So bereitest du dich auf den nächsten Crash/Bärenmarkt vor


New York, 29. September 2018

Als Lehman Brothers vor zehn Jahren pleite ging, fielen die Aktienmärkte wie ein Stein. Es herrschte Angst und Panik.


Bist du mental und finanziell auf den nächsten Bärenmarkt vorbereitet? Wie viel kannst du emotional und finanziell verkraften, wenn der Aktienmarkt irgendwann zusammenbricht? Wenn das Depot auf dem Papier heftig unter die Räder kommt, ist es wichtig nicht die Nerven zu verlieren.

Ich habe zwei große Börsencrashs überstanden. 2000 bis 2003 und 2007 bis 2009. Da mein Depot fast jeden Tag fiel, war es schon hart. Die Nachrichten waren die Hölle. Pleiten, Pech und Pannen jeden Tag. Manch einer bekommt dann Panikattacken. Viele Menschen können nicht mehr gut schlafen.

Du kannst auf dem Papier hunderttausende Euro verlieren. Menschen wird dann richtig schlecht im Magen.

Der Bärenmarkt und die Finanzkrise von 2007-2009 waren bitter. Die Medien berichteten über eine mögliche Depression wie in den 1930er Jahren. Damals war der Aktienmarkt um 80 Prozent eingebrochen. Die Medien berichteten über die drohende japanische Stagnation, die folgen könnte. Das hätte Dekaden des Stillstands bedeutet.

Anfang 2009 stand die Börse um 50 Prozent niedriger. Es gab keine Diskussion darüber, dass die Talsohle durchschritten ist. Im Gegenteil. Alle malten den Teufel an die Wand. Im März 2009 wusste niemand, dass es wieder aufwärts geht und die Talsohle durchschritten war. Es ging dann um 400 Prozent aufwärts. Viele Menschen dachten, die Börse würde Richtung 0 fallen. Weil sie so Angst davor hatten, kauften sie keine Aktien. Sie horteten ihre Ersparnissen unterm Kopfkissen: Bargeld, Sparbücher, Girokonto, Gold…

Also … bist du mental und finanziell auf den nächsten Bärenmarkt vorbereitet? Am besten machst du keine Schnellschüsse. Halte deine Aktien durch. Kaufe noch mehr abgestürzte Aktien dazu. Während der Finanzkrise sagte Warren Buffett, dass er weiter fleißig Aktien kauft. Hier trommelt er in der „New York Times“ für Aktien. Ich folgte ihm. Und tat das gleiche. Es zahlte sich fürstlich aus. Kaum jemand hatte aber den Mut dazu.

Hinzu kommt in der nächsten Krise: Dass viele Menschen ihre Jobs verlieren können. Die Arbeitslosigkeit wird zunehmen. Unternehmen verkleinern sich, um in den schwierigen Zeiten über Wasser zu bleiben. Wer entlassen wird, kann auf die Arbeitslosengeld zurückgreifen. Aber vielen reicht das nicht. Ihre Ausgaben sind zu hoch. Manch einer muss im schlimmsten Fall seine Aktien verkaufen, um die Miete oder Hypothek oder Rechnungen bezahlen zu können.

In Krisen ist das größtes Problem liquide zu bleiben. Daher hab immer einen Notfall-Fonds. Das kann nicht schaden.

Was nie schadet: Schuldenfreiheit, sparsamer Lebensstil und Genügsamkeit. Dann kommst du durch die Krise lockerer.

Wenn du eine Sparquote von 50% hast, bist du besser gerüstet, als wenn du 100 bis 110% von deinem Einkommen rausballerst.

Hier kommt übrigens bald eine neue Doku über die finanzielle Freiheit raus. Sie ist wirklich spannend. Ich kann kaum auf den Film warten. Regisseur Scott Rieckens macht den Selbstversuch. Der 35-jährige spart mit seiner Frau Taylor eifrig und interviewt finanziell Freie. Er ist auf demselben Weg dorthin. Die Doku heißt „Playing with FIRE : The Documentary“:

Auf Netflix schaue ich seit einiger Zeit eine Doku über Briten, die schulden- und mietfrei leben. Einfach bodenständig. Ich finde das spannend, wie clever manche sind.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „So bereitest du dich auf den nächsten Crash/Bärenmarkt vor

  1. Gainde

    1. Keine oder wenige finanzielle Verbindlichkeiten

    2. Individuelle Asset-Allocation überprüfen

    3. Buy & Hold bzw. gestaffelt über einen längeren Zeitraum in den Bärenmarkt einsteigen, da man den Tiefpunkt nicht erwischen kann.

    Persönlich sehe ich zurzeit im globalen Aktienmarkt viel mehr Down- als Upside. D.h. ich habe nun auf mehr als 50% Cash gewechselt, mit dem ich wenn es sein muss, die nächsten 2 Jahre an der Seitenlinie stehen kann. Eine Rezession in den USA lässt sich nicht noch jahrelang hinauszögern und die Zentralbanken haben lange mit dem Feuer gespielt.

    Historisch gesehen hat es auch schon 13 Jahre lang gedauert, um auf die ehemaligen Höchststände zu kommen – big risk!

  2. Thorsten

    @Tim

    Ich finde es gut auch mal die andere Seite zu zeigen. Es gibt die Freude über den Zuwachs und das Leiden bei fallenden Kursen. Da zahlt man jeden Monat für einen Sparplan ein und manchmal ist das Depot trotz Einzahlung oder kräftigem Kauf am nächstne Tag schon weniger wert als vorher. Da fragt man sich, ob man nicht aussetzen oder aufhören sollte zu kaufen. Bei Langfristbetrachtung ist ein Aussetzen natürlich falsch, weil niemand weiß, wann es wieder steigt.

    Ich kann nicht mehr aussteigen, sollte der Crash kommen, dann ist mir wahrscheinlich bei jedem größeren Absacker schlecht bis ich mich dran gewöhnt habe. Da ich wie Du noch andere Einnahmen habe, wird die Frage sein, wie viele Aktien trotz vermulticher Rezession noch und in welcher Höhe Dividende zahlen und natürlich dann noch wichtiger als heute wie dann der Dollar zum Euro steht.

    Welchen Notfall-Fonds hast Du ? Evtl. einen Geldmarkt- oder Kurzläuferfonds ?

    @Gainde 50% Cash ist viel

  3. Fabian S.

    Hallo Tim,

    schön wäre es, wenn ich noch vor dem Crash-der ja nicht mehr ewig auf sich warten lassen wird- meine „Normalo-Aktien“ verkaufen kann, um dann im Crash genug Cash zu haben um die „Buffett-Aktien“ kaufen zu können und sie dann ewig zu halten….Ich hoffe ja noch auf eine kleine Dax-Rallye bis dahin. 😉

  4. Jayfin

    Dauernd wird etwas vom Crash gefaselt, aber passiert ist bisher noch nichts und wird auch nicht. Der S&P 500 steht so hoch wie nie, kein Ende abzusehen. Ich würde ja alles in die NASDAQ stecken, dort gibt’s idiotensichere 20% p.a. Oder in Cannabis-Aktien, da kann man seine Kohle in einem viertel Jahr schon verzehnfachen.

    Die Wirtschaft brummt, es herrscht Vollbeschäftigung, und die Aktien steigen als gäbe es kein Morgen mehr. Wer jetzt nicht voll einsteigt ist selbst schuld.

  5. Gainde

    @ Jayfin

    Ja, zurzeit brummt alles und das hat der Markt bereits eingepreist. Es stellt sich die Frage wieviel Upside noch drin liegt. Persönlich sehe ich da nicht mehr viel Potential und schalte lieber einen Gang runter, um zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zu kaufen. Das globale Top von Januar wird schwierig zu übertreffen sein bzw. woher soll das Wachstum stammen? Niedrige Zinsen, Wirtschaftswachstum, Steuersenkungen? Haben wir doch in den USA alles schon hinter uns. Aber man kann gerne vollinvestiert sein – muss das Downside mental dann ertragen können…

    Wieso findet Buffet wohl keine günstige Aktien mehr? Manchmal ist etwas Geduld besser, vor allem bei einem langen Investementhorizont. Seit Februar hat sich zudem global noch kein genauer Trend abgezeichnet, dann lieber warten.

