In 20 Jahren kannst Du finanziell frei werden, wenn Du 50% sparst. Plus Leserbrief


New York, 29. September 2017

Über das Foto schreibt Jan: „Das Foto ist vom letzten Ski-Urlaub in Österreich.“


Wir leben in einer verrückten Konsumwelt. Die Deutschen geben im Schnitt schon 31.400 Euro für einen Neuwagen aus. Die Menschen greifen immer tiefer für einen fahrbaren Untersatz in die Tasche. Dabei ist der Wertverlust in den ersten Jahren enorm. Manch einer hat kaum etwas in der Altersvorsorge, aber ein fettes Auto in der Garage.

Das ist ein typisches Verhalten der Mittelschicht: Das Geld wird verpulvert. Teure Hochzeit, Reisen, Restaurants, teures Haus, teure Sportgeräte, Mode, Fitnessstudio, Luxus… Die Folge sind Schuldenberge, Hypotheken, wenig Altersvorsorge. Arbeiten bis 65. Wir leben in einer Konsum-Falle. Wir stecken fest. 40 Prozent der Deutschen hat praktisch keinerlei Ersparnisse.

Ich hab mich von dem Konsumwahn losgesagt. Ich lebe bodenständig. Und bin lieber finanziell frei. Was ich nicht begreife, was mir ein Clown-Auto bringen soll? Ich hab seit elf Jahren gar kein Auto mehr. Kein TV.

Im übrigen verdienen die Deutschen gut. Nur fließt bei den meisten das Geld in Strömen in den Konsum, anstatt in Investments. Ich halte Sparraten bei vielen Jobs von 50 Prozent für möglich. Aber die wenigsten können sich das vorstellen.

Die finanzielle Freiheit ist recht einfach zu erreichen, wenn Du die Mathematik dahinter verstanden hast. Sagen wir, jemand verdient 3.000 Euro netto. 50% werden gespart per ETF-Plan im Monat. Nach 20 Jahren bei 7 Prozent Rendite hat er/sie 765.000 Euro. Hier ist die Berechnung. Auf Basis der Vier-Prozent-Entnahme-Formel hat die Person 30.600 Euro pro Jahr zur freien Verfügung. Das sind 2.550 Euro im Monat. Davon kannst Du gut leben, nicht wahr?

Die meisten folgen dem Konsumrausch. Sie füllen das Haus. Sie müssen lange arbeiten, bis sie endlich in die Rente können. 70 Prozent mag den Job nicht. Sie machen nur Dienst nach Vorschrift. Sie sind nicht engagiert. Ihnen geht vieles auf den Wecker. Zufrieden macht offenbar der Konsum und das Stecken im Hamsterrad nicht. Eher unzufrieden.

Ich hab hier in Video gestern zum Thema gemacht:

Heute füge ich einen Leserbrief an. Es ist ein Plädoyer für den Konsum. Was meinen meine Leser? Sollen wir ihn zerrupfen? Oder sind wir gnädig, weil er seine Meinung mutig und frei kund tut?

Hier nun der Leserbrief:

Lieber Tim,

ich lese relativ regelmäßig die Leserbriefe auf Deinem Blog. Ich freue mich immer, wenn es wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Nun möchte ich natürlich auch einmal etwas „geben“, anstatt immer nur zu „nehmen“. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, Dir ebenfalls einen Leserbrief zu schreiben.

Auch ich möchte Dich bitten, meinen Brief in anonymisierter Form zu veröffentlichen (sofern Du eine Veröffentlichung in Betracht ziehen solltest).

Hierzu habe ich mich für den im Betreff genannten und – zumindest im Kontext deines Blogs – vermutlich provokanten Titel („Plädoyer für den Konsum“) entschieden.

Dazu aber später mehr…

Erst einmal möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Jan, ich bin 36 Jahre alt, verheiratet. Ich komme aus Köln.

Mein Bildungsweg hat mich über eine abgeschlossene Ausbildung (IT-Bereich) und ein Studium der Betriebswirtschaftslehre zu einer Festanstellung in einem größeren deutschen Industrieunternehmen geführt. Hier verdiene ich mittlerweile ca. 3.200 € netto pro Monat zzgl. einer zielgebundenen Jahres-Prämie von ungefähr 5 TEUR brutto. Meine Frau arbeitet zurzeit nicht, sucht jedoch eine geringfügige Beschäftigung. Mehr ist aus gesundheitlichen Gründen leider nicht möglich.

Meine Sparrate kann ich zwar nicht exakt benennen, dennoch möchte ich versuchen, Dir und Deinen Lesern einen groben Überblick über meine Verhältnisse zu geben.

Grundsätzlich zahlt mein Arbeitgeber für mich in eine betriebliche Altersvorsorge (knapp 100 € monatlich). Ich erhalte zusätzlich noch vermögenswirksame Leistungen, die ich privat aufstocke (in Summe ca. 60 € pro Monat). Darüber hinaus zahle ich monatlich 70 € in eine indexbasierte Privatrente (Euro Stoxx) und in eine Riesterrente (100 € monatlich seit ~10 Jahren) ein. Seit kurzem zahle ich ferner 300 € in einen ETF auf Basis des S&P 500. Weitere 150 € lege ich monatlich auf mein Sparbuch (Stand ca. 20 TEUR). Von der jährlichen Prämie fließen weitere knapp 2.000 € pro Jahr in mein kleines selbstgeführtes Aktiendepot (Stand ca. 10 TEUR).

Bei meinem Depot halte ich es eher wie Peter Lynch, da mein Depot tatsächlich über 15 Positionen beinhaltet und sich die einzelnen Werte zwischen 500 und 1.000 € bewegen. Dies ist jedoch historisch so gewachsen und rückwirkend sicherlich nicht besonders clever gewesen. Aus diesem Grund werde ich mich zukünftig darauf konzentrieren, einzelne Positionen weiter auszubauen. Das Depot umfasst unter anderem Titel wie Apple, Alphabet, Manz, Covestro, Infineon, NVIDIA, Wirecard, Morphosys, Blizzard Activision, Paypal, Commerzbank, Allianz, Münchener Rück oder auch SGL Carbon.

Ich wohne seit über 10 Jahren in einer Eigentumswohnung (mit knapp 70 qm), wobei ich hier, Stand heute, noch laufende Verbindlichkeiten i.H.v. 70 TEUR auszuweisen habe. Der Verkehrswert der Wohnung liegt bei knapp 100.000 €. Die Wohnung habe ich damals für ca. 60 TEUR gekauft und nach 10 Jahren noch einmal für knapp 30 TEUR hochwertig modernisiert. Die Zahlen scheinen ggf. nicht vollständig plausibel zu sein, allerdings muss berücksichtigt werden, dass das ursprüngliche Darlehen etwas höher als der eigentliche Kaufpreis ausgefallen ist (Aufschlag zur Anschaffung der Einrichtung wie Küche, Möbel usw.). Der effektive Jahreszins liegt derzeit erfreulicherweise bei knapp 1 %.

Ich zahle aktuell 400 € monatlich zwecks Tilgung an die Bank und weitere 150 € Wohngeld. Eine vergleichbare Mietwohnung läge bei uns in der Gegend um die 600 € kalt.

In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass ich die Diskussionen rund um das Wohneigentum oftmals nur bedingt nachvollziehen kann. Würde ich stattdessen zur Miete wohnen, dann wäre das Geld dauerhaft und vollständig verloren. Das heißt, es steht schlichtweg nicht mehr zur Verfügung und erzielt daher auch keinerlei Rendite. Auch würde ich monatlich durch die Mietkosten in Summe sogar stärker belastet werden als es aktuell der Fall ist.

Durch den Kauf habe ich nach 30 Jahren jedoch eine (hoffentlich) schuldenfreie Eigentumswohnung als zusätzliche Altersvorsorge. Ich bin auch der Meinung, dass dem Wohneigentum zur Vermeidung von Altersarmut eine zentrale Bedeutung zukommt. Man zahlt bestenfalls im Alter ausschließlich Wohngeld und Grundsteuer, bleibt dafür jedoch von Mieterhöhungen usw. verschont. Somit sind die Fixkosten im Alter deutlich geringer. Auch kann ich die Wohnung bei Bedarf, z.B. aufgrund eines arbeitsbedingten Umzugs, vermieten und die evtl. noch auf das Darlehen anfallenden Zinsen steuerlich geltend machen.

Jetzt fragen sich einige Leser vielleicht, wieso ich meinen Leserbrief mit „Plädoyer für den Konsum“ tituliert habe.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man das Leben einfach mal genießen sollte. Und zwar erst recht dann, wenn man noch jung und gesund ist. Was bringt es mir die besten Jahre meines Lebens extrem sparsam zu sein, wenn ich im Alter zwar finanziell frei bin, ich dafür jedoch gesundheitliche Probleme habe und viele Träume unter Umständen nicht mehr verwirklichen kann. Bspw. sagen viele ältere Menschen ganz deutlich, dass man auf den Ruhestand nicht warten und sich erst Recht nicht darauf freuen sollte. Dann ist es für viele Dinge bereits zu spät und man kann die Zeit nicht mehr zurückdrehen… Im Büro geht es bei den Kollegen oftmals nur noch um die Frage, wann sie endlich in den „heiß erwarteten“ Ruhestand gehen können. Sie verstehen nicht, dass die Musik heute spielt und der Ruhestand, unabhängig der finanziellen Situation, nicht als Höhepunkt des Lebens angesehen werden sollte.

Aus diesem Grund gehe ich mit meiner Frau gerne gut Essen. Wir leisten uns z.B. auch regelmäßig spontane Städtereisen. Wir haben einen relativ großen Fernseher samt Pay-TV (bei Kabelfernsehen bleibt einem aber leider nicht viel übrig). Wir drehen also nicht jeden Euro dreimal um, sondern nur einmal oder zweimal. Sicherlich ist Sparsamkeit wichtig. Ich habe in meiner Kindheit gelernt, dass „Haben von behalten kommt“.

Jedenfalls möchte ich den Lesern Deines Blogs damit nur sagen, dass das Sparen und die damit hoffentlich einhergehende finanzielle Freiheit nicht unbedingt glücklich machen werden.

Wie oben ausgeführt, lässt sich aber erkennen, dass meine Frau und ich das Geld nicht maßlos zum Fenster hinaus werfen. Wir versuchen zunehmend, einen Teil des Geldes anzusparen. Meine Generation – und das gilt natürlich auch für die darauffolgenden – wird, dank Mütterrente und Co., in Zukunft sicherlich noch stärker in die Pflicht genommen werden. An die völlig überzogenen Pensionen der Staatsbediensteten geht komischerweise niemand ran. Aber welcher Mensch schießt sich schon gerne ins eigene Knie…

Ich möchte an dieser Stelle gerne einräumen, dass ich besser schon früher im Leben hätte anfangen sollen, einen gewissen Betrag konstant zu sparen, um so vom Zinseszins besser profitieren zu können. Allerdings blieb, dank Ausbildung in einem kleinem Betrieb bzw. später auch Studiengebühren, erst einmal gar nichts übrig. Meine erste Anstellung wurde mit knapp 35 TEUR pro Jahr entlohnt und auch hier blieb, den diversen Fixkosten sei Dank, nicht wirklich viel übrig. Ehrlich gesagt habe ich mir zu diesem Zeitpunkt deutlich weniger Gedanken über meine finanzielle Zukunft gemacht und das – so selbstkritisch muss ich dann auch sein – trotz abgeschlossenem Wirtschaftsstudium.

Wichtiger als das Streben nach finanzieller Freiheit ist mir persönlich jedoch die Tatsache, dass ich ein aus meiner Sicht selbstbestimmtes Leben führen kann. Dabei betrachte ich meine Festanstellung gar nicht als Einschränkung, da mir diese außerordentlich viel Spaß macht. Selbst wenn ich jeden Tag vor 6 Uhr die Wohnung verlassen muss, so setze ich mich in mein Auto (und ja, es handelt sich um einen Jahreswagen einer Premiummarke), fahre fröhlich-pfeifend zum Bahnhof und kaufe mir dort jeden Morgen einen Kaffee.

Da ich Alleinverdiener bin und ich weiß, dass statistisch gesehen jeder fünfte Mann vor dem Erreichen des Renteneintrittsalters berufsunfähig wird, habe ich ebenfalls eine doch recht kostenintensive Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Auch haben meine Frau und ich eine private Krankenzusatzversicherung, da diese im Alter nicht mehr bezahlbar sein wird (wenn man sie überhaupt noch angeboten bekommen sollte). Dies sollte man ebenfalls in Betracht ziehen, wenn es darum geht, die monatlichen Fixkosten zu senken.

Wenn ich mir die vielen erfolgreichen Menschen anschaue, sei es nun Bill Gates oder Warren Buffett, so fällt mir immer wieder eine Gemeinsamkeit auf. Sie alle arbeiten noch. Sie sind scheinbar sehr zufrieden damit, dass sie trotz ihrer finanziellen Freiheit noch weit über das Rentenalter hinaus interessante und anspruchsvolle Aufgaben wahrnehmen können.

Abschließend wünsche ich allen Deinen Lesern weiterhin viel Erfolg beim Erreichen ihrer finanziellen Freiheit. Ich hoffe, dass ich mit meinem Brief einen kleinen Beitrag zu den großartigen Diskussionen in Deinem Blog leisten konnte.

Schlusswort

Von vielen der auf Deinem Blog veröffentlichen Leserbriefe bzw. den zugrunde liegenden Geschichten bin ich wirklich sehr beeindruckt. Insbesondere wenn es sich um junge Menschen handelt, die sich frühzeitig Gedanken über ihre Zukunft zu machen und ihre Ziele konsequent verfolgen. Die Ausübung von Sparsamkeit und Verzicht sind in der heutigen Welt in sich bereits eine großartige Leistung. Ich glaube auch, dass diese Erfahrungen wichtige persönliche Eigenschaften mit sich bringen und das unabhängig davon, ob es sich um private Angelegenheiten handelt oder auch um Führungsaufgaben innerhalb eines Unternehmens.

