100.000 Euro auf dem Girokonto. Wie die Deutschen ihr Geld verschimmeln lassen


New York, 10. November 2019

Links auf dem Foto: Wirtschaftslehrer Jean-Marie Schwarzkopf. Der Hamburger Beamte bringt seinen Schülern das Investieren mit Fonds und Aktien bei. Nachhaltigkeit ist ihm dabei sehr wichtig.

Es gibt Menschen, die sparen zwar eifrig. Doch ihren Geldschatz legen sie unverzinst an. Nach Abzug der Inflation verbleibt eine negative Rendite. 

Einer, der dagegen kämpft, ist Wirtschaftslehrer Jean Marie Schwarzkopf. Ich traf ihn am Wochenende. Er lehrt an einem Hamburger Gymnasium. Seinen Schülern bringt er die Wirtschaft und Börse hautnah bei. Der kreative Beamte nimmt zu Stiftungen, Beratungshäusern wie Boston Consulting Group oder Finanzbloggern Kontakt auf, damit seine Schüler über den Tellerrand hinausblicken können. So einen Lehrer kann man sich nur wünschen in der heutigen Zeit, in der große Verunsicherung herrscht.

DER SPIEGEL publizierte diese Woche eine spannende Titelstory “Wenn Sparen arm macht”. Darin wird der Deutsche als Sparer dargestellt, der enorme Summen auf Sparbüchern und Festgeldkonten bei Banken bunkert. 265 Millionen Euro vergammeln auf Sparbüchern zum Nullzins. In Summe liegen zwei Billionen Euro ohne nennenswerte Rendite herum in Deutschland. 

Um Aktien, Fonds, ETFs machen die Bundesbürger aber einen Bogen, obwohl hier eine höhere Rendite auf lange Sicht winkt. Nur 16% der Deutschen besitzt Aktien.

Thomas Zuleck, Moderator bei der Börse Stuttgart, sagt: “Wenn sich die Deutschen seit den 1980er Jahren an den Mitarbeiter-Aktien-Programmen beteiligt hätten, würden sie heute einen hohen Anteil der DAX-Konzerne besitzen.” Leider, so sagt Zuleck, lehnen sie die Mitarbeiter-Aktien ab, obwohl sie diese mit einem Rabatt bekommen können. Es wäre doch wünschenswert, wenn die Mitarbeiter ein wichtiges Wort mitreden können als Anteilseigner, resümiert er. Das sei sogar im Sinne der Gewerkschaften. Er kann nur den Kopf schütteln über die Ignoranz.

Die Börse Stuttgart tut einiges, um die Aktienkultur zu fördern. Die Schwaben sponsern jedes Jahr zahlreiche Events. Sie möchte die 84% der Nicht-Aktionäre erreichen. Zuleck gibt aber zu, dass das unheimlich schwierig sei. Es liegt an Unkenntnis und an Ängsten. Deshalb liegt einfach zu viel Geld herum. Seit Dekaden interessieren sich die Deutschen kaum für die Börse. Allenfalls der Boom um den Telekom-Börsengang sorgte für Euphorie, die schnell entwich.  

Ich kann nur raten: Investieren, anlegen, etwas Risiko eingehen. Mache mehr als nur zu sparen mit Null Zinsen. Natürlich sollst du dein Geld nicht in wertlose Pennystocks oder überschuldete Zombiefirmen stecken. Sondern sehr bedacht vorgehen. Es bietet sich ein kostengünstiger ETF an. Oder solide Dividenden- oder Wachstumsaktien. So verschiebt sich die Macht. Du bist kein Bettvorleger mehr auf der Arbeit. Wenn du ein Depot aufbaust, wirst du freier und unabhängiger. So sorgst du vor. So schaffst du dir Freiräume.

Es wäre von Vorteil, wenn die Politik das Aktiensparen endlich fördern würde. Aber das tut sie nicht. Ständig erfindet unser Finanzminister Olaf Scholz neue Steuern, um die Aktionäre zu schröpfen. Er weiß nämlich, dass die 16% (die Aktionäre) im Schnitt mehr Geld haben als die anderen 84% ohne Produktivkapital.

Von den Reichen kannst du jedenfalls im Kleinen kopieren wie sie Investieren. Aber es fehlt die Einsicht. Es ist schon erstaunlich, dass die Deutschen nicht dazu lernen wollen. Seit über einem Jahrhundert klettert der S&P 500 im Schnitt um 10% nominal. Nach Abzug der Inflation und kleinerer Gebühren verbleiben vielleicht unterm Strich 6%. Darin sind schon Crashs, Krisen und Katastrophen eingerechnet.

Die Deutsche Börse hat tiefere Taschen als die Regionalbörsen. Sie könnte mehr tun in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Aber die Frankfurter fokussieren sich auf ihren elektronischen Xetra-Handel für den Profianleger. Für Kleinanleger hat die Börse Frankfurt ein zu kleines PR-Budget, kritisiert ein Konkurrent.

Toll finde ich, wie intensiv die Comdirect sich um Finanzblogger kümmert. Preise vergibt sie, Events gestaltet sie. Der Discountbroker fördert die Aktienkultur, wo er kann. Klar steckt ein Eigeninteresse dahinter. Aber immerhin tut die Commerzbank-Tochter etwas.

Die Deutschen sind wegen der falschen Sparstrategie wehrlos und verwundbar im Alter. Sie können kaum die Lücke füllen. Was soll am Aktiensparen so kompliziert sein? Ein einfacher ETF auf den MDAX, S&P 500 oder Weltindex wie den MSCI World tut es schon. Der Ruhestand wird wegen der längeren Lebenserwartung ausgedehnt. Dann am Hungertuch zu nagen, ist traurig.

Hinzu kommt, die Deutschen kaufen jetzt bereitwilliger teure Immobilien, weil die Hypothekenzinsen besonders günstig sind. Das kann aber mit mehr Risiken wegen der höheren Kaufpreise verbunden sein.

Freilich besteht Hoffnung in Sachen Aktien. So stehen immer mehr Finanzbücher auf den Bestseller-Liste der Deutschen. Besonders im Blick haben sie Literatur, die erklärt, wie man passives Einkommen aufbaut. Daneben lesen die Deutschen aber auch jede Menge Crash- und Krisenbücher. Und Sachbücher übers Abnehmen sind im Kommen. 

Und noch was: Klar gibt es Hügel und Berge an der Börse. Es gibt Täler. Aber im langen Schnitt war der Aktienmarkt schon immer eine Renditenmaschine. Es ist mir egal, wo du herkommst. Jeder kann einen ETF-Sparplan mit wenigstens 25 Euro im Monat starten.

Wir können Altersarmut eindämmen. Mit einem eifrigen Aktiensparen geht das. Wenn Menschen ganz unten sind, muss ihnen geholfen werden. Aber warum lassen wir es zu, dass sie auf die Krise zusteuern? Wir können das vermeiden.

Wir sollten Menschen zum Nachdenken anregen. Wir sollten ihnen helfen, ihre Ansichten zu ändern. Ich habe intensiv gespart seit ich jung bin. Mit 20 Jahren kaufte ich meine ersten Aktien und kaufte immer mehr dazu.

Verschließe nicht deinen Verstand. Ich werde die Menschen öfter auffordern, sich zu ändern.

Ein gutes Beispiel ist die Sekretärin Sylvia Bloom. Sie kaufte immer eifrig Aktien. Sie baute trotz ihres überschaubaren Gehalts ihr Depot stetig aus. Als sie im Alter von 96 Jahren starb, hinterließ sie über neun Millionen Dollar. Den Löwenanteil stiftete sie per Testament für wohltätige Zwecke. Solche Beispielsfälle gibt es tausendfach in den USA.


tim schaefer (Author)

drucken


thoughts on “100.000 Euro auf dem Girokonto. Wie die Deutschen ihr Geld verschimmeln lassen

  1. IMHAMSTERRADIMHAMSTERRAD

    Olaf Scholz erfindet nicht nur ständig neue Steuern, er lebt den Bürgern auch vor, wie man falsch spart. Er packt sein Geld aufs Sparbuch, hat er der Bildzeitung erzählt. Er sollte die Bürger lieber zu Aktien ermutigen, die Rente ist nämlich tot, sie wird nur noch gelegentlich durch Wiederbelebungsmaßnahmen am Leben erhalten. Der Staat gibt im Jahr von 360 Milliarden Bundeshaushalt allein 100 Milliarden in die Rentenkasse, weil das eingezahlte Geld nicht ausreicht.

  2. AvatarMaximilian

    Hallo Tim,
    durch meinen Beruf habe ich täglich Einblick in die Finanzen bestimmter Leute:
    Ich sehe täglich deutsche Sparer, die fast 400.000 € auf dem Sparbuch haben. 
    Ich sehe aber auch 1x die Woche ein Depot mit über 500t, das über Jahrzehnte gehalten und aufgestockt wurde. Folgende Depotzusammensetzung, ist kein Witz, dieses Depot sehe ich minimum 1x die Woche mit 300000-500000:
    EON, RWE, VW, BMW, DAIMLER, Deutsche Bank, Deutsche Telekom… also wirklich 0 gestreut und selbst diese Personen haben eine wahnsinnige Rendite eingefahren, weil sie über Jahrzehnte diese Aktien halten/gehalten haben.

  3. AvatarDividendensammler

    Die Politiker wollen nicht dass die Bürger ein kleines Vermögen bzw passive Einkommen wie Dividenden haben, denn es ist ihnen lieber man ist von staatlicher Hilfe abhängig denn dann haben sie einen besser im Griff unsere oberste Führung weiss schon wie es geht wurden jahrelang gut angelernt. Dealer und Abhängige das System wollen die und jetzt der Schwachsinn mit der Grundrente. Die leben echt noch im falschen Staat und leider auch in der falschen Zeit. Statt das Land für die Zukunft auszurichten wird nur der Status Quo verwaltet. 

  4. AvatarAndrea

    Wir haben auch einen Bekannten, der große Geldbeträge auf seinem Tagesgeldkonto hat. Aktien will er nicht kaufen, er hat damit mal schlechte Erfahrungen gemacht. Letztendlich ist es sein Geld.
    Meine beste Freundin will auch keine Aktien kaufen, es ist ihr zu riskant. 
    Was will man da machen? 
    Ein anderer Bekannter hat geerbte, teure Kunst zu Geld gemacht und legt das Geld nach und nach am Aktienmarkt an. 
    Jeder muss das machen, womit er sich wohlfühlt.
    Ich fühle mich wohl mit Aktien, seitdem ich meine, verstanden zu haben, wie der Aktienmarkt funktioniert und dadurch, dass ich auch schon andere Assetklassen habe.
     
     

  5. Avatar-M

    Maximilian 
    Haha, ja das kann ich uneingeschränkt unterschreiben, würde noch die CoBa und BASF ergänzen, die meist noch zu dem Auto und Energiemix drinnen liegen im Depot 😀
     
    Habe auch so ein paar Depots, in die ich 1-2x im Jahr reinschaue, um zu sehen was sich geändert hat. Manchmal komme ich mit Kunden ins Gespräch über ihr Depot und ich Frage wieso sie nur deutsche aktien kaufen da es ja noch ganz viele interessante Firmen gibt. Meist ist die Antwort, dass sie ausländischen Firmen nicht vertrauen oder sie es zu riskant finden. 
     
    Wir haben auch einen alten Mann >80 der knapp 100 Unternehmen im Depot hat und auch von den Erträgen lebt zusammen mit seiner kleinen Rente. Er kauft alle paar Monate noch dazu und kennt bestimmt 50 aktien nicht mal die er besitzt 🙂 Wasserstoff,  China , Solar…. alles mögliche gemischt aber da er fast nie was verkauft extrem erfolgreich. Ich glaube, wenn er nur blue Chips hätte, stünde das Depot locker doppelt so gut da (die Verlust Positionen sind alles pennystocks: wir Berlin, alno etc.)
     
    -M

  6. AvatarRüdiger

    Die Politiker wollen nicht dass die Bürger ein kleines Vermögen bzw passive Einkommen wie Dividenden haben,

    Was “die Politiker” wollen, ist mir Wurscht. Ich spare weiterhin, ich investiere weiterhin, mein Depot wächst weiterhin. So einfach ist das  😉

  7. AvatarSparta

    “Die Politiker wollen nicht dass die Bürger ein kleines Vermögen bzw passive Einkommen wie Dividenden haben,”
    Im Umkehrschluss dieser Logik hätten wir Politiker die wollen dass es der Bevölkerung zukünftig schlechter geht…
    Ich denke dies ist zu pauschal und deswegen ein Vorurteil.

