @ Tim

    Der Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Bis auf die Scheidung von MMM. Aber auch mit Geld im Überfluss bleibt man nicht von allem Unheil verschont.

    Kann ein kanadischer Ölexperte mir sagen, ob man Enbridge noch in Kanada kaufen kann? ENF.to kann ich leider nicht finden. Die Dividende scheint hier etwas höher zu sein. Weiterhin konnte ich leider die Analyse von Dividend Sensei auf SA zu der Aktie nicht öffnen (zu alt). Was hat es mit der hohen Auszahlungsquote an sich? Ich möchte die nächsten Tage meine Ölpositionen aufbauen.

  7. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kiev,

    ENF wurde leider von der Mutter ENB geschluckt im Rahmen einer Restrukturierung. Ich hatte ENF und war froh damit. Nun bekam ich ENB dafür.

    Leider ein Rückschritt im Cashflow. Na ja…

    Habe gerade Feierabend gemacht. Muss meine alte Wohnung in München räumen. Da ist man sehr eingespannt. Tapeten runter, Böden raus usw.

    Gute Zeit

    MS

  8. KievKiev

    @MS

    Danke für den Hinweis. Ich habe es fast befürchtet. Ich habe gelesen, dass sie mehrere Bereiche zusammengelegt haben. Dann scheint es ja nur noch ENB zu geben. Schade, bekomme ich keine zweite kanadische Position.

    Du scheinst ja richtig Freizeitstress zu haben? Wenn Du nach 22 Uhr noch mit Renovieren anfängst. Du bist schon in Rente oder nicht? Falls ja muss ich mir das mit FIRE noch einmal genau überlegen 😉

    Viel Erfolg!

  9. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kiev,

    na ja, wird sich schon was finden lassen in Kanada.

    Momentan komme ich leider nicht groß zu Börse und Co.

    Rente bin ich noch nicht, aber nicht mehr in Arbeit.

    Hatte ja das Glück, einen Altersteilzeitvertrag zu ergattern. Ich bin deshalb seit Ende Juli in der Freizeitphase bis Ende 2020. Bis dahin habe ich weiterhin mein Gehalt und habe frei. Ab 2021 dann regulär in Rente.

    Mit gerade 61 raus zu sein aus dem Angestelltendasein, das empfinde ich als großes Privileg in der heutigen Zeit.

    Ich bin seit 19. 11. umgemeldet an meinem neuen Wohnort im Schwäbischen, und fahre jetzt jede Woche mal nach München. Muss meine alte Wohnung fertig bekommen. Habe zwar noch bis Ende Dez. Zeit, aber ab Mitte Dez. komme ich zu nichts mehr. Bin jetzt aber schon recht weit.

    Meine neue Wohnung habe ich auch schon fast fertig. Im Gegenteil zu Tim habe ich sogar 2 Waschmaschinen derzeit. 😉 In DE hat man im Gegensatz zu NYC den Luxus, dass man Platz genug hat. Bei mir gibt es einen Waschkeller.

    Trotz meiner kleinen Wohnung habe ich auch 2 Keller, Stellplatz fürs Auto und einen Dachbodenanteil.

    Ich werde sehr froh sein, wenn ich München abgeschlossen habe.

    Ich fühle mich wohl in Weingegenden, und da bin ich bei den Schwaben richtig. Derzeit koste ich mich durch die Weine des Zabergäus.

    Na denn, gutes Nächtle.

    MS

     

  10. Nico Meier

    Wir haben selber 2017 ein Haus gekauft wir haben dabei auf einen günstigen Preis und genügend Eigenkapital geachtet.

    Nun hat mir ein Arbeitskollege von seinem Hauskauf erzählt. Der Kaufpreis von rund 700’000 Franken für ein Einfamilienhaus mit Garten klingt für die Region Basel nicht schlecht. Ich habe dann erfahren, dass er und seine Frau mit den zwei kleinen Kindern nicht mal genügend EK hat um eine Hypothek von der Bank zu erhalten es geht nur mit einem Darlehen von den Eltern sowie mit dem Plündern der Pensionskasse also der Betriebsrente. Dadurch entstehen Lücken in der Vorsorge.

    Desweiteren will der Kollege noch eine höhere Hypothek wählen um noch 100’000 in die Renovierung stecken zu könnnen. Nun haben sie bei der Planung festgestellt, dass sie eher 150’000 benötigen für all ihre Wünsche aber die bekommen sie nicht auch noch von der Bank.

    Anfangs habe ich versucht ihm Tipps zu geben mitlerweile habe ich gemerkt, dass es nichts bringt.

