Kreuzfahrt-Aktien lichten den Anker: Warum ich bei Carnival an Bord bleibe und die Branche vor einer Rallye steht

Hier in New York, wo man die ständigen Schwankungen der Wall Street direkt vor der Haustür hat, bewahrheitet sich für mich immer wieder ein zentraler Grundsatz des Value-Investings: Man muss die Nerven behalten, wenn externe Schocks den Markt beherrschen.

Die geopolitischen Spannungen der letzten Zeit, insbesondere die Konflikte rund um den Iran und die anhaltende Unruhe im Nahen Osten, haben tiefe Spuren bei den Kreuzfahrtgesellschaften hinterlassen. Gezwungene Routenänderungen abseits des Roten Meeres, steigende Treibstoffkosten und die allgemeine Verunsicherung der Reisenden haben die Aktienkurse spürbar belastet. Es flogen Drohnen Angriffe selbst auf Hotels in der Touristenhochburg Dubai, das einst als so sicher galt. Doch wer jetzt nur auf die kurzfristigen Turbulenzen starrt, übersieht eine massive antizyklische Chance.

Der Sturm legt sich: Mein Festhalten an Carnival

Ich bin selbst bei Carnival investiert (512 Aktien) und habe die Volatilität im Kurs in den vergangenen Monaten natürlich genau beobachtet. Als überzeugter Buy-and-Hold-Anleger sind solche makroökonomischen Dellen für mich kein Grund zur Panik, sondern ein Stresstest für die fundamentale Stärke eines Unternehmens.

Und die Realität abseits der geopolitischen Schlagzeilen sieht vielversprechend aus: Die Menschen wollen reisen. Der Appetit auf Kreuzfahrten ist weltweit ungebrochen, und die Buchungszahlen für die kommenden Saisons sind robust. Carnival hat während der Krisenjahre hart an seiner Kostenstruktur gearbeitet und Schulden umstrukturiert. Jetzt, wo der Höhepunkt der konfliktbedingten Belastungen womöglich überschritten ist, steht der Konzern vor einer operativen Erholung. Die Schiffe sind voll, und die Profitabilität kehrt zurück. Die aktuelle Bewertung spiegelt dieses Comeback-Potenzial noch nicht vollständig wider. Das KGV beträgt nur noch rund 12 für das laufende Jahr. Und die Dividende bringt 2,1%. Da kann ich nicht meckern. Zumal die Perspektiven prächtig sind.

Royal Caribbean und Norwegian stehen in den Startlöchern

Dieser Aufwind beschränkt sich jedoch keineswegs nur auf Carnival. Wenn die Flut kommt, hebt sie alle Boote. Und das gilt im aktuellen Marktumfeld auch für Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line.

  • Royal Caribbean hat in der jüngsten Vergangenheit bereits eine enorme Preissetzungsmacht bewiesen. Das Unternehmen schafft es bemerkenswert gut, Premium-Angebote zu monetarisieren. So stieg der Überschuss im vierten Quartal von 600 auf 800 Millionen Dollar. Es zieht ein sehr zahlungskräftiges Publikum an, das sich von geopolitischen Unsicherheiten weniger schnell abschrecken lässt.
  • Norwegian Cruise Line profitiert von einer modernen Flotte und klugen Kapazitätsanpassungen. Auch hier signalisieren die Vorausbuchungen ein starkes Vertrauen der Konsumenten in die Marke. Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 6% auf 2,2 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie um 46% auf 0,28 Dollar (und übertraf die Prognose von ,027 Dollar).

Beide Papiere haben unter dem Generalverdacht der geopolitischen Risiken gelitten und stehen nun vor einer potenziellen Rallye, sobald der Markt die intakten Cashflows und die sinkenden Störfaktoren einpreist.

Fazit: Antizyklisch kaufen und liegen lassen

Für uns langfristig orientierte Anleger ergibt sich hier ein klares Bild. Die Angst vor den Auswirkungen des Iran-Konflikts hat einen temporären Preisabschlag bei Qualitätsaktien aus dem Tourismus-Sektor erzeugt. Die fundamentalen Aussichten der Branche sind jedoch völlig intakt.

Es macht auf dem aktuellen Niveau absolut Sinn, bei den großen Kreuzfahrt-Titeln zuzugreifen oder bestehende Positionen auszubauen. Wer jetzt kauft und die Aktien mit der nötigen Geduld im Depot liegen lässt, dürfte langfristig eine exzellente Rendite einfahren. Manchmal muss man einfach den Lärm ausblenden und an Bord bleiben, wenn andere noch am Pier zögern.

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