  8. IMHAMSTERRADIMHAMSTERRAD

    Leider zählen die meisten Politiker nicht zu den klügsten Köpfen dieser Gesellschaft, sie sind in der Wirtschaft nix geworden, sitzen jetzt in den Parlamenten und mache Gesetze, von denen sie nichts verstehen. Dafür zahlen sie dann Milliarden jährlich an Berater, die einen Berater tricksen die dummen Politiker aus und schreiben die Gesetze wie sie wollen bzw. ihr Arbeitgeber es will und die anderen Berater sind unfähig wie die Politiker.
    https://www.sueddeutsche.de/politik/bundesregierung-berater-vertraege-1.4353627

  9. AvatarGerry

    @ImHamsterrad:
    Genauso sehe ich das auch; man muss sich nur mal die Biografien von Leuten wie z.B. Kevin Kühnert ansehen. Und der größte “Finanz-Experte” ist Minister Scholz, der uns damit tröstet, dass er sein ganzes Geld auf dem Sparbuch hat, und ja auch keine Zinsen bekommt.
    Umgekehrt haben Politiker, die in der Wirtschaft erfolgreich waren/sind schnell den Makel des bösen Großkapitalisten, wie man an Friedrich Merz sehr gut beobachten konnte.
    Typisch Deutschland eben – der Neid sei dir gewiss.

  10. AvatarTomasz

    Mal eine Frage an Tim oder alle anderen, die dieses “Geld versauert auf dem Konto” Thema immer wieder heranziehen: Was soll mit dem ganzen Geld eurer Meinung nach passieren, nachdem es gegen Aktien getauscht wurde? Das verschwindet schließlich nicht, es sauert nur bei jemand anderem weiter.
    Geht es darum, die Aktien nur breiter in der Bevölkerung zu verteilen? Sollen Aktienbestände aus dem Ausland wieder nach Deutschland geholt werden? Ich verstehe diese ganze Forderung nicht so richtig.

  11. AvatarRüdiger

    @Sparta: Ich denke dies ist zu pauschal und deswegen ein Vorurteil.
     
    So pauschal kann man das aber nicht sehen. Die besten Politiker und die besten Fußball-Trainer sitzen zu Hause auf den Sofas, wo sie keinerlei Verantwortung tragen, aber alles besser wissen  😉

  12. AvatarStefan Müller

    Interessant finde ich, dass der aktuelle Kompromiss zur Grundrente mit der neuen Transaktionssteuer finanziert werden soll.
    Also, wer selbst vorsorgt finanziert wird zusätzlich bestraft.
     

  13. AvatarRS

    Über Politiker und deren Entscheidungen zu disskutieren ist meist verschwendete Lebenszeit. Kenne es aus meinem Bekanntenkreis. Da wird gefachsimpelt über Gesetze und deren Auswirkungen aber wenn nur 10% der Zeit mal in ein gutes Buch oder Video über Aktien und Etf Anlage investiert werden würde müssten viele nicht so große Sorgen vor der Zukunft haben. Politiker kommen und gehen aber die Realität sieht man später auf dem Kontostand.

  14. AvatarDaniel

    Warum sollte Olaf Scholz sein Geld in Aktien anlegen? Er hat keinen Grund ins Risiko zu gehen. 
    Er wird eine üppige Pension beziehen, wird im Alter finanziell sorgenfrei leben können. Schon jetzt kann er Dank Zulagen und Kostenübernahme etc. den Großteil seines Einkommens zur Seite legen. 
    Und natürlich ist ihm Dank der neuen Finanzmarkttransaktionssteuer sehr lieb, wenn möglichst viele in Aktien, ETFs und Fonds anlegen. 
     

  15. Avatarsteve

    @ Tomasz
    Vermutlich wären Aktien ein bisschen teurer. Wieviel sehr schwer rauszubekommen. Kannst ja selbst schauen ob du rausbekommst welchen Anteil an den Kursen die Bank of Japan an den japanischen Kursen hat. Die absolute Größe wird schwierig, die Vermutung ist, dass sie durch das Zentralbankgeld höher sind. Einfach nach dem Motto mehr Nachfrage erzeugt einen höheren Preis. 

  16. AvatarMichi

    “Und der größte “Finanz-Experte” ist Minister Scholz, der uns damit tröstet, dass er sein ganzes Geld auf dem Sparbuch hat, und ja auch keine Zinsen bekommt.”
    Das hat der Scholz zwar gesagt, aber ob das stimmt, bin ich mir nicht so sicher… Er sagt es halt, dass der deutsche Michel beruhigt ist. Er darf es vielleicht nur nicht zugeben als Roter. Sonst gehts ihm medial wie dem Herrn Merz…
     

  17. Avatar-M

    @Thomasz
    Ich denke Tim und viele andere sind der Meinung, dass Geld auf dem Konto keine Erträge liefert und die Inflation daran knabbert. 
    Im aktien investiert, besitzt man produktivkapital, welches sich durch Erträge etc. hoffentlich vermehrt 🙂 
     
    Nur sind wir nicht alle gleich und der eine möchte oder benötigt mehr auf dem Tagesgeld als andere und andere wiederum möchten gerade nicht alles angelegt haben am Kapitalmarkt. Jeder überlegt für sich seine Strategie.
    -M

  18. AvatarSparta

    Naja, der Friedrich hat es selbst mit einer seiner schwächeren Reden versemmelt. 
    Trotzdem ist er noch nicht komplett abgeschrieben und der wirtschsftsliberalere Flügel in der CDU ist auch nicht klein… 
    Politiker müssen aber die gesamte Bevölkerung vertreten. Die Aktien-fanboys sind auch nur ein Teil…
    Wenn jemand sich etwas aufbauen will, dann soll man sich doch besser auf die direkt beeinflussbaren Möglichkeiten konzentrieren, als schon im voraus die anderen Schuldigen zu deklarieren, wenn man es selbst nicht schafft.
    Andere Eltern müssen über Leichen steigen um ein bisschen was zu Essen zu bekommen (Alfonso Davies).

  19. AvatarDividenden Sammler

    Wenn die aktionärsquote in Deutschland signifikant steigen würde (70%) dann bräuchten diese Bürger die Almosen (Hartz, Grundrente) nicht mehr.
    Denn dann würden alle von der wachsenden Wirtschaft profitieren aber der Staat unternimmt alles um dies zu verhindern.
    Auf der einen Seite wollen wir wachsende UN und gute Löhne aber dann führen wir eine finanztransaktionssteuer ein die Aktien belastet aber keine hebelprodukte die das Chaos anrichten. 
    Da bleibt einem nix anderes übrig sich selbst Gedanken zu machen, sich weiterbilden und sein eigenes System durchziehen und hoffen das die Aussetzer in der Politik nicht zu groß werden und wir hoffentlich nicht noch weiter nach links rutschen, denn das wäre für die arbeitende Bevölkerung eine weitere Niederlage.
    Der Spruch Arbeit muss sich lohnen der sollte auch für später noch gelten und wenn ein System kaputt ist hilft es nix daran rumzubasteln, unsere Sozialsystem muss von Grund auf neu gedacht werden nur so wird es zukunftsfähig. Aktien sind eben auch ein teil dieser Zukunft.

  20. AvatarThomasH

    Friedrich Merz würde keine Chance haben bei einer Wahl. Die Deutschen ordnen ihn leider den Heuschrecken zu und haben kein Verständnis für sein Einkommen, sein Vermögen und seinen aktuellen Arbeitgeber. Dazu würde würde dies noch von den Medien entsprechend ausgeschlachtet werden.
    Olaf Scholz dagegen mit seinem Sparbuch, das ist einer aus dem Volk, ihm gehts genauso wie den anderen eifrigen Sparern, die keine Zinsen mehr bekommen.
    Leider ist das so, aber dieses Denken über Aktien (und die dazugehörige Neidkultur) werden wir den Deutschen in 50 Jahren noch nicht austreiben können.

  21. AvatarRüdiger

    @Sparta: Wenn jemand sich etwas aufbauen will, dann soll man sich doch besser auf die direkt beeinflussbaren Möglichkeiten konzentrieren, als schon im voraus die anderen Schuldigen zu deklarieren, wenn man es selbst nicht schafft.
     
    Eine Empfehlung, der ich mich vorbehaltlos anschließe. Hierzu nötiges Know-How wird auf dieser Seite ja auch vermittelt.

  22. AvatarMike

    Der Versuch, die Deutschen zum Investieren in Aktien zu bewegen, ist leider zum Scheitern verurteilt. Ich merke das immer in meinem Umfeld: “Zu riskant, zu kompliziert, usw.” Bloß nicht mal ein bisschen über die eigenen Finanzen nachdenken.
     
    Uns bleibt letztlich nur, über Blogs wie diesen, die Leute aufzuklären. Interessierte werden dann eine immer größere Vielfalt an nützlichen Informationen zum Thema Börse und Finanzen vorfinden. Wer weiß, vielleicht steigt die Aktienquote in DE dadurch doch noch um das eine oder andere Prozentpünktchen.

  23. AvatarSparta

    @ThomasH
    Ob der Herr Merz keine Chance hätte und der Herr Scholz plötzlich viele Stimmen für die SPD holen würde kann ich nicht beurteilen.
    Die Sehnsucht nach einem konservativeren, wirtschaftsfreundlicheren und klareren erkennbaren Kurs der CDU nach langer Zeit mit Mutti & Groko ist schon durchaus nicht klein…
    Ich denke auch, dass Merz mehr Potential hätte wieder die “normal konservativen” von der AfD zurück zu holen im Gegensatz zur Frau Karrenbauer.
    Aber gut, Politik ist nicht so mein Thema und jeder kann & soll wählen welche Versprechen er für realistisch erfüllbar hält!
    Groß beeinflussen tut es mich nicht, da ich nur aus den vorhandenen Rahmenbedingungen versuchen muss, dass Beste zu machen.

  24. KievKiev

    @ Finanzielle Bildung
    Ich habe um die Jahrtausendwende mein Abi gemacht. In Sozialwissenschaften haben wir damals die Börse betrachtet und auch an einem Börsenspiel teilgenommen. Vielleicht hat man bereits im Jahr 2000 davon Abstand genommen. Es hat mir zu dem Zeitpunkt allerdings nichts gebracht. Ein wesentlicher Aspekt für ein nachhaltiges Engagement an der Börse ist die Verwendung von echtem Geld. Durch nicht vorhandene Einnahmen hätte ich keinen Sparplan aufsetzen können. Ein Sparplan ist vermutlich mit langfristiger Perspektive das sinnvollste Instrument um an der Börse zu beginnen. Dividenden gefallen mir persönlich sehr gut, allerdings sind sie für Schüler nicht unbedingt motivierend. Falls sie eine Aktie mit einem Sparplan über ein Jahr bis vielleicht 500€ aufbauen, ist die zu erzielende Dividende nicht unbedingt motivierend.
     
    Entscheidender finde ich das Sparen an sich (Notgroschen, Vermögen entspricht Unabhängigkeit, Haushaltsbuch). Vielleicht auch die Modelle, wie man mit einem Sparplan langfristig ein Vermögen aufbauen kann. Hier sollte am Ende die Millionen stehen. Es ist zwar nur eine Zahl, aber sie kann motivieren. Selbst wenn die Schüler keine Ahnung haben, wie viel Geld sie überhaupt benötigen (werden).
     
    Ich hatte zu dem damaligen Zeitpunkt durch meine Kommunion und ein paar Schülerjobs ein wenig Geld angespart. Davon habe ich leider Aktien gekauft. Ein Sparplan mit langsamen Einstieg wäre sicher die bessere Variante gewesen. Auch wenn statistisch in den meisten Fällen der direkte Einstieg vorne liegt, so sieht es in der Realität vielleicht anders aus.
     
    Nach zwei Jahrzenten Pause bin ich nun wieder langsam eingestiegen. Ich gehe wie die Crash Propheten davon aus, dass es in irgendeiner Form über einen Zeitbereich bitter werden kann. Diesmal werde ich allerdings weiter kaufen. Solange ich zumindest über ein Gehalt verfüge, ist dies im Gegensatz zu damals für mich möglich. Mein Geld soll hauptsächlich in Produktivkapital investiert sein.
     
    Ich kann mir auch vorstellen einen Teil des Vermögens lediglich in wert-speichernden Anlagen zu halten. Dazu muss allerdings die FF übertroffen sein. Dann kann ich mir diese zusätzliche Sicherheit leisten, wenn es mir beispielsweise einen besseren Schlaf bringen könnte.

  25. AvatarOliver

    @ ThomasH: “Friedrich Merz würde keine Chance haben bei einer Wahl.”
     
    Ich hoffe doch inständig, dass das so ist. Jetzt mal im Ernst: habt Ihr den Schuss nicht gehört? Der Herr Merz ist sicherlich kein Philanthrop, der nur das Beste für die Bürger will. Er will das Best VON den Bürgern: nämlich deren Kohle.
    Mit ihm an der Spitze wären wir verraten und verkauft an die Hochfinanz. Dann mag man hier jubilieren, da man seine passiven Einkommensströme nicht mehr versteuern muss. Der Sozialstaat wird jedoch noch weiter als bisher runtergefahren und letztendlich gilt dann der Spruch mehr als je zuvor: “nur Reiche können sich einen armen Staat leisten.”
    Wehe dem der krank wird, oder andere Schicksalsschläge erfährt.
    Seit dem letzten Absturz vor ca. 10 Jahren hat sich nichts wesentliches in der Bankenregulierung geändert. Ich befürchte daher, dass der nächste Crash umso heftiger werden wird.
     
    @Dividendensammler: “Wenn die aktionärsquote in Deutschland signifikant steigen würde (70%) dann bräuchten diese Bürger die Almosen (Hartz, Grundrente) nicht mehr.”
    Genau… und jetzt erklär doch mal dem Heer von Niedriglöhnern, dass sie doch einfach nur in Aktien machen müssten, und alles sei kein Problem mehr. Und jetzt soll mir hier keiner kommen, dass man 25 € für nen Sparplan ja wohl noch aufbringen kann. Wenn man Aufstocker ist, oder sonstige Transferleistungen bezieht, geht das eben nicht. 
     
    @Dividendensammler: “Denn dann würden alle von der wachsenden Wirtschaft profitieren aber der Staat unternimmt alles um dies zu verhindern.”
     
    Na jetzt bin ich aber gespannt. Alle machen in Aktien und zack: die Wirtschaft wird wachsen. Wie funktioniert denn das bitteschön?
     
     
     

  26. AvatarThomas

    @Oliver “Na jetzt bin ich aber gespannt. Alle machen in Aktien und zack: die Wirtschaft wird wachsen. Wie funktioniert denn das bitteschön?”
    ich glaube das hast du anders verstanden als es von @Dividendensammler gemeint war. Er meint, dass die Wirtschaft auf lange Sicht grundsätzlich wächst. Der Arbeitnehmer der auf das Umlagesystem Rente setzt aber nicht davon profitiert. D.h. das Wirtschaftswachstum findet nur zu Gunsten derer statt, die auf Unternehmer/Arbeitgeber Seite stehen. Arbeitnehmer die Aktien besitzen stehen mehr oder weniger auf Unternehmerseite und profitieren somit vom Wirtschaftswachstum. Je mehr Aktien ein Arbeitnehmer besitzt um so stärker ist der Effekt.
     

  27. AvatarMattoc

    Ich denke Tim und viele andere sind der Meinung, dass Geld auf dem Konto keine Erträge liefert und die Inflation daran knabbert. Im aktien investiert, besitzt man produktivkapital, welches sich durch Erträge etc. hoffentlich vermehrt ? 
    M, die Antwort passt nicht zur Frage, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Frage, die ich verstanden habe, lautet: Wenn nun alle ihr Geld von den Tagesgeldkonten räumen und dafür Aktien kaufen, dann überträgt man beim Kauf der Aktien das Geld an den Verkäufer der Aktien, und dieser muss dann ebenfalls schauen, was er mit dem Geld macht. Nach der hier vorherrschenden Logik, darf ja auch der Verkäufer der Aktien das Geld dann nicht aufs Tagesgeldkonto legen. Durch den Kauf der Aktien überträgt man nur das Geld auf jemand anderen, und irgendeiner wird es dann wohl aufs Tagesgeldkonto legen, wenn ihm alle Sachwerte zu teuer sind. 🙂

  28. AvatarDividenden Sammler

    @Oliver:
    Beim ersten Punkt liegt das Problem ebenfalls in unserer politischen Führung. Es benötigt niemand Hartz 4 oder andere Transferleistungen vom Staat. Wenn vernünftige Löhne bezahlt werden würden, genau wie 450€ Jobs abgeschafft sollten wenn man gleichzeitig mit Steuerklasse 6 versteuern muss. Ein ordentlicher Mindestlohn wäre für unser Wirtschaftssystem kein Problem solange die unnötigen Sozialsysteme komplett neu aufgestellt werden würden damit die Menschen Hilfe bekommen die wirklich Hilfe brauchen und eben nicht wie aktuell Millionen von Empfängern die das System missbrauchen.
    Punkt zwei @thomas genau so siehts aus.
    Denn alle politischen Rahmenbedingung der Vergangenheit wurden auf wirtschaftliches Wachstum versucht auszurichten. 
    Wenn Mitarbeiter an Unternehmen beteiligt sind dann wird auch ein Großteil von denen bei der Arbeit auch wirtschaftlicher Denken und nicht wie jetzt ist ja nicht mein Geld was für Schwachsinn ausgegeben wird, dies würde auch die Produktivität und Effizienz jedes UN steigern davon bin ich vollkommen über zeugt.
    Selbst die Klimaziele würden durch ein gesteigertes Engagement der Mitarbeiter eher erfüllen da die Kreativität und die Innovationen ebenso steigen würde.
    Aber ich bin hält nur ein kleiner böser Kapitalist in diesem bösen System, was weis dennoch schon wie die große Welt funktioniert.

  29. AvatarDaniel

    Mit ihm an der Spitze wären wir verraten und verkauft an die Hochfinanz. Dann mag man hier jubilieren, da man seine passiven Einkommensströme nicht mehr versteuern muss. Der Sozialstaat wird jedoch noch weiter als bisher runtergefahren und letztendlich gilt dann der Spruch mehr als je zuvor: “nur Reiche können sich einen armen Staat leisten.”
    vielleicht habe ich eine etwas falsche Wahrnehmung, aber meiner Meinung nach ist es insbesondere der ausufernde Sozialstaat mit allen seinen Geschenken, Subventionen und Ausgaben der zu einem massiven Problem geworden ist.
    Plakativ kann ich nur sagen, dass zwar bei einem umgreifenden Kapitalismus die Schere zwischen arm und reich weiter aufgehen kann (und vermutlich auch wird). Aber es ist schlicht egal, ob der Millardär innerhalb von 2 Jahren sein Vermögen verfünfacht, wenn für den normalen Arbeiter der Lohn von 50.000 Brutto auf 70.000€ ansteigt. Und erst ein reicher Staat mit reichen Bürgern kann es sich leisten auch den ärmeren in der Gesellschaft hilfe zu leisten.
    Wir verfangen uns leider immer weiter in einem Interventionismus und Umverteilungsstaat der alle Leistungsträge (zumindest steuerlich) aus dem Land vertreibt. Der Kuchen des Geldes der verteilt werden kann wird also immer kleiner. Und das sehen wir heute schon an der Rente und das wird sich auch in den nächsten Jahren in zig anderen Bereichen niederschlagen wenn die sprudelnden Steuereinnahmen mal etwas versiegen.
    Merz ist sicherlich nicht der heilige Gral der CDU für den ihn viele halten, aber eine wesentlich konservative und marktwirtschaftliche CDU ist genau das, was ich von dieser Partei erwarte und was sie auch mal war. 

  30. JosefJosef

    Habe heute bemerkt dass ich eigentlich eine negative Rendite habe.Wenn ich Steuern, Gebühren alles einrechne, habe ich in 5 Jahren eine negative Gesamtrendite. Geht es noch anderen so wie mir?
    Klar werde ich nichts Verkaufen und Nervös bin ich auch nicht.
    Bei mir wäre aber die Rendite besser gewesen auf dem Girokonto.
    Nach den ganzen Crash Gurus kommt ja bald der Crash. Falls dieser wirklich kommt gibts ja für die Girokontosammler gute Einstiegschancen.
    In meinen Augen gibt es kein richtig und falsch. Nur im richtigen Moment das richtige zu tun. Vielen Finanziell freie, sind eigentlich vielfach ein “Narr des Zufalls”, nun weiss ich aber nicht mehr woher ich das habe.
    Wünsche allen Erfolgreiches investieren
     
     

  31. Avatar-M

    @Mattoc
    Ok ja das kann wohl so gemeint gewesen sein 🙂 
    Je mehr Geld an die Börse fließt, desto mehr steigen die Kurse, bis die Leute anfangen das Geld aufs Tagesgeld zu legen, in Verbindung mit einem schwarzen Schwan dann oft im Crash endet.
    Irgednwann wollen alle den vollen Raum verlassen und aus der dann viel zu kleinen Türe raus 🙂
     
    -M

  32. AvatarDanielKA

    Naja Oliver, wie wär es mal mit Fakten. Vom Haushaltentwurf 2020 mit einem Volumen von 362,2 Mrd. EUR gehen 148,8 Mrd. nur in den Bereich Arbeit und Soziales. (dann kommen noch Familien, Jugend, Gesundheit usw. hinzu). Für Bildung und Forschung ist kein Geld da.

    “Insgesamt steigen die Sozialausgaben des Bundes über alle Ministerien hinweg von derzeit 179,5 Milliarden Euro auf knapp 200 Milliarden Euro bis 2023. Lag der Anteil seit Jahren bei etwa 50 Prozent, mit nur sachter Tendenz nach oben, werden es nach der Finanzplanung 2023 nahezu 53 Prozent sein. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf den Steuerzuschuss für die gesetzliche Rentenversicherung. Dazu kommen Zuschüsse zur Krankenversicherung oder familienpolitische Leistungen.”
    https://www.tagesspiegel.de/politik/der-verteilungsstreit-beginnt-sprengen-die-sozialausgaben-den-bundeshaushalt/24126256.html
    Das war nur die Bund Betrachtung, viele Sozialleistungen sind ja noch auf Länder- bzw. kommunaler Eben zusätzlich vorhanden, was den Betrag noch deutlich erhöhen würde.
     

  33. Avatar42sucht21

    @Falls {der Crash} wirklich kommt gibts ja für die Girokontosammler gute Einstiegschancen.
    Tja, die Chance hätten sie theoretisch aber in der Realität wird kaum jemand genau im oder bald nach dem Crash Aktien kaufen der vorher keine hatte. Zu viele psychiologische Hürden. Entweder man ist (fast) immer investiert oder man wartet immer ab. Für die Zögerer ist nie ein guter Einstiegszeitpunkt, es könnte ja immer besser sein zu warten.

  34. Der BaumDer Baum

    @ Josef, ich hab meinen ersten Kauf Anfang 2017 getätigt.
    Seither habe ich Kursentwicklung+Dividende-Gebühren-Steuern (hab ich glaub noch garkeine bezahlt wegen dem Freibetrag, Quellsteuer ausgeschlossen)- Inflation eine einstellig positive Gesamtrendite.
    Allerdings sind diese erst in den letzten 3 Monaten zustande gekommen. Davor war ich, wie du, im Minus. Mit einem MSCI World wäre ich besser gefahren die letzten 3 Jahre.
     
    Ich hab dafür zwei Erklärungen: 
    1. Ich hab gekauft während ich noch weitgehend ahnungslos war, zähle es also als Lehrgeld. Hier ist z.B. Steinhoff als Zock und Kraft-Heinz mit herben Absturz mit drinnen. Diese sind die primären Renditekiller.
    2. Der Theorie nach sind Value Aktien im steigenden Märkten schwächer. 
    https://www.nzz.ch/finanzen/fonds/value-investing-warum-funktioniert-warren-buffetts-superstrategie-nicht-mehr-ld.1492085
    Meine erste Lernphase geht jetzt so langsam dem Ende zu, ich weiß jetzt mal die Basics zum Thema und hab auch meine ersten Erfahrungen gemacht. Mal sehen wie’s weiter geht.
    Grüße Baum

  35. AvatarThomas

    @Joseph, ich kenne die Strategie nicht die du umsetzt. Evt. solltest du diese mal auf den Prüfstand stellen!?
    Zumindest der MSCI World Index hat in 5 Jahren 60% zugelegt.
    https://www.justetf.com/de-en/etf-profile.html?isin=IE00B0M62Q58&tab=chart
     
    Es soll ja Leute geben die den Markt schlagen. Ich bin davon überzeugt, dass es die gibt. Und du Joseph, bist der Beweis dafür. Denn nur wenn es Anleger gibt die den Markt nicht schlagen kann es auch Anleger auf der anderen Seite des Durchschnittes geben.
    Das ist hart, aber es ist die Realität.

  36. AvatarKia

    “Und jetzt soll mir hier keiner kommen, dass man 25 € für nen Sparplan ja wohl noch aufbringen kann.”

    Ja genau, man kann es nicht nur sondern man muss es!

    Es sind doch gerade die Geringverdiener, die bei ungeplanten Geldforderungen, ohne Rücklagen, sofort den Boden verlieren. Selbst bei Hartz 4 gibt es einige tausender an Freibeträgen. Die würde ich erstmal ausschöpfen mit genau solchen 25€ Sparplänen.
    Wir haben die letzten sieben Jahren gespart und dabei unter Hartz4 gelebt. Am “Monatsanfang” liefen Sparpläne und zum “Monatsende” habe ich versucht möglichst viel Geld über zuhaben um das dann auch noch zu sparen. Im letzten September habe ich unser System umgestellt und mich dabei an die Hartz4 Sätze orientiert, 400€ pro Erwachsenen und 250€ je Kind. Jetzt verbleiben auf dem Giro nach Miete, KK, eben diese Sätze und der Rest wandert automatisch im Depot und Tagesgeld. In Summe sparen wir dadurch nun weniger und nach dem ersten Monat ist es mir schwer gefallen das überschüssige Geld nicht doch wegzusparen. Wir werden damit aber erstmal unseren Hausstand ausbessern und dann für einen Urlaub sparen.
    Es lebt sich wirklich sehr viel besser mit Rücklagen, auch als Nichtgutverdiener. Ich kann nur jeden Gringverdiener empfehlen zu sparen was das Zeug hält. Mit der Zeit ergeben sich bestimmt noch mehr Möglichkeiten.

    P.s. Einen Herrn Merz wünsche ich mir allerdings auch nicht.  🙂

  37. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Maximilian und -M
     
    Danke für eure Einblicke in echte Depots. Sehr interessant, die Realität. Deckt sich mit den Infos, die ich bei Erichsen mal über das durchschnittliche deutsche Portfolio aufgeschnappt habe. Incl. mieser Renditen. Bemerkenswert allerdings, was über die Dekaden für Ergebnisse zustande kommen (die erwähnten Titel haben auch schon bessere Zeiten gesehen), wenn man einfach durch alle Börsenphasen hindurch die Füße still hält.
     
    Wasser auf die Mühlen. Kaufen, halten, abwarten – das Aktienvermögen wächst mit der Zeit.
     
    @ Joseph
     
    Laut Portfolio Performance komme ich auf 12,5% p.a. (IZF) in den letzten 5 Jahren. So weit ich es überblicke, incl. Gebühren und Steuern.
     
    Wie ist denn dein Portfolio bestückt, dass du so mies abschneidest? Lief doch im Allgemeinen sehr gut die letzten Jahre. Und wie steht es um die Handlungsfrequenz? Ich kaufe vielleicht zehn mal im Jahr. Da kommen nicht viele Gebühren zusammen (so um die 0,05% vom Depotwert).
     
    @ Kia

    Beachtlich! Glückwunsch.

    So haben wir das auch als “arme” Studenten gemacht.

  38. AvatarClaus

    @ Josef
     
    Wie ist denn Dein Depot strukturiert, welche Werte enthält es?
     
    3 ganz entscheidende Punkte für die Depot-Performance sind:
     
    1. Die Positionsgrößen. Hierüber denken oft nicht einmal (erfahrene) Portfoliomanager nach!!
     
    2. Risikokontrolle. Hiermit meine ich, dass man Positionen, die im Verlust liegen, nicht uneingeschränkt weiterlaufen lassen sollte. Das kann verheerend werden! Es ist etwas anderes, bei z.B. -25% eine Position zu verkaufen, als daran festzuhalten und 80 oder gar 90% ins Minus zu rutschen. Es reichen in diesem Fall rund 33% um diesen Verlust wieder aufzuholen. Das sollte bei einem gut strukturierten Depot kein Problem sein.
    Hast Du z.B. Positionsgrößen von jeweils 4% Deiner Anlagesumme (=25 Aktien insgesamt), verlierst Du max. 1% Deiner Depotsumme, wenn mal eine Position tatsächlich 25% gefallen ist und Du verkaufst.
     
    3. Diversifikation, wie hier so oft beschrieben. Branchen, Währungen/Länder…
     
    Mein Depot hat sich seit Anfang 2014 von 287k auf 646k mehr als verdoppelt. Eingezahlt habe ich 2015 45k und 2016 20k, seitdem zahle ich nichts mehr zusätzlich ein. Alle Dividenden wurden stets reinvestiert, aber immer nur in m.E. erstklassige Werte, die gerade “in Ungnade” gefallen sind, aber langfristig steigende Gewinne ausweisen (solides Geschäftsmodell).
     
    Ich investiere ausschließlich in Einzelaktien und habe keine ETFs, Zertifikate, Edelmetalle oder Sonstiges. Von meinen 27 Positionen ist nur eine mit knappen 6% im Minus.
     
    LG und hoffentlich mehr zukünftigen Erfolg für Dein Depot!

  39. Mark85Mark85

    An Tomasz: Du hast recht. Weder fließen Gelder in die Aktienmärkte hinein noch heraus, weil jedes Mal nur ein Aktivtausch zwischen Wertpapier und Buchgeld stattfindet.

    Deswegen ist es in der Tat unsinnig davon zu reden, dass jeder nur Aktien zu kaufen bräuchte. Es braucht auf der anderen Seite immer jemanden, der unser Geld im Tausch haben möchte.

    Wenn es mal wieder in reißerischen Schlagzeilen heißt, dass X Milliarden Euro in den Markt gepumpt oder durch Kursstürze verbrannt wurden, sollte man sich an diesen einfachen Sachverhalt erinnern. Es haben sich lediglich die Bewertungen durch das Angebot-und-Nachfrage-Verhältnis verändert. 😉

  40. AvatarKrizzKrozz

    @42sucht21: Vielen Dank für Ihre Tipps kürzlich zum Thema Immobilien.

    @ Diversifikation: Gehört Eurer Meinung nach in jedes Depot ein REIT – neben ETFs und Einzelaktien? Wenn ja, welche US- oder World REITs habt Ihr bzw. könnt Ihr empfehlen? Bei den ETFs habe ich einen guten Überblick gewonnen, tue mir aber aktuell bei den REITs noch etwas schwer. 

    @ Bruno: Schade, dass Sie sich verabschiedet haben – Ihre Kommentare haben zur Qualität dieses Blogs beigetragen. 

  41. Mark85Mark85

    Was ich noch anfügen wollte: Viele aktive Privatanleger in Einzelaktien sind sich dieser Tatsache nicht bewusst oder wollen diesen Zusammenhang nicht verstehen.

    Auf der anderen Seite gibt es immer jemanden, der im Zweifel vom genauen Gegenteil ausgeht. Daher sollten sich jene Anleger fragen: Bin ich bei jedem Handel wirklich schlauer als meine Gegenpartei(en)?

    Ein passiver Anleger in Weltindizes braucht dagegen nur eine Annahme zu treffen: Gehe ich langfristig von einer sich positiv entwickelnden Weltwirtschaft aus? Falls ja, sollte ich Geld investieren.

  42. AvatarDaniel (Frankfurt)

    @Josef
    Finde es toll und mutig von Dir, dass Du offen darüber sprichst, dass Dein Depot im Minus ist. Im Netz liest man ja sonst nur von Immer-Gewinnern.
    Selbst der böse Dax voller Rohrkrepierer hat in den letzten 5 Jahren 40% zugelegt. Klar, wenn man jetzt blöderweise 2017 oder 2018 eingestiegen ist, steht man gerade bei +/- Null. 
    Wie sieht denn Dein Depot aus? 

  43. Mark85Mark85

    An Daniel (Frankfurt): Das ist mit allem so. Die vielen Erfolglosen melden sich aus Scham nicht oder weil sie innerlich mit der Sache abgeschlossen haben. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild in der öffentlichen Wahrnehmung.

    Auf der anderen Seite sollte man bei den vermeintlich Erfolgreichen nicht nur von Glück ausgehen, weil man nicht weiß, wie viele andere Dinge sie vorher ergebnislos ausprobiert haben.

    Ich kann nur von mir schreiben: Ich probiere gern möglichst viele Ideen aus, um meine Wahrscheinlichkeit auf einen Volltreffer zu erhöhen. Wenn von 10 meiner Ideen 4 baden gehen, 4 sich einigermaßen entwickeln und 2 wie eine Bombe einschlagen, bin ich bereits zufrieden. Diese Zahlen sind fiktiv, aber jeder weiß, was ich damit aussagen möchte. 🙂

  44. AvatarOliver

    @DanielKA: Fakten? Aber sehr gerne doch!
    Absolute Zahlen zu nennen, ist völliger Unsinn, und dennoch nutzen das die Mainstreammedien sehr gerne, um gegen den Sozialstaat mobil zu machen. Einzig der prozentuale Anteil am BIP macht hier Sinn. 53 % gehen laut Tagesspiegel in den Bereich Arbeit und Soziales.
    Nun bekommt man den Eindruck, D gäbe 53 % für Transferleistungen, bzw. Soziales aus. Das ist natürlich falsch. Hier kann man es für die letzten beiden Jahrzehnte schön sehen: https://de.statista.com/infografik/10536/sozialausgaben-in-deutschland/
    Was genau in den 53 % drin steckt mag der Tagesspiegel nicht erklären. Es geht auch um deutlich mehr Geld…. wir sprechen mittlerweile von 1 Billion und mehr wenn wir von Sozialleistungen reden.
    Das sind nur die Zahlen. Stellt sich mir aber die Frage: Was willst Du mir mitteilen?
     
    @Kia:
    Schonvermögen ist 5.000,00 €. Schön, wenn man sie hat. Für die eigene Vorsorge im Alter, taugt das nicht. Und darum geht es ja gerade.
     
    @Daniel: “vielleicht habe ich eine etwas falsche Wahrnehmung, aber meiner Meinung nach ist es insbesondere der ausufernde Sozialstaat mit allen seinen Geschenken, Subventionen und Ausgaben der zu einem massiven Problem geworden ist.”
    Ich verweise auf die oben verlinkte Statistik. Er ufert nicht aus, sondern ist in den letzten 10 bis 15 Jahren stabil bei ca. 29 % gewesen.
    Was in den Medien übrigens gar nicht berichtet wurde: zum 01.01.2019 wurde der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2,6 Prozent gesenkt. Und nun nochmal um 0,1 Prozent. Im Koalitionsvertrag waren 0,3 Prozent vereinbart. Da hat man die gesetzliche Rente eben mal um über 7 Mrd. € geprellt: https://www.taublog.de/191110grundrente-die-spd-verhandelt-weiterhin-schlecht
     Ich finde es ja schon fast witzig, wenn es nicht so traurig wäre: Man senkt die gesetzliche Rente seit 1990 um 7 Prozentpunkte ab und dann meckert man darüber, dass sie nichts mehr taugt. Klar.. ich kann mir auch selbst die Beine absäbeln und mich dann darüber beschweren, dass ich nicht mehr laufen kann.
     
    @Daniel: “Aber es ist schlicht egal, ob der Millardär innerhalb von 2 Jahren sein Vermögen verfünfacht, wenn für den normalen Arbeiter der Lohn von 50.000 Brutto auf 70.000€ ansteigt.”
    Nein, das ist es eben nicht! Die Kohle fällt doch nicht vom Himmel! Und normale Arbeiter/ Arbeitnehmer mit 50.000 €? Ja ne, is klar. Und der soll dieses Gehalt dann auch noch um knapp 50 % steigern? Wo lebst Du?
     
    “Und erst ein reicher Staat mit reichen Bürgern kann es sich leisten auch den ärmeren in der Gesellschaft hilfe zu leisten.”
    Das ist eine sehr ungenaue Beschreibung. Die reichen Bürger machen den Staat ja nicht reich, wenn er sich von denen nicht die Kohle holt. Und genau das muss er doch. Derzeit holt er sie sich jedoch woanders: nämlich bei der Mittelschicht, also auch dem Großteil der hiesigen Forenbesucher.
    Was willst Du außerdem sagen? Dass wir keine Transferleistungen zahlen können, wenn wir die Kohle nicht haben? Sicherlich korrekt, aber für neue Panzer und co. ist das alles kein Problem, oder wie? Und wieso gibt’s keine Bedürftigkeitsprüfung, wenn ich mir die Förderung für ein eAuto kralle? Oder Baukindergeld? Da ist es dann in Ordnung, schließlich gibt man das Geld so keinem armen Schlucker, sondern jemandem der ohnehin Geld hat.
    Ich ziele zudem auch gar nicht auf die Transferleistungen ab, falls Du es nicht gemerkt haben solltest. Wenn Du mit nem Blinddarmdurchbruch (was ich Dir sicher nicht wünsche!) in der restlos überfüllten Notaufnahme sitzt, bekommst Du vielleicht ne Idee was ich meine.
     
    “Der Kuchen des Geldes der verteilt werden kann wird also immer kleiner. Und das sehen wir heute schon an der Rente und das wird sich auch in den nächsten Jahren in zig anderen Bereichen niederschlagen wenn die sprudelnden Steuereinnahmen mal etwas versiegen.”
    Das stimmt doch gar nicht. Er wird größer, oder hab ich das mit dem Wachstum falsch verstanden? 
    Da ist es wieder: Die Rente kastrieren und sich dann beschweren, dass sie nix mehr taugt.
     
    @Dividendensammler: “es benötigt niemand Hartz 4 oder andere Transferleistungen vom Staat. Wenn vernünftige Löhne bezahlt werden würden, genau wie 450€ Jobs abgeschafft sollten wenn man gleichzeitig mit Steuerklasse 6 versteuern muss. Ein ordentlicher Mindestlohn wäre für unser Wirtschaftssystem kein Problem”
    Nun, dass die niemand benötigt stimmt natürlich nicht.
    Dass die Löhne zu niedrig sind, ist ein ganz elementarer Punkt! Gib den LEuten mehr Geld, dann sind sie nicht auf Transferleistungen angewiesen und eine auskömmliche Rente kommt auch noch bei rum. Siehe Österreich.
     
    “solange die unnötigen Sozialsysteme komplett neu aufgestellt werden würden damit die Menschen Hilfe bekommen die wirklich Hilfe brauchen und eben nicht wie aktuell Millionen von Empfängern die das System missbrauchen.”
    Du behauptest also Millionen von Menschen würden das System missbrauchen? Ich sage: Du hast keine Ahnung, dass das so ist.
    Ich behaupte: es gibt sicherlich Menschen, die das System ausnutzen. Aber die meisten leiden einfach nur darunter.
     
    “Wenn Mitarbeiter an Unternehmen beteiligt sind dann wird auch ein Großteil von denen bei der Arbeit auch wirtschaftlicher Denken und nicht wie jetzt ist ja nicht mein Geld was für Schwachsinn ausgegeben wird, dies würde auch die Produktivität und Effizienz jedes UN steigern davon bin ich vollkommen über zeugt.”
    Na auf geht’s Genosse. Machen wir die AG’s nieder und gründen Genossenschaften! Wenn, dann richtig. 😉
     
    “selbst die Klimaziele würden durch ein gesteigertes Engagement der Mitarbeiter eher erfüllen da die Kreativität und die Innovationen ebenso steigen würde.”
    Ach shit…. du nimmst mich hier doch auf den Arm und ich habe es nicht gemerkt, oder? Herrje, bin drauf reingefallen.
    Oder ist dieser Mumpitz wirklich Dein Ernst? Mehr Aktienanteile für die Arbeitnehmer und unsere Klimaprobleme werden gelöst?
     
     

  45. AvatarMaximilian

    Was auch noch spannend ist:
    Ich habe nur Depots von Menschen gesehen, die über 60 Jahre alt sind – vielleicht hängt also die fehlende Streuung mit dem Alter zusammen- und wie gesagt über 500 tausend Euro im Depot haben. Diese 100 Depots, die ich ca. im letzten Jahr gesehen habe, hatten alle die oben erwähnten Aktien zzgl. noch der Commerzbank. Wenn die Depots noch andere Werte hatten, dann waren es Fonds von Union Investment oder Deka. 
    Viele Grüße
    Maximilian

  46. Avatarsammy

    die Deutschen kaufen jetzt bereitwilliger teure Immobilien, weil die Hypothekenzinsen besonders günstig sind.
    Und weil es mehr Sinn macht. In Immobilien kann ich wohnen und leben. In einem Aktiendepot nicht.

  47. Mark85Mark85

    An Maximilian: Im Zweifel entscheiden sich viele für Dinge, die sie kennen oder glauben zu kennen. Ich würde diese Heimatmarktneigung nicht einer bestimmten Altersgruppe zuordnen.

  48. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Mark85
     
    “Wenn von 10 meiner Ideen 4 baden gehen, 4 sich einigermaßen entwickeln und 2 wie eine Bombe einschlagen, bin ich bereits zufrieden.”
     
    Die gleiche Idee habe ich für meine Beteiligungen (nur Aktien) auch – mit etwas anderer Gewichtung. Von zehn Titeln werden sich zwei unterdurchschnittlich entwickeln, sieben Titel mehr oder weniger mit dem Strom schwimmen und eine Idee wird sich mehr als prächtig entwickeln. Am Ende sollte eine schöne Rendite herauskommen.
     
    “Viele aktive Privatanleger in Einzelaktien sind sich dieser Tatsache nicht bewusst oder wollen diesen Zusammenhang nicht verstehen.
    Auf der anderen Seite gibt es immer jemanden, der im Zweifel vom genauen Gegenteil ausgeht. Daher sollten sich jene Anleger fragen: Bin ich bei jedem Handel wirklich schlauer als meine Gegenpartei(en)?”
     
    Diesen Sachverhalt habe ich auch schon vernommen, muss dir hier aber etwas zum Grübeln mitgeben.
     
    Zum einen kann es dutzende Gründe geben, warum jemand einen Einzeltitel an mich verkauft. Die Hochzeit der Tochter will finanziert werden, man gönnt sich einen Rentenzuschuß (und verkauft die Blumen, anstatt das Unkraut 😉 ), der Fondsmanager betreibt Rebalancing oder – und das ist unser Vorteil als Privatanleger – sieht sich dem Gruppendruck ausgesetzt und nimmt Gewinne mit oder begrenzt Verluste, weil er das Timingspielchen mitspielen muss und nicht, weil er die Aktie grundlegend schlecht findet, und und und…..
     
    Du gehst von der falschen Annahme aus, dass JEDER Verkauf geschieht, weil jemand conträr über meine gekaufte Aktie denkt und es darum geht, wer nun schlauer ist. Das sehe ich nicht so. Zudem müssen die Fondsheinis im Abwärtsstrudel Aktien zu Tiefpreisen (an mich) verkaufen, obwohl sie wohl lieber als Käufer auftreten würden. Die Mittelabflüsse müssen aber kompensiert werde. Ja, das ist nicht sehr schlau.
     
    Zum anderen kann ich bei ETFs nichts anderes erkennen. Die Dinger werden an der Börse auf Teufel komm raus getradet. Da gilt die gleiche Argumentation. Manche wollen rein, andere wollen raus. Wer hat Recht? Wer hält sich für schlauer?
     
    Eine Anekdote habe ich dazu noch. Am Tag nach dem überraschenden Ergebnis der Volksabstimmung zum Brexit wurden die ishares zum MSCI World am Morgen mit -7% gehandelt, obwohl die enthaltenen Einzelaktien wie Apple, Alphabet, Amazon und co gerade einmal um die 2-3% verloren hatten. Es fand ein massiver, panikartiger Ausverkauf bei ETFs statt. Angebot/Nachfrage regelte die Preise. Auch hier die Frage, wer von den Verkäufern hielt sich für schlauer als die Käufer?
     

    Am Ende geht es um Buy and Hold. Ob ETF oder 40 Bluechips – nimmt sich nichts.

  49. AvatarSparta

    @Claus
    Hast Du bei all Deinen 27 Positionen nen 25 % stop loss als Risikomanagement drin?
    @Max
    Bei den ü 60ern kommen vermutlich mehrere Faktoren zusammen. Abgeltungssteuerfreiheit, weniger Aufklärung in früheren Zeiten bzgl. Diversifikation & home bias, Erbmasse, Mitarbeiteraktien, Vertrieb von Raibas und Sparkassen bzgl. der hauseigenen Fonds und nicht zuletzt steigen die Vermögen mit dem Alter etc. pp.

  50. Mark85Mark85

    An  Freelancer Sebastian: Mit unterschiedlichen Ideen bezog ich mich mehr auf verschiedene Bereiche, aber bei Aktien schrieb ich von ,,im Zweifel” gegenteiligen Meinungen. Das Ziel von aktiven Anlegern ist es, schlauer als der Rest zu sein. Ansonsten kann ich mir dieses irrationale Verhalten nur mit einem übersteigerten Spieltrieb erklären.

    Wer sein Glück versuchen möchte oder davon überzeugt ist, langfristig durch einen Wissensvorsprung nach Kosten und Steuern risikobereinigt besser als der Markt abschneiden zu können, soll dies tun, aber ich halte mich lieber an die Wissenschaft. Dies gilt natürlich gleichermaßen für Leute, die passive Indexfonds zum aktiven Handeln missbrauchen.

    Durch passives Investieren in den Gesamtmarkt nur den Marktdurchschnitt zu erzielen, bedeutet in diesem Fall nämlich automatisch ein überdurchschnittliches Endergebnis. Die eingesparte Zeit investiere ich lieber in neue Ideen. 🙂

  51. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Mark85
     
    “Durch passives Investieren in den Gesamtmarkt nur den Marktdurchschnitt zu erzielen, bedeutet in diesem Fall nämlich automatisch ein überdurchschnittliches Endergebnis.”
     
    Wie das? Hilf mir bitte auf die Sprünge.
     
    Und wenn alle passiv investieren würden, hätten dann auch alle ein überdurchschnittliches Endergebnis zu verzeichnen?
     
    Ich kann nicht für andere Anleger sprechen, kann dir aber versichern, dass ich – so wie du – mehr Zeit in meine Beiträge hier, als in meine Aktienauswahl investiere. Meine Aktienauswahl kostet mich im Monat so um die zehn Minuten. Das Ergebnis ist in Ordnung. Ich halte alles ganz simpel. Keine Raketenwissenschaft.
     
    Bis zur friedlichen, vorurteilsfreien Koexistenz braucht es wohl noch ein wenig…. 😉 .
     
    So, jetzt geht´s zum Lesen und Spielen (Keltis) mit Sohnemann. Denn da gebe ich dir uneingeschränkt recht: Viel Zeit für schöne Dinge und Ideen ist etwas wunderbares 🙂 .
     

  52. JosefJosef

    Nicht böse sein wenn ich mal nicht Antworte, mir fehlt oft die Zeit.
    Mein Depot besteht aus
    Daimler
    Uniqa
    UBS
    Swisscom
    Royal Mail
    Cloetta
    Schmolz und Bickenbach
    United Utilities
    Kraft Heinz
    Opap
    Jumbo SA
    Swiss Re
    Zurich Insurance
    Relief Therapheutics (spekulation, kleine posi)
    Banco Espirito Santo (Totalverlust)
    Ich werde aber nix verkaufen, eher weiter zukaufen. Muss aber zugeben dass Kraft Heinz und Daimler 50% vom Depot ausmacht und diese tiefrot sind.

  53. Avataraaron

    Wer hat denn 100000 auf dem Girokonto? Ich glaube eher, die Leute verkonsumieren alles. Und die vernünftigen investieren es irgendwo in Aktien, Immobilien oder so. Die meisten haben doch so gut wie nichts auf der hohen Kante, auch nicht wenn sie gut verdienen.

  54. Mark85Mark85

    An Freelancer Sebastian: Keine Sorge, dem Markt werden die aktiven Anleger niemals ausgehen, weil es immer genügend Leute geben wird, die sich für überdurchschnittlich halten (siehe die Mehrzahl der Autofahrer aus Befragungen) oder die auf der Suche nach einem schnellen Reichtum sind. Zudem werden die gehaltenen Anteile niemals gleichverteilt sein.
    Nur weil sich die vielen unterdurchschnittlich abschneidenden Aktienanleger nicht oder nur selten zu Wort melden, bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt.

  55. Mark85Mark85

    An aaron: Egal, was man kauft oder verkonsumiert: Man muss sich klarmachen, dass das Geld dadurch nicht verschwindet. Selbstverständlich werden es die Wohlhabenden bis Reichen sein, die solche oder noch höhere Summen als Bar- und Buchgelder vorhalten.

  56. Avatar-M

    @Mark85 / Geld verschwindet nicht / 1käufer:1verkäufer etc.
     
    Man könnte es nach Buffett so zusammenfassen: die Börse ist ein Ort, an dem das Geld von den ungeduldigen an die geduldigen wandert. Es ist nie weg, aber über die Zeit halt woanders 🙂 
     
    Der Kosto würde die hartgesottenen ins Spiel bringen, die ihre Papiere schön im Tresor liegen haben und zukaufen, sobald die zittrigen ihre Papiere zu ausverkaufspreisen auf den Markt werfen. 
     
    -M

  57. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Mark85
     
    “Das Ziel von aktiven Anlegern ist es, schlauer als der Rest zu sein. Ansonsten kann ich mir dieses irrationale Verhalten nur mit einem übersteigerten Spieltrieb erklären.”
     
    Puh… jetzt geht´s ja doch wieder los. Du präsentierst da ein knackiges, sehr einseitiges  Vorurteil, meinst du nicht? Wo hast du das aufgeschnappt?
     
    Vielleicht möchte man auch einfach keine Hersteller von Landminen und Krebsstängeln im Depot haben? Oder ist von einem bestimmten Geschäftsfeld angetan (ohne “schlauer” sein zu wollen)? Du bist doch auch Anteilseigner eines Einzelunternehmens. Von diesem Geschäft musst du überzeugt sein, sonst würdest du das Geld anders investieren. Oder willst du schlauer als alle anderen sein, die NUR auf ETFs als Produktivkapital setzen?
     
    Das klingt für dich vielleicht komisch – laß es dir doch mal durch den Kopf gehen -, aber ich sehe mich gar nicht als aktiven Anleger. Ich kaufe regelmäßig hinzu und halte die Anteile. Wie du. Ich halte die Kosten niedrig. Wie du. Ich betreibe kein Hin und Her (DAS empfinde ich als aktives Handeln). Wie du. Markttiming und Prognosen sind mir gleich. Wie dir.
     
    Der Unterschied liegt nur in meiner Erkenntnis, dass man für eine ausreichende Diversifizierung nicht noch eine 987. Position zu 0,01% aufmachen muss. Da halte ich mich an die Wissenschaft.
     
    Also nimm mir doch bitte ab, dass sich viele Aktienanleger – mich eingeschloßen – nicht für schlauer als alle anderen halten, sondern einfach nur intelligent investieren möchten. Ja, es mag die Hasardeure geben. Die Glücksritter (ob die überhaupt darüber nachdenken, schlauer als die anderen zu sein? Die denken wohl eher, Börse geht so). Aber wie du selbst richtig erkannt hast, gibt es die auch beim ETF-Investing.
     
    Es ist nicht das Vehikel, das den Erfolg ausmacht. Es ist eine logische, stringente Anlagestrategie (mit Aktien UND ETF möglich) und eine starke mentale Verfassung. Andere überzeugte ETF-Anleger haben diesen Erkenntnisschritt bereits getan. Du vielleicht auch? Gegenseitige Vorwürfe, obwohl man im gleichen Zug sitzt? Verstehe ich nicht.
     
