Die Tumulte lassen mich kalt. Ich kaufe weiter diese Aktien zu


New York, 13. August 2019
Die Börse verhält sich manchmal wie ein schreiendes Kind. Ich bleibe ruhig.

Es gibt einige Tumulte. In Hongkong spitzen sich die Proteste am Flughafen zu. Es ist der größte Airport weltweit. Seit zehn Wochen demonstrieren junge Hongkonger, sie verlangen mehr Demokratie von Peking. Sie werfen China Polizeibrutalität vor. In Argentinien brachen an einem Tag die Kurse um 48 Prozent ein. Es ist der höchste Tagesverlust seit 70 Jahren.

Die Proteste in Hongkong sind bedrohlich für China:

Oft übersehen wir Anleger aufgrund von Tagesereignissen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Ich habe einen Zeithorizont von 20 und 30 Jahren. Also wende ich mich von den Tagesnachrichten ab. 

Ich kaufe ETFs und gute Aktien. Ich lasse sie ewig liegen, um vom Zinseszins zu profitieren. Es gibt herrliche Qualitätsaktien, die kannst du kaufen und vergessen. Einige hier erwähnte Konzerne fallen in diese Kategorie, glaube ich. Hier werden auch einige spannende Titel genannt.

Die meisten Anleger haben zu wenig Geduld. Sie verlieren zu schnell die Nerven. Wenn die Kurse beben, verkaufen sie in Angst ihre Aktien. Sie können nicht mal ein oder zwei Jahre an ihren Aktien festhalten. Was soll ich dazu sagen? Ein hoher Anteil meiner Aktien liegt seit 20 Jahren in meinem Depot.

Ob jetzt eine bestimmte Cannabis-Aktie oder Bitcoin das Investment für die nächsten 20 Jahre ist, das kann ich nicht sagen. Ich sehe eher Berkshire, Apple, Johnson & Johnson, Adidas, Nike, Amazon, Alphabet, Nestle, Facebook, Bank of America, Intel etc. in dieser Kategorie. Aber das ist keine Empfehlung für diese Aktien. Welche Aktien oder ETFs du kaufen wirst, das musst du entscheiden. Die Wahl kann ich dir nicht abnehmen.

Ich schaue gerne, was Warren Buffett so alles einsammelt. Freilich weiß ich, dass die Investmentlegende selbst genug Fehler macht. Hier werden exemplarisch ein paar Missgriffe von ihm unter die Lupe genommen.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Die Tumulte lassen mich kalt. Ich kaufe weiter diese Aktien zu

  1. KievKiev

    @ Ron
    Es kommt darauf an wie Du investierst. Ich bin um die 40 Jahre und investiere Cashflow orientiert. Da ich auch in fast abgezahltem Eigentum wohne und hauptsächlich Kredite für Vermietung in Anspruch nehme benötige ich nicht sehr viel Cash. Meine monatliche Differenz aus Einnahmen minus Ausgaben ist bereits sehr ordentlich.
    Ich freue mich schon auf die Refinanzierung. Diese wird in spätestens 6 Jahren möglich sein. Vielleicht bekomme ich ja eine Aufwandsentschädigung, wenn ich mich bereit erkläre Geld über 20 Jahre zu leihen. In Dänemark ist das scheinbar heute schon möglich. Das wäre der Traum.
    Falls Du z.B. 500€ an Dividenden erhälst so benötigst Du ein entsprechend kleineres Polster. Falls Du Dein KFZ verkaufst, kannst Du vielleicht weitere 200€ reduzieren. Ausgaben runter und Einnahmen rauf, dann wird es mit der Zeit leichter. 

  2. Avatarsteve

    @ Ron hab ich auch gelesen, sowas kommt wenn man Vorbestrafte in Spitzenpositionen hievt, wobei sie Dragis Werk nahtlos weiterfuehrt. Ist aber klar, dass wenn es Negativzinsen gibt, abgehoben wird so lange es geht. Den Notgroschen wird man schon selbst verwahren können. Aber steht ja im Artikel auch drin, das man die Ausgabemenge verringert um da Gegenzusteuern. War wohl gar nicht verkehrt das ich eine Zeitlang 5€ Scheine gesammelt hab, wobei als Notgroschen zu wenig.

  3. Avatarsteve

    @ Rüdiger warum man so was liest? Damit man weiß was unsere Politiker für einen Scheiss fabrizieren und damit man da nicht blind reindappt.

  4. AvatarChrissie

    @Negativzins
    Damit man nicht mehr abheben kann, soll ja das Bargeld abgeschafft werden.
    Als Plan B habe ich mal gehört, dass, wenn das Bargeld so schnell nicht abgeschafft werden kann, ein „Kursverlust“ für Barzahlung eingeführt werden könnte. Zahlt man mit Karte, ist es eins zu eins, zahlt man bar, muss man mehr bezahlen. Der Negativzins auf Bargeld sozusagen.

  5. AvatarSlowroller

    @steve
    Weil das schlicht kein seriöser Journalismus ist. Dafür reichen mir die Formulierungen der ersten Sätze des Teasers.
    Wir haben jetzt schon recht lange einen „Strafzins“ der EZB und die wenigsten Bankkunden sind betroffen. Wir sollten mal abwarten was Frau Lagarde so anstellt.
    Ansonsten: WENN (was ich nicht glaube) es einen negativzins auf kurzfristige Liquidität geben sollte, waren das bei 10k derzeit max 40€ Verwahrgebühr pro Jahr. Dafür denk ich im zweifel nicht mal drüber nach.

  6. AvatarNico Meier

    Negativzinsen
    In der Schweiz haben wir bereits seit mehreren Jahren Negativzinsen von 0.75% durch die Nationalbank.
    Bis heute sind Kleinsparer von diesen ausgenommen die meisten Banken verlangen aber bei grösseren Barbeständen ab 200’000 Franken einen Negativzins vom Kunden.
    Kleinsparer sind nur betroffen durch steigende Kontoführu gsgebühren zurzeit. Man hat Angst davor, dass die Kleinsparer das Geld abheben und unter die Matraze legen.

  7. AvatarChrissie

    @Nico Meier
    Ja, steigende Kontoführungsgebühren gibt es hier auch. Wie du schon geschrieben hast, ist das der Weg, auch etwas Geld von den Kleinsparern wieder hereinzuholen, die sonst das Geld selber bunkern würden.

