Rentnerglück am Goldstrand: Für ein paar 100 Euro kannst Du in Bulgarien gut leben. Oder Du gehst nach Mexiko auf einen Bauernhof


New York, 14. Mai 2018

Wer nur eine Mini-Rente erhält, kann auswandern in arme Länder wie Bulgarien


Wer nur eine kleine gesetzliche Rente hat, für den gibt es Hoffnung. In Mexiko oder Bulgarien kannst Du günstige Dörfer finden, wo Du mit einer kleinen deutschen Rente gut über die Runde kommen kannst.

Hier gibt es einen Youtuber, der macht Videos über den Ruhestand in verschiedenen Regionen an warmen Orten, die wenig kosten. Im Interview hat er dieses Mal einen US-Rentner, der in Mexiko von 700 Dollar pro Monat auf einer Farm lebt. Das Leben ist sehr bodenständig. Die wenigsten würde das wohl schaffen:

Das ist der zweite Teil:

Es ist schon inspirierend, wie wenig er braucht. Ich bin mir nicht sicher, ob das was für mich wäre. Ich wollte es Euch trotzdem zeigen. Es regt zum Nachdenken an.

Der Ruhestand in Mexiko oder anderswo in Lateinamerika ist gewiss eine schöne Idee. Es sollte generell in Betracht gezogen werden. Wer nicht viel Geld hat und die Sonne mag, kommt bestimmt auf seine Kosten.

Du erhältst mit einer kleinen deutschen Rente in Mexiko oder in einem Dorf in Polen vielleicht das gleiche Einkommen wie ein dortiger Ingenieur. Du wirst ein Mitglied der Mittelschicht.

Es gibt in Mexiko Gegenden mit einem angenehmen Klima (der ewige Frühling). Dort kannst Du Dich zurückziehen. Wenn Du abenteuerlustig bist und Spanisch sprichst, ist Lateinamerika ein mögliches Ziel. Oder Osteuropa. Die Landessprache zu sprechen, ist natürlich hilfreich. Klar, das Leben im fernen Ausland ist nicht für jedermann.

Logischerweise ist das Leben im Ausland nicht immer ein Zuckerschlecken. So wie bei allem im Leben gibt es Vor- und Nachteile. Bulgarien ist das günstigste Land in der EU, aber das bringt auch Probleme mit sich. So ist zum Beispiel das Gesundheitswesen katastrophal.

In Osteuropa ist eine kleine Rente dafür mehr wert. Das Leben kostet in Bulgarien weniger als die Hälfte. Ein Haus kannst Du schon für 20.000 Euro kaufen. Aber ein Neuanfang ist nicht leicht.

Hier ist die ZDF-Doku über die deutschen Rentner in Bulgarien zu sehen. Das ZDF begleitet vier Deutsche, die ihren Ruhestand dort verbringen. Die Sprache ist eine der größten Hürden.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Rentnerglück am Goldstrand: Für ein paar 100 Euro kannst Du in Bulgarien gut leben. Oder Du gehst nach Mexiko auf einen Bauernhof

  1. Claus

    Freiheit ist für mich auch eine (bezahlte) selbst genutzte Immobilie.

    Etwas Schlimmeres, als krank mit 84 Jahren die Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt zu bekommen (wie im o.g. Beitrag zu sehen), gibt es kaum.

    Hier sollte es ab z.B. 80 Jahren eine „Schonfrist bis zum Tod“ geben, sofern die vereinbarten Zahlungen eingehalten werden.

    Habe den Beitrag nur kurz bis „zum leeren Feld in Bulgarien“ angesehen. Hoffentlich ergeht es den kranken Rentnern hier nicht, wie zuvor mit ihren Lehmann-Anlagen…

    Bulgarien wäre für mich kein Thema…

  2. Frank

    Ich hab Jerry Brown in Ajijic in Mexiko kennen gelernt, ein toller Typ!- schon über 70 aber Top Fit. Er lebt zumindest teilweise davon, sein Haus in Hawaii zu vermieten.

    Sein Videokanal ist für Auswanderer allgemein hilfreich, weil er immer viel Info über Lebenshaltungskosten- auch in Asien, seine Frau stammt von dort- gibt.

  3. Hendrik

    Tja… schon irgendwie eine traurige Seite die gezeigt wird. Allerdings sind die Protagonisten alle gleich naiv mit ihrem Kapital umgegangen. Klar im nachhinein lässt sich das schon leicht sagen, aber wer sich von seinem Bankberater Leamanns-Papiere angaukeln lässt…

    Keiner von denen hat eine Immobilie zur Altersvorsorge. Und eine „Schonfrist“ wie @Claus vorschlägt ? Das ist ja schon zumindest teilweise eine Enteignung! Klar bei einer Lebenserwartung von 80 Jahren leben diese Rentner wahrscheinlich nicht mehr lange, aber es gibt immer jemanden der vom Durchschnitt abweicht. Und dann hat man jemanden, der 20 Jahre die eigene Wohnung bezieht…

    Gerade bezüglich Wohneigentum finde ich persönlich, dass die Förderung in Deutschland ziemlich groß ist, wenn leider auch z.T ziemlich unrentabel und unzweckmäßig, wie z.B Bausparverträge. Aber es gibt ja auch Baukindergeld, Bausparprämie… Dabei muss man sogar noch ergänzen, dass die Bausparverträge früher ziemlich rentabel waren.

  4. Felix

    Mexiko scheint, was Gewalt anbelangt, ein heißes Pflaster zu sein. Während sich die Amis gegen den Migrationsdruck aus Mexiko stemmen, hat dieser ältere Herr im Video den Spieß umgedreht und geht nach Mexiko. Ein echtes Unikat würde ich sagen.

    Was Bulgarien anbelangt, so würde es mich nicht dahin ziehen, was wahrscheinlich mit der ehemaligen Ostblockvergangenheit zusammen hängt. Auch einen komplizierten Zahnarzttermin im bulgarischen Hinterland stelle ich mir eher schwierig vor, wenn man aus der sogenannten ersten Welt kommt. Da ist mir eine Wurzelbehandlung In D doch lieber.

    Dann doch lieber sparsam in D leben.

  5. Alexander

    Mexiko und Bulgarien sind beides Länder in denen es massive Probleme gibt, schlechte medizinische Versorgung, ENORME Wohlstandsunterschiede zwischen den Menschen, etc.

    Etwas anders als Bulgarien, aber doch ähnlich ist Rumänien.

    Ich habe einen Bekannten aus Rumänien,  Sohn eines sehr erfolgreichen Unternehmers, und ich war dort eingeladen im Sommer. Wenn man sehr reich ist, kann man dort gut leben und viel beeinflussen (Korruption ist dabei ganz normal um überhaupt weiterzukommen als Unternehmer). Den reichen Menschen geht es dort blendend. Warum man dann doch lieber in London lebt, und nur 2 mal im Jahr nach Rumänien kommt, weiß ich jetzt sehr wohl nachzuvollziehen.

    Die Lebensqualität ist dort wirklich nicht ansatzweise so hoch wie in Westeuropa!  Nicht geschenkt würde ich dort leben wollen!

  6. Der HSV steigt endlich ab

    Musste zuerst nachschauen, ob heute der 1. April ist…

    Was nützt einem die ganze finanzielle Freiheit, wenn man dafür in Bulgarien leben muss?

    Dann sammele ich lieber Flaschen hier oder gehe Zeitung austragen in der Rente. Mein Schwiegervater arbeitet als Rentner noch weil er Lust drauf hat.

    Ausserdem hoffe ich doch sehr im hohen Alter nicht komplett sozial isoliert zu sein und noch Kontakte zu Familie und Freunden pflege.

  7. Mike

    Man muss ein Land, seine Leute und Gegebenheiten kennen, um sich wirklich ein Urteil zu bilden. Vieles beruht auf Vorurteile. Problematisch ist halt, wenn man erst als Rentner in ein fernes Land zieht, dann ist die Anpassungsfähigkeit recht tief und man wird sich kaum integrieren können, auch die Sprache wird man dann wohl kaum noch wirklich gut erlernen. Daher sollte man sich schon rechtzeitig damit beschäftigen, um spätestens mit 50/55 wegzuziehen. Es gibt in Südamerika auch andere Länder, die sehr hohe Lebensqualität bilden. Oder Asien, dort ist die Lebensqualität enorm hoch in Bezug auf die Kosten, vorausgesetzt man kommt mit dem Klima zurecht. Auf jeden Fall würde ich jedem empfehlen, zuerst längere Zeit in der Zieldestination zu leben,bevor man alle Zelte bei uns abbricht. Naiv wer einfach abreist auf gut Glück, die scheitern dann sehr oft. Und das Wichtigste, wer in der Heimat nicht glücklich ist, wird es in der Regel auch in der Ferne nicht, die Probleme nimmt man sehr oft mit, man ist/wird nicht ein anderer Mensch, nur weil man woanders lebt.

  8. Freelancer Sebastian

    @ Tim

    Schön, wie du immer wieder neue Möglichkeiten aufzeigst, die Freiheit zu verbringen. Oder Wege beschreibst, dorthin zu kommen. Deine Artikel sind facettenreich, das gefällt mir gut.

    Was man davon nutzt, wie man sein Leben dann konkret gestaltet – das muss eben jeder ganz individuell selbst bestimmen. Es gibt da nicht den einen, richtigen Weg. Wir Menschen sind unterschiedlich, also auch unsere Lebenswege.

    Allein die Geschichten, Ideen und Wege anderer zu lesen, motiviert mich.

    Ein dauerhafter Auslandsaufenthalt wäre nichts für mich. Ich bin dafür einfach zu „heimatverbunden“. Meine Familie, Freunde, das Wohnumfeld, eingebunden in Hobbies….. diese Geborgenheit brauche ich einfach.

    Aber mit meiner Frau ein kleines Appartement in Strandnähe auf den Balearen oder den Kanaren ganzjährig anzumieten, um dort mehrere Wochen auf´s Jahr verteilt in der Sonne zu urlauben und urlauben zu lassen (so wie PIPE/Mark das macht), das kann ich mir sehr gut vorstellen. 🙂

     

  9. Leser

    Es gibt auch diverse Fokus über das Rentnerglück in Bulgarien. Sehr traurig, wenn die auswandern müssen weil die trotz der langen Arbeitszeit nicht reicht. Andererseits weiss man doch vorher, das es nicht reicht das ist dann keine Überraschung zum 67.

    Wandert man hingegen freiwillig früh aus, ist das was anderes. Hier ist kein Druck dahinter, sondern eine Entscheidung das Leben umzustellen. Doch die Masse bekommt es nicht hin, sie bleibt im Alltagstrott. Ausreden wie beim Sparen an sich.

  10. Mark85Mark85

    In Bulgarien am Schwarzen Meer lässt es sich im Sommer wunderbar aushalten, aber man sollte die Winter nicht unterschätzen. Es hat seinen Grund, warum dort, im Gegensatz zur milderen Mittelmeerregion, keine Palmen gedeihen: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Warna#Klima 😉

     

  11. Mark85Mark85

    An Thorsten Rohweider: Weil es im Winter durch Kaltlufteinbrüche vom Balkan oder aus Russland zu Frost und sogar Schnee kommen kann. Kein Küstenabschnitt des Schwarzen Meeres tangiert die Ölbaum- und auch nicht die Palmengrenze. Das muss man in seine Planung mit einbeziehen, wenn man Bulgarien nur von Sommerurlauben kennt.

    Für mich kommen nur die Kanaren infrage, weil es selbst im Mittelmeer z.B. auf Mallorca ziemlich kühl und feucht im Winter wird. Wenn man dann noch eine schlecht isolierte Wohnung und keine Zentralheizung hat, was nicht unüblich ist, kommt erst recht keine Freude auf. Dann kann mit Stromheizungen nachbessern. Ganz ohne Heizen geht es auf jeden Fall nicht.

    Der Aufpreis beim Wohnen im Vergleich zu Bulgarien ist es mir durch das viel angenehmere Klima wert. Weitere Aspekte wie Sprache, Infrastruktur und Lebensstandard können noch hinzukommen.

  12. Iceman

    Bulgarien wäre jetzt auch nicht mein Alterssitz Number One.

    Ich würde im Alter entweder an der Ostsee oder in Miami die Zeit verbringen,

    wenn mich meine Kinder nicht brauchen sollten.

     

    In Bulgarien war ich einmal und ich fand es nicht sehr lebenswert dort. Miami kenne ich nur aus dem TV.

    Laos (Luang Prabang) fand ich sehr schön allerdings kann ich dass mit der medizinischen Versorgung nicht beurteilen, da wir diese nicht brauchten.

    Im Flugzeug bei uns saßen allerdings ca. 15 amerikanische Rentner, die mit Gehstöcken, Sauerstoffschläuchen und Rollatoren unterwegs waren. Also muss es ja irgendwas dort geben.

     

     

  13. Valueinvestor

    Tim deine Artikel und Ansichten finde ich super. Aber dieser Artikel ist nichts. Wer will schon isoliert in der 3. Welt leben nur um sich ein Leben ohne Arbeit zu leisten. Da kann man gleich Uganda oder Namibia vorschlagen da ist’s auch billig.

    Bevor ich mir so etwas antue, spare ich lieber ein wenig länger und habe ein Leben in geordneten Verhältnissen mit meinen Freundeskreis !!

     

    PS Tim du weißt wie sehr ich deine Arbeit schätze, das weissst du auch!

  14. Hans Luger

    Unter der Brücke ist es am billigsten.

    Also ehrlich, niemand geht wirklich freiwillig nach Bulgarien! Da freut sich der Turbokapitalismus, wenn diejenigen, die zu wenig zum leben und sterben verdienen, statt zu rebellieren lieber sich kaputt sparen und ihrer vertrauten Umgebung mit Freunden und Familie den Rücken kehren, nur weil am Arsch der Welt die Rente noch etwas mehr Kaufkraft hat.

    Tim muss aufpassen dass er von seinem Manhattan-nokidlife-Turm die Realität nicht aus den Augen verliert.

    Bitte mehr Lebensbeispiele von normalen Menschen, die jeden Tag hart daran arbeiten, finanziell frei zu werden!

  15. Thorsten

    Ich bleibe zu Hause in Deutschland, Palmen wachsen auch bei uns („dees wächst bei uns nitt, dees isch nix für hier“ Oooooh). Ich habe auch winterharte Bananen („ka ma da a Banane ernte ?“) im Garten.  Die hier habe ich z.B selbst ausgesät, ich habe noch mehr im Garten stehen:

    http://egghead-blog.de/img_20180416_122917/

  16. Thorsten

    Beim Wohnort von Tim denke ich gibt es eine Sache zu bedenken. Wenn wir von Arsen in Reis sprechen, dann haben wir das monatelang in den Deutschen Medien gelesen, wird das in den USA überhaupt veröffentlicht ? Die Stimmungen und Strömungen sind aus der Entfernung nicht mehr authentisch nachzuvollziehen (mir ging es jedenfalls so wenn ich drüben war).

    Smoothis sind hier z.B in der Kritik, weil unverarbeitetes Obst eben doch gesünder ist als Einflößpampe. Wir kennen niemanden, der das als Obstersatz nimmt, es wird auf youtube und in der Werbung von der Industrie gehypt.  In Deutschland wird alles analysiert und zerpflückt, man konsumiert nicht ganz so bedenkenlos, nur weil jemand gerade wieder „neu“ oder „gesund“ schreit ist mein Eindruck. Man macht sich vorher ein Bild und probiert nicht naiv einfach aus. Hat Vor- und Nachteile. Smoothiemaker werden hier sicher kein Renner, wir kennen niemand, der das ernst nimmt.

    Unser Hauptproblem für die Finanzielle Freiheit in Deutschland ist u.U nicht der hemmungslose Konsum, der in den USA stärker ist, sondern die hohe steuerliche Belastung. Das Sparen ist einfach schwerer hier. Mit der geplanten Steuerreform von Scholz werden wir 5€ bis 10€ monatlich mehr in der Tasche haben, die durch Steigerung anderer Posten (ÖPNV, Miete, Energie) sicher wieder aufgefressen wird. Deutschland ist das Land mit der zweithöchsten Steuerbelastung in den OSZE-Ländern.  Die Progression trifft die Oberschwester wie den Handwerker. Ehemals sollte sie nur den Bankdirektor treffen und wurde nie angepasst.  Die schwarze Null mit Wohlfühlbonus ist der Preis, die USA sind hochverschuldet.

    @Tim weiter so ! Jeder kann aus den Artikeln herausnhemen, was ihm etwas nützt, es gibt kein richtig oder falsch.

  17. June

    Hallo zusammen,

    alles was ich in Tims Bericht lese, ist  die Tatsache, dass es auch für die kleine Rente in einem anderen Land ein auskömmliches Leben gibt.

    – Das ist kein Lebensziel für jemand der finanziell Frei werden möchte.
    – Es ist auch kein Lebensziel für kranke Rentner
    – Auch Heimatverwurzelte werden damit unglücklich.

    Aber für jemand der während seines Erwerbslebens den Fehler gemacht hat nicht oder ungenügend privat vorzusorgen und der jetzt mobil und aufgeschlossen ist kann es ein Ausweg sein. Und daher hat der Bericht, wie ich finde,  seine Berechtigung.

    Immerhin haben die heutigen Rentner jahrelang gehört die Rente sei sicher und die zusätzliche private Rentenvorsorge wurde der breiteren Masse erst die letzten 10 – 15 Jahre nahegelegt.   Und dies auch noch mit völlig falschen Vorsorgeprodukten.

    Bulgarien und Mexiko sind einfach nur austauschbare Beispiele.

    Oberste Priorität hat für uns Zukunftsrentner der Konsumverzicht für die private Vorsorge. Aber die Rentner für die die Vorsorge schon zu spät ist freuen sich eventuell über eine Lebensidee.

     

    Take care,

     

    June

  18. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Freelancer
    @ ValueInvestor
    @ June
    @ Thorsten

    Ich wollte nur mal eine andere Perspektive zeigen. Mit wie wenig Geld man generell über die Runde kommen kann. Und wo arme Rentner ein neues Zuhause finden.

  19. Ruben

    Gäbe es hier eine gesunde Aktienkultur, dann hätte der ehemalige gutverdienende Schiffsbauingenieur aus dem Spiegel TV Link vielleicht nicht zu Lehman Zertifikaten gegriffen und keinen solchen Schiffsbruch erlitten.

  20. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Ruben,

    Lehman Bros war keine Klitsche, sondern ein altehrwürdiger Name. Dass ich keine Anteile von denen hatte, war eigentlich nur dem Zufall geschuldet.

    Selbst Buffett hatte schon früher seine Not mit Salomon Brothers.

    Immer wenn im N-TV Laufband die Ticker durchliefen, dann wollte ich Lehman Brothers, Bear Stearns, Goldman Sachs, JPMorgan, Morgan Stanley usw. mal haben.

    Es gab keinen Grund, an Produkten dieser Firmen zu zweifeln. Gut, dass Zertifikate kein Sondervermögen sind, das sollte natürlich gewusst werden. Aber an der Solvenz und Zuverlässigkeit dieser uralten Investmentbanken zu zweifeln war nicht angezeigt.

    Die Finanzkrise war eine Ausnahmeerscheinung, und ich staune bis heute, dass das so relativ glimpflich ablief.

    Meiner Meinung nach lief bei der Vernichtung von Lehman und Bear Stearns ein Spiel der Giganten ab.

    Apropos Krise…

    Derzeit scheinen sich Möglichkeiten bei Anleihen in türkischer Lira zu ergeben. Spielt da jemand hier mit? Mich löckt das schon etwas. Natürlich Unvernunft und Zocker-Gen im Spiel.

    Die Lira als Währung schmiert ab, und die Anleihen in Lira ebenfalls. Also doppelte Chance. Wenn man jetzt eine TRY-Anleihe kauft, dann bekommt man die billig im Kurs und billig in der Währung.

    Beispiel XS1085176466, wenn man die jetzt kauft, dann bezahlt man ca. 84% von 100%. Die Lira ist zusätzlich billig. Es ergibt sich eine Rendite >16% bei Zinskupon von 9,25%.

    Je höher die Kurve, desto billiger die Lira.

    Man müsste eine Anleihe zu 10.000 TRY (türkische Lira) für 1.908 EUR kaufen, wenn die bei 100% steht. Da die obige Anleihe aber gefallen ist auf ca. 84%, bezahlt man nur ca. 1.600 EUR dafür.

    Wenn die Lira sich jetzt auf einen Kurs von 3,5 Lira für 1 EUR erholen würde (keine Krise dauert ewig), und die Anleihe wieder auf 95% steigen würde, dann wäre die 10.000 Lira Anleihe wieder 2.715 EUR wert. Im Normalfall sollte sie dann 2021 zu 100% zurück bezahlt werden, so die Türkei keinen Staatsbankrott erklärt.

    Na ja, nur mal so als Anregung. Weiß selbst nicht, ob ich das mache. Habe schon was anderes vor.

    Gutes Nächtle,

    MS

  21. Claus

    @ Matthias Schneider

    Türkische Lira…

    hier sind mir zu viele „wenns“ im Spiel. Währungen sind m.E. noch viel schwieriger prognostizierbar, als Aktien ohnehin schon.

    Anleihen kommen mir nicht ins Depot, da sie schlicht langfristig bisher immer deutlich schlechter abgeschnitten haben, als Aktien. Hierzu kann ich nur das sehr gute Buch von Jeremy J. Siegel empfhehlen: „Langfristig investieren“.

    Warum nicht einfach ein paar „abgestürzte“ oder günstige Erholungskandidaten einsammeln, Divs kassieren und sicherlich auch (bald?) Kursgewinne erzielen?

    Altria, BAT, Ph. Morris, Gen. Mills, Walgreens, IBM, Nestle, P&G, J&J, Reckitt B., Disney, Dentsply Sirona…

    LG

  22. Kiev

    @ Matthias

    ich habe auf die Schnelle keine Aktien in der Türkei entdeckt, die ich mir langfristig vorstellen könnte. Auf eine einzelne Aktie zu setzen ist auch nicht sicher erfolgsversprechend. Man kann ja auch breiter in einem Turkey Index investieren. Profitiert man hier nicht auch von den Devisenkursen? z.B. Turkey Titans 20 LYX0AK oder MSCI Turkey.

    Hier ist das Geld produktiv angelegt und zumindest die exportorientierten Unternehmen sollten dabei von den Währungskursen profitieren.

    Der Kurs von dem Lyxor Index würde sich mit der „niedrigen“ Höhe auch für mich für Optionsverkäufe eignen. Es wird langsam Zeit für einen IB basierten Broker.

  23. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Claus,

    verständliche Einstellung, aber die einzigen Werte für mich wären evtl JNJ oder PG. Beide zu teuer. Tabak ist tabu für mich. Um General Mills wird mir zu viel Hype gemacht, Nestle als CH-Wert nix, IBM ist mir nie in den Sinn gekommen, die anderen  evtl. mal…

    JNJ mit einem KBV über 5,5 bei 10-Jahresdurchschnitt von 3,6 mir zu teuer.

    Ich sehe keinen „Absturz“, eher kleine Korrektur. 90 USD abwärts würde ich wohl mal nachdenken. Auch bei einer Dividende von 2,xx% kommt bei mir keine Begeisterung auf.

    Ich sehe bei all den Werten keine vergleichbare ca. 70% Chance in überschaubarer Zeit wie in dem Beispiel oben. Ich habe eben keinen 30-Jahre Anlagehorizont. Deswegen muss ich nicht „Langfristig Investieren“ lesen.

    Langfristig bin ich tot, ich gehe im Juli aus dem Job und 2021 in Rente. Da muss Rendite fließen, keine langfristige Hoffnung.

    Bin kein Anleihetyp, aber mich interessiert das schon. War nur ein spezieller Gedanke zu einer speziellen Gelegenheit. Vor einiger Zeit ging das mal beim Rubel so. Muss mal nachschauen was dabei raus gekommen ist.

    Müsste mich mal mit Bill Gross oder Jeffrey Gundlach u. a. beschäftigen.

    Beste Grüße

    MS

    Nachtrag:

    @Alex.

    bei IB kann man (glaube ich) gar keine Anleihen handeln. Ich habe die bei Flatex eingegeben, und könnte sie problemlos kaufen.

    @Kiev,

    türkische Aktien würde ich auch nicht kaufen. Es geht hier um eine Anleihe, die in türkischer Lira begeben wird.
    Man bekommt also eine jährliche Zinszahlung von 9,25% und hat die Chance, dass durch Erholung der Anleihe im Kurs, und der Lira im Kurs ein doppeltes Potenzial entsteht.

    Hier die Anleihen von verschiedenen Emittenten in TRY.

    Habe gerade nachgeschaut, was aus den Rubel-Anleihen geworden ist. Die stehen alle wieder um 100%! Damals um 2015 waren die z.T. bei 60% zu haben, bei billigem Rubel. Hier die, die ich damals leider nicht gekauft habe.

    Zumindest der Rubelkurs hat momentan auch wieder nachgegeben.

  24. Claus

    @ @ Matthias Schneider

    jaja, langfristig sind wir alle tot (lach), völlig richtig. Auch ich habe nicht mehr viel Zeit…

    Für mich würde sich eine solche Spekulation nur lohnen, wenn, wie Du ja auch schreibst, in „überschaubarer Zeit“, vielleicht 1-2 Jahre, besser kürzer, ein ansehlicher Gewinn einstellen könnte (Chance 70% ist gut).

    Dabei sollte ein ordentlicher Gewinn, möglichst einige K EUR, anfallen. Somit wäre der Einsatz und das Risiko auch entsprechend hoch. Bei Türkei, Anleihen und Lira wäre mir das „zu unübersichtlich“.

    Es ist immer entscheidend, was man erreichen möchte. Hier hat jeder andere Ziele. Wenn ich z.B. „schnell“ 500 oder 1.000 Eur erzielen wollte, würde ich je nach Situation 5-20k einsetzen. Vor dem Kauf stehen Stop- und Zielkurs fest. Habe ich hierbei öfters Glück als Pech (viel mehr ist es kurzfristig nicht), verdiene ich Geld. Hierzu würde ich mir eine gerade gut im Aufwärtstrend laufende Aktie mit einem kleinen Rücksetzer anschauen…

    Will ich ein gutes „Einkommen“ erzielen, kaufe ich heute vielleicht eine Ph. Morris mit aktuell 3,94% Netto-Dividende (BAT 3,71%, Altria 3,80%) oder auch noch eine P&G 2,91%, J&J 2,13%, Scotiabank 3,01%, IBM 3,21%. Sogar Shell könnte trotz des Kursanstiegs mit 3,82% Netto-Div. noch interessant sein. Hierbei setze ich 10-20K langfristig (min. 5 Jahre, besser länger) ein.

    Viel Erfolg + Glück, LG

  25. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Claus,

    alles ok. Deswegen funktioniert ja der Markt, weil es viele Facetten und Interessen gibt.

    Speziell Türkei/Lira ist halt jetzt die Anti-Erdogan Stimmung in den Kursen der Währung und der Anleihen zu spüren.

    Aber ich denke, Türkei ist nicht Venezuela. Die Türkei ist ein Schwergewicht da unten, UND (noch) Nato-„Partner“. Wie bei Russland, das sind kriselnde Schwächen, aber keine Abgesänge.

    Mal sehen, vielleicht probiere ich es mit symbolischem Betrag, nur um die Entwicklung zu sehen. Entweder ich werde bestätigt, oder es kommt noch schlimmer. 🙁

    2021 sollte die Anleihe zumindest abgelöst werden, und ich denke, zu 100%.

    Die Lira könnte natürlich bis dahin noch weiter in die Grütze gehen, dass damit trotzdem kein Gewinn, bzw. womöglich noch ein Verlust entsteht. Mal sehen.

    Die möglichen 70% beziehen sich auf die Kurserholung der Anleihe von 84% auf 100% (Ablöse bei Endfälligkeit 15. Juli 2021 = letzter Zinstermin) UND gleichzeitiger Erholung der Währung  EUR/TRY von 1 EUR zu derzeit 5,24 TRY auf ca. 3,50 TRY bis 2021.

    Ach ja, die 9,25% Zins p.a. gibt es ja auch noch! 😉
    Schaun mer mal…

    MS

  26. Investor111

    so weit ich weiß können türkische Anleihen / Aktien gar nicht im Ausland gehandelt werden.

    oder weiß es jemand besser?

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