Ich lief gestern Abend hier in Manhattan die 5th Avenue entlang, wo ich neuerdings wohne. Die Schaufenster glitzern. Die Menschen drängen sich mit vollen Einkaufstüten von Gucci und Abercrombie durch die Straßen. In der Hand den obligatorischen Starbucks-Kaffee für 7 Dollar und ein teurer Snack.
Auf den ersten Blick sieht das nach Reichtum aus. Aber lass dich nicht täuschen. Ich kenne die Statistiken. Die meisten dieser Menschen sind pleite.
Sie leben von Gehalt zu Gehalt. Wenn der Job weg ist, reicht das Ersparte keine drei Monate. Das ist der Wahnsinn der Mittelschicht: Sie verdienen gut, aber sie besitzen nichts. Sie hauen alles raus, als ob es kein Morgen gibt.
Das Hamsterrad glänzt golden
Das Problem ist nicht das Einkommen. Das Problem sind die Ansprüche.
In Deutschland ist es nicht anders als hier in New York. Sobald das Gehalt steigt, muss der Lifestyle mitziehen:
- Der VW Golf reicht nicht mehr, es muss der Audi A6 sein, der 60.000 Euro und mehr kostet. Natürlich geleast.
- Die Wohnung muss größer sein, in der besseren Gegend.
- Jedes Jahr das neue iPhone, auf Raten.
- Der teure Urlaub, um auf Instagram gut auszusehen. Natürlich muss man Business Class fliegen, sonst kann man heutzutage niemanden mehr beeindrucken.
Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.
Das Ergebnis? Du bist ein Sklave. Du musst arbeiten, um den ganzen Plunder zu finanzieren. So kannst du nicht „Nein“ zum Chef sagen. Du kannst nicht einfach mal ein Sabbatical machen. Die Folge: Du bist gefangen im goldenen Käfig. Du steckst fest im Konsum-Hamsterrad. Statt all dem glitzernden Plunder ist deine Gesundheit wichtiger, darauf solltest du dich konzentrieren.
Reich wird man durch Verzicht (am Anfang)
Ich werde oft belächelt, weil ich 15 Jahre lang in einer rund 60 qm-Wohnung (trotz Millionendepot) lebte und mir kein Auto kaufe. „Tim, gönn dir doch mal was“, sagen sie. „Morgen kannst du tot sein. Dann war alles für nichts. Du weisst, es kann dich jederzeit treffen.“
Ich gönne mir was: Freiheit. Die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass ich weit über 80 Jahre werde, als heute schon die Erde zu verlassen.
Ich kaufe Aktien. Ich kaufe Anteile an Unternehmen, die für mich arbeiten. Während der Nachbar die Raten für seinen SUV abstottert, kassiere ich Dividenden von CTS Eventim, Bank of America, Chevron, Johnson & Johnson, Commerzbank, Deutz, SAP, Frosta und Villeroy & Boch. Das sind übrigens meine 5 größten Dividendenzahler.
Das ist der Unterschied:
- Die Mittelschicht kauft Verbindlichkeiten (Dinge, die Geld kosten).
- Reiche kaufen Vermögenswerte (Dinge, die Geld bringen wie Aktien, ETFs, Garagen, Renditewohnungen, Stellplätze, geistiges Eigentum).
Der Ausweg ist schmerzhaft einfach
Es ist keine Raketenwissenschaft. Du brauchst keinen IQ von 160, um wohlhabend zu werden. Du brauchst Charakter.
Hier ist der Plan, der dich aus der Mittelschicht-Falle holt:
- Hör auf zu posen. Es interessiert niemanden, welches Auto du fährst oder welche Marken zu trägst. Wirklich niemanden.
- Erhöhe deine Sparquote. 10% sind nett. 20% sind gut. 50% sind der Weg zur Freiheit. Wenn du eine Gehaltserhöhung bekommst, erhöhe nicht deinen Lebensstandard, sondern deine Sparrate. Mein Sparquote lag fast immer über 50%, eher bei 60 bis 75%. Ich lebte in WGs in New York und im Studentenwohnheim in Stuttgart und hatte häufig Nebenjobs. Ach so, dass man in New York Mäuse in alten Gebäuden hat, ist ein gewöhnliches Problem und hat nichts mit Armut zu tun. Überhaupt gebe ich zu: Ich hatte mal eine verschwenderische Phase. Ich war damals nicht zufrieden – es war zum Glück eine kurze Konsumzeit. Schnell fand ich heraus, dass mich das nicht glücklich gemacht hat,
- Kauf Qualität. Steck das Geld in solide Aktien oder breite ETFs. Und dann mach nichts. Lass es liegen. 10 Jahre, 20 Jahre, 30 Jahre. Der Zinseszins ist wie ein Wunder. Der Bonner Multimillionär Helmut Jonen (@Waikiki5800) ist ein Beispiel, was man alles erreichen kann, wenn man lange genug sein Geld an der Börse für sich arbeiten lässt. Er kassiert fast 1.000 Euro Dividenden am Tag. Helmut macht seit über 4 Dekaden „Buy and Hold“ mit Substanzaktien.
Die meisten entscheiden sich für den Schein
Es liegt an dir. Willst du reich aussehen oder willst du reich sein?
Die meisten entscheiden sich für das Aussehen. Das ist bequem. Das gibt kurzfristig Bestätigung. Aber wenn du heute den Gürtel enger schnallst, kannst du in 15 Jahren das machen, wovon die anderen nur träumen: Leben, ohne arbeiten zu müssen.
Ich kaufte uralte Wohnung
Es ist in einem Promihaus. Ich habe ewig dafür gespart und investiert. Das Interview mit dem Coop-Board meisterte ich, weil ich ein ausreichend großes Depot habe. Die Wohnung ist ziemlich abgewohnt, sie hat eine uralte Küche und alte Bäder. Die eine Badewanne hat bestimmt 50 oder gar 100 Jahre hinter sich. Aber cool ist das Ding irgendwie. Manchmal lassen sich historischen Kult-Einbauten wunderschön sanieren. Wer hat schon eine gusseiserne Badewanne, die so schwer ist, dass man sie nicht heraustragen kann – sie muss in mehrere Teile geschnitten werden.
Schrittweise werde ich die Wohnung renovieren und einen Teil selbst erledigen – zum Beispiel den Anstrich. Ich habe die Immobilienschwäche in Manhattan genutzt, um günstig zum Zuge zu kommen. Der Preis sank gegenüber dem Wunschpreis des Verkäufers um fast 1 Million Dollar. Seit 2 Jahren hat der Vorbesitzer versucht, das Apartment zu verkaufen. Der Markt ist schwach. Und wenige wollen wohl eine abgewohnte Wohnung kaufen. Es ist wie ein schmutziges Auto – das verkauft sich einfach schlecht. Der Kühlschrank ist vielleicht 25 Jahre alt, vor solchen Dingen schrecken viele zurück. Der Elektroherd ist alt, ebenso die Geschirrspülmaschine. Dabei lassen sich Stromschlucker ruckzuck austauschen.
Apropos sparen: Ich liebe Ausstellungsstücke in den Läden, die es zum Teil 50 bis 70% unter dem offiziellen Verkaufspreis gibt. Ob dort ein Katzer oder Delle drin ist, ist mir egal. Einige Möbelstücke habe ich im Möbelhaus, das in wenigen Wochen geschlossen wird, zum Schnäppchenpreis kürzlich gekauft.
Die Wohnung wird, so hoffe ich, ein gutes Investment werden. Du musst manchmal kalkulierte Risiken eingehen und auf deine Intuition setzen. Nicht alles kann man exakt ausrechnen. Das Bauchgefühl ist wichtig – auch an der Börse, weil hier Emotionen eine Rolle spielen (Gier, Angst, Panik, FOMO, Neid…). Nicht alles lässt sich ausrechnen.
Hör auf zu jammern. Fang an zu sparen.
Lauf dich frei!
Dein Tim
Guten Morgen Tim,
2 Gedanken dazu:
Wer sich im Job als Sklave fühlt, kann sich entweder über jahrelanges Investieren am Aktienmarkt aus seiner Not befreien oder schlicht und einfach den Job wechseln. Wir sind – auch jetzt noch – in einem Arbeitnehmermarkt.
Sparen und investieren macht trotzdem Sinn.
Ist nicht auch eine Wohnung in Manhattan „unnötiger“ Luxus? Das Wohnen auf dem Lande wäre vielleicht billiger zu haben. Wo fängt unnötiger Luxus an? Es ist doch immer eine sehr individuelle Antwort, die auf diese Frage zu erwarten ist. Wichtig ist, dass man überlegt handelt und sein Geld bewusst ausgibt.
Im Vergleich zu Dir ist meine Sparquote lausig: schlappe 45%.
Den Innenanstrich in unserem Einfamilienhaus habe ich übrigens vor 14 Tagen auch selbst fertig gestellt!
FG
Heppi
Hi Heppi,
meine Wohnung in New York ist durch den Job bedingt nötig. Ich lebte 15 Jahre lang auf kleiner Fläche. Und davor war ich in WGs.
Richtig: Wichtig ist überlegt und rational zu handeln. Wer investiert, hat es später leichter im Leben. Man muss einfach das kapitalistische System zu seinem eigenen Vorteil nutzen. Das zahlt sich aus.
