Mit 50 gehst Du in den Ruhestand nach Portugal an den Strand. Dein Depot ist 1 Million € wert. Die Kollegen sind losgelöst


New York, 15. Juni 2018

In Portugal an den Strand ziehst Du mit Deiner Frau. Schwimmen, Rad, Wandern, Kochen…. das wird Deinen Alltag bestimmen.

Stell Dir vor, Du hast 1 Million Euro im Depot. Deine Wohnung ist schuldenfrei. Du gehst zum Chef und kündigst. Du bist 50 Jahre alt.

Dein Chef hat herausgefunden, dass Du finanziell frei bist. Einem Kollegen hattest Du es vor einem Jahr anvertraut – er hat es überall ausgeplaudert. Jetzt wissen es alle. Du warst naiv zu glauben, der Kollege würde es für sich behalten.

Du magst nach Portugal an die Küste. Deine Frau kommt mit. Dort wollt ihr ein kleines Internet-Projekt starten. Die meiste Zeit wollt ihr Sport machen, reisen und das Leben genießen. Aber Du musst natürlich die Ausgaben strikt beobachten. Luxus wird es keinen geben. In Deiner Heimat Düsseldorf gab es ja auch keinen Luxus. Also macht Dir das nichts aus. Dir fehlt es an nichts. Im Gegenteil. Du bist zufrieden.

Der Chef war erstaunt. Er hätte nicht gedacht, dass Du gehst, obwohl er das Gerücht gehört hatte. Der Chef freute sich trotzdem für Dich. Er bot an, dass Du sofort gehen kannst, wenn Du magst. Du hast noch jede Menge Resturlaub. Den kannst Du verwenden. Und so bekommst Du noch fast drei Monate Gehalt, obwohl Du nicht mehr ins Büro musst.

Du stimmst zu, ein paar Wochen zu bleiben, damit Du die Kollegen einarbeiten kannst. So hinterlässt Du kein Chaos. Du magst im Frieden gehen.

Etliche Kollegen sind sauer auf Dich. Einer hat Dich kritisiert:

„Du kannst Dir das niemals leisten, du bist 50. Das reicht nicht. Deine Rente wird nicht reichen. Du wirst bettelarm enden. So etwas Bescheuertes hab ich noch nie gehört. Überleg Dir es genau. Es ist mein guter Rat an Dich. Mach keinen Fehler, den Du später bereuen wirst.“

Das sind vermutlich typische Kommentare der Konsumherde. Viele der Kollegen haben Immobilien, die noch mit hohen Schulden belastet sind. Die meisten haben kein Aktien-Depot. Sie fahren Clown-Autos. Sie tragen Marken-Kleidung. Sie gehen mehrmals die Woche in teure Restaurants schlemmen.

Ein anderer fragte mich: „Hast Du im Lotto gewonnen? Das gibt es doch nicht.“ Die letzten Wochen im Büro merkst Du, dass die meisten Kollegen Dich meiden. Der ein oder andere macht Witze. Sie stellen amüsante Fragen über Deine Ersparnisse und Dein Familienleben. Sie meiden aber den Augenkontakt. Stirnrunzeln gibt es.

Du hast für Unruhe im Betrieb gesorgt. Es wird hinter Deinem Rücken getuschelt. Sie fangen an, über Aktien und ETFs zu diskutieren. Aber die einhellige Meinung (bis auf ein paar stille Kollegen) ist: Die Börse ist zu riskant, Aktien sind nix für die Rente.

Ein Kollege aus dem Nebengebäude sagt Dir (er ist der passiv-aggressive Typ, den die meisten nicht mögen): „Du gehst auf Dauerurlaub, damit ich Dich nicht damit belästige. Haha.“

Du fühlst Dich wie im falschen Film mit all den Diskussionen. Aber bald ist Schluss.

Deine zwei besten Kollegen, mit denen Du viel unternommen hast in Deiner Freizeit, freuen sich riesig für Dich. Das ist sehr nett.

Nun denkst Du, dass es wohl besser gewesen wäre zu lügen. Nach dem Motto: „Ich brauche eine neue Herausforderung. Ich mache ein neues Projekt.“ Aber Du bist ein schlechter Lügner. Sie hätten es durchschaut.

Die gehässigen Kommentare der Neider gehen Dir mit der Zeit am A…. vorbei. Es ist Aus. Schluss. Vorbei. Du bleibst im Kontakt mit den zwei super-netten Kollegen. Du planst einen privaten Ausflug mit ihnen am Wochenende.

Eines bist du jetzt los: Das gefährliche Stresshormon Cortisol. Die Arbeit war anstrengend. Du hast viele Überstunden gemacht. Und zuhause zum Teil an den Projekten gearbeitet, um im Zeitplan zu bleiben – sehr zur Freude des Chefs. Mit ihm hast Du auch schon etwas ausgemacht. Ihr beide wollt eine Tagestour mit dem Rad machen – an einem Sommerwochenende (denn der Boss muss werktags arbeiten). Bevor Du nach Portugal reist, willst Du eben noch mal alle treffen. Die Wohnung in Düsseldorf vermietest Du. Das bringt Dir etwas Cashflow.

Zum Schluss noch etwas Nachdenkliches: Im Kundenmagazin der Consorsbank wirbt Vorstandschef Kai Friedrich für die Aufnahme von Konsumkrediten. Er gibt aber zu:

Unsere Großeltern würden es vielleicht anders machen: „Gib das Geld erst aus, wenn du es hast!“ Mit dieser Devise hangelten sich Generationen durchs Leben und übten Konsumverzicht – durchaus nachvollziehbar zu Zeiten, in denen viele alles verloren hatten und von Grund auf neu anfangen mussten.

Ich finde das noch immer eine gute Errungenschaft, nur das zu kaufen, was man sich leisten kann.

Banker Friedrich sieht das anders. Kein Wunder. Denn Kredite sind Teil seines Geschäfts. Friedrich schreibt:

Die Rahmenbedingung haben sich aber längst geändert. Den meisten geht es so gut, dass es für sie nicht um das Notwendigste geht, das finanziert werden muss. Sondern um die Extras, die den Alltag noch lebenswerter machen: die besondere Reise zum runden Geburtstag. Die brandneue Designercouch. Das Cabriolet für den Sommer.

Nun, wenn Du auf großem Fuss lebst, musst Du eben bis 65, 66, 67, 68… arbeiten.

„Von diesen Dingen kann man lange träumen. Oder man gönnt sie sich sofort“, resümiert Friedrich. Dazu bietet der Banker gleich den Ratenkredit an. Er meint: „Das Motto unserer Generation kann also lauten: Ich genieße am liebsten gleich!“

Ich gehe lieber früher in die Freiheit. Es fühlt sich großartig an keine Schulden zu haben. Schulden sind wie ein Gefängnis. Besonders doof finde ich hohe Auto-Zahlungsraten. Wenn Du ein Auto brauchst, kauf es mit Cash. Meide Schulden wie die Pest. Lebe bodenständiger als die anderen, dann hast Du später mehr Möglichkeiten im Leben.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Mit 50 gehst Du in den Ruhestand nach Portugal an den Strand. Dein Depot ist 1 Million € wert. Die Kollegen sind losgelöst

  1. tbee

    Armer Kerl das er bis 50 in so einer Firma mit solchen Kollegen arbeiten musste – hätte er mal vorher sich um einen netteren Arbeitsplatz gekümmert…

    Ob man wirklich im Alter in den Süden auswandern will sollte man sich gut überlegen, die Gesundheit wird nicht besser und je nachdem benötigt man entsprechend verlässliche Versorgung.

    Familie und Freunde werden auch nicht mobiler und kommen mal nicht eben schnell auf ein Tässchen Kaffee vorbei 😉

  2. RP

    Stell Dir vor, Du hast 1 Million Euro im Depot. Deine Wohnung ist schuldenfrei. Du sitzt mit 50 Jahren zuhause im Garten oder auf dem Balkon, da dir das reisen und aus dem Koffer leben irgendwann zu langweilig wird. Du fühlst dich in der Gesellschaft ungebraucht und nutzlos, da es eigentlich keinem auffallen würde ob du lebst oder tot bist. Dein Partner ist von deiner Langeweile und deiner Antriebslossigkeit genervt, da du dich ja für keinen  herrichten musst, bzw. dein geistiger Horizont sich auch nicht mehr erweitert. Dein Hirn ist ein Muskel und dieser wird nicht trainiert, du verkümmerst also geistig. Deine Gedanken und deine Meinung interressiert sowieso keiner mehr, da alle dich ansehen mit dem Blick „der Fertige“ und „der Nutzlose“ der Gesellschaft…

    Ich liebe meinen Job und ich liebe es mit Menschen gemeinsam zu gestalten und eine Zukunft für unsere Kinder zu bauen. So ist man der kleine Zahn im großen gesellschaftlichen Zahnrad. Man ist ein Teil der Weltwirtschaft und des gemeinsamen starken Welterfolgs. Deutschland war durch Krieg völlig zerstört und ist durch die Preußischen Tugenden wie Fleiß, Zielstrebigkeit, Pflichtbewusstsein und Pünktlichkeit nach gerade mal 70 Jahren ein Land, dass an der Weltspitze steht. Ich bin stolz darauf, ein Teil von den Fleißigen zu sein und hoffe, dass ich wie Warren Buffet auch noch mit 87 Jahren mich in einen Anzug werfen kann um aktiv beizutragen und nicht im Gartenstuhl verdumme und vergammle.

  3. V

    Der Zeitpunkt wird zurückkommen, bei denen viele sehr viel verlieren werden. So kann und wird es nicht weitergehen können nur noch auf Pump zu leben. Am großen Zahltag (die nächste megagroße Krise) werden viele feststellen, dass ihr Geld durch andere verkonsumiert wurde und kaum mehr was da ist. Im Anschluss daran wird Geld nicht mehr so leichtfertig verliehen werden …

    Dann wird sich auch wieder zeigen, was normal ist. Und ich halte die heutige Zeit für nicht normal. Das ist so surreal wie in den 1920er Jahren, wo der ewige Wohlstand für alle ausgerufen und von der breiten Masse geglaubt wurde.

    Living in a Bubble…!

  4. Gainde

    @ V

    Aus diesem Grund lohnt es sich in Sachwerte zu investieren (vor allem Aktien). Damit kann man sein Vermögen schützen, sofern die Gesetzgebung stimmt.

  5. Tanzi

    Du hast 500.000 und ein abbezahltes Haus…

    Du kaufst nichts unsinniges…

    Du hast 1 Mio. und eine abbezahlte Wohnung…

    Du lebst sparsam…

    Du hast geerbt und einen 450 Euro Job…

     

    Wann kommen endlich wieder Inhalte und nicht nur das immer gleiche Mantra?

     

    Schade.

  6. Mike

    @tbee

    Ich finde 50 ein super Alter um auszuwandern, früher ist natürlich auch nicht verkehrt. Problematisch wird es wer dann mit 65 oder sogar 70 auswandert oder auswandern muss, dann findet man sich kaum noch zurecht.

    Die Infrastruktur und Gesundheitsversorgung ist nicht wirklich schlechter, ausser Spitzenmedizin. Wer beispielsweise nach Asien auswandert, kommt dort sogar in den Genuss von noch besserer Medizin als bei uns.

    Hier ist die Gesundheitsversorgung primär nur noch eines: TEURER. Viel Hightech ja, aber persönlich ist sie nicht, Pflegepersonal wird gespart, dafür die neusten Apparaturen.

    Die Reaktion der Kollegen erachte ich als nicht unrealistisch, der Neidfaktor ist überall vorhanden, ob nun vordergründig oder versteckt, es ist ein Grundübel das ich immer wieder sehe. Ich verstehe es nicht, es schadet primär den Leuten selbst, wenn sie andere beneiden. Sie hätten es ja in der Hand, insbesondere seine Finanzen, wer andere beneidet wegen schönerem Aussehen oder hübscheren Partnern, das kann ich noch nachvollziehen, aber seine Finanzen kann jeder selbst in Griff bekommen, wenn er denn will und sich anstrengt.

  7. Mike

    @Gainde @V

    In diesem Zeitpunkt werden Aktien ins Bodenlose fallen, so wie in der grossen Depression. Dass es so nicht weitergehen kann die nächsten 20 Jahre ist klar, die Frage ist nur, was geschieht zuerst, nicht ganz unerheblich, es ist ein Unterschied ob zuerst die Inflation galoppiert oder zuerst Deflation ausbricht.

    Und leider ist es auch nicht immer so, dass jene, die überkonsumiert haben, auch zwingend für den Schaden aufkommen, wie auch, man wird es dann dort und von jenen holen, die noch etwas haben, und das sind jene die gespart haben.

    In diesem Fall ist abhauen wirklich keine schlechte Variante, die Frage ist nur wann und wohin 😉

  8. Ich

    Hallo V.

    das schlimmste an deinen Kommentaren ist leider der negative Lerneffekt.

    Wenn du einem Menschen täglich nach seiner Gesundheit fragst; Was hast du denn du siehst schlecht aus? Wird jener sich tatsächlich im Laufe der Zeit schlecht fühlen.

    Autosuggestion – lieber Herr V. ist sehr mächtig und kann Existenzen zertören.

    Niemand bezweifelt, dass es nach Sonnenschein auch eine Schlechtwetterphase geben wird, allerdings kann Autossugestion, negativ angewendet, schlimme psychische Schäden verursachen. Das lässt sich in ersten Zügen an dir erkennen, du hast extreme Verlustängste.

  9. Ex-Studentin

    Ich bin zwiegespalten darüber, was ich von der Zukunft erwarte oder welche Ziele ich mir setze. Ich spare ohne konkreten Zweck. Es sind viele Vielleicht-Ziele: Vielleicht für Eigentum, Auto, Heirat, Kinder. Ich bin nicht ehrgeizig genug, mir einen guten Job zu suchen. Ich mag meine jetzigen Kollegen. Ich glaube nicht, dass ich eine Millionen brauche, um frei zu sein. Eher eine 20-30h Woche irgendwann, falls es der Job zulässt. Mit 60 in Rente klingt auch gut, notfalls mit Kapitalverzehr.

  10. Mark85Mark85

    Ich weiß nicht, ob so ein mieses Betriebsklima normal geworden ist, dafür bin ich schon zu lange raus. Ich hoffe nicht.

    Mit negativem Neid (Missgunst) beschäftige ich mich ungern. Meiner Meinung nach soll jeder so leben, wie er es für richtig hält, solange er sich an geltende Gesetze hält und anstandsvoll mit seinen Mitmenschen umgeht.

    Wenn jemand bis zum Schluss vollzeitig im Berufsleben verweilen möchte, habe ich damit kein Problem. Im Gegenzug erwarte ich, dass ich ungestört meinen eingeschlagenen Lebensweg fortführen darf. Wenn dies mal nicht der Fall war, brach ich entsprechende Kontakt ab, weil sie mich nicht weiterbrachten.

    Ein endgültiger Vorruhestand im Ausland ist mir noch zu heiß, aber dafür genieße ich vorrübergehende Auszeiten nach wie vor. Die Winter in Mitteleuropa möchte ich mir nicht mehr antun müssen. 😉

     

  11. Mark85Mark85

    An V: Es ist nichts falsch daran, Absicherungen und Vorkehungen zu treffen oder einen Plan B zu haben, aber danach sollte Schluss mit diesen Gedanken sein, weil sie umso intensiver an der eigenen Lebensqualität nagen, je mehr man sie zulässt.

    Ich werde gleich zum Strand gehen und mir anschließend das Fußballspiel Spanien – Portugal anschauen. Es ist wichtig, Dinge im Leben zu haben, auf die man sich freuen kann. 😀

  12. Kiev

    @ Tim

    Auswandern mit 50 ist bestimmt für manche möglich. Ich würde aufgrund meiner Kinder wohl nicht dauerhaft im Ausland leben wollen. Vielleicht haben sie ja selbst Kinder und dann möchte ich nicht zu weit entfernt leben. Sonst bekommt man nicht so viel von den Enkeln mit.

    Aber hier und da ein paar Monate im Ausland zu verbringen werden wir auf jeden Fall machen.

    @ Mark

    Ich kenne btw. kannte ein paar Auswanderer von höherem Alter. Es fängt mit ein paar Monaten im Winter an. Irgendwann geht es nur noch im August nach Deutschland, wenn es zu heiß wird. Und nach ein paar Jahren dann gar nicht mehr. Reisen wird mit dem Alter auch nicht einfacher. Mal sehen wie es sich bei Dir entwickelt.

  13. Kiev

    @ Betriebsklima

    Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Abgang ohne Nennung von neuem Angestelltenverhältnis oder Umzug usw. durchaus zu Irritationen bei den Kollegen führen kann. Die besten Verhältnisse bleiben wohl bestehen, aber die Fähnchen im Wind sollte man nicht außer Acht lassen. 1-2 Kollegen finden bestimmt Dinge über die man Tratschen kann und dann kann sich daraus eine Dynamik entwickeln. Aber das kann einem ja dann letztendlich auch egal sein.

  14. June

    Hallo zusammen,

    Ich hatte heute so etwas wie einen kleinen Vorgeschmack auf die Vier-Tage-Woche. Da ich im Winter sehr viele Überstunden machen musst, komme ich jetzt im Sommer in den Genuss von freien Tagen.

    Da habe ich den Tag genutzt und ein Geburtstagsgeschenk gekauft. Zwei Silber Münzen.

    Haltet ihr zu Ergänzung eures Vermögens auch Edelmetall? Ich habe jedenfalls keine Ahnung und musst du mich erst mal beraten lassen.

    @tbee,

    Du tust ja gerade so als wenn ein 50-jähriger ein alter Greis wäre. Und dringend auf ständige medizinische Hilfe und Pflege angewiesen sei. Und selbst 65-jährige traue ich heute einen Umzug ins europäische Ausland oder ein englischsprachiges Land zu. Die Menschen diese Altersgruppe, die umzugswillig sind, sind meist gebildet und gut informiert. Sprechen die Sprache und waren vorher schon oft in den Ländern, in denen sie zukünftig leben möchten. Das ist nicht zu vergleichen mit den TV Sendungen „Deutschland wandert aus.“

    Natürlich kommen die Kinder nicht mal eben zum Kaffee vorbei, auf der anderen Seite muss man ja auch nicht alle Brücken abbrechen. Und mit 50 ist man selbst noch so mobil, dass man ja im Gegenzug einfach bei den Kindern in Deutschland vorbeischauen kann. Im Ausland bilden sich dann meist gleich gesinnte Communities, so dass sich auch dort neue Freundschaften bilden.

    Das ist kein Plan für jeden. Aber ein Plan für offene, geistig bewegliche Entdecker. Und diese Menschen gibt es in allen Altersgruppen.

    @1920,

    das waren schwere Zeiten, und ich hoffe einfach, dass es nie wieder so schlimm kommt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man sich dagegen absichern oder sich vorberieten kann. Außer möglichst breit aufgestellt zu sein und wenn möglich keine Schulden zu haben.

    @ Konsumschulden,

    für mich wäre das die Hölle. Selbst nach meiner Scheidung als wir mit sehr keinem Geld auskommen mussten, habe ich mir einen Kredit oder einen Leasingvertrag verkniffen. Mein Vater, ein sehr überlegter Mann, der von Grund auf gegen Konsumschulden ist, meinte ich solle dann eben einen kleinen Wagen leasen. Er fand meinen 850  Euro Fiesta ganz schrecklich unsicher und nicht zum Transport seiner Enkelkinder geeignet. Als das Auto nach ein paar Jahren dann in den Autohimmel musst und ich immer noch kein deutlich besseres Auto kaufen wollte, hat er sich aus Angst um uns persönlich um einen Ersatz gekümmert. In der Nähe meiner Eltern wurden Firmenwagen für kleines Geld ausgemusster, da sie abgeschrieben waren und zu viele Kilometer auf der Uhr hatten, und ich habe dort meinen Opel gekauft. Heute funktioniert das nicht mehr. Firmen leasen ihre Autos. Inzwischen bin ich sicher, dass mein unorthodoxes Handeln und meine kosequente Investition in meine Ausbildung der Schlüssel zu meinem finanziellen Erfolg war.

    @Erbschaften,

    sind gar nicht so selten. Manchmal ist es auch die Kusine der Oma die keine Kinder hatte und schon ist man Mitglied der Erbengemeinschaft. Das Häuschen der Tante wird verkauft und man ist ein paar tausend Euro reicher. Es muss ja nicht das Millionen Erbe sein. entscheidend ist was man dann mit dem unerwartetet Geldsegen macht. Ob man sich für Australien oder Aktien entscheidet. Traumurlaub oder Sonder-Tilgung.

    Take care,

    June

     

     

  15. V

    @Mike: Zustimmung. Was und wann passieren wird weiß keiner.

    @Ich: Witzle gmacht? Ich fahre hier von allen seit Jahren sicherlich das höchste Risiko. Ohne extremen Optimismus für meine Investments ist das vollkommen unmöglich.

    Dass ich meine Erfolg gegen offensichtliche Risiken absichere und ne überschaubare 4-5% Goldquote aufbauen werde ist dabei nur rational. Zu Jahresanfang war ich über 1%, aktuell zwischen 2 und 2.5%. Also auch hier von Verlustangst oder Panik keine Spur…

    Aber danke für deine tiefenpsychologische Analyse !

  16. Ralf

    @V: Du liegst nicht falsch!

    Es wird bald richtig scheppern und dann werden etliche erst aufwachen. Ein Großteil des Wachstums gründet auf einem massiven Schuldenberg und billigem Geld drucken. Das wird nicht mehr lange funktionieren. Auch gesellschaftliche Unruhen sind dann wohl nicht mehr zu vermeiden aufgrund sozialer Spannungen. Haben viele nicht auf dem Schirm mit ihrem schönen Depot.

    „…Stell Dir vor, Du hast 1 Million Euro im Depot. Deine Wohnung ist schuldenfrei…“

    Das ist eben einfach weltfremd, selbst für viele Aktiensparer.

  17. V

    Ralf, bei letzterem bin ich allerdings das Gegenbeispiel zu deiner These. Man konnte es schon schaffen. Ich hab inzwischen 3 von den Dingern mit der „M“ am Anfang. Und das mit Start bei quasi 0…

  18. Ralf

    Ja sicherlich. Aber der durchschnittliche Buy-Hold Aktiensparer wird dafür vermutlich eher etwas länger brauchen.

  19. Chrisi

    Hallo,

    Mir sind diese ständigen „stell dir vor“ Geschichten auch schon auf die Nerven gegangen. Aber diese hier…..ok, die gefällt mir. Und ich brauche keine Million. Laut meiner Rechnung sind es unter 400.000 für 1000 Euro im Monat (Steuer von 27,5% bereits abgezogen) und für 2000 Euro ca 780.000 glaub ich. (mag jetzt nicht nachrechnen.)

    Das blöde ist, es ist fast realistisch für mich. Am wichtigsten ist, das meine Wohnung mit beginn nächsten Jahres Schuldenfrei ist *juhufreu*.

    Mit 50 wird es sich eher nicht ausgehen, vor allem da ich immer noch auf Frau und Kinder hoffe. Aber dann mit 65 beruhigt in Rente/Penison/Ruhestand gehen zu können ist auch gut.

    @ June:

    Ich versuche mir zumindest alle 2 Jahre eine Unze Gold zu schenken. Das ist meine Vorsorge für den grossen Weltuntergang, aus welcher Richtung er auch kommen mag. Und es gibt zur Zeit viele Richtungen die möglich wären.

  20. Trudi

    @June

    ich habe z.Z. etwa 23-25% meines Gesamtvermögens in Gold- und Silberunzen angelegt. Die Unzen  habe ich ab 2008 nach und nach anonym als Tafelgeschäft jeweils in kleineren Tranchen gekauft.  Mittlerweile finde ich das viel zu viel und werde die Position  größtenteils wieder verkaufen und in mein ETF-Depot stecken, sobald der Crash kommt. Ich gehe davon aus, dass dann die Gold- u. Silberpreise wieder steigen und ich noch mehr davon profitieren kann. Mal sehen, wie wann was kommt!

    Viele Grüße

    Trudi

     

  21. Insider

    Was haltet ihr davon zur beimischung / absicherung gerade im Bezug auf einen Chras ackerland beizumischen?  Ich bekomme ggf. Die Möglichkeit eine Wiese für knapp 10 k  zu kaufen .

  22. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Insider

    Wenn Du die Wiese verpachten kannst, mach das. Wenn jemand sein Pferd oder Schaf ? dort hinstellen will, klasse.

    Vielleicht mag jemand Gemüse anbauen.

    Bekommst Du keinen Cashflow/Dividende, würde ich es nicht machen.

  23. Insider

    Crash natürlich. Habe auch gerade neben dem tollen Fußball spiel geschrieben.  *ausredegefunden*

  24. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Kiev

    Das machen Leute unterschiedlich. Manche Familien kaufen sich ein Ferienhaus. Das kann man über Airbnb auch zur Einnahmequelle machen. Es gibt so viele Möglichkeiten sein Leben zu designen – ganz individuell. Es gibt keine perfekte Lösung. Alles hat Vor- und Nachteile.

  25. Kiev

    @ Tim

    Ich kenne die Beispiele, in denen Leute ein Ferienhaus kaufen bevor sie in Rente gehen. Sie wollen es ja auch spätestens zum Renteneintritt haben. Die Auswahl ist nicht immer sehr groß. Es kommt auf die Wünsche in dem nicht sehr großem Zeitfenster an. Dann wird es vielleicht noch etwas auf die eigenen Bedürfnisse umgebaut oder renoviert und spätestens mit dem Rentenbeginn immer längere Zeiträume genutzt.

    Am Anfang lernen sie die Sprache, dann finden sie immer mehr Aktivitäten vor Ort. Sie machen sich mit der Umgebung und den Gepflogenheiten vertraut und bleiben immer länger. Das ist bei fast allen so, die ich kenne. Aber sie haben Häuser. Wenn man sich so etwas herrichtet möchte man es auch entsprechend nutzen.

  26. Mark85Mark85

    An Kiev: Ja, Interessen und Vorlieben verändern sich im Laufe des Lebens. Als Kind war mir zum Beispiel die Natur ziemlich egal, heutzutage bin ich in ihr gern unterwegs.

    Ich wette, dass ich in 10, 20 oder 30 Jahren in einigen Punkten wieder ganz anders denken werde, aber das Positive ist, dass bei mir als Minimalist materielle Verlustängste nicht besonders stark ausgeprägt sind. Wie ein Chamäleon, dass sich sich auf Veränderungen gut einstellen kann. Solange meine Grundbedürfnisse befriedigt sind, fühle ich mich wohl.

    Hm, mit Auswanderern habe ich eher andere Erfahrungen gemacht. Vor allem Ältere tun sich verdammt schwer, eine neue Amtssprache zu erlernen. Sie halten sich dann bevorzugt unter Landsleuten und in deutschsprachigen Geschäften und Einrichtungen auf. In Puerto de la Cruz gibt es zum Beispiel den Ortsteil La Paz, der sehr bekannt dafür ist. Diese Menschen fallen so gut wie nicht auf, aber ein gemeinsames Zusammenleben sieht anders aus.

    Wenn es ganz dumm läuft, fangen sie aus Einsamtkeit, Langeweile oder Heimweh das Trinken an. Ich habe gelesen, dass z.B. auf Mallorca die Hälfte der deutschen Residenten Alkoholprobleme hat. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen auf Teneriffa. Ich habe bislang mehr Trinker als Nichttrinker kennengelernt. 😉

    Aber es geht noch schlimmer: Manche sind sogar aus Deutschland wegen Frau Merkel geflohen. Ich kenne 4 Leute, die sich so sehr in Verschwörungstheorien hineingesteigert haben, dass sie an einen geplanten Untergang glauben, weil angeblich die Eliten Deutschland zerstören möchten. Oder gleich die ganze Welt, weil die Menschheit auf 500 Millionen dezimiert werden soll. Ich möchte jetzt nicht alles wiedergeben, weil solche Denkweisen einfach nur geisteskrank und verstörend sind. So stelle ich mir jedenfalls keinen entspannenden und genießenden (Vor-)Ruhestand unter Palmen vor. 😉

    An June: Bei mir sind es 1/3 in Edelmetallen, weil mich die Einfachheit der sogenannten 3-Speichen-Regel sehr angesprochen hat. Aber auch die Überlegungen dahinter, weil das Anlagekapital in der Welt im Laufe der Zeit immer zwischen verschiedenen Hauotanlageklassen hin und her springt. Wie in einem Rad mit verschiedenen Speichen, das sich dreht, steht mal eine und mal eine andere Anlageklasse oben, mittig und unten. Durch die Gleichgewichtung favorisiert man keine einzelne Anlageklasse und handelt durch eine regelmäßige Rejustierung antizyklisch.

    Zum Einstieg kann ich dir das Buch ,,Einfach richtig Geld verdienen mit Gold, Silber, Platin und mehr“ empfehlen. Ich habe es vor Kurzem gelesen und es kostet in der digitalen Ausgabe lediglich 13 Euro.

  27. Kiev

    @ Mark

    Hier sieht man wieder was alles mit der richtigen Einstellung möglich ist. Bei mir gibt es zum Glück keine Geschäfte in der Deutsch gesprochen wird. Die Einheimischen sind zwar nett und entsprechend bemüht ein paar Worte in Deutsch zu sprechen, aber das lehne ich kategorisch ab. Das sehen zum Glück andere auch so, so dass Deutsch als Sprache nicht überhand nimmt. In meinem Dorf gibt es viele Deutsche. Es wäre nicht unbedingt notwendig die Sprache zu lernen, aber wenn man am richtigen Leben teilhaben möchte führt kein Weg an der Sprache vorbei. Ich kann nicht sagen wir schwer sich die Auswanderer mit dem Lernen der Sprache getan haben. Sie waren meistens jenseits der 50 Jahre. Ich kann nur sagen, dass sie alle aus meiner Sichtweise sehr flüssig sprechen. Für sie alle ist es aber ein langer Traum gewesen ein Haus in dem Land zu kaufen und dort zu wohnen. Wenn man Träume hat ist vieles möglich.

    Zu übermäßigen Alkoholkonsum kann ich nicht viel sagen. Wenn wir bei Bekannten eingeladen werden gibt es immer Aperitiv und Wein usw. Das gibt es bei uns allerdings auch. Ob es das auch ohne Gäste regelmäßig gibt kann ich nicht beurteilen. Vielleicht liegt ein Grund für übermäßigen Alkoholkonsum in der Untätigkeit und dem Fehlen von Zielen. Einfach nur das Leben zu genießen ist zu wenig. Egal wie schön es ist.

  28. Freelancer Sebastian

    An Mark85: Deine Beiträge sind immer sehr erquickend. Die helle Seite der Macht sozusagen. Danke!

    An Ralf: Deine Beiträge entstammen dagegen eher der dunklen Seite. Zuviel Florian Homm gesehen?

    Obwohl ich jünger bin als du, gebe ich dir einen weisen Rat. Halte dich von News, Nachrichten, dem ganzen geistigen Dreck fern. Deine Lebensqualität wird sich enorm steigern. Und der angenehme Nebeneffekt: Du wirst mehr Lebensfreude ausstrahlen. Deine Lieben um dich herum werden es dir danken.

    Meine Studienzeit in einer Meditationsgruppe war mit das beste, was mir im Leben passiert ist. Affirmationen, konzentrierte Geisteshaltung, Fokus auf Dankbarkeit, Liebe und Glück. Die Folgen sind enorm.

    Es geht darum, die eigene Biochemie und Neuronalaktivität aktiv zu steuern. Es funktioniert. Probiere es einmal aus.

    Unglaublich, wie unterschiedlich unsere Wahrnehmungen der Realität sind. Gerade hier in Deutschland leben wir heute so gut, wie nie zuvor in der Geschichte. Wolltest du lieber im Jahre 1312 leben? Oder 1880 als Fabrikarbeiter? Oder 1914 im Schützengraben?

    Es sollte auch 2017 schon „richtig scheppern“. Und 2016. Und 2015 …….

    Es hat 2008 „richtig gescheppert“. Und? Weltuntergang zehn Jahre später?

    Ich bin auch kein Fan der „Überschuldung“ – wissen wir eigentlich wovon wir dabei reden? Das Desaster von 1929-1932 entstand, weil es zu kreditgetriebener Manie kam, einverstanden.

    Aber eins sollte klar sein. Die Folgen waren verheerend, weil zuwenig Geld im Umlauf war. Das Knausern und abziehen von Liquidität hatte geradewegs ins Verderben geführt.

    Allem EZB-Hating zum trotz. Geld ist Energie. Lieber zuviel, als zu wenig davon.

  29. Ralf

    @Freelancer Sebastian: Ich schreibe eher selten in letzter Zeit.

    Die Notenbanken der Euro-Partner wie Italien, Spanien oder Frankreich schulden der Bundesbank fast eine Billion Euro – so viel wie nie zuvor. Das kann auf Dauer einfach nicht gut gehen. Ein Großteil des Wachstums ist auf Pump gebaut. Ich empfehle auch einen volkswirtschaftlichen Blick auf die Thematik. Nun wird zum Teil sogar eine Vergemeinschaftung von Schulden im Euroraum diskutiert. Faktisch wirkt die EZB-Politik wie eine Staatsfinanzierung vor allem für klamme Südstaaten. Trotzdem schaffen es vieler dieser Euroländer aber nicht, ihre Wirtschaft nachhaltig in Schwung zu bringen (z.B. Italien).

    Die Funktion vom Geld an sich wird irgendwann ohnehin neu überdacht werden müssen. Durch Automatisierung und Co. werden sich noch ganz neue Fragen stellen auf die eine Gesellschaft Antworten finden muss. Selbst Bill Gates fordert z.B. schon so eine Art Robotersteuer.

  30. Der Baum

    @ Freelancer:

    Ich verstehe ja was du grundsätzlich sagen willst mit deinem „denke positiv“ etc. . Ich stimm dem grundsätzlich auch zu, muss aber noch folgendes Anmerken. Das aufrechterhalten eines „guten“ Zustands, bzw. das Erreichen eines „besseren“ Zustands bedarf der Feststellung von aktuell schlechten Zuständen. Und dieses kritische Hinterfragen geht halt nunmal einher mit „negativem“ Denken.

    Aber ich glaube hier werden auch verschiedene Ebenen miteinander vermischt. Wenn ich z.B. mit einer gewissen Skepsis die Vergangenheit der Welt betrachte und daraus schlussfolgere, dass es gutes Vorsorgesystem sinnvoll ist, dann ist das primäre Ziel ja nicht das negative Denken. Ziel ist vielmehr sich gegenüber einer durchaus realistischen eventuell negativen Zukunft abzusichern – ein Erhaltungstrieb sozusagen. Das bedeutet ja nicht, dass diese Menschen gleich depressiv zuhause rumhocken. Und nur weil es vor ein paar Jahrhunderten oder 100 Jahren schlimmere Zeiten gab, heißt das ja nicht, dass wir heute keine Verbesserungen anstreben sollten.

    Nun noch zum Thema Geldmenge: Die Menge des verfügbaren Geldes muss natürlich immer im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung gesehen werden. Hier muss das Verhältnis stimmen damit wir keine Schieflage bekommen. Was aber eindeutig entgegen einem marktwirtschaftlichen System arbeitet, ist insbesondere ein Kreditvergabe (aka Gelschwämme) welche keinerlei Kriterien hat. Wenn also z.B. die EZB (über die Geschäftsbanken) ein dauerhaft defizitäres Unternehmen/Staat mit günstigen Krediten finanziert, dann wird das auf dauer nicht gut gehen. Das zeigt sowohl die Wissenschaft, als auch die Geschichte.

    Grüße Baum

  31. Mattoc

    @Mark

    Schön, wieder von dir zu lesen.

    Die 3-Speichenregel bezieht sich auf jeweils gleichgewichtete Anteile von Edelmetallen, Immobilien/Landbesitz und Aktien, richtig? Bargeldvermögen kann man entweder zu den Edelmetallen oder Aktien zählen.

    Investierst du in die Immobilien/Landbesitz-Speiche immer noch über ETFs?

     

  32. Chris

    Für diejenigen die meinen, sie würden sich „hängen lassen“ und „geistig verkümmern“ wenn sie ihren Job mit vorgegebener Arbeit, Arbeitszeit und antreibenden Chefs hinter sich lassen würden: Ihr tut mir leid

     

     

  33. Hendrik

    Interessant wie viele Goldbesitzer sich hier tummeln! Mir wäre ja eine Gewichtung von Gold oder Edelmetallen in meinen Depot von 1/3 vieeeel zu viel. Ich kann aus Diversifikationszwecken vielleicht eine Beimischung im Depot von bis zu 10 % verstehen, aber mehr ?

    Ist Gold letztendlich nicht „nur“ eine Tauschware, der besonders viel Wert beigemessen wird ? Aktien sind Anteile eines Unternehmens und erwirtschaften etwas und man kann deswegen davon ausgehen, dass sie in Zukunft mehr kosten. Gold ist nur das Wert, was andere dafür einen geben. Aus diesem Grunde finde ich Gold und andere Edelmetalle spekulativ.

    Wenn man auf einen Crash spekuliert und das wird ja hier gemacht und angenommen er kommt dann auch, dann wäre Gold wahrscheinlich mehr wert. Aber für die Buy and Hold Anleger hier halte ich die Gewichtung von übermäßig viel Gold und Edelmetallen entgegen ihrer Anlagephilosophie.

     

  34. June

    Hallo zusammen,

    @Mark und Gold,

    schön, Dass du wieder mal hier schreibst. Ich hatte bis jetzt keine Edelmetalle auf dem Schirm. Silber und Gold erzeugt keinen Cashflow.

    Jetzt eizusteigen würde bedeuten, dass ich mich zum Teil von meinen Aktienplänen verabschieden müsste. Was ich auf keinen Fall tun möchte. Bedeutet im Umkehrschluss, ich müsste mehr verdienen um Gold kaufen zu können.

    Ich habe keine Angst vor Veränderungen, ich bin mit nichts auf diese Welt gekommen und kann auch nichts mitnehmen. Die fast 100 Jahre, die ich hier verbrigen werde, möchte ich so angenehm wie möglich leben. Ich habe bereits viele schwere Jahre hinter mir und sorge jetzt vor, dass keine schweren Jahre mehr vor mir liegen. Wirtschaft und Politik kann ich leider nicht beeinflussen, dass und meine Gesundheit sind die einzigen Fallstricke in meinem zukünftigen Leben.

    @ Ex-Studentin,

    es mag sein, dass du das Gefühl hast ohne Ziel zu sparen, aber ich erlebe dich nicht Ziellos. Nur stehen dir viele Wege offen und du hast dich noch nicht entschieden. Sobald die Entscheidung irgendawann gefallen ist, wirst du wie ich dich kenne sehr zielstrebig deine Pläne verfolgen. Abgesehen von einer Eingebung mit ca. 20 Jahren, als ich einen Fondsparplan eingerichtet habe hat es bei mir bis Anfang 30 gedauert, bis ich finanzielle Pläne und Ziele hatte. Und dann nochmal  fast 6 Jahre bis ich wirklich Anfangen konnte meine eigenen Pläne umzusetzen. Du bist da schon viele weiter.  Auch wenn du ohne Ziel sparts und anlegst. Du tust es.

    Take care,

    June

  35. Kiev

    @ Ex-Studentin

    Du bist jung, Du kannst etwas probieren. Du hast noch Zeit Dich in einer anderen Firma zu etablieren. Nette Kollegen kann es auch in anderen Firmen geben. Du bist ein alter Hase bei der Arbeit. Hier ist nicht mehr viel Potential vorhanden. Wir tauschen bei der aktiven Arbeit Zeit gegen Geld. Du kannst mehr bekommen ohne mehr zu geben. Der Free Lunch ist in einem gewissen Spektrum möglich. Vor allem in den Hochpreisigen Regionen wie Stuttgart. Du kannst Dich ja auch einfach einmal umschauen und dann überlegen. Wenn es wesentlich mehr Gehalt für die gleiche Arbeit gibt würde ich einen Wechsel überlegen.

  36. David

    @All:

    Mich erstaunt es auch immer wieder wie viele Menschen in Gold investieren, wobei das Wort „investieren“ m.E. sogar fehl am Platz ist, da es sich mehr um eine Spakulation handelt (d.h. Kauf einer Anlage einzig und allein in der Hoffnung, dass jemand mehr dafür zahlt). Dem Gold (sowie sämtlichen anderen Edelmetallen und Rohstoffen) fehlt ein innerer Wert, da dieses keinen regelmässigen Cashflow aufweisen kann. Insofern unterscheidet sich Gold noch nicht einmal gross von Bitcoins und anderen Kryptowährungen. Einen wesentlichen Unterschied gibt es allerdings: Gold wird seit Jahrhunderten als „Wert“ anerkannt, was bei Letzteren (noch) nicht der Fall ist. Aber nur deshalb ist Gold noch lange kein gutes Investment. Warren Buffett hat bei der letzten Hauptversammlung von Bershire einen Vergleich gemacht und zwar die Entwicklung von Gold und dem Aktienmarkt (S&P 500) in den letzten 76 Jahren (seit 1942). Ergebnis: Wenn man damals jeweils USD 10‘000 investiert hätte, dann hätte man heute mit Gold einen Wert von rund USD 400‘000, bei Aktien einen Wert von über USD 50 Mio. Fazit: Mit Aktien hätte man über 100x (!) mehr verdient als mit Gold.

    Versteht mich bitte nicht falsch, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und wenn jemand in Gold investieren möchte, dann steht ihm dies frei. Ich für meinen Teil werde aber in jedem Fall darauf verzichten…

  37. Mike

    @David

    Gold ist keine Investition, es behält lediglich im Schnitt sehr langfristig über Jahrtausenden ungefähr seinen Wert, wobei das stark schwankt und teilweise jahrzehntelang nicht ausgeglichen wird.

    Gold ist für mich eine Versicherung für den Worst Case, Währungszerfall, Hyperinflation und sonstige Ereignisse, ich gebe denen aktuell unter 5% Wahrscheinlichkeit und so hält sich auch mein Goldbesitz. Man muss ja nicht unbedingt Goldmünzen oder Barren im Garten vergraben sondern kann das Nützliche mit dem Schönen verbinden und der Frau Goldschmuck kaufen oder eine schöne Golduhr (oder wem Gold nicht gefällt eine aus Platin).

    1/3 in Gold wäre für mich auch kein Thema, ich halte im Schnitt 80% Aktien, schwankt zwischen 70-90%, ich baue aktuell Cash auf um auf 70% zu kommen, da ich einen Einbruch in den nächsten Jahren für nicht unrealistisch halte. Und wenn der nicht kommt bin ich trotzdem fast voll dabei.

    Dass viele aus Deutschland etwas Gold halten ist verständlich, wenn man die Geschichte kennt, daher wohl auch der Unterschied zu den Amis, deren Währung Schutz genug ist, deren Währung ist geschätzt durch entsprechende Flugzeugträger, das Gold der Amis.

  38. Nachwuchsinvestor

    Ich beispielsweiße halte Gold (10% vom Gesamtvermögen) nicht wie Aktien nach dem buy&hold Prinzip.

    Ich erhoffe mir durch einen Verkauf des Goldes, in Krisenzeiten der Börse, gute Rendite.

    Ich stufe ganz grob gesagt den Aktienmarkt und den Goldpreis als gegenläufig ein.

    Zu Krisenzeiten sollte der Goldpreis steigen. Durch einen Verkauf wird ein Gewinn eingefahren.

    Wird nun der Einsatz + Gewinn vom Gold in die am Boden liegenden Märkte gesteckt, potenziert sich der Gewinn.

    Ob das so aufgehen wird, werden wir sehen. Der Zeitpunkt des Eintretens des o.g. Zenarios ist mir relativ egal, ich halte ja das (physische) Gold bereits und kann sofort reagieren.

  39. Mark85Mark85

    An Kiev: Ich stimme zu. Sprache, Akzeptanz und Beschäftigung sind wichtig.

    Wenn man die Sprache nicht spricht, wird man ein Außenseiter bleiben.

    Wenn man nicht akzeptiert, dass manche Dinge anders als im Herkunftsland sind oder laufen, stellt sich kein innerer Gelassenheitszustand ein.

    Und wenn man sich keine Beschäftigungen sucht, kann es zu geistiger Verkümmerung bis hin zu Alkoholproblemen kommen.

    An Mattoc: Ja, bei dieser Regel stehen die 3 Sachwertklassen Unternehmen, Immobilien/Land und Edelmetalle im Fokus.

    Geldwerte wie Anleihen, Sparbücher, Tages- und Festgelder, Versicherungsprodukte usw. sollen eher gemieden werden.

    Ich bin bis auf eine liquide Notreserve, weil es die natürlich immer braucht, voll in diesen 3 Sachwertklassen investiert. Innerhalb der 3 Hauptspeichen kann man natürlich zur weiteren Streuung Unterspeichen einziehen.

    Die Immobilienspeiche decke ich direkt und indirekt ab: private Vermietungen und Immobilien-ETFs.

    An Chris: Dieser Fall ist aber gar nicht so selten unter Langzeitarbeitslosen und Rentnern anzutreffen. Ohne irgendeine gesellschaftliche Teilhabe, die nicht mit Erwerbsarbeit zu tun haben muss, bin ich mir ziemlich sicher, dass es früher oder später zu einer geistigen Verkümmerung kommen muss.

    An Hendrik: Das Schöne am Investieren in verschiedene Anlageklassen ist, dass sie sich nicht im Gleichschritt auf und ab bewegen. Es findet eine Streuung statt.

    Dazu kommt, dass jede Anlageklasse ihre spezifischen Vor- und Nachteile hat. Vorteile der Edelmetalle können sein: Sie sind ein Sachwert, sehr mobil, beliebig teil-, aber nicht vermehrbar, anonym besitzbar, in der ganzen Welt anerkannt und wertgeschätzt, nach einer 1-jährigen Haltedauer steuerfrei veräußerbar und sie unterliegen keinem Gegenparteirisiko.

  40. Mattoc

    @Mark

    Kaufst du denn neben Gold wirklich auch Platin und Silber? Ist das nicht wegen des Spreads und 19% Steuer völlig sinnlos? Habe mir gerade bei proaurum mal die Preisdifferenz zwischen An- und Verkaufskursen angesehen.

  41. Freelancer Sebastian

    @ Der Baum

    Einverstanden. Es gibt genügend schlechte Umstände auf der Welt, die es zu verbessern gilt. Dazu muss man sie identifizieren und darüber reden.

    Aber genau das passiert ja seit Jahrhunderten. Die Menscheit entwickelt sich kontinuierlich zum besseren weiter. Es gibt gute Gründe, positiv zu sein und an eine bessere, nicht schlechtere Zukunft zu glauben.

    Meiner Meinung nach sind es auch die positiven, optimistischen Menschen, die diese Entwicklung bestimmen, weniger die Grummler, Pessimisten und Weltuntergangstheoretiker. Die Frage ist, wer handelt?

    Keine Sorge, auch ich habe mal einen schlechten Tag und laufe nicht nur mit der rosaroten Brille durch die Gegend.

    Es geht mir einfach um die positive Grundeinstellung, die manche Menschen vermissen lassen. Mein Ratschlag an Ralf war aufrichtig.

    @ Ralf

    Selbst wenn alles so schlimm ist mit der EZB, wie du schreibst. Du kannst nichts ändern. Warum also tust du dir diese negativen Grübeleien an? Was bringt dir das? Warum musst du dich damit belasten?

    Aber gut, ich muss auch noch sehr viel lernen. Dazu gehört die Tatsache, dass es immer Menschen geben wird, die eher negativ gestimmt sind. Die lieber das Schlechte am Leben sehen (wollen). Das kann ich nicht ändern und werde mich meinerseits nicht mehr damit beschäftigen.

  42. Michael

    Ich würde allen empfehlen, möglichst keine Nachrichten zu schauen. Da die Medien sich immer aufs Negative konzentrieren, entsteht ein völlig falscher Eindruck vom Zustand der Welt.

    Dieser Zustand ist viel besser als die meisten glauben. Hans Rosling hat dazu viel geforscht und Bücher geschrieben:

    https://www.ted.com/talks/hans_rosling_shows_the_best_stats_you_ve_ever_seen?language=de

    Deshalb bin ich langfristig auch optimistisch für die Aktienmärkte. Der zunehmende Wohlstand in der Welt wird auch die Kurse steigen lassen.

     

     

     

     

  43. Ex-Studentin

    @June

    Ja, du hast Recht. Bzw. Entscheidungen zu treffen, ist der schwierigste Part. Der Rest läuft automatisch. An sich ist es ja gut, wenn man überhaupt mehrere Optionen hat. Aber das bleibt einem hoffentlich ein Leben lang erhalten. Irgendeine Wahl hat man immer 🙂

    @Kiev

    Ja, das stimmt wohl. Ich dachte immer, dass ich irgendwann mal in einer Krise zum Jobwechseln gezwungen bin und man mir die Entscheidung so abnimmt 😀 . Aber in Stuttgart boomt es (zum Glück) weiterhin. Es gab Phasen, da habe ich aktiv nach einer anderen Stelle geschaut. Es gibt viele gut bezahlte Jobs, sofern man in der Lage ist andere zu koordinieren und Kunden zu betreuen. Ich dachte immer, wenn ich Angebote mit 15k mehr im Jahr bekomme, wäre ich sofort „weg“, aber die Rahmenbedingungen sind auch wichtig. Bei meinem jetzigen AG habe ich aktuell recht viele Freiheiten und kann viele Fachbereiche kennen lernen. Ich mache nun keine Projektleitung großer Projekte mehr und will mich u.a. besser um die Ausbildung kümmern. Da war ich die letzten Jahr durch den Projektstress viel zu kurz angebunden.

  44. Der Baum

    @ Sebastian, ich verstehe wie gesagt deinen Ansatz vollkommen und freue mich wenn Jemand durchweg positiv sein kann.

    Ich persönlich hab jedoch noch keinen „Zugang“ dazu gefunden. Ich bin niemand dem ferne Probleme so richtige Nahe gehen, also Probleme in der Politik oder sowas. Aber ich kann doch nicht anders als mich über aus meiner Sicht dumme Dinge aufzuregen. Sei es jetzt Migrationsproblematik, Bildungspolitik etc. etc. . Irgendwie betrifft es ja einen auch direkt, wenn wir mehr Steuern zahlen müssen, im gesellschaftlichen Leben Probleme entstehen usw.

    Wie ich solche Fragen bedenken soll ohne dabei auch negative Emotionen (zumindest Zeitweise) zu empfinden, hab ich noch nicht ganz herausgefunden. Ich glaube aktuell geht es einfach darum, zu verstehen dass die Welt kein perfektes System ist und auch das „negative“ dazu gehört. Yin und Yang sozusagen. Beides muss seinen Platz haben.

    Und um praktisch abzuschließen: Deswegen gehört auch Gold/Silber für mich zu einem Gesunden Mix für mich dazu.

    Grüße Baum

  45. Thorsten

    Hm, ich lese hier viel und komme zum Schluss, dass Ausgangssituationen und Ziele sehr variabel sind. Insbesondere jüngere Leute projizieren ihre aktuelle Lage in die Zukunft. Mit 60 oder 70 in Rente ? die Unternehmen tun alles , um Leute  ab  50 abzusägen. Es kann sein, dass die 10 Jahre , die man sich da von 50 bis 60 noch zurechtgedacht hat einfach nicht mehr drin sind oder die Sparleistung in der Höhe nicht mehr möglich ist. Besser auf 50 hinarbeiten.

  46. Kiev

    @ Der Baum

    Schaust Du Fernsehen, oder Nachrichten? Ich nicht mehr… Die Welt geht auch ohne Nachrichten nicht unter. Ich bekomme auch noch genug so mit. Aber die ständigen negativen Berichte bekomme ich nicht mehr mit. Das ist vielleicht ein Modell? Der Berliner Flughafen ist vermutlich nicht fertig und Trump hat sich mal wieder irgendwo lächerlich oder unbeliebt gemacht.

    Positive Nachrichten sind langweilig und interessieren die Menschen nicht. Die Berichterstattung ist auf die Wünsche der Konsumenten gut abgestimmt. Sie liefert was die Menschen haben wollen. Aber es tut ihnen nicht gut. Betrachte einmal einen Brennpunkt für irgendwas. Welche Information erhälst Du daraus in welchem zeitlichem Rahmen? Ist es angemessen oder verschenkte Zeit? Wie wirst Du Dein Verhalten im Nachhinein ändern? Änderst Du überhaupt irgend etwas?

  47. Kiev

    @ Ex-Studentin

    Du bist Deinem Arbeitgeber nichts schuldig. Warum abwarten? Ein Wechsel während einer Krise durch den Arbeitgeber angetrieben macht es nicht leichter. Es ist vielleicht auch von Vorteil ein paar Jahre bei dem neuen Arbeitgeber zu sein, bevor die Kinderplanung konkret wird. Falls es in der Region ein besseres Angebot mit besserer Perspektive gibt würde ein Wechsel vielleicht langfristig helfen. Ich schreibe das nur, weil es sich so anhörte das Dein Gehalt nicht sehr hoch ist und es auch keine Perspektive bei dem Arbeitgeber gibt. Falls es keine erfahreneren Kollegen mit höherem Gehalt gibt wirst Du vermutlich nicht viel mehr verdienen können.

  48. Ruben

    @Thorsten: da bin ich ganz auf deiner Seite, besser man ist zwischen 50-55 halbwegs „safe“. Das man ab 50+ nicht mehr ganz so wie derzeit gefragt ist, kann vielen passieren, selbst oder gerade wenn man hoch spezialisiert ist.

    Mir geht derzeit manchmal zweierlei durch den Kopf. Erst der negative Gedanke: mit einer Reduzierung der Arbeitszeit sinkt nicht nur der aktuelle Verdienst, sondern auch der mögliche Rentenanspruch (sofern es noch etwas zu verteilen gibt).

    Positiv denke ich: ab einem bestimmen Vermögen macht die Sparleistung nur noch ein geringer Teil des Vermögenszuwachs aus und das Vermögen wächst in großen Schritten alleine. Selbst wenn man nur +/- 0 mit dem Verdienst über die Runden kommen würde, wäre jedes Jahr in dem man das Vermögen noch nicht anfasst und weiter wachsen lässt ein Gewinn. Wenn man dann sogar noch weiter ein klein wenig sparen kann, und sei es noch so wenig, ist das ein extra Bonus.

  49. Kiev

    @ Ruben, Thorsten

    Sehe ich genauso. Achtung, wenn Du extrem spezialisiert bist kannst Du auch vorher schon von dem Gehaltsniveau abfallen. Vielleicht bist Du ortsgebunden und genau zu dem Ausscheiden aus dem Job wird diese Position nicht mehr gesucht. Du kannst Dich natürlich in ein anderes Gebiet einarbeiten, aber Du wirst dafür vielleicht nicht entsprechend entlohnt.

    Betrachte auch einmal die Krankenkassenbeiträge als freiwillig Versicherter. Die sparst Du in dem Zeitraum auch. Und Du musst ja nicht von 100% direkt auf 50% wechseln. Wenn Du kleine Schritte machst kannst Du Deine Situation viel besser einschätzen. Ich werde auch erst runterfahren wenn ich fast safe bin. Aufstocken kann schwierig sein. Vor allem wenn ich bei einer längere Krise gerne gegensteuern möchte.

  50. Mark85Mark85

    An Mattoc: Platin besitze ich keines, weil mir dessen Preisdifferenz wirklich zu heftig ist und es für mich neben Palladium kein Muss darstellt.

    Silber habe ich und durch die Differenzbesteuerung sieht es noch akzeptabel aus. Man sollte natürlich darauf achten, dass man es möglichst bei den niedrigpreisigen Händlern einkauft und bei den hochpreisigsten Händlern verkauft. Als Beispiel nehme ich mal den Händler Heubach: https://www.heubach-edelmetalle.de/verkauf/philharmoniker-mix

    In diesem Beispiel liegt die Spanne aktuell bei 1,8 Prozent. Man kann es natürlich auch privat verkaufen.

    Insgesamt gewichte ich Gold gegenüber Silber im Portfolio stark über, weil es nicht so volatil wie Silber und der viel höhere Wertspeicher (Preis und Materialdichte) ist. Einige Edelmetallhändler wie Kettner und Pro Aurum empfehlen 80/20 Gold/Silber. Ich möchte nicht irgendwann zentnerweise Silber verstauen oder gar losschlagen müssen. 😀

  51. Beobachter

    Wie bewertet ihr den Kauf von Time Warner durch At&T? Ist At&T auf dem Level ein Kauf?

    Danke vorab für Eure Einschätzungen.

  52. Thorsten Rohweder

    @Kiev Die hohe Spezialisierung ist ein zweischneidiges Schwert. Man sollte sie finanziell maximal ausschlachten, um möglichst hohe und gute Sparquoten zu erlangen. Im Technikbereich haben wir alle 10 bis 20 Jahre einen Generationswechsel, das eigene Wissen wird dann quasi wertlos.

    Abseits dessen : Was mich an manchen Internet-/Youtubes von Minimalisten oder angehenden Finanzielle Freien entsetzt ist die Kurzfristigkeit ihrer Planung. Da ziehen sich Singles oder sogar junge Familienväter auf Teilzeit oder gar Weltreise deutlich unter 30 aus der Arbeitswelt  zurück, um mehr Zeit zu haben. Allerdings sind sie so weit von der finanziellen Freiheit weg, dass sie sich selbst maximal schaden: die besten Jahre am Ende zum Sparen von Kapital verpasst. Kein Kapital für eine echte finanzielle Freiheit. Das Wissen wird mit der Zeit weniger wert und wird schlechter bezahlt Am Ende sind sie womöglich angewiesen auf schlecht bezahlte Jobs und enden als  Lebenskünstler mit Kindergeldstütze. Das hat gar nichts mit finanzieller Freiheit zu tun, nicht einmal mit LifeWorkBalance. Das ist bloße Flucht vor Verantwortung. Aus meiner Sicht spricht alles für das Durchstarten in jungen Jahren ohne Weltreise- und Teilzeitgelüste.

  53. Ex-Studentin

    @Kiev

    Meine Firma hat viel Nachholbedarf beim Umgang mit ihrem Personal. Aber ich sehe positive Tendenzen, bin nun auch im Betriebsrat und bekomme mehr mit.

    Ich habe gerade auch gesundheitlich zu kämpfen, weswegen ich beruflichen Stress meide.

  54. Mark85Mark85

    An Thorsten Rohweder: Letztendlich hat jeder nur 1 Leben, die Lebenszeit ist also begrenzt. Warum sollen jüngere Menschen nicht andere Wege als ihre Eltern/Großeltern einschlagen dürfen, indem sie Neues ausprobieren?

    Ich finde eher die Vorstellung des angepassten, systemkonformen, den von der Mehrheitsgesellschaft vorgelebten und deshalb von ihr für alle anderen auch gültig zu sein habenden Lebensweg gruselig, der da lautet: ,,Du arbeitest jetzt volle Pulle bis zum regulären Renteneintrittsalter mit 67 durch und dann sehen wir weiter, ob du noch in der körperlichen Verfassung sein wirst, deine viele Freizeit zu genießen und ob du sie mit der einen oder anderen Reise versüßen darfst! Warum soll es dir besser als uns ergehen? Husch, husch zurück zu uns ins Hamsterrad!“ 😀

  55. Kiev

    @ Thorsten, Mark

    Ihr seid beide etwas älter als ich und könnt es besser einschätzen. Ich nehme gerne den Weg des kleinsten Widerstandes. Die Beschreibung von Thorsten kann ich absolut nachvollziehen. Vor allem aus Risikotrachtung. Eine lange teure Ausbildung, Zinseszins, Karriere und die aktuelle Marktlage deuten auf einen Vorteil früh Gas zu geben und später die Früchte zu ernten. Worklifebalance ist en vouge und bietet sicher Vorzüge gerade mit Kindern. Sie steht der Karriere aber eher im Weg.

    Der typische Verlauf der Karriere steigt steil an und geht dann langsam in die Sättigung. Bei Job Wechsel und durch Leistung kann man die Anstiege ein paar Mal wiederholen. Dazu wird aber vermutlich auch entsprechend Arbeitseinsatz notwendig sein. Ich bin mit meinem Gehalt zufrieden und möchte jetzt nicht mehr leisten um mehr zu erhalten.

    In der Sättigung und bei einem ordentlichem Vermögen kann es sich durchaus lohnen etwas kürzer zu treten. Ich bin bereits in der Sättigung und habe bisher das Glück gehabt, dass es nur bergauf ging. Jetzt geht es langsamer aktiv bergauf aber dafür rasant passiv. Ich bin mir aber bewusst, dass da auch Glück dazu gehört und sich auch ein Bereich negativ entwickeln kann. Das sehen jüngere vielleicht noch nicht. Ich bin knapp unter 40 Jahre und habe wirkliche Rückschläge noch nicht selbst erlebt. Da kann man schnell die Entwicklung als natürlich gegeben fehleinschätzen. Mir ist bewusst, dass sich Dinge sehr schnell ändern können.

    Es gibt aber auch nicht so spezialisierte Jobs, oder sichere Tätigkeiten als Beamter usw. Hier kann man auch gut andere Wege gehen. Ich habe selbst Eigentum auf Kredit. Andere nehmen Freiheit auf Kredit. Die Rechnung dafür zahlt man am Ende. Den nutzen hat man dafür früher. Es sollte im Rahmen bleiben. Privat zahle ich knapp 180€ monatlich an Zinsen. Das finde ich sehr im Rahmen, da ich ja auch Miete zahlen müsste.

    Zur Marktlage

    Wir befinden uns auf einer langdauernden Party am Arbeitsmarkt. Das kann sich schnell ändern. Als Selbstständiger können auch Aufträge wegbrechen, so dass man nach einem Crash gegebenfalls nicht mehr Geld verdienen kann um diese Phase optimal auszunutzen. Ich finde zyklische aktive Arbeit mit der Marktlage interessant. Insofern man die Freiheit dafür bereits erreicht hat. Immer maximal abkassieren und wenn es sich nicht lohnt kürzer treten und Freiheiten ausleben. Hier kann sogar der Verzicht durch Kurzarbeit oder eine Abfindung belohnt werden. In der Phase muss man nur überlegen wohin man das Geld investiert. Sondertilgung, Cashpolster und Edelmetalle sind vielleicht höher zu bewerten.

  56. Kiev

    @ Jenny

    Wenn Du mit dem Gehalt zufrieden bist ist es ja in Ordnung wie es ist. Falls nicht wäre jetzt ein guter Zeitpunkt um weiter zu schauen. Ich möchte jetzt auch nicht aktiv mehr erhalten und entsprechend mehr leisten (mein Gehalt ist gut. Ich kann ohne mehr zu leisten nicht mehr verdienen). Aber die Freiheit habe ich in Sichtweite.

  57. June

    Guten Morgen,

    sehr interessante Ansichten.

    Mir gefällt die These von Freelancer, dass wir Menschen uns kontinuierlich weiterentwickeln, sehr gut. Denn sie deckt sich mit meiner Einschätzung.

    Das aber so viele Menschen diese langfristigen positiven Aussichten nicht sehen können, liegt vielleicht am momentanen Zeitpunkt, wir befinden uns mitten in einem großen Umbruch, und an den persönlich Fähigkeiten. Mancher Mensch kann einfach nicht über seinen Tellerrand schauen.

    Ralf, ist ein schwarz Seher. Solche Menschen gibt es. Dafür kann es viele Gründer geben. Charakter, schlechte Erfahrungen oder im schlimmsten Fall eine Erkranktung wie z. B. eine Depression. Aus meiner Erfahrung heraus muss man dies so hinnehmen, man kann diese Menschen so sehr man sich auch bemüht kein positives Bild dieser Welt vermitteln. Das müssen sie wenn sie es überhaupt wollen selbst schaffen.

    Der Verzicht auf Fernsehen im allgemeinen und die Nachrichten ist ein guter Weg zur positiveren Weltanschauung und mehr inneren Ruhe. Was interessiert es mich ob in China ein Sack Reis umfällt? Oder ein Schmetterling im Urwald mit den Flügeln schlägt? Ich möchte sogar behaupten, dass ich die großen wichtigen Nachrichten und Veränderungen sogar ohne die täglichen kleinen unwichtigen Nachrichten intensiver realisiere. Negative Nachrichten erzeugen negative Spannungen in einem selbst. Ich schaue jetzt seit mindestens 8 Jahren kaum noch die Nachrichten und bin doch gut informiert. Aber ich bin seitdem viel entspannter, da sich mein Kopf nicht mehr mit dem unwichtigen Kleinkram beschäftigen muss.

    @ Thorsten,

    der Tend geht m.E. zum älteren Arbeitnehmer. Nur die wirklichen Big Player stellen ehr ganz junge Absolventen oder jüngere mit Erfahrung ein. Der Mittelstand setzt auf ältere Semester und viel Erfahrung. Wohl auch notgedrungen, da es sehr wenig Angebote gibt, wenn man eine Stelle neu besetzen muss. Bei uns in der Abteilung gehen gerade 3 Kollegen in Rente. Keiner der Bewerber war unter 40. Und wir sind froh, dass wir überhaupt 7 gute Bewerbungen bekommen haben.

    @Kiev,

    ich bin mir fast sicher, mich zu erinnern, dass Mark jünger ist als du denkst.  Er sollte höchstens auch so in deinem Alter sein. Nur seine Lebensweise ist völlig anders als die der Mehrheit. Was ich bei Mark immer sehr bewundere.

    Ich muss mir auch überlegen, ob ich nochmal wechsle. Bisher habe ich im Schnitt immer nur ein ähnliches Gehalt angeboten bekommen. Dafür lohnt sich kein Wechsel. Inzwischen überlege ich ernsthaft einfach bei meiner Firma zu bleiben. Dank IG- Metall Tarifvertrag steigt das Gehalt jährlich. Es ist ein nettes Team. Ich muss nichts mehr beweisen und könnte sogar für 2 Jahre irgendwann mal meine Stunden reduzieren, wenn ich meine finanziellen Ziele erreicht habe.

    Take care,

    June

  58. Kiev

    @ June

    Ich habe wohl ähnliche Arbeitsbedingungen 😉 Du hast den Markt betrachtet so wie ich. Wie betrachtest Du Deine Wahrscheinlichkeit in einer anderen Firma 20% mehr zu verdienen? Oder weniger… nach oben gibt es schließlich keine Grenze. Es ist sehr gut wenn man seine eigene Lage halbwegs realistisch einschätzen kann. In einer Krise mit betriebswirtschaftlich bedingten Kündigungen kann ich mir vorstellen 30% weniger Gehalt zu beziehen. Ich habe auch einen sehr kurzen Weg zur Arbeit. Bei mir ist einfach viel Potential für Verschlechterungen vorhanden. Das erkenne ich dankbar für meine komfortable Lage an. Mit dem Bewusstsein versuche ich maximalen Profit aus dieser Situation zu beziehen und es nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen.

    Die Punkte Kurzarbeit und Abfindung sind auch ein zweiseitiges Schwert. Für den einen ist es der Horror und für den anderen die einmalige Gelegenheit. Natürlich spielt hier auch Glück eine Rolle. Ich versuche mit meinen Möglichkeiten für mich die Voraussetzungen zu schaffen, dass es die einmalige Gelegenheit bedeuten würde. Mehr kann ich nicht leisten.

    Mark lebt ja bereits von seinem passiven Einkommen. Somit ist er schon erfahrener was die Gedanken zu Ausstieg usw. betreffen. Auch wenn er nicht älter ist.

  59. Ruben

    Ich arbeite auch in einem IGM Betrieb und viel besser kann es für mich nicht werden, außer ich unternehme noch einmal deutlich mehr Anstrengungen. Ich  denke sogar eher es geht uns zu gut und wir müssen aufpassen, international noch konkurrenzfähig zu bleiben.

    Wir haben ebenso das Angebot 28 Stunden Woche für 2 Jahre (Standard 35 Stunden). Unsere Firma ist da relativ flexibel und das konnte man vorher schon vereinbaren, nun kann man es für einen begrenzten Zeitraum hart einfordern.  Wenn ich einmal die Stunden reduziere, möchte ich das dauerhaft tun und nicht mehr zurückkehren. Bitte nicht falsch verstehen, von 35 Stunden geht m.E. auch niemand kaputt und durch Gleitzeit kann man sich bei einer gelebten 40 Stunden Woche nach jedem 7ten Werktag auch wieder einen Gleitzeit Tag gönnen, jeden Freitag nur einen halben Tag arbeiten oder ähnliches.

    Leider erkennen das sehr viele Kollegen nicht, es wird trotz bester Arbeitsbedingungen und größtmöglicher Flexibilität für den Arbeitnehmer ständig gejammert. Es gibt Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und je nach Betriebsergebnis auch noch eine entsprechend hohe Prämie. Als ob das nicht schon genug wäre, können wir darüber hinaus noch eigene Produkte stark vergünstigt beziehen. Doch egal wie viel die Firma geben würde, es wäre nie genug.

    Wir hatten kürzlich Besuch aus USA, der Besuch war sehr erstaunt wie hell es in unseren Büros ist und das man vom Fenster aus die Hasen draußen auf dem Feld beobachten kann. Sie selbst würden in einem Büro ohne Fenster arbeiten und hätten nur 15 Tage statt wie wir 30 Tage Urlaub.

    Ein passendes kurzes Video zu diesem Thema. Die Videos sind eigentlich immer empfehlenswert und ich mag den Schweizer Akzent:-)

    https://www.youtube.com/watch?v=_GJdzNORaTY

    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag:-)

  60. Freelancer Sebastian

    Ein wenig Lektüre?

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-welt-wird-immer-besser-32-gute-nachrichten-15524076.html

    https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/us-forscher-dankbarkeit-macht-gluecklich-noergler-sind-erfolgloser-und-schlafen-schlechter/423420.html

    https://www.fluter.de/doch-licht-am-ende-des-tunnels
    Sehr interessant auch die Studie von Lars Feld et al.:

    „Vor allem ist das Bild der Staatsverschuldung in der Öffentlichkeit vielfach durch Missverständnisse geprägt, die der Korrektur bedürfen.“

    http://www.bbaw.de/publikationen/stellungnahmen-empfehlungen/bericht-staatsschulden

    (Schlußfolgerungen und Empfehlungen ab Seite 69)

    Japan ist seit Jahrzehnten „überschuldet“. Mir ist nicht bekannt, dass es in Folge zu einer Verelendung der Massen, zu sozialen Spannungen und Masenprotesten gekommen ist.

    Wünsche allen viel Spaß beim WM-Kick! Wir schauen in einer Freundesgruppe von über 30 Leuten gemeinsam. Schön ist das Leben 🙂 .

  61. Mattoc

    Es geht ab einem bestimmten Alter nicht mehr nur ums Gehalt.  Wer beispielsweise 20 Jahre in einem Großkonzern beschäftigt ist, sollte die langjährige Unternehmenszugehörigkeit nicht opfern.

    Es ist natürlich richtig, dass Unternehmen ältere Mitarbeiter gerne gegen jüngere tauschen. Aber das kostet dann nun mal eine Stange Geld für Abfindungen in solchen Konzernen.

  62. June

    @Kiev,

    in meiner jetzigen Position ist das Ende erreicht. Ich bin officel die Stellvertreterin des Abteilungsleiters. Darüber gibt es bei uns nur noch Managment. Mein Chef wird die Firma nicht verlassen, und ich weiß auch nicht, ob ich seinen Job überhaupt machen möchte. In den letzten Jahren hatte ich 2 ernst zu nehmende Angebote. Jedesmal mit ein wenig mehr Geld, aber ansonsten vielen anderen Einschränkungen. Daher kommt ein Mittelständler für mich nach reiflicher Überlegung nicht in Frage. Es müsste ein global Player sein.  Aber z.B. Porsche die hier um die Ecke sind macht nur Zeitverträge, dass ist mir im Moment noch zu heikel.

    Dadurch das mein Partner selbstständig ist, sind wir mehr als andere auf mein Gehalt und die Sozialleistungen angewiesen.

    Da ich jetzt bereits mehr als 40 Stunden die Woche arbeite, bei einem 35 Stunden Vertrag, habe ich nur die Befürchtung, dass es bei einem Jobwechsel nur schlimmer als besser wird. Und obwohl ich ein sehr optimistischer Mensch bin und schon oft große Risiken eingegangen bin, habe ich im Moment ehr das Gefühl, dass es nicht oder nur wenig besser werden kann. In 10 Jahren kann ich mich auch mit einem Abfindungsangebot anfreunden.  Pläne für eine kleine eigene Selbststängigkeit habe ich schon.

    Im Dezember änderen sich meine Finanzen nochmal umfangreich. Mein Vater wird mir dann, so ist es im Moment geplant, sein Elternhaus überschreiben.

    Bisher wäre ich erst nach dem Studium meiner Kids in ca. 4-5 Jahren finanziell unabhängig gewesen. Mit der Schenkung bin ich es in spätesten 2 -3 Jahren.

    Diese finazielle Absicherung relativiert einfach vieles. Vielleicht will ich es aber in 3 Jahren, wenn es eh egal ist und ich auch scheitern kann aber auch nochmal wissen und mache den Karrieresprung doch noch. Mir stehen ja alle Optionen offen.

    Take care,

    June

     

     

  63. Slazenger

    @June

    ich weiß ja nicht auf welcher Mangement Ebene du tätig bist, dass du bei Porsche nur einen Zeitvertrag angeboten bekommst! Ich weiß dass es im Angestelltenverhältnis (Entwicklungsingenieur) durchaus regelmäßig Festanstellungen gibt!

    Meine Erfahrungen sind die, daß gerade bei den Big Playern der Druck auf den Einzelnen, massiv erhöht wurde in den letzten Jahren! Man findet eher noch im Mittelstand eine Beschäftigung, wo der Druck nicht ganz so hoch ist und der Angestellte/Arbeiter noch halbwegs wie ein Mensch wird, wobei das dann oft auch wieder von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich ist, und häufig einzig vom Abteilungsleiter abhängt!

    Ich sehe Ralf nicht ganz so negativ wie du, ich denke eher er versucht immer ein Stück weit realistisch zu sein!

    Das mit der Überflutung von Nachrichten durch die Medien, habe ich auch deutlich zurück gefahren, braucht kein Mensch! Und ja es stimmt , es gibt fast nur negative News! Was wichtig ist auf der Welt, bekommt eh mit! Hinzu kommt dass in den letzten 20-30 Jahren das Vertrauen in unsere Politiker, total eingebrochen ist, leider auch hier zu Recht!

    Die Zeiten eines Helmut Schmidt, oder Willy Brandt sind leider vorbei!

     

    Nice Sunday

  64. Ag & Au

    Hallo Tim,

    ich lese hier schon seit Monaten mit und möchte mich einfach mal für deine Viedeos und Blockbeiträge bedanken. Die Sparerei macht so noch viel mehr Spaß und vorallem, motiviert es, dann doch noch die ein oder andere Falschgeldkröte extra locker zu machen. Um sie richtig aggressiv in die historisch unterbewertesteten Vermögenswerte  zu stecken.

    @ Mark85

    (Vorweg) Jeder sollte gewichten, so wie man eben mag oder sich am wohlsten fühlt.

    Aber, wenn Du Dir die Gold-Silber Ratio mal anschaust, derzeit ca.1 zu 78 wäre es von der Logik her betrachtet, sinnvoll, momentan Silber ordentlich überzugewichten.

    Eine Masterbox Silber mit 500 Oz ist kompakt schön klein und wiegt gerademal 15,55Kg (Wert ca.8500€-Fiat)

    Sofern Du außerhalb vom Bankstersystem und geschützt vor den Sozialisten oder anderen Räubern eine oder mehrere Lagerungsmöglichkeite hast, soviel Platz wie man denkt, nimmt der Silberschatz nicht weg. Greif zu 🙂 falls es zu schwer wird, nimmst halt eine Sackkarre 😉

    Und zur Flexibilität und weiterer Diversifikation, ist u.a Bullionvault eine super Handelsplattform. Man profitiert von Großhandelspreisen am Edelmetallmarkt- vorallem Silber zum Schnäppchenpreis.

    Folgende ETF`s bespare ich noch : A12CCM und ETF091

    Schönes Wochenende

    Sebastian

     

     

     

     

     

     

  65. Ex-Studentin

    @June

    Weißt du schon, was du mit dem Haus machst? Vermieten? Was ich interessant finde, dass das Sozialamt Hausschenkungen / Gründstücke innerhalb von 10 Jahren rückgängig machen kann. Geldgeschenke nur innerhalb von 3 Jahren.

  66. Thorsten

    @June vielleicht ist das genehme Alter auch branchenabhängig oder abhängig von der Funktion. Umbrüche wie der Übergang von Großrechnern zu dezentralen Systemen, Maschinensprache über funktionale Programmierung zu objekt- und event gesteuerten Techniken, von Dateien zu Datenbanken, das verkraften viele höhere Semester nicht mehr. Lebenslanges Lernen hat seine Grenzen. Man kann nicht davon ausgehen, dass jeder in jedem Alter komplett neu- oder umdenken kann. In stabileren oder technikferneren Branchen gibts das vielleicht nicht so heftig. In stressigen Phasen habe ich mal die Bäckereiverkäuferin um die Ecke beneidet, weil sie keine Angst haben muss, dass sie ihre Arbeit mit 50 nicht mehr kapiert, der Verdienstunterschied hat mich schnell wieder nüchtern gemacht.

  67. Mark85Mark85

    An Ag & Au: Ja, das Gold-Silber-Verhältnis spricht momentan eher für Silber, aber ich besitze jetzt schon verdammt viele Kilos davon. Je nach Übergewichtung wären es dann mehrere bis einige 100 Kilo. Das ist mir definitiv zu viel. Wer hat schon einen Banktresor zu Hause? Gold ist mir lieber, weil handlicher. 😉

    Bullionvault kenne ich nicht, aber was Edelmetalle angehen, ist mir physischer Besitz wichtig.

     

     

     

  68. June

    @Slazanger,

    in meiner Firma bin ich ziemlich weit oben. Direkt unter dem Abteilungsleiter, der aber selbst noch nicht zum Managment zählt. Wir haben in Deutschland mit Tochterfirmen ca. 1500 Mitarbeiter. Bei Porsche wäre das wohl nur eine bessere Sachbearbeiter Position. Und da gibt es in meinem Bereich nur Zeitarbeitsverträge. Ich habe mich dort bisher auch nicht beworben. Aber das der Druck im Mittelstand noch nicht angekommen ist würde ich so nicht unterschreiben. Saisonbedingt arbeite ich von Oktober bis Ende Mai jeden Tag notgedrungen 9-10 Stunden am Tag.

    Ralf ist wie er ist und ich finde ihn auf eine gewisse Art sympathisch und zwar immer dann wenn er gute Anregungen hat. Aber er ist ein Mensch für den das Glas immer nur halbvoll sein wird. Und das völlig unabhänig von seinem tatsächlichen Erfolg und seinen tatsächlichen Möglichkeiten. Es gibt einfach Pessimisten, genauso wie es Optimisten gibt. Und man kann sie nicht ändern.

    Aber er strengt sich zur Zeit sehr an nicht zu sehr negativ zu schreiben.

    @ Ex- Studentin,

    das Haus ist vermietet, und ich habe noch keine konkreten Pläne damit. Es gibt 2 Möglichkeiten und beide sind im Ergebniss die nächsten 20 Jahre ähnlich.

    a) ich verkaufe das Haus sofort und kaufe davon Aktien.

    b) ich darf auf dem Grundstück noch ein 2. Haus bauen. Heist ich schaue mal welche Unterstüzung es von der Regierung die nächtsten 2-3 Jahre gibt und baue dann ein Mehrfamilienhaus. Um dann zu entscheiden was ich mit dem ursprünglichen Haus mache.

    Bauen bedeutet viel Arbeit. Ich brauche einen Plan, einen Architekten, einen Generalunternehmer und eine Bank, die das Grundstück als Eigenkapital akzeptiert. Und muss mir Gedanken machen ob ich dafür eine GmbH gründe.

    Aber es ist das Elternhaus meines Vaters und daher ist dies auch eine emotionale Entscheidung. Und so sachlich ich auch in anderen Bereiche entscheide, so schwer fällt es mir hier.

    @Thorsten,

    ich arbeite im Bereich Finanze und Controlling. Da muss ich mir keine Gedanken über zu große Veränderungen und Inovationen machen. Aber lebenslanges lernen habe ich mir durch die Berufswahl auch ausgesucht. 3 Mal im Jahr besuche ich ein Steuerupdate.

    Take care,

    June

  69. Mattoc

    @Mark

    Die Vorstellung, dass du eine Tonne Marple Leaf Silber 1OZ eingelagert hast, amüsiert mich sehr. 😉

  70. Mark85Mark85

    An Mattoc: Was wären schon 32.000 Silbermünzen? Wer Lust auf so ein Projekt und genug Platz hat, kann ja mit 1 Tonne Aluminium (2.000 Euro), Zink (2.800 Euro) oder Kupfer (6.200 Euro) anfangen. 😀

  71. Mattoc

    Für 120.000 Euro bekommt man aktuell 15 dieser Masterboxen mit je 500 Marple Leaf Silbermünzen. Wenn man dann im Ruhestand jeden Tag eine Silbermünze für ein warmes Essen verbraucht, kommt man 20 Jahre aus. 🙂

  72. V

    Ein paar wenige Punkte nach Überfliegen der Diskussion

    * ich verstehe den Wunsch, positiv zu denken. Es geht hier nicht um Negativismus , sondern um Risiken.

    * dass die Menschheit so viel besser und klüger geworden ist, ist noch lange nicht bewiesen. Wir befinden uns in einem sehr langen Schuldenzyklus recht weit am Ende (diese dauern so um 70-100 Jahre). Da erscheint alles positiv, wenn man diese Entwicklung in die Zukunft fortschreitet, denn kaum einer der noch Lebenden hat wirklich schlechte Zeiten erlebt. Erfahrungsgemäß kommt das Schlechte dann zum Vorschein, wenn der Zyklus platzt und es an das Geld und die Existenz geht

    * ich verstehe nicht, wie man sagen kann, dass es uns aktuell so viel besser als früher geht. Früher konnte ein Vater seine Familie mit seinem Einkommen ohne Probleme versorgen. Die Frau blieb zuhause. Heute reicht es manchmal sogar nicht, wenn beide arbeiten. Die Kinder kommen dann zu kurz und haben extreme soziale Defizite. Die Mittelschicht ist ziemlich unter Druck…

    * Nein, ich bin kein Schwarzmaler, sondern jemand, der ständig analysiert. Und meine Bestandsaufnahme ist eben, dass wir uns in Zeiten sehr hoher Risiken befinden bei gleichzeitig wahrgenommenem (Schein-)Wohlstand. Und dass die Risiken realisiert werden, dafür sind die Chancen so hoch wie nie. Die Krise 2008 wurde nicht gelöst. sondern nur zugeschüttet. Diese wird daher irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft umso stärker wieder auflodern. Implosion des Systems in seiner jetztigen Form ist dabei nicht ausgeschlossen und im Bereich des Möglichen.

  73. Freelancer Sebastian

    @ V

    „Wie aber ist dann das Klischee zu erklären, wonach ein Mittelschichtsgehalt heute nicht mehr für das reicht, was früher möglich war? Die Antwort: Mit dem Wohlstandsniveau der achtziger Jahre gibt sich heute niemand zufrieden. Ein Auto ohne Klimaanlage? Sich jahrelang jeden Urlaub verkneifen, um ein Reihenhaus draußen vor der Stadt abzuzahlen? Nur ein – schwarz-weißer – Bildschirm für die ganze Familie? Nein, die Ansprüche sind gewachsen, und die meisten Menschen vergleichen sich nicht mit ihren Großeltern oder dem Arbeitnehmer von früher und dessen Lebensstandard, wie ihn das Statistische Bundesamt akribisch ermittelt hat. Sie vergleichen sich mit Menschen aus ihrem heutigen Umfeld. Deren Lebensstandard ist der Maßstab für das, was man braucht, um eine Familie „zu ernähren“.“

    https://www.zeit.de/2017/04/familie-vereinbarkeit-beruf-gehalt-dienstleister

    Früher konnte ein Vater seine Familie mit seinem Einkommen ohne Probleme versorgen.

    Ist das wirklich so, konnten das alle Väter? Gab es „früher“ keine Armut? Wie sah das Leben mit diesem einem Einkommen aus? Smartphones für alle Familienmitglieder? Jeder hatte ein neues Fahrrad? Pizza bestellen? Brause, Chips und Kino für alle? Flugreise in den Urlaub?

    In meinem Umfeld arbeiten Frauen, weil sie das für selbstverständlich (Selbstwertgefühl, Verwirklichung, Freude) halten und nicht, weil das Geld sonst nicht reicht.

    Es gibt aber eine Einkommensunterschicht in der Gesellschaft, die es schwer hat, das will ich nicht leugnen. Gab es die früher nicht?

  74. Mattoc

    @Freelancer

    Das Phänomen, dass die Konsumgesellschaft und Globalisierung  das Individuum vor immer größere Herusforderungen stellt, ist ein bekanntes Problem. Es wird auch in den Erziehungswissenschaften (also wissenschaftlich) festgestellt, dass heutzutage zwar einerseits viel mehr Möglichkeiten (im Sinne von Chancen) für alle Menschen bestehen, dass andererseits vielen Heranwachsenden und auch Erwachsenen „die Kompetenz“ fehlt, in diesem Umfeld sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Vor lauter Verzweiflung wird dann einfach alles gekauft, vieles probiert und nichts mehr richtig gemacht, weil man ständig neue und von allen Seiten andere Einflüsse bekommt. Hierunter fällt auch, dass man keine positiven Entscheidungen mehr trifft oder treffen kann, weil man überall Risiken sieht oder angezeigt bekommt.

    Früher war es nicht besser. Früher war es nur einfacher.
     

  75. V

    @Freelancer: Ja, früher war die Situation diesbezüglich besser.

    Wir hatten früher (1960 bis 1980er Jahre) Angebotsmärkte. Die Mittelschicht war stark und nicht unter Druck. Die Löhne waren anständig.

    Technologischen Fortschritt gibt es immer, daher ist das kein Argument. Es ist eine Selbstverständlichkeit.

    Selbstverwirklichung ist ein tolles Scheinargument um Frauen und/oder Männer von den Erziehungs- und Sozialisationsaufgaben zu befreien und billige Arbeitskräfte für die Wirtschaft und das Kapital zu produzieren. Denn für die Wirtschaft ist es toll, wenn inzwischen Mann und Frau arbeiten, der Lohn aber dem entspricht, den früher eine Person erhalten hat. Die Zeit fehlt zudem bei den Kindern, die einfach nur in gewisse Einrichtungen abgeschoben werden oder geistig verwahrlosen. Das wird sich noch gewaltig rächen. Die Gesellschaft entwickelt sich leider schon lange in die falsche Richtung, leider blicken das viele aber nicht, da es ihnen als Fortschritt verkauft wird.

    @Mattoc: Verarschen kann ich mich selbst. Wenn du meine Beiträge für Voll-Müll hältst, dann lese sie nicht. Ich möchte keinen zwingen sich aus seiner Wohlfühlblase zu lösen und über den Tellerrand zu schauen, soll ja bei manchen Depressionen auslösen.

    Und ja, einfacher ist besser. Frag mal die vielen Eltern, wieso sie sich mit Job und Familie überlastet fühlen. Frag mal die Paare, wieso sie nur noch 1,3 Kinder im Schnitt bekommen. Ursache und Wirkung sind hier sehr einfach. Es muss wieder einfacher werden.

    Auch Euer aller Wunsch nach FF ist doch genau der Schrei nach Einfachheit, die verloren gegangen ist und durch unmenschliches Hamsterrad ersetzt wurde!

  76. Ag & Au

    @Mattoc

    Wieso die ersparten Edelmetalle verkonsumieren?

    Die Edelmetalle sind eine Versicherung, die dann greift,wenn die auf Beschiß basierenden Fiatwährungen aufgrund des Schuldgeldzykluses im Endstadium ihrem inneren Wert immer näher kommen.

    In Wirklichkeit nämlich Papierwert=Heizwert.

     

    Nicht mal die inviziertesten Sozialisten möchten dann noch Fiat-Falschgeld. Die Illusion vom Schuldgeldbasierten Wohlstand ist geplatzt.

     

    Das ist der Zeitraum, indem das echte Geld nämlich Silber/Gold seinen wahren Wert offenbart. Demzufolge bietet es sich an, in Assets zu investieren, die Cashflow bringen.

    Die paar Ünzchen Silber oder Gold die dann evtl. zum Tauschhandel für Lebensmittel brauchst, fallen dann kaum ins Gewicht.

    ——————————————————————

    Im Netz lassen sich genügend Charts und andere Nachweise finden,

    die den Kaufkrafterhalt der Edelmetalle in einer Hyperinflation oder Währungsreform verdeutlichen.

     

    Alleine in Deutschland 1923 und 1948

    80er u. 90er Jahre:

    Bolivien,Jugoslawien,Polen,Brasilien,Argentinien,Russland,Angola,

    21 Jahrhundert:

    Simbabwe,Weißrussland, aktuell Venezuela

     

    Ich hatte das Thema Echtgeld schon vor ein paar Jahren mit meinen Eltern durchgekaut und darauf hingewiesen,dass doch ihre Rente immer näher kommt und die Systemkrise von 2008 lediglich

    mit noch mehr Helikoptergeld verzögert wurde. Bei ihnen war folgendes Zitat zutreffend:

    „Es liegt nach Erkenntnissen in der Psychologie der Menschen,dazu zu neigen,neue Erkenntnisse zu ignorieren oder zu verdrängen, wenn diese das bisherige Welt und Lagebild infrage stellen.“

     

    Als ich gefragt habe, was 1948 mit den Ersparnissen von Oma und Opa war, die mühsam auf ein Haus gespart hatten, kam kurzes Stirnrunzeln und ein paar Tage waren wir beim Edelmetallhändler.

     

    Gruß

    Sebastian

     

  77. Thorsten

    @Freelance Sebastian  @All

    Bei mir war „früher“ im letzten Jahrhundert. Die Väter haben gearbeitet, die Frauen definitv nicht, nur wenn sie es mussten oder später dann auch wollten. Emanzipation hat vor allem eins gebracht : die Familien haben füreinander weniger Zeit, die Gehälter wurden letztlich bloß auf Mann und Frau aufgeteilt. Ein übler Sieg des Kapitalismus wenn man so will. Ein Einkommen hat damals ausgereicht, um alle paar Jahre ein Auto zu kaufen, in Urlaub zu fahren. NAch den Ferien haben die Keute gefragt, wo man hingefahren ist, nicht ob. Heute fragt man bloß noch vorsichtig, ob man in Urlaub weggegfahren ist, es ist keine Schande mehr, damals war es ein absolutes Muss. Und jetzt ? Das Geld für die Miete kratzt am Budget, die tollen Fernreisen 1 bis 2 mal pro Jahr werden mit Kindern unerschwinglich. Spanien war damals Standard, später durfte es auch viel weiter sein. Irgendwann wurde Spanien teuer und ist es bis heute geblieben. Das Auto wird immer älter (Der Neuwagenkäufer ist mittlerweile  typischerweise über 60 ! https://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/kaeufer-werden-immer-aelter-autobauer-leiden-unter-dem-methusalem-effekt/19850818.html?ticket=ST-1791450-f2FQpp4xlPIwUBA5VnuP-ap2 ). Damals konnte man mit ‚unterdurchnittlichen‘ Berufen mit Fleiß durchaus einen Mittelstandslebenstsstandard erreichen. Nicht, dass ich Auto und Fernreisen als erstrebenswert ansehe, aber damals hatte eine breite Masse Geld und durch die harte DM auch Kaufkraft. Die Gehälter stiegen regelmäßig, die Leute konnten jedes Jahr mehr kaufen. Heute gibt es alle paar Jahre ein paar Kamelle aufs tarifliche Gehalt, Miete und Energie schreiten jedes Jahr schneller voran als die Gewerkschaften trommeln können. Heute versucht sich der Mittelstand mit viel Energie über Bildung und Kultur abzugrenzen, weil es mit Wohnen, Auto, Fernreisen etc. nicht mehr so ganz funktioniert. Das weniger vorhandene Geld zwingt zum langsamen Abstieg.  Da werden dann die musischen Übungsstunden für die Kinder mit Überstunden bezahlt und die Eltern stürzen sich in kulturelle Dinge, das ist dann noch bezahlbar. Wenn ich in dieser Situation wäre, dann wären es die Fernreisen und die teuren Autos in der Großstadt, die zuerst dran glauben würden. Und das scheint ja sogar Trend zu sein.

     

  78. Kiev

    @ Freelancer

    Du hattest ja einiges an Material bereit gestellt. Der Artikel hat mir besonders gut gefallen:

    https://www.fluter.de/doch-licht-am-ende-des-tunnels

    Ich bin bei Statistiken dennoch immer vorsichtig. Außer ich habe selbst eine erstellt um einen Betrachter gezielt auf etwas aufmerksam zu machen.

    Statistik und persönliches Risiko sind zwei verschiedene Dinge. Man sollte sich nicht von der Statistik blenden lassen und wenig wahrscheinliche Ereignisse völlig außer Acht lassen. Gleichzeitig kann man sich natürlich nicht gegen alle Eventualitäten absichern.

    Wohlstand und Konsum hat immer einen Preis. Wer ihn bezahlt ist die Frage. Wenn ich heute Anziehsachen und Elektronik als Wegwerfartikel verwende zahlt ein anderer den Preis dafür. Die Güter müssen produziert werden, so dass sie sich zum schnellen Konsum eignen. Diese Produktivitätssteigerungen bezahlen unter anderem andere Menschen mit ihrer Arbeit. Den Müll den die Güter verursachen dürfen wieder andere kostenlos verwerten. Es sind schließlich Wertstoffe und die kann man schön mit kleinen Feuerchen teilweise zurück gewinnen. Die Welt ist komplex und es ist nicht einfach einen Graphen zu erstellen, der dies passend wiedergibt.

    Vielleicht hat der Wohlstand in der Welt insgesamt zugenommen. Die Frage die eine lokale Gesellschaft interessiert ist aber nur wie sie sich für sie selbst verändert hat und die Verteilung. Vielleicht geht es den ärmsten auf der Welt jetzt besser und dafür den ärmsten unter den reichsten Ländern schlechter im Vergleich der Reichen der reichsten Länder. Vielleicht geht es auch den Armen der reichen Länder besser als vor 10 Jahren, aber wenn es den Reichen ihrer Gesselschaft noch besser geht ist dieser Umstand wenig tröstlich.

    Aber mit den Links wird ein wahrer Kern getroffen. Man sollte sich immer auf die positiven Errungenschaften konzentrieren und dabei aktuelle Missstände nicht außer Acht lassen. So wird man langfristig in kleinen Schritten immer besser. Ich versuche mich auf die Dinge zu fokussieren, die ich beeinflussen kann. Nachrichten schaue ich gar nicht mehr. In einem der Artikel wurden die Gründe dafür sehr gut genannt.

    Piketty und Taleb haben hier auch schöne Bücher für weitere Vertiefungen. Talebs Ansatz für Antifragilität finde ich sehr interessant. Dies ist möglich indem man sich breit aufstellt und Resilienz sowie Flexibilität aufbaut. Wie man jetzt besonders von einem schwarzen Schwan profitieren kann ist schwierig herauszufinden. Es geht hier um eine Stärkung im Gegensatz zur Schadensminderung. Ein breit aufgestelltes Vermögen mit Pulver im trockenem kann vielleicht in einer Krise besonders helfen. Ein Job mit langer Betriebszugehörigkeit bietet auch Potential für eine hohe Abfindung in einer Krise usw. Schulden tilgen und erst danach investieren kann vielleicht auch als Antifragil gelten. Mit meiner freien Grundschuld und Cash könnte ich schließlich ein weiteres MFH kaufen wenn viel am Markt zu verkaufen ist. Leider hat Antifragilität einen Preis: Opportunitätskosten.

  79. V

    Ich sehe, Thorsten sieht es genauso wie ich. Sehr schön geschildert. Unterschreibe ich voll.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass viele hier so jung sind, dass sie diese Zeiten nicht mehr kennen und sich das gar nicht vorstellen können. Das aktuelle wird als normal oder gar besser wahrgenommen… dadurch entsteht das schiefe Bild.

  80. Daniel

    Also für mich gehören Edelmetalle ab einem größeren Depotwert auch zu einer gesunden Diversifikation dazu. Genauso wie man sagt, dass der „sicherer“ Teil der Assets keine Gewinne abwirft darf man dem Gold/Silber auch nicht vorwerfen, dass es keinen Cashflow generiert. Das tut aber eine Amazon Aktie auch nicht.

    Und da sich Edelmetalle eben NICHT mit dem Aktienmarkt bewegen, sondern eine abweichende Korrelation haben, sind sie für mich interessant. Bei mir nehmen Edelmetalle derzeit 8% des Depotwertes ein, vom Marktwert 50%/50% Silber/Gold, was aber auch schon mehrere Kilo Silber darstellt. Lagerung dürfte für jeden Eigenheimbesitzer kein Problem darstellen, die alten Panzerschränke aus den 80er/90er Jahren gibts für unter 1000Euro und dann ist das auch kein Kuchenblech sondern Schutzklasse C2F oder D1(0). Die macht niemand mal eben auf. Kann man auch gleichzeitig Datensicherungen usw. reinlegen.

  81. Ralf

    Es geht nicht um Schwarzmalerei, auch wenn dies gerne wiederholt benannt wird. Beispiel: Der Reallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % gestiegen. Viel zu wenig beim gegenwärtigen Wirtschaftsboom! Wem kommt diese Lohnzurückhaltung zugute? Zwischen 2000 und 2007 ging es sogar in keinem einzigen Jahr mit den Reallöhnen nach oben. Das änderte sich erst wieder ab 2010 nach der Finanzkrise. Abzulesen im Reallohnindex. Gleichzeitig explodieren aber vielerorts die Wohnpreise und Zeitarbeit mit schlechteren Gehaltskonditionen boomt.
    Das sind Fakten. Und einer eigentlich reichen Gesellschaft wie D kann sowas auf Dauer nicht gut tun. Und nicht jeder kann oder möchte in der boomenden IT-Branche arbeiten. Wir brauchen auch schlechtbezahlte Altenpfleger etc.

    Ich rechne definitiv in Zukunft mit mehr sozialen Spannungen in D. Aus meiner beruflichen Tätigkeit weiß ich, dass auch auf kommunaler Ebene solche Fragen durchaus ein Thema sind. Die Kommunen dürfen schließlich die Suppe der Bundespolitik vor Ort auslöffeln. Beispiel ist aktuell z.B. der vielerorts massive Mangel an bezahlbaren Wohnraum in vielen Stadtgebieten.

    Offensichtlich gibt es verschiedene Wahrnehmungen. Meine Elterngeneration hatte z.B. definitiv weniger zu kämpfen mit Stellenbefristungen als heutige Absolventen.

     

  82. V

    Ergänzend zu Ralf ist es so, dass die Inflationsraten einfach nur falsch und zu niedrig angegeben sind. Die echten Inflationsraten sind höher. Über diesen jahrzehntelangen Beschiss kommt zustande, dass der Deutsche sich zwar reicher fühlt, aber trotzdem immer weniger Wohlstand anhäufen kann und immer schneller und stärker im Hamsterrad rennen muss um halbwegs mitzuhalten. Das ist der andere Faktor neben dem Faktor Konsum, der verhindert, dass die Mittelschicht so einfach wie früher auf einen grünen Zweig kommt.

  83. Mattoc

    … „

    Das ist der Zeitraum, indem das echte Geld nämlich Silber/Gold seinen wahren Wert offenbart. Demzufolge bietet es sich an, in Assets zu investieren, die Cashflow bringen.

    Die paar Ünzchen Silber oder Gold die dann evtl. zum Tauschhandel für Lebensmittel brauchst, fallen dann kaum ins Gewicht.“

    —-> Selten so ein unverständliches Zeug gelesen. Erst wird der Wert von Gold und Silber betont und dann die Empfehlung, in Assets zu investieren, die Cashflow generieren.

    Die Trolls sind los.

  84. Ralf

    Es sind zumindest in Bezug auf das Thema Teuerung nicht Trolls los, sondern Nachhilfe in Volkswirtschaft….

    Damit bin ich aber aus Termingründen auch wieder weg, Fakten bleiben jedoch Fakten. Und das Gewurschtel der EZB kann auf Dauer nicht gut sein. Etliche Pensionskassen kämpfen mit den Folgen.

  85. Gainde

    Produktivkapital bleiben immer noch Aktien und Immobilien. Anleihen, Devisen, Edelmetalle ist dann „risikoärmeres“ Kapital, zur Absicherung bzw. Stabilisierung des Depots.

  86. Thorsten Rohweder

    @V ich vermute auch, dass hier unterschiedliche Semester sind. Müsste ja eigentlich auch. Für mich ist der Markt spätestens 1998 bis 2000 gekippt. Seit dieser Zeit sehe ich keine angemessene Bezahlung mehr in Deutschland. Da hat Trump geschimpft wir sind ein Billiglohnland und mir ist das Lachen vergangen. So Unrecht hat er gar nicht. Die zweithöchste Steuerbelastung in den OSZE Ländern verbittert das was Brutto gezahlt wird zusätzlich.

  87. Daniel

    Auch wenn die Statistiken die weiter oben genannt werden global gesehen Recht haben, so lässt sich dies nicht zwangsweise auf einzelne Länder übertragen.

    Natürlich bin ich global gesehen der absolute Optimist, die Lebenserwartung steigt, die Anzahl der Kriege, insbesondere Kriegstoten sinkt massiv, die prozentuale Mangelernährung sinkt rapide, die Bildung dank Internet steigt massiv, usw. usw.

    Wer an etwas Anderes glaubt sollte schnell den Aktienmarkt verlassen, denn er basiert zum großen Teil auf dieser „Hoffnung“.

    Dennoch glaube ich, dass Deutschland seit mindestens 8-10 Jahren diesen Zenit des Wohlstands überschritten hat. Man neigt natürlich dazu die Welt der Vergangenheit positiv zu verklären, aber wenn ich mal noch ein Stück weiter zurückgehe bis in die 90er… meine Oma musste bei ihrer Rente nicht aufs Geld achten. Wenn es zu warm im Zimmer war machte man auch im Winter mal das Fenster auf Kipp ohne drüber nachzudenken was wohl die nächste Gasrechnung brachte. Im Haus brannten überall“Heat-Balls“, ja, auch in Zimmern in denen man sich nicht aufhielt.

    Der wöchentliche Besuch in der Eisdiele war auch mit der ganzen Familie kein Problem. 2 Urlaube im Jahr…keine Seltenheit.

    Als Kind rannte man bis spät abends herum, Mobiltelfone hatte keiner, die Eltern wussten nicht wo man war, war aber auch egal, es gab ja keine „komischen Leute“, allerhöchstens die „Zigeuner“, wie meine Oma sie nannte…da sollte man aufpassen ^^.

    Mein Vater kaufte sich alle 4-5 Jahre ein neues Auto….nein, nicht auf Pump, sondern weil er auch mit einer normalen Ausbildung gut verdient hat und es regelmäßig mehr Geld gab. Die DM war stark, so stark, dass sie stets den Export gefährdete und die Unternehmen dazu zwang flexibel und weltweit konkurrenzfähig und innovativ zu sein. Ein Umstand aus dessen Bestand man heute zehrt, wenn nicht gar „verzehrt“.

    Natürlich waren die Arbeitslosenzahlen hoch, aber heute wären sie min. ebensohoch wenn man nicht mit geschickten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die tatsächliche Statistik der Jobcenter manipulieren oder zumindest verzerren würde. Perfekt war es damals bestimmt nciht, aber jeder mit einer normalen Ausbildung konnte ein gutes Auskommen bekommen der einen akzeptablen, meist steigenden Wohlstand, zuließ und wurde nach erfolgreichem Arbeitsleben mit einer menschenwürdigen Rente versorgt.

    Eine solche Situation sehe ich nicht mehr. Meine Mutter würde in einem Jahr bei Renteneintritt ohne meinen Vater nicht mal die Grundsicherungsmenge erreichen, obwohl sie lange gearbeitet hat. Es gibt heute einige Berufe mit denen sich sehr auskömmlich leben lässt, aber das ist nicht die breite Masse. Uns wird ein Scheinwohlstand suggeriert der derzeit aktuell oftmals auf Kredit, oder zumindest „spitzaufknopf“ vom Einkommen finanziert wird, das eigentlich die Rente mit aufbessern sollte, aber zum besagten Zeitpunkt nicht da sein wird.

  88. Sparta

    Mutmaßungen über Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit von rosarot bis tiefschwarz…

    Goldbugs mit bombensicherem safe, welcher mit ner Knarre am Kopf dann doch freiwillig geöffnet wird…

    Millionäre, welche gedanklich die Kollekte der Kirche klauen, bei nem TV-Kauf noch Ratenzahlung wählen…

    Echt ein bunter Haufen. Manche scheinen echt krasses Zeug zu rauchen… evtl. von Jenni`s Aktien. 😉

  89. Hendrik

    @Daniel

    Ja – ich teile deine Auffassung. Die Diskussion, ob früher das Leben einfach war oder heute kann man so pauschal wohl nicht sagen. Global gesehen werden wir immer reicher. Heutzutage ist in gewisser Weise fast jeder reicher, als es vor 500 Jahren der Fall war. Aber finanzieller Wohlstand und Glück gehen wohl nur ein bisschen einher:

    So berichtete Yeonmi Park, eine gebürtiger Nordkoreanerin nach ihrer Flucht, dass die Menschen im großen und ganzen in Nordkorea glücklicher sind. Und das trotz Hungerkatastrophen, Mord und Totschlag.

    Andersrum sind in Japan und Südkorea unter den Industriestaaten besonders hoch.

    Ich denke Stress und Arbeitsverdichtung sind hier ausschlaggebende Argumente – die führen V und Thorsten ja auch an. Dass sieht man auch an beispielsweise an den Krankenstand, der in Deutschland seit Jahren steigt… Liegt ja wohl kaum daran, dass auf einmal die Mehrheit der Deutschen auf einmal empfindlicher für Infekte sind.

     

  90. Ag & Au

    @Mattoc

    Was passiert den bei einer Hyperinflation oder Währungsreform mit den Vermögenswerten die in Fiat wie € o.ä bewertet sind?

    Richtig, auch diese verlieren im Verhältnis erheblich an Wert. Demzufolge bekomme ich mit Cash Gold/Silber mehr Aktien,Immobilien oder aufgrund der deutlichen Steigerung der Zinsen eben mehr bei der Bank.

     

    -es ist nicht selten, sich mit Menschen zu unterhalten, die sich im Tiefschlaf befinden.

     

    Die Schafe sind ausgebrochen 🙂

  91. Ag & Au

    @ Sparta

    -Mutmaßungen über Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit von rosarot bis tiefschwarz…

     

    🙂 Mutmaßungen über Goldbugs, deren Lagerung von EM und Konsumverhalten.

    Ja, dem ein oder anderen Menschen, würden vielleicht Bewusstseins erweiternde Substanzen weiterhelfen.

     

     

     

     

     

  92. Freelancer Sebastian

    Jedem sei seine persönliche Sicht der Dinge zugestanden. DIE Wahrheit oder DIE Realität gibt es nicht. Zumal hier globale und lokale, allgemeine und individuelle Umstände munter durcheinandergewirbelt werden.

    Ja, auch in unserem Freundeskreis wird ab und an die Folklore bemüht, dass früher doch alles besser war. Kein Internet, keine e-mails, keine Mobiltelefone…. schön ruhig und langsam ging es damals zu.

    Allerdings war die Obst- und Gemüseauswahl nicht mit heute zu vergleichen. Es herrschte ab und an Smog auf den Straßen, die Flüsse waren vergiftet und die russischen SS-20 auf uns gerichtet. War es wirklich besser als heute?

    Mir geht es um einen besonderen Aspekt. Es liegt an unserer Interpretation der Umstände, wie wir die Welt wahrnehmen. Negative Dinge zur Kenntnis nehmen, aber sich nicht davon kaputt machen lassen, das empfehle ich.

    Vielleicht auch mal Internet/soziale Medien/youtube/Fernsehen am Abend auslassen, ein gutes Buch lesen und schon um 21.00 Uhr schlafen gehen. Kann Wunder wirken.

    Jeder sucht sich die „Fakten“ heraus, die das eigene Weltbild stützen (ich mache das auch). Warum dann nicht etwas aufmunterndes, positives, optimistisches heraussuchen?

    Man kann sich nachmittags an den Rechner setzen und über die schlimme, schlimme Zeit lamentieren, die EZB verdammen und über das eigene Lohnniveau maulen. Oder man geht mit den Jungs und Mädels in den Garten und spielt ein wenig Fußball. Was steigert die eigene Lebensqualität?

    Wer Konsumbegierden widersteht, kann heute sehr gut leben. Auch mit schmalem Salär. Aber „wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.“

    Es geht mir um die Lebensphilosophie. Die mentale Einstellung. Da schließe ich mit einem schönen Satz von Epikur:

    „Es ist der ungetrübte Genuß am Dasein selber, der uns doch so viele der schönsten und reinsten Güter darzubieten vermag.“

  93. Freelancer Sebastian

    Tatsächlich verbringen Eltern heute im Schnitt mehr Zeit mit ihren Kindern als in früheren Jahrzehnten. Besonders die Väter. (…)  Selbst berufstätige Frauen verbringen heute ähnlich viel Zeit am Tag mit ihren Kindern wie Hausfrauen ohne Beruf in den sechziger und siebziger Jahren.“

    https://www.zeit.de/2014/38/kindheit-deutschland-erziehung/seite-3

    Zum Urlauben:

    https://www.bdae.com/journalbeitraege/august-2017-leben-und-arbeiten-im-ausland/721-generationenunterschied-millennials-reisen-frueher-und-haeufiger-als-baby-boomer

    https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article209548565/Deutsche-reisen-oefter-laenger-und-teurer.html

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/urlaub-fast-jeder-fuenfte-in-deutschland-ist-zu-arm-dafuer-a-1155818.html

    Alleinerziehende haben es nicht leicht. Ansonsten würde mich interessieren, wie viele Raucher unter den Nichturlaubern sind, die um die 1000€ für Urlaub zur Verfügung hätten, wenn sie diese nicht „in Rauch aufgehen“ lassen würden.

    Ich bin heute 44 und für meine Eltern war es ausgeschlossen mit uns 3 Kindern in die Ferien in ein Hotel zu fahren. So haben wir unsere Ferien immer bei unseren Verwandten in Bayern auf dem Bauernhof verbracht. Erst als ich 17 Jahre alt war, die beiden ältern Geschwister schon ausgeflogen, bin ich das erste Mal ans Meer gefahren!

    Heute hingegen sind Ferien im Ausland, im Hotel und mit den Kindern eine Selbstverständlichkeit.“  – Blogpost zur Frage „Ist Urlaub Luxus?“

    Man sieht, es ist eine ganz individuelle Ansichtssache.

    Zur Verklärung der Vergangenheit:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nostalgie-warum-frueher-alles-besser-war-a-1120337.html

    Der letzte Satz ist herrlich:

    Und wenn junge Menschen zum Beispiel auf Statistiken verweisen, die klar zeigen, dass es der Menschheit heute besser geht als je zuvor, kriegen sie von den Nostalgikern zu hören: „Wart Ihr denn dabei?!“

  94. Sparta

    @Ag & Au

    „Ja, dem ein oder anderen Menschen, würden vielleicht Bewusstseins erweiternde Substanzen weiterhelfen.“

    Ohne medizinische Verwendung würde ich nicht dazu raten!

    Den Eindruck, dass mentale Weltbilder sehr individuell, manchmal regelrecht bizarr sind… lässt sich dabei nur humoristisch erklären und darstellen… der Humor ist aber auch individuell sehr verschieden (so wie bei Tim`s Geschichte neulich).

    Manche wiederum können im Angesicht des drohenden Armageddons nicht mehr lachen, bzw. haben es verlernt… Spartiaten blühen genau dann auf! 😉

    Ansonsten ist Gras rein wissenschaftlich betrachtet sehr wirkungsvoll in der Schmerztherapie. Nachzulesen in ner P.M. aus der Bibliothek.

    Manche Länder/Regierungen haben das inzwischen schon erkannt und liberalisiert.

     

  95. Slazenger

    @Freelancer

    ich werde bald 60 Jahre jung sein! Auch ich ertappe mich dabei zu sagen früher war vieles besser! Da hilft es dann doch Kommentare wie deinen zu lesen und man wird nachdenklich. Eine Sache allerdings war früher wirklich besser:Man war nicht ständig und überall für jeden erreichbar! Das ist etwas was ich persönlich schlimm finde.

    Wenn ich so über mein Leben und früher nachdenke, dann überkommt mich doch so eine gewisse Zufriedenheit, früher war eben vieles anders, aber nicht unbedingt besser, am Ende ist es schon auch so wie du es formulierst, es kommt darauf an was der Einzelne daraus macht! Tauschen möchte ich allerdings mit einem 30 Jährigen oder jünger auch nicht mehr. Ich habe zwei erwachsene Kinder , zwei Enkelkinder und bekomme natürlich dadurch schon auch sehr viel mit, was und wie sich alles so verändert hat, ich versuche mich immer auch ein Stück weit persönlich weiter zu entwickeln, damit ich in der modernen Welt von heute nicht stehen bleibe, und auf der anderen Seite ist auch hin und wieder die Erfahrung der Älteren gefragt. Eine schöne Symbiose von alt und jung, zumindest bei uns zuhause.

    Früher war nicht besser sondern einfach nur anders, es gab Vorteile und Nachteile, gegenüber heute, jede Zeit in der man gerade lebt hat etwas positives und das sollte man sehen und für sich nutzen!

    Nice day

     

     

  96. Ag & Au

    @Sparta

    (Manche wiederum können im Angesicht des drohenden Armageddons nicht mehr lachen, bzw. haben es verlernt… Spartiaten blühen genau dann auf! )

    Korrekt.

    Ohne jetzt irgendwie überheblich oder abgehoben zu schreiben, aber  2009 habe ich die ersten Bücher zum Thema Geld und Währungsystem gelesen und bis heute sind etliche dazugekommen und nicht vor langer Zeit, habe ich davon zumindest mal einen ganzen Wäschekorb voll weggeschmissen. Ich denke, dass ich viele Wahrheiten in den letzten Jahren zum Thema Geldsystem herausgefunden habe (auch wenn anfangs dem Verstand vieles nicht passt) und daher mal behaupte, dass ich es begriffen habe, was in der Geld oder Währungsgeschichte immer wieder falsch läuft.

    Es ist schade, die Mehrheit der Menschen ist leider viel zu borniert.

    Vieles könnte sich zum Wohle aller Erdenbewohner in ein dauerhaftes über Generationen hinweg glückliches Leben wenden. Ohne Crashs , Kriege o.ä – wenn man sich doch nur mal mit den grundlegenden Dingen des Lebens befassen würde.

     

    Wenn man im Gespräch mal die Komfotzone stört und unangenehme Themen anspricht, wird man oftmals schräg angemacht.

    Warum? Weil man sich dann eingestehen müsste, dass man völlig falsch positioniert ist und einfach mal so nicht aus dem Dilemma herauskommt.

     

    Für mich gibt es kein Armageddon- es ist lediglich eine Rückkehr auf ein durch Naturgesetze bestimmtes natürliches Niveau.

     

    Für viele Alten, die sich zu meist 45Jahre abgerackert haben, tut es mir wirklich leid. Und die Spartianer oder einige smarte Investoren die dann wie Phönix auferstehen und den Zampano heraushängen,

    haben meiner Meinung nach, zumindest was das Menschliche betrifft, ganauso wenig begriffen.

     

    Schöne Woche und allen viel Spaß beim Baden am See.

     

     

     

     

     

     

  97. Kiev

    @ Slazenger

    Die Erreichbarkeit und ständige Möglichkeit Nachrichten zu prüfen usw. stört mich auch. Das Mobiltelefon alleine kann einem sehr nützlich (bei einer Fernreise als Beispiel) und zugleich sehr in der Konzentration stören. Es zwingt Dich ja niemand diese Dinge permanent zu verwenden 😉

    Ich habe an meinem Telefon als Beispiel für viele Apps Signaltöne komplett unterbunden und mich auch von sehr vielen Newslettern usw. abgemeldet. Wenn mein Telefon sich heute meldet gibt es tatsächlich Neuigkeiten. Und manche sind weiterhin unnötig. Es kommt auf die Sichtweise an und was man daraus macht. Da Du mit Deinem Alter bereits über Erfahrungen zu unterschiedlichen Zeiten hast, kannst Du das beste aus der heutigen Zeit verwenden und bei altbewährtem bleiben wenn es stört. Andere Meinungen finde ich immer sehr interessant um den eigenen Horizont gegebenfalls anzupassen.

    @ Freelancer

    Hast Du diese ganzen Artikel im Abo? Der Newsletter wäre für das eigene Empfinden von Glück und Zufriedenheit sicher von Vorteil.

  98. Slazenger

    @Kiev

    ich persönlich habe weder ein Handy noch ein Smartphone!!! Diesen Luxus erlaube ich mir. Im Urlaub oder wenn ich tatsächlich mal eine Nachricht schreiben möchte nutze ich das Iphone meiner Frau.

  99. Freelancer Sebastian

    @ Kiev

    Um Himmels willen, nein! Ich surfe eigentlich überhaupt nicht im Netz und habe keinerlei Interesse an irgendwelchen Abos oder Newslettern. Zur Zeit lese ich eine Biographie über den „Waldgänger und Rebell“ Henry David Thoreau und „Die Kunst des guten Lebens“ von Rolf Dobelli.

    Wenn ich aber Behauptungen wie „im Gegensatz zu früher kann man sich heute keinen ordentlichen Urlaub mehr leisten“ oder „früher hatte man mehr Zeit für die Kinder“ höre, werde ich neugierig. In sekundenschnelle hat man dann „alternative Fakten“ gegoogelt. Jeder hat halt sein eigenes Weltbild.

    Gefühlt ist heute vieles schlechter als „damals“. Das hat mit harten Fakten und der Realität aber nicht immer etwas zu tun (siehe Link oben zur falschen Erinnerung).

    Mir geht es auch so, dass heute gefühlt alles schneller, hektischer und konfuser als in meiner Kindheit ist. Aber vernachläßigte, dumme, prügelnde Kinder/Jugendliche gab es auch in den 80ern nicht zu knapp. Heute Smartphone, damals TV.

    Wenn heute scheinbar weniger Zeit für Kinder da ist, sollte man den Smartphonekonsum der Eltern mal in den Blick nehmen.

    http://androidmag.de/report/wie-viel-zeit-verbringen-wir-auf-unseren-smartphones/

    Weniger facebook und Instagram, weniger e-mail und youtube und schwupps ist auch die Familienzeit gewachsen. Das Problem sind nicht die Technologien, sondern unser (dummer) Umgang damit. Schuld ist nicht „der Kapitalismus“, sondern die Art, wie wir Geld und Zeit managen und wertschätzen.

    Anders besser leben – das wird auch hier im Blog thematisiert.

    @ Slazenger

    Schön geschrieben 🙂 !

    Du wirst lachen, aber auch ich habe – völlig bewußt und aus Überzeugung – kein Mobiltelefon/Smartphone. Ständig erreichbar, ständig zur Verfügung stehen, mich aus dem Moment herausreißen lassen? Nicht mit mir.

    Familie, Freunde, Bekannte kennen es nicht anders. Gar kein Problem.

    Ansonsten reicht die Reaktion von Verwunderung über Zweifel, zu Bewunderung oder Abscheu. Vor allem junge Menschen (ich bin wohl keiner mehr 😉 ) könne sich das nicht mehr vorstellen – meine Kids auch nicht. Was soll´s, es ist ihr Leben.

    Ich berichte aber gerne von den „alten Zeiten“, als die Menschheit auch ganz gut ohne klar kam. Es ging und geht schon. Und manch ältere Semester bewundern das, sie würden sich auch gerne wieder ausklinken….

    Deine „Berichte“ über das Leben mit den Enkeln lese ich übrigens immer sehr gerne. Klingt weise und herzlich. Ich freue mich schon darauf, das auch genießen zu können.

  100. Slazenger

    @Freelancer

    schön dass es noch Gleichgesinnte gibt was das Handyzeitalter betrifft!

    Ja die Enkelkinder, das ist der unbezahlbare gigantische Mehrwert, den das Leben bereit hält! Früher hätte ich das nicht für möglich gehalten wie mich diese kleinen Wesen berühren und begeistern können, und man könnte jeden Tag eine neue Geschichte von und mit Ihnen erzählen.

    Ja darauf kannst dich wirklich freuen!

    Nice Evening

  101. Sparta

    @Ag &Au

    „Und die Spartianer oder einige smarte Investoren die dann wie Phönix auferstehen und den Zampano heraushängen, haben meiner Meinung nach, zumindest was das Menschliche betrifft, ganauso wenig begriffen.“

    Ob ich wie Phönix aus der Asche aufsteige, nach einer extrem krassen Krise (ähnlich oder schlimmer als 1929, was ja einige Ag & Au-Fan`s als höchst-wahrscheinlich einstufen)… weiß ich nicht (evtl. geht es mir da auch sehr schlecht…).

    Selbst wenn es so wäre, bin ich menschlich nicht ein Typ, welcher einen auf dicke Hose macht und der sich an dem Leid von anderen erfreut. Danke für die Blumen! 😉

    Ich prognostiziere die Zukunft nicht so felsenfest wie andere! Ich betitele niemanden, bzw. ganze Personengruppen für Ihre andersartigen Lebensentwürfe als Clown oder Schaf.

    Wenn ich jemanden humoristisch für starre Angewohnheiten/Denkmuster hops nehme, ist es auch nur humoristisch gemeint.

    Nichts anderes!

    Prognoseritis ist für mich deutlich eher voreingenommen und mit starren Denkmustern und Vorurteilen durchzogen als möglichst viel Unvoreingenommenheit gegenüber Menschen, Schicksalen, Lebensentwürfen, Ereignissen etc.

    Unser begrenztes Wissen ist nur ein Tropfen in einem riesigen Meer.

  102. Kiev

    @ Freelancer

    Ich möchte jetzt nicht mit Ausreden beginnen, aber mein Smartphone benötige ich schon. Ich habe einige Vermietungen und muss speziell bei den kurzfristigen Vermietungen schnell reagieren können (< 1-2h). Ich habe auch Google Drive und Chrome Browser und spezielle Passwort Tools, so dass ich mit diversen Geräten auf Dateien zugreifen muss. Ich habe mehr als eine Steuernummer, mehr als 3 Stromverträge usw. (Tendenz wachsend) Hier brauche ich (zwar extrem selten) Zugriff auf diese Daten. Und das möglichst komfortabel. Da sind auch einige „böse“ Anbieter dabei, aber ich benötige den Zugriff und habe nicht alles in der Cloud.

    Insgesamt benötige ich das Smartphone auch nur wirklich sehr selten, da diese Szenarien in der Regel nicht auftreten. Das ist an sich auch überhaupt kein Problem. Die Verschwendung von Zeit durch dummen Umgang ist mein Problem. Ich schaue immer wieder aufs Neue wie ich die unnötigen Zeiten eindämmen kann. Es ist leider verlockend wenn man stets auf Alles zugreifen kann. Einfacher ist es in der Tat erst gar kein Smartphone zu verwenden oder auf mobiles Datenroaming zu verzichten.

    Hast Du feste Zeitfenster um z.B. diesen Blog zu lesen und zu kommentieren oder wie setzt Du es in der Praxis um? Du wirst doch nicht ständig zu Hause ein Laptop anmachen oder laufen haben? Wohnt Eure Familie in der Nähe? Falls nicht, schickst Du keine Fotos an sie? Wir haben eine WhattsAp Familien Gruppe. Facebook und Instagramm usw. kommen mir nicht ins Haus. Oder machst Du das alles am Laptop?

     

  103. Freelancer Sebastian

    @ Kiev

    Das Smartphone ist ein praktisches Werkzeug, keine Frage. Und wenn es nicht so sinnvoll wäre, wäre es nicht so beliebt. Mir leuchtet ein, dass viele nicht ohne können. Ich ticke da einfach anders. Wer etwas von mir möchte, kann dies mit Festnetz und e-mail tun.

    Und auf dem Mond lebe ich auch nicht. Meine Frau hat natürlich eins. So bekomme ich dann auch alle relevanten Fotos der Großfamilie unter die Nase gehalten….. 😉 . Die im übrigen tatsächlich alle zwei-drei Wochen in großer Zahl zusammenkommt. Wir leben alle in der Großstadt.

    WhattsAp-Verabredungen managed meine Frau. Meine Welt ist das einfach nicht. Mal sehen, wie lange ich das noch durchziehen darf, bevor ich nirgendwo mehr hereinkomme (ID)/bezahlen kann/Kontakt herstellen kann…

  104. Kiev

    @ Freelancer

    Ein totaler Verzicht ist viel einfacher als eine Einschränkung. Das geht hier leider nicht, sonst würde ich vielleicht 1-2 Monate total verzichten und es dann eingeschränkt nutzen. Falls die Verschwendung von Zeit dann doch wieder überhand nimmt (durch einschleichen von Routinen), könnte ich erneut total verzichten. Bei Süßigkeiten bin ich so vorgegangen. Ich habe hier sehr starke Routinen 😉 Mir fehlt auch überhaupt nichts wenn ich keine Süßigkeiten esse. Der tägliche Schrankgriff ist einfach nur eine Routine. Ich konnte es auf fast 0 reduzieren und wir haben jetzt auch wieder eine sehr kleine Auswahl an Süßigkeiten im Haus.

  105. Mr. Pino Cavallo

    @ RP

    „Du sitzt mit 50 Jahren zuhause im Garten oder auf dem Balkon, da dir das reisen und aus dem Koffer leben irgendwann zu langweilig wird. Du fühlst dich in der Gesellschaft ungebraucht und nutzlos, da es eigentlich keinem auffallen würde ob du lebst oder tot bist.“

    Als Vermögender wird man wohl immer etwas zu tun haben und sei es auch eigene Vermögensverwaltung. Für mich wäre es undenkbar absolut nichts zu machen. Das coole an der finanziellen Unabhängigkeit ist doch aber gerade, dass man keine Verpflichtungen mehr hat und man das tun kann, worauf man Lust hat. Hast du keine Lust mehr um die Welt zu reisen? Dann lass es einfach und schreib ein Buch über deine Erlebnisse. Oder investiere in Start-Ups und helfe dabei neue Unternehmen und Arbeitsplätze aufzubauen. Engagiere dich ehrenamtlich usw. und so fort.

    Wer keinem geregelten Broterwerb nachgeht, ist sicherlich nicht zum Nichtstun verdammt.

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