Buy and Hold. Es ist einfach

Fondslegende John Templeton sagte: „Die Geschichte zeigt, dass Zeit und nicht das Timing der Schlüssel zum Anlageerfolg ist.” Kombiniere das mit dem Spruch von Baron Rothschild: “Warte, bis ‘Blut in den Straßen’ fließt.” Und schon hast du eine erfolgreiche Börsenstrategie.

Hausmeister: 8 Millionen $ im Depot

Seit wann investierst du? Warum bist du noch kein Millionär? Hast Du schon acht Millionen wie dieser Hausmeister? Ronald Read war ein guter Stockpicker und hielt Aktien langfristig. So wie es das Aktiengenie Warren Buffett empfiehlt. „Herr Read besaß zum Zeitpunkt seines Todes mindestens 95 Aktien, von denen er viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gehalten hatte“, berichtete das “Wall Street Journal” 2015. „Zu seinen langjährigen Beteiligungen gehörten Blue-Chip-Stars wie Procter & Gamble, JP Morgan Chase, General Electric und Dow Chemical. Als er starb, hatte er auch große Anteile an JM Smucker, CVS Health und Johnson & Johnson“, berichtete die Zeitung.

Es lohnt sich optimistisch zu sein. Denn der S&P 500 klettert im Schnitt um 10%, der DAX um 8%. “Bullish zu sein bringt einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den vielen Marktteilnehmern, die negativ eingestellt sind, weil dies ihre gewohnheitsmäßige Einstellung zum Leben ist”, rät der britische Fondsmanager Nick Train.

Er ist ein optimistischer Käufer, der eine enorme Geduld hat. Er ist ein “Buy and Hold”-Anleger, wie ich einer bin. Star-Manager Train möchte seine Aktien am liebsten nie mehr verkaufen.  “Auf diese Weise habe ich die Geschichte auf meiner Seite mit Blick auf die langfristigen Tendenz der Börse, die im Laufe der Zeit steigen, zumindest die angelsächsischen. Außerdem fühle ich mich viel besser – optimistisch zu sein hält jung!”

Er hält es für ratsam, “davon auszugehen, dass die Aktienmärkte immer günstig sind”. Sprich, er versucht nicht die Börsenbewertung und Stimmung zu timen. Das ging bislang immer schief. Die langfristigen Renditen von Aktien deuten darauf hin, dass dies kein Problem sei. Und er sagt: Es sei falsch zu glauben, dass Aktienmärkte existierten, um Anleger reich zu machen. Sie seien für Innovationen und den Fortschritt da.

Fondsguru kauft erfolgreiche alte Firmen

Er ist ein Anhänger der britischen Modemarke Burberry. Das Unternehmen habe es geschafft, seine Marke weit über 100 Jahren begehrenswert zu halten. Es nutze clever Online-Marketing.

Wenn ein Unternehmen bewiesen habe, dass es über lange Zeiträume hinweg wachsende Dividenden zahlen könne, sei dies ein Zeichen dafür, dass es sich um ein Geschäftsmodell handele, das einen Schutz gegen disruptive Technologien habe. Natürlich sei die Vergangenheit kein sicherer Wegweiser für die Zukunft. “Aber ich beginne lieber damit, bestehende großartige, dauerhafte Unternehmen zu identifizieren und zu fragen, was ihnen schaden könnte, anstatt zu versuchen, die nächste Generation an Firmen zu finden.”

Am liebsten sind ihm natürlich Bagger. Was ist ein Bagger? Ein Bagger ist eine Aktie, die ihren Kaufpreis um ein Vielfaches erhöht. Fidelity-Fondslegende Peter Lynch war der erste, der den Begriff verwendet hat. Auch Bill Miller sucht nach Vervielfachern, ich hab Miller schon interviewt.

Die beste Investition, die du tätigen kannst, ist eine, die sich vervielfacht und die du nie verkaufen musst. Dann sparst du auch die Steuer auf den Verkaufserlös. Ich bin ein Hamster, der am liebsten wertvolle Unternehmen in schlechten Zeiten einsammelt.

Steigende Dividenden sind ideal für die Früh-Rente

Wenn die Dividende, die du erhältst, größer als als der Kurs ist, den er für die Aktie bezahlt hast, war das ein guter Deal. Bei mir ist das in normalen Zeiten ohne Corona bei meiner CTS Eventim der Fall:

Es gibt wunderschöne Dividendenarististrokaten (25 Jahre steigend) und Dividendenkönige (seit 50 Jahren Ausschüttung erhöht), die kannst du kaufen und vergessen. Sie geben dir passives Einkommen im Alter, das steigt. Du musst nur das richtige Unternehmen besitzen und geduldig abwarten. “Wir möchten über mehrere Geschäfts- und Börsenzyklen hinweg investiert bleiben – viel länger als viele professionelle Anleger”, sagt Train. Ich ticke wie er.

“Natürlich ist ein solcher strategischer Ansatz nicht perfekt”, gibt er zu. “Wir werden leistungsschwache Unternehmen und Aktien vielleicht zu lange halten. Aber es gibt auch einen großen Vorteil darin, was wir tun. Wir geben uns und unseren Kunden die bestmögliche Chance, von den Effekten des Zinseszinses zu profitieren…”

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  1. Hallo Tim,

    habe dein Youtube-Video mit Richy zum Thema Buy & Hold gesehen. Frage: Gibt es in USA keine Verlusttöpfe wie in Deutschland, so dass sich ein Verkauf von Pennystocks evtl. doch noch lohnt um wenigstens künftige Dividenden oder realisierte Gewinne
    steuerfrei zu erhalten?

    Ich hatte mal eine Aktie, die Firma ging insolvent, habe dann auch verkauft und tröste mich nun mit steuerfreien Dividendenzahlungen/Aktiengewinnen.

    Merci, Max

  2. Wie ich diese Artikel von Tim liebe. Confirmation Bias? Mir egal. Hier lese ich, warum diese Strategie langfristig erfolgreich, nervenschonend, simpel und doch so intelligent ist.

    Makrodaten, Marktgeschehen, Augurengeplapper? Völlig belanglos. Stur und stetig werden Aktien von herausragenden Unternehmen gehamstert. Und einfach ewig gehalten. Ja, die ein oder andere Gurke ist dann immer dabei, aber wieviele “Investoren” haben die letzten Jahre nach dem Check ihre besten Aktien verkauft? Lethargie ist Trumpf. Der Cashstrom wächst und wächst automatisch.

    Habe mal nachgeschaut. Die Papiere von Apple stehen mit 1.032% in meinen Büchern. Für ca. 3.000€ gekauft, bis heute ca. 1.700€ Dividenden erhalten. Etwas unspektakulärer die Munich Re. IZF bei 15% p.a.. In ein paar Jahren werden mehr Dividenden eingetrudelt sein, als damals für die Papiere bezahlt wurde. Nur durch kaufen und liegen lassen.

    Das Einsammeln ist nichts besonderes. Kann jede und jeder. Aber das Festhalten….

    Der Tim Schäfer Blog zieht mich auch nach einer Dekade immer noch in seinen Bann. Danke dafür, Tim! Es tut gut, deine Mantren zu vernehmen.

  3. Hallo Tim
    Wieder super Artikel. ?
    Ich vermeide Änderungen an meinem Portfolio. Zukaufen ist ok, Qualität wenn ich mich mit dem Preis wohlfühle. Ich habe für mich festgestellt, keine Bewegung = gute langfristige Performance.
    Ich habe wie jeder auch schwache Performer, aber die beachte ich nicht. Interessant, dass sich einzelne sogar gut erholen. Alles ist möglich, wenn man investiert. Meistens langfristig Positives.
    Viele Grüsse

      1. Genau, einfach liegen lassen. Im Zweifel mach ich gar nichts. Ausser meinen Sparplan laufen lassen, monatlich CHF 500. und wenn dann wieder mal ordentlich Kurse purzeln, wie im März 2020 habe ich eine schöne Einkaufsliste.
        Danke noch für den Link, gutes Interview ?

  4. Danke Freelancer Sebastian. Das Mantra funktioniert. Wir sehen es beide in unseren Depots. Und all die anderen Leser des Blogs auch.

