Hin und her macht Taschen leer. Ihr kennt diesen Spruch. Und die historischen Daten geben uns langfristigen Buy-and-Hold-Anlegern absolut recht. Wer stur an seinen Aktien festhält und sich nicht von den täglichen Schreckensmeldungen aus der Ruhe bringen lässt, baut über die Jahre ein enormes Vermögen auf. Ich habe aus einem Normalo-Gehalt als Journalist in gut 30 Jahren ein Depot von 3,7 Millionen Dollar aufgebaut. Über diese 3 Jahrzehnte habe ich circa 650.000 Dollar investiert. Der große Rest basiert auf Dividenden und Kursgewinnen.
Die Statistik zeigt, dass das möglich ist. Lasst uns einen Blick auf das große Ganze werfen.
Die nackten Zahlen: Rendite trotz Crashs und Krisen
Seit Ende 1927 hat der S&P 500 laut Bloomberg eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,8 Prozent (inklusive Dividenden) abgeworfen. Denkt daran, was in diesem Zeitraum alles passiert ist: die Weltwirtschaftskrise, der Zweite Weltkrieg, der Kalte Krieg, die Pandemie. Der Krieg in Korea, Vietnam, Irak… Wer einfach investiert blieb, hat massiv profitiert.
Selbst wenn wir uns die jüngere Geschichte seit Anfang 2000 ansehen – eine Phase, in der die Dotcom-Blase platzte und die Finanzkrise 2008 die Weltmärkte erschütterte –, lieferte der S&P 500 noch 8,1 Prozent pro Jahr. Das ist der Zinseszins in Aktion.
Was passiert an der Börse, wenn Kriege ausbrechen?
Oft bekomme ich Nachrichten von Lesern, die in Panik geraten, wenn geopolitische Spannungen eskalieren. Sie wollen alles verkaufen. Das ist ein Fehler.
Ob Krieg oder Frieden: Für uns Buy-and-Hold-Anleger ist das Rauschen der Kriege völlig irrelevant (so hart es klingt). Wir investieren für Jahrzehnte – und nicht für Wochen, Monate oder Jahre.
Die Nvidia-Falle: Warum Indexfonds der bessere Weg sind
Natürlich träumen viele davon, die nächste Super-Aktie zu finden. Im letzten Jahrzehnt war das Nvidia mit einer sagenhaften Rendite von rund 22.000 Prozent – das 70-Fache des S&P 500! Wer diese Aktie früh gekauft und stur gehalten hat: Herzlichen Glückwunsch! Stark waren auch Apple, Microsoft, Amazon, Google, Meta. Ich habe mit Netflix, Microsoft und CTS Eventim Dauerläufer erwischt.
Aber sind wir ehrlich: Die wenigsten Anleger schaffen das. Die wenigsten halten so lange durch. Die Menschen haben Wünsche, die dazwischen kommen: Eine Renovierung, ein Luxusurlaub oder Sportwagen, eine Rolex… Und dann das Zocken, das bringt auch nichts: Wer ständig nach der Nadel im Heuhaufen sucht, verbrennt oft nur Geld. Die Lösung? Kauft einfach den ganzen Heuhaufen.
Die bloße Nachbildung des Marktes mit kostengünstigen, breit gestreuten Indexfonds oder ETFs hat in der Vergangenheit hervorragende Ergebnisse geliefert. Die Unternehmensgewinne steigen langfristig mit der Wirtschaft, und aktuelle KI-Investitionen könnten diesen Trend weiter befeuern. Ich halte den FTSE All World für eine gute Wahl.
Asset Allocation: So schützt Ihr Euer Portfolio
Wir wissen nicht, wie sich die Welt durch Kriege, neue Technologien (KI), Zölle oder Inflation verändern wird. Wer nachts nicht ruhig schlafen kann, muss seine Vermögensaufteilung (Asset Allocation) anpassen. Das Prinzip ist simpel:
- Der Notgroschen (Bargeld): Legt zuerst genug Bargeld auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto für Eure laufenden Rechnungen und Notfälle zurück. Das bringt Sicherheit.
- Der Rendite-Motor (Aktien/ETFs): Wer Schwankungen aushält, sollte den Großteil in breit diversifizierte Aktien-Indexfonds stecken.
- Der Puffer (Anleihen): Wer starke Nerven braucht, mischt hochwertige Anleihen bei. Oder Alternativ: Eventuell eine Immobilie, Rohstoffe, Edelmetalle. Oder du vermietest Garagen bzw. Abstellplätze, wie das Erik erfolgreich macht.
Mein Fazit: Eure persönliche Sparquote und eine sture, disziplinierte Vermögensaufteilung sind für Eure finanzielle Freiheit tausendmal wichtiger als die Frage, was der Markt in den nächsten Wochen wegen aktueller Krisen macht. Baut Euch einen Notgroschen auf, investiert breit gestreut in Indexfonds bzw. Aktien und lasst den Zinseszins seine Arbeit machen. Stur und Stetig!
Bloß nicht zocken. Nimm keine Kredite auf dein Depot auf. Das kostet eine Stange Geld und bringt unterm Strich nichts. Im Gegenteil. Aufgrund der steigenden Börsen werden wieder die Zocker angelockt. Bei der Avis-Aktie hat sich das wieder gezeigt.