Den Anstrich selbst gemacht – prima!
Hallo Tim
50% Sparquote und mehr.
Was ist denn hier der Bezug gewesen?
Ich meine, 50% von was?
2000€ Nettogehalt, oder 3000€?
Gruss
Er hat mal gesagt das er ca. 2500€ monatlich gespart hat. Ich finde das ist sehr viel und das kann sich zumindest in Deutschland kaum jemand leisten. Die meisten verdienen Netto nicht mal so viel.
#Die meisten verdienen Netto nicht mal so viel.
Ich denke doch wenn man als Vergleichsgruppe in Vollzeit arbeitende Menschen nimmt. Das sind beim Single grob 42.000€/Jahr inkl. Werbekosten.
Allein die durchschnittliche Beamtenpension in Deutschland liegt bei Männer bei grob 3.900€ (Männer) / 3.100€ (Frauen, oft mit Teilzeit) also netto über den 2.500€.
Wie Dave Ramsey sagt, es sind die Lehrer und Ingenieure die am häufigsten Millionäre werden. Nicht die Juristen und Ärzte. Weil die Normalos mit einem normalen Gehalt ein stetiges Leben leben und nicht das Geld rausballern sondern sparsam im abbezahlten Eigenheim leben.
Bei 42.000 Brutto kommst du auf 3500€ Brutto monatlich. Da bist du weit weg von 2500€ Netto und noch weiter weg davon 2500€ weglegen zu können.
Hans, tips mal in einen Rechner, ziehe die Werbekosten / Aufwendungen ab. Dann stimmt es meist schon.
Aber letztendlich ist es egal, denn 2.500€ netto sind langfristig zu wenig finde ich. Das Ziel muss sein das Einkommen zu erhöhen.
Aber auch wer nur 2.500€ netto hat kann davon 20% wegsparen und anlegen. Nach 2-3 Dekaden kommt ganz schön viel zusammen. Andere wie du sagen, es macht keinen Sinn und sie fangen gar nicht erst an.
@I want to believe
„Allein die durchschnittliche Beamtenpension in Deutschland liegt bei Männer bei grob 3.900€ (Männer) / 3.100€ (Frauen, oft mit Teilzeit) also netto über den 2.500€.“
Tja, Pensionäre sind die „Lottogewinner“ der langjährigen Rentenpolitik in Deutschland und mit ca. 1,4 Mio. Pensionäre vs. 20 Mio Rentner, welche 1,3 – 1,5 k brutto Rente vs ca. 3,4 k Pension bekommen….
Da brauch man auch nicht mehr über Altersarmut bei den Pensionären sprechen, obwohl wir ja auch hier viele haben, wo mit unkündbaren Job darüber fabulieren, dass die freie Wirtschaft viel besser zahlt…
Es ist einfach ein ungerechtes System, aber wir ändern es nicht.
sorry, ca. 21 Mio. Rentner, aber gegenüber anderen sehr groben Pauschalurteilen ist meine Fehleranfälligkeit noch im Bereich der margin of safety. ;-)
Sparta, es werden ja immer mehr Beamte / ÖD eingestellt und Arbeitsplätze in der Industrie abgebaut. Das ist kein Gefühl sondern Realität, dass bei uns Verwaltung und Bürokratie vor allem auf Ebene der Kommunen und Länder zunimmt.
So gesehen, sind wir in DE auf dem richtigen Weg die Altersarmut zu bekämpfen. (Sarkasmus Modus off)
50% und mehr von einem durchschnittlichen Gehalt als Journalist.
Sehr starker und motivierender Artikel wieder mal. Das Posen und Prahlen mit Luxus in der Mittelschicht kann ich bestätigen. Ob die dann alle pleite sind oder von Gehalt zu Gehalt leben, weiss ich nicht. Mich würde beim ein oder anderen Bekannten von mir schon mal der Kontostand oder das Vermögen interessieren. Ich zumindest könnte nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich kein ordentliches finanzielles Polster hätte.
Viele profitieren natürlich auch noch von den Großeltern oder Eltern, die in den 70er, 80er, 90er sparsam ihr IEigenheim gebaut haben und das dann nach und nach an die Kinder vererben. Da muss halt der ein oder andere jetzt gar nichts sparen, da er weiss, das dicke Erbe kommt…
Wenn ich eins schätze, dann ist es, dass du einfach dein Ding machst. Mittlerweile mache ich das auch. Mir ist es egal, was andere von mir denken. Ich höre mir jegliches Feedback oder Geschwafel an und entscheide dann selbst, was ich damit anfange.
Schöner Motivations-Artikel. Allerdings sollte man schon berücksichtigen, dass die Sparquote allein nicht zum Ziel führt. Sie ist nur Grundvoraussetzung. Jemand der einen schlecht bezahlten Job hat und dennoch 50% zurücklegen kann ist zwar von meinem Standpunkt aus eine Person die höchsten Respekt verdient. Aber wenn die absoluten Zahlen nicht stimmen, dann führt das leider auch zu „nichts“.
Wären das in dem Fall 1000€ im Monat dann ist das ordentlich, wird aber nicht dazu führen dass man in 15 Jahren die Koffer packen kann.
Umgekehrt sind selbst bei einem Oberarzt der „nur“ 20% weglegt die absoluten Sparsummen so hoch, dass da gewaltige Beträge in ein paar Jahren zusammenkommen.
Die Sparquote ist das Entscheidende. Wer 50% und mehr spart, kann in unter 20 Jahren in den Ruhestand.
Dieser prominente Blogger hat es gut beschrieben: https://www.mrmoneymustache.com/2012/01/13/the-shockingly-simple-math-behind-early-retirement/
ich widerspreche dir nur ungern Tim, aber ich bleibe dabei, die absolute Sparrate ist mindestens genausowichtig, wenn nicht sogar entscheidender. Denn die Konsumpreise sind für den Bürgergeldempfänger genauso hoch wie für den Facharbeiter. Für den einen sind 300€ für Essen aber viel Geld, für jemanden mit 3000€ Netto aber eher weniger.
Wer mit 1000€ Startkapital z.B. mit 25 Jahren beginnt zu sparen, und sagen wir, mit den von dir anvisierten 50% Sparquote z.B. satte 1200€ pro Monat anlegt. Und das bei 7% Rendite an den Börsen UND zusätzlich einer Dynamik von 2% weil er z.B. Gehaltssteigerungen wie du auch mehrfach betonst direkt mitinvestiert, der liegt nach Steuerbetrachtung und 20 Jahren bei ziemlich genau 600.000€ Kapital.
Ich glaube wir sind uns einig dass man mit 45 Jahren und 600.000€ Kapital nicht 40 Jahre bis zum statistischen Ableben durchhält. Selbst wenn er die 600.000€ in ein Dividendendepot schieben würde das 3,5% Ausschüttung hat, dann wäre er bei ca. 17.500€ – 18.000€ nach Steuern. Zusätzlich müsste er als Privatier aber auch die Versicherungen allein tragen die sonst der Arbeitgeber übernimmt und seine Rente ist auch defakto nicht vorhanden weil ihm über 20 Jahre Einzahlung gegenüber dem Rest fehlen.
Gegenbeispiel wie von mir genannt: Der Oberarzt mit ca. 130000€ im Jahr und nur 20% Sparquote hat diesselbe Summe in ca. 14 Jahren zusammen. Und er wäre bei 20 Jahren schon jenseits der Million.
@Daniel
Es ist halt mit die Krux, dass der Begriff „Finanzielle Freiheit“ sehr sehr schwammig ist und für jeden etwas anderes bedeuten kann.
Lean, Fat, Barrista, Coast-Fire…
Wenn zusätzlich z. B. bei den 600k Depot abgezahltes Eigentum dabei ist und es ein Single ist, der Frugalismus als Lebensstil durchhalten kann, könnte es reichen oder noch Zusatzjob`s annehmen…, aber es ist finanziell kein so riesen Spielraum oder Margin of Safety.
Im Regelfall hat der Oberarzt extrem häufig (nicht immer) auch den deutlich teureren Lebensstil und für manche beginnt es erst so ab 3 Millionen…
Wenn „Freiheit“ gedanklich für jemanden bedeutet, dass man sich an keine Regeln oder Konventionen mehr halten muss, dann ist sie nicht dauerhaft erreichbar oder nur sehr kurz. ;-)
Evtl. ist es auch komplett gedanklich fehlgeleitet, dass man „Arbeit“ als Grundübel ansieht, da selbst sehr viele „Großmeister“ arbeiten und dies zu einem erfülltem Leben dazu gehört, bzw. dann sich etwas sucht, was einen mehr erüllt.
Im Endeffekt drehen sich hier viele Diskussionen auch um Ungenauigkeiten oder eine falsche Wortwahl, gedanklich individuelle Interpretationen und auch bei allen spielen Gefühle in der Ratio eine Rolle.
Pleite ist z. B. was komplett anderes, als das ca. 30 % der Bevölkerung keine Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben haben, denn selbst die 30 % kann ein Großteil unvorhergesehene Ausgaben doch dann irgendwie abstottern…
Und 30 % sind nunmal nicht die Gesamtheit der Mittelschicht.
Innerhalb der 30 % gibt es dann Fälle von Leuten, die monatlich immer rumkämpfen, aber dann noch irgendwann ein dickes Erbe erwarten und sich deswegen auch nicht anstrengen…
Einfache Urteile & Pauschalisierungen müssen nicht zu den sehr vielfältigen & individuellen Lebensentwürfen passen, da es nur gedankliche Abkürzungen sind.
@Daniel
Die Sparquote ist allein das Maß, wann Jemand die FU erreichen kann. Dein Beispiel ändert nichts daran. Erbschaften usw. lassen wir weg. Die Person mit niedrigem Einkommen legt die Hälfte an. Sie kann von dem niedrigen Vermögen entsprechend ihrer gewohnten niedrigen Ausgaben leben ohne weitere arbeiten zu „müssen“. Coast Fire ist im Übrigen ein sehr schöner Zustand.
Der Oberarzt legt 20% beiseite. Er gibt allerdings auch 80% aus. Natürlich erreicht er deutlich Steller ein viel größeres Vermögen als die erste Person. Allerdings wird der Oberarzt sicherlich nicht mit seinem Vermögen glücklich und zufrieden sein. Er könnte natürlich sofort ein bescheidener es Leben leben. Aber das ist für ihn nicht erstrebenswert.
Dennoch bietet ein höheres Einkommen natürlich deutlich mehr Potenzial für eine höhere Sparquote. Das ist selbstverständlich. Falls der Oberarzt den glücklichen Menschen mit kleinerem Vermögen trifft und erkennt, dass die andere Person auch mit deutlich weniger Ausgaben sehr gut leben kann, so hat er ein enormes Potenzial seinen Weg anzupassen…
Steuerlich wird die Person mit niedrigem Vermögen und Ausgaben deutlich kleinere Safety of Margin benötigen. Die Steuer beginnt erst langsam ab ca. 12k€. Die Person zahlt deutlich weniger mit dem individuellen Steuersatz als Pauschale. Krankenkasse ist günstig. Da fehlt nur wohnen in Eigentum. Die Kosten für Miete müssen folglich nicht aufgebraucht werden und im Gegensatz zu Schweiz haben wir keinen Eigenmietwert…
Coast FIRE
Das Vermögen kann theoretisch alleine ohne weitere Einzahlung ein auskömmliches Leben generieren. Über den Daumen beginnt die Phase bei der halben Zielvermögenshöhe. Einer Arbeit geht man nur für den aktuellen Bedarf aus Freude oder anderen Verpflichtungen zum Spaß nach und man kann dabei Überschüsse investieren. Wenn man ein gutes Gehalt hat und entsprechende Sparquote wird man auch weiterhin bei Anpassung der Arbeitszeit usw. deutlich mehr Geld erhalten als man benötigt. Die Arbeitszeit kann man etwas reduzieren und den Fokus aus Memorydividenden legen.
Das Problem solcher „uralten“ Wohnungen dürften aber nicht die Möbel und der Neuanstrich sein, sondern dass man oft Rohre und Elektroleitungen erneuern muss, was die Renovierungkosten erheblich verteuert.
P.S,Wer weiß, wer schon alles in der alten Badewanne lag? Vielleicht die Marilyn Monroe. Dann wäre es doch echt schade, diese zu entfernen.
Das Haus ist 100 Jahre alt. Ja, die Rohre können ein Problem sein. Von Marilyn habe ich noch nichts gehört.
@Timski
„Die meisten dieser Menschen sind pleite.“ Die Mittelschicht ist pleite“
Hm,… finde ich schon grenzwertig von der Ausdrucksweise, bzw. fast Clickbait oder in einer anderen geistigen Stratosphäre…
Ich mag so Eigenschaften wie Bescheidenheit & Dankbarkeit und ohne Konsum der Mittelschicht würde das Ausklinken von wenigen besser gestellten & Geburtslotterie in einem Industrieland gar nicht funktionieren…
@Daniel
Absolute Zahlen mögen wichtig erscheinen, aber relative Zahlen können indiviuell eine andere oder sogar stärkere Bedeutung haben.
Hallo Tim!
Finde Deine Artikel im Großen und Ganzen sehr gut, muss aber sagen dass Du es hier ein wenig überspannst, viele Menschen haben nunmal z.B. eine Familie und schlichtweg einfach nicht die Möglichkeit gewisse Summen wegzulegen, weil das Geld für die Kinder und so weiter draufgeht. Ein kleines Haus im Grünen ist auch verständlich, weil es dort besser ist für eine Familie als in einer Stadtwohnung.
Würde auch wenn ich ehrlich sein darf nicht pauschal sagen dass alle pleite und selber schuld sind und ganz wichtig: ein Aktienmarkt funktioniert nunmal nur wenn es auch Abnehmer gibt, also würden wir überspitzt gesagt nur zu Hause bleiben und Aktienkurse verfolgen wären die alle 0. :-)
Aber es stimmt: auf wirklich vieles könnte man verzichten, der schnelle Kaffee am Weg zur Arbeit ist ein gutes Beispiel. Das was Du aufgebaut hast ist ein sehr seltener und spezieller Weg, der aber absolut die Ausnahme ist. Dennoch: ganz viel was Du schreibst ist generell sehr wertvoll!
Sebastian,
während die einen sagen es geht nicht, machen es die anderen einfach.
Konsum muss zum Einkommen passen. Die einen kaufen sich den VW Jahres-wagen und To-Go Kaffee auf dem Weg zur Arbeit und machen jährlich zu Fasching Skiurlaub weil sie angeblich so einen stressigen Alltag haben und sich was gönnen müssen und die anderen fahren mit dem 6-10 Jahre alten Franzosen / Südkoreaner, trinken den Kaffee zu hause oder auf Arbeit und andere Urlaube. Sie denken noch nicht einmal an die 72-er Regel sondern sind einfach sparsam und kommen zu etwas. Die ersteren sagen es geht nicht viel zu sparen und die anderen machen es einfach.
Es ist einfach eine Frage des Zeitraums und der täglichen Gewohnheiten.
Ich nenne mal getmad als Beispiel. Nach eigener Aussage in der 11. Klasse sitzen geblieben (Mathe + Physik: ne 5) und gelernter Industriekaufmann ohne Studium aber mit Mitte 40 Millionär und FIRE.
Meine eigene Sparquote liegt seit >20 Jahren über 50%. Zuerst weil ich sehr sparsam war, dann weil ich gut verdient habe und viel gespart habe und heute obwohl ich recht viel konsumiere und wir Kinder haben auch weil ich neben Haupt-Einkommen auch gutes Zusatzeinkommen aufgebaut habe.
Lass dich nicht demotivieren. Setz dir das Ziel. Es geht wirklich und es ist keine Raketenwissenschaft.
Absolut ich mache das auch und habe ein beträchtliches Portfolio und Immobilien. Ich habe aber auch keine Kinder und einen sehr guten Job. Ich wollte nur kommentieren dass es wirklich oft Situationen gibt bei denen es wirklich kaum Entkommen gibt.
Wow, sehr gut. Respekt. I want to believe – da hast du dir was aufgebaut. Es ist möglich, man kann sich halt nicht wie die Masse verhalten.
@Sebastian
Wir treffen viele Entscheidungen in unserem Leben. Viele Dinge die wir glauben stimmen einfach nicht. Man muss nur erkennen was man wirklich für sich möchte.
Ein Familienhaus im grünen ist nicht besser. Es ist ein Wunsch den einige Menschen haben. Es muss aber nicht besser sein. Wir wohnen in der Stadt im grünen. Viele befreundete Familien wohnen hier auch. Ein KFZ benötigen wir nicht. Allerdings habe ich ein Kärtchen mit dem mir fußläufig, Teslas, Multivan, Golf, Passat, Cabrios, Transporter , Kastenwagen usw. zur Verfügung stehen. Ich muss mich hier nicht einmal um Versicherung, TÜV, Reifenwechsel kümmern. Zusätzlich sind die Kosten sehr niedrig. Wir fahren in der Regel mit Leihfahrzeugen in den Urlaub.
Ich sage auch nicht, dass das Leben in der Stadt besser ist. Man sollte sich Gedanken machen in welcher Form an welchem Ort man längerfristig leben möchte. Das hängt auch vom Ort ab. Wir haben doch alle Freiheiten unser Leben zu leben.
Stadt ist ein vielschichtiger Begriff. Mit schulpflichtigen Kindern muss man das Leben in größeren Städten jedenfalls mögen finde ich. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns daher seinerzeit eher für eine Kleinstadt mit halbwegs intaktem sozialen Umfeld entschieden. Es war definitiv gut für die Kinder. Trotzdem gute Bahnanbindung, Natur, Versorgung.
@ Ralf
Zum Glück ist das perfekte Umfeld auch nicht für alle gleich. Ansonsten wäre diese Ort, wo auch immer er sein mag unerschwinglich teuer.
Es sind sehr viele Faktoren, wie Lebensqualität, Nähe der Eltern, Arbeitsplätze, …
Und am Ende auch irgendwie die Kosten dafür. Wad nützt mir eine phantastische Wohnlage, wenn ich dafür für den Rest meines Lebens kaum Freiheiten bei der sonstigen Gestaltung meines Lebens hätte? Die fragen muss sich jede angehende Familie selbst stellen. Das ist natürlich nicht leicht. Einen free Lunch gibt es hier sicherlich nicht.
„Die Mittelschicht ist pleite“ kann ich zum größten Teil nur zustimmen. Wenn ich sehe was meine Arbeitskollegen(IGM Tarif, jeder verdient das gleiche in meiner Abteilung) für Autos fahren und ich mir dann ihre Geschichten über die Geldsorgen anhören darf(manche waren sogar schon in der Privatinsolvenz) kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Gerade diese Woche hat mir jemand auf der Arbeit erzählt, er hätte ja heute den Termin mit seiner Bank, es geht um eine Finanzierung von 3000€. Ich würde schon öfters belächelt für meinen Baujahr 2008 Hyundai I10, den ich vor 4 Jahren gebraucht für 1500€ gekauft habe. Ich bleibe alten Autos treu, da ich das meiste daran mit einem Freund selbst reparieren kann. Ersatzteile bekommt man auf vielen KFZ Seiten wortwörtlich hinterhergeschmissen. Hätte ich nicht jeden Tag insgesamt 90km Arbeitsweg und würde in einer Stadt leben, würde ich mein Auto wohl auch verkaufen. Leider bin ich auf dem Land darauf angewiesen. Aber jeder kann mit seinem Geld machen was er will, es soll jeder so Leben wie er es für richtig hält :-)
Gruß
Hi Julian, du machst das super. Man darf sich vom Konsumrausch seines Umfelds auch nicht „anstecken“ lassen. Viele versuchen, andere Leute ins Konsumhamsterrad mit reinzuholen. Mir schicken Bekannte ständig irgendwelche Sachen, die ich kaufen soll: Herd, Kaffeemaschinen, Waschmaschinen, Toaster, Kaffeevollautomaten…
Als Starbucks-Aktionär danke ich den Leuten, die sich nach dem Einkauf auf der 5th Avenue noch einen guten Kaffee gönnen!
Wenn die Leute weniger Kaffee bei Starbucks trinken, reduziert die Kette ihre Filialzahl und kann immer noch reichlich Geld verdienen bei diesen irren Margen.
Ich komme beruflich viel rum und sehe einige Neubaugebiete wachsen. Nach einer gewissen Zeit, kann man oft einen gewissen Effekt beobachten. Die neueren Häuser werden oftmals größer gebaut als die Bestandshäuser, mit Garage statt Carport, usw.. Es kommt ein manchmal wie ein Wettbewerb vor.
Ja, es ist wie ein Wettbewerb. Es gibt eine Studie, die zeigt: Wenn jemand im Lotto den Jackpot gewinnt, kommen die Familien in der Nachbarschaft eher in finanzielle Schwierigkeiten. https://www.cbc.ca/news/business/bankruptcy-lottery-1.3472357
Das ist ja ne super coole Studie! Danke. Den gleichen Effekt sieht man ja auch bei Beförderungen oder Umzug in bessere Nachbarschaft. Wenn die Bekannten mehr Geld ausgeben und teurere Dinge tun, dann wird man selber über kurz oder lang auch die Ausgaben höchst wahrscheinlich ebenfalls erhöhen und die lifestyle Inflation erleben.
Tim, erkenne deinen Vorbildcharakter und poste keine teuren Hotelurlaube mehr hier sondern lieber Frugalismus. Ansonsten bekommen deine Leser hier es selber auch mit dem Gewöhnungseffekt für höhere Ausgaben zu tun und die Sparquote sinkt. Da willst du doch nicht schuld sein….
@ Tim
Die Studie fand ich auch interessant. So habe ich es in dem Fall noch nicht betrachtet und werde es in die Argumentationskette gegen Lotteriespiel aufnehmen ;-)
Ich versuche ein guter Mensch zu sein und genau aus diesem Grund entscheide ich mich gegen die Teilnahme an einer Lotterie. Ich möchte die Menschen um mich herum nicht gefährden… ;-)
Im Freundeskreis sind mit allerdings schon Gedanken in der Richtung gekommen. Wir haben länger bestehende Freunde. Das ist wunderbar und wir unternehmen auch tolle Dinge gemeinsam. Mit dem stetig wachsenden Vermögen könnte ich manche Feiern etwas besonderer machen.bes ist ein. Spagat zwischen einem tollen besonderen Event und der Vermeidung von keeping up with the Jonses. Auch wenn es gut gemeint ist, man eine tolle Zeit zusammen verbringt kann das ein oder andere Extra Freunde zu höheren Ausgaben verleiten. Das wird sie sicher nicht finanziell ruinieren, aber ich möchte jetzt auch nicht unnötigen Konsum zu stark fördern. Es gibt wichtigeres Dinge…
Gibt es eigentlich hier Leute die seit Tim hier den Blog hat Finanziell frei geworden sind?
Ich bins nicht da ich zu verschwenderisch lebe.
Meine Sparquote ist bei 20%.
Und ich investiere aktiv seit 2014.
Immerhin ziehst du das mit 20% durch. Respekt. Jeder hat seine eigenen Ziele.
Dazu müsste man halt erstmal definieren unter was man „Finanzielle Freiheit “ versteht.
Ab wann ist man denn finenanziell frei?
Ich finde das ist schwer zu sagen. Im Endeffekt ist ja auch ein Bürgergeldempfämger finanziell frei und braucht nicht zu arbeiten.
Aber das würde man darunter wohl eher nicht verstehen.
Zumindest in Deutschland ist die Mittelschicht nicht pleite. Nach aktuellen Zahlen der DZ Bank liegt das Geldvermögen in D bei 10 Billionen Euro.
Außerdem ist es ein bisschen komisch. zu Aktien bzw ETFs zu raten, und gleichzeitig Konsum zu kritisieren. Apple und Amazon sind eben so gut, weil viele Menschen jedes Jahr ein neues iPhone (oder andres Zeugs) kaufen.
Ich verstehe was Tim der Community sagen möchte, nur die Pauschalisierung ist falsch
Und Konsum ist wichtig. Sowohl direkt für die Unternehmen, die dann investieren, neu forschen etc. Als auch für die Angestellten und Arbeiter die dadurch einen Job haben.
Nicht zu vergessen uns Aktionäre. Was würde der Aktienmarkt machen, wenn kaum jemand was konsumieren würde?
In der Mitte liegt bekanntlich die Wahrheit.
Konsumieren: ja, aber nicht übertreiben zum Verhältnis des Vermögens.
Hi Tim, erstmal vielen Dank für den sehr motivierenden Artikel. Alle Aspekte kurz, prägnant in deiner ureigenen Ausdrucksweise (glitzernder Plunder!) auf den Punkt gebracht. Mach weiter so mit der Konsumkritik der Mittelschicht, bitte mehr solcher Artikel gerne auch wieder Videos, wir so vor 8 Jahren. Die Leute denken oft nicht nach, sondern rennen gleich in Geschäfte und hauen das Geld impulsiv, man brauch das, jeder hat das, jeder macht das. Loch im Socken oder Unterhemd, sofort wird neuer Nachschub geholt. Anruf beim Lieferdienst, anstatt erstmal alles vom Kühlschrank aufzubrauchen, Farbpatronen leer, sofort werden neue geholt, statt einfach Schwarz weiß zu drucken, kommt ein Bonus, muss sofort ein SUV her, weil jeder heute das klobige, teure Ungetüm fährt her, anstatt den Bonus in den überfälligen Ölwechsel beim alten Auto zu investieren und es noch eine Weile zu fahren. Ständig immer, höher, schneller, weiter wollen, anstatt 5 mal grade sein lassen. Die Leute verzetteln und verlieren sich im Konsum, haben zu viel Zeug, sind Reizüberflutet, sind nicht glücklich. Die Folgen: Angst, Sorgen, Burnout, Abstüze, Süchte, Extremismus, kurze Zündschnur, gescheiterte Ehen, finanzielle Pleiten. Man will zuviel, zu schnell und immer sofort, keep it simple, Fokus auf weniger Dinge und Projekte, dafür richtig, mein Stil. Ordnung, Ruhe, Bescheidenheit, die Natur. Es sind eigentlich die einfachen Dinge, die zu einem glücklichen zufriedenen Leben führen und nicht der Glamour und eigentlich müsste man meinen, dass viel mehr das verstehen sollte, aber es ist nicht der Fall. Also gut lieber Tim, liebe Community, ciao, macht es gut. Tobi
Ja, du hast das super zusammen gefasst. So ist es. Die Ruhe und Natur sind viel gesünder, als dieses riesige Konsumhamsterrad zu drehen. Lieber mal einen langen Spaziergang machen und relaxen.
Wir können froh sein, wenn die Mittelschicht das Geld so verprasst. Woher käme sonst letztendlich das Geld für die Dividenden? Vom Konsumverzicht? Dankbar müssen wir sein, wenn andere konsumieren. Und Audi A6 kaufen. Und Kredite abzählen mit Zinsen. Überlegt mal.
Nur Konsumieren geht nicht, nur Sparen aber auch nicht. Ein gesunder Mittelweg ist gefrag finde ich.
Und eines ist ziemlich sicher: das letzte Hemd hat keine Taschen!
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ich habe es so ähnlich gemacht wie Tim, aber alles etwas kleiner.
Investiere in Vermögenswerte wie Aktien, Edelmetalle, Land und BTC.
Ich arbeite nicht mehr seit einigen Jahren weil ich mir die Freiheit erarbeitet habe nur noch Dinge zu tun wo ich Interesse daran habe.