Mit freundlichen Grüßen

Jan


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „In 20 Jahren kannst Du finanziell frei werden, wenn Du 50% sparst. Plus Leserbrief

  1. Tina

    Hi!

    Mein erster Gedanke:

    Zuviel „Ich“, zuwenig „Wir“. „Ich“ habe die Wohnung, den Riester, den Premiumjahreswagen, das Depot, die VL, die Privatrente. Was hat „Sie“? Allem Anschein nach nichts außer so großen gesundheitlichen Problemen, die nur einen Mini-Job ermöglichen (den sie aktuell sucht und der ihr quasi keine nennenswerten Rentenansprüche einbringt). Wo ist die Altersvorsorge der Frau, zahlt er in eine Privatrente oder in ETF-Sparpläne o.ä. für sie ein?

    Dass eine ETW eine Lifestyle-/Konsumentscheidung ist, und nicht zwangsläufig eine Investition mit Rendite, sehe ich wie Herr Kommer (Jan könnte „Kaufen oder Mieten“ lesen, wenn noch nicht geschehen, sehr interessant und aufschlussreich). Dass nicht jeder Eigentümer zum Vermieter geboren ist und man da auch echt Bock drauf haben muss, weil es ja auch mal „menschelt“ zwischen den Parteien, ist auch so eine Sache. Und aus einer Immobilie kann ich nicht jährlich 4 Prozent entnehmen, wenn ich die finanzielle Freiheit leben möchte, nur aus meinem Depot.

    Ich persönlich kann diesen Lebensstil nicht so ganz nachvollziehen. Klar müssen zwei Personen mit nur einem (guten) Gehalt nicht von Wasser und Brot leben. Aber wenn die eine Person nichts zum Einkommen beisteuern kann, sollte man doch erst recht aufs Geld schauen und die Altersvorsorge für den kranken Partner mitstemmen. Zum Beispiel, indem man den morgendlichen Bahnhofskaffee in einen ETF-Sparplan einzahlt….?

    Es tut mir leid, ich kann das nicht nachvollziehen. So viele schöne Sachen kann man machen ohne Geld, vielleicht müssen es nicht immer Städtereisen sein. Für meine Begriffe hat der ganze Brief den Unterton „Das gönne ich mir.“ – Schade, aber jeder, wie er mag.

  2. Daniel

    Naja, zerrupfen würde ich den Leserbrief nicht, aber er spiegelt halt viele Aspekte wider die mir auch in meinem persönlichen Bekanntenkreis genannt werden und zu denen ICH zumindest, eine andere Stellung beziehe.

    Lezten Endes ist es DEIN LEBEN und NUR DU bestimmst wie etwas abläuft. Ich habe weder das Recht dich darin zu belehren noch den Anspruch dich auf einen anderen Weg zu missionieren.

    Insgesamt, und das zuerst, erscheint es mir momentan etwas merkwürdig, dass Du trotz deines deutlich über dem Durchschnitt liegenden Einkommens von 3000€ Netto eine Eigentumswohnung mit 400€ im Monat „auf ewig“ abkleckerst. Die laufenden Kosten, erst Recht wenn du zusammenlebst, dürften doch überschaubar sein und hohe Sparraten ergeben. Erst Recht, wenn mittelfristig der Zweitverdiener wieder dazukommt.

    Ich habe mir mal ein paar Sätze die mir hängen geblieben sind herausgepickt und würde da gerne mein persönliches Statment zu abgeben.

    In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass ich die Diskussionen rund um das Wohneigentum oftmals nur bedingt nachvollziehen kann. Würde ich stattdessen zur Miete wohnen, dann wäre das Geld dauerhaft und vollständig verloren. 

    Ich verweise hier an dieser Stelle auf den gern genommenen „Kommer“ mieten statt kaufen, der widerlegt, dass Eigentümer generell diejenigen sind, die mehr sparen, im Alter besser dastehen und/oder Geld vernichtet haben. Wer diszipiliert spart, aber zu Miete lebt wird später die Miete „für lau“ aus seinen Kapitalerträgen generieren können, erst Recht mit hohem Einkommen und hoher Sparrate ab früher Jugend an. Klar, das Geld ist verloren, aber es wurde auch mit kaum Eigenleistung generiert. Daneben sollte man noch eines bedenken: Was ist denn mit den Kreditzinsen, also den Negativzinsen die du auf dein Darlehen/Kredit zahlst? Dieses Geld ist genauso verloren, Monat für Monat, Jahr für Jahr und das über einen sehr langen Zeitraum. Die hohen Kreditzinsen werden kommen, denn noch niedriger als jetzt können sie kaum sein. Ich möchte nicht wissen wieviele Finanzierungen demnächst in Schieflage stehen wenn nach 10 Jahren neu verhandelt werden muss, aber das viel zu teuer erkaufte Haus noch längst icht abgezahlt ist und der Leitzins wieder steigt.

    Nebenbei, eine Immobilie nutzt sich ab, verliert evt. an Attraktivität und beheizt ist sie dann genausowenig. Kein verlorenes Geld? Hier sollte man beim Vergleich schon fair bleiben.

    Man zahlt bestenfalls im Alter ausschließlich Wohngeld und Grundsteuer, bleibt dafür jedoch von Mieterhöhungen usw. verschont. 

    Ich weiss nicht was man im Alter alles zahlen muss, aber wir hatten auch schon Zwangshypotheken, wir wissen auch nicht ob du nicht politisch getrieben dazu gewungen wirst dein Haus noch einmal teuer energetisch zu sanieren, wir wissen auch nicht ob das ganze Haus nicht evtl. noch einem altengerecht umgebaut werden muss. Ebenso unklar sind weitere Steuern die man sich bis dahin vielleicht noch ausdenkt und nicht zu vergessen die Tatsache ob so ein Haus ode eine Wohnung im Alter nicht vie zu groß für dich geworden ist, weil die Kinder vielleicht aus dem Haus oder du wieder, warum auch immer, Single bist.

    Du bist ja auch zudem nicht alleine im Haus, wenn die Gemeinschaft beschließt Solarpanels zu installieren dann wirst Du gern beteiligt.

    Somit sind die Fixkosten im Alter deutlich geringer. 

    Einspruch, ich werde auch irgendwann ein Einfamilienhaus erben und ich kann dir versichern, dass so ein 50er Jahre Bau deutlich höhere Fixkosten generieren wird als eine bedarfsgerechte Mietwohnung die ich beziehen könnte. Vom zeitlichen Aufwand mal ganz abgesehen. Bei einer Eigentumswohnung mag das stimmen, da gebe ich Dir Recht.

    Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man das Leben einfach mal genießen sollte. Und zwar erst recht dann, wenn man noch jung und gesund ist. Was bringt es mir die besten Jahre meines Lebens extrem sparsam zu sein, wenn ich im Alter zwar finanziell frei bin, ich dafür jedoch gesundheitliche Probleme habe und viele Träume unter Umständen nicht mehr verwirklichen kann. 

    Ja, das übliche YOLO, ist absolut nachvollziehbar, aber nicht rational. Es ist eine Wette darauf dass du im Alter nicht gesund bist. Die Statistiken sprechen dagegen. Wer heute geboren wird, wird als Mädel höchstwahrscheinlich deutlich über 90 und als Mann bestimmt über 80. Die Wahrscheinlichkeit im Alter, also zumindest im Alter zwischen 55 und 75 noch deutlich fitter zu sein als man gemeinhin annimmt, ist deutlich wahrscheinlicher als bis dahin zu sterben oder vor sich hinzusiechen. Möchtest Du die Wette eingehen? Ich nicht, ich möchte in dieser Lebensspanne eigentlich eher den Fuß vom Gas nehmen als einen Endspurt in Sachen Altersvorsorge machen zu müssen.

    Ich genieße mein Leben auch, und, man möge micht steinigen, ich habe zwei Autos, habe einen großen TV, habe ein Netflix Abo und auch sonst noch einige Versicherungen, gehe am Wochenende auch mal feiern und schaffe es dennoch eine akzeptable Sparquote von über 50% zu erreichen. Ich habe mich auf die Technik eingeschossen: Kauf gute Dinge, die halten auch länger. Damit fahre ich im Alltag sehr günstig.

     

    Da ich Alleinverdiener bin und ich weiß, dass statistisch gesehen jeder fünfte Mann vor dem Erreichen des Renteneintrittsalters berufsunfähig wird, habe ich ebenfalls eine doch recht kostenintensive Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen.

    Dieser Weg ist auch meines Erachtens absolut begrüßenswert und wird hierzulande, trotz vieler Überversicherungen, gerne vergessen, denn die folgen sind existenzbedrohend und die wenigsten haben die Kohle bei einem Möglichen Eintritt im Alter von 35-40 bis zur Rente + wegfallender Rentenansprüche dieses finanziell auszuhalten. Dennoch solltest Du dich selbst fragen woher diese Quoten inzwischen kommen. Es sind oftmals psychische Leiden, Existenzängste, Burn-Out, etc. Alles „heilbar“ durch vorherige fianzielle Freiheit und damit Flexibilität in der Job-Auswahl.

     

    Wenn ich mir die vielen erfolgreichen Menschen anschaue, sei es nun Bill Gates oder Warren Buffett, so fällt mir immer wieder eine Gemeinsamkeit auf. Sie alle arbeiten noch. Sie sind scheinbar sehr zufrieden damit, dass sie trotz ihrer finanziellen Freiheit noch weit über das Rentenalter hinaus interessante und anspruchsvolle Aufgaben wahrnehmen können.

    Auch hier, diese Menschen lieben einfach ihren Beruf. Die meisten tun das aber wohl eher nicht und viele quälen sich jeden Tag zur Arbeit. Das Geld MUSS aber reinkommen, weil es eben durch fehlende Rücklagen keine Option gibt die WÜNSCH-DIR-WAS Haltung anzunehmen. Auch das würde dafür sprechen möglichst schnell die finanzielle Freiheit anzustreben um sich auf das zurückzuziehen was einem Spaß macht.

     

     

    @TIM: Ich sehe die Einsparmöglichkeiten und damit 50% Sparquote ebenfalls. Ich denke aber das der von dir genannte beispielhafte Wert von 3000€ Netto nicht dem deutschen Standard entspricht. 50% Sparquote als Gutverdiener zu haben ist easy, man muss nur seinen Konsum reduzieren der oftmals auf Luxus basiert. Wer aber heute mit etwa 1300-1600€ auskommen muss, womöglich noch eine Familie durchfüttern muss, hat derhat hohe Grundbelastungen durch Lebensmittel, Miete etc., dass diese Quote auch beim besten Willen nicht haltbar ist. Und unfairerweise sind die schlechtbezahlten Jobs dann auch meist diejenigen, die dich dann auch körperlich und zeitlich so auslasten, dass ein Nebenjob zum Zuverdienst wohl eher nicht drinsitzt.

    Gruss Daniel

  3. J

    Kudos an Jan! (ohne auf Details einzugehen wie Daniel)

    Es geht einfach um die Balance, um das Ganze kurz und prägnant zu nennen. Ich muss als junger Mensch heutzutage bereits früh an eine Altersvorsorge denken, darf dabei aber nicht vergessen, auch im Jetzt zu leben.

  4. Jessica

    Ich möchte gerne zu Bedenken geben, dass kein einziger der genannten Einzeltitel im Depot Peter Lynchs Investmentkriterien stand halten würde.

  5. Lena

    Hallo Jan,

    ich finde, dein Weg klingt ganz entspannt und du klingst glücklich. Gleichzeitig ist es ja auch so, dass du dich trotzdem um dein Geld und deine Zukunft kümmerst, also ist doch alles super. Ich glaube, das „Jetzt“ ist auch am Wichtigsten. Mir ist auch schon aufgefallen, dass Buffett bspw. noch arbeitet und er ist fast 90! Also sollte das Ziel vielleicht sein, einen Beruf zu haben, der Spaß macht und den man ewig machen kann und will.

    Andererseits muss man bedenken, dass das nicht mit jedem Beruf möglich ist, bspw. Sportler-Karrieren, oder andere Berufe, die den Körper beanspruchen. Hier http://bit.ly/2fVMOLg wurde eine Berufsgruppe vorgestellt, die regelmäßig die Autobahnen wartet und betreut. Ich denke nicht, dass diese Menschen mit 70 diese Arbeit ausführen können und ich denke, dass es mit steigendem Alter noch lebensgefährlicher wird. Andererseits können diese Menschen frühzeitig in einen ETF-Sparplan einzahlen und dann früher mit der Arbeit aufhören … Ich denke, sie wissen das nur nicht. Deswegen muss man viel in der Bevölkerung darüber aufklären.

    Habt ihr auch Kinder oder plant ihr noch welche?

    Viele Grüße aus BaWü

     

  6. Rainer Zufall

    Ich muss sagen, dass ich die Aussage des Leserbriefs nicht wirklich verstehe. Einerseits:

    „Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man das Leben einfach mal genießen sollte.“

    Andererseits

    „Ich möchte an dieser Stelle gerne einräumen, dass ich besser schon früher im Leben hätte anfangen sollen, einen gewissen Betrag konstant zu sparen, um so vom Zinseszins besser profitieren zu können.“

    Ja was denn jetzt? Das Leben genießen und das dann später bereuen? Irgenwie wenig konsequent.

    Ausserdem scheint hier ein Missverständnis vorzuliegen. Du schreibst:

    „Wenn ich mir die vielen erfolgreichen Menschen anschaue, sei es nun Bill Gates oder Warren Buffett, so fällt mir immer wieder eine Gemeinsamkeit auf. Sie alle arbeiten noch. Sie sind scheinbar sehr zufrieden damit, dass sie trotz ihrer finanziellen Freiheit noch weit über das Rentenalter hinaus interessante und anspruchsvolle Aufgaben wahrnehmen können.“

    Ich strebe die finanzielle Freiheit nicht an um auf der faulen Haut zu liegen, sondern um genau das machen zu können was ich möchte. Ich glaube, dass ist überhaupt kein Widerspruch zu Gates, der seine finanzielle Freiheit ebenfalls dazu nutzt um genau das zu machen was er möchte. Tim betont das übrigens regelmäßig.