  8. AvatarAndreas

    Und genau deshalb soll ja das Bargeld abgeschaft werden. Kein Bargeld = kein Notgroschen unter der Matraze = Negativzinsen für alle.
    Und ja, ich weiss, das wird noch lange dauern, aber darauf läuft es hinaus.
    Wie sagte so eine supernette Politikerin. Wenn jeder Deutsche nur 10% seines Vermögens abgibt, sind wir schuldenfrei (und können wieder neue Schulden machen)

  9. AvatarChristian

    Oje, der arme Kleinsparer!!!

    Bargeld wird verboten!!! (Was eigentlich gar kein Problem für den „Kleinsparer“ ist, denn er ist i.d.R. sozialversicherungspflichtig beschäftigt und sein Einkommen unterliegt entsprechend einer Quellensteuer)

    Kontogebühren steigen!!! (Ich bin seit 14 Jahren bei der comdirect. In diesen 14 Jahren sind die Gebühren von 0,00€ auf 0,00€ gestiegen)

    Negativzins für das sauer Ersparte!!! (Ja, da hört aber der Spaß auf! Bei 10.000€ Einlage und -1% Zins wären das -100€/Jahr. Herzlichen Glückwunsch, diese Geldentwertung – auch Inflation genannt – frisst bereits seit jeher das Geld des „Kleinsparers“ auf. Jetzt ist es eben sichtbar. Also nix neues.)

    Ich denke, der „Kleinsparer“ profitiert viel mehr von günstigen Krediten. Zu 0% das Handy holen, günstig ein Auto finanzieren und die Hypotheken zu unter 1% bei 10 Jahren Laufzeit. Anfang der 90er hat man in Deutschland zur Immobilienfinanzierung über 9% bezahlt.

    Jetzt ist die Meuterei groß, weil ja der arme Kleinsparer von der EZB enteignet wird. Gut, dass zur Europawahl überall passende AfD-Plakate hingen: mit „Bargeld lacht“ und „Deutsche Sparer werden enteignet“.

    Wie groß ist wohl das Geschrei, wenn die Anschlussfinanzierung 2029/2034 plötzlich 6% kostet? Ist das dann Enteignung durch die EZB, wenn viele kleine Familien, die heute ihr zu großes Haus finanzieren obwohl sie es sich eigentlich gar nicht leisten können, bei der Anschlussfinanzierung wegen 6% Zins ihre Hütte zwangsverkaufen müssen? Hoffentlich druckt die AfD dann auch die passenden Plakate: „EZB enteignet“, „Zinsen runter!“.

  10. AvatarAndreas

    jaja, die 10% tun nicht weh. Der Soli, auch nur als „Übergangslösung kurz eingeführt“ gibt es immer noch und wird nicht abgeschaft.
    Auch die Einkommenssteuer war mal nur für „die Reichen Grundbesitzer“ vorgesehen. Last euch ruhig abzocken bis nix mehr übrig bleibt. Als ob Politiker was anderes könnten als neue Steuern erfinden und dann erhöhen
    Und zu deinen Negativzinsen kommt die Invlation auch noch dazu. Das eine ersetzt das andere nicht.

  11. AvatarDividenden Sammler

    @Andreas
    Wenn jeder 10% seines Vermögens abdrücken müsste und ich ein negatives Vermögen habe, habe ich dann nacher mehr oder weniger Schulden?

  12. AvatarAndreas

    @Dividenden Sammler
    😀 Du machst meinen Tag schön. Leider darfst du deine Schulden nicht den Politiker geben.
     

  13. Avatar-M

    Christian, so sieht’s aus. Manchmal ist es lächerlich über was sich Leute Gedanken machen 🙂
    -M

  14. AvatarRüdiger

    Die Sache ist doch ganz einfach. Es gibt viel zu viel verfügbares Geld auf den Spar-, Tages- und Festgeldkonten, also auf dem Markt. Die Banken ertrinken in den unglaublichen Massen an Geld, das die Groß- und Kleinsparer in Summe bei ihnen anlegen – und keiner will es haben! Keiner! Keine Unternehmen für Investitionen, kein Staat für Investitionen. ALLE sparen (Schwarze Null!). Die EZB will die gigantischen Summen auch nicht über Nacht horten. Deshalb der Negativzins als Abwehrmechanismus, dass die Geschäftsbanken das Geld verleihen sollen, verdammt juchheh! Würden die sicher auch gerne … aber sie können Unternehmen/Staat nicht zwingen, Kredite für Investitionen aufzunehmen.
    Der Negativzins ist keine Erfindung irgendwelcher dunkler Mächte und der EZB, die in ihrer geballten Boshaftigkeit nur ein Ziel haben: Den deutschen Kleinsparer enteignen! Die Nachfrage nach Geld ist NULL, deshalb NULL Zinsen. So funktioniert der Markt. Kein „Regenmacher“ kann Zinsen auf Sparguthaben einfach so herbeitanzen, auch wenn manche das vielleicht behaupten 😉

  15. AvatarDaniel

    Ich empfehle einfach mal an die frische Luft zu gehen und soziale Kontakte zu pflegen. Schönen Tag!

  16. AvatarWohnung mit Domblick

    Hat sich mal jemand die Mühe gemacht, die Autoren des oben genannten Reisserartikels nachzuschlagen? https://friedrich-weik.de/
    Focus ist schon grandiose Volksverdummung. Die beiden passen dazu. Finanzporno.
     
    Was auch nicht hilft sind Artikel wie die von Tim verlinkten. 10 Aktien für dies und 10 Aktien für das und 10 Aktien für die Ewigkeit, morgen gibts wieder 10 Aktien für die Ewigkeit und wen interessiert dann das Gelaber von gestern… Das macht mich kirre.

  17. Avatarguter-verwalter

    @Ron: „Was tun mit dem Notgroschen in der Negativzinsphase?“
    https://www.goldmoney.com/
    Holding eröffnen, Cash drauf transferieren, Edelmetalle kaufen (eigentlich: fiat Währung in Edelmetall-Geld umtauschen) und sicherlagern lassen, eigene Mastercard beantragen. Diese kannst du dann durch Edelmetallverkäufe aufladen und das fiat Geld weltweit an ATMs abheben, oder dir den Verkaufsbetrag auf ein hinterlegtes Bankkonto transferieren lassen. Dauert i.d.R. nicht mehr als 6 Arbeitstage.
    Und da Edelmetalle seit 5000 Jahren, durch alle Wirtschaftszyklen und Kursschwankungen (auch der Metalle!)  hindurch, immer Kaufkraft erhalten haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass das in Zukunft auch so sein wird.
     
    Viele Grüße,
    guter Verwalter
     

  18. AvatarStefan D.

    Off topic: @ Tim:
    In Hongkong spitzen sich die Proteste am Flughafen zu. Es ist der größte Airport weltweit.
    HKG ist der 8. größte Flughafen der Welt. Nur mal am Rande.

  19. Avatarguter-verwalter

    @alle Diskutantinnen und Diskutanten:
    „Kontoführungsgebühren, Barzahlungs-Strafabgabe, Friedrich und Weik“
    Was doch jeder m.E. sehen müsste ist, dass die nationalen Geschäftsbanken am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve händeringend versuchen alles zu Geld zu machen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, weil ihre Erträge durch die Zentralbankenpolitik von Null- und Negativzinsen auf lange Sicht kaputt sind. In sofern wundert es mich nicht, dass Honorarberater, die diese Analyse auch machen können, dann ihre „sichereren“ Produkte anbieten (= kein Porno, sondern Verkaufsmarketing).
    Am langen Ende der Zinskurve wertet der Markt fixed income assets (Zinsanlageinstrumente) auch massiv ab (siehe 10y und 30y bond yields der USA z.B.). Die Mehrheit der Deutschen hockt dann lieber auf ihrem ungedeckten Papiergeld, was die EZB wahnsinnig macht, weil sie nicht noch mehr QE Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen wollen; denn die Wirkung dieses Geldes bleibt aus (GDP sinkt, obwohl die Menge des EZB-Geldes steigt). Also die (für die EZB logische) Strategie: Das Geld der Sparer muss durch „Anreize“ in den Wirtschaftskreislauf, um diesen vielleicht so anzukurbeln. 
    M.E. eine Schwachsinnsidee: Wenn bei einem Auto (europäische Wirtschaft) der Motor stockt/ fast steht, und ich den Tank mit Sprit (EZB-Geld) schon vollgeschüttet hab, bringt noch mehr Sprit reinschütten (Geld, das die Sparer wegen Negativzinsen nun ausgeben, um nicht faktisch enteignet zu werden) auch nichts mehr, v.a., wenn man dem Auto eine Parkkralle (überbordende staatliche und eu-weite Politikeingriffe in den freien Markt) angelegt hat.
    Was denkt ihr darüber?
     
    Beste Grüße,
    der gute Verwalter

  20. AvatarNico Meier

    @guter Verwalter
    Natürlich sind die Stastseingriffe ein Problem. Wie auch die wachsende Staatsquote. Immer mehr Leute werden beim Staat angestellt und beziehen dort hohe Löhne und Pensionsansprüche. In meinen Augen sollten viele dieser Staatsjobs auf Sinnhaftigkeit überprüft werden und im Zweifelsfall abgebaut werden.

  21. AvatarWolke

    @guter-verwalter
    Hab zwar nichts gegen Edelmetalle, gebe aber zu bedenken, das es für den Staat ein Leichtes wäre, Edelmetalle so zu besteuern, daß sie uninteressant werden.
     

  22. Avatar-M

    @Rüdiger Ja meine Bank hat nun auch negativzinsen ab 600k Guthaben… Wir sind froh wenn das Geld wegkommt. Angebot und Nachfrage bestimmt den Zins. Blöde Sache wenn jeder Geld hat 🙂
     
    Guter Verwalter 
    Schöne Analogie mit den Auto und den vollen Tank. Gefällt mir.
    -M

  23. AvatarDanielKA

    @ guter-verwalter
    Es ist ja nicht so das hier alles in Ordnung ist . Die KFW zeigt regelmäßig allein bei den Kommunen einen Investitionsstau von 140-150 Mrd. EUR, nimmt man Bund und Länder dazu liegt die Summe bei bis zu 700 Mrd. EUR. Deutschland könnte also als Lokomotive ziemlich viel für Europa tun.
    Man denke an Breitband, Schulen/Bildung/Wasserstraßen/ ÖPNV, Güterschienenverkehr (Gotthard – Deutsche Gegenseite, Brenner -Deutsche Gegenseite), Straßen/ Öffentliche Gebäude usw usw.
    Erst letzten Monat über wunderschöne Autobahnen in Spanien gefahren und LTE direkt am Strand gehabt und Spanien ist eher ein rückständiges Land, d.h. wir sollten uns eher an Singapur und Co. orientieren.
     

  24. Avatarghost

    Die meisten enteignennsich selbst 🙂
    Durch ihren Konsum ?
    Alle zwei Jahre neues Handy
    Alle paar Jahre neues Auto
    X mal im Jahr neue Kleider weil es so billig ist.
    Kommt suv, müssen die meisten ca. 30% der Neuzulassungen, suv fahren ( und ja ich werde mich ganz dolle schämen, wenn es nich 30 sondern 23% sind)
    Die ganzen Profis die die Bevölkerung warnen möchten, vor Zerstörung und Bankentod und dem Ende des Systems……warum hocken die auf youtube.
    Ich hab nie auf jemanden gehört bei Tips umd hab es bis heute nicht bereut ?.
    Am besten bunkern was geht und für 2020 Konserven und Wasser einlagern und auch Bargeld…..weil beim Kollaps wird man sich mit Papier bestimmt was kaufen können ?
    Mfg
     

  25. AvatarDanielKA

    noch dazu bekommt selbst Deutschland für 30 Jahre Negativzins, günstiger könnte man eine langfristige Infrastruktur Ausgabe nicht refinazieren.
    achja der Tiefbau verschlingt auch sehr viel (Wasser- Abwasser usw). Ist halt nicht so Öffentlichkeitswirksam für einen Politiker wie ein neues Bad mit der Schere zu eröffnen.

  26. AvatarRüdiger

    Schöne Analogie mit den Auto und den vollen Tank. Gefällt mir.
    Gefällt mir nicht. Ein Auto besteht nicht nur aus Motor und Tank. Und wenn der Tank eh schon voll ist, wie wäre es mit Investitionen in: frisches Motoröl, Zündkerzen, Luftfilter, Abgasreinigung, Reifen, … Durch die „Parkkralle“ wäre das natürlich alles sinnlos. Ich gehe allerdings schwer davon aus, dass unsere Führungskräfte in der Wirtschaft keine „Parkkralle“ sehen, die unsere Wirtschaft völlig unbeweglich macht, sondern dass es sich bei den Menschen in den Führungsetagen um intelligente, kreative, innovative Leute handelt, die auch unter – zugegeben – nicht leichten Bedingungen in der Lage sind, ihre Unternehmen weiter zu entwickeln und steigende Gewinne zu erwirtschaften. Wenn ihnen nichts anderes einfällt, als auf eine „Parkkralle“ zu verweisen und nur zu jammern und hilflos mit den Schultern zu zucken, sind sie ihre üppigen Gehälter nicht wert 😉

  27. AvatarDanielKA

    @ Ghost: Das mit den SUV ist echt der Wahnsinn.
    Wir bleiben beim gebrauchten Kombi, ein gleichwertiger SUV (sogar etwas kleiner) hätte trotz Dieselkriese 5.000 EUR im Schnitt mehr gekostet, wie der Händler sagte SUV sind in Kombis out. Wir haben uns für den besser ausgestatteten Kombi mit 12.000 km weniger entschieden und die Differenz war tatsächlich knapp 5.000 EUR (ohne Verhandlung, aber eine große Differenz wäre trotzdem geblieben)

  28. Avatarguter-verwalter

    @Rüdiger: „Parkkralle, ja oder nein“.
    Wie erklärst du dann, dass sich der BDI zu einer harschen Stellungsnahme  gegen das Planwirtschafts-Papier von Peter Altmaier zur Zukunft der dt. und europäischen Wirtschaft genötigt fühlte? Meine Antwort: Ja, die Unternehmer sind schlau, wie du sagtest, und sogar so schlau Altmaier zu signalisieren: „Lass deine Finger aus dem freien Markt! Einen Plan zum wirtschaften (=Planwirtschaft) brauchen wir nicht!“
    Links:
    https://bdi.eu/artikel/news/industriestrategie-fuer-deutschland-und-europa/
    https://www.wiwo.de/politik/deutschland/wirtschaft-bdi-bezieht-stellung-gegen-altmaiers-industriestrategie/24303648.html
     
     
    @Wolke: „Steuer auch auf Edelmetalle“
    Natürlich hast du recht. Der Staat könnte auch Edelmetalle in Privatbesitz verbieten (siehe USA in den 1933 bis 1974: https://de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot#USA_1933_bis_1974). Wird nur m.E. schwierig, dem Industriezweig, der momentan das größte, von Analysten gestützte Potenzial hat (Digitalindustrie, Automatisierung) seine Grundstoffe zu besteuern, ohne a) Big Player in diesem Sektor massiv ökonomisch zu schwächen und b) Neueinsteiger und Gründer ins Ausland zu vertreiben, das Edelmetalle nicht besteuert. Ohne Gold und Silber keine digitalen Geräte und keine digitalen Dienstleistungen. 
     
     
    @Nico Meier: „Staatsjobs streichen.“
    Bin ich dafür, obwohl ich selbst einen Staatsjob habe! Ich bin für einen minimal state: Staatshand in innerer und äußerer Sicherheit (Polizei, Zoll, Militär) und in wichtigen inneren Systemen (Steuerfahnder); aus dem Rest: Staat raus! Privatwirtschaft machen lassen. Das wird zwar in den Übergangszeiten nicht unturbulent, und es wird auch viel Schindluder geben (Leute, die sich einmal und dann nie wieder die Taschen füllen können; aber nach den Erkenntnissen der game theory hat so ein Blender in einem freien Markt dazu nur einmal eine Chance. Danach wird er aus dem Markt verbannt), aber langfristig ist die iterative Annäherung an die Werte von Freiheit, Verantwortung, direkte Risikohaftung, Versorgungssicherheit etc. besser, als in unserem momentan überregulierten Staats-/EU-System.
    Dazu Milton Friedman, schon in den 1970ern:
    https://www.youtube.com/watch?v=27Tf8RN3uiM
    https://www.youtube.com/watch?v=1KCHl-GO01o
     
     
    Beste Grüße,
    guter Verwalter

  29. AvatarSparta

    @-M
    „Ja meine Bank hat nun auch negativzinsen ab 600k Guthaben… Wir sind froh wenn das Geld wegkommt.“ 
    Und ich dachte schon hier ist der Humor unterrepräsentiert! 😉
    @Daniel-KA
    Ja, der Staat könnte gewaltig investieren und dass bei den Top-Bedingungen.
    Es ist halt auch immer die Frage ob das Geld dann sinnvoll investiert wird von Menschen, die keine Verantwortung für das Geld übernehmen müssen…
    Wir haben zudem viele Disruptionen.

  30. Avatarguter-verwalter

    @ Sparta: „Der Staats könnte ja investieren.“
    Sicher! Nur tut er das, im Vergleich zum gros der Marktteilnehmer immer a) unproduktiv und b) asozial.
    Umproduktiv deshalb, weil sich eine elitäre Klasse von Politikern selbst in eine „deus ex machina“ Rolle AUßERHALB des Marktsystems als dessen Beurteiler aufschwingt, und der Hybris erliegt: „Ich kann das besser beurteilen als alle Marktteilnehmer. Also mach ich jetzt mit dem Geld anderer Menschen (Steuerzahler) mal xyz. Das wird schon gut klappen, denn ich mache ja keine Fehler in meiner Planung.“
    Asozial deshalb, weil der Staat nicht mit eigenem Geld handelt, sondern mit OPM: other people’s money. Und was man seit Jahrtausenden weiß: Niemand gibt das Geld eines Fremden so umsichtig aus wie eigenes Geld! Denn: Die Verschwendungen kann man ja wieder „sozialisieren“, d.h. vom Bürger per Steuern bezahlen lassen. Und erfinderisch im Steuern erheben ist die elitäre Politikklasse schon immer gewesen.
    Dazu Friedrich von Hayek über echte/falsche Demokratie, Interessengruppenpolitik und emergente Diktaturen:
    https://www.youtube.com/watch?v=USG6els8w54
     
    Beste Grüße,
    guter Verwalter

  31. AvatarRüdiger

    Wie erklärst du dann … Das ist schnell erklärt. Es ist die Aufgabe jeder Interessenvertretung, die Interessen ihrer Mitglieder überzeugend und mit Nachdruck zu vertreten und Forderungen an „die Politik“ zu stellen. So funktioniert das in einer Demokratie. Überrascht? 😉

  32. AvatarWolke

    @Rüdiger
    …Was liest du auch so’n Scheiß…
    Tatsachen, die einem nicht passen, ausblenden. Selektive Wahrnehmung nennt man das. Kann (oder besser wird) bös ins Auge gehn.

  33. AvatarRüdiger

    @Wolke
    Hahahaaaaaaa … ich nehme nicht selektiv wahr. Ich bin nur in der Lage, Volksverdummung (wie Domblick es nannte) und/oder Panikmache als solche zu erkennen. Diese Gabe ist offensichtlich nicht jedem gegeben 😉

  34. Avatarguter-verwalter

    @ Rüdiger:
    Ja klar 🙂 Nur fordert m.E. nach die Wirtschaft auf Basis ihrer wirtschaftlichen Erfahrung und dem immer über ihr schwebenden Damoklesschwert der unternehmerischen immediaten (!) Verantwortung: Verkauft sich mein Gut, bleibe ich als Fa. am Leben, verkauft es sich nicht, gehe ich pleite.

    Herr Altmaier plant seine „Strategie“ m.E. nach aus einem exekutiven Machtapparat (mit selektiven Fakten seiner Beraterstäbe) heraus, der KEINE immediaten Folgen zu befürchten hat (es sei denn, dass ein Wahljahr kommt). Wenn SAP morgen Pleite ginge, wären alle Angestellten sofort arbeitslos. Herr Altmaier würde diesen Effekt nicht spüren: Er bliebe im Amt, würde weiter seine astronomisch überhöhte „Aufwandsentschädigung“ (Diät) erhalten, die 2,5 bis 3 mal höher ist als das dt. Medianeinkommen, und würde DANN noch die Autorität besitzen anhand von ideologisch-philosophischen Ideen (die leider realitätsentkoppelt sind!) an dem System herumzudoktern. Und ihm Wahljahr, wo sein Stuhl fallen könnte, da macht er – und andere Politiker – dann möglichst vielen special interest groups mit hoher Menschenzahl (= potenzielle Wählerzahl) viele Versprechen, was sie alles bekommen werden, wenn er ja dann neu gewählt ist. 
    Dieses parteipolitische System brütet intellektuelle Theoretiker mit ideologischen Weltsichten  ohne direkte Haftung in Machtpositionen, die – mit der passenden Fiskalpolitik verknüpft – Stimmen durch Versprechungen indirekt erkaufen können. Ganz böse, wie ich finde.

    Der freie Markt ist – in diesem Aspekt – für meine Begriffe en gros demokratischer und ehrlicher, weil das Hackebeil jederzeit fallen kann, das dich out of business setzt.
     
    Beste Grüße,
    der gute Verwalter

  35. AvatarWolke

    @Rüdiger
    Panikmache hatte man Roger Babson 1929 auch vorgeworfen. Da hatte auch mancher geglaubt, er sei in der Lage…war er aber nicht, wie so oft. Bescheidenheit an der Börse ist besser als Hybris.

  36. AvatarRüdiger

    Lange Rede, kurze Blutwurscht: Jeder hat seine eigene Meinung und jeder kann, durch Hinweise auf, oder ergooglete Beweise (links zu Medien) von irgendwelchen Kapazitäten, versuchen, sie zu einem Absolutheitsanspruch zu überhöhen. Das führt – wie erwartet – zu gar nichts oder zu wenig. Die meisten hier (mich eingeschlossen) werden sich von gefühlt „stichhaltigen“ Argumenten der „Gegenseite“ nicht so ohne weiteres überzeugen lassen. 

    Stets offene Augen, wacher Verstand und Bescheidenheit sind nicht nur an der Börse eine gute Idee 😉

  37. AvatarThorsten

    Alle zwei Jahre neues Handy
    Ich weiß , was Du meinst, aber leider man wird zum Teil gezwungen. Updates fordern mehr Platz, neue Apps fordern mehr Rechenpower oder laufen nicht mehr mit der Betreibssystemversion, die vom Hersteller auch nicht mehr aktualisiert werden kann,USB-Ports verschleißen…
    Geplante Obsoleszenz durch Draufpacken unnötiger Funktionen und Füllen des Bildschirms mit noch mehr CPU fressendem Klick-Bunti.

  38. Avatarguter-verwalter

    @Rüdiger:
    (Kleine, provokative philosophische Betrachtung an)
    Aha, also sind alle Ideen gleich wertvoll weil gleich wahr; klassische relativistische Sicht. Dann braucht man sich auch nicht mehr um die Suche nach Wahrheit durch den Austausch von Ideen, Fakten, etc. zu kümmern, denn meine Wahrheit ist nicht deine, aber gleich gut realitätserklärend. Dann gibt es keine objektive Wahrheit, wenn jede Interpretation der Realität eine individuelle Wahrheit ergibt. 
    Dann ist deine „Meinung“ zu meiner Auto/ Parkkrallen-Analogie auch nicht mehr als ein emotionales Statement, ohne Wert. Genauso deine Statements zum Zinsniveau und Angebot und Nachfrage. Du fühlst das eben als richtig. Warum dann deine Ansichten so indirekt vehement mit Wahrheitsanspruch ggü. anderen vertreten („Die Sache ist die,…“), wenn doch alle Sichten gleich wahr sind? Du kannst nicht theoretischer Relativist sein, und in der Praxis absolute Aussagen machen. 😉
    „Deutungshoheitsansprüche per Videos“ interpretierst du aus der Ferne z.B. in meine Postings hinein. Ist das eine wahre Interpretation, oder feuern die Neuronen deines Gehirn nur randomisiert umher, und diese Emotion kommt dabei halt zufällig heraus? Müsste deine emotionale, vllt. auch moralische, Beurteilung von mir dann relativistisch gesehen nicht einfach nur nur heiße Luft sein? Aber warum ist es dir dann wichtig diese „Luft“ mitzuteilen; hättest ja auch nur lesen können, wenn es im Kern nicht um Wahrheitssuche geht?
    😉
    (Kleine, provokative philosophische Betrachtung aus)
     
    Der gute Verwalter

  39. Avatar-M

    @Sparta
    Klar, ab 600k trifft jetzt nicht den hier oft zitierten „kleinsparer“. Es ist aber der erste Schritt und die Grenze lässt sich ja mit einem Mausklick auch verringern. 
    Unsere bank ist auch froh, wenn jemand mit 20.000 auf dem TG das Geld abhebt. Auf alle Einlagen der Kunden 0,4% zu zahlen ist blöd.
     
    -M 

  40. AvatarStudent

    Endlich mal eine gute Nachricht aus Berlin, heute beschlossen:
     
    Kinder pflegebedürftiger Eltern müssen ab 2020 erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000€ für den Unterhalt ihrer Eltern zahlen.
     
    Das sollte viele hier freuen 🙂 

  41. AvatarSlowroller

    Haha, ich macht mich fertig 😉
    Hier behauptet jemand, dass die Staatsquote/n derzeit steigen und man springt drauf an. Dass das garnicht der Fall ist hat aber niemand mal geprüft, oder? In den 90igern hatten wir teils eine echt hohe Staatsquote, die wurde aber gesenkt. In der Krise ging sie natürlich ein wenig nach obem und derzeit verharrt sie seit Jahren auf für Europa sehr unterdurchschnittlichem Niveau. Worüber reden wir eigentlich ?

  42. AvatarSparta

    @guter Verwalter
    Nur tut er (Staat & investieren) das, im Vergleich zum gros der Marktteilnehmer immer a) unproduktiv und b) asozial.“
    Sorry, ist mir (als KMUler) zu eindimensional libertär und pauschalisierend….
    Kritik ist sicherlich angebracht aber 100 % Pauschal-Thesen sind mir zu ideologisch.

  43. AvatarWohnung mit Domblick

    @Thorsten
    >Alle zwei Jahre neues HandyIch weiß , was Du meinst, aber leider man wird zum Teil gezwungen.
    DU in der Opferhaltung? 🙂
    Wenn man zwingend ein Smartphone haben müsste, würde man mit einem geboren 🙂 Ich jedenfalls bin es leid. Das ist der 1:1 Ersatz für den gesellschaftlichen Zwang zum Auto. Unverzichtbar. Und am besten immer ein besseres als der Nachbar.
    Mir sind die Dinger viel zu fremdbestimmt. Manches wird heute ohne umständlicher, aber solange es irgendwie geht, wird mein altes Tablet nicht mehr ersetzt, wenn es endgültig hin ist (zur Zeit: sehr lahm). Der ING (eh. Diba) hab ich schon lebwohl gesagt, weil die zur Authentifizierung nur noch ihre vollumfängliche Bankingapp anbieten. Zu unsicher, zu überwachbar. Ich banke nur unter Linux. Mobile Telefonie ist bei mir auch immer auf einem einfachen ‚doofen‘ Handy geblieben.
    Man wird ohne Smartphone und Instant Messanger schon manchesmal als seltsam angesehen. Mir gefällt diese Entwicklung nicht und was sie mit dem Kommunikationsverhalten untereinander macht. (schnelllebig, unverbindlich…nur Grundrauschen ohne Bedeutung)

  44. Avatarguter-verwalter

    @Sparta:
    Okay, Kritik vielleicht berechtigt. Gegenfrage: Wo (über konkrete positive Beispiele bin ich dankbar!) ist die Staatshand als kleiner/mittelständischer Unternehmer in the long run nicht unproduktiv und antisozial (anders ausgedrückt: fehlallokierend)? 
     
    Gruß,
    guter Verwalter

  45. AvatarSparta

    @guter Verwalter
    Ich erhebe mich nicht als Richter über die Einteilung was sozial gerechtfertigt ist, und was nicht. Dazu bin ich zu demütig über meine Faktenkentniss und wie alles miteinander verwoben ist.
    Zudem haben wir eine Vermischung von Staat und Lobbyismus.
    Es ist weder alles schwarz noch weiß!
    Ansonsten gibt es auch genügend Investitionsbereiche die schwierig rentabel zu betreiben sind, welche aber für viele Menschen etwas mit der Lebensqualität und sozialer Gerechtigkeit zu tun haben. 
     

  46. Avatarslowroller

    @NicoDu redest von einer „wachsender Staatsquote“ – sorry, dass ich dabei nicht an die 60iger Jahre denke. In den 70igern, 80igern, 90igern, 2000ern war die Staatsquote im Schnitt jeweils (zum Teil) deutlich höher als in den 2010ern.  Und in den 2010ern selbst sinkt die Quote von Anfangs 47,x auf 2019 43,x.

    @guter verwalterIch finde, dass Befürworter der echten freien Marktwirtschaft (also ohne Eingriffe des Staates) durchaus ihre Punkte haben, wenn ich sie auch nicht teile. Aus meiner Sicht ist das schlicht nicht mehr zeitgemäß und die Auswirkungen einer echten Umsetzung muss man dann auch ertragen können. Ich persönlich bin ein überzeugter Verfechter des Ordoliberalismus – im Grunde ein System, mit dem Deutschland über die Jahre am meisten prosperiert hat und welches die berechtigten Forderungen von Bevölkerung und freihen Marktteilnehmern am besten zusammenschnürt. Zwei der wichtigsten  Grundpinzipien ist es, den Markt dort auszuschließen, wo gesellschaftlich ein Markt keinen Sinn ergibt UND jeden Marktteilnehmer voll für seine Teilnahme am Markt haften zu lassen. In den letzten 20 Jahren wurden beide Prinzipien nicht gut eingehalten. Ein Kritikpunkt von Ordoliberalen an echten freien Märkten ist, dass diese die Neigung haben sich selbst aufzulösen. Und wenn das passiert schwappt man in das nicht gewollte gegenteilige Prinzip.

  47. Avatarguter-verwalter

    @Sparta:
    M.E. ist das Vorhandensein von hoher Systemkomplexität und Vernetzung verschiedener Strukturen kein Argument gegen mögliche, simple, vielleicht eindimensional wirkende Lösungen.
    Bsp.: Die Phlogistontheorie in der frühen Chemie. Die Verfechter dieser Theorie versuchten mit allerhand neuer ‚Epicyclen‘ an der noch jungen Naturwissenschaft Chemie die chemischen Reaktionen der Verbrennung zu erklären. Schlussendlich musste man alle noch so komplexen und schönen Theorien die Toilette runterspülen: Phlogiston gab es nicht, das neu entdeckte Element Sauerstoff war der einfache, aber entscheidende Lösungsfaktor. Und damit war aller akademischer Phlogiston-Diskurs aus dem intellektuellen Wolkenkuckucksheim in seiner realitätserklärenden Kraft als falsch einzustufen. Ein epochaler Paradigmenwechsel!
     
    Zum Lobbyismus:
    Wenn wir in DE im Grundgesetz einen festen Haushalt der zentralen Staatsorgane verankern würden, wäre der Lobbyismus obsolet: Keine Interessenlobby würde sich um begrenzte Allokation eines begrenzten – weil dezidiert klein gehaltenen! – Geldkuchens streiten. Leider haben wir so etwas faktisch nicht (obwohl die Schuldenbremse in diese Richtung geht), weshalb der Staat theoretisch unbegrenzt Mittel zur Verfügung hat, in sofern er sie gut genug „verpackt“.
     
    @slowroller:
    Ordoliberalismus in allen Ehren. Aber allein schon die Aussage „wo gesellschaftlich Markt keinen Sinn ergibt“ ist eine Einschätzung, die man nur dann machen kann, wenn man die eigene Analysekompetenz bzgl. der Sinnhaftigkeit eines möglichen Marktprozesses höher (d.h. besser) einschätzt, als es den Marktteilnehmern a priori zu gestatten nach trail-and-error selbst auszuloten, ob ein Markt Sinn ergibt.
    Ersteres birgt die ideologische Saat einer überbordenden Fremdbestimmung des Individuums durch outsourcing von privaten Verantwortlichkeiten an eine elitäre Klasse (im besten Fall eine Sapiokratie, im schlimmsten Fall rechter oder linker Sozialismus). Letzteres birgt die ideologische Problematik eines Kontrollverlustes ggü. Marktprozessen; im besten Fall etabliert sich ein stabiler freier Markt mit geordneten Abläufen (Preisbildung, etc.) zwischen Anbietern und Konsumenten, im schlimmsten Fall eine Anarchie ohne sinnvolles Wirtschaften.
     
    Persönlich widerstrebt mir zutiefst eine zu große zentrale Staatskontrolle; mit gewissen Graden an Kontrollverlust (was m.E. die Kehrseite der privaten Haftung und Eigenverantwortung beinhaltet, zwei sehr positive Aspekte) kann ich leben.
     
    Viele Grüße,
    guter Verwalter

  48. AvatarThorsten

    @Wohnung mit Domblick
    ich hatte überlegt nur noch eins für Mobilfunk zu haben , so ein Notfalldingens, aber …ich Opfer ! 😉 Bin bei Prepaid gelandet und habe somit fast keine Folgekosten, da ich zu Hause ja Wlan habe.
    Ortung der Familienmitglieder, Scannen der optischen Tans, offline-Karten und Anderes bringen mir derzeit tatsächlichVorteile. Ich habe kein Teures und benutze es möglichst selten außer Haus (was fast paradox ist, denn ursprünglich sollte man damit ja außerhalb mobil telefonieren, aber wer tut das noch, wir nicht).
    Linux habe ich x-mal versucht, es gibt keine Software für mich, Steuersoftware, Nebenkostenabrechnung, geht nur 100% auf Windoof. Emulator dafür geht nicht, im entsprechenden Forum immer Hilferufe und Erklärungen, warum der Emulator evtl. versagt, meist aber keine, wohl weil es aus Frust keiner mehr macht.
     

  49. AvatarNico Meier

    @Slowroller
    Natürlich ist die Staatsquote in den 2010er Jahren gesunken. Das ist aber nicht den sparsamen Politikern sondern dem starken steigen des BIP zuzurechnen, welches integraler Bestandteil der Staatsquotenberechnung ist. Aber man kann sich natürlich immer die Zahlen rausziehen die einem gefallen.

  50. AvatarSparta

    @guter-Verwalter
    „M.E. ist das Vorhandensein von hoher Systemkomplexität und Vernetzung verschiedener Strukturen kein Argument gegen mögliche, simple, vielleicht eindimensional wirkende Lösungen.“
    Da kommen wir zusammen.
    Allerdings setzt Du ja die simple eindimensional wirkende Lösung mit einer kompletten oder möglichst großen Privatwirtschaft ohne große Regulierungen gleich… 
    Ob diese Gleichsetzung dann tatsächlich in der Praxis so umsetzbar bzw. als Äquivalent für Simplizität & Effizienz ist, wage ich zumindest zu bezweifeln weil wir im Endeffekt dann früher oder später den Nr. 1 Monopolisten bekommen, der sich selber als alles entscheidende Kraft mit immer mehr Einflussnahme sieht.
    Bei der Trinkwasser-Privatisierung z. B. in GB ist die proklamierte Effizienzsteigerung nicht eingetreten.
    Auch halte ich es für sehr grenzwertig wenn Nestlè dieses Allgemeingut von korrupten Regimen (ohne Demokratie) aufkauft. 
    So, muss arbeiten… wir kommen sowieso nicht weiter, da wir dies sowieso nicht beeinflussen können. 😉

  51. AvatarRüdiger

    … möglichst großen Privatwirtschaft ohne große Regulierungen …
     
    Ob es weltweit eine Volkswirtschaft gibt, die seinen Vorstellungen zumindest nahe kommt?

  52. AvatarDanielKA

    Bereiche der Daseinsfürsorge/Daseinsvorsorge (Wasser/Abwasser/Bildung/teilw. Gesundheit usw.) gehören nicht privatisiert und zum Glück sind wir da in Deutschland ganz gut dabei.
    gerade Trinkwasser ist ein schlimmes Beispiel, ich zahle lieber 2 Cent pro Liter für die gleiche Qualität bei den eigenen Stadtwerken anstatt 20-60 Cent an Konzerne wie Danone/Nestle/Coca-Cola welche teilweise selbst Leitungswasser/Grundwasser ankaufen und teuer verkaufen.
     
     

  53. Avatarslowroller

    @Nico Meier
    Sorry, jetzt bin ich raus: Bitte werde doch mal konkret. Alle Zahlen, die ich gefunden haben, weisen auf
    a) eine geringere Staatsquote in den letzten Jahren und Jahrzehnten (Ab den 70igern)b) auf deutlich  fallende Mitarbeiterzahlen im öffentlichen Dienst seit den 90igern und 2000dern hinundc) teilweise auf deutlichen Personalmangel für (Teil-)öffentliche Aufgaben hin. (Polizei, Armee, Erzieher, Lehrer…)
    Welche Aspekte meinst du denn wenn du „eine wachsende Staatsquote“ anmahnst? Ich will hier ehrlich nicht rumstänkern – aber ein wenig Bedacht bei eingeworfenen Aussagen finde ich schon wichtig.  

  54. Avatarslowroller

    @guter verwalter
    Wieso tust du das ab? Ist es sinnvoll zwei Flughäfen nebeneinander zu bauen? Ist es sinnvoll mehreren Betreibern zu erlauben unabhängig von einander Autobahnen, Schienennetze oder Stromtrassen zu bauen? Wieviele Krankenhäuser sind in einer Region in Konkurenz zu betreiben? Auch die Energieversorgung eines Landes ist so ein Thema wie wir heute sehen.
    Solche Beispiele sind es, die Eucken meinte. In allen Bereichen, in denen es keine Konkurenz geben kann macht es der Staat eben selbst oder greift massiv in den Markt ein. Macht er das nicht ist das schädlich für alle. Im Gegenzug dazu garantiert diese Wirtschaftsordnung (dort wo es möglich ist) einen freien und fairen Markt.

  55. AvatarNico Meier

    @slowroller
    Ich habe den Link gepostet.
    Die Staatsquote hängt ab vom BIP. Wenn das BIP stark wächst und die Staazsausgaben nich so sinkt die Staatsquote das haben wir in den 2010er Jahren da 2009 das BIT von DE stark gefallen ist.
     

  56. AvatarTimo Hass

    @ Nico MeierErst beklagst du Willkür bei der Kritik zu deiner Aussage zur „wachsenden Staatsqoute“ und wirfst dazu selber nur einen kurzen Staatsqouten Link in die Diskussion ein. Damit du im Anschluss, die von dir vorgelegten Zahlen relativierst, in dem du vom schwankenden BIP schwaffelst. Vorallem gibst du selber keine Anhaltspunkte, woran du jetzt konkret den starken Zuwachs von Staatsqoute ausmachst.
    Ich für meinen Teil nehme keine erhöhten Staatsausgaben in Infrastruktur, Bildung oder Zukunfttechnologien im Alltag wahr. Obwohl wir es uns mehr als leisten könnten, Geld in sinnvolle Verwendung zu bringen und dabei gleichzeitig von den Negativzinsen zu profitieren.

  57. Avatarguter-verwalter

    @Sparta:
    Monopole sind wirklich ein großes Problem, ja. V.a. im digitalen Zeitalter, in dem das Prinzip ‚The winner takes it all‘ gilt (siehe Suchmaschine Google z.B.). Diese Informations-Dienstleistungsmonopole kamen denke ich den Ökonomen vor 30-50 Jahren niemals in den Sinn, sowohl den libertär als auch den keynesianisch geprägten. Das ist in der Tat ein geschichtliches Novum, an dem wir uns als Gesellschaften ethisch moralisch erproben müssen.
     
     
    @slowroller:
    Prinzipiell verstehe ich dich, was die Frage nach der Sinnhaftigkeit von mehreren Flughäfen, kokurrierenden Stromtrassen, Krankenhäusern, etc. anbelangt. Meine breite Feststellung ist nur diese: Die schlimmsten Fehlallokationen von Ressourcen (z.B. Tempelhof, BER) passieren meistens in den Bereichen, in denen die ‚öffentliche Hand‘ federführend (d.h. initiierend, planend und ausführend) aktiv ist (https://www.schwarzbuch.de/). Das heißt nicht, dass die Privatwirtschaft keine Fehlallokationen macht; jedoch bereinigt der Markt die privatwirtschaftlichen Fehler radikal, die öffentliche Hand weitet einfach so lange die Projekte aus, wie sie kann, und scheut sich massiv ihr Scheitern einzugestehen.
    Ob bspw. die Übernahmeverweigerung dt. Stromnetze durch chinesische Investoren in 2018 ein Akt der Marktverzerrung ist, ich würde sagen nein. M.E. ist das gut, weil es die innere (Versorgungs-)Sicherheit ggü. einem äußeren ‚Wirtschaftsagressor‘ wahrt, also, im Sinne eines von mir favorisierten Minimalstaats
     
    Ich bin auch bei dir, dass unsere Wirtschaftsordnung prinzipiell nicht die schlechteste (weil auch durchaus politisch gut geordnete) ist. Mir fällt nur folgendes auf: Überall, wo die Politik einmal einsteigt, um (durchaus begründet!) zu regulieren, tut sich das nicht nur eine begrenzte Zeit lang, sondern dauerhaft. Sie nimmt sich nicht mehr zurück, sondern weitet ihren kontrollierenden Arm immer weiter aus. Und das ist m.E. gefährlich. 
    In seinem letzten Brief vor seinem Tod im Jahr 1946 hat J.M. Keynes genau diese Töne angeschlagen: In den Notzeiten sollte der Staat eingreifen und möglichst gut steuern; danach muss aber der Rückzug des Staates erfolgen.
    Er schrieb: „I find myself more and more relying for a solution of our problems on the invisible hand which I tried to eject from economic thinking twenty years ago.“(Quelle:https://www.maynardkeynes.org/keynes-career-timeline.html#intfin)
     
    Viele Grüße,
    der gute Verwalter

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