Hongkonger Filmlegende lebt von 102 Dollar im Monat. Sein Vermögen: 714 Millionen Dollar


New York, 13. Oktober 2018

Ich habe eine Familie beobachtet. Mit 10 bis 15 Tüten gingen sie nach Hause.

Wer reich ist, ist vermutlich sparsam. Chinas Film-Legende Chow Yun-fat gibt im Monat nur 102 Dollar aus. Er hat ein Vermögen von 714 Millionen Dollar. „Mein Traum ist zufrieden und eine normale Person zu sein.“ Er hat ein schönes Motto: „Das Schwierigste im Leben ist nicht, wie viel Geld man verdient, sondern wie man eine friedliche Einstellung bewahrt und den Rest seines Lebens auf eine einfache und sorglose Weise lebt.“

Der Promi nimmt in Hongkong den ÖPNV. Er kümmert sich um wohltätige Zwecke. Sein Nokia-Handy ist 17 Jahre alt. (Warren Buffett hat auch ein uraltes Handy). Kürzlich musste der Chinese allerdings ein neues Handy kaufen, als das alte Klapphandy seinen Geist aufgab.

„Ich trage keine Kleidung für andere Menschen. Solange ich es bequem finde, solange ist es gut für mich.“

Vergleiche sein Leben mit der konsumsüchtigen Mittelschicht. Es sind zwei Welten. Sie kaufen so viel Dreck das ganze Jahr. Jeder fünfte Amerikaner hat so hohe Schulden, dass die Hälfte des Gehalts in den Schuldendienst fließt. Krass!

Jeder zweite Österreicher hat mittlerweile Konsumschulden aufgenommen. Ich finde das schrecklich. So machst du dich abhängig. Wirst zum Sklaven deiner Wünsche und der Banken. Aufs Sparen haben die Österreicher keine Lust: Knapp ein Viertel der Haushalte hat kein Geld auf der hohen Kante.

Fette Autos, schicke Kleidung, teure Urlaube. Die meisten Amerikaner haben noch nicht mal 1.000 Dollar als Notfallgroschen. Es wird das Einkommen rausgeballert, als ob es kein Morgen gibt. Was so toll an diesem verschwenderischen Leben sein soll? Ich möchte nicht in dieser Misere stecken. Das kann kein Spass machen. Es ist ein Elend! Stumpfsinnig zu konsumieren ist nicht herausfordernd. Es ist ein flaches Leben.

Meine Kleidung ist überwiegend Second Hand. Ich hab seit 12 Jahren kein Auto mehr. Und leb grob auf 30 Quadratmeter je Person. Auf Restaurants verzichte ich.

Es scheint eine neue Krise zu beginnen. Es gibt genug Indikatoren. Blasenartige Immobilienpreise, hohe Schuldenaufnahme, enormer Konsum, keine Rücklagen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Hongkonger Filmlegende lebt von 102 Dollar im Monat. Sein Vermögen: 714 Millionen Dollar

  1. ThorstenThorsten

    Bemerkenswert bodenständig und sozial engagiert – super!

    Aber 102 Dollar in Hong Kong scheint mir aber extrem wenig…da kann eigentlich nix für Wohnung drin sein!?

  2. Gurki

    Naja. Ein Extrem nach dem anderen 🙂

    Ich finde, man muss nicht unbedingt ein alten Nokia Knochen haben. So ein Smartphone ist schon was feines und möchte ich nicht mehr missen. Aber! Mein iPhone 6, hält jetzt bereits 3 Jahre. Sieht aus wie Neu und habe ich 1 Jahr später als das 6s rauskam für 619€ gekauft. Das feine ist, gerade kam noch das neue iOS für das Handy raus und es funktioniert noch tadellos. Ich denke 1-2 Jahre hält das Ding noch. Das heißt, ein tolles Smartphone für 134 – 155€ im Jahr.
    Ich denke dass ist von der Preisleistung in Ordnung.
    Davon ab ist es mein 5. Handy in meinem Leben 🙂

  3. eki.

    Guten Abend zusammen,

    einer der Leser / Schreiber hier im Kommentarbereich postet öfters grafische Darstellungen zu Fakten über die Wirtschaft / Börse usw.. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, auf welcher Homepage diese Visualisierungen veröffentlicht werden.

    Wäre froh, wenn mir hier jemand die Info geben könnten.

    Danke.