    Niemand will hier der bessere Autofahrer sein. Wir wollen alle nur sicher am Ziel ankommen, indem wir uns an gemeinsame, grundlegende Regeln halten. Dass sich die Autos und Routen dabei unterscheiden, spielt keine Rolle.
     
    Wenn ich recht erinnere, bist du an den berliner Stadtrand gezogen. Gerne lade ich dich bei Interesse zu einem Gespräch zwecks beiderseitigen Einvernehmen ein. Da du als einer der wenigen die FU schon in jungen Jahren erreicht hast, fände ich einen Austausch über lebensphilosophische Aspekte äußerst reizvoll. Der Börsenkram ist doch (fast) nur Mittel zum Zweck 😉 .
     

  58. KievKiev

    @ Home Bias
    Der Effekt wird oft genannt und ich frage mich hier wie bei den Panikverkäufen auch, wer denn so etwas macht. Überall wird davon abgeraten und alle Kommentare sind überzeugt es nicht zu machen. Wir werden Panikverkäufe aber vermutlich mehr als einmal als Investor erleben.
    Ich kenne auch jemanden mit größerem Home Bias Depot. Das hat sich nicht gut entwickelt. Die Summe kommt hier anders zustande. Es sind vielleicht Unternehmer, oder sie haben mehrere Mietshäuser, oder beides. Das Depot ist vermutlich nur ein kleiner Teil des Vermögens.
     
    Andererseits sind viele Investoren mit US Bias und vielleicht auch zu Technik lastig investiert. Das sollte jeder für sich überlegen. Ich achte auf die Einzelpositionsgröße, wie von Claus beschrieben. Ich habe bereits über 25 Aktien und bin noch bei weitem nicht gut diversifiziert. Sektoren und Aktien sind schließlich nicht ständig in allen Bereichen im Angebot. Ich habe zum Beispiel UA. Die Limitierung der Depotgröße hat mich hier vor schlimmen Verlust bewahrt… An dem Tag mit ca. 15% Einbruch haben meine anderen Aktien den Buchverlust wettgemacht. Ich schließe aber die Position nicht, da ich mich eher als Regression to mean Investor sehe. Ich kaufe gerne am Boden, nur kann ich ihn nicht richtig sehen…

  59. AvatarNico Meier

    Muss aber zugeben dass Kraft Heinz und Daimler 50% vom Depot ausmacht und diese tiefrot sind.
    @Josef
    Bitte nicht falsch verstehen ich möchte dich nicht schlecht machen sobdern nur verstehen was deine Überlegungen waren. Du hast 10 oder 12 Positionen im Depot wie kann es da sein, dass zwei Titel die im Minus sind 50% des Depots ausmachen?
    Ich habe auch Positionen im Depot die prozentual mehr ausmachen als geplant war beim kauf aber dies passiert eher wenn betreffende Aktie stark steigt.
    Was waren deine Überlegungen?
    Ich schreibe mir immer auf warum ich mir eine neue Position aufbaue. So kann ich immer nachschauen was meine Erwartungen und Überlegungen waren.

  60. Avatareki.

    JP Morgan veröffentlicht quartärlich seinen Guide to the Market (GTM) Bericht. Zuletzt geschehen am 30.09.2019.
    Hier bei wird unter anderem auch Seite 65 aufgezeigt, wie die Performance des durchschnittlichen Investors über die letzten 20 Jahre ausgefallen ist. Grundlage hierfür sind Analysen von Dalbar Inc. Ausgewertet werden die Ergebnisse von Investoren, die in Investment-Fonds (ETFs, Fixed Income Funds, Anleihen-Fonds, etc…) investieren. Satte 1,9 % jährliche Rendite erwirtschaften Anleger mit Fonds!
    Immerhin ist das besser als die aktuelle Inflationsrate.
     
    Fazit: Investitionen in den Aktienmarkt rentieren sich, eine Streuung über mehrere Assetklassen rentiert eher nicht.
     
    beste Grüße
    eki.

  61. Mark85Mark85

    An -M: Alles richtig. Deshalb verstehe ich nicht, wenn man pauschal Menschen ihre hohen gehaltenen Geldsummen ankreidet.

    Wenn wir ,,überschlauen” Sachwerthalter dieses Blogs es nicht haben, dann muss es irgendwer anderes haben. Und wenn der es nicht mehr haben will, dann wieder jemand anderes. Hätte ich von 100 Millionen Euro 50 Millionen auf dem Konto liegen, würde mich hier bestimmt niemand als Depp bezeichnen, sondern mein Wissen aufsaugen wollen. 😀

    Solange es nicht physisch zerstört (Bargeld) oder durch Bilanzverkürzungen wieder verschwindet, muss es irgendwer haben. Das Gegenteil ist der Fall: Die Geldmenge in der Welt wird immer weiter aufgebläht. 😉

    An Freelancer Sebastian: Solche Motive gibt es natürlich auch, aber das meiste Geld, das um den Globus schwirrt, wird auf der Suche nach einer möglichst hohen Rendite sein. Das Hauptmotiv bedeutet Geldvermehrung – und hier befindet man sich in einem direkten Wettbewerb, ob man dies will oder nicht. Es obliegt jedem selbst, wie rational er dabei vorgehen will. Nach Möglichkeit halte ich mich an wissenschaftliche Erkenntnisse.

    Einen Gegenspieler habe ich vergessen zu erwähnen, den Hochfrequenzhandel: Wer als aktiver Privatanleger meint, ebenfalls in Nanosekunden auf Marktneuigkeiten/-veränderungen reagieren zu können, sollte sich vielleicht mal untersuchen lassen. 😉

  62. AvatarLithium85

    Eki
    Hier bei wird unter anderem auch Seite 65 aufgezeigt, wie die Performance des durchschnittlichen Investors über die letzten 20 Jahre ausgefallen ist. Grundlage hierfür sind Analysen von Dalbar Inc. Ausgewertet werden die Ergebnisse von Investoren, die in Investment-Fonds (ETFs, Fixed Income Funds, Anleihen-Fonds, etc…) investieren. Satte 1,9 % jährliche Rendite erwirtschaften Anleger mit Fonds!Immerhin ist das besser als die aktuelle Inflationsrate.Fazit: Investitionen in den Aktienmarkt rentieren sich, eine Streuung über mehrere Assetklassen rentiert eher nicht.
     
    Ich bin mir nicht sicher ob dieses Fazit zu schließen ist bezüglich des Artikels. Die durchschnittliche Rendite liegt unterhalb der Marktrendite ;), das liegt aber weniger an den Instrumenten sondern eher am aktiven  Traden der Personen… 
    Auch hier nachzulesen:
    https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article178872990/Boersengehandelte-Indexfonds-Der-falsche-Umgang-mit-ETFs-kostet-Anleger-viel-Geld.html
     
    Auch Mischfonds wie der arero etc hatten höhere Renditen, dieser entstannt ja aus einer historischen Betrachtung, bei der die Assetalokation 60/25/15 am besten Abgeschnitten hat in dem Dekaden davor. Bei 1.9% Rendite würde ich mich nicht den Risiken des Aktienmarktes aussetzen…

  63. Avatar42sucht21

    @aaron – Wer hat denn 100000 auf dem Girokonto?
    weitaus mehr Deutsche als man anhand der Medienberichterstattung denken könnte.

    @Freelance Sebastian – Ob ETF oder 40 Bluechips – nimmt sich nichts.
    Das lese ich immer wieder. 25 oder 40 oder 50 Aktien und man hat die Robustheit & Performance eines MSCI World. Das mag manchmal stimmen (ja ich kenne die einschlägigen Literaturbeispiele) aber meist hat man irgendwann in der Praxis dann bei Einzelwerten die Situation wie @Joseph es beschreibt vermute (!) ich.
    Es ist wie bei Nico Meier. Alle Aktien stiegen aber weil ich meine aktuell gestiegene @Bayer nach dem Kauf verfolge denke ich ich habs drauf. In Wirklichkeit steigen ganz viele Aktien im steigenden Markt. V.a. ja gerade im DAX30. Vergleiche ich die Bayer dann mit beispielsweise BMY, dann läuft doch BMY tatsächlich parallel oder sogar besser. Ich schaue aber nur auf die von mir gekaufte Bayer und nicht auf Alibaba, TI, MSFT,… so habe ich den bias. Ich habs drauf und niemals würde ich den (All-) World ETF kaufen….

    Bei der Wichtigkeit von Buy & Hold stimme ich natürlich voll zu!

    @Home Bias
    Ist für US Amerikaner kein Fehler gewesen. Für Menschen in Portugal, Deutschland, Schweden, Indien aber schon im Bezug auf Renditemöglichkeiten vs. Risiko.

  64. JosefJosef

    @Nico Meier
    Ich hatte beide Aktien auf dem Schirm und beide sind vor dem kauf gefallen.
    Dann sind sie aber noch weiter gefallen ?. Ich sehe dies aber nicht als Fehler an. Die Aktien waren meiner Meinung bei meinem Kauf unterbewertet. Wenn ich was kaufen möchte geh ich aufs ganze mit dem Cash. Was positives habe ich ja auch, meine Dividenden sind dieses Jahr 20% gestiegen.

  65. AvatarLithium85

    @Josef
    Nun gut, war eben ein Zock, du hast gewettet, dass sich diese Einzelaktien viel! besser entwickeln als der breite Markt. Ansonsten hätte man die Einzelaktie auf Grund des viel höheren Risikos nicht kaufen brauchen. Gleiche Rendite mit mehr Risiko ist nicht erwünscht, da das Risiko höher ist, musst du von eine Überperformance ausgegangen sein.
    Hier noch ein Denkanstoß. Das Portfolio ist nicht perfekt, wenn ein anderes Portfolio existiert, welches bei gleichem Risiko mehr Rendite erwirtschaftet, oder die gleiche Rendite mit weniger Risiko..
    Trotzdem Respekt für deine Ehrlichkeit! Das würden sich hier die wenigsten Trauen. Schade, dass du Pech gehabt hast und underperformced, hättest du eine bessere Rendite, wäre es ebenfalls Zufall gewesen. 
    Ich selbst bespare passiv einen weltweiten ETF, so bildet man nur die Marktperformance ab (damit ist man jedoch besser als der durchschnittliche Anleger). Der Supergau wäre es, mich in Unternehmen und Aktien einzulesen, sorgfältig auszuwählen, nur um dann schlechter abzuschneiden als ein automatisierter World Sparplan…
    Letztes Jahr gab es günstig BASF, Bayer, Automobilindustrie einzusammeln. Aber denke ich wirklich, dass die Einzelauswahl langfristig besser läuft als ein SP500 oder World? Trotz des höheren Risikos vermutlich nicht… unsystematisches Risiko zahlt sich leider nicht aus
     

  66. AvatarTomasz

    @Mark85 Genau darauf wollte ich hinaus. Kauft sich Kleinsparer A von seinem Geld Aktien, wandern diese aus dem Depot von B zu A, wechselseitig wandert das Geld von A zu B. Jetzt ist B also der Dumme, der das Geld auf dem Konto liegen lässt. So kann man die Aktien nun beliebig in der Bevölkerung herumrotieren, am Ende ändert sich an der Summe der gehaltenen Giralgelder aber nichts. Bei der Forderung nach mehr Aktienanteilen von Kleinsparern stellt sich dann unweigerlich die Frage, wer dafür auf die Aktien verzichten soll bzw. wer das ganze Geld für die verkauften Aktien halten soll. Oder anders: wer soll am Ende der Dumme sein?
    Dieselbe Frage könnte man auch für die gehaltenen Kredite stellen. Giralgeld entsteht immer aus neuen Krediten, d.h. je höher die Summen auf den Girokonten, desto mehr Kredite müssen existieren. Wie im Blog immer wieder gepriesen, soll der Kleinsparer aber keine Kredite aufnehmen. Wer soll es stattdessen tun? Über wachsende Staatsschulden ist der Deutsche auch nicht glücklich. Hohe Verschuldungsquoten von Unternehmen bremsen Wachstum und Gewinne, somit letztlich auch die Aktienkurse. Wer soll hier der Dumme sein, der allen anderen den Wohlstand finanziert?

  67. AvatarSparta

    @Sebastian
    “25 oder 40 oder 50 Aktien und man hat die Robustheit & Performance eines MSCI World.”
    Die Wissenschaftlichkeit zu dieser Behauptung kenne ich nicht, auch wenn es “links” zu dieser These gibt…
    Dies kann theoretisch stimmen, wenn man ein Sampling nachbaut und somit die blauesten der Blue Chips nachkauft, bzw.  auch einige der FAANG’s im Portfolio hat, hatte…
    Die Konstellationen sind aber vielfältig und somit auch die Bandbreite der Renditen.
    Da man aber immer über Jahrzehnte die überdurchschnittlichen Performer/Gewinner im Depot haben sollte… scheitern nicht wenige daran.

  68. Mark85Mark85

    An Tomasz: In deinem Kreditbeispiel käme dann nur noch das Ausland als Schuldner infrage. Jeder, der dies nicht glaubt, sollte sich folgende Grafik ansehen: https://www.helmut-creutz.de/pdf/grafiken/b/creutz_034-43.pdf

    Es gibt gewisse Gesetzmäßigkeiten in unserem Geldsystem, bei denen man mit pauschalen Ratschlägen nicht weiterkommt. Was nicht bedeutet, dass sich der Einzelne von Fall zu Fall nicht verbessern kann. Auch ich.

    Ganz locker betrachtet sehe ich unser vorherrschendes Geldsystem mittlerweile als eine Spielart von Monopoly an: Wer dessen Regeln erst einmal verstanden hat (davon gehe ich bei dir aus), kann sie sich zunutze machen. Die Masse wird dies nicht tun.

    Deshalb käme ich aber nie auf die Idee, bestimmte Personengruppen als dumm zu bezeichnen oder persönlich erzielte Erfolge als allgemeingültig hinzustellen.

    Eines ist mal klar: Es können nicht alle finanziell unabhängig werden, es braucht auch Leute, die unser Geldspiel am Laufen halten: durch harte Arbeit, Schuldenaufnahmen und Konsumausgaben.

    Im Grunde gehört bei unserem Geldspiel jeder zu den Verlierern, der laut folgender, etwas veralteter Grafik nicht mindestens 35 Prozent seiner Gesamtausgaben durch passive Geldzuflüsse decken kann. Die große Mehrheit zahlt drauf bzw. verteilt um: https://www.helmut-creutz.de/pdf/grafiken/e/creutz_059.pdf

    Die aktuellen Zahlen kenne ich nicht, aber ich gehe davon aus, dass maximal 10 % der Gesellschaft zu den wahren Gewinnern gehören. So sieht’s ungefähr aus. Möge jeder seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

    Wer danach weiterhin behauptet, dass er zu den Gewinnern gehört, weil er keine persönlichen Kredite aufgenommen hat und über ein paar Dividendeneinnahmen verfügt, macht sich etwas vor: Das Umverteilungsspiel findet schön versteckt auch in Mietzahlungen, Produkt- und Dienstleistungskäufen sowie Steuer- und Abgabenzahlungen statt.

    Fazit: Es ist nicht immer alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. 😉

  69. AvatarNico Meier

    @Josef
    Dein Ansatz ist gut. Ich kaufe auch Einzelaktien und setze auch auf gefallene Engel Daimler und Kraft Heinz habe ich auch im Depot. Aber ich scgaue zu, dass ich eine Einzelaktie beim Kauf nicht zu stark gewichte. Eine Einzelaktie soll in der Regel beim Kauf nicht mehr als 5% des Depots ausmachen. Kraft Heinz habe ich vor dem Kauf lange beobachtet und bei unter 27$ gekauft. Man wird nie den Optimalen Kaufzeitpunkt also den Tiefstpunkt finden. Ich glaube Kraft Heinz wird in den nächsten Jahren eine starke Erholung durchmachen und weiter steigen. In der Zwischenzeit gibts über 6% Dividende auf dem Eingesetzten Kapital was will man mehr?

  70. AvatarDaniel

    @ Diversifikation: Gehört Eurer Meinung nach in jedes Depot ein REIT – neben ETFs und Einzelaktien? Wenn ja, welche US- oder World REITs habt Ihr bzw. könnt Ihr empfehlen? Bei den ETFs habe ich einen guten Überblick gewonnen, tue mir aber aktuell bei den REITs noch etwas schwer. 
    naja, REITs sind ja keine Immobilien sondern Immobilienaktien bei denen man in der Vergangenheit eine leicht negative Korrelation zum Aktienmarkt festgestellt hat. Ob dies zukünftig so ist….ungewiss. Für mich ist es eigentlich nur eine Sektorübergewichtung. Ich könnte auch einfach nicht-zyklische Versorger kaufen und sagen, schaut mal…die Aktien sind nicht so volatil.
     
    Ich verweise auf die oben verlinkte Statistik. Er ufert nicht aus, sondern ist in den letzten 10 bis 15 Jahren stabil bei ca. 29 % gewesen.
    na dann würde ich einfach nochmal genau hinschauen was die Statistik sagt. Google einfach nach Sozialleistungsquote und dann zieh mal mit dem Lineal eine Linie um den langfristigen Trend zu sehen. Und nein, ich rede nicht von den 2-3 Ausreißerjahren die hauptsächlich aufgrund wirtschaftlichen Abschwungs und damit BIP Senkung auch in der Vergangenheit mal an der 30% Marke lagen.
    Nein, das ist es eben nicht! Die Kohle fällt doch nicht vom Himmel! Und normale Arbeiter/ Arbeitnehmer mit 50.000 €? Ja ne, is klar. Und der soll dieses Gehalt dann auch noch um knapp 50 % steigern? Wo lebst Du?
    Vereinfachte Zahlenbeispiele zur Verdeutlichung sind nicht so deins, oder? Es ging hier darum dass bei einem Milliardär irgendwann ein Grenznutzen für Ihn und der Bevölkerung einsetzt, bei einem Normalverdiener eben nicht. Der Lebensstandard steigt bei einem Aufstieg von 50 auf 70tsd Extrem, für einen Millionär/Milliardär aber praktisch nicht.
    Das ist eine sehr ungenaue Beschreibung. Die reichen Bürger machen den Staat ja nicht reich, wenn er sich von denen nicht die Kohle holt. Und genau das muss er doch. Derzeit holt er sie sich jedoch woanders: nämlich bei der Mittelschicht, also auch dem Großteil der hiesigen Forenbesucher.
    Es ist auch überhaupt nicht die wesentliche Aufgabe des Staates die Menschen am Leben zu erhalten indem er von den einen etwas wegnimmt und den anderen gibt. Das betrifft nur die Abgehängten in einer Gesellschaft. In einer normalen kapitalistischen Marktwirtschaft wollen Menschen mit Geld mehr konsumieren, kaufen mehr, erwerben Waren und Dienstleistungen von anderen, was wiederrum ermöglicht dass diese ihre Firmen und Unternehmen am laufen haben, was wiederrum bedeutet dass die Mitarbeiter mehr Kohle haben um sich Dinge zu leisten usw… der Staat partitipiert sicherlich von höheren Steuereinnahmen.
    Was willst Du außerdem sagen? Dass wir keine Transferleistungen zahlen können, wenn wir die Kohle nicht haben? Sicherlich korrekt, aber für neue Panzer und co. ist das alles kein Problem, oder wie?
    Ich denke du weisst sicherlich genauso wie ich dass das ein Äpfel mit Birnen Vergleich ist und das Finanzministerium unterschiedliche Fördertöpfe und Ausgabenposten hat. Die Auflage an die Bundesregierung ist einen Militäretat von 2% zu erfüllen, schon allein weil es sich um ein Verteidigungsbüdnis handelt. Ich bin Pazifist, für mich ist dies auch unnützes Geld, aber das spielt keine Rolle weil sich Deutschland verpflichtet hat das zu tun. Oder es müsste es im Bündnis einbringen, dass man sukzessive den Haushalt kürzt. 
    Und wieso gibt’s keine Bedürftigkeitsprüfung, wenn ich mir die Förderung für ein eAuto kralle? Oder Baukindergeld? Da ist es dann in Ordnung, schließlich gibt man das Geld so keinem armen Schlucker, sondern jemandem der ohnehin Geld hat.
    Was soll ich dazu sagen, wenn es nach mir geht, dann gäbe es praktisch keine Subventionen. Subventitionen sind nach meinem Marktverständnis Förderungen für etwas, was von allein nicht am Markt existieren kann. Und damit muss es nach meinem Empfinden auch vom Markt verschwinden oder sich selbst tragen. 
     
     
     

  71. AvatarClaus

    @ Sparta
    Das war nur ein Beipiel, wie man es sinnvoll in seinem Depot machen könnte. Ich selbst arbeite nicht mit echten Stop-Loss und würde meine oft 3-stellig im Plus liegenden Positionen auch nicht ausstoppen lassen.
     
    Meine bevorzugte Haltedauer ist wie bei WB “ewig”. Verkaufen würde ich nur, wenn das Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert (dauerhaft sinkende Gewinne…).
     
    Nur in extremen Situationen, wie z.B. im Jahr 2000, würde ich über Teilverkäufe nachdenken aber nicht mein ganzes Depot leeren.
     
    @ Verluste im Depot…
     
    In vielen Beiträgen hier steht “wer wohl recht hat”.  Doch geht es bei der Geldanlage nicht darum, Geld zu verdienen und nicht darum RECHT ZU HABEN?
     
    Genau das ist der Grund für die Verluste. Das EGO erlaubt es nicht, einen Verlust zu realisieren. Schließlich müßte man zugeben, zumindest zu einem falschen Zeitpunkt, wenn nicht sogar das falsche Produkt gekauft zu haben. Das geht gar nicht.
     
    Also wartet man weiter, die Aktie/der ETF oder was man auch gekauft hat, wird schon wieder steigen. Manchmal klappt das sogar, aber meistens eben nicht. Die Verluste werden grösser.
     
    Nach dem Fluchen werden Schuldige gesucht… Bei einer kleinen Zwischenerholung beginnt das Feilschen: Wenn das Papier in die Nähe meines Kaufkurses kommt, verkaufe ich sofort… Leider gehts weiter abwärts.
     
    Irgendwann akzeptiert man die Verluste (die ja noch gar keine sind, weil man ja nicht verkauft hat…) und ärgert sich über die Depotleiche. Ändert man nichts an seiner Einstellung, kommen bald weitere Depotleichen hinzu.
     
    Aus dem gleichen Grund realsieren die meisten auch kleine Gewinne. 10%, 20%… SCHNELL VERKAUFEN, ich habe alles richtig gemacht, den Gewinn lasse ich mir nicht mehr abnehmen…
     
    Deshalb verliert die Masse Geld an der Börse und nur wenige verdienen welches.
     
    Für mich ist das Depotergebnis entscheidend, nicht eine einzelne Position. Ohne klare Regeln, an die man sich auch hält, wird es schwer, Gewinne zu erzielen. Doch letztendlich kocht jeder sein eigenes Süppchen. Guten Appetit.
     

  72. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @”Ewiges Halten” von WB,
     
    diese Tage jetzt sollte ja das 13F von BRK herauskommen. Dann schauen wir mal, wie lange im Quartal 3 die Ewigkeit gedauert hat bei den Papieren, die wieder verkauft wurden.
     
    @Sebastian,
     
    Du hattest geschrieben, dass nach dem Referendum zum Brexit Welt-ETFs überproportional gefallen wären. Das habe ich gerade mal an einem ETF in EUR nachgeschaut. Ich kann das nicht so finden.
     
    Wenn es solche Fälle gäbe, dann wären das echte Glücksgriffe wenn man das geboten bekäme. Vielleicht würde es auch als Mistrade rückabgewickelt, wenn die Kurse zu sehr abgewichen wären.
     
    Ich habe mal AAPL (als größte Position in EUNL.DE) mit dem ETF verglichen.
    Die sind nach dem 23. 06. 2016 ziemlich gleich gelaufen.
     
    @Josef,

    ich denke, Du wärst in ETFs wirklich besser aufgehoben.
     
    Schönen Tag.
     
    MS

  73. AvatarSparta

    @Claus

    Danke für die Antwort!

    Allerdings bei strikten Positionsgrößen muss man doch irgendwann doch über Teilverkäufe nachdenken wenn kein frisches Cash-dazu kommt, bzw. einzelne Kurse/Aktien dem eigenen Sparvolumen / Dividendenausschüttung / festgelegten Depotgröße davon laufen???

    Oder klappt das ca. 4 % Fenster +/- kleiner Toleranz auch bei einem Einzelaktiendepot relativ konstant?

    @Matthias

    Hm, ich meine mich zu erinnern das Josef etf`s nicht traut, bzw. sich damit nicht wohlfühlt…

  74. AvatarPeteranderl

    @Josef
    Mein Depot überschneidet sich mit Deinem nur in einem einzigen „Wert“:  Banco Espirito Santo! Habe ich damals kurz vor der Insolvenz gekauft, weil ich mir nicht vorstellen konnte, daß eine systemrelevante Bank vom portugiesischen Staat und von der EU einfach fallengelassen wird. Sie wurde aber fallengelassen. Seitdem bin ich von solchen Spekulationsgeschäften geheilt.
    Ansonsten habe ich vor Jahren konsequent auf „Championsaktien“ mit langjähriger Gewinnkonstanz und niedrigem Verlustrisiko umgestellt und fahre damit bestens (Amazon, Apple, Cintas, Danaher, Fiserv, Grenke, Henkel, Intuit, Nestlé, Novo Nordisk, SAP, TJX Companies, Unitedhealth Group, Visa).  Dazu amerikanische REITs und einige ETFs.
    Im Oktober habe ich zum ersten Mal seit langem meine Bestände in Einzelaktien reduziert und meine Bargeldquote erhöht. Reine Vorsichtsmaßnahme in Erwartung einer mittleren Korrektur. Natürlich habe ich auch keine Glaskugel, aber derzeit fühle ich mich damit sicherer.  

  75. AvatarClaus

    @ Sparta
     
    Feste Positionsgrößen habe ich nicht. Für den Bereich “Öl-/Gas/Energie” habe ich z.B. ca. 15% vorgesehen. In diesem Bereich habe ich aber bewußt nur 1 Aktie: Shell.
     
    Im Bereich “Medizin”, für den ich ca. 30% vorgesehen habe, gibt es 8 Aktien. Meine größte Position ist Medtronic (10,56%), die kleinste Walgreens (0,89%).
     
    Ich achte auf die Gewichtung der Sektoren insgesamt. Die Anteile der einzelnen Aktien sind mir relativ egal, solange sie gut laufen und unter 20% bleiben.

  76. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ 42sucht21 und Sparta
     
    https://seekingalpha.com/article/4006697-many-stocks-make-well-diversified-portfolio
     
    https://www.utas.edu.au/__data/assets/pdf_file/0020/436511/2013-16_Alexeev-and-Tapon-Equity-portfolio-diversification.pdf
     
    Eure Einwände sind nicht von der Hand zu weisen. Sich irgendetwas ins Depot zu packen, wird es nicht bringen. Wie wir aber bei Oliver (schreibt hier leider nicht mehr), Claus, Felix, u.a. sehen können, kommt es schon auf eine gelungene Auswahl an. -M, whirlwind, u.a. gehen wohl auch so vor. Mir geht es tatsächlich um die Bluechips. Ich sehe da kein Diversifikationsproblem.
     
    Wer die 50 größten Unternehmen nach Börsenkapitalisierung hält, wird wahrscheinlich nicht weit vom MSCI World entfernt sein. Aber gut, jeder wie er mag. Ist doch in Ordnung wenn man lieber auf ETFs setzt.
     
    @ Matthias
     
    Tatsächlich vollzog sich das Ganze nur in den ersten Minuten nach Börseneröffnung. Tagsüber pendelte sich das ein.
     
    Mit dem Beispiel wollte ich nur zeigen, dass eben auch ETFs im totalen Panikmodus auf den Markt gekloppt werden können. Da wollten die Zittrigen ihre ETF-Anteile lieber zu Geld machen. Irrationale Kurse waren die Folge. Besonnen geht anders.
     

  77. Avatar42sucht21

    @Freelance Sebastian
    Ja, jede/r wie er/sie mag. Wichtig ist eine gute Strategie zu haben und langfristig dieser Treu zu bleiben. Ich will niemandem seine erfolgreiche Strategie ausreden. Ihre scheint ja sehr gut zu arbeiten. Ich bin halt skeptisch wenn jeder seinen eigenen kleinen Aktienfonds gestaltet und glaubt risikogewichtet die Marktrendite genauso oder besser zu erreichen. Die meisten denken über das Risiko nicht wirklich nach. Viele aktuelle Anleger kennen die Börsen nur seit 2009, d.h. Kurse immer schön nach oben. Wenn dann mal die meisten der gekauften Einzeltitel längerfristig ins Minus rutschen und dort verweilen, dann sehen wir ob diese vielen Einzelaktienanleger wirklich besser mit Einzeltiteln fahren oder einem sturen (All-)Welt ETF Sparplan. Ich glaube an den kostengünstigen, langen Sparplan für das Gros der Anleger.

    Es könnte schon sein, dass wir bei den genannten Depots von Ihnen, Tim, Claus,  usw. einfach dem Information & Survivorship Biases unterliegen. Wie viele private Einzelaktiendepots sind denn gescheitert? So ehrlich zu sich selbst und zu anderen in Foren wie @Joseph sind die wenigsten. Bei Verlusten hört bei den meisten halt zuerst der Spass und dann das Interesse auf, das Depot mag man gar nicht mehr öffnen und anschauen usw. und auf Börsenforen macht man einen großen Bogen. Dann ist es aus mit der langfristigen, renditebringenden Anlage seiner Groschen an der Börse. Das wäre doch sehr schade.

  78. AvatarDanielKA

    “Es könnte schon sein, dass wir bei den genannten Depots von Ihnen, Tim, Claus,  usw. einfach dem Information & Survivorship Biases unterliegen. Wie viele private Einzelaktiendepots sind denn gescheitert? “
    Kommt auf die Definition von Scheitern an.
    Bei den (Möchtegern)-Daytradern sind es je nach Brokererhebung in den letzten Jahrzehnten so 90-95% die dauerhaft verlieren oder sogar ihre Konten plätten.
    Bei den langfristigen sind oft die Toten oder die ihre zugänge zum Depot vergessen haben die Besten 😉
     
     

  79. AvatarOliver

    @Daniel: “Google einfach nach Sozialleistungsquote und dann zieh mal mit dem Lineal eine Linie um den langfristigen Trend zu sehen.”
    Genau das habe ich doch getan. Eben nochmal…. die Quote liegt die letzten 20 Jahre mehr oder weniger stabil knapp unter 30 % bis auf eine Ausnahme.
    http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/PDF-Dateien/abbII1a.pdf
     
    “Es ging hier darum dass bei einem Milliardär irgendwann ein Grenznutzen für Ihn und der Bevölkerung einsetzt, bei einem Normalverdiener eben nicht. Der Lebensstandard steigt bei einem Aufstieg von 50 auf 70tsd Extrem, für einen Millionär/Milliardär aber praktisch nicht.”
    Ich kapiere wohl tatsächlich nicht was Du meinst. Der Grenznutzen für den Milliardär oder den Normalverdiener spielt doch gar keine Rolle. Der Milliardär wird trotzdem stetig immer reicher. Das hat nichts mit Neid zu tun, sondern ist halt systembedingt so. Und irgendwoher muss die Kohle ja kommen. Wenn man sich die Vermögensverteilung in D der letzten 20 Jahre anschaut, dann wird klar, woher das Geld kommt.
    Außerdem haben wir über Sozialausgaben geredet. Du redest von “Normalverdienern”, die 50 bis 70k € im Jahr verdienen (der Median für einen Singlehaushalt liegt übrigens bei unter 20.000 €/ p. a.) und von Milliardären. Die haben doch rein gar nichts damit zu tun.
     
    “Es ist auch überhaupt nicht die wesentliche Aufgabe des Staates die Menschen am Leben zu erhalten indem er von den einen etwas wegnimmt und den anderen gibt. Das betrifft nur die Abgehängten in einer Gesellschaft. In einer normalen kapitalistischen Marktwirtschaft wollen Menschen mit Geld mehr konsumieren, kaufen mehr, erwerben Waren und Dienstleistungen von anderen, was wiederrum ermöglicht dass diese ihre Firmen und Unternehmen am laufen haben, was wiederrum bedeutet dass die Mitarbeiter mehr Kohle haben um sich Dinge zu leisten usw… der Staat partitipiert sicherlich von höheren Steuereinnahmen.”
     
    Tut mir Leid, aber das mit dem Wegnehmen, um es anderen, bedürftigeren zu geben steht so im Grundgesetz. Dort steht nirgends etwas von kapitalistischer Marktwirtschaft, sondern in Artikel 20 das Folgende: “Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.”
    Umverteilung ist also die ureigenste Aufgabe der Verwaltung. Und es betrifft eben nicht nur die Abgehängten in der Gesellschaft! In der Daseinsfürsorge geht es doch auch um öffentlichen Verkehr, Straßenbau, Gesundheitswesen, Sicherheit und und und. Auch wenn das nicht alles unter Sozialleistungen verbucht wird.
    So wie Du schreibst, ist es doch fast Werbung dafür, armen Leuten Transferleistungen zukommen zu lassen. Das Geld verschwindet doch nicht. Die fangen doch dann auch an, verstärkt zu konsumieren.
     
    “Ich denke du weisst sicherlich genauso wie ich dass das ein Äpfel mit Birnen Vergleich ist und das Finanzministerium unterschiedliche Fördertöpfe undAusgabenposten hat.”
    Haben nicht diverse Unionspolitiker letzte Woche noch in jede Kamera genölt, dass man als Gegenleistung für die Grundrente bitteschön die Gewerbesteuer senken solle? Soviel zu verschiedenen Töpfen. Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun. Mal abgesehen davon, dass man Mindereinnahmen auch nicht mit anderen Mindereinnahmen kompensieren kann.
    Ein Euro ist ein Euro ist ein Euro. Wie man die verteilt, ist Sache der Politik. Und das mit dem Rüstungsziel lassen wir besser raus. Deutschland hat eine Absichtsbekundung abgegeben, aber keine verpflichtende Erklärung unterschrieben. Du behauptest, Du bist Pazifist, aber tust einen erhöhten Rüstungsetat (den wir absolut nicht brauchen) von > 40 Mrd. € mit einem Schulterzucken ab, weil das halt so ist…. aha.

  80. AvatarDanielKA

    Oliver die Quote ist doch stark gestiegen selbst nach deiner Quelle, waren 1960-1970 nicht einmal 20 % Quote, danach in Richtung 25 % und dann der nächste große Anstieg in Richtung 30 %, trotz eines sehr starkem BIP Wachstums der letzten 10 Jahre ist diese Quote kaum gesunken, was macht dann erst ein demographiebedingter  Wirtschaftsabschwung mit uns, die Ausgaben werden ja nicht zurückgehen. Wir reden hier von 996 Mrd. EUR gemäß deiner Quelle, Bei ca. 3,4 Billionen BIP in Deutschland würden wir bei moderaten 25 % Sozialquote 850 Mrd. bezahlen. Diese 146 Mrd. EUR Differenz wären in Bildung, Forschung und Infrastruktur deutlich besser investiert.

  81. Avatar42sucht21

    @DanielKA – Bei den langfristigen sind oft die Toten oder die ihre Zugänge zum Depot vergessen haben die Besten
    Na, die Frage wäre ja immer noch, ob ein vergessenes All-Welt ETF-Depot dann nicht auch besser abschneiden würde als das Einzelaktiendepot mit den 50 Top Werten von damals (zB Preussag, Feldmühle, Karstadt usw. bzw aus dem Dow Jones: US Leather Company, Laclede Gas Light, American Sugar Company usw.)
    Egal, ich hoffe für uns alle, dass wir auch in 50 jahren noch in unser Depot schauen können. Manche vom Himmel hinunter und manche schauen vielleicht von dort wo sie sich befinden von unten hinauf 😉

  82. AvatarChristian Thiel

    Tja das gute alte Giro!! Wie war das doch gleich: das Sparbuch, das kann man sich sparen…daher auch der Name.
    Zum Glück habe ich auf die Community hier und Tim gehört und weiter gespart wie ein bekloppter.
    Derzeit Sparrate p.a. von 29.000 Eur
    Depotwert: 315.000 Eur
    Gewinne seit Ende 2016: 52.000 Eur
    Danke an euch alle hier, ohne die das nicht möglich gewesen wäre!
    Habt Mut zum Einstieg, und bleibt der kontinuierlichen Sparer Mentalität treu auch wenn die Kurse Mal wegschmelzen wie Eis in der Sonne!
     

  83. Mark85Mark85

    An Christian Thiel: Glückwunsch zu diesen wunderbaren Zahlen. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten, die in diesem Blog gelegentlich auftreten, wünsche ich jedem das bestmögliche Anlageergebnis.

  84. AvatarOliver

    @DanielKA:
    Alter… du redest von einer Zeit von vor über einem halben Jahrhundert. Da war der 2. Weltkrieg noch nicht so lange her, die Wiedervereinigung noch Jahrzehnte in der Zukunft und Du willst das auf heutige Verhältnisse übertragen? Aber ok…..
    Sehen wir es doch mal umgekehrt: Der heutige absolute Reichtum in D ist wesentlich höher als damals. Wieso müssen wir trotzdem so unglaublich viel mehr für Sozialleistungen ausgeben? Könnte es evtl. an der ungleicheren Vermögensverteilung liegen?
    Da kann man sich drehen und wenden wie man will: wenn immer mehr Geld von unten nach oben wandert, dann muss auch immer mehr Geld über Transferleistungen zurückfließen, wenn man die Leute nicht verhungern lassen will. Zu große Unwuchten sind in keinem System gut.
    Wie funktioniert denn so ein demographiebedingter Wirtschaftsabschwung? Oder: Was soll das sein?

  85. AvatarDanielKA

    @ Oliver: Ganz einfach die Gesellschaft vergreist und damit ist kein bzw. kaum noch Wachstum vorhanden. Man sieht ja wie Japan herumkrebst und die sind noch eine sehr stolze und starke Nation ohne Migrationsbewegungen. Denn das Wachstum wird immer durch die “Jugend” getrieben, in allen Gesellschaften ist das so. Weshalb z.B. auch junge Schwellenländer stärker wachsen als alte Industrieländer mit geringeren Geburtenraten. 
    Jeder dritte ist bald über 65 Jahre alt. In ganz Europa sieht es nicht besser aus. Wer soll dann noch für Wachstum und Innovationen sorgen, sicherlich nicht die Rentner (ist auch nicht deren Aufgabe).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *