Frank (53) hat 860.000 Euro. Er ist finanziell frei. Er ist ein Rebell

Frank, 53, ist finanziell frei. Er hat eine gute halbe Million Euro in Aktien investiert. Das bringt ihm 15.000 Euro Dividenden im Jahr. Er hat 360.000 Euro Bargeld. Hier ist er sich nicht sicher, was er damit machen soll. Er ist eine ängstliche Person. Daher scheut er sich, das Geld an der Börse zu investieren.

“Finanzielle Unabhängigkeit – und dann?”, das frage ich mich. Mein Name ist Frank, bin jetzt 53 und lebe seit vielen Jahren in einer Stadt am Rhein. Seit gut eineinhalb Jahren bin ich ohne Arbeit unterwegs und verlasse mich aktuell auf gut 860.000 Euro Nettovermögen. Also Vermögen abzüglich Verbindlichkeiten.

Sicherlich nicht der große Wurf, aber aufgrund meiner Biografie, kann ich damit zufrieden sein. Ich habe nichts geerbt, nichts erheiratet und nicht im Lotto gewonnen. Meinen kleinen Wohlstand habe ich mir in rund 15 Jahren erarbeitet. Oder besser gesagt: eisern erspart. Denen, die sich auch auf diesen Weg begeben möchten, will ich einige Erfahrungen weitergeben und vielleicht auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen verdeutlichen.

Aufgewachsen bin ich in einem behüteten Elternhaus in Köln, wo ich 1985 das Abitur machte. Drei Dinge waren mir in der Schulzeit klar geworden.

  • Ich neigte dazu Autoritäten zu hinterfragen und auf Konfrontation zu gehen. Keine gute Voraussetzung für eine berufliche Karriere in Deutschland.
  • Ich sah mich nur schwerlich in bildungsbürgerlichen Strukturen wieder, also irgendwie war ich anders, wie meine Mitschüler/innen. Ich hatte keinen richtigen Plan vom Leben.
  • Ich wies nie den Durchhaltewillen auf, den die Motivierten an den Tag legen. Dies ist leider bis heute so geblieben.

Aufgrund dieser drei Faktoren, hatte sich bei mir frühzeitig eine gewisse existentielle Angst herausgebildet. Eine Angst, abzusteigen und den Boden unter den Füßen zu verlieren, wenn es mir nicht gelingen würde eine sichere Basis für mein Leben aufzubauen. Die Angst führte dazu, dass ich mein Geld schon in frühen Jahren festhielt und so gut wie nichts konsumierte. Es war anfänglich reines Angstsparen. Es war der Wunsch nach einer Unabhängigkeit von den beruflichen Hierarchien, die in der Ferne auf mich warteten.

So gelang es mir, von meinem Taschengeld bis zum Abitur 13.000 DM zu sparen. Nach der Bundeswehrzeit 1987 in München, in diese stolperte ich hinein, da ich nicht wusste, was ich nach der Schule machen sollte, war meine Sparsumme auf rund 40.000 DM angewachsen. Dies trotz der vielen Verlockungen, die München schon damals bot.

Pfennigfuchser: Kostenlos in der Kaserne, sehr günstige Verpflegung

Ich nutzte die kostenlose Unterbringung in der Kaserne und die sehr günstige Verpflegung. Abends trank ich mit anderen „Sparfüchsen“ mein Bier in der Kaserne, während die Lebemänner nach Schwabing pilgerten, und die 315 DM Wehrsold ausgaben. Vom Aktiensparen war ich damals sehr weit entfernt. Mein Elternhaus war auf die klassischen Formen des Sparens ausgerichtet, also Sparbuch, Bausparvertrag und eine Notreserve für Anschaffungen.

Es gab auch kein Internet, kein n-tv/CNBC oder der Zugang zu Börsenzeitungen, die einem diesen Weg hätten öffnen können. Die Situation der Informationsbeschaffung ist heute dagegen als paradiesisch zu bezeichnen. Nach der Bundeswehr begann ich 1987 mein Studium in Köln, absolvierte danach meine Referendarzeit und stieg im Jahr 1997 mit erst 32 Jahren in das Berufsleben ein. Während dem Studium und meiner Referendarzeit lebte ich wieder bei meinen Eltern und konnte meine gesparten Gelder dadurch nochmals steigern. Meine Kommilitonen und meine Referndarskollegen/kolleginnen mieteten sich Apartments oder zogen in Wohngemeinschaften und mussten damals schon zwischen 350 bis 500 DM Miete pro Monat zahlen. Auch machte ich in den Semesterferien keine Urlaube, sondern genoss die freie Zeit am Rhein und im Umland.

Während des Studiums lebte ich im Elternhaus

Ich gehe jetzt schon davon aus, dass einige bei der Vorstellung darüber im Studium noch zu Hause leben zu müssen, hier den Kopf schütteln werden. Das ist sicherlich ungewöhnlich. Ich sah aber den wachsenden Geldbetrag auf meinen Konto und das motivierte mich sehr. Mein Trick, mich zum Sparen zu motivieren, war schon damals immer auszurechnen, wie lange ich von meinen Ersparnissen leben könnte, ohne zu arbeiten. Um so länger diese Zeitspanne wurde, um so engagierter sparte ich. Das ist, glaube ich, das Ziel von allen, die sparen, um die finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen: Ein freier Mensch zu sein.

Das war meine erste Aktie. Ich besaß 500 Stück. Der Versorger und Bergbauer ging im Jahr 2000 in die heutige Eon über.

1995 investierte ich dann erstmals in Aktien. Ich kaufte damals je 500 Aktien von Veba, heute EON und Bayer. Seitdem lies mich die Börse nicht mehr los, obwohl ich mit diesen ersten beiden Investments so gut wie alles falsch machte, was man falsch machen kann. Mich faszinierte aber die Beteiligung an einem Unternehmen, nein an meinen Unternehmen. Ich
freue mich bis heute diebisch auf die Dividenden, die eingehen. Ja, auch ich sehe ein Aktieninvestment als Eigentümerschaft und nicht nur als Geldanlage.

Kein Auto, keine Cocktails, wenig Kleidung

1997 stieg ich dann in das Berufsleben ein. Mein gespartes Geld war auf rund 300.000 DM angewachsen. Ich gönnte mir wenig Kleidung, kein Auto und auch ging ich keine Cocktails trinken. Für das „normale“ Arbeiten (Industrie, Wirtschaft, Behörde) war ich von meiner Weltanschauung nicht geeignet, da ich das harte Arbeiten, körperlich oder am Schreibtisch, rein psychisch auf Dauer nicht ausüben konnte.

Ich wusste, dass zwischen meiner Persönlichkeit und der darauf beruhenden Beschäftigung es ein schmaler Grad zur Kündigung bzw. Arbeitslosigkeit war. So ging ich dahin, wo man mit weniger Arbeit, viel Kontakt zu Menschen und relativ freier Entfaltung etwas bewegen kann. Zu Verbänden respektive Non-Profit-Organization.

Ich arbeitete im Zeitraum von 1997 bis 2017 in Anstellung 15 Jahre. Und wie oben erwähnt war aufgrund meiner Aufmüpfigkeit meine Haltbarkeitsdauer pro Arbeitgeber immer rund fünf Jahre, bis mich die Kündigung erreichte. Es war wie mit einem nicht passenden Schuh: Man geht und irgendwann stellt man fest, dass er drückt. So waren die Vorsitzenden der Verbände irgendwann in meinem Visier. Ich „schoss“ verbal gegen sie. Natürlich kann man einen solchen Kampf nicht gewinnen, aber meine Ersparnisse ermöglichten mir, aufzustehen und den Mund aufzumachen.

Ich ging diesen Weg also ganz bewusst und fühlte mich richtig mutig, da alle anderen sich klein machten bzw. aufgrund ihrer finanziellen Verpflichtungen klein machen mussten. Ich würde mein Verhalten aber grundsätzlich nicht als nachahmenswert empfehlen.

Mit Familie und einer finanziellen Verpflichtung wie z.B. einem Immobilienkauf kann dies in die persönliche Katastrophe führen. Auch ein Arbeitsplatzwechsel sollte immer gut überlegt werden. Daraus kann ich heute folgendes Fazit ziehen: Es ist elementar und entscheidet über den beruflichen und damit finanziellen Erfolg, dass man sich klar wird, wo man im Leben hin will und sich einen detaillierten Plan macht, wie man dann dort hinkommt. Die Fokussierung und die Motivation sowie die Zeitersparnis, die man dadurch erreicht, sind fast wie der Zinseszins bei der Geldanlage. Mir ist dies leider nie gelungen.

Seit Ende 2017 arbeite ich nicht mehr

Wie gesagt, seit Ende 2017 arbeite ich nicht mehr und muss sagen: Das tolle Leben ist das auch nicht immer. Man muss schon in der Lage sein, seinem Leben einen tiefer gehenden Sinn zu geben. Interessant ist, dass die Freundschaften weniger werden. Und zwar mit denen, die noch arbeiten müssen. Sie können sich nicht vorstellen, dass jemand sagt, ich mache nichts mehr. Man hat sich auch nicht mehr so viel zu sagen, da das Hauptthema ja in der Regel die Herausforderungen im Beruf sind. Man ist doch stark durch das Umfeld geprägt und durch seine eigene Sozialisation. So muss ich mir immer wieder klar machen, dass ich eigentlich mit meinem Geld zurecht kommen müsste. Ich hoffe, ich kriege diese Situation in den Griff und finde einen Plan für meinen „Vorruhestand“. Dies ist meine große Herausforderung.

500.000 Euro in Aktien, Nettodividende 15.000 Euro

Ich habe gut 500.000 Euro in Aktien investiert. Meine Nettodividende in 2018 belief sich auf
15.000 Euro. 25 verschieden Unternehmen habe ich. Meine fünf größten Positionen sind
Deutsche Beteiligungs AG, Weir Group PLC, Opap, Novo Nordisk und 1&1 Drillisch.

Ansonsten habe ich überwiegend amerikanische und einige europäische Werte.
Nach fast 25 Jahren an der Börse kann ich subjektiv das Fazit ziehen: Es war immer von
Nachteil auf bessere Zeiten zum Einstieg in den Aktienmarkt zu warten. Ich hätte viel mehr
„verdienen“ können, wenn ich mein Geld immer sofort investiert hätte. Auch habe ich im
Nachhinein immer ein schlechtes Geschäft gemacht, wenn ich Werte früh verkauft habe, um
Gewinne zu realisieren. Es wäre besser gewesen nicht zu verkaufen. Und ganz wichtig: Ich
habe die Stärke der Menschen und Unternehmen in den USA zu spät erkannt. Die großen
Krisen an der Börse habe ich immer ausgesessen, auch wenn es brutal schwer war.

2009 habe ich frühzeitig investiert und ganz gut verdient. Das sicherste Gefühl hatte ich immer bei meinen amerikanischen, norwegischen und schweizerischen Aktien.

Die Diskussionen in Deutschland verfolge ich kritisch. Man nimmt denen zu viel, die arbeiten. Die Steuerlast für Singles ist nach Belgien die zweithöchste weltweit. Da ist es verdammt schwer Vermögen zu bilden, insbesondere auch bei den hohen Mietpreisen in den Ballungszentren.

Ich habe 360.000 Euro Bargeld. Was würdest du damit machen?

Neben den gut 500.000 Euro in Aktien, das geht natürlich hoch und runter, habe ich noch 360.000 Euro Bargeld auf meinem Depot. Hier kommt wieder meine Angst und Unsicherheit zum Tragen. Meine Rechnung ist, dass ich damit 15 Jahre, bis zur Rente, jeden Monat 2.000 Euro zur Verfügung hätte. Das gibt mir ein sicheres Gefühl, ist natürlich aber ökonomisch unsinnig, da die Inflation wie ein Schleifstein meine Gelder auffrisst. Aber jeder steckt in seiner Haut. Es ist schwer da herauszukommen.

Aber wie würdet Ihr reagieren? Auch diese Gelder noch investieren und sich ganz auf die
Dividendenzahlungen verlassen? Ich bin für eure Meinungen sehr dankbar.

Selbst bei den 2.000 Euro, die ich monatlich zur Verfügung habe, gelingt es mir noch zu sparen. So habe ich den Betrag auf den Tag und die Stunde heruntergebrochen. Also was kann ich am Tag und in der Stunde ausgeben, um im Monat nicht über die 2.000,- Euro zu kommen.

Wenn ich morgens gegen 8 Uhr aufstehe, kann ich mir somit sagen, dass ich schon rund 12 Euro verdient habe. Eine einmal angeeignete Spardisziplin bleibt anscheinend ein Leben lang erhalten.

Wer bis hierhin gelesen hat, dem Danke ich und wünsche ihm viel Erfolg auf seinem persönlichen Weg. Ich möchte euch eigentlich damit Mut machen, denn wenn es so eine merkwürdige Persönlichkeit wie ich schaffe, mit dieser geringen Lebensarbeitszeit, mit den Problemen mit anderen Menschen, dann solltet ihr es erst recht schaffen. Übrigens: Ich fahre einen 19 Jahre alten Ford.

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Ralf
3 Jahre zuvor

“Wie gesagt, seit Ende 2017 arbeite ich nicht mehr und muss sagen: Das tolle Leben ist das auch nicht immer. Man muss schon in der Lage sein, seinem Leben einen tiefer gehenden Sinn zu geben. Interessant ist, dass die Freundschaften weniger werden.”
Familienplanung? War das mal ein Thema? Ich sehe hier einen hohen Preis der bezahlt wurde für dieses Leben. Er wirkt nicht so glücklich auf mich, eher bedrückt.

Olly Wood
3 Jahre zuvor

Hallo Frank,
schöner Leserbrief !
Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du, wenn auch ein paar Jahre jünger. Auch ich hielt lange größere Mengen an Cash für „die Jahre die da kommen“ 😉 Ich habe aber angefangen die Position in den letzten Jahren etwas ab zu bauen und (bei guter Gelegenheit) zu investieren. Für das Leben in der Zukunft halte ich eine Vorrat von ca. 2 Jahre Kapitalbedarf. Das sollte aus meiner Sicht reichen. Sollte die Demarkationslinie unterschritten werden habe ich genug Zeit (in Jahren) mir etwas zu überlegen zB. verkauf von Aktien bei guter Gelegenheit etc. Da ich auch Immobilien besitze habe ich hierfür ebenso einen Vorrat Bargeld von ca. 1 Jahresmiete pro Objekt für Mietausfälle, Kapitaldienst, evtl. Reparaturen etc. So fahre ich recht gut und fühle mich auch sicher, was ein wesentlicher Punkt ist.
Grüsse Olly
 

3 Jahre zuvor

Vielen Dank für den tollen Beitrag! Das macht doch definitiv Mut weiter zu machen!
Ich bin auch der Meinung, dass ein wenig Frugalismus nicht schaden kann. Mittlerweile ist das Sparen und investieren eines meiner liebsten Hobbies geworden.
Mit aktuell 34 Jahren bin ich noch Meilenweit von Frank weg, doch der Beitrag zeigt mir, dass man es dennoch problemlos schaffen kann.
Viele Grüße
derHamster

Martin
3 Jahre zuvor

Sehr guter Beitrag mit einem nicht alltäglichen Menschen, der sicherlich etwas anders ist, wie der Durchschnittsmensch. Insbesondere auch die fünf größten Positionen sind nicht die Regel. Opap habe ich geschaut ist ein griechischer Wettanbieter. Schade dass Frank nicht genauer seine Investitionsstrategie und seine weiteren Aktienpositionen erläutert hat. Vielleicht kann man noch einmal nachlegen. Köstlich finde ich sein rebellisches Wesen und sein Aufbegehren. Ich musste bei der Vorstellung seiner Kritik an seinen Chefs richtig lachen. 

lol
3 Jahre zuvor

 ..Geld ist natürlich auch nicht alles im Leben !! Diese  Extremsparmodelle möchte aber auch nicht jeder praktizieren, dass nicht heißen soll, gleich im Konsumrausch zu leben !! Diese Ergebnisse sind ein Resultat enormer Disziplin, einer Lebenseinstellung, die natürlich jeder Norm eines “Normalsterblichen” nicht widerspiegeln !!

JayT
3 Jahre zuvor

Super Beitrag, Danke dafür!
 
Ich würde dir empfehlen noch etwas zu diversifizieren zumindest 10-20k in P2P Kredite und zb. Bitcoin.
 
Lg

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

@Frank
Ein echt toller Leserbrief, Hut ab vor dem Erreichten! So eine Geschichte finde ich 100x wertvoller als die Geschichten von Leuten denen praktisch Alles zugeflogen kommt und die dann prahlen. 
@Ralf,
kannst Du Dir mit Deinem Nörglerhirn auch mal vorstellen dass es Menschen gibt die bewusst auf Kinder verzichten, oder es gibt sogar Leute die keine Kinder bekommen können, meinst Du die sind Alle todunglücklich? Eine Kollegin von mir macht gerade eine richtige Kampfscheidung durch, der Sohn lebt weiter beim Vater und hält zu dem, die hat ihr Ein und Alles längst verloren. Kinder sind keine Garantie.
Es gibt auch Ehen die nach Abschluss vom Eigenheimbau geschieden werden, auch hier hab ich 2 Beispiele im Bekanntenkreis, allerdings keine Kampfscheidungen.
@All,
meine Alcon-Spinoff Dinger hab ich gestern Abend noch mit gutem Gewinn verkauft, ich wollte sie ja nicht haben. Selbst wenn sie morgen 10% steigen würden wäre es mir egal, aber meine armen Novartis Aktien haben arg gelitten. Zukaufen werde ich da im Moment nicht. 
Was haben Diejenigen die Novartis Aktien hatten eigentlich gemacht?
 
 

chn
3 Jahre zuvor

Interessant, dass die Freundschaften weniger werden, weil man sich nicht mehr so viel zu sagen hat und das Hauptthema der Beruf ist. Ich bin jünger als er und mir ist das auch aufgefallen, habe es aber immer darauf zurückgeführt, dass die meisten halt noch nicht so lange im Berufsleben sind. Ich rede aber nicht gerne über den Beruf. Mich langweilt das und höre da meistens nur zu. Ich finde persönliche Projekte viel spannender. Da halte ich es wie die Queen. Die fragt nicht “What do you do for a living?”, sondern “What’s your current project?” 🙂
Aber der Frank wird doch hoffentlich nicht einfach nur nichts machen, oder? Da hat er doch bestimmt was zu erzählen.

A.
3 Jahre zuvor

@Frank
evtl. kannst du bei deinen Aktien etwas umschichten. 15.000 Euro auf fast ne halbe Million ist nicht allzuviel Dividende (3%). evtl. den ein oder anderen REIT bspw. Kommt aber dann auch auf die Gebühren als die du zahlen musst für die Umschichtung. Musst halt rechnen. 360.000 in bar ist eine Hausnummer als Single.
Evtl. kaufst du noch eine Immobilie zum vermieten. Irgendwie den Cashflow erhöhen halt. Kannst ja mal überlegen.
Interessant das du dich selbst früh so erkannt hast wie du bist. Bin auch rebelisch veranlagt. Hatte auch das ein oder andere mal Stress deswegen bei der Arbeit. 
 
GrußA.
 
 

Ralf
3 Jahre zuvor

@Fit und Gesund: Er spricht ja selbst eine Warnung aus und empfiehlt eine Nachahmung eher weniger:
…”Ich würde mein Verhalten aber grundsätzlich nicht als nachahmenswert empfehlen…..Mit Familie und einer finanziellen Verpflichtung wie z.B. einem Immobilienkauf kann dies in die persönliche Katastrophe führen….”
Insofern zwar ein durchaus interessanter Bericht, aber eher für Sonderlinge interessant. Offenbar wurde ihm im Laufe der Zeit bewusst, dass alles seinen Preis hat, dabei geht es gar nicht so sehr nur um das Thema Kinder.

3 Jahre zuvor

Schöner Beitrag – offen und ehrlich.
Auf materieller Ebene würde ich persönlich schon etwas ändern. 25 Aktien ist jetzt nicht so eine große Diversifikation. Wenn man zumindest einen Teil in ETFs auf breite Indexe (MSCI World + EM , FTSE All-World) oder Dividenden-ETFs (z.B. US Dividend Aristocrats, FTSE ALL-Word High Yield) umschichten kann, vermindert das die Gefahr eines Totalverlustes. Das ist natürlich auch eine Frage der Steuern. Alternativ kann man auch in ausschüttende Anleihen-ETFs- investieren.
Index-ETFs haben gegenüber Einzelaktien einfach den Vorteil, dass eine Totalpleite ziemlich unwahrscheinlich ist. Ein breit gestreutes Portfolio aus Indexfonds geht mal eine Weile in den Keller, bleibt dort aber nicht ewig. Wenn genug Cash vorhanden ist, um 2-3 Jahre Börsenflaute durchzustehen, sollte das doch mehr als reichen.
Der höhere Cashflow durch die zusätzlichen Investitionen erlaubt dann ja auch, neue Rücklagen aufzubauen.
Auf der nicht-materiellen Ebene würde ich mir dringend eine Beschäftigung suchen. Es muss ja kein bezahlter Job sein. Es ist schon wichtig, dem Leben einen Sinn zu geben. Mit der finanziellen Ausstattung kannst Du Dich ja toll für Dinge einsetzen, die Dir am Herzen liegen. Auch ein neues Studium ist eine Möglichkeit. Neben der Arbeit am materiellen Reichtum sollte man den inneren Reichtum nie vernachlässigen. Der ist auch Arbeit. 😉

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

@Ralf,
er ist durchaus vernünftig, mich störte viel mehr Deine Aussage über den hohen Preis den er für sein Leben ohne Familie zahlt, auf mich wirkt er nicht unglücklich so wie Du das darstellen möchtest, es gibt auch andere Lebensformen als die die Du als richtig und allein glücklichmachend ansiehst. 
Na ja, vermutlich bin ich selber etwas schräg, keine Kinder aber Katzen 🙂 aber mir persönlich ist es sowas von egal was Andere von mir halten, bin gerne Sonderling 🙂

Smyslov
3 Jahre zuvor

Hallo Frank, deine Aktien u. dein Geld, RESPEKT ! Eine tolle Leistung, die es
dir erlaubt, von nun an selbstbestimmt zu leben. Das heißt nicht, nichts zu tun,
sondern das zu tun, was man eben tun will. Glückwunsch. Mit 53 war ich noch
lange nicht so weit. Ich hatte erst mit 60 die Freiheit erlangt. ( Mit Fam. war es
einfach nicht früher drin). Jedoch weiß ich, daß man so mit 50 bzw. 60 J. alles
im Leben etwas genauer hinterfragt, denn man stellt fest, daß nun das Alter
wartet , und man weiß noch nicht so genau , was einem denn so richtig zufrieden
stellt. Jeder muß da seinen eigenen Weg gehen. Bei mir sind es die vielen
Kontakte durch meine Interessen. ( lange Wanderungen, lange Radtouren, noch
einmal eine Sprache erlernen , ehenamtliche Arbeit mit Jugendlichen , usw.)
Soziale Kontakte der verschiedensten Art , am besten über eigene Interessen,
halte ich persönlich für ganz wichtig. Einen Rat für dein Geld will ich dir nicht
geben, du hast es bis jetzt sehr gut gemacht, es wird auch weiter gut sein.
Dein Geld wird dir sicher im Leben reichen, was ich dir wünsche ist vor
allem viel Spaß und eine gute Gesundheit. Gruß.

Hendrik
3 Jahre zuvor

Coole Einstellung. Mir geht es dir ganz ähnlich von der Einstellung und berufstart. Aber bin erst 23 😉 
Zum Thema anlegen. Ich finde 300.000 bisschen zu viel und würde wohl davon gestaffelt die nächsten 5 Jahre jeweils 40.000 investieren in wahlweise ETF oder aktien. Dann hast du immer noch 100.000 und das sollte auch seine sicherheitsgefühl befriedigen – erhöht aber sicherlich deinen Zins. 
 
Schöne Grüße 

Bruno
3 Jahre zuvor

Ich finde es ein toller Leserbrief, ich mag Leute die nicht dem 08/15 Standard entsprechen, sicherlich sind das die meisten Leserbriefe hier, aber der sticht doch noch etwas heraus in Bezug auf Unkonventionalität (das Wort gibt’s anscheinend nicht aber mir kommt kein anderes in Sinn).
@Fit und gesund
Ich habe die Alcon gerne genommen, ich finde die Firma und Produkte interessant, unter dem Strich war doch ein guter Deal mit Novartis, wenn man die 2 Positionen zusammenzählt ist man heute reicher als noch vor paar Tagen, aber ich denke auch nicht so kurzfristig. Ich nehme es einfach als Geschenk, was daraus wird, werden wir sehen.
Zur Frage bezüglich den 360k, ist keine einfache Entscheidung und ich würde auch ungern einen Tipp abgeben, lediglich sollte man sich wohl überlegen, ob es sinnvoll ist, Cash über Jahre zu halten, es verliert ja jeden Tag an Wert. Auf der andern Seite sollte man nichts überstürzen, soo viel verliert es dann auch wieder nicht und man sollte sich gut überlegen, was man mit dem Geld sinnvoller machen kann. 
Wenn man risikoavers und eher ängstlich ist, ist es vermutlich nicht sinnvoll, das Geld weiter in Aktien anzulegen, jetzt wo die Bewertungen doch sehr hoch sind. Vielleicht könnte man das Geld festverzinslich für ein paar Jahre anlegen, in Euro wird schwierig eine gute Rendite zu finden aber diversifiziert in ein paar andere Währungen sind so schon 3-5% sehr sicher drin, gestaffelt über die Laufzeit und wenn die Börse mal stärker taucht hat man immer ein Päckchen wo man günstiger einsteigen kann. Aber soll kein Tipp sein, jeder hat anderes Risikoempfinden. 

Marco
3 Jahre zuvor

Ich denke Du solltest keine Angst haben, leiste Dir mal was, geh mal aus Schön Essen einen guten Wein trinken, oder pflege ein Hobby, Du hast keins? Suche Dir was, irgend etwas muss es doch geben.Nur die Kohle zählen oder wiegen bringt auch nichts.Das Du im Berufsleben gegengehalten hast, zeigt nur das Du Charakter hast, und weiter gekommen bist als Deine Kollegen , die als Konsumknechte ihrer selbst sind.
Und nach der Pause legste wieder langsam los.
Beste Grüße der Marco

Matthias
3 Jahre zuvor

Ich finde es sehr erschreckend, wie positiv hier einige reagieren. Franks Leben war der Angst und dem Sicherheitsdenken völlig ausgeliefert. Beides führt dazu, dass man unfrei, voller Sorge und ein beschwerten Leben führt. Ich habe eher das Gefihl gehabt, Franks 53 Jahre waren ohne viele Höhepunkte und Glück geprägt.
Ich wünsche dir sehr, dass du mit deiner jetzigen Freiheit das Leben genießt, ohne Ängste. Ich möchte nicht tauschen. 
Danke für deine Offenheit. Respekt für deine Sparsamkeit. 

Ralf
3 Jahre zuvor

@Matthias: Ähnlich sehe ich das auch, ohne abwerten zu wollen.

Chrissie
3 Jahre zuvor

Ich finde den Artikel super. Wünschte ich hätte auch so früh eine solche Selbsterkenntnis gehabt. Respekt dafür und für das Erreichte.
@ Ralf
Was das Opfer bringen für einen solchen Lebensstil angeht, so ist für mein Dafürhalten eine berufliche Laufbahn, in der man kleine Brötchen backen und zu allem Ja und Amen sagen muss aus Angst den Job zu verlieren, ein mindestens ebenso großes Opfer und nicht gut für das Rückgrat. Es gibt nicht umsonst so viele Arbeitende die innerlich gekündigt haben.
Wenn es sich mehr Menschen leisten könnten, bei unhaltbaren Bedingungen auch tatsächlich zu kündigen, wäre die Arbeitswelt bestimmt eine bessere.

Andrea
3 Jahre zuvor

Frank, ich hoffe, du kannst deine finanzielle Freiheit nun mehr genießen als den angstvollen Weg dorthin. Das ist eine tolle Leistung, so viel gespart zu haben und nun von den Dividenden locker leben zu können. 
Auf Dauer würde ich den größten Teil des Bargeldes auch noch investieren. Aber nichts überstürzen, sondern es gerade so machen, wie sich Chancen bieten. Dadurch hättest du je nach Investment noch mehr passive Einkünfte. 
Fit und Gesund, ich habe meine Novartis-Aktien kurz vor der Abspaltung verkauft. Dazu habe ich mich erst von einer Depotleiche getrennt und einen Verlustvortrag gebildet und dann die Novartisaktien verkauft. Grund: Ich wollte die Alcon-Aktien nicht haben und hätte wahrscheinlich dafür noch Steuern zahlen müssen.Novartis kaufe ich im Moment nicht nach, ich fand sie seit meinem Kauf schon gut gelaufen und kaufe vielleicht eine andere Aktie aus dem Gesundheitsbereich nach. Ich habe schon ein paar Kandidaten im Visier, mal schauen, wer es wird.
Die beiden Verkäufe waren die ersten Verkäufe seit dem Aufbau dieses Depots. Ich hätte Novartis auch gerne behalten, es ist eine solide Schweizer Aktie. Aber da ich sie sowieso verkauft habe, kann ich die Karten auch neu mischen und eine andere Aktie wählen.
Tja, blöd, diese steuerlichen Auswirkungen von Spin-Offs in Deutschland. Sonst hätte ich es so wie du gemacht.
 

Felix
3 Jahre zuvor

Es ist interessante zu sehen, wie fast jeder sein eigenes Lebens- und/oder Finanzmodell dem lonly cowboy Frank aufs Auge zu drücken versucht, weil er anders lebt als der Mainstream. 
Jedes Modell hat halt so seine Vor- und Nachteil. Nicht jeder will Familienanschluss mit allen Begleiterscheinungen wie Schwiegermutter, buckliger Tante, verwöhnte Fratzen usw. Das gilt auch für Investments.

Chris k.
3 Jahre zuvor

Ich sehe es wie Hendrik
Mfg

Ralf
3 Jahre zuvor

@Chrissie: Richtig. Es gibt ja aber nicht nur schwarz oder weiß. Ich würde z.B. gerne besser verdienen, habe dafür aber einen guten und recht abwechslungsreichen Job im öffentlichen Dienst. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Tauschen würde ich aber nicht wollen…

Andrea
3 Jahre zuvor

Matthias, ich habe es auch so empfunden und möchte nicht tauschen. Das ist auch keineswegs abwertend geneint. Ich bin übrigens ganz genau so alt wie Frank. Wie gesagt, ich wünsche Frank da jetzt alles Gute, dass er aus der Erkenntnis heraus, dass er nie wieder arbeiten muss, es schafft, seinem Leben einen Sinn zu geben. Vielleicht könnte ehrenamtliche Arbeit helfen, mit Alten, Kranken oder Kindern. Jeder findet doch etwas, was ihm im Leben Spaß macht oder Befriedigung bringt.

Daniel
3 Jahre zuvor

Hallo Frank,
du hast wirklich einen tollen Leserbrief verfasst. Kannst du bitte kurz darlegen, wie du im Studium 260.000 Mark zusammen bekommen hast? Außerdem würde mich interessieren wie du auf 2000€/Monat kommst, bei 15.000 € Dividende?

3 Jahre zuvor

Was ich machen würde in seiner Situation:

60 % des Vermögens in ein Weltportfolio aus 55 % MSCI World, 20 % MSCI World Small Cap, 25 % MSCI EM IMI. Alle thesaurierend. Dividendenausschütter sind Anleger, die sich etwas vormachen: Eine Dividende ist genauso wie ein Anteilsverkauf eine Portfolioentnahme. Es gibt da nichts geschenkt! Die 25 Unternehmen sind an sich bereits ein Klumpenrisiko, das durch die offenbare Verklumpung auf 5 Schwergewichte verstärkt wird. Grob fahrlässig.
40 % des Vermögens müssen in den sicherheitsorientierten Teil, und das heißt, dass AUF GAR KEINEN FALL ein Betrag über der deutschen Einlagensicherungsgrenze pro Bank gebunkert sein darf. Aktuell liegt sie bei 100.000 Euro und jede Summe darüber betrachte ich als sofort im Feuer, wenn die Bank umkippt – alles andere als sicher, das ist extrem waghalsig. Ich würde vermutlich auf eine Mischung aus Tagesgeld und einem ETF auf kurzlaufende Staatsanleihen höchster Bonität in der Heimatwährung des Anlegers (also hier wohl meistens Euro) setzen.
Wenn das Leben jetzt schon beginnt, fad zu schmecken, dann sollte dringend eine Beschäftigung gesucht werden, am besten eine entlohnte, denn wie es richtig erkannt wurde: Die Inflation schreddert unerbittlich. Die Angst wird dich nicht loslassen und du wirst es nie genießen können bis zur Rente. In einem Job mit der Freiheit im Rücken: Was soll da schon passieren.

Fabian S.
3 Jahre zuvor

Hallo Frank,
toller Brief und Respekt für Deine Ehrlichkeit und das Erreichte von Dir. Also ich persönlich würde das Bargeld noch halten und abwarten. Nur bin ich skeptisch bei dem Euro. Aber in welche Währung man sicher gehen sollte, wenn der Euro bald crasht, keine Ahnung. Evtl. doch Gold als ultimative Währung, nicht als dauerhafte Anlage!

Bruno
3 Jahre zuvor

Ich kenne Frank ja nicht persönlich, nur diesen Brief, und würde mir nie ein Urteil erlauben, ob er nun glücklich oder unglücklich ist etc…
Aber seinen beschriebenen Charakter, die Aufmüpfigkeit gegen oben, direkt sagen was einem nicht passt, vielleicht wäre eine Idee, seine vermeintliche Schwäche zur Stärke zu machen, etwas zu suchen, wo dies nicht gefragt ist, vielleicht auch eine Selbständigkeit, jetzt wo das Kapital vorhanden ist, ohne grosses Risiko. 
Es braucht auch Leute, die ehrlich und direkt ihre Meinung kundtun, das kommt heute zu kurz. Vielleicht könnte man daraus ein Geschäft, Beratung oder dergleichen machen.
Nie zu spät und ich denke in jedem schlummert etwas, wo er oder sie individuell aussergewöhnlich und besonders gut und leidenschaftlich ist, das man zu einem Geschäftsmodell oder auch nur kostendeckend, befriedigende, spannende und lustvolle Tätigkeit ummünzen kann.

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

@Bruno, @Andrea,
ich wollte die Alcon’s nie haben, hätte aber auch nicht geglaubt dass ich aus der Nummer mit einem guten Gewinn rauskomme, ich dachte die Dinger würden gleich abschmieren. Den Gewinn werde ich auch anderweitig verwerten, aber im defensiven Sektor. Steuerlich hat die Aktion ja für die Schweizer Anleger keine Konsequenzen.
Tja, wäre nicht schlecht wenn es nochmal bisschen abwärts ginge, bin ja bald am Ende meiner regulären Investments angelangt. Die Dividende bereiten Freude. Heute gab es mal eine ordentliche Schippe von den Vanguards. 
 
Bin gespannt ob Frank noch mehr über sich schreibt, ich finde seine Biographie auf jeden Fall sehr spannend.

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

@Alexj
ich muss lachen, mit Deinem Satz “40% müssen, Betonung auf müssen, in den sicherheitsorientierten Teil” wirst Du bei Frank nicht so weit kommen, der MUSS nämlich gar nix, der macht sein Ding und ist sein eigener Herr. Man kann ihm vielleicht raten, aber die Müssen-Keule… da krieg ich auch gleich Zehennägel die sich aufrollen 🙂 
@Bruno 
das wäre ein Lösungsansatz für Frank, gut so.
Aber jetzt werde ich wieder verschwinden, die Batzeli müssen ja auch noch verdient werden.
Gute Investments allseits
Fit und Gesund

Finanzfee
3 Jahre zuvor

Hallo Frank, ich ziehe meinen imaginären Hut, Respekt!
Wenn du aus dem NGO-Bereich kommst: es braucht meiner Ansicht nach auch in politischen Gremien wie z.B. dem Jugendhilfeausschuss kritische Geister, die sich einbringen. Vielleicht wäre das ja das ideale Ehrenamt?
Bei der Steuerlast stimme ich dir zu, was mich persönlich aber noch viel mehr ärgert ist, dass wir keine Angebote bezogen auf die bAV haben, die Aktien oder ETFs fördern. Über unsere betriebliche Vorsorge können nur Versicherungsprodukte aus dem brutto bespart werden. Vieles an unserem Sozialstaat finde ich sehr gut, aber in dem Punkt denke ich, dass wir uns mehr an den USA oder Norwegen orientieren könnten.

Sven
3 Jahre zuvor

@JayT
Warum sollte man zwecks Diversifikation in P2P und vorallem Bitcoin investieren? Welchen Vorteil hat Frank dadurch?
Wenn Diversifikation, warum keine ETF in Emerging Markets oder Anleihen? Deiner Empfehlung kann man nicht folgen weil deine Gedanken dazu fehlen. 
 
@Frank
Ein toller Weg! Ein anderer Weg! Ich ziehe den Hut davor eine derartige selbstreflektierte  Sicht auf den eigenen Charakter zu besitzen. Das ist sicherlich ein langer und vorallem harter Weg bis man an dem Punkt angelangt. Ich habe den etwas anderen Brief von dir gern gelesen, würde mich aber auch sehr für deine Gedanken zu deinem Depot interessieren. 
 
Liebe Grüße 
 
Sven

Andrea
3 Jahre zuvor

Fit und Gesund, ich habe übrigens einen Teil des Geldes für Novartis schon in Henkel gesteckt, hätte es fast schon vergessen.

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

@Andrea,
Henkel ist sicher ein sehr gutes Unternehmen, ich warte jetzt mal die Zahlen einiger Firmen ab, Lohn gibt es erst am 25. und ich habe noch ein wenig Zeit wie ich die Knete verbaue. 
liebe Grüsse

Tom
3 Jahre zuvor

@Daniel
Er meinte die 360.ooo € bis zur Rente. Also 360.000 : 15 Jahre =24.000 €: 12 Monate = 2000 €.  Aber bdazu hätte er immer noch seine Divi Ausschüttung.

Pascal Weichert
3 Jahre zuvor

Es klingt ein wenig nach mir.
Aus Angst hab ich auch immer schon viel gespart. Jugendamt hatte mich während meines Abiturs fast obdachlos werden lassen, weil sie sich 13 Monate lang Zeit mit dem Unterhalt ließen. (Und ich selbst nicht Arbeiten durfte) 

Ich würde mich nicht als Aufmüpfig, aber eher als Direkt bezeichnen. Wenn jemand Bullshit labert, dann habe ich es bis vor kurzem sehr direkt gesagt. (Und wenn ich hungrig bin, dann bin ich manchmal echt ne Diva
Mittlerweile, zumindest versuche ich es, auf den Persönlichkeitstyp meines gegenübers einzugehen und ggf. Den Dale Carnegie zu machen.  

Zu den Ängsten kann ich nur sagen, außerhalb der Angst liegt das Leben. Da muss man wohl oder übel durch. Hatte mal starke Angst vor Menschen, weil wegen Eltern waren nicht so gut. Sich immer wieder damit zu konfrontieren, den Gehirn klarmachen das hier nichts schlimmes ist. Und Positionen, bzw. Nachrichten zu meiden, die das Gegenteil in deinem Kopf bewirken, hat mich weiter gebracht. Selbst jetzt bin ich nicht angstfrei. Abed ich arbeite dran, siehe hier:
http://www.getmad.de/pascal-how-to-change-challenge

Das gilt auch für das zuviel sparen aus Angst. 
2. Fragen hätte ich dann noch:

1. Wie kommt man im Studium zu fast 300k? (Ich mein heutzutage ist das ja gar nicht mehr möglich bei den Abgaben) 

2. Wie kommst du auf die 2000€ pro Monat. Willst du dein Cash bis zur Rente Liquidieren? Oder wie kommen die zu stande. 
 
Gruß, 
Pascal 
 
 

Bruno
3 Jahre zuvor

@Angst
Ich denke jeder Mensch hat Angst, die Angst schützt uns vor gewissen Dingen. Angst sollte einfach nicht lähmen oder das ganze Leben einnehmen. Ich hatte was Finanzen angeht noch nie Angst, was nicht immer nur gut war, ich bin auch schon zu hohe Risiken eingegangen, habe jetzt aber gelernt. 
Aber sonst im Leben gibt es immer wieder Ängste, früher waren es Angst vor Ablehnung oder Druck nicht aushalten zu können, die sind mittlerweile weitestgehend behoben, heute sind es vielleicht Ängste vor Krankheiten oder Leiden, je älter man wird desto eher wird einem dies bewusst. Ich versuche das positiv umzusetzen und mich gesünder zu ernähren und Sport zu machen, aber man sollte es auch da nicht übertreiben, zu verbissen ist nie gut.
Selbsterkenntnis und darüber reden zu können ist ein guter Weg, daher nochmals mein Respekt an Frank, viele können solche Dinge zumindest öffentlich nicht zugeben, jeder hat irgendwo seine Problemchen, niemand ist ein Superheld wo alles stimmt, dauerhaft immer glücklich.
Wie an der Börse braucht es ein auf und ab, wer nie Probleme, Rückschläge, Sorgen oder ähnliches erlebt hat, der wird auch nie extreme Glücksgefühle und Erfolge erleben dürfen. Es ist dann eher ein langweiliges, eintöniges Leben, keine Probleme aber auch relativ langweilig.
Eine Angst zu überwinden kann Chancen wecken, und spätere Glücksgefühle. Vielleicht wenn man jünger ist einen Partner anzusprechen, wo man sich nicht getraut, oder sich für einen Job zu bewerben, für den man sich unterqualifiziert fühlt, oder eine interessante Aktie in einem Crash zu kaufen, wo man befürchtet, dass sie noch viel weiter fällt. Es sind 1000 Dinge wo man eine Angst mal überwinden muss und die dann Chancen und potentielle spätere Glücksgefühle auslösen kann. Angst sollte man nicht verteufeln.

Bruno
3 Jahre zuvor

@Pascal: Interessanter Blogartikel, und wie ging es aus, ich meine diese Challenge? Durchgezogen, hat es sich positiv ausgewirkt?

Thorsten
3 Jahre zuvor

Ich finde ein mutiger und ehrlicher Artikel. Es ist keine Schwäche anders zu sein. Wenn alle im Kindergsrtren brav im Kreis sangen und klatschten habe ich aus dem Fesnter geschaut und diesen eingeübten Marsch im Gleichschritt für mich beendet. Jetzt ist er über 50 und bewertet seinen Werdegang. Und ich finde es klasse.
Ich hätte an ihn nur die Frage, ob es keine Gelegenheit gab sich selbständig zu machen,  weil die abhängige Beschäftigung zum freien Geist nicht passt. Im Kreis sitzen und auf Befehl klatschen muss man da öfters aushalten können, sonst ist man nach ein paar Jahren fix und fertig.
Die Kritik mit dem nicht Glücklichsein kommt evtl. aus einer viel jüngeren Sicht. Die Reife zum Rückblick kommt erst mit späteren Jahren, 50 ist sicher eine gute Marke, wo manch einer merkt dass die Jahre vorbeigezogen sind und Inventur in allen Lebensbereichen gemacht wird. Finanzielle Freiheit ist kein Schalter über den man von gestern auf heute ins Paradies springt. Da werden manche später ihre Vorstellung korrigieren müssen.
Ralf und Matthias sind vermutlich keine 30 Jahre alt. Sonst würden sie keine solche Fehlbewertung abgeben.

Ralf
3 Jahre zuvor

“Ralf und Matthias sind vermutlich keine 30 Jahre alt. Sonst würden sie keine solche Fehlbewertung abgeben.”
Der Begriff Fehlbewertung (und auch das Alter) ist etwas fehlgegriffen. Auf mich wirkt er nicht sonderlich glücklich, ist aber meine subjektive Sicht anhand der Schilderungen des Artikels. Und in der Tat wäre eine Selbstständigkeit für ihn bei benannten Begriffen wie Rebell und Aufmüpfigkeit vielleicht der interessantere bzw. spannendere Weg gewesen.

Florian H
3 Jahre zuvor

@A. @Paychex
Stimme dir zu. Das Unternehmen ist allerdings schuldenfrei und hat einen hohen Free-Cashflow. Ich mache mir keine Sorgen über die hohe Payout-Ratio.
https://fairlyvalued.com/company/PAYX

Hubert
3 Jahre zuvor

Wieso kommt kommt eigentlich keiner der zu viel Geld gekommen ist auf die Idee, die Welt damit zu verändern?
Wozu soll das ganze Knausern eigentlich gut sein, wenn man kein Mönch ist?
Viel Geld durch Sparen, dieses gut anlegen – gut und schön, ist das ein ausreichender Lebensinhalt?
Da fehlt mir was.

Kiev
3 Jahre zuvor

@ Franck
Respekt zu der schnellen Sparleistung. Sie ist aber vermutlich leider etwas durch Deine existenzielle Ängste getrieben und es gab dadurch vermutlich auch Verzicht, um möglichst schnell Sicherheiten augzubauen.
Eine Eigenschaft von Dir beschreibst Du so:

Ich wies nie den Durchhaltewillen auf, den die Motivierten an den Tag legen. Dies ist leider bis heute so geblieben.

Als Reaktion und begleitet von Ängsten hast Du sehr schnell ein beachtliches Vermögen aufgebaut. Das schaffen in dieser Form fast keine Leute in Deutschland. Ich sehe hier vielmehr ein sehr hohes Durchhaltevermögen…
Wie lebt es sich jetzt frei von Ängsten? Das Geld solltest Du einfach liegen lassen und gegebenfalls langsam weiteere Sktien kaufen. Du bist ja bereits 25 Jahre an der Börse. Und die 360k sind Dir nicht über Nacht zugeflogen. Ich sehe keinen Grund den Angeil des Vermögens mit dem Akter zu reduzieren, aber Deiner Beschreibung nach bewahrst Du Dir vermut besser Geld für das Gefühl von Sicherheit.
Mach mal den Dale Carnegie fand ich sehr gut. Ich bin ja nicht so der Typ, der den offenen Konflikt sucht. Ich kann Dein Verhalten aber nachvollziehen und habe es auch hin und wieder mit Schwachmaten zu tun. Befremdlich aber amüsant ist auch gar nichts zu machen. Wenn der gegenüber aus der Haut fährt lasse ich ihn zu sich selbst finden und gebe ihm Raum sich neu zu positionieren. Du kannst auch versuchen Deinen Gegenüber zu in Stellung zu bringen, dass am Ende das Herauskommt was Du immer haben wolltest. Wenn Du das hervorragend beherrschst meint der Gegenüber die Idee wäre von ihm entsprungen. Dann hast Du das Gespräch perfekt gemeistert. Ich versuche bei schwierigen Gesprächen nie das Ziel aus den Augen zu verlieren. Ich verschließe auch keine Türen, die man nachher wieder schwer aufbekommt. Ich kann dazu die Bücher von Dale Carnegie empfehlen.
 

Kia
3 Jahre zuvor

Die Zauberformel für die 300k in 10 Jahren Studium hätte ich auch gerne. 🙂
Ein Lebenslauf mit Bundeswehr, Studium , und alle 5 Jahre den Arbeitgeber wechseln hat für mich nichts mit merkwürdiger Persönlichkeit oder Rebell zu tun. Im Gegenteil das erfolgreich zu absolvieren bedarf ein hohes Maß an Konformität. Ich glaube andernfalls wäre in jedem der Bereiche ein scheitern sehr schnell Realität gewesen. 

Patric
3 Jahre zuvor

Hatte heute morgen noch keine Zeit, alle Kommentare zu lesen 😉 
Zur Frage was tun mit den 350k: Ich empfehle das umschichten in Hochdividendenwerte mit Hilfe von Sammelanlagen (Fonds, ETFs). Siehe http://www.nurbaresistwahres.de von Luis Pazos -> Hier auch mal nach der 3-Speichen-Allokation suchen. Ich verfahre selbst ganz ähnlich. Gerade bei größeren Beträgen muss man sich so kaum noch Gedanken um das „entsparen“ machen!
Beste Grüße 
Patric

Nico Meier
3 Jahre zuvor

@Ralf zum Thema Hausbau
An andere stelle hast du Ralf erzählt deine Kinder wären bereits Ttenager ich glaube 14 und 16 Jahre alt oder?
Für mich gibts da verschiedene Optionen.
A) Haus mit Einliegerwohnung so brauchts ein Badezimmer in Einliegerwohnung und nur ein Badezimmer im anderen Teil des Hauses und die Einliegerwohnung kann vermietet werden sobald die Kinder raus sind.
B) du baust bewusst kleiner und verzichtest auf Extras die par verbleibenden Jahre mit den Kindern zu Hause werden eng aber danach brauchst du nicht mehr soviel Platz.
C)Du baust grosszügig mit alles Extras überschuldest dich und in drei vier Jahren sitzen deine Frau und du in einem zu grossen Haus wenn die Kinder weg sind.
D) du überlegst dir ob du überhaut jetzt bauen willst. Eventuell wäre mieten bis die Kinder draussen sind und danach eine altersgerechte Wohnung kaufen fast die bessere Alternative. Altersgerecht soll keine Beleidigung sein aber wenn die Kinder schon 16 sind wirst du selber auch nicht mehr 25 sein und da sollte man auch das Alter in die Überlegungen mit einbeziehen.

Daniel
3 Jahre zuvor

Noch eine Zusatzfrage. Wie verdient man bei NGOs soviel Geld? Zumindest deckt sich das nicht mit den realen Gehältern in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die trotz toller Ausbildung nur „Hungerlöhne“ bekommen.

bilbo78
3 Jahre zuvor

Das war einer der besten Leserbriefe, den ich je gelesen habe.

Nico Meier
3 Jahre zuvor

Sehr interessanter Leserbrief.
So ging ich dahin, wo man mit weniger Arbeit, viel Kontakt zu Menschen und relativ freier Entfaltung etwas bewegen kann. Zu Verbänden respektive Non-Profit-Organization.
Besonders gefallen hat mir seine einschätzung der NGO’s wo man mit wenig Arbeit und viel Kontakt etwas bewegen kann. Viele dieser NGO’s werden über Spenden finanziert und zahlen ihren Mitarbeiter überdurchshcnittlich hohe Löhne das stört mich, daher spende ich nur noch an Organisationen bei denen ich weiss, dass dies nicht so ist!
Was würde ich Frank raten? Hat den Frank eine eigene Wohnung oder wohnt er zur Miete? Da er keine Immobilien erwähnt, gehe ich davon aus, dass er Mieter ist.
Eine Diversifikation würde ich empfehlen aber nicht in P2P oder Bitcoin sondern in andere Anlageklassen wie Immobilien. Eine kleine Wohnung zum selbstbewohnen oder vermieten wäre eine Idee aber wenn er sehr risikoavers ist könnte ihn dies davon abhalten Immos zu erwerben.
Einen Teil des Cash würde ich gestaffelt in Dividendenaristokraten ETF oder einen normalen World ETF investieren, dies würde auch mehr Dividende generieren die wiederum zusätzlich Reserven aufbauen würde.

Ralf
3 Jahre zuvor

@Nico Meier: Du hast das Thema Immobilien gut beschrieben. In der Tat schwanken wir derzeit zwischen diversen Optionen. Das gekaufte Grundstück lässt sich gewinnbringend verkaufen. Die Entscheidung über den richtigen Weg würde mir aber einfacher fallen, wenn Mietobjekte bezahlbar wären. Inzwischen werden aber teils freche Preise gefordert und das Angebot ist für die Größe von unserem Landkreis sehr klein.

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