Burggraben: Warum S&P Global, Fraport, Visa, Mastercard + Moody’s Goldesel fürs Depot sind

Warren Buffett hat es immer wieder gepredigt. Und ich werde nicht müde, es zu wiederholen: Kauft Qualität. Kauft Unternehmen, die so stark sind, dass selbst ein inkompetenter Manager sie nicht sofort ruinieren kann. Was wir suchen, ist der berühmte „Moat“ – der wirtschaftliche Burggraben. So nennt es der Börsenalmeister Buffett.

Warum brauchen wir den Burggraben? Weil wir ruhig schlafen wollen. Wir wollen keine Zocker-Aktien, die morgen 50 % fallen, weil die Konkurrenz ein besseres Produkt hat. Nein! Wir wollen Monopole, Oligopole und unersetzliche Dienstleistungen. Wir wollen Preissetzungsmacht (Pricing Power). Das ist alles, was wir brauchen. TCIHedgefondsmanager Sir Christopher Hohn kann auch endlos über Burggraben-Firmen sprechen.

Heute schauen wir uns einige dieser fantastischen Firmen an. Firmen, die Geld drucken, während wir am Strand liegen oder im Waldhaus sitzen.


Das Duopol der Macht: S&P Global und Moody’s

Fangen wir mit meinen absoluten Lieblingen an. Wenn ein Staat oder ein großes Unternehmen Geld braucht und Anleihen herausgeben will, an wem kommen sie nicht vorbei? Richtig: An den Ratingagenturen.

Das Geschäftsmodell

Es herrscht hier ein Duopol. S&P Global und Moody’s beherrschen zusammen den Löwenanteil des weltweiten Marktes für Bonitätsbewertungen.

  • Der Burggraben: Er besteht aus purer Reputation und Regulierung. Investoren vertrauen diesen Ratings. Viele institutionelle Fonds dürfen gar keine Anleihen kaufen, die nicht von einer der großen Agenturen bewertet wurden. Das ist eine gesetzlich verankerte Lizenz zum Gelddrucken.
  • Warum investieren? Die Margen sind gigantisch. Da die Bewertungsmethoden reine Kopfarbeit und Datenanalyse sind, benötigen diese Firmen kaum Kapitalaufwand (Capex). Sie zahlen nur die Gehälter. Das Ergebnis: Ein massiver freier Cashflow, der in Aktienrückkäufe und Dividenden fließt. Egal ob die Zinsen steigen oder fallen – Schulden werden immer gemacht, und diese beiden Unternehmen aus dem New Yorker Finanzviertel verdienen immer mit. Die Anleihen müssen in bestimmten Abständen immer wieder neu bewertet werden, es ist eine Art Abo-Modell. S&P Global ist gerade kräftig abgestürzt an der Wall Street und bietet daher meiner Ansicht nach eine schöne Chance. Darauf hat mich ein Follower hingewiesen. Danke dafür!

Der Herr der Landebahnen: Fraport

Viele von euch fragen mich oft nach deutschen Werten. Ich bin ja ein großer Fan der USA, aber auch in Deutschland gibt es Burggräben. Einer der breitesten gehört der Fraport AG. Am Grundkapital sind das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die Lufthansa mit großen Paketen beteiligt.

Das Geschäftsmodell

Fraport betreibt den Frankfurter Flughafen – einen der wichtigsten Knotenpunkte (Hubs) der Welt. Dazu kommen Beteiligungen an Flughäfen in Griechenland, Türkei, Brasilien und Peru. Die Hessen sind rund um den Globus beteiligt. Selbst am New Yorker JFK Flughafen sind die Frankfurter mit Konzessionen mit dabei.

  • Der Burggraben: Es ist ein natürliches Monopol. Man kann nicht einfach fünf Kilometer weiter einen Konkurrenz-Flughafen bauen. Die Infrastruktur, die Lizenzen, die Anbindung an Schiene und Straße – das ist nicht kopierbar.
  • Warum investieren? Nach den harten Corona-Jahren erholt sich der Flugverkehr rasant. Aber Fraport ist nicht nur Flugverkehr. Es ist ein riesiges Immobilien- und Einzelhandelsunternehmen, das Mieterlöse erzielt. Jeder Passagier, der einen überteuerten Kaffee trinkt oder im Duty-Free einkauft, spült Geld in die Kasse. Nicht zu vergessen sind die teuren Parkhäuser oder die Hotels. Das ist ein „Real Asset“ zum Anfassen, das hervorragenden Inflationsschutz bietet.

Weitere Burggraben-Giganten für die Ewigkeit

Neben diesen drei Werten gibt es weitere Firmen, deren Geschäftsmodelle so robust sind wie eine Festung. Hier sind meine Favoriten für das langfristige Depot:

1. Visa & Mastercard (Der Zollwächter)

Stellt euch vor, ihr baut eine Brücke und verlangt von jedem, der darüber fährt, eine kleine Maut. Genau das machen Visa und Mastercard.

  • Das Modell: Sie vergeben keine Kredite (kein Ausfallrisiko!), sie stellen nur das Netzwerk bereit.
  • Der Burggraben: Der Netzwerkeffekt. Händler akzeptieren die Karten, weil jeder sie hat. Kunden wollen die Karten, weil jeder Händler sie nimmt. Ein neuer Konkurrent hat fast keine Chance, in diesen Kreislauf einzubrechen. Die Gewinnmargen liegen oft bei über 50 %. Ein Traum!

2. Waste Management (Der Müllkönig)

Es klingt unsexy, aber Müll ist ein fantastisches Geschäft. In den USA ist Waste Management der Platzhirsch.

  • Das Modell: Müllabfuhr, Recycling und Deponien.
  • Der Burggraben: Es ist extrem schwer, Genehmigungen für neue Mülldeponien zu bekommen („Not in my backyard“-Phänomen). Wer die Deponien besitzt, diktiert die Preise. Zudem sind die Routen der Müllwagen so effizient geplant, dass kleine Konkurrenten preislich nicht mithalten können. Und das Gute an dem Geschäft: Müll fällt immer an, egal ob Rezession oder Boom. Bill Gates ist hier einer der größten Aktionäre.

3. ASML (Das Tech-Monopol)

Ohne diese Firma aus den Niederlanden stünde die Welt still. ASML baut die Maschinen, die die modernsten Computerchips herstellen.

  • Das Modell: Sie produzieren Lithografie-Systeme, insbesondere die EUV-Maschinen (Extreme Ultraviolet).
  • Der Burggraben: ASML hat faktisch ein Technologie-Monopol. Niemand sonst auf der Welt kann diese hochkomplexen Maschinen bauen. Intel, Samsung und TSMC sind auf Gedeih und Verderb auf ASML angewiesen. Die Einstiegshürden für Konkurrenten sind unendlich hoch (Forschungskosten, Patente). ASML ist der einzige Hersteller komplexer Lithografiemaschinen, die bis zu 400 Millionen Dollar kosten und so groß wie ein Reisebus sind. Die Werkzeuge enthalten Teile von Hunderten internationaler Lieferanten. Es sind einige Flugzeuge nötig, um sie aus den Niederlanden an die Kunden zu liefern. Die Maschinen sind in China und den USA so begehrt, dass ASML richtig mächtig ist.

4. Microsoft (Das Betriebssystem der Welt)

Früher war es nur Windows, heute ist es die Cloud (Azure) und Office 365.

  • Das Modell: Software-Abos und Cloud-Infrastruktur.
  • Der Burggraben: Hohe Wechselkosten. Versucht mal, einem Großkonzern zu sagen, er soll von Excel und Word auf eine andere Software umsteigen. Das Chaos wäre vorprogrammiert. Microsoft ist tief in den IT-Strukturen der Weltwirtschaft verwurzelt. Die Einnahmen sind wiederkehrend und extrem gut planbar. Gerade ist der Microsoft-Kurs gut eingebrochen.

Fazit: Hin und Her macht Taschen leer

Freunde, das Geheimnis des Reichtums liegt nicht im ständigen Traden. Es liegt darin, solche Qualitätsunternehmen zu identifizieren, sie zu kaufen und dann – das ist das Wichtigste – nichts zu tun. Punkt. Schluss.

S&P Global, Moody’s und Fraport sind Basis-Investments. Ergänzt durch Giganten wie Visa oder Microsoft, baust du ein Portfolio, das jeden Sturm übersteht. Lass den Zinseszins für dich arbeiten.

Bleib investiert und optimistisch!

Euer Tim

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