  4. Bruno

    102 Dollar pro Monat mit 714 Mio Vermögen…

    puhh, Tim schafft es mit diesem Beitrag, uns allen (so meine Vermutung) mal zünftig den Kopf zu waschen!  jetzt komme ich mir tatsächlich als absolut verarmter, konsumverrückter, verschwenderischer Konsum-Clown vor bei diesen Zahlen!

    Das muss ich jetzt erstmal verdaut werden mit einem guten Schluck frischgepressten Traubensaft aus dem Garten 🙂 Zumindest hat der ausser Arbeit nichts gekostet.

    Ein schönes Wochenende allerseits

  5. Nick

    Konsumschulden sind in meinen Augen eine sehr ernste und traurige Angelegenheit. Innerhalb einer Familie ist es sehr belastend, wenn Angehörige ständig höhere Verbindlichkeiten anhäufen. Oft wissen die Betroffenen scheinbar nicht, wo das Geld geblieben ist und preisen sich selbst als sparsam. Kein neues Auto vor der Tür, kein neuer Fernseher, keine Fernreise und das Konto ist nicht nur leer, sondern stets weit überzogen. Ein Haushaltsbuch könnte sicher helfen, aber wehe, man spricht einen Schuldenjunkie darauf an, dann wird alles abgestritten und ein Streit vom Zaun gebrochen. Ein ähnliches Verhalten legen Alkoholiker an den Tag, wenn man sie auf ihre Trinkgewohnheiten anspricht.

    Eine Tante von mir hinterließ den beiden Söhne das abbezahlte Einfamilienhaus und einige 10.000 € an Ersparnissen, für die sie und ihr Mann ein Leben lang hart geschuffetet und entbehrungsreich gelebt hatten. Der jüngere Sohn bereitete der Mutter wegen seines Umgangs mit Geld zu Lebzeiten schlaflose Nächte. Es fiel der Mutter schwer, aber im Testament setzte sie ihren jüngeren Sohn auf das gesetzliche Pflichtteil (entspricht halbem Erbteil), weil er noch zu Lebzeiten der Mutter private Insolvenz anmelden musste. Der ältere Sohn lebt dagegen sehr bodenständig. Beide Söhne arbeiten übrigens für denselben DAX-Konzern als Techniker und verdienen überdurchschnittlich.

    Nach dem Tode der Mutter behielt der ältere Sohn das Einfamilienhaus und zahlte das Pflichtteil an die Gläubiger seines Bruders aus. Dennoch blieb ein hoher Schuldenberg und die Privatinsolvenz des Brundes lief weiter. Aus Mitleid, Bruderliebe oder was auch immer legte der Ältere auf eingenen Namen ein zweites Girokonto an, überwies die zweite Hälfte des Erbanteils seines Bruders auf das Konto und gab dem Bruder die Karte mit der Geheimzahl. Vorher nahm der Ältere dem Jüngeren das Ehrenwort ab, das Konto nur im absoluten Notfall anzugreifen und sparsam mit dem Geld umzugehen. Wie die Geschichte ausging, kann sich hier wohl jeder denken. Innerhalb weniger Monate war das Konto nicht nur geräumt, sondern bis ans Limit überzogen. Das Geld hat sich sprichwörtlich in Luft aufgelöst. Kein ausschweifender Lebensstil, kein neues Auto, weder Spielsucht noch Alkohol oder Zigarretten sind wohl der Grund für die Ausgaben und dennoch war das Geld irgendwie für viele Notfälle (angeblich Tierarzt, Anschaffungen für die Kinder, Landschulheim …) ausgegeben. Da ich mehrere ähnliche Geschichten kenne und Tim hier oft solche Fälle beschreibt, frage ich mich, ob es eine Art Sucht oder Krankheit ist, wenn Menschen Geld um keinen Preis bei sich behalten können.

     

  6. Ex-Studentin

    @Nick

    Ich denke, es gibt sowas wie Konsumsucht. Zumindest gibt es genug Leute, die trotz Schulden oder gar Privatinsolvenz munter weiter kaufen. Ich erlaube mir da kein Urteil. Ich ess auch zu viel Süßes, obwohl ich mein Übergewicht eigentlich bekämpfen müsste. Man ändert nichtsan seinem Leben, wenn der Schmerz nicht groß genug ist. Und selbst, wenn man sein Geld zum Fenster rauswirft, wird man in Deutschland nie hungern müssen.

  7. Jan

    @Nick,

    es ist der Kick des „Habens“. Jeder der schon mal eine hübsche Sache gekauft hat und sich darüber gefreut hat, der kennt das. Und ja, der Kick ist eine Belohnung in Form von Glückshormonen der Hirnanhangdrüse. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Manche hier im Blog haben das auch beim Kauf von Aktien.

    Zum Problem wirds nur dann, wenn der Mensch süchtig nach dem Kick ist und irgendwas kauft nur um ihn wieder zu erleben. Dann kauft man nicht mehr das über das man sich auch später noch freut. Sondern eben irgendwas damit man den Kick wieder verspürt. Diese Menschen sind wirklich süchtig wie nach Heroin. Sie brauchen Hilfe. Nur sind wir keine Psychologen oder Psychiater. Wir können nicht helfen. Das Tükische an der Sache ist, dass der Süchtige – anders wie bei Drogen – kein Problembewusstsein entwickelt.

    Oder wie sieht das der Rest vom Blog? Habt ihr andere Erklärungen?

    Das eigene Belohnungszentrum des Hirns kann eine echte berauschende Sache sein. Wer Sport im höheren Leistungsbereich oder im eher ungewöhnlichen Bereich macht, der kennt diese Hormone. Tolle Sache, so lange sie nicht fehlgeleitet sind.

    Schöne Grüße

    Jan

  8. Skywalker

    102 Dollar pro Monat mit 714 Mio Vermögen….
    Das ist das lächerlichste was ich seit langem gelesen habe. Erstens bezweifle ich diese Zahlen, zweitens frage ich mich, sollten diese Zahlen stimmen, ob diese Person eine psychische Krankheit hat.
    So jemand  sollten die Zahlen stimmen  ist kein Vorbild sondern ein abschreckendes Beispiel von krankhaftem Geiz.

     

  9. Bruno

    In Hong Kong wohnen einige (wie auch in andern chinesischen Grossstädten) in so Kapselwohnungen

    https://www.welt.de/reise/staedtereisen/article110686085/Schlafen-wie-im-Schliessfach-oder-Sarg-ab-acht-Euro.html

    2.5m2 für 8 EUR / Nacht, es gibt Mengenrabatt, ich kenne jemanden der das gemacht hat und für ca. 100 EUR / Monat so gelebt hat. Aber dann hat man noch nichts gegessen, auch wenn dies mit Streetfood in der 4. Häuserreihe für wenige Dollar geht.

    Aber ich gehe mal davon aus dass die 102$ Taschengeld ist, nicht mal ein Obdachloser schafft das sonst dort.

    Interessant ist das Verhältnis Vermögen / Ausgaben, die sind bei ihm ähnlich wie bei Warren Buffet, natürlich geht das für die Wenigsten, ein absoluter Minimalbedarf hat jeder, wobei wenn man jung ist mit viel Kreativität und Geschick man es schon schaffen kann, fast ohne Geld zu leben, vielleicht nicht in Deutschland.

  10. Ralf

    @Skywalker: SO ist es! Das ist einfach nur noch krankhafter Geiz….

    Vielleicht hängt Konsumlust auch oft vom Wohnort -eher städtisch oder ländlich geprägt- mit ab.

    Wir wohnen bisher in einem eher ländlich geprägten Einzugsgebiet größerer Städte. Auch hier gibt es augenscheinlich Konsumdeppen, jedoch scheint mir die Zahl sehr überschaubar zu sein. Die Menschen hier leben zu großen Teilen näher an der Natur und fahren ältere Autos. Es gibt naturgemäß weniger Verführungen in Form von Fußgänzerzonen, Einkaufsmeilen etc. und etliche haben genug mit ihrem eigenen Haus zu tun (Renovieren, Gartenarbeit…). Das prägt auch ein Konsumverhalten mit.

    Insofern kann man einem eigenen Haus schon auch etwas abgewinnen, es zwingt zum Sparen und Disziplin.

    Es gibt einen Spruch in der Bibel:

    „Wer sammelt und sich selber nichts gutes tut, der sammelt es anderen und die werden es verprassen“

    Sollte mancher mal drüber nachdenken. Ich sehe hier phasenweise auch im Blog durchaus grenzwertige Züge von Sparsamkeit….

  11. David

    @Tim:

    Wie kommst du auf diese Zahlen? Wenn man im Internet den net worth von Chow Yun-fat googlet, dann findet man auch Hinweise dafür, dass er „nur“ USD 80 – 100 Mio. besitzt. Ausserdem: Gibt es noch mehr Infos dazu, wie er es anstellt, dass er nur USD 102 pro Monat ausgibt?

  12. Wolle Schmidt

    Ich habe 40 Milliarden Simbabwe-Dollar und lebe von weniger als 1500 € pro Monat.  Huldigt mir. 🙂

  13. Daniel (Fächerstadt)

    Ich denke ihr solltet das nicht zu wörtlich nehmen, ich gehe davon aus, dass er zeigen wollte wie genügsam er in Hongkong leben kann. Also eher eine Art Taschengeld. Natürlich wohnt er in einer eigenen Immobilie, die in HK gleich mal einen Millionenbetrag wert ist.

    zudem bekommt man als Schauspieler so gut wie alles bezahlt (Events, Essen am Set, Kleidung, Hotels am Set, Flüge etc. ) da er ständig dreht wird er sich nicht so oft in Hk aufhalten.

  14. Thorsten

    Essen hat er irgendwo umsonst oder nicht eingepreist, er wird ja nicht nur Reis essen. Gemüse kostet was und Wasser müßte er in Hongkong auch kaufen. Es geht sicher um Taschengeld, dass er außer der Reihe ausgibt – nach den regulären Lebenshaltungskosten

  15. -M

    @Albr

    Darf man fragen wie lange du schon investierst? Wenn du von Depot vererben sprichst dann bist du wahrscheinlich auch ein B&H Investor.

    Mit welchen Werten hast du dir die finanzielle Freiheit erarbeitet?

    -klassische Value dividendenaristokraten?

    -Tech / growth Werte?

    – Mix ?

    Wäre schön da ein paar Einblicke von Dir zu bekommen.

    (Hatte das im letzten Beitrag schon gefragt, aber da schaut man ja nicht mehr groß rein wenn es einen neuen von Tim gibt) 🙂

     

    -M

  16. Jens

    Mein Smartphone ist nun sieben Jahre alt und nervt ganz schön, weil es zu langsam ist, um mit den ständig aktualiserten und weiter aufgeblähten Applikationen klarzukommen. Ich kauf aber trotzdem kein neues, ist mir aktuell nicht wichtig genug. Außerdem will ich wissen, wie lange es noch durchhält. 😀

  17. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Jan

    „es ist der Kick des „Habens“ (…) der Kick ist eine Belohnung in Form von Glückshormonen der Hirnanhangdrüse. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Manche hier im Blog haben das auch beim Kauf von Aktien“

    Da hast du mich sehr gut beschrieben 😉 . Mir hat das Sparen und (Geldmünzen-) Sammeln schon immer Freude bereitet. Heute ist es das Investieren in Aktien.

    Wahrscheinlich kommt da ein Bedürfnis nach Sicherheit zu Tage. Ich kann auch Verschwendung nicht ausstehen. Das hat eben viel mit den Genen zu tun.

    Ich sehe es daher ähnlich wie du. Wir haben einfach Glück gehabt, auf besondere Art zu ticken. Die Konsum- und Lebemenschen können vielleicht gar nicht so viel dafür, dass sie nicht mit Geld umgehen können.

    Das Aufheben und bei Seite legen bereitet mir Wohlempfinden. Andere müssen ihr Geld sofort in Dinge/Erlebnisse umsetzen, um glücklich zu sein.

    Mein Vermögen in Topunternehmen investiert zu wissen, beruhigt mich ungemein. Volatilität nehme ich nicht als Risiko wahr.

    Dass es heftig rappelte, habe ich erst durch den Blog bemerkt. Nun war ich neugierig und habe mal ins Depot geschaut. Es haben sich so um die 15.000 € Buchwert in Luft aufgelöst.

    Was soll ich sagen? Es läßt mich kalt. Ich bleibe gelassen. Bin eher erfreut, dass die Preise sinken. BASF sammle ich seit 4 Jahren für 60-70€ ein. Werde jetzt wieder zuschlagen.

    In meinem Empfinden kaufe ich mir mit jeder Aktieninvestition einen regelmäßigen Einkommensstrom ein. Herrlich!

    Dann wird mir jetzt auch wieder klar, welchen unglaublichen Vorteil meine Anlagestrategie hat. Ich verkaufe nicht. Und da ich nicht verkaufe, muss ich mir keinerlei Gedanken um Aktienquote, Markttiming und vor allem Verlustängste machen. Mein Vermögen wird auf dem Papier kurzfristig geringer? Mir egal.

    Ich darf günstiger Anteile einsammen? Wunderbar.

    Ich kaufe einfach stur und regelmäßig neue Unternehmensanteile. Ich achte auf günstige Preise und lasse die Werte dann langsam über Jahrzehnte reifen. Welchen aktuellen Wert sie von Jahr zu Jahr haben, spielt keine Rolle, da ich eh nicht verkaufe.

    Die stetig steigenden Gewinne der Unternehmen – die zum Teil an mich ausgeschüttet werden – sind der wahre Wert der Investitionen.

    Fragen wie „welches Upside-Potential sehe ich?“ und „werden die Kurse in 2-5 Jahren höher stehen?“ wie von Gainde machen für mich gar keinen Sinn.

    Erstens kann das NIEMAND wissen. Da wird also nur herumspekuliert. Und zweitens würde das Wissen nichts an meiner Investitionsformel ändern. Ich schaue nicht zwei Jahre, sondern 20 Jahre in die Zukunft. Da werden die Kurse höher stehen, also kann ich jetzt kaufen, um Einnahmen zu generieren.

    Die letzten 12 Jahre ist es mir immer gelungen, einen Titel zu einem guten Preis zu kaufen.

    Wünsche allen einen sonnigen Sonntag 🙂 !

  18. Plutusandme

    Ich denke, die Kernaussage , Konsumschulden sind böse, ist erstmal korrekt.

    Das Zahlenbeispiel zweifel ich ,gerade für Hongkong, auch als geschönt an.

    Ich arbeite im Vertrieb und bekomme duraus eine Woche hin, ohne eigenes Geld auszugeben. Ich lade meine Kunden ein und lebe auf Spesen. Durchaus auch gut bzw. sehr gut.

    Nur so, kann ich mir solch eine geringe Summe für Hong Kong erklären.

    Trotzdem, die Kernaussage bleibt richtig.

    mfg

    Plutusandme

  19. Gainde

    @ Freelancer Sebastian

    Mein Post bezog sich auf das Kaufen von globalen Märkten mittels ETF. Da kann etwas Preissensibilität bzw. Beachtung von Marktzyklen nicht schaden. Bei Einzelaktien ergeben sich natürlich öfter gute Einstiegsgelegenheiten.

    Nehme an, das du auch nicht zu Höchstkursen bei einer Dividendenrendite von weniger als 2% einen Einzelwert kaufen gehst.

  20. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Gainde

    Okay, verstehe.  Dann hast du keine feste Aufteilungsquote und betreibst kein Rebalancing?

    Du nutzt ETFs, um aktiv Marktschwankungen zu antizipieren? Hast du da bestimmte Parameter, um Marktzyklen zu bestimmen?

  21. David

    @Freelancer Sebastian:
    Ich habe um die TCHF 22 an Buchwert „verloren“. Allerdings muss ich eingestehen, dass ich bzgl. Mindset noch nicht so weit bin, dass ich mich darüber freuen kann. Das Wichtigste für mich ist aber die Tatsache, dass ich a) deshalb nicht schlecht gelaunt bin und b) nicht in Versuchung komme im blödesten Moment zu verkaufen. Da mir diese beiden Punkte bereits sehr gut gelingen, mache ich mir um den erstgenannten Punkt nicht allzu viele Sorgen… irgendwann freue auch ich mich. 🙂 Was mich noch interessieren würde: Wie berechnest du den inneren Wert einer Aktie oder anders gefragt welchen Methoden bedienst du dich?

    Übrigens: Dank nochmals für deine Buchempfehlungen, ich habe mir in der Zwischenzeit beide Bücher gekauft: „Die Kunst des guten Lebens: 52 überraschende Wege zum Glück“ von Rolf Dobeli war zwar gut, die Bücher „Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“ und „Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen“ von ihm haben mir aber ehrlich gesagt etwas besser gefallen, da ich dort mehr „mitnehmen“ konnte. Dafür bin ich ganz angetan vom Buch „Die Essays von Warren Buffett: Die wichtigsten Lektionen für Investoren und Unternehmer“, denn es ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack. 😉

  22. Gainde

    @ Frelancer Sebastian

    Doch, doch. Betreibe Rebalancing (70% Aktien, 30% Cash). Da ich eine grössere Summe investieren möchte, war ich jedoch nicht bereit, bei einer Dividendenrendite unter 2% einzusteigen (70% Aktienanteil). Bei ETF kann man wie bei Aktien auch seine „Kursziele“ bzw. für mich relevante „Dividendenrendite“ definieren.

  23. Andreas

    102 USD kann nicht sein. Eher eine null mehr ranhängen, dann passt es für Hong Kong. Und ein altes Nokia? Dann frage ich mich wie der Typ in Hong Kong bezahlt hat. Wird ja kaum noch Bargeld genommen. Und Ali Pay geht nur auf Smartphone. Selbst wenn er 1000 USD ausgeben würde, würde er noch sparsam leben. Und das währe dann realistisch für diese Stadt.

  24. Albr

    @-M

     

    eine kurze Übersicht:

    1. ich bin extrem B&Hler, ich verkaufe extrem selten

    2. meine ersten Aktien habe ich um 1985/1986 gekauft (BASF und Bayer) und natürlich nie wieder verkauft, wegen diverser Aktiensplits habe ich mittlerweile von BASF mehrere tausend Aktien (Kauf liegt unter 5€/Aktie)

    3. ich mag Rückversicherer, daher MüRü, Han.Rü. und andere sehr ordentlich im Depot vertreten, zur Cash Generierung, ebenfalls seit sehr vielen Jahren im Depot

    4. kein/kaum Cash, Geld muss arbeiten

    5. in meinem Depot sind etwa 80 unterschiedliche Titel

    6. keine ETF´s, lieber gleich den Indexanbieter SPGI und MSCI im Depot oder auch BLK

    7. ich mag Aktienrückkäufe

    8. Dividendenrendite spielt beim Aktienkauf keine Rolle (eher geringe Rendite, die aber kontinuierlich steigt), ich habe auch Berkshire, Paypal u.v.m. die (noch) keine Dividende zahlen, oder V bzw. MA im Depot, die erst seit kurzem zahlen

    9. ich habe Anleihen im Depot, die ordentlich Cash generieren

    10. ich bin kein Trader, das kann ich nicht und werde es auch nicht mehr erlernen

    11. es kann – wie zuletzt 2009 – vorkommen, dass ich einen Wertpapierkredit aufnehme, zum Kauf von „ausgebombten“ Aktien

    12. Ich achte sehr stark auf niedrige Gebühren beim Kauf von Aktien, ich habe spezielle Vereinbarungen mit Banken bzgl. niedriger Gebühren, da verhandele ich explizit

    13. i.d.R. Kauf von „Blue Chips“, es kommt aber auch vor, dass ich Aktien kaufe, bei denen ich mit Übernahmen rechne (z.B. SQ oder COL), aber eher Ausnahmen

    14. Keine Banken, lieber PayPal, V, MA, SQ, BLK etc…

    15. Ich mag Spin Off´s, zuletzt z.B. HON, demnächst DWDP (3 SpinOff´s) daher auch mehr als 80 unterschiedliche Aktien

    16. Ziel ist es, das Depot zu vererben (Ehefrau bzw. Kinder)

  25. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ David

    Freut mich, dass dir die Bücher zusagen.

    Den inneren Wert bestimme ich gar nicht. Dazu bin ich einfach nicht fähig. Und meine auch, dass das nicht notwenig ist, um über Dekaden ein Vermögen mit Aktien aufzubauen.

    Ich schaue nach Unternehmen, die mir zusagen (starke Marke, „ordentliche Bilanz“, bzw. Fundamentaldaten) und kaufe diese dann, wenn sie im Preis (KGV) schön zurückkommen. BASF 30% vom Hoch entfernt? KGV von 11, DivRendite 4,5%? Nehme ich!

    „Freuen“ ist übrigens der falsche Begriff. Das wäre vermessen. Natürlich regt sich da das „Echsenhirn“. Ich bin mental aber so gestärkt, dass ich gut damit leben kann und eher die Chancen sehe, die sich aus einem Rückgang ergeben.

    Das gehört nun mal zum „Spiel“ dazu. Zumal viele Titel trotzdem höher stehen, als im Januar.

  26. Gainde

    @ Albr

    Sehr interessant. Dividendenstrategie ist bei Einzelaktien eine gute Lösung. Da fast kein Cash, sondern nur Anleihen hast, wieviel machen diese an deinem Gesamtdepot aus?

  27. David

    @Freelancer Sebastian:

    Danke für die Ausführungen. Naja, wahrscheinlich hast du dich beim „Freuen“ an Warren Buffett angelehnt: Ihm kaufe ich es jedenfalls gleich ab, wenn er sagt, dass er sich bei fallenden Kursen freut, weil sich wohl keiner so sicher ist wie er, was den wahren Unternehmenswert betrifft… 😉

  28. -M

    @Albr

    Vielen Dank für den ausführlichen einblick in dein Depot.

    Ich denke sehr sehr ähnlich und finde mich in sehr vielen deiner aufgezählten Punkte selbst wieder. (B&H extrem, Rückkäufe!!!! , finanzwerte, blue Chips, evtl Aufnahme von FK wenn es richtig knallt uvm. )

    Hattest du „große“ Investitionssummen durch großes Gehalt oder bist du mit kontinuierlichen Investitionen „normalogehalt“ und dekaden B&H zum Ziel gekommen ?

    Grüße

    -M

  29. KievKiev

    @ Albr

    Du hast eine sehr interessante Herangehensweise. Kannst Du mir Punkt 3 etwas näher beschreiben? Rückversicherer gefallen mir sehr gut, da sie ohne großen Aufwand Geld erwirtschaften können und entsprechend Gewinn haben. Wie hast die die Positionen eingekauft? Gab es größere Versicherungsfälle bei denen die Kurse stark nachgaben? Hast Du dann direkt bei der betroffenen Versicherung eingekauft, oder eher bei anderen die unbegründet mit gefallen sind?

    Der Punkt 11 ist ein wenig delikat und ist absolut nicht zu empfehlen. Kannst Du mir trotzdem sagen, ab welchem Zeitpunkt Du den Kredit aufgenommen hast und wie Du in den Markt gegangen bist? Den Tiefpunkt erwischt man natürlich nicht. Gab es einfach immer mehr Deiner begehrten Aktien zu günstigen Preisen, dass Du irgendwann die Preise unbedingt fest fixiert mitnehmen wolltest? Wie hoch war der Kredit angesetzt (nur Zeitrahmen)? In welchem Zeitraum wolltest Du ihn zurück bezahlen? Wie wolltest Du ihn zurück bezahlen? Aus den allgemeinen monatlichen Sparsummen abgeleitet? Ich bin eher in Immobilien investiert und eine Korretur oder Crash könnte auftreten bevor ich einen wesentlich größeren freien Cashflow habe. Diese Lücke würde ich dann auch gerne überbrücken können.

    @ Gainde

    Falls Du nur in ETFs investieren willst. Emerging Markets steht doch schon eine Zeit unter Druck aufgrund des Handelskrieges usw. Kaufst Du hier schon ein paar Tranchen?

    @ David

    Vermutlich freuen sich neben Buffet einige hier im Forum über fallende Preise. Warum auch nicht? Falls Du Aktien in Tranchen kaufst und eher auf die Rendite als auf die Buchwert der Aktie schielst ist eine Korrektur von einer Aktie oder mehreren sehr gut. Hast Du als Beispiel wie Freelancer Sebastian BASF im Depot und bekommst 3,5% Dividenden dafür ist es doch wunderbar wenn der Kurs sich abwärts bewegt, so dass Du nachkaufen kannst mit 4,5% Dividende. Voraussetzung natürlich, dass es keinen schwerwiegenden Grund dafür gibt. Du musst nicht den perfekten inneren Wert kennen. Wenn Du eine Watchlist mit z.B. 50 Unternehmen hast ist es immer sehr gut wenn eins zu einem potentiellen Kaufzeitpunkt möglichst unbegründet sehr günstig ist. An Deiner Einstellung zu dem Unternehmen hat sich ja nichts geändert.

    Ich habe die Schwäche genutzt und bei der Bank OZK und OMI neue Optionen geschrieben. GIS ist mir Freitags bereits davon gelaufen. Ich werde auch noch Emerging Markets ETF nachkaufen und ich habe aktuell noch ein paar Aktien, die ich mir anschaue. Berkshire, Tencent und BABA sind leider schon längst wieder gestiegen. Sonst hätte ich hier auch noch in den neuen Depots kleine Positionen gekauft. Mo, PM handel ich eh schon länger. Hier habe ich manche Short Puts glatt gestellt, da sie schön gestiegen sind. Ich habe als es bergab ging Short Calls eröffnet und diese auch mittlerweile gewinnbringend glatt gestellt. Das ist alles nicht zu empfehlen, aber ich hatte ein paar Short Puts zu viel für mein Konto. Da werde ich in Zukunft weniger schreiben.

  30. David

    @Kiev:

    Es ist schön, dass du mir versuchst den Unterschied zwischen dem Wert und dem Preis (= Kurs) einer Aktie zu erklären… aber ich habe mich in der Zwischenzeit genug eingelesen um zu wissen: „Price is what you pay. Value is what you get.“ Ich glaube auch, du hast mich ein wenig missverstanden, auch was das „sich drüber freuen“ betrifft. Damit wollte ich lediglich zum Ausdruck bringen, dass es in der Praxis nicht gleich einfach ist wie in der Theorie (denn sonst würden es ja alle tun!?). Aber eben, bislang ist es mir ziemlich gut gelungen (einfach ohne Freudensprung!), was mich auch optimistisch stimmt, wenn es einmal ordentlich bergab gehen sollte… dennoch danke für deinen Input. 😉

  31. Gainde

    @ Kiev

    Ich bin nur in den Vanguard FTSE All-World ETF investiert, da Rebalancing innert RK3 auch Kosten verursacht.

    Denke, dass die EM noch viel weiter fallen können als zurzeit, wenn auch der US-Markt fällt. EM sind in RK3 ja noch mit mehr Risiko/Volatilität behaftet.

  32. KievKiev

    @ David

    Ich wollte Dich überzeugen, dass auch Kursrückgänge auf eigene Aktien Freude beim Nachkauf auslösen können. Ich betrachte lediglich die Dividenden. Der Kurs interessiert mich nicht sonderlich. Ich gehe einfach davon aus, dass die Dividenden sich angemessen entwickeln. Wenn der Kurs sinkt steigt die Dividende.

    Ich hatte bereits OZK vor dem Kursrücksetzer. Den Kursrückgang habe ich genutzt weitere Verkaufsoptionen zu schreiben. Ich würde somit noch einmal 100 Stk nehmen. Es ist mir natürlich auch lieber wenn andere Aktien auf meiner Watchlist fallen als die eigenen. Ich bekomme eine gute Prämie in jedem Fall und habe dann 200 Stk wenn sie weiter fallen oder auch nicht und habe in jedem Fall meinen Einstandskurs verringert. Meine Einstellung hat sich nicht zu der Aktie verändert. Ich muss aber auch nicht mehr Stück haben, da ich lieber erst einmal breiter investieren möchte.

    Aktuell möchte ich aber in eine kanadische Bank investieren und zeitnah 100 CAD an Dividenden pro Monat erzielen. Dafür brauche ich noch ein paar solide kanadische Renditebringer. Ich habe auch Optionen auf BASF. Für 4.6% Rendite bekomme ich sie. Das fände ich wieder in jedem Fall sehr gut.

  33. KievKiev

    @ Gainde

    Ich wünsche Dir Glück den für Dich richtigen Moment zu finden. Mein Emerging Marktes ETF ist aktuell im Minus. Mein AllWorld um 0. Ich bespare ihn ungefähr ein Jahr. Ich oute mich als MarketTimer und kaufe entsprechend nach. Geld ist aktuell vorhanden und neues Pulver steht in der Pipeline. Wenn der Emerging Marktes ETF irgendwann noch einmal stark anzieht bin ich von Anfang an dabei. Wenn er korrigiert ebenfalls. Da kaufe ich dann allerdings nach.

  34. Sparta

    @Albr

    Wie war denn 1985 so die Information über Aktien in Deutschland?

    Waren es da nicht noch eher AG-Angestellte oder Bänker bzw. deren Umfeld die sich damit beschäftigt haben oder verkläre ich da die 80er???

  35. Mr. Pino Cavallo

    102$ pro Tag? Hong Kong ist eine der teuersten Städte der Welt. Für 102$ müsste er dann 3 Mal am Tag weißen Reis zu sich nehmen. Ob das gesund ist, wage ich in Frage zu stellen.

  36. Albr

    @Sparta

    ja so sieht es aus… aber bei der Volksbank vor Ort konnte man schon ein Depot eröffnen, man musste für Orders anrufen, Informationen aus der Zeitung und mittags um 14 Uhr Radio… eigentlich spannende Zeit, Investmentuniversum sehr eingeschränkt, im Prinzip konnte man nur deutsche und vlt. wenige europäische Aktien kaufen

    B&H war normal, da viel zu teuer zum verkaufen…

     

  37. Sparta

    @Albr

    Schon interessant wie sich die Informationsbeschaffung verändert hat. Ich vermute auch, dass die Zinsen bzw. Anleihen früher eine grössere Alternative für viele im Gegensatz zu Aktien waren.

    Erinnere mich noch, wie ich mich als Greenhorn mit einem erfahrenerem, englischen Arbeitskollegen unterhalten habe. Dieser hatte monatlich 1k für 8%ige englische Staatsanleihen und seiner Rente angelegt.

    Die 4,5 % Dividende von BASF sind da in einem solchen Kontext nicht ganz so attraktiv… also wenn man sich nur auf die Dividende konzentriert. Heute sieht es wieder anders aus.

    Die Unterscheidung nominal/real mal aussen vor gelassen.

    Gibt es noch so auslaufende hochprozentige AAA Anleihen?

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