    VG

     

     

  7. Andrea

    Ich meine, dass es jedem selbst überlassen bleibt, was er mit seinem Geld macht. Der eine möchte gerne so leben, wie der Leser in diesem Artikel. Für mich ist das in keiner Weise provozierend, da die meisten Leute wohl eher wenig soarsam sind. Für mich spricht also nichts dagegen. Konsequenzen sind vielleicht, dass er bis zum offiziellen Rentenalter arbeitet und auch im Fall einer Arbeitslosigkeit nicht auf große Ersparnisse zurüxkgreifen kann und dnan in Hartz-IV abrutscht. Aber vielleicht ist der Leser ja auch in einer Einkommensklasse, die es ihm trotz des verschwenderischen Lebensstils immer noch ermöglicht, viel zu sparen? Darüber erfahren wir nichts.

    Man einer, so wie ich, wird die Erfahrung gemacht haben, dass Konsum nicht glücklich macht und wendet sich daher eher sinnvolleren Dingen zu. Mich macht ein einfaches Leben glücklich. Daraus ergibt sich, dass ich viel sparen kann. Das Sparen ist also nicht Selbstzweck, sondern ein erwünschter Nebeneffekt einer Lifestyle-Entscheidung. Dmait bin ich sehr zufrieden.

  8. Rainer Zufall

    Noch eine Anmerkung zum Wohnungsmarkt:

    „Ich möchte nicht wissen wieviele Finanzierungen demnächst in Schieflage stehen wenn nach 10 Jahren neu verhandelt werden muss, aber das viel zu teuer erkaufte Haus noch längst icht abgezahlt ist und der Leitzins wieder steigt.“

    Hier Zustimmung. Hatte gestern beim Burgeressen mit nem guten Freund das Gefühl, das möglicherweise ein Umdenken bei Banken in Sachen Finanzierung stattfinden könnte: Dessen Bruder möchte 290.000 Euro von der Bank für ein Haus. Die Bank geht von steigenden Zinsen aus und befürchtet, dass der (gutverdienende 43 jährige) Bruder Probleme bekommen könnte. Die Bank verlangt daher eine m.E. recht hohe Eigenbeteiligung von 80.000 Euro (die aber nicht vorliegt). Fand ich interessant, den Standpunkt der Bank.

     

  9. Rainer Zufall

    Andrea

    „Das Sparen ist also nicht Selbstzweck, sondern ein erwünschter Nebeneffekt einer Lifestyle-Entscheidung. Dmait bin ich sehr zufrieden.“

    Sehe ich auch so. Genau dieser Punkt wird häufig nicht verstanden.

  10. Jan

    Hallo zusammen,

    erst einmal vielen Dank für das konstruktive Feedback.

    Ich habe den Brief absichtlich etwas provokant formuliert aber nur um deutlich zu machen, dass man auch Sparen kann ohne direkt auf jegliche Annehmlichkeiten verzichten zu müssen.

    Daher sehe ich in meinen Aussagen auch keinen direkten Widerspruch. Ich habe mich für einen Weg entschieden der es mir ermöglicht, Geld zu sparen und gleichzeitig meine Lebensfreude zu erhalten.

    Wenn bspw. Andrea sagt, dass das Sparen ein Nebenprodukt ihrer Lifestyle-Entscheidung sei, dann ist das genauso legitim und für mich völlig plausibel und authentisch. Wichtig ist doch, dass man glücklich und zufrieden ist.

    @Jessica

    Du hast natürlich Recht. Die Aussage zu Peter Lynch bezog sich nicht auf meine Aktientitel sondern darauf, dass Herr Lynch auch recht viele Positionen im Depot hat oder zumindest hatte.

    @Andrea

    Ich habe versucht recht ausführlich darzulegen, wie meine Verhältnisse im Einzelnen aussehen. Die Angaben sind schon recht umfassend und vollständig (es gibt keine versteckten Sparbücher aber auch keine weiteren Schulden). Wenn ich wirklich alles zusammenrechne, dann komme ich bei 3.500 € netto im Monat (inkl. umgelegten Boni, Steuerrückzahlung usw.) auf eine Sparquote von ca. 800-1.000 € pro Monat. Das halte ich für mich persönlich als angemessen und ausreichend.

    @Daniel

    Ich finde es schön, dass du zu vielen einzelnen Positionen Stellung bezogen hast. In einigen Punkten habe ich schlichtweg eine andere Meinung aber das ist aus meiner Sicht völlig unkritisch.

    Bspw. glaube ich nicht uneingeschränkt an die von den Rentenkassen prognostizierten Zahlen in Bezug auf die zukünftige Lebenserwartung. Die Statistiken suggerieren mir, dass ich viel Einzahlen muss, da ja die Rentenkasse in Zukunft unglaublich lange für meinen Lebensabend zahlen muss. Die Pharma-Branche befeuert diese Zahlen, da sie mir diverse Produkte verkaufen wollen, mit denen ich dann auch „sicher“ dieses Alter erreichen werde. Es wird sicherlich einen Anstieg der Lebenserwartung geben nur glaube ich nicht, dass dies so schnell gehen wird und in einem Ausmaß passiert, wie einem die Medien und Co. oftmals glauben machen wollen. Jeder zweite Mensch wird im Alter an Krebs erkranken. Auch wenn ich vielleicht über 80 Jahre alt werde, so sind die letzten zehn oder zwanzig Jahre sicherlich mit irgendwelchen Einschränkungen verbunden.

    Jemand hat auch gefragt, wieso ich nur so eine geringe Tilgung tätige. Ich plane mittelfristig umzuziehen (zwecks Familienplanung). Dann wird mir ein Familienmitglied eine andere Wohnung vermieten, so dass ich meine aktuelle Wohnung an jemand anderes vermieten kann. Die auf das Darlehen anfallenden Zinsen kann ich dann steuerlich absetzen, weshalb ich hier nicht zwingend auf eine starke Tilgung angewiesen bin. Die Wohnung trägt sich dann vollständig selber.

    @J

    Vielen Dank. Jetzt fühle ich mich etwas weniger „verrupft“ 🙂

     

  11. Harald @NonlinearThings

    Hier prallen einfach 2 Extreme aufeinander. Im Blog wird Sparsamkeit als oberstes Ziel der finanziellen Freiheit gehandelt. Bei diesen Aussagen bin ich immer sehr skeptisch. Da es hier meiner Meinung nach fast schon religiös wiederholt wird bin ich auch nur sporadischer Leser. Zum einen ist es mit der finanziellen Freiheit wie mit der Rente. Man freut sich auf irgendwas, was sich dann als vollkommen unspektakulär herausstellt. Da die meisten bei finanzieller Freiheit nicht mehrstellige Millionenbeträge und ein luxuriöses Leben in Villen verbinden, sondern das gleiche sparsame(!) Leben wie die Jahrzehnte davor, werden sicher die meisten eher in Depression verfallen als vor Glückseligkeit jubeln.

    Auch Argumente dass man mit finanzieller Freiheit seinen Job kündigen könnte etc halte ich für leicht dahergeredet. Dazu bringt ein geregeltes und am sozialen Umfeld teilnehmendes Leben (ein „normales“ Leben) zu viele Vorteile. Wirklich aussteigen werden die wenigsten.

    Der größte Vorteil von finanzieller Freiheit besteht meines Erachtens darin sich bei unvorhergesehenen (oder auch unplanbaren) Ereignissen sich wenigstens keine Sorgen um die Finanzen machen zu müssen. Klassische Beispiele: Ich werde arbeitslos und es juckt mich nicht ob ich in 1 oder erst 6 Monaten wieder Arbeit finde.

     

    Der Leserbrief beschreibt ein gegenteiliges Extrem. Hier wird der Kaffee jeden morgen am Bahnhof gekauft. Sicherlich könnte man sich das sparen. Aber um ehrlich zu sein sind mir diese Leute wesentlich lieber als die extremen Sparfüchse hier, die sich jeden gekauften Kaffee verbieten und es sich dann schönreden mit einem weiteren kleinen Schritt in die finanzielle Freiheit.

    Am Ende des Tages macht die Dosis das Gift. Deshalb ist es wie so oft am besten einen guten Mittelweg zu finden.

     

    Viele Grüße

    Harald

  12. David

    @Jan:

    Danke für deinen Leserbrief. Eines vorweg: Auch wenn hier viele kritische Stimmen bestehen, so finde ich es dennoch positiv, dass du dir Gedanken über die Finanzen machst und ja durchaus etwas zur Seite legst. Dennoch möchte auch ich gerne auf ein paar wenige Punkte eingehen:

    Selbstbewohntes Wohneigentum:
    Ich habe manchmal das Gefühl, dass der „Streit“ um die Attraktivität von selbstbewohntem Wohneigentum so alt ist wie die Menschheit selbst. 🙂 Positiv ist die Tatsache, dass über Jahre hinweg (im Regelfall) auch die Liegenschaft eine Wertvermehrung erfahren wird. Insofern ist dies besser, als Geld auf einem Sparkonto zu haben, auf welchem der Wert von der Inflation „aufgefressen“ wird. Andererseits ist bewiesen, dass die Rendite langfristig bei Aktien am höchsten ist. Allerdings finde ich es auch wichtig, selbstbewohntes Wohneigentum nicht ausschliesslich als Investment anzuschauen, da es hier viele weitere, nicht finanzielle Fakten zu beachten gilt (bspw. Einschränkungen beim Berufsort, Bedarf eines kinderfreundlichen Ambiente, d.h. Kindergärten, Schulen und Spielplätze, wenn man Kinder hat, etc.). Bzgl. Immobilie als Investment: Es gibt Menschen, welche (trotz Rendite-Argument bei Aktien) lieber in Liegenschaften investieren möchten, weil sie sich damit sicherer fühlen und besser schlafen können… und dies gilt es zu akzeptieren.

    Leben geniessen:
    Ich stimme dir absolut zu, dass wir im hier und jetzt leben und das Leben daher geniessen sollten. Allerdings wird leider allzu oft angenommen, dass man das Leben nur geniessen kann, wenn man das Ganze Geld ausgibt und das Leben nicht geniessen kann, wenn man viel spart. Oberflächlich betrachtet mag das stimmen, bei genauerer Betrachtung erkennt man aber den Denkfehler, denn: Wer sagt, dass man viel ausgeben muss, um das Leben geniessen zu können? Meines Erachtens hängt die Empfindung, ob man das „Leben geniessen“ kann vor allem damit zusammen, auf wie viel man verzichten muss. Wenn es dir wichtig ist, in Restaurants gut essen zu gehen, dann ist dies dein absolutes Recht und wenn dir dies verwehrt werden würde, dann hättest du allenfalls Mühe, weil du darauf verzichten müsstest. Jemand anderem – wie bspw. mir – würde dies hingegen nicht so schwer fallen, weil es mir nicht wichtig ist und demnach auch nicht mit einem Verzicht gleichzusetzen ist. Dafür gebe ich aber wahrscheinlich auf andere Weise Geld aus für Dinge, die dir nicht so wichtig sind. Ausserdem ist der letzte Punkt von Daniel ebenfalls relevant: Wenn jemand viel verdient und eine hohe Sparquote hat, dann verzichtet dieser unter Umständen trotzdem auf weniger als jemand, der viel weniger verdient und eine kleinere Sparquote hat. Die Sparquote soll ein Richtwert darstellen, wobei der nominale Betrag – je nach Verdienst – extrem unterschiedlich ausfällt; dies sollte man immer im Hinterkopf behalten.

    Last but not least wünsche ich dir privat sowie finanziell alles Gute!

  13. Christian H.Christian H.

    Nicht jeder hat den gleichen Wunsch nach finanzieller Freiheit.

    Ich habe neulich einen interessanten Artikel gelesen, bei dem es um „Die Theorie der 16 Lebensmotive“ geht, die von dem Psychologen Steven Reiss „entwickelt“ wurden. Unten habe ich den Link zu dem Artikel.

    Bei mir ist das Bedürfnis nach Unabhängigkeit überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich versuche, mich diesbezüglich mit anderen zu vergleichen. Deshalb ist mein Streben nach finanzieller Unabhängigkeit (Freiheit) ganz stark ausgeprägt, für mein Gemüt manchmal ein bisschen zu stark, es geht mir manchmal nicht schnell genug. Deshalb macht mich z.B. auch der Kauf eines einjährigen Premiumwagens nicht glücklich. Der Kauf würde mich in Anbetracht des Wertverlustes eher depressiv machen, weil ich meine Unabhängigkeit dadurch verlieren würde.

    Außerdem leide ich nicht unter meiner Sparsamkeit. Mir gefällt mein einfaches Leben. Meine Hobbys kosten wenig: Wandern, Kochen, Lesen, Gärtnern. Und meine Hobbys bilde ich mir nicht (aus Sparsamkeit) ein.

    Bei Jan ist das Bedürfnis nach Unabhängigkeit ganz offensichtlich nicht so stark ausgeprägt. Er ist wahrscheinlich von ganz anderen Motiven geleitet.

    Dafür aber, dass Jan nicht das Ziel der finanziellen Freiheit anstrebt, ist seine Sparleistung doch durchaus in Ordnung. Er wird wahrscheinlich einmal ein wohlhabender Mensch sein. Die Wohnung würde ich aber auch so schnell es geht abbezahlen.

    Das Buch mit den Lebensmotiven finde ich nach Lesen der Rezension ganz interessant, habe es aber noch nicht gelesen. Und den Artikel, auf den ich verlinke, hinter dem stehe ich nicht.

    Der Link zu diesem Artikel ist hier:

    https://zendepot.de/finanzielle-Freiheit/

    Viele Grüße

    Christian

     

  14. Ralf

    „…Das ist ein typisches Verhalten der Mittelschicht: Das Geld wird verpulvert. Teure Hochzeit, Reisen, Restaurants, teures Haus, teure Sportgeräte, Mode, Fitnessstudio, Luxus…“

    Ich halte das so nicht für zutreffend. Es gibt solche Leute, klar. Aber ich bin der Ansicht, das die Mehrheit halbwegs vernünftig lebt ohne zu viel Geld zu verpulvern. So nehme ich das jedenfalls in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld war. Da schlagen nur wenige echt über die Stränge.