  5. Hallo Tim, auch von mir vielen Dank für Deinen Blog und die klaren, einfachen Denkanstöße zum Investieren.
    Ich lese den Blog seit einem Jahr regelmäßig. Mir gefällt, auch bei der Rückschau in deinem Archiv, dass du in Krisenzeiten zur Besonnenheit heit räts und du immer wieder den langfristigen Erfolg von Aktienanlagen hervorhebst.
    Durch die Kursstürze in der Corona Krise habe ich wieder angefangen mich für Aktienanlagen zu interessieren und seitdem, auch durch die Messages hier, einige EinmalKäufe in Aktien und ETFs durchgeführt und insbesondere meine monatlichen Überschüsse zugunsten von Aktiensparpläne in ETFs verändert.
    Ganz unspektakulär habe in erster Linie den oftmals hier genannten Vanguard All World, aber auch der Xtrackers MSCI World Quality Factor UCITS ETF (A1103D), Stichwort Qualität, finde ich für einen perspektivisch langfristigen Anleger bislang überzeugend. VG

  6. Völlige Übereinstimmung Sebastian: Eigentlich weiß ich alles, was Tim schreibt, ja mehr noch, ich habe am eigenen Leib erfahren, dass es stimmt und über die Zeit (Dekaden) die Millionengrenze im Depot längst passiert. Dividenden gehen in der Regel mehrmals in der Woche ein. Ich könnte davon leben, muss es aber nicht.
    Keiner, außer der engste Familienkreis, weiß das. Wir leben ganz normal, unauffällig wie unsere Umgebung.
    Und trotz allem lese ich Tims Mantra immer wieder mit Genuss, weil ich erlebt habe, dass es genauso ist.

  7. Hallo zusammen,
    ich kann mich den lobenden Worten nur anschließen, lieber Tim!
    Gelassenheit und Qualität sind nach meiner Erfahrung die Zutaten für langfristigen Börsenerfolg. Leider hat es aber auch einige Jahre gedauert, bis ich das verstanden hatte. Das macht solche Artikel umso wertvoller, dankeschön für deinen unermüdlichen Einsatz hier!

    1. Ich hab mir Trailing Stopp-loss angewöhnt, bei 18% hat man in etwa den Sweet Spot. Damit macht man keine vorschnellen Panikverkäufe und kann bei einem Event wie Great Recession oder Corona oder Firmenschicksal (Ölschock etc.) sich die Gewinne sichern. Bei Dividenden muss man vorsichtig sein und sich nicht von derzeit hohen Dividenden beeindrucken lassen, wichtiger sind langjährige Steigerungen. Und einfach Mal eine Investitionspause bei hohen Kursen (wie derzeit) uns beim 10% Dip einsteigen ist auch klüger als zum ATH weiter einzusteigen. Sorry, find die Sit& Goldstrategie wie vorgestellt etwas naiv.

  8. @ Marco Handmann

    Ich schicke Dir einmal aus Dank zu Tims stetig guten Beiträgen einen wunderbaren Artikel von Tim über Market Timing:
    https://timschaefermedia.com/stetiges-aktien-etf-sparen-ist-ueberlegen/

    Schau Dir das einmal ganz genau an. Hier sind drei Beispiele aufgeführt. Ein breit diversifiziertes Depot erfährt mit den Jahren auch eine gewisse Übersichtlichkeit. Das ist gar nicht so schlecht für Buy nad Hold. Ich verkaufe eigentlich fast nichts. Mit den monatlichen Überschüssen kaufe ich in der Regel eine Aktie im Monat. Da kommt mit den Jahren etwas zusammen.

  9. beim 10% Dip einsteigen ist klüger als zum ATH einzusteigen
    Beim Trading ja. Bei Langfristinvests aber deutlich nein. Bei langfristig steigenden Aktien ist ein minimal günstigerer Kaufkurs ziemlich irrelevant. Viel größer wirkt sich das zu lange Warten bei weg laufenden Kursen aus. Wäre es relevant wenn Sie Amazon, Google, MSFT, Paypall, VISA ect anstatt zu 110€ zu günstigen 100€ gekauft hätten? Dazu kommt, dass die meisten (anders als zB @Claus hier) keine klaren Nachkaufzekriterien festgelegt haben und somit im DIP dann doch nicht kaufen, denn es könnte ja noch weiter fallen. Ein großer Fehler auf DIPs zu warten.

    Qualität
    Das Kriterium Qualität lese ich immer wieder. Klar, jeder will Qualität im Depot. Aber mir ist überhaupt nicht klar was das sein soll. Gibt es da wirklich definierte belastbare Kriterien?

    World Quality Factor ETF
    Der o.g. Xtrackers enthält als größte Positionen FAG, MSFT, Nike, Target, NVidia, JNJ, Roche ect. Viele davon sehe ich auch in Fonds mit anderen Kriterien. Amazon ist keine Qualität aber Target schon? Im Corona-Crash stürzte der o.g. ETF leicht stärker ab als der Vanguard All-World. Die Erholung des Quality ETF ist ähnlich aber ein ganz wenig schwächer als der All-World ETF. Es gibt es für mich keinen Grund als Kerninvest irgendetwas anderes / Factor-ETfs zu kaufen als einen simplen, robusten All-World / ACWI IMI.

    Kiev
    Ja, das ist ein wirklich guter, sehr anti-intuitiver Artikel. Als Europäer gefällt mir der Fokussierung ausschließlich auf den S&P500 nicht unbedingt. Klar ist das die treibende Wirtschaft aber auch Japan ist eine ganz starke Wirtschaft und wenn die beispielhafte Japanerin Yoko den Nikkei gekauft hätte, dann hätte es nicht so gute Resultate gegeben. Tims Satz “… der Markt zwangsläufig weit über ihre ursprünglichen Einstiegspunkte hinaus erholte.” kann lange dauern. Deswegen lieber nicht auf ein Land oder bestimmte Faktoren setzen ist meine Meinung sondern für die Rente über 40 Jahre auf das möglich robusteste Invest.

    1. Das kommt auf den Zeithorizont an. Auf 10 Jahre spielen Bewertungen eine starke Rolle. Auf 20, 30 Jahre und mehr, überwiegt die fundamentale Entwicklung und wie die Unternehmen Kapital reinvestieren könne eine immer stärkere Rolle.

    2. Qualität siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=YZM9dhiDbzI&t=643s

      Qualität: Strukturelle Wettbewerbsvorteile (Moats), als Folge dessen hohe Margen und hohe Erträge auf das investierte Kapital (hohe ROCE, hohe ROIC), bei relativ wenig Verschuldung. Hohe Renditen auf das investierte Kapital und möglichst die Möglichkeit hohe Anteile des verdienten Geldes idealerweise bei diesen hohen ROCEs bzw. ROICs zu reinvestieren. Also stell die vor, du hast eine Anleihe mit exellenter Bonität , die jedes Jahr 20% Zinsen abwirft und du könntest die jährlichen Erträge von 20% jedes Jahr wieder in Anleihen mit 20% Zinsen reinvestieren. Du bekämst hohe Erträge mit hoher Vorhersagbarkeit. Eine Qualitätsfirma sollte die gleichen Eigenschaften haben idealerweise wie die Anleihe mit den 20%. Damit du die hohe Vorhersagbarkeit und guten Erträge (also gute ROE, ROCEs bzw. ROICs enspricht der Verzinsung der Anleihe) bekommst, brauchst du Firmen mit starken Wettbewerbsvorteilen (moats). Die Anleihe wäre aber deutlich weniger attraktiv, wenn du die 20% Erträge nicht jedes Jahr in weitere Anleihen zu 20% reinvestieren könnstest, weil dann natürlich der Zinsesszinseffekt nicht so gut läuft. Bei Firmen ist das Problem, dass denen irgendwann die Projekte ausgehen, ihre Erträge zu reinvestieren, d.h. das Wachstum lässt nach. Dementsprechend werden sie mehr und mehr zu einer Anleihe mit zwar guter Verzinsung aber mit immer geringerer Möglichkeit weitere Anleihen mit der derselben Verzinsung zu kaufen. Es ist klar, dass ein Instrument das 20% pro Jahr an Rendite abwirft un 100% dieser Erträge erneut bei 20% reinvestieren kann, viel attraktiver ist, als ein Instrument das zwar ebenfalls 20% pro Jahr abwirft aber weniger Möglichkeit zu Reinvestition bei 20% besteht. Simpler Zinseszinseffekt.

  10. @4211
    Wie funktioniert das bei Dir mit Deinen festgelegten Nachkaufkriterien-rein praktisch, meine ich?

    Hast Du erstens ein System angelegt, mit definierten Kriterien (KGV, Gleitende Durchschnittslinien etc.), um in so einer Art Ampelsystem wie Claus Nachkaufsignale zu generieren (bei ihm ja sogar automatisiert). Kaufst Du dann konsequent nach, oder überlegst Du nur? Hast Du dafür ein Cash-Manahement oder ähnliches?