  6. Dominik von depotstudent.de

    Hui, wenn sogar Tim anfängt von Crash zu sprechen. Muss man sich dann vielleicht wirklich mal Sorgen machen?

     

    Ich bespare trotzdem weiter fleißig mein Depot und warte ab, ob ich im Crash – sollte er denn kommen – immer noch so gelassen bin. 🙂

  7. Mark85Mark85

    Günstige Nachkaufkurse hören sich natürlich erst einmal gut an. Aber: Obwohl mein finanzielles Wohlergehen nicht von Aktienkursen abhängig ist, muss ich sagen, dass ich wenig Interesse an einer damit einhergehenden Weltwirtschaftskrise habe, weil man sich trotz ausreichender Vermögens- und Einkommensstreuung nie zu sicher sein sollte.

    Ich bin kein Dummkopf: Auch dem besten Vorsorger und bereits finanziell freien Menschen kann ein persönlicher schwarzer Schwan heimsuchen. Dafür ist die Globalisierung bereits zu sehr fortgeschritten. Mögliche Kettenreaktionen kann niemand komplett für sich ausschließen.

    Am liebsten wäre es mir daher, wenn in den nächsten Jahrzehnten die Weltwirtschaft im Großen und Ganzen stabil weiterlaufen und der allgemeine Wohlstand steigen würde. Dafür würde ich sogar auf ein paar Extrapunkte Rendite im Zuge sehr negativer Wirtschaftsereignisse verzichten.

    Im allerschlimmsten Fall kann es sogar wie 1929 ablaufen: Ohne die in Amerika ausgelöste Krise und deren fatale Auswirkungen auf Europa wäre es niemals zur Machtergreifung Hitlers und dem anschließenden Weltkrieg gekommen. Nur Menschen, die persönlich nichts mehr zu verlieren haben, wenden sich verstärkt extremistischen Parteien zu. An einer Massenverelendung kann daher niemand ein Interesse haben, egal wie finanziellnfest man selbst zur Zeit im Sattel sitzt.

    Liebe Grüße aus Teneriffa

  8. Felix

    Interessante Artikelfolge: Von „Reich mit Dividenden“ zum „großen Crash und Bärenmarkt“. Da ja nur eines stimmen kann, würde ich sagen: Nichts genaues, weiß man nicht. Oder: Alles ist möglich.

     

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    Ich hab circa 5.000 bis 6.000 Euro auf dem Girokonto. Das ist mein Notfallgeld,

    Mein Trick: Ich hab geringe Fixkosten. Und einen Fluss passiver Einkommensströme. Es sind Dividenden und eine kleine Mieteinnahme.

    @ Fabian S.

    Das Timen eines Crashs (und des Wiedereinstiegs) ist nahezu unmöglich.

  10. Thorsten

    @Tim

    ja Cash ist immer gut, es beruhigt die Nerven, ich habe 4000€,  will aber weiter aufstocken, per Dauerauftrag seit ein paar Monaten immer ein bisschen mehr, bis die einzelnen Sparziele in unterechiedlicher Höhe erreicht sind. Auto, Zähne, Krankheit, Steuer, Sonstiges sind die Sparunterkonten. Ich hoffe, dass ich es lange nicht antasten werden muss.

  11. Pametan

    Ich bin seit 1997 an der Börse und habe schon den ein oder anderen Crash mitgemacht. Teilweise hatte ich das Glück durch einen größeren Immobilienkauf nicht im Aktienmarkt zu sein.

    Mein Ziel ist Vermögenserhalt. Ein Festgeldkonto mit sicheren 3-4% würde ich direkt nehmen und mir das ganze Risiko sparen.

    Ich glaube nicht daran, dass die nächste Erholung nach dem irgendwann kommenden Crash ähnlich schnell verlaufen wird, wie durch die ganzen synthetischen staatlichen und QE Rettungsaktionen. Unglaublich viel Geld wurde die letzten Jahre direkt oder indirekt in den Markt gepumpt.

    Ich bin mittlerweile „Market-Timer“, da ich eine größere Korrektur vermeiden möchte. Falls gewisse Parameter es bei mir anzeigen wie 200-Tagesdurchschnitte (alleine zu ungenau) sichere ich ab oder steige aus. Bei deutlichen Abschwüngen steige ich gestaffelt wieder ein. Jeder wie er mag und das funktioniert für mich. 50% Buchverlust möchte ich nicht aushalten müssen bei meiner Vermögensgrösse. Im vierstelligen Bereich hätte ich kein Problem damit.

  12. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Mir helfen im nächsten Bärenmarkt so einige (mentale) Werkzeuge.

    Zum einen habe ich die letzte Baisse noch in vollem Bewußtsein. Panik, Schlagzeilen, Untergangsstimmung – und doch scheint heute wieder die (Börsen-) Sonne. Auf und ab – so war es immer und so wird es bleiben. Daran orientiere ich mich und lasse das Gezeter geduldig an mir abprallen.

    Eine drohende Wirtschaftskrise in der Folge läßt mich und meine Frau eher kalt. Der Rubel wird weiter rollen. Es wird weiter investiert. Ein prall gefülltes Rücklagenkonto besteht ebenfalls und sorgt für Gelassenheit. Zudem haben wir eine sehr hohe Sparquote von 35-40% und könnten selbst bei Ausfall eines Einkommens (fast) so weiterleben wie bisher. Einem genügsamen Lebensstil sei dank. Und das als 5-köpfige Familie. Ja, das geht nämlich auch.

    Dazu kommen die Strategien. Mich interessiert der aktuelle Wasserstand in meinem Portfolio gar nicht. Schaue vielleicht alle paar Wochen mal rein. Ich weiß dagegen, dass ich „im Besitz“ vieler hochwertiger Unternehmen bin. Vielleicht schwächeln Umsätze und Gewinne mal, aber langfristig geht es bergauf. Der Wertzuwachs über Dekaden ist enorm.

    Es trudeln stetig Dividenden ein. Dieses Jahr werden es wohl so um die 3500€ nach Steuern werden. Tendenz von Jahr zu Jahr steigend. Mag sein, dass diese bei einer Baisse/Rezession mal stagnieren, langfristig geht es aber 5-10% p.a. aufwärts.

    Zudem investiere ich regelmäßig. Es kommen stetig weitere Anteile oder neue Unternehmen hinzu. Selbstverständlich sind daher TIEFERE Kurse wesentlich schöner. Eine Phase wie aktuell, wo ein Ungeduldiger auf endlich wieder stark steigende Kurse wartet, finde ich beim Einsammeln viel besser.

    Nicht wenige Zykliker sind gut zurückgekommen. Krones habe ich schon lange im Depot, könnte hier aufstocken (KGV 15 völlig in Ordnung). Stattdessen habe ich mich für Kion entschieden. Auch für die nächsten Jahrzehnte sehe ich hier ein stabiles Geschäftsfeld. KGV 13 statt über 20 wie die letzten Jahre – da bin ich doch dankbar für Börsenrückgänge.

    Steigt die Börse, gibt es Wertzuwachs, sinkt die Börse gibt es günstige Kaufkurse. Rein mental kann ich also in jeder Phase etwas positives herausholen.

    Nicht vergessen sollte man auch das eigentliche Leben! Der Vermögensaufbau ist für mich nur Mittel zum Zweck. Eigentlich beschäftigt mich das Thema nicht weiter. Familie, Freunde, Natur, Hobbies, erfüllendes Arbeiten, Lesen, Lernen….. all das wird auch im nächsten Bärenmarkt ganz normal weiterlaufen 🙂 .

    @ Fit und Gesund

    Dir an dieser Stelle herzlichen Dank für deine lieben Worte in der letzten Woche. Die wärmen einem das Herz. Gebe ich liebend gern zurück. Dein optimistischer Lebensblick ist vorbildlich.

    Wünsche dir, Tim und den anderen Lesern ein wunderschönes Wochenende 🙂 !

     

  13. Mick

    Fast immer war  es so, dass je höher die Parameter stehen, sprich exorbitante Aktienkurse, Wirtschaften laufen auf Hochtouren, Aktien kauft jeder, wie damals wie der NEUE MARK kollabierte, in einem HYPE ausuferte !!! Desto höher ist das Börsencrash Risiko an das dann überhaupt keiner denkt .!!

  14. Bruno

    Guten Morgen zusammen

    Finde ich ein wichtiges Thema, das Tim genau richtig angeht, mit Bedacht und Ruhe und nicht wie sonst üblich mit Panikmache und „worstcase Szenarien“.

    Ich bereite mich wie folgt auf einen „Crash“ vor (an einen klassischen Crash glaube ich in der heutigen Zeit wie 1987 glaube ich weniger, wenn dann eher wieder an eine Baisse die gut und gerne mehrere Monate bis Jahre gehen kann).

    Da niemand weiss, wann so ein Crash kommt, sollte man eigentlich immer vorbereitet sein. Natürlich ist Amazon heute teuer, aber sie können auch auf 5k oder 10k steigen ohne grosse Korrektur, ähnlich wie Google oder Facebook sind sie fast konkurrenzlos geworden und eigentlich können sie nur Regulierungen durch Regierungen bremsen (wie das Trump, die EU oder China auch teilweise machen wollen oder später auf die Idee kommen, daher auch da nie 100% Sicherheit).

    1.Der wichtigste Punkt finde ich die mentale Vorbereitung, so dass man wenn es mal überraschend dreht, nicht in Panik verfällt, und seine Aktien dann bestens rauswirft. Wer noch nie einen Crash erlebt hat für den ist das besonders wichtig, es ist nicht einfach, irgendwann erfassen die Emotionen und Zweifel jeden.

    2. Depot an seine persönlichen Risikobereitschaft anpassen, am einfachsten geht dies wenn man in Szenarien denkt und z.B. ein Aktiencrash von 50% oder sogar 80% simuliert, sein Depot danach virtuell betrachtet, und wenn es einem dann kalt den Rücken runterläuft, ist es wohl zu hoch, auch wenn man weiss, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit das Depot langfristig wie die letzten Jahrhunderte weiter wächst, bei einem global diversifizierten Depot gab es noch nie eine Zeit von 10-15 Jahren, wo man nicht wieder mindestens breakeven war (Der Nikkei225 ist kein global diversifiziertes Depot).

    3.Rebalancing (falls man Einzelaktien hat, bei ETF’s nicht relevant). Eine Regel aufstellen dass eine Einzelaktie nicht mehr als z.B. 10% des Depots ausmachen kann, man dann automatisch umschichtet in andere oder neue Werte. Das kann zwar Performance fressen, senkt aber das Risiko.

    4. Diversifikation über Länder und Branchen, auch wenn aktuell oder die letzten Jahre man am Besten nur Nasdaq-Werte (FANG-Aktien) hätte halten sollen, ist es m.E. ratsam, etwas breiter zu gehen und auch Titel im Depot zu halten, die Stabilität geben, Firmen die Dinge produzieren die konjunkturunabhängig gekauft oder benötigt werden, auch wenn diese aktuell nicht gefragt sind.

    5. Kurzfristige Megatrends ignorieren, keinen Hypes nachrennen, nur investieren was man auch wirklich kennt und einschätzen kann.

    6. Bilanzanalyse geht weit über PE-Ratio, wer sich das nicht antun will der sollte vielleicht doch lieber einen ETF vorziehen

    7. Die üblichen Verdächtigen wie Schuldenfreiheit, Cashreserve (nach Bedarf), tiefe Fixkosten und Sparsamkeit helfen enorm, einen Crash unbeschadet und gelassen durchzustehen.

    Gibt sicher noch weitere Punkte, einziger Punkt den ich nicht in meiner Liste haben und den die meisten Gurus immer prophezeien ist Timing, Dinge wie „wie erkenne ich einen Crash frühzeitig“ oder wie steige ich richtig aus oder sogar wie profitiere ich vom Crash mit Leerverkäufen etc. etc. diese Dinge sind für mich irrelevant, da m.E. niemand wirklich einen Crash vorhersagen kann. Risiken erkennen ja, aber sobald Risiken und Probleme bekannt sind, sind sie ja bereits kursrelevant, daher sind die psychologischen Faktoren (und heute auch die elektronischen Handelssysteme) relevanter, daher auch die Frage ob zuerst der Crash oder die Probleme kommen, nicht wirklich klar. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Crash finanztechnische Probleme auslöst, in einer Welt voller Schulden.

     

  15. Oliver

    Klar kommt wieder ein Crash, wie heftig und lange er ausfallen wird, weiß keiner. Man darf in solchen Situationen nicht in Aktivismus verfallen. Wenn man starke Kursrückgänge mental nicht gut verkraften kann, ist die beste Methode, gar nicht ins Depot zu schauen. Man weiß zwar, dass man Buchwerte verloren hat, aber nicht wie viel und welche Aktien es besonders getroffen hat. Dadurch kommt man nicht ins Grübeln, was man alles optimieren könnte oder noch viel schlimmer, wie man Schadensbegrenzung betreiben kann. Leider schafft man fast immer viel Schaden bei Schadensbegrenzung. Natürlich wäre es optimal, am Anfang einer Baisse komplett auszusteigen. Das blöde daran ist, das Abwärtsbewegungen immer sehr schnell vonstatten gehen und man nie weiß, wie weit es runtergeht. Zusätzlich müssen bei Verkäufen die noch bestehenden Buchgewinne mit 26,375% versteuert werden, d.h. die Aktien müssen noch ein ganz gutes Stück weiter nach unten gehen, um von den günstigeren Kursen durch das alte Geld zu profitieren. Deswegen sitze ich das lieber aus, weil ein Komplettausstieg aufgrund einer Rezession oder irgendwelcher Panikveranstaltungen sehr große Risiken birgt.

    Zum anderen gibt es sehr unterschiedliche Arten von Rückschlägen. In den letzten Jahren gab es immer wieder mal sehr kurze starke Abwärtsphasen und ab den Punkt begannen sich die Kurse schnell wieder zu stabilisieren. De facto wäre es immer gut gewesen, in den kurzen Zeiten der Panik zu kaufen. Ist mir persönlich eher schlecht gelungen. Andererseits kann die Situation sich aber ganz anders entwickeln. Die Kurse fallen über einen kurzen Zeitraum stark, stabilisieren sich für einen längeren Zeitraum wieder und dann kommt der nächste starke Abschwung und dies mehrmals hintereinander. In der Krise 1929 und später herrschte genau dieses Szenario. Viele haben bei dem ersten starken Einbruch zwar Geld verloren, aber nicht wenige Leute sind an der „Treppe“ nach unten in der Folgezeit verzweifelt. Ein kurzfristiger starker Einbruch kann daher eine gute Chance sein, aber auch genau das Gegenteil. Nichts ist linear.

    Was ich durchaus legitim finde, ist bei andauernder Schwäche der Börse einfach mal eine Zeitlang weniger/nichts zu investieren und das Geld zu parken. OK, das riecht nach Markettiming, aber meiner Erfahrung nach gibt es Phasen, wo es ratsamer ist, sehr passiv zu werden und zu warten, bis eine Bodenbildung stattfindet. Exakt geht das sowieso nicht, aber in den Phasen 2000/2003 und 2008/09 waren einige Monate dabei, wo man spüren konnte, dass das noch nicht alles gewesen ist.

    Zu den Überbewertungen der gegenwärtigen Märkte: So etwas lese ich seid Jahren immer wieder. Egal in welchen Zyklus man sich befindet, sind einige Werte immer überbewertet. Die USA haben viele Bluechips, die sehr hoch bewertet sind. Einige Firmen daraus mag ich gerne, nur sind sie mir zu teuer. Speziell vor der Krise 2000/2003 waren Technikwerte total überbewertet. Selbst so Werte wie Oracle oder Microsoft waren so hoch, dass sie bei heutigen Kursen Schnäppchen sind. Wobei Microsoft alles andere als ein Schnäppchen ist. Die damaligen Käufer haben viele Jahre warten müssen, bis sie wieder den Einstandskurs gesehen haben. Das ist eine der größeren Gefahren beim Investieren: Man ist zu euphorisch bei tollen Firmen, wird gierig, weil sie stark steigen und glaubt dass diese ewig weiter nach oben gehen. Mir fällt ggw. Amazon dazu ein. Ein Unternehmen, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit in 20 Jahren noch auf dem Markt ist und wenn alles normal läuft, auch erfolgreich und für heutige Maßstäbe größer sein wird. Nur bezahlt man heute sehr viel für eine sehr kleine Ecke Amazon-Business. Wenn dann eine Phase kommt, wo es nicht rund läuft, wird der Kurs massiv einbrechen. Einen kleinen Vorgeschmack konnte man bei Facebook beobachten. Das Unternehmen ist weiterhin stabil, aber die hohen Erwartungen wurden nicht erfüllt. Das sind häufig Stories, wo man viel Geld verlieren kann, wenn man nicht rechtzeitig ausgestiegen ist. Und die Abwärtsbewegung geht in einen sehr kurzen Zeitraum.

    Zu den Bewertungen generell: USA ist nach wie vor hoch bewertet. Aber längst nicht alles, weil einige unpopuläre Firmen stark zurück gekommen sind. Deutschland, England, einige asiatische Märkte sind weit weg von Überbewertungen.

    Am meisten Sorgen bereitet mir Trump mit seinen unseligen Zollverhängungen und ewigen nationalistischen Untertönen, die Welt würde die USA ausbeuten. Die Folgen momentan sind eine Spirale von neuen Zöllen, die den Handel insgesamt behindern werden. Das einzige, was mich optimistisch stimmt, ist die Tendenz der restlichen Welt, sich die Tiraden von Trump immer weniger gefallen zu lassen. Immerhin ist er in der UNO ausgelacht worden, was er selber nicht erwartet hat. Das zeugt davon, dass es immer mehr mangelnden Respekt ihm gegenüber gibt. Aber wenn diese Zölle überhand nehmen, kann das tatsächlich in eine Rezession übergehen. Chinesische Aktien haben das schon eingepreist. Ich finde, dass man hier bei großen Werten tatsächlich den einen oder anderen Wert kaufen kann.

    Man sollte generell keine zu große Angst vor einem Crash haben. Wenn man 40 Jahre investiert ist, geht man automatisch durch eine ganze Reihe von Crashs – seien es große und kleine kurze Abwärtsbewegungen. Solche Korrekturen sind immer wieder notwendig, um Spannung aus dem Markt zu nehmen. Als Langfristinvestor sind das nur Episoden, die im schlimmsten Fall einen ein paar Jahre begleiten. Selbst in der langen Rezession in den 30er Jahren wurden Dividenden gezahlt. Und die Preise für Artikel des täglichen Gebrauchs sind gefallen, weil die Leute weniger Geld hatten. Dazu muss man sagen, dass es durch die Weltwirtschaftskrise und dem nachfolgenden Krieg um ganz schlechte Zeiten handelte. Nur: So einen Krieg werden wir nicht mehr bekommen und falls doch, braucht keiner mehr Aktien. Außerdem haben die Politik/Banken aus der damaligen Krise gelernt und werden bei extremen Schwächetendenzen keine restriktive Geldpolitik mehr machen. Hat man sehr gut 2008/09 sehen können. Und wenn man die Möglichkeit hat, weiter zu investieren: Dann unbedingt kaufen. Rezessionen sind der Turbo für das eigene Depot, wenn man diese Zeiten nutzt.

    Grüße Oliver

  16. Daniel

    Jeder sollte sich einfach selbst fragen was passiert oder sich in seinem Leben ändern würde wenn durch einen Crash das Depot zu 50% oder gedanklich ebenfalls unproblematisch …ganz weg wäre. Wäre es immer noch das gleiche Leben das man führen würde? Hätte man Einbußen oder Ähnliches?

    Ich kann diese Frage mit nein beantworten, mein Leben würde genauso weiterlaufen wie bisher. Es verdeutlicht mir aber z.B. das seinen Job zu behalten für mich wichtiger ist als ein hohes Depot. Zumindest aktuell.

    Ich bin was Assets angeht von Tagesgeld/Festgeldleiter/VL-Sparen/Riester/bAV /Edelmetalle / ETF / + 2200 Überstunden die ausgezahlt werdne könnten ziemlich breit aufgestellt, meine Aktienquote dürfte momentan bei ca. 50-60% liegen.

    Ich habe es 2008 geschafft und die Welt wird auch beim nächsten Crash nicht untergehen.

  17. Bruno

    @Daniel

    Du bist ja sehr breit aufgestellt, das beruhigt ungemein.

    Im nördlichen Westeuropa war die Krise 2008 weitestgehend (bis auf die Banken) an der Realwirtschaft vorbeigegangen, der Hauptstressfaktor war die Psychologie, die Buchverluste, die Unsicherheit. In Südeuropa und vielen Teilen der USA sah es schon anders aus, die Leute verloren ihre Häuser und mussten umdisponieren, viele verloren auch den Job.

    Eine reine Finanzkrise ist weniger ein Problem, schlimmer sind Krisen wo die Arbeitslosigkeit hochschiesst wie z.B. 1929. Vor solchen Krisen habe ich mehr Respekt, aber auch da hilft es enorm, wenn man gut aufgestellt ist, genügend Reserven hat, tiefe Fixkosten, bescheiden lebt dann sind die Einbussen auch verkraftbar und auch eine Arbeitslosigkeit überbrückbar. Wer am Limit lebt in der finanzierten Villa mit geleasten Autos, wenn da Einkommen wegbricht für den bricht das Kartenhaus rasch zusammen.

    Willst Du deine Überstunden nicht auszahlen und investieren oder beziehen? Ich kenne jetzt nicht die Firma, aber ich hätte da immer ein gewisses Unbehagen, dass unter Umständen etwas davon verloren geht.

  18. Frank

    Ich bin seit Mitte der 90er Jahre investiert.

    In Baisse/Panikphasen habe ich mich immer am wohlsten gefühlt, meine Frau hat mich immer für verrückt gehalten. Ich habe damals gemerkt, dass ich wohl psychisch recht stabil bin, es sogar genossen habe, wie alles um mich herum panisch reagierte, die Schlagzeilen der Finanzpornographie haben mich immer amüsiert. Daher ist mir vor der nächsten Baisse nicht bange, ich werde weiter sparen und das Ersparte und die Dividenden in dann günstigere Aktienkurse investieren.

    Als Kostolany Fan halte ich es wie er: Man muss in diesen Zeiten sogar etwas arrogant sein (nicht nach außen zeigen) und denken:

    Ihr liegt alle falsch, das wird schon wieder!

  19. Gainde

    Den Boden in einem Bärenmarkt zu erwischen ist schwierig. Mein Gameplan ist, sobald dass der Trend eindeutig nach Süden zeigt, gestaffelt in 4 Schritten über einen Zeitraum von 18 Monaten einzusteigen.

  20. KievKiev

    @ Bruno / Oliver

    Ich finde Eure Einschätzungen plausibel. Den Punkt würde ich etwas stärker mit einplanen „4. Diversifikation über Länder und Branchen, auch wenn aktuell oder die letzten Jahre man am Besten nur Nasdaq-Werte (FANG-Aktien) hätte halten sollen, ist es m.E. ratsam, etwas breiter zu gehen und auch Titel im Depot zu halten, die Stabilität geben, Firmen die Dinge produzieren die konjunkturunabhängig gekauft oder benötigt werden, auch wenn diese aktuell nicht gefragt sind.“

    Ich kaufe aktuell NUR Titel, die nicht sehr gefragt sind und auch vermutlich nicht ein Wachstum wie FANG hinlegen werden. Dennoch schätze ich den Bedarf als relativ konjunkturunabhängig ein. Nachgeben werden sie bei einem Crash sicher auch.

    Market Timing gelingt im voraus sicher nicht nachweislich des öfteren. Das braucht man aber auch nicht. Aktuell gibt es sehr schöne Wachstumsfirmen. FANG, Mastercard usw. Sie sind mir leider alle zu teuer. Wenn die Börse zu einem Zeitpunkt in der Zukunft dafür sorgt, dass vielleicht ein paar dieser Titel relativ günstig sind, dann werde ich einsteigen. Wenn sie weiter fallen, was natürlich passieren kann, habe ich trotzdem zu einem relativ guten Preis eingekauft. Auch wenn es nicht der beste war. Die kann man auch zeitlich durch einen Sparplan strecken, wenn man ängstlich ist. Bei Angst kann man einfach einen breiten ETF bestmöglich besparen. So kommt man auch sehr gut durch die Krise.

    Neben Einzeltiteln bespare ich aktuell einen Emerging Markets ETF. Die Performance ist schlechter als MSCI World ETF. Langfristig werden sich die Probleme lösen.

  21. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Bruno,

    2008/09 war sehr wohl in der Realwirtschaft zu spüren.

    Ich kann mich noch gut erinnern. Im Sommer 2008 haben wir in der Firma noch Überstunden geschoben, dann war ich September im Urlaub auf Rhodos, als ich wiederkam herrschte Grabesruhe in der Firma. Wir waren sehr exportabhängig (USA), und sämtliche Aufträge waren storniert. Es herrschte absoluter Stillstand.

    Nur durch die Stützungsmaßnahmen der Politik damals (Zuschüsse für Kurzarbeit) wurden bei uns keine Leute entlassen. Wir haben dann bis in den Juli 2010 Kurzarbeit in der Firma gehabt. Und das ging vielen Firmen so. Ich bin damals 1,5 Jahre nur max. 1-2 Tage die Woche in die Arbeit gegangen, und immer die Befürchtung, es könnte doch Schluss sein. Das war zermürbend.

    Hier bin ich der Meinung von @Mark85 (Gruß nach Teneriffa), dass ein echter Börsencrash nicht zu haben ist ohne allgemeine Krise. Und das ist nicht wünschenswert.

    Man sollte nicht glauben, dass man sorglos vor sich hin lebt und plötzlich billig Aktien kaufen kann. Man bekommt dann meist ganz andere Probleme wie Angst vor Jobverlust usw.

    Natürlich gibt es Branchen, an denen das spurlos vorbei geht.

    Also ich bin jetzt ja jetzt soweit im sicheren Hafen was Jobverlust angeht, aber ich wünsche trotzdem keinen Crash herbei. Ich brauche keinen billigen Kurse zum Nachkauf. Von mir aus brauchen die Kurse auch nicht mehr als die Inflation steigen. Einfach stabil schön langsam vorwärts und immer schön die Dividenden zahlen.

    MS

  22. Gainde

    @ Kiev

    Oder statt versuchen, die Einzeltitel zu optimieren (konjunkturunabhängig etc.), einfach die Asset Allocation anpassen und Tagesgeld/Anleihen erhöhen.

  23. Bruno

    @MS

    Ja Du hast sicherlich auch Recht, ich habe das vielleicht etwas zu extrem ausgedrückt, aber in Deutschland/Schweiz/Östereich waren die Auswirkungen in der Realwirtschaft in Bezug zum Verlust an den Börsen relativ bescheiden (ich komme aus der Schweiz da gab es natürlich auch Probleme mit der Exportwirtschaft weil der EUR ins Bodenlose fiel, die Nationalbank hat schlimmeres verhindert), wenn man (und das tat man zu dieser Zeit) mit dem Crash 1929 vergleicht, da war wirklich Massenarbeitslosigkeit. In Südeuropa waren die Auswirkungen schon schlimmer, mittlere 2stellige Jugendarbeitslosigkeit.

    Dein Wunsch nach keinem Crash und behaglich weiter vorwärts das würde ich auch unterschreiben, aber die Realität wird höchstwahrscheinlich anders sein, Krisen kommen und gehen, ein grösserer Einbruch wird höchstwahrscheinlich irgendwann kommen. Und dann ist es gut, wenn man mental vorbereitet ist, gerade wenn man noch jung ist und noch nichts derartiges erlebt hat.

    Ich finde Krisen, sind sie nicht ganz extrem wie eben jene 1929 mit Kriegsfolge (zumindest indirekt) auch schrecklich, aber mittlere Krise oder zumindest Konjunkturflauten/Rezession sind langfristig eben auch wichtig, es findet eine natürliche Bereinigung statt, die Unternehmen müssen sich wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, besser haushalten, sparen, die Privathaushalte dito, es hat auch etwas Gutes. Die extrem tiefen Zinsen aktuell haben nicht nur Gutes, heute werden viele Firmen aufrecht erhalten, die eigentlich keine Daseinsberechtigung mehr haben. Sicher schön für die Arbeitsplätze, aber langfristig schlecht, es könnte mit dem Geld Neues/Besseres entstehen.

    Konjunkturzyklen gehören dazu, sogar in der Bibel hat man schon davon gesprochen (7 fette Jahre…), es ist wie generell im Leben, es geht rauf und runter, ginge es nur noch rauf würden wir nichts mehr schätzen.

  24. KievKiev

    Eine schwerwiegende Wirtschaftskrise wünsche ich mir aus den genannten Gründen auch nicht. Ich halte aber eine größere Korrektur für möglich. Da ich erst langsam in den Aktienmarkt einsteige baue ich aufgrund der Marktlage aus meiner Sicht „defensiv“ erst einmal mein Depot auf. Auch wenn Emerging Markets hier sicher nicht die erste Wahl ist.

    @ Gainde

    Ich habe alle Kredite soweit es möglich ist bereits getilgt. Tagesgeld tut weh und der Zeitpunkt des „Crash“ oder was auch immer wann in welcher Form passieren könnte ist mir nicht bekannt. Darum investiere ich langsam in stabile Werte.

    Ich trainiere aktuell auch meine Komfortzone (Schmerz und Leiden an der Börse). Hartgesotten ist man schließlich nicht von Geburt. Ich habe Optionen auf Tesla (Ich muss sie im Falle des Falles nehmen) 😉 Die sind aber extrem aus dem Geld (Was extrem ist wird sich Montag zeigen). Es ist nichts zu dem ich raten würde. Wenn ich diese Kontrakte gut über die Bühne bringe, sehe ich mich im Stande auch in einem Crash Optionen auf Unternehmen wie MasterCard, Alphabet, 3M usw. zu schreiben.

  25. luttz

    Bzgl. hoher Cash-Quoten: Da macht ja die Währung plötzlich einen großen Unterschied, daher aus Interesse: Cash nur in der Heimatwährung, oder 50:50 in EUR/USD oder teilt ihr gleich noch auf CHF, Yen etc. auf?

    (Der Notgroschen liegt ja naturgemäß in der Heimatwährung vor.)

  26. Gainde

    @ luttz

    Cash in Heimatwährung ausser du bist FOREX Trader. Oder soll es als Notgroschen dienen? Dann gar kein Papiergeld.

  27. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Bruno

    In eine Bilanz schaue ich schon mal rein. Nach 12 Jahren bin ich aber überzeugt, dass „Bilanzanalyse“ von nicht wenigen überschätzt wird.

    Viel wichtiger finde ich, sich zum Unternehmen eine (eigene) Meinung zu bilden. Was halte ich von den Produkten/Dienstleistungen? Wie sehe ich die Marktstellung, vor allem in der Zukunft? Unternehmen mit Alleinstellungsmerkmalen und starker Marke? Zugang für Konkurrenten, langweiliges Geschäftsmodell, etc pp. ? Bedient das Unternehmen gesellschaftliche Umbrüche oder bleibt von diesen gar unberührt?

    Gute Unternehmen haben dann in der Regel auch gute Bilanzen. Nicht mehr und nicht weniger. Mehrwert durch stundenlanges Wühlen durch Bilanzen entsteht für mich nicht.

    Eine Bilanz zeigt auch nur die Vergangenheit (ist ja schon mal was). Gerry Weber hatte lange Jahre exzellente Bilanzen. Und dann war (plötzlich) Feierabend.

    Sich auf Bilanzen verlassen bringt da gar nichts.

    Zudem sollte klar sein, dass günstige Einstiegsgelegenheiten in der Regel dann aufgetischt werden, wenn es mal nicht so gut läuft. Also auch die Bilanz schwächelt. Kaufe ich da (noch) nicht oder gerade dann? Schwierig.

    Mir ist da der viel bemühte gesunde Menschenverstand viel wichtiger. Mehr Gedanken über Psychologie, Philosophie, Geschichte, Gesellschaft als über Ökonomie, Betriebs- und Volkswirtschaft.

    Warum sind die Ökonomieprofessoren nicht gemachte Börsenmillionäre?

    Und Typen wie Dirk Müller vedienen vor allem an Gebühren, Honoraren und Buchverkäufen und ihrer Medienpräsenz. Er kann halt gut labern, verteilt Gemeinplätze, die ich auch in der Kneipe oder der BILD aufschnappen könnte, aber ein besserer Börsianer als wir ist er definitiv nicht 😉 .

    Und nun kommt noch das KGV ins Spiel. Selbstverständlich scanne ich NICHT nach den „billigsten“ Aktien nach KGV durch. Wie oben geschrieben, steht bei mir das Unternehmen im Vordergrund. So habe ich um die 80 Titel auf der Liste (teile davon schon im Depot), die nach und nach in meinen Besitz gelangen sollen.

    Und da schaue ich dann ganz gerne monatlich, was eben im Moment am günstigsten zu haben ist. Auch nicht der Weisheit letzter Schluß.

    Amazon habe ich damals für ein KGV von 150 eingekauft. Was wurde da 2011 drüber gezetert. Eine heillos überteuerte Bude, die sogar mal Verlust macht….

    @ Matthias

    Eine Rezession wünsche ich mir auch nicht. Klar, die Aktien werden billig, aber nicht wenige Menschen leiden. Behagt mir nicht.

    Ich wünsche und erwarte einfach gar nichts. Ich nehme es, wie es kommt und reagiere dann darauf.

    Zudem stelle ich keinerlei Prognosen an. Es gibt (auch hier) zuviele Hobbyökonomen, die mir erklären wollen, wie es wohl „nächstes mal“ ablaufen wird. Notenbanken, QE, Staatsschulden, Zinssätze…… zuviele Ahnungslose geben ihren unqualifizierten Senf ab. Machen sich und andere nervös.

    Ich selbst weiß nichts und brauche daher auch keine Behauptungen, Prognosen und Zukunftsdeutungen aufstellen.

    Bald ist 2019 und der Crash will einfach nicht kommen…..

    @ Pametan

    Mein Vermögen möchte ich nicht nur erhalten, sondern es mehren. Die Zahlen auf dem Schirm spielen da keine Rolle. Daher ist mein Vermögen neben Rücklagen komplett in Aktien (als Unternehmensanteilen) am besten aufgehoben.

    Meine Anteile an Topunternehmen, die mich regelmäßig am Gewinn beteiligen, lassen mich super schlafen. Ob die Anteile nun 200.000€ oder nächsten Monat 100.000€ wert sind, ich verkaufe eh nicht. Und mein Leben ändert sich auch nicht durch die Summe im Depotauszug.

    Ja, auch mein Ego meldet sich weinerlich, wenn die Zahlen sinken. Das habe ich aber sehr gut im Griff. Mir geht es da wie Frank. An den langfristigen Aussichten meiner Unternehmen ändert sich nichts. Ich darf sie nur wesentlich billiger abstauben. Ist doch wunderbar.

    Mein Ratschlag ist: Stur und stetig investieren und ansonsten das Leben genießen.

    @ Gainde

    Wann zeigt der Trend denn eindeutig nach Süden? Welche Parameter stellst du dafür auf?

     

  28. Bruno

    @Freelancer Sebastian

    Bilanzanalyse: wenn man gute Unternehmen in guten Zeiten kauft, gebe ich Dir Recht. Will man jedoch gute Unternehmen in Krisen (günstig) kaufen will, lohnt sich schon ein Blick, insbesondere bei small/mid caps, schon viele vermeintliche Turnover konnte man erkennen, dass das nie gut gehen kann weit vor sie Konkurs gingen. Aber ich gebe Dir Recht, bei Apple oder Microsoft muss man es nicht übertreiben, die Bilanzen sind tadellos. Also für mich eher eine Absicherung gegen unten als ein Mittel, um Potential zu erkennen, dort ist in der Tat das Potential der Firma wichtiger.

  29. June

    2008 habe ich für ein amerikanisches Unternehmen hier in Deutschland gearbeitet. Es war unglaublich hart. Alle Kollegen über 50 k Bruttoeinkommen mussten in Kurzarbeit, dass traf fast die ganze Firma. Da bei uns hauptsächlich Ingenieure, Softwarentwickler oder gut bezahlte Betriebswirte angestellt waren. Unterhalb dieses Einkommens, hatte man glücklicherweise keine Einbussen. Trotzdem hat sich der deutsche Ableger nie wieder richtig erholt und 2012 war für alle Schluß. Ich hatte 6 Wochen später, noch innerhalb der Kündigungsfrist einen neuen Job. Viele Kollegen haben aber sehr lange gesucht und der Geschäftsführer ist soweit ich weiß bis heute ohne neuen Job. Er war einfach bereits im falschen Alter und hatte aus finanziellen Gründen zu hohe Ansprüche an die Bezahlung.

    Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt mit der Abfindung 3 Jahresgehälter gespart hatte und über eine sehr gute Weitebildung verfügte, hatte ich große Existenzängste. Immehin war ich alleine mit meinem Einkommen für meine kleine Familie verantwortlich. Alle rationalen Überlegungen, dass ich ja immerhin für 12 Monate Arbeitslosengeld bekomme und dann nochmal 3 Jahre von meine Ersparnissen leben kann und das daher auch ein Halbtagsjob für mindestens 6 oder 7 Jahre reichen würde half zu Beginn nichts. Die erste Woche schob ich innerlich richtig Panik. Nach außen, vorallem den Kindern gegenüber blieb ich cool. Mein Partner, war mir eine große Hilfe, aber wir kannten uns zu dem Zeitpunkt noch nicht lange. Und lebten auch noch nicht zusammen.

    In dieser Situation kauft man in meiner Lage keine Aktien. Immerhin hat mich das Erlebte, dann soweit gebracht, dass ich mit der Sicherheit meines neuen Jobs den Mut gefasst habe als Vermieterin zukünftig mein Leben abzusichern.

    Und ich kannte sehr viele Menschen, die plötzlich durch die Wirtschaftskrise auch hier in Deutschland viele finanzielle Probleme hatten. Unser großes Ziel im Moment ist, weiter die Kredite reduzieren. Und den übrigen Cashflow in Aktien zur Zeit ETF’s zu investieren. Ähnlich wie Kiev es beschriebt.

    Günstige Kaufkurse gibt es auch ohne Crash immer mal wieder.

    Take care,

    June

  30. Thorsten

    Der Crash kommt, wenn alle denken er kommt nicht mehr und keiner zweifelt mehr und das Taxifahrermilchmädchen erzählt dir was von wundersamer Geldvermehrung an der Börse oder so ähnlich ?!

    Ich halte mich derzeit an den kleinen Erfolgen fest : ich habe im März, April Aktien gekauft, als es eine kleine Korrektur gab und der Chart sagte, dass der Abwärtstrend gebrochen sein könnte.  Bei manchen ging es schnell, andere haben noch 2 Monate gebraucht um aus der Talsohle zu kommen. Der Rücksetzer bei Qualitätsaktien ist ein Puffer und ein Turbo gleichzeitig, wenn es denn bloß ein Rücksetzer bleibt.  Einbrüche bedeuten, man kann zu Preisen kaufen, die es vor 1,2, 5, 10 Jahren gab. Eine Zeitmaschine sozusagen.

    Einsteigen, anschnallen, Klappe halten, Augen zu und mitfahren !

    https://abload.de/img/screenshot2018-09-30155clq.png

     

     

  31. Daniel

    @Bruno:

    Willst Du deine Überstunden nicht auszahlen und investieren oder beziehen?

    Nein, im Gegenteil, ich baue dieses Konto noch weiter auf. Sämtliche Zusätzgehälter werden in Form von Zeit umgewandelt in dieses Konto fließen. Es ist bei insgesamt 5 Jahren gedeckelt, das dürfte etwa 10.000 Stunden entsprechen. Es soll einen Teil meines riskoarmen Portfolios sein.

    Der unschlagbare Vorteil ist eben, dass es in Zeit geführt wird. Jede Gehaltserhöhung, jede durch einen Tarifvertrag erstrittene Erhöhung schlägt auf alle darin enthaltenen Stunden durch. 100 Stunden geleistet als Azubi wären heute ein Vielfaches wert. Dieses Zeitkonto gibt mir in jeglicher Form Flexibilität und ist in einer ganz anderen Volatilitäts und Risikoklasse wie mein Aktien-Depot und ist im Gegensatz zu TG/Festgeld sogar leicht über der Inflationsrate.

    Sollte ich mal irgendwann eine Weltreise machen wollen -> kein Problem, Stundenkonto plündern

    Sollte ich mal längere Zeit irgendwie krank werden und mir selbst eine Auszeit nehmen wollen -> Langzeitkonto

    1 Jahr Auszeit -> Langzeitkonto

    Früher in Rente (zugegeben sehr weit weg) -> Langzeitkonto

     

    Ich kenne jetzt nicht die Firma, aber ich hätte da immer ein gewisses Unbehagen, dass unter Umständen etwas davon verloren geht.

    Also ich bin jetzt nicht 100% im Thema, aber ich meine, dass Unternehmen Langzeitkonten rechtlich bindend vor Insolvenzen schützen müssen. Ein gewisses Restrisiko bleibt natürlich immer noch, aber ich würde es irgendwo zwischen Staatsanleihe und Unternehmensanleihe einsortieren.

    Mein Unternehmen feiert, wenn man alle Historie einbezieht, bald 300 jähriges Bestehen. Ich bin guter Hoffnung, dass es auch noch die nächsten 30 Jahre überlebt.

     

  32. Stefan Müller

    Mich interessiert, wie hoch der Cashanteil bei Berkshire im Verhältnis zum Aktienvermögen ist.

     

    Welchen Cashanteil sollte man horten. 10%, 50%?

    Keiner weiß, ob es eine langandauerende Baisse gibt. Es kann noch 10 Jahre aufwärts gehen und der Dax bei 50000 stehen, bevor es knallt. Genauso gut kann es morgen passieren.

     

    Im März 2000 stand der Dax bei über 8000 und war mit einem KGV von 30 bewertet.

    Demnach hätten wir jetzt einen Daxstand von über 30000 Punkten um die Überbewertung von damals zu haben.

    Irre, wenn man in 18 Jahren aufgrund der damaligen Überbewertung gerade mal 50% Wertsteigerung sieht (nach der durchschnittlichen Zuwachsrate und der 72 er Regel hätten wir in 20 Jahren zwei Verdoppelungen haben müssen. Was einen Stand von etwas über 30000 Punkten entspräche).

  33. Fit und Gesund

    @Freelancer Sebastian,

    danke 🙂

    so schwer ist es nicht, ich habe gerade Knochen, eine robuste Gesundheit und ansonsten auch Alles was ich brauche.

    In Deinem zweiten Beitrag heute sprichst Du etwas sehr Wichtiges an, nämlich die Erwartung, ich finde die Erwartungshaltung der Menschen heute ist enorm, Jeder will sofort und nur vom Besten, nicht nur in materielle Dinge wird investiert, Stichpunkt Haus, Auto, Kücheninsel, nein, die neueste Kategorie ist dann Erlebnisse. Mir ist das eher fremd, ich habe ab Morgen Ferien, nein, grossartige Erlebnisse wird es wohl nicht geben, schon wieder keine tolle Reise, auweia….   🙂          Ich freue mich dennoch!

     

    Börsencrash

    Mein Geld hab ich die letzten 3 Jahre jeden Monat ausnahmslos in Aktien investiert, ich habe sehr gute und weniger gute Käufe getätigt, jetzt stehen noch 3 Käufe bis Ende Jahr an und dann werde ich dazu übergehen ein wenig Cash zu sammeln, der Ausstieg naht ja, ich bleibe investiert und reinvestiere die Dividende, wie es wirklich kommen wird weiss ich auch nicht, sehen wir dann wenn es soweit ist, Pläne zu haben ist gut, meist kommt es aber ein wenig anders, dann muss man umdisponieren, mir fällt schon was ein, mir ist noch immer was eingefallen, an schwierigen Situationen kann man ja auch wachsen.

     

    Was will ich hier gross schreiben, wäre immer das Selbe, in etwa so wie Tim es ja predigt:

    arbeiten, sparen und investieren, regelmässig, stur und stetig

    auf die Gesundheit achten

    sich nicht überschätzen

    Freundeskreis / Partnerschaft pflegen, Vorbild für die Kinder sein

    ich ergänze gerne noch, auch mal zufrieden sein, zu wissen wann genug genug ist, dankbar sein, kein Neid, Bereiche wo man nicht so perfekt ist auch akzeptieren,

    mit der Liste kommt man glaub gut zurecht, wird schon werden 🙂  die Liste ist aber nicht unbedingt für Dich, Du hast den Bogen eh raus.

     

    eine gute neue Woche an Dich und an alle Anderen auch

     

     

     

     

     

     

  34. Gainde

    @ Freelancer Sebastian

    Da ich nur Indexing betreibe (globale Aktien ETF) ist für mich nur der MSCI ACWI oder alternativ FTSE All-World interessant.

    Wenn das Ding charttechnisch eindeutig und längerfristig nach unten geht (-20%), dann beginnt die Shopping-Zeit:

    https://m.onvista.de/index/MSCI-AC-WORLD-Index-1342039

    Wie bereits erwähnt, halte ich das Downside aktuell grösser als das Upside (FAANG-Aktien, US-Wirtschaft, Leitzinsen). Aktien werden bekanntlich durch Unternehmensgewinne, Phantasie und niedrige Zinsen gepusht.

    Deswegen zurzeit mehr Anteil in Cashreserven.

  35. Slazenger

    @Freelancer

    wunderbarer Kommentar, dem kann ich mich uneingeschränt anschließen! Mit dieser Strategie bleibt man stressfrei und entspannt, egal wie und wann die programmierten Algorithmen in den großen Geldhäusern dieser Welt die Märkte beeinflussen!

    Nice Week

  36. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Gainde

    Verstehe. Dann kann es dir natürlich passieren, dass der Index die nächsten Jahre – bei nur geringen Rückgängen von jeweils 5-15% – um über 50% steigt, bis er dann endlich um über 20% sinkt. Du müsstest also wesentlicher teurer kaufen als jetzt.

    Zudem ist dann fraglich, ob es überhaupt weiter (und um wieviel weiter) abwärts geht oder bei den -20% bleibt und zügig wieder ansteigt. Wenn du also gestaffelt über Monate einsteigst, bist du bei den letzten Raten vielleicht schon wieder beim alten Hoch angekommen (oder musst sogar noch höher einsteigen). Oder würdest du da wieder abbrechen und erneut – vielleicht viele Jahre – warten?

    Auch wenn es komisch klingt: Ich halte deine Vorgehensweise für riskanter, als einfach stur im Markt investiert zu sein.

    Selbstverständlich muss das jeder für sich selbst entscheiden und sich dann auch wohlfühlen. Ich kann gut nachvollziehen, wenn sich jemand unwohl damit fühlt, komplett investiert zu sein.

    Meine Erfahrung lehrt mich einfach etwas anderes. Markttiming auf Indizes bezogen funktioniert nicht regelmäßig und zuverläßig. Studien zeigen, dass die beste Vorgehensweise ist, immer SOFORT im Markt zu sein. Natürlich ist das psychologisch heikel.

    Im übrigen: Ein Rückgang um über 20% im S&P 500 kommt statistisch gesehen alle 4 Jahre vor. Ein Rückgang um mehr als 30% nur einmal im Jahrzehnt.

    Prognosen über die Makroebene lasse ich eh sein. Das hindert nur und führt zu Fehlern. Wer hat sich nicht alles die letzten Jahre zurückgehalten, weil der Crash vor der Tür stand. Das Gequatsche der „Börsenprofis“ würde ich stur ausblenden. Die wissen gar nichts.

    Eine hysterische Börsenmanie kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil werden Probleme und Sorgen allerorten vermeldet.

    @ Fit und Gesund

    Die einfachsten Dinge im Leben sind oft die schönsten. Ich wünsche dir viel Freude 🙂 !

  37. Gainde

    @ Freelancer Sebastian

    Wunderbarer Kommentar!

    Wer einfach regelmässig per Sparplan investiert hat es wohl psychologisch einfacher, als wenn man eine grössere Summe anlegen will.

  38. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan Müller,

    ich glaube, es macht keinen Sinn, das angelegte Aktienvermögen (ca. 174 Mrd USD zum Ende 1. Halbjahr) bei Berkshire ins Verhältnis zum Cash zu setzen.

    Da Berkshire aktiv im Versicherungsgeschäft ist (Geico), müssen für Eventualitäten (überdurchschnittlich hohe Schadensregulierungen) Cashreserven vorgehalten werden. Ich würde das eher so sehen, dass ein Großteil des Cash dieser Sicherheit dient.

    Im mikroskopischen Bereich ist das bei mir so, wenn ich Put-Optionen verkaufe. Ich kann nur Verbindlichkeiten in der Höhe eingehen, wie ich sie auch leisten kann im Ernstfall. Das nennt sich „cash secured put writing“.

    Wenn ich also eine Prämie für einen verkauften Put kassiere, dann muss ich in der Lage sein, die Verbindlichkeit zu bedienen. Wenn ich also einen Put mit Strike 50 USD verkaufe, dann sollte ich 5.000 USD Cash haben, damit er cash secured ist, ich also 100 Aktien zu 50 USD abnehmen kann.

    Berkshire muss also wissen, wie hoch die maximale Verbindlichkeit aus allen Versicherungssummen ist. Dieser worst case wird natürlich nicht eintreten, aber ein ungewöhnliches Ereignis schon mal.

    Wenn das Versicherungsgeschäft normal läuft, dann sind die Premiums (also die Versicherungsprämien) höher als die Kosten für Schadensregulierung.

    Das sieht man in den Bilanzzahlen. Ich lese da Einnahmen im Versicherungsgeschäft von etwas über 95 Mrd gegenüber Kosten von knapp 86 Mrd. Also alles paletti. Aber was, wenn man hätte 120 Mrd zahlen müssen?

    Deshalb liegen bei den Assets in der Rubrik Versicherungsgeschäft knapp 58 Mrd rum. Das dient meines Erachtens der Sicherheit und ist nicht dem angeblichen Unvermögen geschuldet, keine lohnenswerte Investments zu finden.

    MS

     

  39. Mr. Pino Cavallo

    Aus dem Studium der Value Investoren wie Warren Buffett, Seth Klarman oder Mohnish Pabrai weiss ich, dass gerade Krisenzeiten der wahre Antreiber für zukünftigen Wohlstand sind („Investiere dann, wenn Blut auf der Straße fließt“). Ich bin erst seit 4 Jahren im Aktienmarkt dabei und kenne daher nur den Bullenmarkt. Für den nächsten Crash sorge ich schon seit über 1 Jahr vor und hoffe darauf, dass dieser frühestens in 2 Jahren kommt. Hierzu habe ich aufgehört in Aktien zu investieren, die ich mittlerweile auf breiter Basis für überbewertet halte und mache genau das, was viele Deutsche seit jeher machen: alles aufs Tagesgeldkonto. Anders als der deutsche Michel mache ich das aber nicht aus Angst, sonder aus Spekulation. Es bringt schließlich nichts, wenn der Crash kommt und man keine Liquidität zur Verfügung hat, um in die dann günstigen Aktien zu investieren. So fülle ich meine „Kriegskasse“ auf und bezahle damit sicherlich mit aktueller Rendite. Aber ich gehe davon aus, dass der aktuelle Verlust durch die zukünftige Rendite mehr als ausgeglichen wird.

  40. Daniel

    @Mr. Pino Cavallo

    Dennoch solltest Du dir vergegenwärtigen, dass du schlicht Market-Timing betreibst, was in der Vergangenheit nicht besonders von Erfolg gekrönt ist. Ebenso wie Du meinst den Crash durch „Pulver auf TG“ zu timen stelle ich mir die Frage ab wann dann für dich der nächste Kaufzeitpunkt ist. Diesen müsstest Du dann auch ziemlich exakt treffen. Ich halte das für ein gewagtes Spiel. Die meisten Studien kommen zu der Erkenntnis, dass ständig im Markt investiert zu sein mit seiner vorher definierten Asset-Allokation das beste ist, was man als Privatanleger tun kann.

    Wichtig ist eigentlich auch nicht besonders, dass man viel Schießpulver im Tagesgeld liegen hat wenn der Crash kommt, sondern dass Du weiter einen Job hast der dir Einkommen generiert. Denn machen wir uns nichts vor, so ein Crash kann auch mal 5 Jahre dauern. Da ist es egal ob du vorher 10.000€ im TG liegen hattest. Spannender ist doch eher, dass Du mit dem Einkommen deines Jobs weiterhin in einen fallenden Markt hineininvestieren kannst.

  41. 42sucht21

    Ich kaufe nur mit Geld welches ich nicht mehr benötige. Ich schaue überhaupt nicht mehr auf den Wert meiner Depots. Ich betrachte Aktien/ ETF Käufe als Konsumausgabe denn ich verkaufe nie mehr. Ich sammle. Ob eine Baisse, ein Crash oder ein Boom kommt kann wirklich niemand einschätzen und ich bekomme es eigentlich auch gar nicht mit wenn etwas passiert – außer das jetzt in Deutschland viele wieder von  „man müsste eigentlich Aktien kaufen“ fantasieren.

  42. chaostrader

    Mal einen Blick auf Dual Momentum werfen. Kann helfen, zumindest für ETF-Investoren. Einzelaktien-Jongleure… naja, muss jeder selbst wissen.

  43. Mr. Pino Cavallo

    @ Daniel

    Ja, das was ich mache, ist Market-Timing. Ob das klappt, weiß ich nicht. Ich höre nur vermehrt, dass der Aktienmarkt überbewertet ist, was ich auch glaube. Vor allem, wenn ich auf den Immobilienmarkt schaue, wo jeder nur noch kaufen will und die Preise (bei uns in der Frankfurt-Region) wie verrückt steigen, gibt es eine innere Stimme, die mir sagt: “ habe Angst, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn alle anderen Angst haben“.

    Ich habe mir vorgenommen, meine „Kriegskasse“ die nächsten 2 Jahre zu füllen. Das heißt nicht, dass ich in der Zwischenzeit definitiv nicht mehr in Aktien investieren werde. Sollten sich hier und da mal Chancen ergeben, greife ich zu. Ich werde das nur nicht mehr so diszipliniert wie in der Vergangenheit machen, wo ich jeden Monat einen festen Betrag in Aktien investiert habe. Sollte in 2-3 Jahren der Crash immer noch nicht gekommen sein, dann werde ich halt nochmal überlegen, was ich mit dem Geld mache. Wie du schon sagtest, ist ja letztlich Rendite nicht alles, sondern dass man einen Job hat, der einem ermöglicht seine Rechnungen zu zahlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *