4 Tips für den finanziellen Frieden: Notfall-Konto füllen, Schulden tilgen, Depot aufbauen, Konsum eindämmen


New York, 1. Juli 2018

Ich lebte extrem bodenständig. Im wahrsten Sinn des Wortes. Ich ging zum Matratzenladen. Kaufte ein Ausstellungsstück. Ein Freund half mir sie nach Hause in die WG zu tragen. Ich legte das Ding auf den Boden. Meine Sparquote: 70 bis 80%. Ich kaufte Möbel nur gebraucht. Ich lebte weiter wie ein Student, obwohl ich gar keiner mehr war. Ich hatte eine super Zeit in der WG.


Wenn Du weise bist, bringst Du Deine Finanzen in Ordnung. Es geht ja nicht gleich darum, Millionär oder finanziell frei zu werden. Der erste Schritt ist ein Notfall-Konto zu haben, das mit mindestens 2.000 bis 3.000 Euro gefüllt ist. Das kann ein Tagesgeld-Konto bei einer Direktbank sein.

Im zweiten Schritt arbeitest Du an der Schuldenfreiheit. Du nimmst keine neuen Konsumkredite/Ratenkredite auf. Jene Kredite, die Du hast, tilgst Du. Du versuchst Sondertilgungen bei Deiner Hypothek zu machen, sofern dies möglich ist. Du orientierst Dich an Deinem Netto-Vermögen. Das sind all Deine Assets abzüglich aller Schulden, die Du hast.

In einem weiteren Schritt baust Du ein Aktien- oder ETF-Depot auf. Den Konsum schraubst Du zurück. Jeder fängt klein an. Niemand macht alles richtig.

Anstatt immer alles sofort zu kaufen, lerne abzuwarten. Warte, bis Du es Dir leisten kannst. Siehst Du eine glitzernde Anzeige für ein Luxusprodukt, das Du gerne hättest, heb die Anzeige auf. Schneide sie aus und lege sie in einen Ordner. Dort hebst Du alle Wünsche auf. Du kannst den Ordner dann Monate und Jahre später durchgehen und schauen, ob Du den Gegenstand noch magst.

Vielleicht war es eine Traum-Wohnung. Du hattest die Anzeige während des Immobilienbooms ausgeschnitten. Jahre später ist eine Rezession am Wüten. Die Hauspreise sind eingeknickt. Du kannst vielleicht das Traumobjekt mit einem großen Rabatt kaufen. Wer weiß. Es zahlt sich jedenfalls aus, nichts überstürzt einzukaufen.

Lerne Deinen eigenen Weg zu gehen. Beim Konsum ist es ratsam, langsam zu sein. Muss es immer sofort das neueste Smartphone-Modell sein? Nein! Warte etwas ab.

Hier hat jemand seine 4 Jahre alten Jeans neu gefärbt. Und möchte sie weitere 4 Jahre tragen. Gut so:

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Bei Amazon gibt es Jeans für 9 Euro. Wenn sie passen, kann man da wohl wenig falsch machen, denke ich. FIND Skinny Jeans Herren Vintage-Waschung und Kontrastnähten, Blau, L34/W36 (Herstellergröße: 36)

Bei Walmart gibt es Jeans für 10 Dollar. Welche Jeans kaufst Du? Es muss für mich keine Designer-Jeans für 300 Dollar sein. Diese „Faded Glory Jeans“ gibt es jedenfalls in den USA für unter 10 Dollar. Das Tragegefühl scheint angenehm zu sein. Gibt es einen Haken?

Was hilft: Warte alles, was Du besitzt. Beim Auto lohnt es sich zum Beispiel nicht, die nötige Inspektion zu versäumen. Es hat die doppelte Pflicht, die Dinge, die Du bereits besitzt, zu verbessern. Dann bist Du drauf und dran, neue Dinge seltener zu kaufen und Deine Lebensqualität wird sich verbessern. Du wirst zufriedener. Du magst in Deiner Wohnung/Haus bleiben, anstatt ständig umzuziehen.

Ich habe festgestellt, dass dies am besten für Dein Auto und Deine Küche umgesetzt werden kann. Ich habe bemerkt, dass es einen Unterschied für Dein Fahrrad macht: Reinigen des Rahmens und Ölen der Kette, erhöht die Lebensdauer der Kette. Deine Technologie hält länger, wenn Du sie pflegst. Eine Hülle für Dein Smartphone zum Beispiel. Dein Laptop gehört in eine schützende Tasche. Es macht mehr Spass, gepflegte Elektronik zu benutzen.

Es ist definitiv eine meiner Lieblingsbeschäftigungen sparsam zu sein. Manche sind gut darin, wenn sie ihre Wäsche waschen, nehme sie sich die Zeit, lose Fäden abzuschneiden, Knöpfe wieder anzunähen und andere kleine Dinge zu tun, um die Lebensdauer der Kleidung zu verlängern. Ich trockne meine Kleidung lieber an der frischen Luft als im Trockner. Ja, es dauert ein bisschen länger, es ist etwas mehr Arbeit, aber ich finde es ist es wert. Denn die Kleidung hält länger.

Klar, Du musst nicht übertreiben. Niemand muss jetzt so eine TV-Kiste behalten:

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tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „4 Tips für den finanziellen Frieden: Notfall-Konto füllen, Schulden tilgen, Depot aufbauen, Konsum eindämmen

  1. Mike

    Hallo Tim

    Ich teile die Tipps, bis auf die Jeans, hier gebe ich gerne etwas mehr aus, nicht für eine Designer-Jeans, aber eine aus nachhaltiger Produktion, Bio-Baumwolle und weniger Pestizide, keine Kinderarbeit, faire Löhne. Eine Jeans hält so lange, dass sich dies lohnt.

    Viele kaufen ja Billigklamotten, weil sie diese nur ein oder zweimal tragen (H&M etc.), ein Kleid für 9$ und ähnliches, ich kann das nicht teilen. Lieber eine anständige, faire Produktion und Qualität und dann kann man eine Jeans auch mehrere Jahre tragen bei entsprechender Pflege.

    Es gibt sogar Jeans die in Deutschland produziert werden für unter 100 EUR.

    LG Mike

  2. A.

    Jepp, im Große und Ganzen teile ich die Tipps auch. Ich habe beispielsweise total Lust auf einen neueren Fernseher seit ca 1,5 Jahren. Hatte bisher keinen der mir gefiel. Seit 6 Monaten habe ich einen im Blick (wegen den guten Schwarzwerten). Damals noch ca. 1000 euro Aktuell ca. 840, (hier)

    Der aktuelle Fernseher kommt in die Einliegerwohnung (1 Zimmer, Küche , Bad und Balkon). Dann hole ich noch ein Schlafzimmer und das Zimmer wird dann ab und an vermietet. Denke ca. 30 Euro/Nacht bekommen wir hier.

    Ansonsten streiche aktuell den Balkon und ersetze das alte Silikon im Bad und Rohr am BD und Waschbecken habe ich auch selbst gewechselt. Es macht mir keinen großen Spaß, aber das Geld aus dem Fenster werfen mag ich auch nicht.  Die Preise für Handwerker sind wucher. Ab und zu vergebe ich Aufträge über Myhammer.de

     

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mike

    Guter Einwand. Nachhaltiger Anbau und Bio haben Vorzüge. Klar! Muss jeder abwägen.

    Im Grunde kann man sich die Frage auch beim Auto stellen: Tesla oder alter Verbrennungsmotor? Der Nachteil ist halt, dass Du tief in die Tasche greifen musst. Mir wäre das zu viel Geld. Also würde ich mich nicht persönlich für einen neuen Tesla entscheiden.

    @ A.

    Miet-Einnahmen, cool! Ich drücke Dir die Daumen für die Vermietung.

    Ich finde, das Eigenarbeit einen zufriedener macht. Man sieht, was man repariert/erneuert hat. Das ist anschließend ein großartiges Gefühl – selbst wenn die Arbeit etwas nervig sein kann.

  4. Mike

    @Tim

    Ja beim Elektroauto ist es noch zu teuer, wir behalten unseren alten Volvo, der nur wenig gefahren wird, hoffe der läuft noch ein paar Jahre (das Nötigste reparieren) und dann werden Elektro günstiger sein resp. erste gute Occasionen zu finden sein, muss kein Tesla sein, sofern wir überhaupt noch ein Auto brauchen. Die Frage kann man sich generell überall stellen, man kann ja auch vieles Gebraucht kaufen. Oder eben Dinge gar nicht mehr kaufen, was man nicht braucht.

    Kleidung habe ich lieber wenig dafür nachhaltig, wenn man ihr Sorge hält und nicht jeder Mode nachrennt, halten Dinge fast ewig.

  5. Thorsten

    Ich bezweifle mit meinem Nichtwissen, dass der Tesla 18 Jahre hält, wie mein letztes Auto. Lithiumakkus bauen jedes Jahr einen Teil ihrer Kapazität ab, wer bezahlt einem den Wechsel ? Eine ständig abnehmede Reichweite ? Oder es klärt mich jemand auf.

    Das ist auch mein Argument gegen gebrauchte Handies und Laptops : da habe ich defintiv Erfahrung : meist ist der Akku auch schon abgenutzt und bei Laptops kommen da schnell 100€ zusammen. Mein ältester Laptop hat 2 mal einen neuen Akku bekommen, dafür hätte mich mir fast schon einen billigen neuen kaufen können. Fieserweise funktionieren viele Neue ohne den Akku nicht mehr. Es wird Netzspannung und Akkuspannung parallel genutzt. Ist der Akku hin , nutzt das Netzkabel auch nichts.

  6. Thorsten

    @Mike das unterschreibe ich voll und ganz. Ich fürchte aber, es wird zunächst für den Endkunden teurer. Es sei denn…der Strom könnte irgendwann viel viel billiger sein und es gäbe Speichermedien für den Windstrom für die Nacht und und und.  Vielleicht in Kombination aller Bemühungen…

    @Tim eine Trockner haben wir nicht, es ist ein überflüssiges Gerät, das wir noch nie vermisst haben. Allerdings gibt es kontroverse Meinungen dazu, eben wie beim Bügeln von Bettwäsche 😉

  7. Mike

    @Thorsten

    Ja es wird noch eine Weile dauern, es gibt schon Technologien Solar- oder Windstrom zu speichern, gibt auch die Möglichkeit in Gas zu wandeln, würde uns auch unabhängiger machen vom Import. In der Schweiz wird man Stauseen auffüllen wenn Wind- oder Solarstrom vorhanden ist. Oder es gibt Projekte von Grossbatterien, die grosse Mengen speichern können. Aber auch Elektroautos können ein Teil übernehmen, diese stehen die meiste Zeit und können dann geladen werden, wenn genügend Strom vorhanden ist (Tag oder Nacht).

    Was natürlich kommen wird leider, sind neue Steuern, wenn weniger über Mineralöl eingenommen wird, wird man Strom höher besteuern, insbesondere in Europa sind die Politiker Weltklasse wenn es darum geht, neue Entwicklungen raschmöglichst zu besteuern.

  8. Randolph

    Hallo Tim,

    zuerst mal möchte ich Dir für Deine vielen inspirierenden Artikel danken. Dein klarer, schnörkelloser Schreibstil gefällt mir richtig gut.

    Zu den Klamotten: Ich kaufe so gut wie nie eine Jeans, die für mehr als 10,- € angeboten wird. Vor ein paar Wochen habe ich mich mit Jeans von KIK eingedeckt: Zwei schwarze und zwei blaue. Preis pro Stück: 5,99 € (reduziert). Meine günstigste Jeans hat 3,99 € gekostet. Bei Amazon habe ich auch schon eine Jeans für knapp 6 € bestellt – tadellos! Hemden und Poloshirts kaufe ich gerne gebraucht, meist für maximal 4,- € das Stück. Schuhe vom LIDL in Größe 43 passen mir meist wie angegossen. Wenn ich welche brauche, schaue ich, was gerade im Onlineshop im Angebot ist. Auch hier komme ich selten mal über 10,- € für ein Paar Schuhe.

    Billig heißt ja nicht unbedingt schlecht: Eine Jeans von KIK wurde bei „Stiftung Warentest“ immerhin mit der Note „befriedigend“ getestet. Keine Top-Qualität also, aber durchaus brauchbar. Kürzlich war den einschlägigen Medien zu entnehmen, dass die „Stiftung Warentest“ verschiedene Mineralwassermarken und Sonnencremes getestet hat. Ergebnis: Am besten (als Testsieger) schnitten jeweils die Discounter-Produkte ab. Gerade bei Kosmetik erzielen Edelmarken bei „Ökotest“ und „Stifung Warentest“ aufgrund bedenklicher Inhaltsstoffe oft schlechte Noten, während Discounterprodukte gut oder sogar sehr gut abschneiden.

    Zum Thema Auto: Mein aktuelles Fahrzeug (gebracht gekauft) möchte ich gerne noch ein paar Jahre fahren, wenn keine größeren Defekte auftreten. Danach könnte ich mir gut einen neuen Dacia Logan MCV vorstellen, wenn der Nachfolger des aktuellen Modells dann besser im Crashtest abschneiden sollte. Nichts gegen Elektrofahrzeuge, aber diese wären mir aktuell noch viel zu teuer. Beruflich bin ich leider auf ein KFZ angewiesen; die Bahnverbindung zu meinem Arbeitsplatz ist leider eine Zumutung und die Monatskarte für das Gebotene auch noch reichlich teuer.

     

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    Ohne Trockner sparst Du nebenbei einiges an Strom. Prima!

    Manche lassen ja die Waschmaschine ununterbrochen laufen. Was das eine Ressourcenverschwendung ist. Da hab ich so ein paar Fälle in der Verwandtschaft. Für 3 T-Shirts wird die Maschine angemacht. Unglaublich.

    @ Mike

    Klingt vernünftig mit dem Auto.

    @ Randolph

    Danke. Willkommen im Club. Deine Sparquote ist bestimmt super hoch. Respekt!

  10. Thorsten

    Ish habe heute and Kernseife und Waschsoda Waschmittel hergestellt Nach einem Rezept aus dem Internet.  Die Bloggerin hat es langfristig getestet. Die erste Wäsche mit Bettwäsche  ist durch. Wäsche riecht frisch und ohne diesen üblichen Parfümgeruch, ganz neutral. Das nächste Projekt ist Handspülmittel. Soll bei allem außer extrem fettigen Sachen funktionieren. Bei beiden Rezepten soll man enorm sparen.

  11. Neuling

    Ich habe im Monat Juni meine sparquote auf 0 gesetzt. Ich hab „gesündigt“, weil ich mir das Geld für ein Motorrad zurückgehalten habe. Ich habe für mich entschieden, dass das eine der wenigen Sachen ist, die ich mir gönne, weil mir das wirklich viel Freude und Spaß bereitet. Ab Juli/August werde ich meine Sparquote wieder hochdrehen auf mein altes Niveau.

  12. Randolph

    Vielen Dank. Ja, mit ein wenig Disziplin erreiche ich monatlich durchaus etwas mehr als 50% Sparquote. Auch in der Vergangenheit war ich keineswegs verschwenderisch, wobei mich unter anderen Dein Blog und Deine Videos bei Youtube nochmal zusätzlich motivierten, mein Konsum- und Ausgabeverhalten weiter zu optimieren. Ich muss gestehen, dass ich nur einen geringfügigen Aktienbestand und keinen ETF besitze. Fast alles hatte ich in der Vergangenheit zwei kleine Wohnungen investiert, die beide solide vermietet sind. Die kleinere von beiden, die ich 2013 noch mit Glück zum absoluten Schnäppchenpreis kaufen konnte, bringt eine (Brutto-)Mietrendite von über 10% (bei einem Kauf heute fast undenkbar). Ich bin übrigens kein Miethai (wohne selbst preisgünstig zur Miete). Die hohe Rendite ergibt sich aus dem außergewöhnlich niedrigen Kaufpreis. Zum Kauf der zweiten Wohnung musste ich seinerzeit allerdings Geld von der Sparkasse aufnehmen (was ich normalerweise meide wie der Teufel das Weihwasser). Den Kredit, der eigentlich 5 Jahre laufen sollte, konnte ich schon nach ziemlich genau 2 Jahren tilgen. Kostete zwar  etwas Vorfälligkeitsentschädigung, war aber ein verdammt gutes Gefühl. Seitdem haben die Immobilienpreise in der Region (südwestdeutscher Ballungsraum) stramm angezogen und die aktuell erzielbaren Renditen erscheinen mir – bei einem weiteren Kauf im heutigen Marktumfeld – nicht sonderlich attraktiv.

    Da ich in Sachen Finanzen im Grunde ziemlich konservativ bis ängstlich bin, liegt aktuell ein Betrag in nicht ganz geringer fünfstelliger Höhe auf meinem Girokonto (ja, ich weiß, das ist nicht sehr weise…). An Aktien und ETFs traue ich mich aktuell nicht heran, da ich kurz- bis mittelfristig aufgrund des derzeitigen Handelskriegs (ausgetragen mit Importzöllen) eher mit fallenden Kursen rechne. Allerdings gehe ich fest davon aus, dass es *langfristig* an der Börse wieder – wie immer in der Vergangenheit – nach oben gehen wird. Ich habe mir fest vorgenommen, nach einer gröberen Korrektur in ETFs zu investieren. Ob es nicht sinnvoller wäre, alles sofort entsprechend zu investieren? Gut möglich – die Zeit wird es zeigen. Im Moment rät mir mein Bauchgefühl noch zum Abwarten. Rückblickend hätte ich spätestens ab 2016 meine monatlichen Überschüsse in einen ETF investieren sollen. Allerdings hoffte ich nach dem Kauf der zweiten Wohnung, irgendwann ein weiteres Immobilienschnäppchen machen zu können. Hat leider nicht funktioniert.

  13. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thorsten

    Welche Anleitung hast Du genutzt? Kannst Du uns das bitte noch mitteilen und eventuell empfehlen?

    @ Randolph

    Super Sparquote. Super Leistung mit den 2 Wohnungen. Nach 2 Jahren getilgt, das ist eine Meisterleistung.

    Ich mag auch kein Vermieter-Hai sein. Ich erhöhe ganz selten die Miete. Ich möchte, dass sich der Mieter wohl fühlt. Das ist mir wichtiger als ein paar Euro mehr in der Tasche zu haben.

  14. Thorsten

    Hallo Tim hier der Link zu den Wasch/Spülmitteln : Selbstgemachte Wasch/Spülmittel

    Die Bloggerin hat auch ausgerechnet was sie spart. Sie hat wohl 2 volle Maschinen pro Tag, bei uns sind es 1 Maschinen , am Wochenende (Bettwäsche) auch mal 2. Der Verglich findet statt zur Marke EcoVer. Das ist allerdings sehr teuer, deshalb kaufe ich es nicht, habe bisher eine parfumfreie „Sensitiv“-Eigenmarke von Budni verwendet , die die Hälfte von EcoVer kostet.

    Das Flüssigwaschmittel herzustellen war sehr einfach. Das Besorgen der beiden Zutaten ist der eigentlich Aufwand. Ich bekomme die Zutaten Gallseife und Soda hier in Deutschland z.B  bei Alnatura (nur die Seife gefunden), Rossmann (beides), Budnikowsky (beides).

    Abweichungen bei der Zubereitung vom Rezept :

    Ich habe kein ätherisches Öl dazugenommen. Ich habe die Kernseife nicht geraspelt, es ist unnötig, wenn man mit dem Gemüsemesser versucht ein schmales Stück abzuschneiden, dann zerspringt das abgeschnittene Stück beim Schneiden von selbst  in viele kleine Teile. Mit heißem Wasser, Soda und Schneebesen gerührt hat sie sich in weniger als 1 Minute komplett aufgelöst. Das mehrfache Erhitzen von Wasser und Nachschütten bei Abkühlen habe ich nicht gemacht. Hat sich mir nicht erschlossen. Ich habe also nur den ersten Schritt gemacht (340 ml Wasser aufgekocht), Gallseife und Soda darin aufgelöst. Es ensteht innerhalb von 1 bis 2 Minuten eine Masse, die an halbgeschlagene Sahne erinnert. Die restlichen 680 ml Wasser habe ich in einem Schritt erhitzt und dann sofort  untergerührt. Zeitaufwand insgesamt 10 Minuten.

    Beim Erkalten bekommt die Masse die Konsistenz von halbfestem Pudding, dann lässt sie sich nicht mehr durch einen Trichter gießen, zu heiß sollte sie aber auch nicht sein, eine Plastikfalsche könnte sich verformen durch die Hitze. Also  lange genug warten, aber nicht zu fest werden lassen. (Vorsicht : sieht aus wie kalter Pudding, wenn das kochend auf den Finger käme dann gäbe es Brandblasen, das läuft ja nicht ab wie Wasser).

    Auf anderen Seiten gibt es das Rezept in Variationen auch, es wird empfohlen größere Mengen herzustellen, da der Aufwand gleich groß ist. Funktioniert das also gut, dann werde ich das nächste Mal die doppelte Menge machen.

    In der Maschine hat sich bei mir kein Schaum gebildet. Das tut das kommerzielle Mittel bei mir aber auch nicht so doll. Viel Schaum bedeutet im Regelfall heftige Überdosierung des Waschmittels.

  15. Ralf

    Ein schöner Artikel, allerdings ist das ganze Thema mit Familie bekanntlich etwas komplexer (Wohnen, Essen, Kleidung, Klassenfahrten). Hatten wir aber ja schon mehrfach debattiert.

    Mal so eine Frage in die Runde, daraus lässt sich ja viel lernen:

    Welche wirtschaftlichen/finanziellen Fehlentscheidungen habt ihr am meisten bereut in eurem Leben?

    Bei mir war es im Prinzip die falsche Berufswahl, wie ich jetzt nach und nach feststelle

  16. Wohnung mit Domblick

    Man kann ja viel tun, um teuren Wegwerfkonsum zu vermeiden. Z.B. Qualität kaufen und pflegen. Ich bin noch bekloppter bei Kleidung: Hemden und Hosen nähe ich mir selber. Hat man erst mal gute Schnittmuster erstellt und Übung,  geht das schneller, als was passendes im Geschäft zu finden. Und das Material ist hochwertig: Ich verwende nur altes, handgewebtes Leinen, das gibt es noch oft günstig auf ebay. Ich habe noch genug Vorräte für die nächsten Jahre. Die Qualität ist mit neuem Fabrikleinen nicht zu vergleichen.

    Für Winterbekleidung habe ich alte Trachtenlodenmäntel zerschnitten und neue Sachen genäht. Solche Mäntel gibt es ab 5 Euro, meist nur selten getragen und daher in gutem Zustand.  Man sollte nichts mit Kunstfaseranteil verwenden. Reine Wolle ist ein genialer Stoff für nasskaltes Schmuddelwetter.

    Das kann natürlich nicht jede/r. Für mich funktioniert das aber. Sachen in meiner Größe sind im Geschäft immer zuerst ausverkauft, da bleibt wenig, was mir gefällt.

    Meine Sparquote im ersten Halbjahr: 62%. Da sind aber Tilgungsraten mit eingerechnet. Die steigern ja auch das Nettovermögen.

  17. Hans-Peter

    Jetzt wird schon Waschmittel selber produziert um zu sparen 😀 Ich würde noch Socken selber häkeln! Da zahlt man nur den Bindfaden und das Häkelset…
    Unglaublich einige hier 🙂

  18. Stefan

    Hallo Tim,

    findest Du es wirklich notwendig ein altes Auto zur Inspektion zu bringen?!Ist es nicht ausreichend, selber darauf zu achten, ob man etw. Verdächtiges hört oder so und dann etw. repariert, wenn es wirklich kaputt ist als die teueren Inspektionen zu bezahlen?!

  19. ThorstenThorsten

    Zu den Klamotten ein Tip an alle Markenverfechter (hier wahrscheinlich wenige, aber ich bringe das immer an, wenn es um Kleidung / die neuesten Marken geht):

    Schaut mal auf die Labels der Markenklamotten und vergleicht den Produktionsort mit denen auf billigeren – Überraschung! In den meisten Fällen ist es das gleiche Land das angegeben wird, häufig Cambodia oder Bangladesh…

    Und wenn Ihr die Chance habt, dann fahrt mal dorthin und schaut, wo die eine Jeans produziert wird und wo die andere – ich war schon in Cambodia und habe mich vor Ort umgeschaut… Und nächste Überraschung, häufig werden die Jeans / das T-Shirt / etc in der exakt gleichen Fabrik hergestellt, auf den gleichen Maschinen, häufig sogar aus dem gleichen Grundstoff.

    Ich sage jetzt nichts über die Fairness und Bedingungen vor Ort – die sind für beide gleich (schlecht)!

    ABER es lohnt sich definitiv nicht Markenklamotten zu kaufen, wo nur der Name/ das eingenähte (abgezählte) Label den Unterschied macht…

  20. Daniel

    findest Du es wirklich notwendig ein altes Auto zur Inspektion zu bringen?!Ist es nicht ausreichend, selber darauf zu achten, ob man etw. Verdächtiges hört oder so und dann etw. repariert, wenn es wirklich kaputt ist als die teueren Inspektionen zu bezahlen?!

    Kommt immer drauf an was man vorhat. Wenn du jetzt nen 4 Jahre alten Golf hast und sowieso vorhast diesen weitere 5-8 Jahre zu fahren wird sich niemand mehr für dein Serviceheft interessieren. So ein Wagen geht direkt in den Export. Anders sieht es aus wenn du in zwei Jahren weiterverkaufen willst.

    Ich sehe bei dauerhafter Eigennutzung eine Inspektion nicht als notwendig an. Zündkerzen kann man tauschen wenn sie überfällig sind, Ölwechsel mache ich nach eigenem Zeitintervall, und bei Zahnriemen sind die nächsten Zeitpunkte ja vermerkt.

    Zu Klamotten:

    Ich habe selbst Markenklamotten nie wirklich teuer empfunden, insbesondere nicht bei Jeans. Die 501 oder 511er Levi gibts ja schon ewig, wird also auch nie wirklich unmodern. Die Teile gibts insbesondere in den USA für schmales Geld, 3/4 meiner Jeans habe ich drüben gekauft, glaube es war sogar nen Walmart. Die haben mich pro Stück keine 25$ gekostet.

  21. Cola-Viez

    Zu dem Klamotten Thema muss ich sagen, das ich lieber etwas teurer kaufe!

    Ich empfinde es wichtig als modisch angezogen zu sein und auch auf die Qualität der Textilien zu achten. Lieber wenig teile, dafür aber entsprechend langlebig und hochwertig.

    Was bei den meisten Menschen auf den Geldbeutel geht ist der hohe Konsum und der Wunsch immer das aktuell angesagte Muster zu tragen.

     

    „Durchschnittlich 73 Kleidungsstücke hängen heutzutage bei Männern im Schrank. Zum Vergleich: bei Frauen sind es 118 (Quelle: Greenpeace). Ein Drittel aller Deutschen hat aber mindestens doppelt so viele im Schrank. Viele davon sind so genannte „Schrankleichen““

    http://style-statements.de/capsule-wardrobe-basisgarderobe-fuer-maenner/

     

  22. -M

    73 Kleidungsstücke wow … wenn ich jetz mal meine Shirts/ Pullover/ Hemden/ Hosen/ Anzüge nehm komm ich glaube nicht mal auf 50. Mir ist es aber auch nicht so wichtig…kaufe immer mal paar Shirts im schlussverkauf wenn ich welche benötige und fertig

    -M

  23. Mark85Mark85

    An Ralf: Im Nachhinein keine, weil Fehlentscheidungen natürlicherweise zum Leben dazugehören und man als Persönlichkeit sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen kann.

    Wenn man im Leben weiterkommen möchte, kann man sie nur abhaken, indem man versucht, es in der Zukunft besser machen zu wollen. Was auch hilft: Trotz alledem mal zufrieden mit dem zu sein, was man trotz dieser Fehlentscheidungen bislang erreicht und geschafft hat. Und zu den eigenen Unzulänglichkeiten zu stehen, die man nicht (mehr) ändern kann, indem man sich so annimmt und akzeptiert, wie man ist. Niemand ist perfekt.

    Alles andere führt nur zu einer Art Opferdenken oder Selbstaufgabe, indem man zu sehr die Schuld bei anderen oder sich sucht. Das Problem daran: Diese beiden Denkweisen sind wenig produktiv.

    Auf mich machst du einen zu negativen Eindruck. Kann es sein, dass du dich zu sehr mit genau den Menschen beschäftigst und vergleichst, die es vermeintlich besser in einigen Lebenspunkten oder -bereichen haben, anstatt dich mehr auf dein eigenes Weiterkommen zu konzentrieren? Es wird immer andere Menschen geben, die erfolgreicher, sportlicher, wohlhabender, intelligenter, hübscher, gesünder oder was weiß ich sind als man selbst. Dafür gibt es den einen und anderen Bereich, indem höchstwahrscheinlich du überdurchschnittlich abschneidest. So ist das Leben.

    Nach allem, was ich bislang über dich hier im Blog erfahren habe, hast du finanziell wenig Grund zum klagen. Ich bin mir sicher, dass einige Milliarden Menschen diesbezüglich gern mit dir tauschen würden, aber dies möchtest du wahrscheinlich nicht lesen. 😉

  24. Daniel

    Welche wirtschaftlichen/finanziellen Fehlentscheidungen habt ihr am meisten bereut in eurem Leben?

    Das ist immer sehr schwer zu sagen. Ich habe als Jugendlicher unheimlich viel Kohle in Computerequipment versenkt. So gesehen war das RELATIV viel. Absolut gesehen wären es heute 1-2 Monatsgehälter gewesen. Ärgerlich war es trotzdem, weil auch das Geld damals schon deutlich besser hätte arbeiten können.

    Es fällt mir auch schwer zu sagen ob das, was ich NICHT getan habe eine Fehlentscheidung war. Ich hätte schon deutlich früher viel höhere Aktienquoten fahren können, aber war es deswegen eine Fehlentscheidung? Es hätte nach dem Absturz 2008 auch noch 10 Jahre weiter abwärts gehen können, wie in Japan. Da würde man anderes darüber denken.

    Eine wirklich teure Fehlentscheidung hatte ich bislang noch nie *aufholzklopf*. Eher das Übliche alles mal angefangen aber nicht zuende gebracht mit Hobbys. Die E-Gitarre verstaubt sei 5 Jahren im Keller.

    Bei mir war es im Prinzip die falsche Berufswahl, wie ich jetzt nach und nach feststelle

    Mit meiner Berufswahl bin ich ganz zufrieden, kann mir nix anderes vorstellen, unser IT-Team existiert seit über 10 Jahren, eingeschworene Gemeinschaft.

     

  25. Mark85Mark85

    Oh, in meinem Text sollten zur Betonung eigentlich nur 2 Wörter fett geschrieben sein. Jetzt kann ich den Text nicht mehr verändern. Egal, ich hoffe es wird klar, was gemeint ist.

  26. Daniel (Fächerstadt)

    Größte Fehler war sicherlich eine spending Phase in den 20ern und aussichtsreiche Titel zu früh verkauft (auch wg. Konsum), dies hatte natürlich auf den Zinseszinseffekt große Auswirkungen, andererseits habe ich damit das Bedürfnis des Konsums befriedigt und selbst Tim hatte diese Phase 😉

    Frugal werde ich nie sein, aber die Sparquote stimmt für mich persönlich.

  27. ThorstenThorsten

    @ Cola-Viez

    „auf die Qualität der Textilien zu achten“

    Das ist eigentlich genau mein Punkt…die Qualität von günstigeren Klamotten ist häufig exakt die gleiche wie von teureren.

    In Cambodia haben manche Händler offen gesagt, dass die günstigen auf den gleichen Maschinen zT mit den Resten / zumindest aber mit den gleichen Stoffen der „normalen“ Produktion erstellt werden. Einzig das Label ist nicht drin, weil die in der Regel „abgezählt“ und nicht so leicht herzustellen sind.

    Man kann sich also das Extra-Geld für Marke sparen!

  28. Micha

    Mein größter Fehler war, dass ich nicht schon in meinen 20ern Sachbücher, Biografien und Bücher über Persönlichkeitsentwicklung gelesen habe. Alles andere hätte sich dann dadurch ergeben… Aber ich will nicht klagen, besser spät als nie. Habe mir daher vorgenommen, meinen beiden Kindern das Lesen der „richtigen“ Bücher so früh wie möglich schmackhaft zu machen.

     

  29. Thorsten

    @Hans-Peter,   es ist auch ein Versuch zu einer allergiefreieren und umweltverträglicheren  Wäsche.

  30. Mike

    73 Kleidungsstücke, die Frage ist dann wie man gezählt hat, wenn ich alle meine Socken, Unterwäsche, T-Shirts etc. zähle werde ich wohl überdurchschnittlich viel haben obschon mein Kleiderschrank ziemlich clean ausschaut.

  31. Oliver

    Ich bin jetzt nicht so der Extremsparer und habe das nie in großem Ausmaß praktiziert. Es gibt die großen Ausgabenblöcke und die habe ich versucht, mit möglichst wenig Aufwand zu optimieren. Da mir aber Zeit ggü. blöden Beschäftigungen mit den Jahren immer wichtiger geworden ist, habe ich versucht die dummen Aufgaben zu deligieren und in der Zeit aktiv Geld zu verdienen. Das war für mich persönlich immer wirtschaftlicher. Allerdings fehlt mir die Phantasie, auf den Gedanken zu kommen, eine Jeans zu färben um sie länger anzuziehen. Aber für wen das eine Lösung ist: alles gut.

    @Ralf:

    Ich habe in meinem Leben schon viele schlechte finanzielle Entscheidungen getroffen. Eine war sogar recht extrem mit 300.000 EURO Verlust, aber selbst wenn man es im nachhinein (viel) besser hätte machen können, bereue ich nichts. Ich würde nur etwas bereuen, wenn ich eine Idee gehabt hätte, es mir wichtig gewesen wäre und ich es nicht versucht hätte. Man muss sich damit abfinden, dass man mit schöner Regelmäßigkeit (nicht nur das finanzielle) immer wieder schlechte Entscheidungen trifft. Das gehört zum Leben einfach dazu. Wichtiger ist es, sich nicht unterkriegen zu lassen und wenn was dumm gelaufen ist, es zu ändern. Viele haben den Mut nicht dazu oder glauben, schlechte Situationen nicht zumindest minimal besser ändern zu können. Wäre das mein Lebensmotto, gäbe es was zu bereuen.

    Das Beschäftigen mit negativen Dingen wird dich auf Dauer nicht weiterbringen. Wenn man immer denkt, was alles schief laufen kann, wird sich das häufig bestätigen (self fulfilling prophecy) und genau das ist ein gefährlicher Weg, weil man dann zu sich sagt: Na, habe ich es mir nicht gedacht? Natürlich sollte man nicht alles mit einer rosaroten Brille sehen, aber ständig negative Gedanken halten einen von den wirklich guten Dingen ab. Das ist genau das gleiche, als wenn man sich ständig Gedanken um den Weltuntergang, EURO- oder Börsencrash, böse Politiker, zu viel Steuern, Flüchtlinge oder sonstwas macht. Sicher alles Themen, wo man sich viele Gedanken machen kann. Es bringt einen persönlich nicht weiter, im Gegenteil sind es Zeitkiller, die einem von den wirklich wichtigen Dingen in deinem Leben abhalten.

    Von daher ist eine Frage wie: „Was möchte ich in meinem restlichen Leben erreichen“ sehr viel gewinnbringender, weil Du positive Ziele formulierst und dir Wege ausdenkst, wie Du dahin kommen kann. Viel zielführender als über den bösen Trump oder die Flüchtlinge nachzudenken. Du kannst diese Themen sowieso nicht beeinflussen, deine persönlichen Ziele sehr wohl.

    Mein persönliches Ziel für heute ist noch ein Schokoladeneis. Schokolade macht glücklich – wenn das mal kein gutes Ziel ist, weiß ich es auch nicht :).  Lasst es euch gut gehen.

    Grüße Oliver

  32. Kia

    @ jeans

    in meinen alten Boss Orange Jens steht Made in Tunisia und Made in Egypt. Ist das besser als Made in Kambodscha?

    Für meine Kinder hatte ich viel Geld für Kleidung in einer Boutique ausgegeben,von der ich dachte, das die Kleidung in Frankreich/Portugal gefertigt wird. Eines Tages steht ein Schüler vor mir an der Kasse und möchte Auskunft über die Produktionsstandorte und Bedingungen, für seine Hausarbeit haben.  Sie haben ihn an einer Stelle sonstwohin verwiesen. Das kam mir komisch vor. Ich habe die Keidung zurückgelegt und zu hause alle Kleidungsstücke nach einem Made in untersucht. Ergebnis: es steht nichts drin. Nur “ Service Consommateur , France. Totale verarsche! Danach habe ich Ihnen Kleidung bei H&M gekauft.

  33. Andrea

    Das Geld, das ich anlege, ist das Geld, dass ich nicht benötige. Insofern bereue ich keine finanziellen Entscheidungen der Vergangenheit, auch wenn ich noch nicht finanziell frei bin und dies voraussichtlich auch vor dem Rentenalter nicht erreiche. Wenn ich jetzt im Nachhinein etwas ändern könnte, dann würde ich im Jahr 2010 das Erbe meiner Mutter am Aktienmarkt angelegt haben anstelle mir schönen Schmuck zu kaufen und den Rest als Festgeld angelegt zu haben. Das wäre eine gute Zeit gewesen, um dort Geld anzulegen.

    Manche Sparanregungen hier wirken auf mich wie Satire, z.B. sich Kleidung aus alten Stoffen selber zu nähen. Meine Oma hat sich damals aus unserem Kommunionkleid (ich sage unserem, weil es von drei Mädchen getragen wurde), als es nicht mehr gebraucht wurde, eine Bluse genäht. So ähnlich muss man sich das wohl vorstellen.

    Ich kaufe mir nicht viele Kleidungsstücke, aber achte darauf, dass ich die Teile, die ich kaufe, „toll“ finde. Bei mir wird fast alles gerne getragen und Schrankleichen gibt es so gut wie nicht. Auch kaufe ich in Zeiten, wo ich ausreichend Teile im Schrank habe, gar nichts, bis ich wieder etwas aussortieren muss. Bei kleinen Defekten lasse ich die Teile bei der Schneiderin reparieren.

  34. Jens

    @Stefan

    Findest Du es wirklich notwendig ein altes Auto zur Inspektion zu bringen?!Ist es nicht ausreichend, selber darauf zu achten, ob man etw. Verdächtiges hört oder so und dann etw. repariert, wenn es wirklich kaputt ist als die teueren Inspektionen zu bezahlen?!

    Ist wie mit den Zähnen: Klar kannst Du erst dann zum Zahnarzt gehen, wenn es weh tut. Wird aber schmerzhafter und wahrscheinlich auch teurer.

    Außerdem spielt es keine Rolle, ob das Auto alt oder neu ist, Du willst ja vermeiden, ein neues kaufen zu müssen.

  35. Mike

    #Inspektion

    Ölwechsel und wichtige Teile sollte man schon machen, sonst schadet es dem Motor langfristig. Aber wenn die Garantie abgelaufen ist kann man ja eine freie Werkstatt aufsuchen anstatt den Markenvertreter, ist viel günstiger. Bei den Ersatzteilen lohnt sich aber sparen auch selten, irgend ein China-Mist wird dann einfach rasch kaputt gehen oder worst case sogar sicherheitsrelevant sein. Also sparen ja aber immer am richtigen Ort.

     

  36. KievKiev

    @ Ralf

    Dein Abschluss ist sicher schon eine ganze Zeit her. Durch das Studium wird viel vorgegeben, aber wir entwickeln uns doch permanent weiter.

    Du kannst Dich in Deinen bevorzugten Bereichen fortbilden. Du kannst Dein Wissen auch im privaten Umfeld anwenden. Wie war das mit dem reichsten Hausmeister Deutschlands noch einmal? Woher kennst Du Deine Frau? Vielleicht aus der Studienzeit? Hättest Du etwas anderes studiert wäre womöglich einiges anders verlaufen? Trauerst Du einem unbekanntem Leben hinterher? Oder möchtest Du nur die Rosinen rauspicken? Vielleicht hättest Du in einem anderen Bereich keinen Abschluss geschafft? Was wäre dann passiert? Die 4 Tagewoche wäre bei pessimistischer Einstellung wohl nur ein Wunschtraum geblieben. In meinem Studium haben es viele nicht geschafft. Es flossen Tränen beim dritten nicht bestandenen Versuch. Dir Prüfungen waren wirklich schlimm. Das Fach muss Dir liegen, dass Du es auch gut schaffen kannst. Ein gescheiterter Kommilitone hat beruflich übrigens in Selbstständigkeit mehr als ich erreicht. Er ist Optimist. Die gewinnen auch nicht immer.

    Du treibst Dich auf einem Forum zur finanziellen Freiheit herum. Wie viele aus Deiner Schulzeit befassen sich damit? So schlecht kann es doch gar nicht bei Dir laufen?

  37. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Mark 85

    @ Oliver

    @ Kiev

    Weise Worte von euch!

    „Das ist genau das gleiche, als wenn man sich ständig Gedanken um den Weltuntergang, EURO- oder Börsencrash, böse Politiker, zu viel Steuern, Flüchtlinge oder sonstwas macht. Sicher alles Themen, wo man sich viele Gedanken machen kann. Es bringt einen persönlich nicht weiter, im Gegenteil sind es Zeitkiller, die einem von den wirklich wichtigen Dingen in deinem Leben abhalten.“

    Das bringt es gut auf den Punkt.

    Was passiert ist, ist passiert. Lehren bereits verarbeitet. Änderungen sind unmöglich, daher ist es Zeitverschwendung, zu grübeln.

    Fällt nicht leicht, kann aber trainiert werden. Ich verschwende heute keine Zeit mehr ans Bedauern. Vorbei ist vorbei.

    Lief im Leben etwas schief, hat meine Mutter gerne gesagt: „Wer weiß, wozu es gut ist ?!“

    Wer heute zufrieden ist, hat das alles auch seinen vergangenen Fehlern zu verdanken.

    Also, Kopf hoch und nach vorne schauen! 🙂

  38. June

    Hallo zusammen,

    ein schöner Artikel, lieber Tim, der auch sehr die Nachhaltigkeit unseres Lebens und Seins betont.

    @Inspektion von alten Autos,

    man sollte auch bei einem älteren Auto das Öl wechsel, die Bremsen checken und die Wechselintervale diverser Verschleißteile beachten. Ein älteres Auto hat zwar keinen monitären Wert mehr, sorgt aber durch seine Nutzung dafür, dass ich erst deutlich später ein neues brauche und schont damit meinen Geldbeutel und die Umwelt.

    @selbstgemachtes Waschmittel,

    dabei geht es nicht in erster Linie ums Geldsparen, sondern diese Waschmittel schonen unseren Geldbeutel, unsere Gesundheit und unsere Umwelt. Sie sind frei von allen möglichen Umweltgiften allen voran frei von dem schädlichen Mikroplastik.

    @Ralf,

    ich habe einige große finanzielle Fehler begangen. Aber die Berufswahl wäre dabei total sekundär gewesen. Hier eine Auswahl meiner größten finanziellen Fehler. 1. Fehler: war einen Mann zu heiraten der gerne auf großem Fuß lebt. (Hat sich inzwischen erledigt, wir sind geschieden) 2. Fehler: ich habe nicht auf meinen Onkel gehört und mir 1989 nicht für meine 2000 D-Mark SAP Aktien gekauft. 3. Fehler: ich habe ca. 1992 oder 1993 mir nicht dieses wahnsinns teure 800 D-Mark Bild von James Rizzi gegönnt. 4. Fehler: ca. 2009 mit meiner Freundin keine Bitkoins für 200 € zu kaufen, da uns das dann irgenwie zu kompliziert war.

    Und was soll ich nun machen. Hätte, könnte, würde…… bringt mich doch heute nicht weiter.Man trift manchmal einfach die falsche Entscheidung. Aber ich habe für mich mitgenommen, dass wenn ich heute eine Idee habe, ich sie auch umsetze, auch wenn ich nur kleines Geld dafür übrig habe.

    @Kleidung,

    ich habe viele Markenkleidung im Schrank. Aber als Minimalistin mit ca. 40 Teilen für alle Jahreszeiten und dem Anspruch jedes Stück so lange wie möglich zu tragen, sind die Ausgaben überschaubar.

    In der Schwangerschaft mit meinem Kind habe ich aber auch mal eine häßliche Jeans für 3 D-Mark gebraucht gekauft, weil sie gut gepasst hat und für 6 D-Mark die Farbe dazu. Es war dann meine Lieblingshose.

    Take care,

    June

     

  39. Mark85Mark85

    Oder so, Alf: ,,Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ 😉

  40. KievKiev

    @ June

    Du hast ja interessante finanzielle Fehler aufgelistet. Gibt es bei einem der Punkte tatsächlich einen Funken Wehmut? In absoluter Konsequenz?

    Ich kann hier keinen Punkt erkennen. Das müsstest Du mir genauer erklären. Du kannst auch einen Punkt nennen und ich sage Dir wieso ich da keinen Fehler finden kann…

    Vielleicht gibt es im Leben wirklich sehr schlechte Erfahrungen die man erlebt hat. Sie haben einen jedoch zu der Person gemacht die man heute ist. Und manche Fehler haben auch sehr gute Ergebnisse gebracht, die man nicht missen möchte. Es ist ja auch nicht alles schwarz oder weiß. Cherry Picking ist vielleicht nicht immer der passende Begriff, aber wenn es nur einen kleinen Teil von einer schlechten Erfahrung gibt die man nicht missen möchte, sollte man sich genau darauf fokussieren.

  41. June

    @Kiev,

    ich bereue keinen dieser Fehler, denn es sind keine Fehler nur verpasste Gelegenheiten. Der falsche Mann hat mir eine wundervolle Tochter und einen intelligenten Sohn beschert. Für die Aktien hatte ich damals so jung noch gar nicht die nötige Gelassenheit. Ich habe dafür Fonds gekauft. Wer hätte den 89 wissen können, dass die mal so durch die Decke gehen. Das Bild hat mir gefallen, als Geldanlage hatte ich es gar nicht im Blick. Und Bitcoin, na wer kannte die den damals schon? Das war was für Spinner ;). Für mich sind das nicht wirkliche Fehler und Kiev, von Herzen ehrlich, ich trauere keinem dieser verpassten Gelegenheiten nach.

    Ich habe nämlich ganz viele richtige Finanzentscheidungen getroffen. Zur richtigen Zeit Wohungen gekauft. In meiner neuen Partnerschaft, mit dem richtigen Mann, getrennte Konten eingeführt. Ich kaufe jetzt wieder ganz langweilig ETF,s. Ich habe im genau richtigen Augenblick in mein Humankapital investiert. Du siehst…. alles hat seinen Zeitpunkt. Und da ich Optimistin bin und meist nach vorne schaue, sind diese „Fehler“ auch nur kleine Geschichten um Freunde ab und zu mal zu unterhalten. Da haben nämlich alle so eine Gedankenkino. Man wäre das toll, wenn in June’s Wohnzimmer jetzt ein echter Rizzi für 50.000 € hängen würde.

    Take care,

    June, der die Bilder inzwischen gar nicht mehr so gut gefallen 🙂

  42. KievKiev

    @ June

    Dann habe ich es wohl richtig als Scherz verstanden. Bei Bitcoin hätte ich Dir unter anderem gesagt, dass Du sie wohl gekauft hättest, egal wie schwierig es zu der Zeit gewesen sein mag. Zumindest wenn Du wirkliches Interesse daran gehabt hättest. Das hat man ja wieder schnell an Deiner Antwort erkannt 😉

    Das Gehirn verzerrt die Vergangenheit manchmal mit neueren Fakten. Ich erwische mich hin und wieder wie ich verpassten Gelegenheiten hinterher trauere. Wenn ich dann aber darüber nachdenke war es zu der Zeit dann doch nicht so klar wie es einem heute erscheint. Wenn etwas nicht so rund gelaufen ist frage ich mich aber schon im Nachhinein ob ich mich diesbezüglich in Zukunft anders verhalten kann. Unschön sind Dinge die man einfach hinnehmen muss. Dann muss es aber auch gut sein mit der Bewältigung der Vergangenheit, denn es führt nach durchgeführter Analyse zu nichts mehr.

  43. tom1177

    Ich denke mit dem Waschmittel selber machen ist ein wenig übertrieben.

    Hab mir letzte Woche im Angebot 58 Lenor 3 in 1 Pads für 11 € gekauft.

    Wir ( 2 Personen ) waschen in der Regel 2 x in der Woche. Dh die Pads reichen reichen locker 30 Wochen.

    Da ich zudem P&G Aktien besitze gönnen ich mir die Artikel auch ganz gerne.

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