  11. Mike

    Ich kann nur hoffen, dass die FIRE-Bewegung am Ende doch nicht zu viele für sich gewinnen kann. Ohne die fleißigen Konsumenten sieht es am Ende nämlich schlecht aus, für unsere Dividendeneinkünfte und Kurszuwächse.

  12. Kia

    „Schade, bekomme ich keine zweite kanadische Position.“

    du könntest ja die Brookfield Renewable Energy Aktie kaufen die haben aber ein KGV von -1000 irgendwas. haha  Wobei der Buchwert über den Kaufpreis liegt?

  13. Bruno

    @Nico Meier

    Das Beispiel ist leider normal heutzutage. Das ist aber nix gegen die Tipps von Florian Homm, Anleihe kaufen für 100k zu 8%, dann zur Bank rennen, Darlehen auf nehmen für 500k zu 3%, dieses wieder in diese Anleihe legen, gibt nebst den 8k zusätzliche 25k netto = 33k das sind 33% Rendite auf das Kapital, und jemand ist bereits frei mit 100k. So seine Logik.

    Ich kann darüber nur den Kopf schütteln, das sind die Tipps in seinem Börsenbrief anscheinend. Ich kenne keine Bank die ohne zusätzliche Sicherheit ein Darlehen zu 3% über 500k vergibt, aber falls das dann geht, freuen wir uns auf eine nächste Schuldenkrise.

    Ich bin mir bewusst, dass man mit Leverage, gerade im Bereich Immobilien, die letzten Jahre sehr viel Geld verdienen konnte. Ich bin da risikoscheu, aber da gehen die Meinungen auseinander. Für die einen sind Aktien hohes Risiko, für mich sind es hohe Schuldenberge. Lieber etwas weniger Rendite.

  14. Nobbi

    Vielleicht war MMM die Frau zu teuer und er hat einsparpotential gesehen. Bitte nicht gleich schlaen, war nicht ernst gemeint.

     

    Ich bin da Ganz bei Tim sparen ist einer der größten Potentiale die mab als angestellter hat. Im Osten der Republik ist der „Kunde“ eine herabschätzender Begriff in der Jugendsprache. Ob das historisch bedingt ist, weiß ich nicht aber was wares ist dran.

  15. Nico Meier

    @Bruno

    Ich kannst halt nicht verstehen. Da berichtet mir der Arbeitskollege von einem alten Eichenparkett in der Stube den man abschleifen könne und neu versiegeln. Macht für mich durchaus Sinn der Kollege hat nun den Eichenparkett komplett entfernt um ihn durch ein billiges Laminat zu ersetzen. Begründung es sei billiger das neue Laminat zu verlegen als den alten Parkett abschleifen und versiegeln zu lassen. In ein par Jahren wird der billige Laminat wohl wieder ersetzt werden müssen der Parkett wäre sicherlich dauerhaft die bessere Lösung.

  16. Bruno

    @Nico Meier

    Schade um das alte Eichenparkett! Ich hasse Laminat, lieber noch ein Linoleum Boden verlegen. Günstiger ist auch relativ, er hätte ja selbst Hand anlegen können, dann hätte er a) einen schönen alten Eichenparkett und b) eine Erinnerung und c) fast keine Kosten gehabt.

  17. sammy

    Mein Vater ist 62 und war sein Leben lang selbstständig. Er arbeitet noch immer und möchte das auch gerne noch machen so lange er kann. Er teilt sich seine Zeit und Arbeit selbst ein und macht jetzt einfach weniger als früher. Ich finde das vollkommen in Ordnung wenn einem die Arbeit Spaß macht kann man auch länger arbeiten. Dieses pauschale Verteufeln von Arbeit finde ich sehr unpassend. Wenn jemand ein Lebenswerk aufgebaut hat ist das was besonderes. Mein Vater ist jeden Mittag um 12 Uhr Zuhause und legt sich eine Stunde auf die Couch. Freitags arbeitet er nur bis 12:30 uhr und wenn er möchte nimmt er sich einfach frei.

  18. Bruno

    @sammy

    Ich denke niemand verteufelt Arbeit, aber es ist natürlich schon ein Unterschied ob man seine Arbeit mag oder nicht. Viele müssen halt einfach das tun, wo sie können und auch ihren Chef können sie oft nicht aussuchen. Das ist etwas anderes, als wenn sich jemand selbständig macht.