    Ich selbst müsste mich mal viel mehr damit beschäftigen, um meine Anlagestrategie zu verstetigen. Bislang kaufe ich eher Positionen voll, und wenn der Kurs wackelt, kaufe ich trotzdem nach. Eigentlich wie ein Kind im Bon Bon Laden. Mach mir die Tüte voll, und wenn es mir schmeckt, will ich trotzdem noch mehr. Das ist aber natürlich weniger strukturiert. Da mein Depot immer noch die erste Wahl meiner Watchlisten ist, könnte ich hier sicherlich mit Stringenz weiteren Mehrwert erzeugen. Außerdem würde es vermutlich weniger zerfasern, weil man konsequenter nachkauft als zu schnell neue Positionen aufzumachen.

  11. @Freelancer: Schön, mal wieder was von dir zu lesen.

    Könntest du mir bitte ein paar Informationen über deinen Hintergrund geben?
    – Wie lange bist du denn eigentlich schon an der Börse dabei?
    – Wie viele Positionen hast du im Depot?
    – Besitzt du noch andere Assets z.B. Gold, Anleihen, Kryptowährungen?

  12. @Tobs
    Also, bei mir funktioniert das ehrlich nicht mit den festgelegten Nachkaufkriterien. Auch deshalb kaufe ja seit Jahren hauptsächlich unspannend stetig per Sparplan mein Welt-ETF-Portfolio. Das betreibt sozusagen automatisch Trendfolge.
    Wenn ich Heute ein Nachkaufkriterium habe für Langfristinvestoren dann folgendes: Nur Gewinner nachkaufen und Verlierer (=unter den Kaufkurs gefallen) niemals deshalb nachkaufen. (Das gilt natürlich nicht für Crash-phasen wenn der Gesamtmarkt runter geht und dafür habe auch ich eine vorbereitete Liste mit Kaufkandidaten & gewünschter Bewertung).

    Bei Verlustpositionen im Depot habe ich mich offensichtlich geirrt als ich kaufte zu dem höheren Kurs. Da sieht der Markt etwas was ich nicht sehe und der Markt hat recht. Ich habe mich getäuscht. Das kommt vor, da will ich kein weiteres Geld versenken. Wenn ich weiter Nachkaufte dann immer zu höheren Kursen. Mit “Gewinnern nachkaufen” fahre ich persönlich besser als mein Geld den Verlierern zu geben. Für meine Anlage ist +10% ein bessers Kaufsignal als -20%.

  13. Was ist Qualität?

    Da bin ich beim alten Kosto. Börsenerfolg ist mehr Kunst als Wissenschaft. Es gibt schlicht keine definierten harten Kriterien. Was Qualität bedeutet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich halte es für völlig legitim, dass dann auch jeder zu anderen Ergebnissen kommt.

    Meine Anlageentscheidungen entspringen eher philosophischen und psychologischen Gedankengängen, als der Volkswirtschaftslehre.

    Adidas und Nike haben es bspw. geschafft, ihre Marken im Bewußtsein der globalen Population zu verankern. Über kulturelle Grenzen hinweg. Jung, cool, sportlich, erfolgreich. “Ja, das bin ich. Her damit”. Hohe Profite werden erzielt. Das ist Qualität.

    Oder ganz einfach: Auf den Langfristchart schauen und nach LURO Ausschau halten (Grüße an Claus). Wer es über 20 Jahre schafft seinen Wert – und damit langfristig auch den Preis – zu steigern, muss eine Art von Qualität aufweisen. Die Aristokraten und Kings sind hier ganz vorne mit dabei.

    Und dann schaue ich ganz profan auch – nicht nur – auf die Kapitalrenditen. Texas Instruments, Apple, Lowe´s und Nike warten mit über 25% auf. Das ist Qualität.

    Warum ich tyssenkrupp und die Lufthansa in diesen Reigen der “Qualitätsunternehmen” nicht mit aufgenommen habe, sollte klar geworden sein.

  14. @ 42sucht21

    Das Beispiel kommt aus den USA. Ich würde jetzt auch nicht mein ganzes Geld in den S&P stecken. Es zeigt aber schön, wie wichtig es ist investiert zu sein. Ich bin immer 100% investiert. Freelancer Sebastian hatte einmal ausgegraben wie oft es statistisch einen Rücksetzer oder einen Bärenmarkt gibt. Wenn es an der Börse um 10% in der Breite runtergeht und ich vielleicht Möglichkeiten für größere dann habe, dann bin ich auch zeitweise etwas mehr investiert. Falls es natürlich weiter abwärts geht war das auch kein gutes Timing. Ist mir aber egal. Dafür habe ich dann zumindest ein verbindliches Commitment. Ich möchte möglichst schnell ein Depot mit 500k erreichen. Mir ist klar, dass ich das nicht schaffen kann, wenn ich nur in den Himmel schaue und die Wolken beobachte. Da ich auch keine Glaskugel habe und die Aktien im Depot nicht exorbitant wachsen muss ich einfach verhältnismäßig oft kaufen.

    @ Qualität
    Ich kann an der Umsatzentwicklung eines Unternehmens heute sehen, ob es sich bei einem Kauf vor 10 Jahren um ein Qualitätsunternehmen handelt. Mein Problem. Wie kann ich heute sehen, ob sich ein heutiger Kauf in 10 Jahren als Investition in ein Qualitätsunternehmen herauskristallisieren wird.

  15. Die Umsatz- und Gewinnsteigerungen, sowie die ausgezeichneten Margen der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft. Das weiß ich natürlich auch. Jedoch hantieren wir hier mit Wahrscheinlichkeiten. Es ist eben höchst wahrscheinlich, dass sich bestehende Trends ersteinmal fortsetzen. Oft viel länger, als viele meinen. Wie oft hatte Apple schon nach Meinung vieler das Ende der (Umsatz-)Fahnenstange erreicht? Falsch gedacht.

    Auch wenn der Vergleich hinkt – wenn ich mir die erfolgreichsten Mannschaften der Fußballbundesliga der vergangenen 5 Jahre anschaue, wäre es klug, auch für die nächsten 5 Jahre auf sie zu setzen. Dass plötzlich Augsburg, Mainz oder Freiburg die Liga dominieren? Unwahrscheinlich.

    Ja, Alphabet und Amazon werden irgendwann in neue Phasen ihres Lebenszykluses eintreten. Kann aber dauern. Bis dahin werden riesen Gewinne gemacht. Jahr für Jahr für Jahr. Und auch in der nächsten Phase stehen sie nicht kurz vor der Pleite.

    Nehmen wir Dow Chemical oder Walmart. Wer hier seit 40 Jahren dabei ist, sollte gute Ergebnisse eingefahren haben. Veränderungen hin oder her.

    Aktuelle Zahlen sind ein sehr guter Indikator. Nicht mehr und nicht weniger. Für die Ausreißer nach unten wird diversifiziert. Passt für mich.

    Was die Statistik anbelangt, kann ich mich nicht an die Quelle erinnern, habe es aber festgehalten (S&P 500):

    Rückgang um 5% – 3 mal pro Jahr
    Rückgang um 10% – 1 mal pro Jahr
    Rückgang um 15% – alle zwei Jahre
    Rückgang um 20% – alle vier Jahre
    Rückgang um 30% – einmal im Jahrzehnt
    Rückgang um 50% – zwei bis drei mal im Jahrhundert

  16. Fussballvergleich: Einverstanden mit einem “aber”, es braucht schon ab und zu Anpassungen, sonst hat einige faule Eier siehe ewige Tabelle:
    https://www.kicker.de/bundesliga/ewige-tabelle
    Aber wer laufend zukaufen kann der wird hoffentlich auch sein Körbchen mit Teams aus der 2. oder noch schlimmer Regionalliga auffüllen.

    Trotzdem beobachte ich häufig dass genau diese Werte gekauft werden, weil sie vermeintlich billig scheinen. Wer würde jetzt in Schalke investieren? Was Homm mit dem BVG gelang ist eine Ausnahme. Unabhängig der Sympathie aber in Bayern würde ich immer investieren (im übertragenen Sinne ich würde kein Geld in eine Fussballaktie geben).

    Und auch wenn Du es nicht magst aber für viele ist auch der Kauf der 1. Bundesliga als Topf die einfachste und beste Lösung, dann hat man immer die 18 besten Mannschaften dabei.
    Kaiserslautern, Schalke & Co. spült es dann automatisch raus und die Marktkapitalisierung von Bayern ist entsprechend hoch.

    Das Wichtigste scheint mir dass die Zeit viele Wunden heilt, wenn man nicht völlig daneben greift.

    Statistik SP500 Drawdowns:
    https://www.trendfollowing.com/pdfs/sp_stats%201.pdf

  17. Hallo Kiev und @ all

    Was ist denn heute los, dass man mich gleich mehrfach erwähnt? Vielen Dank hierfür.

    “Ich kann an der Umsatzentwicklung eines Unternehmens heute sehen, ob es sich bei einem Kauf vor 10 Jahren um ein Qualitätsunternehmen handelt.”

    Ich verstehe so ungefähr, was Du meinst, aber alleine an der Umsatzentwicklung kann man das wohl nicht festmachen.

    Den Umsatz stark zu steigern, ist oft gar nicht das “große Problem”. Ich könnte z.B. ein Unternehmen gründen, das den Euro für 50 Cents verkauft… Gigantische Umsatzsteigerungen wären sicherlich vorprogrammiert. Aber werde ich hiermit jemals Gewinne erzielen??

    So oder so ähnlich kommen mir jedenfalls manche Geschäftsmodelle von bei Anlegern sehr beliebten Unternehmen vor. Gewinne Fehlanzeige! Hier gibt es nur schöngerechnete Prognosen, bzw. Versprechen der CEOs. Von solchen Unternehmen halte ich mich gerne fern.

    Oft hört/liest man: “Der Markt ist X-MRD $/€ groß. Wenn wir nur X% Marktanteil hiervon erzielen, dann…” Und natürlich ist über “die Plattform” alles scalierbar…

    Deshalb suche ich auch nicht nach “Miniatur-Unternehmen” mit “Multibagger-Potenzial”. Für eine Überrendite mit Einzelaktien sind solche Unternehmen nicht erforderlich.

    Ebensowenig Pennystocks, IPOs, China-, Russland-Aktien oder Aktien aus anderen (aus Börsianersicht) “exotischen Ländern”. Solche Aktien kommen mir nicht ins Depot. Beim Investieren in Aktien gibt es schon genügend Risiken, da brauche ich keine zusätzlichen Risiken.

    Ein gut strukturiertes Depot mit den “besten Global-Playern” (=LURO-Aktien) schlägt langfristig die meisten anderen deutlich. Regelmäßige Milliardengewinne dieser unternehmen mit steigender Tendenz lassen die Kurse auch langfristig deutlich steigen.

    Man sollte auch berücksichtigen, worin Großanleger wie z.B. Pensionsfonds und sonstige Fondsgesellschaften investieren. Kleinunternehmen kommen hier nur unwesentlich oder gar nicht in Betracht. Wer sollte hier also die Kurse nach oben bringen?

    Wer 10- oder 100-Bagger sucht, hat es sehr schwer. Wie viele Aktien muss man kaufen, bis man nur einen einzigen erwischt? Wie viele Totalausfälle hat man bis dahin zu verkraften?

    Kauf man 10 solcher Aktien, können 5-9 komplett ausfallen, ein paar “dümpeln” herum, ein 10-Bagger ist dabei. Erzielt man so überhaupt einen Gewinn? Ein Problem hierbei ist auch, dass man in solche Unternehmen wohl eher kleine Beträge “investiert”. Nicht nur aus Angst vor dem (wahrscheinlichen) Verlust, sondern auch, weil kaum jemand größere Summen in eine Vielzahl kleiner Unternehmen stecken kann. Wenn dann tatsächlich mal aus 1.000,- EUR 10.000,- werden, bringt das niemanden weiter.

    “Langweilige” 10% p.A. reichen völlig aus, um in längeren Zeiträumen ziemlich sicher “erhebliche Vermögen” aufzubauen. Sogar 10+-Bagger können sich hier ergeben, obwohl man das beim Einstieg nicht erwartet hat. Bei mir sind es Home Depot (16-Bagger) und Microsoft (12-Bagger).

    Von meinen 34 Aktien sind weitere 16 deutlich mehr als nur 100% im Plus. Nur 2 sind (erträglich) im Minus. Alles Zufall? Fast vergessen… Dividenden gibt es ja auch noch, ca. 15.000,- € nach Steuern im Jahr. Die stammen aber nicht von den Unternehmen mit den höchsten Dividenden, sondern viel eher von denen mit den höchsten Dividendensteigerungsraten…

    So, das wars nun aber. Habe schon viel zu viel geschrieben.

    Wünsche allen weiterhin viel Erfolg, mit welcher Methode auch immer.

    LG

      1. Zu meinen Aktien hatte ich noch nie eine besondere emotionale Bindung. In Aktien sollte man sich nie verlieben, sie sind nur “Mittel zum Zweck”. Vielmehr sind für mich Chance und Risiko entscheidend bei einer Investition.

        Das Wichtigste ist aber die Depot-Performance, “die Mannschaft” muss gewinnen.
        H&M habe ich daher im Mai 2019 mit kleinem Verlust verkauft und den Erlös in chancenreichere Aktien investiert.

        Dass es ab und zu mal nicht so läuft, wie geplant, gehört zum “Spiel”. Das akzeptiere ich gerne und ziehe meine Lehren hieraus.

  18. @ Claus

    Ich betrachte Aktien gerne mit Tools. Mir sind Qualitätsmerkmale bekannt. Dennoch kann ich nie sagen, dass sich die Entwicklung fortsetzen wird. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit bei einer langen guten Historie nicht schlecht.
    Ein paar Qualitätswerte (Wachstumswerte) habe ich auch im Depot: Reliance Industries mit 12.7k€ aktuellem Marktwert, BEP mit knapp 8k€ aktuellem Marktwert. Die habe ich auch schon aufgestockt und mir wurden auch Aktien zusätzlich ins Depot gelegt. Wie viel Qualität sie in einer Dekade haben wird sich zeigen. In China habe ich kürzlich China Walter Affairs, China Railroad und Everbright gekauft. Von allen 10k Stück. Mein Favorit war hier China Railroad. Die sind seit meinem Kauf satte 0.65% gestiegen. Die beiden anderen 22-24%. Diversifizierung finde ich wichtig. Und es hat sich bei meinem Depot auch schon ausgezahlt. Ich habe auch Bagger Kandidaten wie CTSO. Das ist natürlich kein Chart wie am Schnürchen. Mein australischer BKI Investment Fond erfüllt allerdings auch seine Qualitätsmerkmale. Ist allerdings kein Wachstumsunternehmen sondern einkommensorientiert. Davon habe ich jetzt genug und investiere mehr in Wachstum. Ich habe jetzt auch genug Zeit für die Doubles der Doubles. Also hohe langfristige Kursgewinne durch Wachstumswerten. Mein Depot zeigt auch keine übertriebenen Einbrüche. Die Nieten halten sich in der absoluten Höhe im Rahmen. Die Gewinner laufen hier wesentlich besser. Auch wenn es nicht so viele sind.

  19. Toller Beitrag, tolle Kommentare!

    Ich lese den Blog auch als bewussten „confirmation bias“ muss ich zugeben (wie jemand oben erwähnt hat).

    Ich darf mich aktuell glücklich schätzen, jährlich grössere Beträge zu investieren.
    Zum Teil packen mich schon Zweifel trotz logischem denken (geht es bald runter?), da helfen mir die Beiträge von Tim enorm.
    Wie ein gemütlicher Tee mit Buch während einem Gewitter 🙂
    Viel besser als nur Horror-News in der Zeitung…

  20. Ich bespare Momentan meine British American Tobacco.
    Super Dividende aus nachhaltigem Gewinn.
    Dies ist auch ein Unternehmen was ich ewig halten möchte.
    Dividende ist bei mir ein sehr hohes Kriterium aber nicht nur. Meine Media Games invest Aktie ist ein Glücksfall, zahlt keine Dividene, die möchte ich in paar Jahren aber wieder verkaufen.

  21. @Claus:
    Deine Ausführungen sind immer sehr wertvoll; Deine Ansätze gefallen mir, auch dass Du sie so konsequent exekutierst, das ist nämlich der Schlüssel zum Erfolg.

    Einige Anmerkungen von mir dazu bzw. einfach meine ergänzende Perspektive:

    @Umsatz: Ja, den muss man schon in einer Gesamtschau sehen, also Gewinnwachstum spielt natürlich auch eine Rolle. Aber erstens: Es gibt Geschäftsmodelle, da wird wenig Profit erzeugt. Nicht weil es nichts taugt, sondern weil das Management extrem unternehmerisch ist und vornehmlich am steigenden Cash-Flow arbeitet. Beispiel ist Amazon, was jahrelang runtergeschrieben wurde, es würde keine Gewinne machen und sei deshalb nichts. Ähnliches sehe ich jetzt gerade bei JET zum Beispiel. Aber zweitens: Der Umsatz ist für mich immer Ankerpunkt einer jeden Betrachtung. Er ist die einzige Größe von den Finanzkennzahlen, die nicht manipulierbar ist. Profits können theoretisch kurzfristig nach oben gepusht werden (durch verschiedenste Ansätze). Der natürliche Begrenzer aber ist und bleibt Umsatz. Kommt der nicht mehr rein oder nicht wie erwünscht, hat das empfindliche Auswirkungen nicht zuletzt auf die Bewertungs-Multiples. Darum ist mir Umsatzwachstum immer wichtig.

    @Kaufen, wo das institutionelle Geld und Fondsgeld hingeht: Ich denke es ist ok, wenn ich das schreibe, weil jeder mittlerweile meine progressive Meinung zu Asien/China kennt. Also, jedem, den ich damit auf die Nerven gehe, überlesen! 🙂 . Meines Erachtens sind das keine exotischen Länder mehr bzw. gegenwärtig dabei, diese Klassifizierung abzulegen. Leider finde ich die Quelle gerade nicht, aber jüngst hatten auf einer Tagen diverse Staatsfonds bekundet, nunmehr verstärkt nach China zu gehen. Oft ist das relevante, was passiert, verborgen hinter scheinbar gegenteiligen Effekten. Damit meine ich, dass vordergründig natürlich sich gerade jeder China-Kritiker bestätigt sieht, dass dieses Land nicht investibel sei (wegen der scharfen Regulierung von Geschäftsmodellen gegenwärtig). Viele Investoren und echte Entscheider interpretieren den Markt dadurch aber wesentlich besser, als man es in den weitläufigen Zeitungen lesen kann: Fairer Wettbewerb und faire Marktbedingungen sind die Grundlage für andauernde Innovationen und Wachstum. Diese Maßnahmen werden vom Kapital gar nicht so negativ gesehen! Ich denke nach China wird noch sehr viel institutionelles Geld gehen. Bislang haben amerikanische Pensionskassen eher in China-Tech an der Nasdaq investiert. Meines Erachtens werden sie bald eher direkt in China investieren. Wert hier jetzt einsteigt in Geschäftsmodelle, die seit etlichen Jahren funktionieren, den Grundbedarf der Chinesen decken und gleichzeitig ein bisschen den Premium-Markt adressieren (Stichwort: Höhere Einkommensklassen in China legen Wert auf Qualität) hat beste Chancen bei langem Atem, dass sein Boot so richtig schön angehoben wird. Heute ist China der Exot. Man sollte aber mal retroperspektiv in die 1960er abtauchen, als der Templeton Growth Fund mit USA Investments sowas wie eine Absonderlichkeit war. Bitte nicht vergessen, dass diese Menschen in Deutschland in den 60ern, denen dieser Fonds damals angeboten wurde, noch innerhalb ihrer eigenen Lebenserfahrung auf die 30, 40er zurückgeblickt haben, als die USA Einfuhren und Unternehmensgründungen von ausländischen Gesellschaften innerhalb der USA strengstens reglementiert hatten (also kein wirklich freier Markt waren).

    Jetzt habe ich viel zu viel geschrieben. Mist. 🙂

    1. Korrekt, kann ich aus erster Hand sagen. Bei uns kaufen institutionelle Anleger gerade China Fixed Income und China A-Shares. Und zwar in großen Volumina.

  22. @China: Hier kenne ich mich nicht aus. Kann jemand einen guten ETF empfehlen? Oder gerne auch einen aktiv gemanagten Fonds der in China sehr gut Erfoge erzielt. Aktive Fonds halte ich für solche Fälle nicht unbedingt für völlig verkehrt.

  23. @Claus
    Das mit den ‘kleinen Investitionsummen in risikoreiche Unternehmungen” ist auch ein guter Punkt. Es lohnt sich einfach nicht außer vielleicht für den Ego-kick und Spaß am spielen.

    @Tobs Einzelunternehmen in China
    Das Informationsgefälle ist mir zu groß um da relevante Summen in Einzeltitel zu stecken. Ich traue den verfügbaren Daten über große deutsche Unternehmen schon nicht wirklich, wie sieht es da erst mit verfügbaren Daten von chinesischen Unternehmen aus.

    @aktiver China Fonds
    Damit das Risiko-adjustiert lohnend wäre, müsste nach Kosten & Gebühren dieser Fonds zuverlässig die vergangenen 10-15 Jahre einen einfachen EM ETF deutlich outperformt haben für den Anleger. Das wird schwierig 😉

    Um bei @Brunos Fussballvergleich zu bleiben: Ich investiere nicht nur in einzelne Teams aus Chinas Superleague mit dem teuersten Management sondern in alle Teams bis hinunter zur Regionalliga von ganz EM. Das ist mir robuster.

  24. Danke für die Rückmeldung. Schade dass es offensichtlich keine deutlichen Überflieger bei den aktiven Fonds gibt. Bin auch nicht entsprechend fündig geworden. Andererseits sollte man auch mit breiter Streuung durch Aktien aus USA und Europa hinreichend in China investiert sein oder wie sehr ihr das?

  25. @All

    Mal wieder schöne Kommentare zum Lesen, macht Spass! Vielleicht fällt das auch einigen auf, wenn es so weiter geht, die hier seit einiger Zeit sich zurückgezogen haben.

    Grüße gehen raus an FuG, Value, Schachmatt, Baum, um ein paar zu nennen. Schön zu sehen das @Claus zumindest aktiv mitliest 🙂

    -M

  26. @Ralf

    Überprüfe evtl. mal die Geschäftsberichte deiner Firmen, wie die Umsatzverteilung in Asien ist und was die CEOs so planen. Dann hast du ein gutes Bild von deinen Firmen.

    Aber allgemein gesprochen sollte meist USA und Europa auch ausreichend sein, bei multinationalen Firmen.

    -M

  27. Wie so oft ein wahnsinnig inspirierender Beitrag. Deine Webseite ist eine Institution und für mich schon seit längerer Zeit eine Anlaufstelle, die immer wieder motivierend ist.

    Vielen Dank für deine tolle Arbeit, die maßgeblich dazu beiträgt, dass man bei der Stange bleibt.

  28. @ M ich les meist grob mit, aber oft hab ich leider nichts beizutragen ?? ich kann primär über Einzelwerte diskutieren.

    Zu Etf, China bzw. undemokratischen Staaten hab ich mich schon geäußert, Immobilien hab ich keine Ahnung.

    Mein Depot hat sich in letzter Zeit nicht so sehr verändert. Ich hab ein paar Wasserstoffwerte als Wette mit aufgenommen. Sonst nur bissle nachgelegt bei bestehendem. Also eher langweilig gerade bei mir.

    Grüße Baum

  29. @ Ralf: Ich bin auch der Meinung, dass eine China-Beimischung dem Depot gut tun kann, da die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nicht von der Hand zu weisen ist. Ich für meinen Teil würde aufgrund der starken Eingriffe seitens der Regierung aber weniger in einzelne Werte gehen sondern mich via China ETF annähern. Mir ist wichtig, gut schlafen zu können und bei China-Einzelwerten würde ich mich wahrscheinlich nicht wohl fühlen – auch wenn es tolle Unternehmen aus China gibt.

    Bin aber derzeit überhaupt nicht in China investiert…

    Da würde mich aber auch sehr die Meinung anderer interessieren?!

  30. @ Ralf

    Ich habe auch keinen interessanten ETF in China gefunden. Meine größte Position ist der Vanguard Emerging Markets ETF. Ich habe eine Art Kommer ETF Depot. Allerdings mit 70% Emerging Markets und 30% Rest. Dabei ist England im Rest überdurchschnittlich vertreten. Ich habe finde nicht, dass es ausreicht in Welt Unternehmen investiert zu sein. Sicher profitieren sie von Wachstum in Indien usw. aber vielleicht werden sie auch längerfristig von neuen aufstrebenden Firmen aus günstigeren Regionen abgelöst. Du kritisierst manchmal in Deutschland den langsamen Lohnnastieg. Die Firmen müssen allerdings weltweit mithalten. Das ist durch die Globalisierung auf lange Sicht nicht leichter geworden. Auf kurze Sicht ergeben sich natürlich mit neuen Märkten neue Möglichkeiten. Auf lange Sicht entsteht aber eine sehr ernstzunehmende Konkurrenz. Ich mag das Buch von Piketty. Ich teile einige Ideen von ihm und habe meine Anlagestrategie ein wenig darauf abgestimmt. Falls Emerging Markets nicht an Einfluss gewinnt, werde ich vielleicht weniger Rendite als ein S&P Index erzielen. Es wird aber sicher keine Nullnummer.
    Zum Fußball: Bin ja kein Fan aber kann die Analogie nachvollziehen. Emerging Markets oder China bedeutet allerdings nicht Regionalliga. Man schaue sich einmal die Marktkapitalisierung von China Railroad an. Mit Reliance Industries habe ich auch keinen verlustschreibenden Hotstock erworben. Oder man blicke auf die Position 1 im Emerging Markets ETF. Das ist sicher keine Regionalliga.

    1. Franklin Ressources FTSE China wäre mit einer TER von 0,19% noch der interessanteste.
      IE00BHZRR147

      Franklin übrigens auch eine interessante Aktie.

      1. Kein schlechter Fonds. Die Finanzindustrie ist mächtig und verlockend.
        Warum benötigt man einen China Fonds außer wegen der Story?

        Track record? 1 Jahr, viel geringer als ein EM ETF
        Performane seit September? ca. 40% geringer als ein EM ETF
        Kosten: 0,01 % teurer als als der EM IMI ETF
        Breite Abdeckung: die ersten beiden Werte (Ali & Tencent) machen 27% aus. Die ersten 4 (Meituan, CCB) machen 35%.
        Im EM Core IMI machen Ali & Tencent 8% aus, diese 4 machen 9,5%.

      2. Die China ETFs waren mir damals ebenfalls nicht breit genug aufgestellt. Habe einfach den Vanguard Emerging Markets gekauft. Mir bereitet die Suche nach interessanten Unternehmen allerdings Spaß. In England kaufe ich vielleicht bald Capital and Goods. Damit gehört mir ein Teil der Sehenswürdigkeiten. Auf die Suche nach einem Wachstumswert in Australien bin ich schon gespannt. In China habe ich schon gut Dividenden. erhalten, so dass ich auch hier wieder kaufen werde. Ein Biotech oder Pharma Wert würde mir hier gefallen.

      3. Bin nicht sicher, ob die geschachtelten Beiträge entdeckt werden. Bei Finanzrocker gibt es ein aktuellen Podcast indem es auch um China geht. Vielleicht ist der genannte ETF eine Möglichkeit. Ich habe hier tatsächlich einen Korb von Aktien. Die verhältnismäßig hohen Dividendenzahlungen nutze ich allerdings für Käufe neuer Positionen. Also diversifizierte ich das Depot mit der Zeit. Ich habe mit meinem australischen Fond bereits knapp 1000€ an Dividenzahlungen erhalten. Ich nutze das Geld in der Fremdwährung mit Zuschuss bald und kaufe eine Wachstumsfirma in Australien. So läuft es mit den Jahren immer besser und fast ein wenig von selbst.

  31. @-M
    liebe Grüsse zurück 🙂
    es geht mir sehr gut, der Ruhestand tut mir sehr gut. Der grösste Teil der to-do-Liste ist abgearbeitet, demnächst steht aber immer noch das Thema Vorsorgevollmacht und Testament an, nicht so einfach wenn man keine Angehörigen hat. Ich muss mich da auch erst mal richtig einlesen und die Sache dann in Ruhe angehen.

    Gesundheit
    ich experimentiere ein wenig, zur Zeit wird ein Teil des Kaffee-Konsums durch Matcha Tee ersetzt, Laufen tue ich fast täglich, hoffe das über den Winter beibehalten zu können. Eine meiner Ex-Kolleginnen bietet Pilates an, so wirklich Lust hab ich nicht darauf, aber ich vermisse ein wenig meine Kollegen 🙂 mal sehen.

    Investieren:
    China hab ich über meinen Vanguard Emerging Markets ETF, der ETF hat aber nur einen geringen Anteil am Gesamtportfolio. China ist für mich auch kein emerging market, langfristig gesehen sehe ich da durchaus gute Möglichkeiten, kurzfristig eher nicht so.

    @Claus,
    ich habe mich auch gefreut von Dir zu lesen, allerdings habe ich zu Small/Midcaps eine etwas andere Meinung, es gibt hier durchaus sehr gute Investitionsmöglichkeiten, ich habe mir ein paar wenige Schweizer Midcaps ausgesucht, da war bis jetzt allerhöchstens 1 Firma dabei die nicht so gut abgeschnitten hat. Ich bin sehr zufrieden mit Straumann,Sonova, Logitech (kürzlich aufgestockt), Ems-Chemie, Belimo, Schindler. Stadler Rail hat ein wenig enttäuscht, aber nicht schlimm.
    Zugekauft hab ich bei Zürich Versicherung vor ein paar Wochen, die haben sich wieder prima erholt.
    In USA habe ich kleine Positionen bei BMY und Cigna vor ein paar Wochen eröffnet, hier lässt Lyn Alden grüssen.

    Bis jetzt habe ich meine Dividende wie geplant schön re-investiert, um den 12.8. hat das Portfolio Höchststände gezeigt, mir wurde schon ein wenig bange, es wird nicht so bleiben, mit meinen Cashbeständen stehe ich teils auf Kriegsfuss, teils bin ich froh dass ich sie habe, damit tue ich mich einfach schwer, sollte es bis zum Frühling 2022 nicht zu einem schönen Kurseinbruch gekommen sein, so werde ich doch langsam etwas davon abbauen müssen, hier kommen natürlich nur “Qualitätstitel” mit sozusagen Gütesiegel in Frage, möglichst nicht überbewertet.

    Liebe Grüsse

    1. Hallo fit und gesund,

      es freut mich, dass es dir gut geht!

      Es gibt durchaus gute kleine(re) Unternehmen, wie z.B. die von Dir genannte Logitech. Das sind aber keine “Luftnummern”, wie die von mir angedeuteten Firmen.

      Einige meiner “kleinen” Watchlist-Unternehmen sind z.B. ResMed, Aptargroup, Brown-Forman, Dentsply, Nibe, Novozymes, Coloplast oder Swedish Match. Diese Aktien sind stets recht “teuer”, aber es lohnt sich bei Rücksetzern hier Positionen aufzubauen. Bei Novozymes habe ich z.B. seit letztem Dezember fast 50% Plus erzielt. Auch meine beiden Coloplast-Käufe sind bisher gut gelaufen. Hier gibt es noch jede Menge Potenzial.

      Auch mein Depot hat sich wieder sehr ordentlich erholt, steht aber “Dank” meiner Öl- und Tabakwerte noch knapp (ca. 3%) unter dem Hoch vom Feb. 2020. Öl und Tabak werde ich deutlich reduzieren, falls es hier mal wieder zu einer wenigstens deutlich positiven Phase, möglichst mit Übertreibung, kommt (ob ich das noch erlebe?…).

      Vorsorgevollmacht und Testament… schwierige Themen. Ein erstes “vorläufiges” Testament habe ich vor einigen Jahren nach dem Tod meiner Mutter bereits gemacht. Hier muss ich aber noch mal ran… In mir wehrt sich irgendwie alles dagegen, aber es muss bald sein. Trübe Herbst- und Wintertage sind da nicht gerade förderlich…

      Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende

  32. Zu China: ich bleibe dabei, natürlich sind die Unternehmen und das Land an sich interessant. Aber ich gebe da kein Geld hinein weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht stimmen.

    Dann kann ich auch in den Drogenhandel oder sowas einsteigen, bestimmt sehr lukrativ, aber halt mit Risiken verbunden.

    Keiner kann das dort kontrollieren und im Zweifelsfall setzt sich die Ideologie durch und denn Geld wird verstaatlicht oder das Unternehmen in seiner Wirtschaftsweise beschränkt oder ähnliches.

    Für mich ein NoGo.

    Grüße Baum

  33. @Kiev: Bzgl. Lohnentwicklung ist es sicherlich ein Spagat zwischen Wettbewerbsfähigkeit und angemessener Bezahlung. Im ÖD zeichnet sich als Beispiel bei den angestellten Ingenieuren allerdings zunehmend ein echter Mangel ab. Gerade erfahrene Ingenieure sind sehr begehrt. Die Gruppe wurde zugunsten unterer und mittlerer Gruppen lange ein Stück benachteiligt bei Tarifverhandlungen. Das rächt sich nun. Ich selbst erhalte regelmäßig Abwerbeversuche von anderen ÖD Stellen und externen Firmen. Auf ausgeschriebene Stellen erhalten wir trotz für ÖD Verhältnisse guter Lohngruppe fast nur drittklassige Bewerbungen. Angesichts vieler Herausforderungen keine günstige Entwicklung. Es muss ja nicht immer eine Lohnsteigerung sein, auch eine generelle Abkehr von der 40h Woche könnte eine Option sein. Das nächste Schauspiel namens Tarifverhandlungen steht bevor mit üblichem Geblubber. Trotzdem sehe ich für mich noch Vorteile im ÖD wie geregelte Arbeitszeiten.

    @China: Der Markt bleibt für mich schwierig. Ein professioneller Fonds mit langfristig schöner Entwicklung wäre eine Option. Offensichtlich gibt es da nicht viel brauchbares. Wer eine guten kennt gerne her damit.

  34. @ Ralf

    Im ÖD handelt es sich vermutlich oft um Stellen, die lokal besetzt werden müssen. Da ist der Lohndruck auf die Arbeitnehmer in Deutschland nicht sehr groß. Bei produzierenden Betrieben sinkt allerdings der Wettbewerbsvorteil mit dem Anstieg des Fortschritts in Asien. Bei digitalen Dienstleistungen ist der Standort fast egal. Hier ist das Gehalt aber durch die hohe Skalierung nicht unbedingt maßgeblich. Wichtiger ist Produkte zu liefern, die gut angenommen werden. Also muss man sehr gute und kreative Entwickler finden.
    Ich habe heute einen Dienst ausprobiert, der Einkäufe mit dem Rad zum aktuellen Standort liefert. Es hat von der Bestellung tatsächlich 3 Minuten gedauert. Ich bin wirklich beeindruckt, da ich Milch, Bier, Brötchen usw. bestellt habe. Ich sehe hier wie von Claus angedeutet den Versuch ein Business mit hohem Umsatzwachstum bei Einfahren horrender Verlust zu etablieren, dass am besten weiter verkauft wird. Bitte nicht an Just Eat. Langfristig könnte sich dies aber etablieren und entsprechend Druck auf Tankstellen, Supermärkte und vielleicht auch Gastronomie ausüben.

    1. @FuG

      Schön von dir zu lesen. Matcha habe ich auch mal eine Zeit lang probiert. Also dieses Teepulver als Basis und dann mit heißem Wasser aufschäumen, mit einer art Besen. Bin dann bei Espresso geblieben, aber trinke weniger als vorher.

      Bei mir läuft das laufen (ok der war wirklich flach) wieder sehr gut. Kann nun meine 10km im Fussball laufen und auch langsam joggen geht das. Ich merke aber, dass ich noch Zeit benötige, da Sehnen und Bänder sich langsam adaptieren. Die Hanteln habe ich ausgepackt, waren ganz staubig 🙂

      Investieren kann bei dir wirklich hinten anstehen, körperliches Wohlergehen ist da viel wichtiger. Darauf lege ich gerade meinen Fokus (auch wenn so manche Aktie lockt, die ich mir dann doch gerne ansehe). Investiert habe ich zuletzt mehrmals in Baba.

      @Baum
      Das macht ja nichts, aber du bringt oft andere Ideen und Meinungen ins Spiel, auf eine gute Art.

      @Aktienschach
      Wie bist du denn sonst so portfoliotechnisch aufgestellt? Ich glaube dich hier noch nicht so oft gelesen zu haben.

      -M

  35. @ Frank

    Den Sommer über habe ich digitales Fasten betrieben und überhaupt keine Blogs mehr gelesen. Hat für ordentlich mentale Energie gesorgt. Wie oben beschrieben kehre ich nun zu Tims Blog zurück. Der ist für mich nach zehn Jahren einfach eine Institution.

    Dabei geht es mir wie Felix nicht mehr um´s Lernen, sondern um Austausch und die Freude an der Strategie. Es kommen doch immer wieder tolle Beispiele.

    Mit Börseninvestments habe ich 2006 begonnen und die üblichen Fehler gemacht. Damals war es auch schwieriger an intelligente Lösungen zu gelangen. Die Finanzbranche ist bis heute mächtig. Ab 2012 habe ich einen guten Weg gefunden und diesen bis ca. 2018 festgezurrt. Meine Strategie steht nun. Sie ist total simpel. Allerdings gönne ich anderen Investoren ihre ganz eigenen Ideen und Zugänge zur Börse. Jeder nach seiner Facon.

    In meinem Portfolio befinden sich aktuell 51 verschiedene Titel, wobei neun davon 50% ausmachen. Was ich nach all den Jahren definitiv feststellen kann: Rebalancing ist bei Einzeltiteln eine ganz schlechte Idee. Die besten Aktien muss man einfach laufen lassen. Mich belohnt das “ewige Halten” mit Traumrenditen bei einigen Titeln.

    Von Asset-Allocation halte ich – im Gegensatz zu vielen anderen Anlegern, die das gute Recht dazu haben – gar nichts. Ich investiere nicht, um mein Vermögen X aus Sicherheitsgründen auf die Anlageklassen A,B,C,D, usw. aufzuteilen.

    Ich investiere mein Geld ausschließlich – neben dem obligatorischen Notgroschen – in Unternehmungen, an deren Geschäftserfolg ich partizipiere. Ich finde das wunderbar. Wunderbar ertragreich und wunderbar einfach.

    Mir geht es auch hier wie Felix. Noch einige Jahre und dann könnte ich lange vor der Rente “aussteigen”. Das habe ich aber noch gar nicht vor. Ich arbeite gerne. Einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen tut der Seele gut und hält auch geistig fit. Die Arbeitsstunden werde ich sicher reduzieren.

    Und weiter investieren macht auch einfach Freude. Aber mal schauen, wie das dann in zehn Jahren ist. Vielleicht noch eins, zwei Projekte und ansonsten viel reisen und das freie Leben genießen.

    Die Börse interssiert mich im übrigen nicht (mehr) besonders. Daher auch meine Ablehnung des ganzen Gedöns, des Geschwafels, der Prognosen, des “Kaufen nicht verkaufen”. Großes Rauschen für nichts. Die Börse ist einfach nur der Ort, an dem ich meine Beteiligungen einkaufe. Daher lassen mich auch Kursschwankungen relativ kalt. Es ändert nichts daran, dass ich Tag für Tag mittelbar einen Haufen Geld verdiene, ohne etwas dafür zu tun. Jede Sekunde werden Produkte verkauft, wodurch Cash zu mir fließt. Ich verdiene Geld im Schlaf. Wenn man das verstanden hat, wird man sehr ruhig. Das Getöse zieht an mir vorbei, während ich in meinem Obstgarten gelassen in den Himmel schaue. Schön ist das.

    Wie sieht es denn bei dir aus? Wie ist dein Werdegang an der Börse und was sind deine Ziele?

    Ein schönes Wochenende wünsche ich allerseits 🙂 !

  36. Hallo -M!

    Du hast recht. Ich bin schon sehr lange stiller Mitleser, aber aktiv partizipiert habe ich noch nicht.

    Mein Depot ist noch nicht so alt und hinsichtlich der Anzahl der Werte noch sehr schmal aufgestellt. Außerdem spielt sich bei mir fast alles in den USA ab und richtig große Überraschungen findet man bei mir im Depot eher nicht: Alphabet, Microsoft, Nike, Danaher, Texas Instruments, Facebook.
    Die exotischsten Positionen sind bei mir wohl Etsy und Pinterest – wenn man sie denn als Exoten bezeichnen möchte 😉

    Ein bisschen in die Breite soll das Depot definitiv noch gehen, aber mehr als 20 Werte sollen es dann auch nicht werden. Aber mal sehen. Vielleicht denke ich in ein paar Jahren anders darüber.
    Und grundsätzlich Buy and Hold, wobei ich schon auch darauf achte, ob meine ursprünglichen Erwartungen langfristig auch eintreffen. Wenn nicht, schließe ich Verkäufe nicht zu 100 % aus.

  37. @Freelancer Sebastian
    Das mit dem “Rebalancing” werde ich nie wirklich verstehen.
    Warum sollte ich in regelmässigen Abständen einen Teil der bestgelaufenen Aktien verkaufen um mir mehr dee lahmen Gurken zu kaufen?
    Natürlich kann man mal eine Position aufbauen und später verkaufen wenn man sie für überbewertet hält. Aber hier verkaufe ich in der Regel dann die komplette Position.

    @FuG
    Das freut mich sehr, dass es dir gut geht.
    Logitech ist ein gutes Stichwort habe ich auch aufgestockt in den letzten Tagen. Hier sehe ich unheimlich viel Potential.

  38. @Claus,
    ja, mit Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament tue ich mich auch schwer, aber ich muss mal was regeln.
    Deine genannten europäischen Aktien werde ich mal beobachten.
    BAT wäre ich auch gerne los, aber in ein paar Jahren kann ich die glaub verkaufen, dann haben die Dividende meine Verluste ausgeglichen, ich habe schon überlegt ob es nicht eine Art Kaufsystem gäbe das Ganze zu beschleunigen, die bewegen sich eigentlich immer in einem gewissen “range” wenn man nun am unteren Ende eine kleinere Portion kaufen würde und am oberen Ende dann verkaufen … es ginge vielleicht schneller…aber ob das funktioniert und es gibt ja Kauf und Verkaufskosten, leider…..

    @-M
    ja, für mich zählt nun vornehmlich Lebensqualität, wozu eben auch finanzielle Unabhängigkeit gehört, in meinem Alter ist es wichtig vorgesorgt zu haben, Vermögensaufbau sollte ja in dem Alter stattgefunden haben und ein wenig Vermögenserhalt gehört für mich schon auch dazu, man weiss schliesslich nicht wie alt man wird und was es noch für Veränderungen geben kann, Alles kann man einfach nicht beeinflussen, man kann sich aber Mühe geben Alles in vernünftige Bahnen geleitet zu haben.
    Matcha-Tee mit dunkler Schokolade ist für mich ein absoluter Genuss.

    @Nico Meier,
    von Logitech bin ich auch überzeugt, es gibt sehr gute Qualitätstitel in der CH, die Perlen kaufe ich gerne, einen ETF aus Swiss Small und Midcaps mag ich dennoch nicht so richtig.

    1. @ fit und gesund

      …Kaufsystem BAT. So was habe ich ja für mein gelegentliches Trading. Wenn BAT mal wieder ein Kaufsignal liefert, kann ich hier ja mal Bescheid geben. Ist stets antizyklisch, es käme also bei einem unverhältnismäßigem Rückgang, der von verschiedenen zusätzlichen Dingen begleitet wird. Ob Du das das umsetzt, must Du natürlich selbst entscheiden.

      Habe gerade mal nachgesehen. Die letzten beiden Signale waren:
      28.10.20 Kauf bei 2.425 GBX,
      17.11.20 Verkauf bei 2.859 GBX. (+ 17,8%)

      26.02.21 Kauf bei 2.478 GBX,
      22.03.21 Verkauf bei 2.831 GBX. (+ 14,2%)

      Gar nicht schlecht. Vielleicht mache ich das sogar auch, mal sehen…

      1. @Claus,

        genau in der Art habe ich das auch geplant, dann geht es einfach etwas schneller, hoffe es tritt dann bald mal der Fall auch ein, mein Signal wird bei 2500 GBX liegen, das kann ich mir gut merken 🙂

      2. @ fit und gesund

        … mit Shell hätte das auch sehr gut funktioniert. Gebe Dir hier Bescheid, wenn mein System ein Signal meldet.

        LG

  39. @Josef
    ich wollte Dividende, die bekam ich dann auch, ich habe 450 BAT Aktien, die sind ungefähr 33-34% im Minus, noch Fragen?
    Kippen werden nie mehr in Mode kommen.

    letztes Jahr kaufte ich sparplanmässig Microsoft, völlig überteuert, mit meinen Microsoftaktien bin in 40% im Plus, der Sparplan ist natürlich gestoppt,

    ich habe Spass an Einzeltiteln, keine Frage, sie sind riskanter als stures und stetiges Investieren in ETF’s.
    Ich habe ungefähr Ende 2015 nochmal angefangen mich für mein Geld zu interessieren, dank Tim’s Blog habe ich ein Vermögen aufgebaut was ich nie für möglich gehalten hätte, ich habe viele Fehler gemacht, Glück habe ich auch gehabt, es gehört Beides dazu, nur einen Grundsatz möchte ich gerne weitergeben, Stur und Stetig investieren, möglichst jung anfangen, mit der Zeit kommt tatsächlich etwas dabei raus, auch wenn man das am Anfang nicht glauben möchte. Egal was man verdient (ich war als Krankenschwester wahrlich keine Spitzenverdienerin) einen Teil muss man abzwacken und investieren, Altersarmut verliert so seine Schrecken. Ich bin nun in Rente, es geht mir sehr gut, ich kann mir genau das leisten was ich mir leisten möchte, kein übermässiger Luxus, aber Sachen die mir mein Leben lebenswert machen, ich muss nicht überlegen ob ich mir gute Lebensmittel kaufe oder ob ich Aldi kaufe, ich kann das so machen wie ich es gerade für richtig finde.

    Hier einmal ein Dank an Tim Schäfer, viele Wege führen nach Rom, Tim Schäfer’s Weg ganz sicher. Dazu eine gesunde Lebensweise auch wie Tim und einige Andere es predigen, viel mehr kann ich nicht mehr erreichen, wer damit nicht zufrieden ist, dem ist vermutlich auch nicht zu helfen.

    Liebe Grüsse und jetzt mach ich mich mal wieder vom Acker 🙂

  40. Der schwierigste Teil des Investierens ist das Warten… Ja nicht auf die Idee kommen zu verkaufen und schön die Zinseszins Effekte mitnehmen. Schade, dass die Corona Krise zu einem Einbruch der Dividenden geführt hat. Hoffe die kommen demnächst wieder auf das vorherige Niveau.

  41. @ 42sucht21

    Die Schachtelung ist begrenzt, daher schreibe ich ganz unten im Blog. Wuxi ist ein gutes Beispiel für mein Dilemma mit vermeintlichen Qualitätswerten. Wenn hier alles die nächste Dekade weiterläuft wie bisher ist der Einstiegspreis irrelevant. Hauptsache möglichst viele Anteile kaufen. Ich bin da aber oft konservativer und würde zumindest nach einem schnellen Blick auf die Kennzahlen China Medical System Holdings Limited bevorzugen. Wuxi klingt allerdings zugegebenermaßen etwas seriöser. Das Geschäftsmodell würde ich mir natürlich noch ansehen. Habe jetzt nur mal schnell nach Pharma und Biotech in Hongkong gesucht.

  42. Ist vielleicht gerade eine gute Zeit, Pharma/BB in China zu kaufen.

    CSPC (die habe ich) hat gute Halbjahreszahlen gemeldet, ist aber leicht runtergegangen.
    https://www.thestandard.com.hk/breaking-news/section/2/179399/CSPC-reports-32-percent-rise-in-first-half-profit-to-$3.06-billion

    Bei WuxAppTech (hab ich nicht) ist scheinbar das selbe. Tolle Zahlen, Kurs runter.
    https://finance.yahoo.com/news/wuxi-apptec-reports-strong-2021-095200729.html

    ZhongAn Insurance (hab ich) hatte auch gestern Top Zahlen gemeldet (u.a. auch Combined Ratio erstmalig unter 100 Prozent), ist aber nicht explodiert.

    Gerade ist der Markt allgemein unter Kandare. Das sind im Rückblick vielleicht nicht die schlechtesten Kaufkurse gewesen.

    1. @FuG
      Ich habe Altria, BAT und IMP im Depot.
      Ob Rauchen im Westen wiedee in Mode kommt kann ich nicht beurteilen aber ich sehe nachwievor junge Menschen die klassische Zigaretten rauchen. Die Weltbevölkeeung wächst insbesondere in Afrika und Asien daher werden weltweit in der Zukunft wohl mehr Tabakprodukte verkauft werden als heute. Die Tabakmultis zahlen sehr viel Dividende. Bei 6% bis 9% Dividende kann ich keine grossen Kursgewinne erwarten.

  43. Bei Rebalancing würde ich auch zwischen Einzelaktien und einer etf-Aufteilung differenzieren.

    Langfristig gesehen war ein Rebalancing bei etf-Portfolios überwiegend vorteilhaft.
    Im Aktien-Anteil langfristig Rendite-erhöhend, wobei jetzt die emergings über eine Dekade schlechter als der World gelaufen sind, aber über 20, 25, 30 Jahre haben diese die Rendite getrieben.

    Aktuell sind diese dann natürlich auch günstiger und die zukünftige Renditeerwartungen dadurch wahrscheinlich besser.

    Auch muss man differenzieren, ob jemand eine bestimmte Risikotragfähigkeit hat, bzw. Rebalancing über asset-Klassen hinweg den max. Drawdown senken soll, bzw. eher schon in der Sicherungsphase im fortgeschrittenen Alter ist, als in der Akkumulationsphase ist, wo noch noch 25, 30 Jahre Zeit/Geduld hat. Natürlich sinkt sehr wahrscheinlich bei mehr prozentualen Anteil RK1, RK 2 auch die mögliche Langfrist-Rendite.

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