    Ich war mit 35 finanziell frei, habe dann 3 Jahre die Zeit genossen, vieles nachgeholt wo vorher keine Zeit war, aber irgendwann kam dann wieder der Wunsch nach mehr Beschäftigung, und so habe ich wieder eine Firma gegründet. Grundsätzlich war das eine gute Entscheidung, aber es gibt natürlich auch Momente, wo ich zweifle, wenn gerade ein Kunde ausflippt oder ähnliches, aber das gehört dazu. Mein Ziel ist aber auch nicht, jetzt bis 67 durchzurackern, ich möchte es aufbauen und dann so rasch es geht wieder in neue Hände übergeben, so habe ich auch etwas erschaffen, das hoffentlich Bestand hat.

    Ich denke das wichtigste am Wort „finanzielle Freiheit“ ist das Nomen, die Freiheit, und in unserer Welt braucht es dafür halt ein Grundstock an Kapital. Es geht nicht darum, faul rumzuhängen in der Hängematte, sondern sein Leben selbst zu bestimmen und seine Prioritäten selber zu setzen, kein Sklave des Konsums zu sein sondern ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, egal wie das ausschaut. Es kann auch viel Arbeit bedeuten, wenn sie einen erfüllt, ist das doch prima. Warren Buffet denkt mit 88 Jahren auch nicht an den Ruhestand, er hat eben Spass an der Arbeit. Er arbeitet sicherlich nicht wegen dem Geld weiter 😉

  19. Thorsten

    Wer neben der Arbeit ausfüllende Hobbies und soziale Kontakte hat braucht keine Arbeit, es sei denn die Arbeit ist ein Hobby. Die Ansicht, dass man unbedingt eine sinnvolle Tätigkeit oder Arbeit nachgehen müsse ist für mich inzwischen entsetzlich falsch. Leben, um zu arbeiten ? Es heißt ja schließlich  ora et labora. Und ansonsten weiß man wirklich nichts mit sich anzufangen ?  Also freilwiliig weiter enge Terminpläne und rotierendes Hamsterrrad ohne jeden Müßiggang ?  Bitte – wer das mag, aber lasst die anderen in Ruhe.

    „Was machst Du denn dann den ganzen Tag“ ? „Ist Dir nicht langweilig ohne Arbeit“ ?

    Oohhh, da schlag ich drei Kreuze und schwenke Knoblauch, weil die Fragen an sich schon so dämlich sind, sie verraten sehr viel über den Fragesteller.

     

  20. Wohnung mit Domblick

    @Schlaumeier: Der Dativ ist dem Akkusativ sein Tod

     

    @Bruno: treffend forumliert. Selbstbestimmung ist das Ziel. Abbau von Abhängigkeiten. Der Wohnungkauf war nicht zuletzt mein erster und bisher größter Schritt dahin. Den Ausdruck Finanzielle Freiheit gabs noch nicht. Am Ende gehts halt um Selbstbestimmung. Und man darf ja auch selbst bestimmen, ob und was man arbeiten möchte.

     

    Letzten Monat habe ich ein bisschen Extra-Cash gespart und mir heute Adler Real Estate Aktien gekauft. Wohnungsmarkt läuft noch lange, hoffe ich mal.

  21. DanielKA

    Das mit MMM hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Der hat sich immer so Friede-Freude-Eierkuchen mäßig präsentiert. War wahrscheinlich nur Marketing.

    Nicht vergessen happy wife, happy life 🙂

     

  22. Bruno

    @Schlaumeier

    Ich entschuldige mich, deutsch ist nicht meine Muttersprache (französisch aufgewachsen) und ich bin mir bewusst, dass einiges nicht perfekt formuliert ist. Dazu kommt, dass ich heute in der Deutschschweiz lebe, und da gelten nochmals andere Regeln was die Fälle betrifft, meines Wissens gibt es da gar keinen Genitiv. Sprachen sind leider nicht meine Stärke 😉

  23. Bruno

    @Thorsten

    „Die Ansicht, dass man unbedingt eine sinnvolle Tätigkeit oder Arbeit nachgehen müsse ist für mich inzwischen entsetzlich falsch“

    Für mich macht es Sinn, ich schaffe Arbeitsplätze, kann meine Erfahrung weitergeben, etwas aufbauen, ich mache das gern und ja, meine Arbeit hat sich immer auch aus Hobbys entwickelt. Aber ich verstehe auch Leute wie Dich, die sich davon abgeschreckt fühlen. Nein ich weiss und wüsste auch ohne Arbeit mein Leben erfüllt zu gestalten, so ist es nicht, aber Erfüllung ist für mich auch etwas weiterzugeben. Wer sparsam lebt und vielleicht auch mal spendet oder vererbt, der denkt ja auch weiter. Für mich heisst Freiheit das zu tun, was man will, egal was es ist, jeder Mensch ist anders. Mir war auch nicht langweilig in der Zeit, wo ich mich zurückgezogen habe, mir ist nie langweilig, und ich konnte mir nicht vorstellen von 35 bis an mein Lebensende nur noch meinen Hobby’s zu widmen, eben vielleicht auch da meine Hobby’s auch Beruf sind. Es ist aber ein grosser Unterschied zu früher, wo Druck da war, Ziele unbedingt erreicht werden mussten, heute kann ich mich besser aufteilen, muss nicht jeden Auftrag annehmen, habe mehr Zeit für Mitarbeiter und auch Zeit um nachzudenken, was man noch verbessern kann. Ich mache diese Dinge gerne, sonst würde ich sie nicht mehr tun.

  24. DanielKA

    Da schreiben einige er hat 30 Millionen auf der Bank, hat das MMM mal geschrieben, das sind ja Mega blog einnahmen??? Wo sind die Mustacheexperten hier im Forum?

    @ Tim: Danke für den Link

  25. Thorsten

    @Bruno Was Dir Spaß macht sollst du tun. Jeder wie er will, und ich auch. Urteile sind immer aus der Sicht der Gesellschaft und des Umfelds. Besser nicht so viel erzählen, auch nicht über Arbeit. Viele kriegen es  in den falschen Hals, wenn man Arbeitsplätze schafft („Der beutet andere aus“). Neid und Missgunst sind überall.

    Das was gefällt oder auch nicht ändert sich mit dem Alter, niemand mit 30 kann sagen, was er mit 60 gerne tun möchte. Es ist eine Extrapolation, die sich jede Dekade ändern kann. Und dann macht man es, wenn man es sich leisten kann (finanziell, gesundheitlich, zeitlich).

    @All Bei Mr.MMM habe ich ein Video gesehen, Passion oder eher Obsession, hm ? Die vielen Jünger, die er da bei dem Laden um sich geschart hat fand ich bedenklich.

  26. sammy

    @Zwitsch

    Ja ne is klar aber du Vogel raffst es. Ignorante Leute wie du passen hier bestens her.

  27. Bruno

    @Thorsten Neid + Missgunst

    Mir ist relativ egal, was andere denken, sollen sie doch. Das habe ich gelernt, früher war mich wichtig(er), was andere denken und ich habe mich teilweise angepasst. Aber Du hast sicher auch Recht, manchmal ist besser zu schweigen, beim Neid leidet ja nicht die Person, welche beneidet wird, sondern jene, die den Neid verspürt.

    Bezüglich Arbeitgeber und Ausbeuter: Ich weiss selber, ob ich ein Ausbeuter bin oder nicht. Wir zahlen anständige Löhne, aber nicht so hohe wie bei Google, dafür hat man andere Vorteile. Alles freiwillig, das Wichtigste: ein gutes, freundschaftliches Team (nicht künstlich aufgesetzt, keine künstlichen „Events“, eher bodenständig, mal eine Wanderung oder Spaziergang), es wird nie laut im Büro, es ist eine chillige aber motivierte Atmosphäre. Das wichtigste überhaupt wenn man sich selbständig macht und Leute anstellt, diese gut auszuwählen, dass sie ins Team passen.

    Und ja, ich habe keine Ahnung, was ich mit 50, 60, 70 machen werde. Ich habe noch viele Ideen, vielleicht auswandern an einen wärmeren Ort oder genau das Gegenteil, in die Berge ziehen. Zu weit weg sollte es aber auch nicht sein, die Familie und Freundeskreis ist wichtig. Vielleicht ein abgelegenes Bauernhaus günstig kaufen und umbauen. Vielleicht etwas ganz anderes, ich habe noch viele Ideen und Ziele, die meisten sind gar nicht wirklich kapitalistisch, Zeit und Erlebnisse sind wichtiger. Mehr Reisen und Lesen ist hoffentlich bald angesagt, keine Luxusferien, ich mag die Einfachheit. Zu Fuss oder mit dem Velo die Gegend erkunden mag ich, mit Leuten vor Ort sich austauschen. Inszenierter Urlaub finde ich grauenhaft, laute Partys und Animation, da laufe ich davon.

  28. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Bruno

    Danke für das super Video.

    Es ist in der Tat eine Scheinwelt: Schöne Mode, großes modernes Zuhause, teures Auto, aussehen wie die anderen, teures Handy, Urlaub machen, Schulden brav bezahlen, Versicherungen abschließen, arbeiten bis 70…. Es ist eine Fassade.

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