    „Im übrigen verdienen die Deutschen gut.“

    Auch darin gibt es berechtige Zweifel. Aber dazu habe ich mich ja schon oft geäußert. Gehe einfach mal z.B. auf die Jobseite der Arbeitsagentur und gib einen beliebigen Beruf ein. Dann filtere die Angebote der Personaldienstleister heraus. Und schwupps sind das Angebot vernünftig bezahlter Stellen um mindestens 30-50 Prozent. Ich erlebe dies derzeit selbst bei einigen Testbewerbungen. Speziell die jüngere Generation muss oft schlechtere Vertragskonditionen akzeptieren als deren Elterngeneration. Und IT liegt nicht jedem, wenn dies als Paradebeispiel für super Gehälter herhalten sollte.

    Lohndumping wird in vielen Branchen zur Mode. Das ist Fakt.

    Und was oft übersehen wird: Vielerorts explodieren die Wohnkosten, egal ob Miete oder Kauf. Wie damit umgehen? Noch weiter weg ziehen vom Job?

    So, das war einfach mal wieder ein Beitrag um etwas Realität einzubringen.

    Und jetzt? Ich wünsche mir etwas mehr Differenzierung und Praxisnähe bei den Artikeln. Wenn es schon in der Politik oft nicht gelingt sollte es bei uns Sparern gelingen. Sparen bleibt absolut richtig. Aber etwas mehr Realität sollte eingestreut werden…..

    Im übrigen ist finanzielle Freiheit, so mein Eindruck, manchmal teuer erkauft (keine Familie, Ehe kaputt, Geiz ohne Ende). Das recht Maß zu finden ist vermutlich gar nicht so einfach.

    Die Prügel kann beginnen. Man wird mir wieder eine negative Grundhaltung vorwerfen. Ich würde es eher realistischer Blick benennen.

  15. Christian H.Christian H.

    Nachtrag zu meinen letzten Eintrag:

    Zwei Zitate möchte ich bringen aus dem oben verlinkten Artikel. Derjenige, der nach finanzieller Freiheit strebt, ist vermutlich stark von folgendem Motiv „geleitet“:

    Zum Motiv Unabhängigkeit stellt Steven Reiss fest:

    “Menschen mit einem starken Grundbedürfnis nach Unabhängigkeit sind selbständig. Ihre persönliche Freiheit kann für sie alles bedeuten; eventuell mögen sie es nicht, auf andere angewiesen zu sein. Für sie kann es sehr wichtig sein, dass alles so gemacht wird, wie sie es machen wollen (“so, wie ich es will, oder überhaupt nicht”). Sie ordnen sich nicht unter, um mit anderen zurechtzukommen.”

    Derjenige, der gerne große Autos als sein eigen herzeigt, ist vermutlich stark von folgendem Motiv „geleitet“:

    Für andere mag es Statusdenken sein, welches das Bedürfnis nach Unabhängigkeit überwiegt:

    “Status ist das Bedürfnis nach sozialem Ansehen aufgrund von Reichtum, Titeln, sozialer Schicht oder guter Herkunft. Die Befriedigung dieses Bedürfnisses ruft Gefühle der eigenen Bedeutung und der Überlegenheit hervor, während die Nichtbefriedigung zu Gefühlen der Bedeutungslosigkeit und der Unterlegenheit führt.”

    Wobei ein Charakter wohl immer ein Zusammenspiel verschiedener Motive ist, die eben verschieden stark ausgeprägt sind.

  16. David

    @Chsristian H.:

    Super Artikel, vor allem gefällt mir daran, dass er eher kritisch ist bzgl. Personen, welche die finanzielle Freiheit anstreben wollen. Und wieso gefällt mir das, obwohl ich mich selbst zu dieser Kategorie Mensch zähle? Ganz einfach, weil es extrem wichtig ist, dass man Toleranz gegenüber anderen Lebenseinstellungen zeigt. Ich glaube nämlich, dass es viele Menschen gibt, die ihre Ansicht als die einzig Wahre und Richtige betrachten und andere Menschen bekehren wollen, genau die gleiche Mentalität an den Tag zu legen…

  17. Ex-Studentin

    @Jan

    Kann mich mit deiner Denkweise identifizieren. Über Eigentum wird sich viel gestritten, aber in guter Lage kann sich das lohnen. Bei meinem Wohnort gibt es eine große Spanne bei der Kaltmiete. Zentral wohnen kaum mehr möglich. Wer zentral wohnt, bleibt dort sehr lange oder vermittelt die Wohnung an Freunde weiter. Vermieter erhöhen bei Mieterwechsel (verständlicherweise) die Mieten. Manchmal wünsche ich mir deswegen eine Eigentumswohnung als sicheren Hafen. Während meines Studiums wurde mir mein Wohnheimszimmer wegen Sanierung gekündigt. Ein paar Wochen vor den Prüfungen war das eine ziemliche Katastrophe.

    Dass du das Leben genießen willst, ist absolut richtig. Genießen muss nicht in Verschwendung ausarten, sondern heißt, dass man vielleicht 100€ mehr im Monat ausgibt. Genießen heißt auch, den Geist von unnützem Balast zu befreien. Mit deiner gesundheitlich angeschlagenen Partnerin habt ihr es als Paar schwerer als andere. Da nimmt man das Leben anders wahr. Man muss auch schauen, wie man eine zu starke Abhängigkeit von dir vermeidet.

  18. Ruben

    @Jan: ich denke das deine Sparrate doch noch recht ordentlich ist, wenn man noch die Renten und Berufsunfähigkeitsversicherung mit einrechnet. Außerdem unterstützt du noch deine Frau.

    Du weißt ja selbst ganz genau was darüber hinaus möglich wäre, wenn ihr euch mehr einschränken würdet und triffst die Entscheidung bewusst. Es ist allein deine Sache.

    Genauso weiß ich bei mir das ich trotz 2/3 Sparrate noch mehr sparen könnte. Bei mir ist die Sparrate wie bei einigen Kommentaren vorher nur ein Nebenprodukt meiner Lebensweise und dazu gehören auch kleinere Sünden.

    Über Eigentumswohnung ja/nein kann man ewig diskutieren. Ich denke mittlerweile vor ein paar Jahren war es bei guter Lage besser zu kaufen.

    Ich wünsche Dir und besonders deiner Frau alles Gute!

  19. Sparta

    Es gab auch schon einige 20-Jahres-Zeiträume, die deutlich weniger als 7 % p. a. abgeliefert haben……

    Hierbei ist allerdings auch zu unterscheiden zwischen Einmalanlage und regelmäßiger Sparquote.

    Die Debatte Aktien vs. Immo`s ist häufig nicht differenziert genug, da hier häufiger Weltbilder (eigene selektive Wirklichkeit) als Fakten gegeneinander aufgeführt werden.

    Zudem ist ein objektive Vergleichbarkeit sehr differenziert zu sehen und häufig nicht gegeben.

    Jeweils auf den Einzelfall bezogen, aber die Frage ob Aktien vs. Immos würde ich persönlich für mich mit …. eher … beides beantworten!

    Mein Steuerberater (Immo-Fan) hat mir gestern durch die Blume gesagt, dass er die Aktien-Fraktion eher als Zocker sieht…

    Welche Renditen mit welcher Anlageform erzielt werden, hängt natürlich auch immer vom Individuum ab.

     

  20. FelixBerlin

    Ich denke auch, dass die meisten Menschen eine deutlich höhere Sparquote haben könnten.

    Es kommt aber eben auch immer auf die Umstände an (Single, Familie, Wohnort etc.)

    Bei Deiner 4% Rechnung Tim, sind die Steuern aber noch nicht abgezogen worden oder? (habs jetzt nicht geprüft)

     

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Felix

    Nein, ich hab von den 2.550 Euro im Monat keine Steuern abgezogen. Das muss noch gemacht werden. Das dürfte nicht üppig sein aufgrund der Freibeträge.

  22. Claus

    … dieses Depot auch nur annähernd mit Peter Lynch in Verbindung zu bringen, ist schlicht ein Witz…

    LG

  23. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Rainer Zufall

    Danke. Du hast mich verstanden.

    @ Andrea

    Gut auf den Punkt gebracht. Danke!

    Ich habe das Gefühl, dass Menschen glauben, sie werden glücklich, wenn sie nur mehr konsumieren. Dabei ist das ein Holzweg. Überall lese ich, dass noch mehr Geld fürs Wohnen, Auto, Krempel ausgegeben wird:

    https://www.onvista.de/news/einzelhandel-weiter-im-aufwind-74042627

    Gleichzeitig werden die Menschen immer depressiver. Das Übergewicht nimmt zu.

    Man muss sich überlegen, was einen glücklich macht. Soziale Kontakte, Familie, kreativ sein, etwas „schaffen“, errichten, bauen…. lernen, Ziele erreichen, Natur, anderen Helfen, Sport…

    Ich glaube, Schubladen und Schränke ständig mit neuer Kleidung zu füllen, ist wirklich sinnlos.

  24. Fit und Gesund

    @Tim,

    an der 4% Entnahme-regel hab ich so meine Zweifel, ich werde anfänglich erstmal nur die Dividende „verbraten“, also die Früchte ernten und nicht gleich die Ästlein abhauen,

    schon lustig, vor ungefähr 2 Monaten hab ich beschlossen meine Sparrate zu verringern, Ende vom Lied, keine Ahnung was mit dem Geld machen und wieder investiert, scheint als hätte ich meine Wohlfühlsparrate irgendwie gefunden *lach*, und gut so, ich ging davon aus, dass die Schweizer das Rentenalter der Frau auf 65 hochsetzen würden, aber für mich überraschend bleibt es bei 64 :), somit kann ich dicke mit 63 in Rente gehen, aber ich gehe erst mit 63.5, denn dann hab ich 25jähriges Jubiläum und bekomme einen Monat Ferien gratis, das werd ich denen nie nimmer nicht schenken, aber ab 63 werd ich mein Arbeitspensum auf 50% setzen.

    zum Leserbrief,

    kann man ja halten wie man will, 20%, 30% oder 50% sparen, finde das sollte Jedem selber überlassen sein, die Hauptsache man spart überhaupt mal was, die Wohnung find ich gut, würde sie trotz Steuern so schnell als möglich abzahlen.

    Absolut witzig fand ich den Kaffee am Morgen, was ein Akt, mit dem Auto zum Bahnhof fahren und sich einen Kaffee holen, ich meide Bahnhöfe wie die Pest, gestresste Reisende und Penner, meist noch Alles dreckig, ohne mich… zuhause gibt es auch guten Kaffee wenn man will… und es spart Zeit.

    Das Depot wirkt auf mich völlig zusammengewürfelt, kann nicht wirtschaftlich sein Einzelaktien mit 500Euro bis 1000Euro- Beträgen, aber nun gut, ich mag am liebsten konzentrierte Portfolios oder dann eben ETF’s, oder ne gescheite Mixtur.

    Monatsende, Kassensturz steht bald an, ich denke ich kann wieder zufrieden sein.

    Kaufideen? Nike? H&M?

  25. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fit und Gesund

    Super. Du bist bald in der Freiheit. Gratulation. Einen Monat Gratis-Ferien klingt super. Wenn Du die Kraft hast, um so lange noch durchzuhalten.

    Ich denke so wie Du. Den Kaffee am Bahnhof abzuholen, kommt mir persönlich vor, als ob es sich um eine gewaltige Umweltverschmutzung handelt. Das Benzin und Auto etc. Ich verstehe es nicht. Vielleicht mag es Jan erklären. Konsum ist ja in Ordnung, wenn das jemand mag. Wenn aber unnötige Umweltverschmutzung im Spiel ist, bin ich dagegen. Für eine Tasse Kaffee?

  26. Jan

    Hallo zusammen,

    einen Kommentar möchte ich meinem Beitrag noch hinzufügen.

    Das ich beim Schreiben irgendwann vom „wir“ zum „ich“ abgedriftet bin hört sich rückwirkend tatsächlich etwas unglücklich an. Am Ende des Tages sind meine Frau und ich ein Team. Auf jeden Fall möchte ich mich dafür entschuldigen – also bei meiner Frau. Ihre Krankheit bzw. auch den damit einhergehenden Aufwand, finanziell und auch zeitlich, möchte ich nicht weiter thematisieren.

    Ansonsten freue ich mich über den interessanten Meinungsaustausch zu diesem Beitrag.

    @Claus

    Es ist doch recht eindeutig zu erkennen gewesen, dass mir das Chaos in meinem Depot sehr wohl bewusst ist und ich lediglich aus Selbstironie auf Herrn Lynch verwiesen habe (weil er, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, immer recht viele Einzeltitel gehalten hat).

    Vielen Dank noch einmal an Tim, dass du meinen Brief überhaupt veröffentlicht hast. Ich weiß, dass meine Auffassung nicht wirklich konform zu denen der üblichen Leser ist, insbesondere wenn sich der Blog primär mit dem Streben nach „finanzieller Freiheit“ beschäftigt. Ich glaube aber, und da sind wir uns sicher einig, dass es immer vorteilhaft ist sich möglichst viele Meinungen und Perspektiven anzuhören. Wie sollen wir unsere eigene Meinung denn anders auf die Probe stellen?

    Nachdem ich gerade aktualisiert habe muss ich mich doch wundern. Werde ich jetzt tatsächlich als grober Umweltverschmutzer dargestellt und das nur, weil ich morgens einen Kaffee kaufe? (ich glaube der Becher ist annähernd zu 100 Recycling-fähig). Ich fahre ein Auto, da ich es 30 km zum Bahnhof habe. Von da fahre ich 30 Minuten Zug. Das ganze mache ich ca. 2-3 Mal die Woche, Home-Office sei dank.

    Dennoch wünsche euch allen ein schönes Wochenende,

    Jan

  27. Fit und Gesund

    @Tim,

    noch ist es nicht soweit, ich mag ja das Sprichwort „don’t count your chickens before they hatch“  aber ich bin schon willig das durchzustehen 🙂

    Alternativ könnte ich bereits jetzt mein Arbeitspensum auf 50-60% reduzieren, ich bekomme ja noch 600 Euro Mieteinnahmen und bis Ende des Jahres wohl an die 5000 CHF Dividende, die könnte ich ja weiter investieren, aber es geht noch… und solange es geht mach ich noch….

    und noch ne Alternative wäre, jetzt aufzuhören, meine Schweizer Wohnung verkaufen und so wie Jason Fieber nach Thailand auswandern, aber da sind dann meine Katzen nicht mit einverstanden und ob das nun die ultimative Lösung wäre? ich glaub auch nicht…

    schönes Wochenende an Alle 🙂

  28. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Jan

    Das klang so, als ob Du nur für den Kaffee zum Bahnhof fährst. Danke für die Klarstellung. (Es gibt ja Leute, die fahren mit dem Auto ums Eck, um Zigaretten zu holen).

  29. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fit und Gesund

    Für Deine Katzen kannst Du ein neues Zuhause finden.

    Du musst ja nicht gleich nach Thailand auswandern. Du kannst schauen, wie es Dir dort 1,2, 3 Monate lang gefällt.

  30. [jm]

    Ein Denkansatz, der mir bezüglich des – guten und spassmachenden – Jobs immer etwas fehlt. Wie sieht den die zukünftige Entwicklung deines Arbeitsplatzes aus?

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich Arbeitsplätze schnell negativ verändern können. Sei es, weil das Unternehmen sich verkleinern muss oder den Betrieb ganz einstellt (eigene Erfahrung).  In einem anderem (Dax) Unternehmen waren wir nur externer Dienstleister mit Jahresverträgen, die irgendwann nicht verlängert wurden.

    Oftmals reicht auch schon ein neuer Vorgesetzter, um eine Arbeit, die Spass machte, zum Albtraum zu machen (Stichwort Kostensenkung)

    Ich habe diese Beispiele alle selbst durchlebt. In jungen Jahren ist das kein Problem, da es meist Alternativen gibt. Ältere Kollegen hatten da deutlich mehr Schwierigkeiten.

    Für mich ist der Vorteil der finanziellen Freiheit ganz klar, dass man durch das Geld selbst entscheiden kann, welchen Weg man im Leben einschlagen möchte. Als Arbeitnehmer ist man relativ abhängig und muss oftmals das Spiel mitspielen, dass einem aufgedrückt wird…

    Ein aktuelles Beispiel ist die Elektromobilität. Überlegt mal, wieviele Jobs dadurch evtl. eine Veränderung erfahren könnten, sofern sich das ganze durchsetzt. Motorenbau, Werkstätten, Zulieferbetriebe.

    Falls irgendwann selbstfahrende Elektro-Fahrzeuge kommen, braucht man so gut wie gar keine Fahrzeuge mehr. Da rufe ich mir ein Fahrzeug, fahre zum Ziel und das Fahrzeug fährt weiter 😉

    Weitergedacht: Weniger Fahrzeuge, weniger beschädigte Strassen. Könnte sich auf Baufirmen / Strassenbau auswirken.

    Kurz und knapp: Ein Job, der heute Spass macht kann in 20 Jahren nicht mehr existieren…

  31. Ralf

    @[jm]: Ein wicntiger Punkt! Allerdings kann ein Job der heute Spass macht, bereits in 5-10 Jahren nicht mehr existieren. Wir stehen vor deutlichen Herausforderungen im Bezug auf Globalisierung und Digitalisierung. Dies wird ganze Branchen wie z.B. die Finanzbranche noch auf den Kopf stellen.

    Wie das ausgeht vermag keiner zu sagen. Die Schätzungen reichen von „Alles wird super und Jobs werden nur verlagert“ bis „jeder zweite Job fliegt ersatzlos weg“. So oder so muss die Gesellschaft den Leistungsgedanken und Arbeit neu definieren. Die Politik hinkt hier aber weiter hinterher. Ich denke hier an solche Themen wie Grundeinkommen für alle und vieles mehr.

    Was ich derzeit mit meinen 40 Jahren z.B. vermisse sind z.B. konkrete, sinnvolle Schulungs- oder berufliche Umstiegsangebote auch für reifere Semester, um sich auf Themen wie Digitalierung etc. besser vorzubereiten. Das Angebot an Weiterbildungen ist riesig. Aber vieles ist nicht wirklich zielführend oder richtet sich an ein sehr spezielles Publikum.

    Homeoffice ist auch eine tolle Sache. Viele Chefs stehen dem Thema aber immer noch ablehnend/reserviert gegenüber. Auch Neid spielt dabei mitunter eine Rolle. Ein entsprechendes Gesetz zur Förderung vom Homeoffice wäre super. Aber die Anwesenheitskultur ist immer noch recht ausgeprägt in etlichen Firmen.

    Und sehr auffallend ist das wachsende Stellenangebot durch Personaldienstleister, auch in akademischen Berufen. Gut für die Firmen, schlechter für die Angestellten (Thema Lohndumping). Nach meinen Beobachtungen hat dies drastisch zugenommen. Neue Jobs sind oft schlechter bezahlt. Die Generation nach uns tut mir heute schon leid. Das sagen oft die Kollegen, welche kurz vor der Rente stehen.

  32. Ralf

    Nachtrag: Digitalisierung reduziert durch Effizienzsteigerungen in Summe die Nachfrage nach Arbeit, auch wenn neue Jobs entstehen werden. Das ist ein ganz logischer Prozess. Was aber fehlt ist eine ethische Betrachtung der Thematik und ihrer Folgen z.B. für Arbeit. Bill Gates ist diesbezüglich ein Vordenker und grübelt bereits über eine Art Robotersteuer.

    Gegenwärtig erleben wir die Etablierung des Internets der Dinge, und stehen vor einer Umsetzung von Künstlicher Intelligenz (Robotik etc.). Digitalisierung kann ein Segen für uns alle sein, man muss es nur sinnvoll steuern und die Menschen mitnehmen. Leider ist das herkömmliche Arbeitsdenken in Gesellschaft und Politik aber noch zu stark verbreitet. Mal schauen wohin das führt. Ich sehe durchaus große Chancen. Aber der Übergang wird für viele ungemütlich werden.

    Risiko ist eine Abwertung von menschlicher Arbeitsleistung. Schlaue Software macht menschliche Arbeit in etlichen Bereichen überflüssig oder wertet sie kohlemäßig ab. Dieser Trend ist bereits in einigen Bereichen zu erkennen. Selbst Handwerksleistungen lassen sich z.B. mittlerweile günstiger über Internetplattformen kaufen. Bei Ingenieurbüros ist so ein Trend (Preisdumping) auch zu erkennen.

    Daher wäre es zu wünschen im Rahmen eines solchen Blogs auch solche Zukunfthemen öfters mit zu betrachten. Letztlich kommt dies auch dem Thema finanzielle Unabhängigkeit zu Gute (Sicherung bzw. Optimierung von Einkommen).

    @Tim: Mir ist bewusst dass ich nicht hoch in deiner Gunst stehe, aber denke mal drüber nach.

  33. Ich

    @Ralf

    Anfang der 70er Jahre starb der letzte Henker. Irgendwann sterben eben alle Berufe mal „aus“. Wir erleben einen ständigen Wandel, und ausser am Kölner Dom ist der Beruf des Steinmetz auch nicht mehr so zukunftssicher wie er mal war.

    Du machst dir viel zu viele Sorgen.

    Es gab zb. Anfang der Neunziger Jahre schon mal ein (kleine) VirtualReality Welle, dann ca. 20 Jahre Pause, und jetzt ist das Thema wieder von Firmen wie HTC oder Sony aufgegriffen worden. Es ist schon fast Mainstream-tauglich geworden, aber nur fast. So schnell verändert sich die Welt nicht. Nach 100 Jahren fahren wir immernoch mit Hr. Rudolf Diesel seinem Antrieb. Lass die Elektroantriebe ruhig kommen, die sind schon längst überfällig…:)

  34. Mattoc

    @Ich

    So sehe ich das auch. Es findet immer eine Art selbstständige Marktregulierung statt. Wer soll die ganzen digitalen Produkte denn kaufen und einsetzen, wenn kein Absatzmarkt da ist, weil die Menschen keine Arbeit und kein Geld haben, um die Produte zu kaufen? Eine gesellschaftliche Veränderung ist ja kein Selbstzweck, sie wird von den ökonomischen Rahmenbedingungen gebremst oder getrieben. Die Berichterstattung in den Medien muss Angst oder Gier beim Leser erzeugen, damit sie interessant ist. Aber die dort aufgeführten Probleme betreffen in der vollen Härte nur wenige Menschen. Ralf merkt nicht, dass er in einem Paradies lebt, da er den Fokus auf vermeintliche Probleme und Sorgen gerichtet hat und die Filterblase ihm den Rest gibt. Die Welt wird nicht schlechter. Sie wird nur anders. Und das immer schneller.

     

  35. [jm]

    Sehe ich anders.

    Wer an zukünftige finanzielle Freiheit denkt muss sich auch Gedanken darum machen, dass er bis zu seinem Ziel einen Job hat. Den ohne entsprechende Einnahmen sind diese Ziele nicht zu erreichen.

    Das hat nichts mit Schwarzseherei zu tun, sondern dass man sein Leben selbst in die Hand nimmt und sich Gedanken um die Zukunft macht um die Ziele zu erreichen die man sich setzt.

    Wenn man einen Job hat, der evtl. in Zukunft gefährdet ist, sollten man Weiterbildungen machen oder sich um einen Job-Wechsel kümmern.

    Gutes Geld im Job kommt nur durch eigene gute Bildung und Fähigkeiten rein.

    Wenn wir beim Thema Mobilität bleiben.

    Angenommen man ist LKW Fahrer, dann sollte man sich langsam aber sicher Gedanken um seine Arbeit machen. Stichwort künstliche Intelligenz / autonomes Fahren.

    Baidu / Nvidia und Co. lassen grüssen und bringen auch Freude ins Depot.

    Wer der Meinung ist, dass dauert noch alles ewig denke nur 1o Jahre zurück. Smartphones, Facebook, die Marktmacht von Amazon, Clouds, Streaming von Musik, Netflix usw. usw.

    Klar, Veränderungen gab es schon immer.

    Man sollte aber versuchen auf der Gewinner Seite zu stehen 😉

    Die Geschwindigkeit ist irre, wenn man überlegt, was in dieser Zeit passiert ist.

     

     

     

     

     

  36. Mattoc

    Angenommen man ist LKW Fahrer, dann sollte man sich langsam aber sicher Gedanken um seine Arbeit machen. Stichwort künstliche Intelligenz / autonomes Fahren.

    —> Worüber soll sich ein LKW-Fahrer genau Gedanken machen?  Welcher Job bietet denn mehr „Sicherheit“? Diese Gedanken führen zu nichts.

    Stattdessen sollte er aus ganz allgemeinen Erwägungen den maximal möglichen Betrag sparen, um in dem unwahrscheinlichen Fall, dass in 5 Jahren nur noch aneinander gereihte, führerlose LKWs fahren, ein kleines finanzielles Polster zu haben.

  37. Daniel

    Homeoffice ist auch eine tolle Sache. Viele Chefs stehen dem Thema aber immer noch ablehnend/reserviert gegenüber. Auch Neid spielt dabei mitunter eine Rolle. Ein entsprechendes Gesetz zur Förderung vom Homeoffice wäre super. Aber die Anwesenheitskultur ist immer noch recht ausgeprägt in etlichen Firmen.

    In der IT, in der ich halt arbeite, ist Home-Office eigentlich schon seit Jahren nichts Außergewöhnliches mehr. Ich könnte, laut Arbeitsvertrag, jede Woche zwei Tage von zuhause arbeiten. Mache ich aber nicht.Bei mir sind es allerhöchstens 1-2 Tage pro Monat.

    Home-Office ist eine feine Sache wenn man vielleicht grade nen Haus baut, nen Kind betreuen muß oder auf eine Spedition warten muss oder sich vielleicht leicht erkältet fühlt und keine Lust hat die ganze Belegschaft anzustecken. Ich kann Dir aber nur sagen, dass mir dieses ausufernde Home-Office bei Kollegen ziemlich auf die Nerven geht und mir selbst auch nicht als Dauerzustand gefällt.

    Ja, dein Telefon ist umgeleitet und du kriegst Mails etc. Aber es fehlt halt der komplette Kontakt zu anderen Menschen und noch viel wichtiger, der Flurfunk. Gefühlt bekommst Du nur einen Bruchteil dessen mit was grade im Unternehmen abgeht.

    Termine werden verschleppt weil man dann doch lieber gemeinsam zusammensetzen will aber die Hälfte mal wieder nicht da ist. Die Leute kommen ins Büro und suchen einen, werden dann aber gezwungen zu telefonieren.

    Ich finds halt ganz angenehm wenn ich was dokumentieren muss und es einfach bei mir im Büro im Keller schön ruhig ist, aber das wars auch. Im Wohnzimmer lenken dich TV, Internet etc. nur ab, du bleibst nicht so konzentriert wie im Büro wenn dich was ablenkt.

    Im Büro habe ich 3 Monitore, zuhause nur einen, im Büro habe ich einen teuren, hochfahrbaren Schreibtisch um auch mal bei der Arbeit stehen zu können und Tageslicht-Lampen die Müdigkeit verhindern. Derlei Luxus fehlt zuhause und nicht zuletzt der angenehme Faktor einfach in die Kantine zu gehen und ein Mittagessen zu bekommen statt selber in den Pötten zu rühren.

    Ich könnte mir nie im leben vorstellen täglich nur noch Home-Office zu machen, ich würde wahnsinnig. Dafür arbeite ich lieber direkt mit den Kollegen zusammen.

  38. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Tina

    Danke. Gute Einstellung. Gute Hilfestellung.

    @ Daniel

    Weise Argumente hast Du. Danke.

    Mein Blog wird von Menschen überwiegend gelesen, die 50% Sparquote durchaus schaffen könnten. Daher ist die Botschaft, die ich habe, passend.

  39. Felix

    50 % Sparquote sind ambitioniert, aber nicht für jeden. Bei 10.000 € netto (ich habe in meinen Bekanntenkreis Leute, die das verdienen) ist das locker, ohne große Einschränkungen drin.

    Bei einer Familie mit normalem Einkommen, größere Wohnung, größeres Auto, größere Einkaufswagen usw. ist das nicht so einfach und wahrscheinlich auch nicht sinnvoll. Man hat einfach höhere Fickosten bei Strom, Telekommunikation, Versicherungen, Kleidung, Ausbildung usw. Ich würde das z.T. als Investition in die Zukunft der Kinder ansehen.

    Ein alleinverdienter Familienvater, der jeden Cent umdreht wird schnell zum verhärmten Geizhals, der bei jedem Eis der Kinder oder was immer eine Diskussion anführt, ob das sein muss.

    Ein Single mit 20 m2 Wohnung in mieser Wohngegend mit uralt-Klamotten und einem rostigen Fahrrad kann sicher ganz anders sparen, aber er ist doch eher eine traurige Erscheinung.

  40. Maschinist

    Das Argument des sich aendernden und ehemals spassmachendes Job kann ich nur unterstuetzen!

    Jeder, der schon mindestens eine Dekade lang gearbeitet hat, weiss dass sich im Laufe der Zeit viele Dinge aendern. Der Erfolg eines Unternehmens ist nicht konstant. Der nette, motivierende und unterstuetzende Vorgesetzte wird entlassen oder versetzt. Die eigenen Lebensziele und Interessen aendern sich.

    Finanzielle Freiheit gibt Dir die Moeglichkeit diesen Dingen voellig gelassen entgegen zu treten!

    Selbst wer sein Angestelltendasein als Erfuellung seines Lebenstraumes ansieht und Freitags schon wieder den Montag Morgen herbeisehnt, dem bringt die Finanzielle Freiheit einen unbezahlbaren Vorteil: Arbeit und Geld voneinander zu trennen und nur noch die Dinge zu tun, die maximale Lebensfreude bringen.

    Die Freiheitsmaschine

  41. June

    Hallo zusammen,

    Mein Urlaub ist nun schon eine Woche vorbei und ich hatte sofort richtig viel zu tun im Büro. Jetzt freue ich mich auf die nächsten ruhigen Tage.

    Dabei habe ich heute gleich mein Sportprogramm erledigt, war bereits einkaufen und habe gemütlich gefrühstückt. Und dabei die Kommentare der letzten Beiträge richtig gelesen und nicht nur überflogen.

    @Jan,

    Mit einer Sparquote von ca. 25% bist du gut unterwegs. Was mir bei dir ehr Sorgen macht, ist deine im Moment starke Übergewichtung von sicheren Anlagenwerten. Bei dir frisst die Inflation, die zur Zeit sehr niedrig ist, trotzdem dein Kapital auf. Ich denke um später auch deiner Frau, die ja keine Rentenansprüche anspart, ein gutes Leben im Alter zu ermöglichen solltest du dich um die Rendite deiner Anlagen kümmern. Und auch bei deiner Sparrate kannst du noch etwas zulegen, damit ihr in der Rente euren Lebensstandard halten könnt.

    Zusätzlich würde ich jetzt in der guten Konjunkturphase, die selbstgenutzte Immobile so schnell wie nur möglich tilgen. Um dann mit dem freien Geld zuerst eine Rücklage für Reparaturen an der Wohnung anzusparen, dieses Geld darf dann bis es gebraucht wird auch gerne arbeiten, und um im 2. Schritt deiner Frau einen Kapitalstock aufzubauen.

    @Sparta,

    Schön, dass dir das Süßkartoffelrezept schmeckt und du es abwandelst. Ich finde es auch sehr flexibel und halte mich auch nicht immer an das Rezept.

    @Andrea,

    Toller Satz. Ich bin völlig deiner Meinung. Und freue mich immer über den Nebeneffek.

    @Rainer Zufall

    es kann aber auch sein, dass die Bank trotz des guten Gehaltes bedenken hat, das zum Beispiel der Livestyle unpassend ist. Oder es soll gleich die neuen Küche, eine aufwendige Ausstattung und das neue Auto mitfinanziert werden. Ohne Einzelheiten würde ich nicht so ohne weiteres von einem Umdenken der Banken reden. Denn ich bin inzwischen sehr überrascht was man hier jetzt seit neuestem für eine Wohnung zahlt. Der Bruder deines Bekannten bekäme hier um die Ecke für seine 290 K € gerade mal eine 3 Zimmer Wohnung mit 75 qm.

    @Fit und Gesund,

    Hast du schon mal darüber nachgedacht, deine Wohnung in der Schweiz auf Zeit zu Vermieten und in diesem Zeitraum vorübergehend selbst in einem anderen Land z.B. Spanien, Portugal oder so zu Leben? Solange du in Europa bleibst, kannst du deine Katzies nämlich einfach mitnehmen. Es muss ja nicht sofort Thailand sein, da würde ich an deiner Stelle mal einen längeren Urlaub einplanen.

    @Felix,

    Es kann sein, das man mit Familie die 50% Sparquote nicht erreicht. Bestimmt nicht, wenn man wie manche Familien montags Döner holt, dienstags die fertigen Hänchen, donnerstags was vom Chinesen und samstags holt Papa die Burger von McDoof, denn die Woche war ja so anstrengend und man muss sich auch mal was gönnen. Dann kann es nicht klappen. Und das man als Familie unbedingt so viel höhere Fixkosten hat würde ich so auch nicht unterschreiben. Telekommunikation wird nicht teurer nur weil jetzt 4 Leute telefonieren oder das Internet nutzen. Der Stromverbrauch ändert sich bei uns auch nicht nur weil wir mal wieder zu dritt hier wohnen. Ein größeres Auto, benötigt man auch nicht zwingend.  Die Koffer können bei Urlaubsreisen in eine Dachbox. Macht ab und an mal ein Eis bei euch so viel aus? Dann solltest du über die Menge nachdenken. Lediglich die Ausbildung der Kinder lasse ich als großen Kostenpunkt gelten, dass ist eine Zukunftsinvestition. Aber die Musikschule für ein völlig unwilliges und unbegabtes Kind muss man auch nicht zahlen nur weil es alle anderen Familien machen. Es ist eine Einstellungssache ob man sparen möchte, wer es will findet Wege und wer es nicht will findet Ausreden.

    Aus einem anderen Forum kenne ich eine Familienmutter mit 3 Kindern, das Gehalt des Gatten ist nicht üppig und sie hat eine Halbtagsstelle man kommt also über die Runden. In dieser Familie ist jeder Euro verplant und hat eine Aufgabe, Miete, Essen, Sparen usw. Wenn sie nun zusätzliches Geld benötigt macht sie eine Sparwoche, anstatt 100 € müssen dann 50 € für den Wocheneinkauf reichen. Und jedesmal, wenn sie ihre Sparwoche macht bin ich von ihrem Wochenplan sowas von begeistert.

    Bitte verstehe mich nicht falsch, ich möcht nicht, dass ihr in Zukunft mit 50 € in der Woche auskommt. Es beweist nur, dass man mit kleinem Gehalt und trotz Kinder, mit Kreativität und dem nötigen Handwerkszeug sparen kann wenn man will.

    Take care,

    June

  42. Sparta

    @[jm]

    „Angenommen man ist LKW Fahrer, dann sollte man sich langsam aber sicher Gedanken um seine Arbeit machen. Stichwort künstliche Intelligenz / autonomes Fahren.

    Baidu / Nvidia und Co. lassen grüssen und bringen auch Freude ins Depot.

    Wer der Meinung ist, dass dauert noch alles ewig denke nur 1o Jahre zurück. Smartphones, Facebook, die Marktmacht von Amazon, Clouds, Streaming von Musik, Netflix usw. usw“

    Gegen das autonome Fahren gibt es noch viele Vorbehalte, rechtliche und gesetzliche Fragen (Lobbyismus ist auch ein Faktor) und nicht zuletzt wird eine Spedition nicht ihr komplettes Anlagevermögen innerhalb weniger Jahre tauschen können. Das Be- und Entladen von LKW`s mit komplett unterschiedlicher Fracht…

    Ich denke Angst ist der falsche Ratgeber bei Digitalisierung.

    Differenzierte Abwägung halte ich für angebrachter.

    Wer will denn auf einen Schlag die komplette Autolawine (die man heute wieder besonders gut auf den Autobahnen sieht) wertlos & austauschbar machen?

  43. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Felix

    als ich in WGs wohnte, kaufte ich meine Kleidung Second Hand. Mein finanzieller Bedarf war extrem klein. Ich hatte kein Auto. So gut wie keine Möbel. Ich lebte minimalistisch. Ich war extrem zufrieden.

    Fazit: Auf einem rostigen Fahrrad kann ein überglücklicher Mensch sitzen.

  44. Christian H.Christian H.

    Auf einem rostigen Fahrrad kann ein überglücklicher Mensch sitzen. Und in einem SUV kann ein frustrierter, überarbeiteter grimmiger Mensch sitzen.
    Oder wie Schopenhauer sagt, ist ein gesunder Bettler mit einem heiterem Gemüt wahrhaft glücklicher als ein kranker König.
    In meinem Buch, was ich gerade lese, bin ich auf etwas gestoßen, was gut zum Thema passt. Es ist ein bisschen länger, aber vielleicht interessiert es ja trotzdem.

    …daß es weiser ist, auf Erhaltung seiner Gesundheit und auf Ausbildung seiner Fähigkeiten, als auf Erwerbung von Reichtum hinzuarbeiten; was jedoch nicht dahin mißdeutet werden darf, daß man den Erwerb des Nötigen und Angemessenen vernachlässigen sollte. Aber eigentlicher Reichtum, d.h. großer Überfluß, vermag wenig zu unserm Glück; daher viele Reiche sich unglücklich fühlen; weil sie ohne eigentliche Geistesbildung, ohne Kenntnisse und deshalb ohne irgendein objektives Interesse, welches sie zu geistiger Beschäftigung befähigen könnte, sind. Denn was der Reichtum über die Befriedigung der wirklichen und natürlichen Bedürfnisse hinaus noch leisten kann, ist von geringem Einfluß auf unser eigentliches Wohlbehagen: vielmehr wird dieses gestört durch die vielen und unvermeidlichen Sorgen, welche die Erhaltung eines großen Besitzes herbeiführt. Dennoch aber sind die Menschen tausendmal mehr bemüht, sich Reichtum, als Geistesbildung zu erwerben; während doch «ganz gewiß was man ist viel mehr zu unserm Glücke beiträgt, als was man hat. Gar manchen daher sehn wir, in rastloser Geschäftigkeit, emsig wie die Ameise, vom Morgen bis zum Abend bemüht, den schon vorhandenen Reichtum zu vermehren. Über den engen Gesichtskreis des Bereiches der Mittel hiezu hinaus kennt er nichts: sein Geist ist leer, daher für alles andere unempfänglich. Die höchsten Genüsse, die geistigen, sind ihm unzugänglich: durch die flüchtigen, sinnlichen, wenig Zeit, aber viel Geld kostenden, die er zwischendurch sich erlaubt, sucht er vergeblich jene andern zu ersetzen. Am Ende seines Lebens hat er dann, als Resultat desselben, wenn das Glück gut war, wirklich einen recht großen Haufen Geld vor sich, welchen noch zu ver vermehren, oder aber durchzubringen, er jetzt seinen Erben überläßt. Ein solcher, wiewohl mit gar ernsthafter und wichtiger Miene durchgeführter Lebenslauf ist daher ebenso töricht, wie mancher andere, der geradezu die Schellenkappe zum Symbol hatte. Also, was einer an sich selber hat, ist zu seinem Lebensglücke das Wesentlichste.

    Schopenhauer, Aphorismen

  45. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Christian H.

    So ist das.

    Zufriedenheit hat mit Aufgaben, Herausforderungen und Bodenständigkeit zu tun.

    Ein goldener Stuhl oder Clown-Auto ist nicht die Lösung. Im Gegenteil.

    Übertriebener Materialismus führt in die Unzufriedenheit. Bestes Beispiel ist dieser Google-Manager. Er bestellte 2 Rolls Royce per Mausklick. Er war sehr unzufrieden:

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-4716514/Google-executive-devises-scientific-formula-happiness.html

  46. Fit und Gesund

    @June

    ich lese immer gerne Deine Beiträge, wollt ich mal gesagt haben 🙂 mit den Katzen ist schwierig, nie nimmer würd ich sie hergeben, und Herumreisen mit Katzen stell ich mir auch schwierig vor, es sind ja 7 Stück hi hi….Meine Wohnung könnte ich niemals vermieten während meiner Abwesenheit, das wäre nicht ich, für kein Geld der Welt könnte ich mir sowas vorstellen.

    Zufriedenheit:

    Gesundheit, Freiheit und innere Zufriedenheit sind meines Erachtens die allerhöchsten Güter die ich anstreben kann, innere Zufriedenheit vermutlich das schwierigste Ziel von Allem, manchmal hadere ich auch, wohl normal, aber macht mal den Test,

    es kommt die Fee und fragt Euch mit wem ihr jetzt sofort tauschen möchtet, der Wunsch würde augenblicklich erfüllt und wäre nicht umkehrbar, wer möchtet Ihr gerne sein? Angela Merkel, die Queen von England oder irgendeine der europ. jungen Prinzessinnen?, Putin? eine internationale Showgrösse? Roger Federer? ein Finanzblogger der schon finanziell frei ist?, na…los, wünscht Euch was 🙂

    also ich sag es gleich, ICH bleib ICH….:)

    schönes WE

  47. steve

    @ fit und gesund deine Beiträge sind auch immer lesenswert. Den Wunsch der fee würde ich wahrscheinlich wie du beantworten auch wenn wir durchaus Alternativen einfallen würden. Aber ja am liebsten wäre ich ich mit 9 Jahren und bitte mit der Erfahrung von heute.

    @ jan von mir Unterstützung du machst dir Gedanken und hast auch Pläne bezüglich deiner finanziellen Situation. Nur 20000 auf den Girokonto da geh ich nicht mit entweder du bist ängstlich wie ich dann Hauskredit maximal tilgen.

    Wenn du mutig bist Investment von mindestens 50% der Summe ansonsten frist die Inflation wie June richtig bemerkt hat. Hinzu kommt das nur die hingefakte Inflation niedrig ist.

    Ansonsten stelle ich betreffs des hier immer wieder aufflammenden Streits über die Rendite von Immobilien die Frage ob jemand die durchschnittliche Rendite für Deutschland hat, die muss sich glaube ich nicht verstecken. Klar man kann zu teuer kaufen, geht aber bei Aktien auch, wissen tut mans hinterher.

    Als Beispiel unser Blogger Tim, die Wohnungen zwar in einer Sondersituation gekauft die Frage kann Tim nur selbst beantworten ob da ein Aktieninvest besser gewesen wäre. Bzw überhaupt möglich gewesen wäre, den Immobilien auf Pump ja, Aktien nur wenn man sich zocken traut für mich so gut wie ausgeschlossen. Aber wir hatten da einen Leser der das erfolgreich gemacht hat.

    A. Frage finde ich in diesen Zusammenhang korrekt wieso vermieten soviele wenn es bessere Investments gibt und wieso sind Immoaktien ein gutes Investment oder sind das alles underperformer?

  48. Fit und Gesund

    @Steve,

    danke 🙂 Erfahrung kommt von alleine, was man draus macht steht auf einem anderen Blatt,

    ich lese ja gerne bei Frugalwoods, einer der ersten blogs die ich vor mehr als 2 Jahren zufällig gefunden habe. Diesmal schreibt sie was über den Umgang mit der Zeit,

    „How I use my time every single day, equals the life I will have, everything I do or don’t, will be reflected later on through either regret or pride“, das gefiel mir,

    nur, ich kann nicht jeden Tag alles nur zur besten Zufriedenheit erledigen, immer effizient sein, immer daran denken was es später für Auswirkungen haben könnte (da besteht eh ein gewisses Risiko), es darf hier auch mal Mittelmässigkeit geben, Faultier-Tage können herrlich sein, sich auch mal was gönnen ist völlig erlaubt, auch Anderen was gönnen, 🙂

    irgendwie muss halt die Richtung stimmen,

    den Meisten die hier lesen und schreiben wird eine gescheite Balance gelingen, da bin ich überzeugt von, Tim’s Blog ist da schon eine gewisse Richtschnur.

     

  49. June

    @Fit und Gesund,

    ich lese dich auch gerne :-).

    Mit 7 Katzies ist das ja dann so eine Sache. Sicher eine logistische Meisterleistung und man wird nicht so ohne weiteres einen Vermieter finden. Oh weh, meine Kollegin hat 3 und stöhnt über die Ausgaben. Wir haben keine Haustiere. Arbeiten, viele Termine und wenig Zeit vertragen sich nicht mit der Verantwortung für ein Tier.

    Den Vorschlag mit der Wohnungsvermietung habe ich deshalb gemacht, da wir darüber nachdenken, ob dies für uns später eine Option sein könnte. Und im Moment stehen wir dem sehr positiv gegenüber. Wie wir aber in 10 bis 15 Jahren darüber denken, wenn wir älter sind kann ich leider noch nicht sagen.

    Die gute Fee, wäre sicher enttäuscht. Auch ich möchte nicht tauschen. Meine Baustellen kenne ich und habe Lösungen gefunden. Aber bei Prommis und Adligen sehen wir ja nur die schöne hochglanz Fasade. Denkt mal an Prinzessin Diana, schön, reich und trotzdem war sie damals das einsamste Herz auf diesem Planeten. Hinter die Kullissen können wir ja nicht blicken und kennen daher auch nicht die Baustellen fremder Menschen. Es gelingt uns noch nicht mal beim Nachbar. Unter jedem Dach eine Ach!

    Take care,

    June

     

  50. Rainer Zufall

    June

    Stimme zu, bin mir auch nicht sicher, ob das genetell schon für ein Umdenken bei der Kreditvergabe spricht. Aber die Bank geht von steigenden Zinsen aus. Und hat die Befürchtung, dass Kunden in diesem Fall Probleme bekommen könnten.

    Der Kaufpreis ist tatsächlich sehr niedrig. In Karlsruhe/Durlach (Altstadt) sind die Kaufpreise idr deutlich höher. Ebenfalls ungewöhnlich; Für die 135qm Wohnfläche beträgt die Jahreskaltmiete nur 7500 Euro.

    Dementsprechend kommt man bei den auf den ersten Blick günstigen 290000 auf enorme 39 wenn man den Kaufpreis ins Verhältnis zur Jahresmiete setzt. Ich gehe davon aus, dass man bei dem denkmalgeschützten Gebäude einiges teuer sanieren müsste. Daher die geringe Miete und der Abschlag beim Kaufpreis.

  51. [jm]

    @Mattoc

    Sich Gedanken um seinen Job zu machen und nebenbei trotzdem zu sparen schließt sich ja nicht aus 😉

    Man sollte aber selbst versuchen, seine Bildung dahingehend zu verbessern, um Alternativen zu haben. Die eigene Ausbildung ist nun mal das wichtigste Kapital, dass man am Arbeitsmarkt anbieten kann. Und dies ist wiederum Voraussetzung, um überhaupt eine entsprechende Sparquote zu erreichen.

     

    @Sparta

     Wer will denn auf einen Schlag die komplette Autolawine (die man heute wieder besonders gut auf den Autobahnen sieht) wertlos & austauschbar machen?

    Das die deutsche Autoindustrie da kein großes Interesse hat, dürfte klar sein. Allerdings werden sie von der Konkurrenz dazu gezwungen und liegen in der Entwicklung noch gut im Rennen.

    Das Problem ist aber, dass China der Hauptabsatzmarkt wird. Ob deutsche Produkte da preislich konkurrenzfähig sind, bleibt abzuwarten. Ich weiss jetzt nicht, ob Links erlaubt sind, aber lies dir gerne mal – bei Interesse – den Link durch und beachte die geplanten Jahreszahlen. In China geht es wohl ab 2021 los. Auch sehr interessant ist, welches Fahrzeug von VW da den „Nerv“ getroffen hat.

    http://www.automobilwoche.de/article/20170419/AGENTURMELDUNGEN/304199923/autonome-autos-in-china-china-wird-riesiger-markt-fuer-selbstfahrende-autos

  52. June

    @Rainer Zufall,

    natürlich werden die Zinsen steigen. Daher ist es ja auch im Moment so wichtig so viel wie möglich zu tilgen. Die Frage ist nur wann die höheren Zinsen kommen und ab welcher Zinshöhe der einzelnen Wohnungsbesitzer den Kredit dann nicht mehr bedienen kann.

    Ein sanierungsbedürftiger Altbau kann eine Chance sein oder ein Grab. Vielleicht sind die potentiellen Käufer eines Tages sogar glücklich, dass sie das Haus nicht kaufen konnten. Die Bank hat sicher den Sanierungsbedarf der nächsten 10 Jahre hinzugerechnet und da können dann schnell nochmal 200.000,- € hinzukommen.

    Ein denkmalgeschütztes Gebäude könnte man mir schenken und ich würde es nicht nehmen wollen. Bei jeder Änderung spricht das Denkmalamt mit und triff auch die Entscheidung, kostet es was es wolle. Gut dafür darf man dann auch 10 Jahre alle Kosten bei der Steuer absetzen, was man ja sonst als Eigennutzer nicht kann.

    Take care,

    June

  53. Christian H.Christian H.

    Fit und Gesund

    Gesundheit, Freiheit und innere Zufriedenheit sind meines Erachtens die allerhöchsten Güter die ich anstreben kann, innere Zufriedenheit vermutlich das schwierigste Ziel von Allem,

    Zufriedenheit ist Alles, glaub ich. Wenn Du zufrieden bist, brauchst Du nix weiter. Und die Zufriedenheit hängt mehr noch von der Einstellung ab als von äußeren Gütern. Natürlich brauchen wir Nahrung, Wohnung und Gesundheit. Aber was wir darüber hinaus noch brauchen, ist Einstellungssache. Und da liegt der Schlüssel.

    Ich komme aus einem Dorf, da gab es einen Dichter, Menantes, der hat gesagt
    Dieses Weltmeer zu umsegeln
    ist Gefahr und Eitelkeit
    In Dir selber musst Du finden
    Perlen der Zufriedenheit
     

  54. Andreas

    @Fit und gesund

    Du hast nach Kaufideen gefragt;) wie wäre es mit Walt Disney? Wolltest du die nicht ohnehin haben? Bin selbst eingestiegen, sind gerade gute Einstiegskurse denke ich…

  55. Kiev

    @June

    Das schöne an Immobilien sind die einfachen Zusammenhänge. Die Zinsen steigen bestimmt irgendwann. Ob dann 3%, 6% oder 12% als hoch angesehen werden kann nur keiner sagen.

    Man hat ja zum Glück einen Kredit mit fester Laufzeit und kann so die Restschuld im Auge behalten und eventuell mit Sondertilgungen eingreifen oder auf andere Arten Vermögen ansparen um bei der Umschuldung einen möglichst guten Kredit zu bekommen. Bei Krediten mit einer Laufzeit über 10 Jahren kann man auch ab 10 Jahren frei umschulden.

    In Deutschland hat die Bank nichts einkalkuliert. Eine 80% Finanzierung eines Gebäudes in der Stadt wird meiner Erfahrung nach blind zugestimmt. Das wundert mich schon, aber vermutlich reichen die 20% als Sicherheit aus. Das Objekt wird auch nicht bewertet. Im Nachhinein kommt irgendwann mal jemand vorbei. Wenn die Bank sich ziert oder ein Gutachten vor dem Kauf haben möchte sollte man vielleicht Prüfen woran das liegt.

    Ich bin auch kein Fan von Denkmalschutz. Auf die Gängeleien kann ich gut verzichten. Altbau ist dennoch meine bevorzugte Immobilie. Geschenkt würde ich solche Gebäude dann aber schon nehmen.

    Mit den Risiken steigen meist auch die Chancen. 200000€ kommen bei mir nie schnell an Reparaturen dazu. Man sollte ein Gebäude in den wesentlichen Dingen bewerten können. Am besten ein Team von Handwerkern an der Hand haben und selbst vielleicht auch das ein oder andere können. Wenn man nichts kann, keine Handwerker kennt usw. und vor dem Kauf keinen Sachverständigen beauftragt braucht Glück. Da sollte man lieber bei Aktien bleiben. Der Verkäufer von speziell Mietobjekten ist hier sicher im Vorteil…

    Reparaturen die man kennt und im Preis einkalkuliert sind kann man auch als Chance nutzen. Eine Neueindeckung des Daches kann man als Beispiel falls möglich schieben. Den Kredit dafür bekommt man meist zinslos über die KFW. Also schiebt man die Maßnahme an das Ende der Laufzeit und kann so mehr tilgen als einen zusätzlichen Kredit zu bedienen. Die Maßnahme würde ich dann auch minimal tilgen. So kann man immer auf die nächsten Kreditfälligkeit steuern. Und dann überlegen, ob man den Kredit in der Höhe beibehält oder verändert. Mit Vermietung und entsprechenden Einnahmen wird das dann interessant.

    Die aktuelle Nullzinspolitik vernichtet Vermögen der einen und schafft Chancen für die anderen. Nur Verheben sollte man sich nicht.

  56. Fit und Gesund

    @Christian H.

    Menantes war ein weiser Mann!

    @Andreas

    ja, Disney ist ein gutes Investment, mal schauen.

  57. Wallstreet Greenhorn

    @ Fit und Gesund: H&M habe ich zu 22,8 incl Gebühren gekauft, wenn ich das nicht getan hätte würde ich es noch tun. Nike: ist im mehrjährigen KGV Vergleich aktuell eher günstig bewertet, aber nicht billig bei ca. 21. Wenn man sie haben will kann man jetzt kaufen finde ich. Richtig „billig“ werden sie wohl nicht, aber unter $ 50 geht’s vielleicht noch. Ich werde noch eine erste Position aufbauen demnächst.

    General Mills, Kellogg, Kraft Heinz und Mondelez kommen langsam in interessante Bereiche, ist da was für Dich dabei?

  58. Raphael

    Tim, deine Überschlags-Rechnung ist leider nicht ganz realistisch (schön wäre es).

    Als erstes würde ich die durchschnittliche inflationsbereinigte Rendite von Aktien hernehmen und die liegt bei 5,5% (Quelle: Kommer). Nehmen wir 5% an um noch etwas Spielraum bzgl Gebühren, TrackingDifference etc zu haben.

    Bei 1500€ mtl mit 5%pa kommt man nach 20 Jahren auf eine Depotgröße von 611.306€

    Entnahme von 4% macht 24.452€ pro Jahr oder 2037€ pro Monat.

    Jetzt ziehen wir von den 24.452€ noch die Kapitalertragssteuer ab (https://m.zinsen-berechnen.de/abgeltungssteuerrechner.php) und es bleiben 18.066€ oder auch 1505€ pro Monat übrig. Dies ist lustigerweise dann genau der Betrag, den man monatlich eingezahlt hat. Immer noch nicht schlecht, aber

    – Nicht berücksichtigt ist die sich ab 2018 in Deutschland ändernde Fondsbesteuerung. Ab 2018 werden Kursanstiege von ETF direkt besteuert, was die Rendite und den Zinseszinseffekt durch Wegfall des Steuerstundungseffekts weiter reduziert.
    – Die Kapitalertragsteuer wird schon seit Jahren kritisiert und es ist zu erwarten, dass stattdessen in Zukunft der persönliche Steuersatz angewendet wird. Dadurch müsste man nochmal deutlich mehr Steuern zahlen.
    – Von 1505€ monatlich muss man noch die Sozialabgaben zahlen und z.b. bei der Krankenkasse Arbeitgeber und Arbeitnehmer Anteil falls man aufhören will zu arbeiten  (Sabbatjahr)
    – Das mittlere Nettoeinkommen betrug 2016 nur 1615€ da bleibt nicht mehr soo viel übrig zum sparen. Deine angenommenen 3000€ sind schon deutlich obere Einkommensliga und verdiene z.B. ich als Arzt

    Fazit: Viele rechnen sich die finanzielle Freiheit hier oft schön. Mit durchschnittlichem Einkommen (genauer: Medianeinkommen) wird es dann doch schwierig sie zu erreichen  (evtl mit 40 Jahre konsequentem Sparen).

  59. Kiev

    @Raphael,

    In 20 Jahren kannst Du vielleicht nicht direkt alles hinschmeißen. Du hast ja schon 0,5% sicherheitshalber abgezogen. 20 Jahre Anlageteitraum ist ja auch nicht so lange. Vielleicht ist das Depot in dem Zeitraum wesentlich geringer oder höher. Wie die Steuer in dem Zeitraum sein wird und wie hoch die Krankenkassenbeitrage sein werden kann man auch nicht sagen. Falls Du nicht mehr arbeiten würdest hättest Du vermutlich einen niedrigeren Steuersatz mit den reinen Kapitalerträgen. Du kannst aber ein grobes Ziel zum Ansteuern setzen. In 15 Jahren kannst Du besser einschätzen wo Du stehst. Vielleicht gibt es auf dem Weg auch noch Gehaltserhöhungen. Wenn Du z.b. 200€ netto mehr verdienst könntest Du auch alles investieren. Dadurch lebst Du ja nicht schlechter.

    Der Zinseszins wird mit der Zeit und dem Vermögen auch immer wirksamer. Hänge mal 1-2 Jahre an die 20 Jahre an. Wie sieht es dann aus? Du könntest so auch nach der Zeit 4 Tage arbeiten und dann weiter reduzieren. So müsstest Du nichts entnehmen. Du könntest auch Halbzeit arbeiten ohne Geld entnehmen zu müssen und würdest durch die geringere Steuer noch Geld investieren können. Du könntest auch den Wohnort wechseln. Vielleicht auch nicht dauerhaft mit Untervermietung und durch Länder mit geringeren Lebenskosten reisen. Falls Du doch Arzt aus Leidenschaft bist und gerne weiterarbeiten möchtest könntest Du Dich vielleicht auch bei Hiflsorgsnisation beteiligen und vielleicht den ein oder anderen unbezahlten Sonderurlaub nehmen und dort Menschen in Not helfen.

    Wenn die Steuer und die Inflation Dir sorgen bereiten könntest Du z.b. auch eine Eigentumswohnung kaufen, die Du später bewohnen möchtest. Dazu müsstest Du wissen wo Du wie in welcher Größe leben möchtest. Ab ca. 4% Rendite macht es heute Spaß. Die Wohnung vermietest Du einfach bis dahin und lässt den Mieter alles abzahlen. Also mit geringer Tilgung einfach laufen lassen. Du hast ja genug Reserven um bei Neufinanzierung einwirken zu können. Idealerweise machst Du aber nichts und lässt laufen. So hättest Du noch eine fast abbezahlte Wohnung zu Deinem Vermögen. Dann kommst Du noch leichter mit dem Geld aus. Hier geht noch viel mehr. Reparaturen kannst Du schnell absetzen. Das reduziert Deinen aktuellen Steuersatz. Wenn das alles schon im Kaufpreis berücksichtigt ist umso besser. Ob man das will muss man immer selbst abwägen. Den Kommer habe ich auch über Immobilien gelesen. Vieles ist wahr aber er hat nun mal keine Immobilie. Ich habe Kinder und bisher auch keine Erziehungshilfe von Menschen gelesen, die rein durch analytische Beobachtung von fremden Familien ein Buch über Erziehung verfasst haben. Interessand wäre so ein Werk aber bestimmt. Ich habe leider keinen Tipp zu einem guten Buch über Immobilien. Ich habe noch keins entdeckt. Das Kommer geht auch eher Richtung Eigengeim als Vermietung. Ich würde gerne mehr Informationen zu Gründung von Firmen für die Vermietung finden. Das wäre sehr interessant, gerade auch in Hinblick auf die eigene Familie, so dass der Nachwuchs vielleicht mal einsteigt und übernimmt. Politiker haben einen Ansatz in der Art bei dem Umzug nach Berlin von Bonn durchgeführt und ihm damit den Namen Bonner Modell gegeben.

  60. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Raphael

    Ok. Ich gehe vom S&P 500 Index aus. Ausgangspunkt von mir: Ich nehme die nominale Rendite von knapp 10%. Seit über 50 Jahren. Siehe Berkshire-Bericht auf Seite 2:

    http://www.berkshirehathaway.com/letters/2016ltr.pdf

    Nun hab ich von 10% einen kleinen Puffer abgezogen von 3%. So kam ich auf 7%. Nun kann man das drehen und wenden wie man will. Jeder hat andere Zahlen.

    Aber eines ist klar: Eine hohe Sparquote führt schneller in die Freiheit. Ein paar Dinge (Auto, Wohnungsgröße, Mode, Starbucks-Kaffee, Urlaube, Kredite…) können auf Dauer einen großen Unterschied machen.

    „Mr. Money Mustache“ hat einen schönen Artikel dazu geschrieben. Er sagt, in 17 Jahren kannst Du die Freiheit erreichen mit 50% Sparquote. Er hat andere Zahlen als ich genommen (auch ist das US-Steuersystem zu berücksichtigen):

    http://www.mrmoneymustache.com/2012/01/13/the-shockingly-simple-math-behind-early-retirement/

    Im Grunde kannst Du sogar 10% Rendite unterstellen, wenn man so Zuwächse von Alphabet (Google), Amazon, Apple, Microsoft, Berkshire, Exxon sich mal anschaut. Die liegen ja im langen Schnitt bei 20 bis 30% annualisiert.

    Ich habe einige dieser Perlen im Depot.

    https://www.nytimes.com/2017/09/22/business/apple-investment.html?rref=collection%2Fsectioncollection%2Fbusiness&action=click&contentCollection=business&region=rank&module=package&version=highlights&contentPlacement=10&pgtype=sectionfront

    Ich denke, mit 7% nominal p.a. liege ich im akzeptablen Bereich. Real bin ich dann bei Dir irgendwo. Klar die Steuer. Die Steuer muss am Ende bezahlt werden. An die Freibeträge denken.

  61. Christian H.Christian H.

    @Raphael

    Nicht berücksichtigt ist die sich ab 2018 in Deutschland ändernde Fondsbesteuerung. Ab 2018 werden Kursanstiege von ETF direkt besteuert, was die Rendite und den Zinseszinseffekt durch Wegfall des Steuerstundungseffekts weiter reduziert.

    Das stimmt nicht. Auf Fondsebene werden keine Kurse besteuert, sondern Ausschüttungen. Dafür gibt es nachträglich eine Teilfreistellung von 30% auf das was da rauskommt, also Dividenden und Kurssteigerungen.

    Die Reform macht alles komplizierter, aber nicht wesentlich teurer.

    Gruß

    Christian

  62. Raphael

    @Tim: Es macht meiner Meinung auch keinen Sinn die Nominalrendite zu betrachten, da man sich die Rechnung schön rechnet. In der Finanzwissenschaftsliteratur findet man durchschnittliche inflationsbereinigte Realrenditen für Aktien in entwickelten Ländern von 5-6% (oft eben die genannten 5,5%).
    Ich kann dir gerne ein paar wissenschaftliche Paper dazu liefern. Da ich gerade im Urlaub in Ägypten bin, habe ich gerade keinen Zugriff darauf und verweise dich mal an das Buch von Dr Kommer

    Mr. MoneyMustache rechnet auch mit (realistischen) 5% Rendite pa, aber er berücksichtigt natürlich nicht die Steuer in Deutschland.

    Und nicht, dass dass Medianeinkommen in Deutschland bei 1615 € liegt und man mit 807€ hier untet Sozialhilfeniveau liegt. Damit wäre man niemals finanziell frei.

     

    @Christian H.:

    Kurssteigerungen werden zu einem Teil besteuert über die Vorabpauschale. Dadurch reduziert sich der Steuerstundungseffekt von Thesaurierern.

  63. Sparta

    @Kiev

    „Die Wohnung vermietest Du einfach bis dahin und lässt den Mieter alles abzahlen.“

    Wenn alles, wirklich alles optimalst läuft…

    Ich bin bei solchen Pauschalsätzen sehr vorsichtig und würde mich als Vermieter auch wahnsinnig bedanken, da einem noch mehr Neid & Probs vom Mieter, wenn sich solche seltenen Fällen (der Mieter zahlt alles) als neue & einzige Wahrheit durchsetzen.

    Der Regelfall eines risikolosen Investments mit Fremdkapitalhebel bei Immo`s wo der Mieter alles zahlt… sorry, ich denke da ist auch im Immo-Sektor zu viel Sorglosigkeit und Blauäugigkeit bei der jetzigen Übertreibungsphase mit dabei…

    @Tim

    „Im Grunde kannst Du sogar 10% Rendite unterstellen, wenn man so Zuwächse von Alphabet (Google), Amazon, Apple, Microsoft, Berkshire, Exxon sich mal anschaut. Die liegen ja im langen Schnitt bei 20 bis 30% annualisiert.“

    Aber es gab auch schon 2 Dekaden mit sehr niedrigen Aktienmarktrenditen… je nach Lebensphase und Börsendekade(n) ist es kein Selbstläufer in 2 Dekaden.

    Denkst Du denn, dass die oben genannten Aktien den Markt auch in Zukunft doppelt / dreifach schlagen? 😉

  64. Daniel

    Aber es gab auch schon 2 Dekaden mit sehr niedrigen Aktienmarktrenditen… je nach Lebensphase und Börsendekade(n) ist es kein Selbstläufer in 2 Dekaden.

    Der Mensch ist zudem auch nicht rational und hängt sehr an der Vergangenheit. Der bzw. die Gewinner seit der letzten Finanzkrise am Aktienmarkt waren eigentlich nicht die gängigen Konsum-Firmen sondern es war der Banken/Finanzsektor. Ich unterstelle aber mal, dass die breite Masse eben genau diesen Zweig nicht unbedingt im Depot haben wollte, sofern sie nicht über einen ETF mit eingesammelt wurden.

    Meine persönliche Kalkulation sieht etwa 4% Rendite pro Jahr vor nach Steuern und Inflation. Und selbst das wäre schon schön. High Yield Anleihen würde ich derzeit mit 2-3% Rendite sehen

  65. Johannes

    Hallo zusammen,

    bin seit einigen Monaten hier stiller Mitleser und möchte mich an dieser Stelle in erster Linie bei Tim für seinen tollen Blog und die Youtube-Videos bedanken, aber natürlich auch bei allen anderen, die diesen Blog so rege und lebendig gestalten! Ich habe schon viel von euch allen gelernt und ihr alle zusammen motiviert mich, am Thema FU dran zu bleiben, aber auch kritisch zu hinterfragen, was tatsächlich möglich ist.

    Konkret hat mich der längere Post von Raphael dazu bewogen, einen Kommentar zu schreiben.

    @ Raphael

    Vielen Dank für deine Darstellungen, ich finde es gut, Dinge auch mal kritisch zu bewerten. An einer Stelle liegt aber m. M. n. ein Denkfehler, und zwar was die Kapitalertragssteuer angeht. Du rechnest die vollen 25% + Soli auf die 4% vom entnommenen Kapitalstock, aber auf die Einzahlungen, die du mal getätigt hast, musst du natürlich keine Steuern mehr bezahlen.

    Natürlich bestehen die KapErträge in Wirklichkeit z. T. aus unversteuerten Kursgewinnen und z. T. aus Dividenden, die bereits versteuert wurden in der Ansparzeit. Hier finde ich es gar nicht so trivial, die konkrete Steuerlast zu berechnen. Mein vereinfachter Ansatz ist im Moment der, dass ich annehme, dass die KapErträge aus 1/3 Dividenden und 2/3 Kursgewinnen bestehen (darüber kann man freilich diskutieren). Nach diesen Annahmen komme ich darauf, dass das Vermögen nach 20 Jahren aus 360.000 € Einzahlungen und 69.000 € versteuerten Dividenden besteht (Freibetrag berücksichtigt).

    Demnach stehen ab dem 20. Jahr nun 566.000 € Kapital zur Verfügung. Davon muss bei der Entnahme nur noch etwa 25% versteuert werden (429.000/566.000) mit rund 27% KapSteuer. Im ersten FU-Jahr bedeutet das:

    566.000 € * 4% = 22.640 € (brutto)

    566.000 € * 25% * 27% * 4% = 1.530 € (Steuern)

    Es bleiben also mit sehr konservativer Verzinsung und nach heutiger Kaufkraft rund 21.100€ netto übrig. Der effektive Steuersatz liegt anfangs bei 6,8 %. Werden allerdings keine Einzahlungen mehr getätigt, müsste dieser von Jahr zu Jahr steigen.

    Das Ganze spiegelt natürlich nur meine Meinung wieder. Ich hoffe, keine groben Fehler mit dieser überschlägigen, gerundeten Rechnung gemacht zu haben 😉 Falls doch, bitte ich um Aufklärung beziehungsweise um Hinweise, welche Annahmen sehr unrealistisch sind eurer Meinung nach.

    Viele Grüße und viel Erfolg bei allem, was ihr so tut!

    Johannes

  66. Christian H.Christian H.

    Raphael

    Nein Raphael, das stimmt nicht. Die Vorabpauschale fällt nur auf Ausschüttungen an. Und auch nur dann, wenn sie geringer als der Basiszins sind.

  67. Raphael

    @Christian H.

    Fast richtig. Ich kopiere einfach mal:
    Basisertrag = 70 % des jährl. Basiszinses x Rücknahmepreis der Fondsanteile zum Jahresbeginn des vorangegangenen Kalenderjahres (z. B. 01.01.2018)
    Vorabpauschale = Basisertrag – Ausschüttung des letzten Kalenderjahres
    Wenn jetzt der Basiszins mittelfristig wieder steigt (was zu erwarten ist) reduziert sich der Zinseszinseffekt schon merklich. Die Vorabpauschale besteuert also zu einem Teil sehr wohl auch einen fiktiven Kursanstieg unabhängig von den Ausschüttungen.

     

    Schau mal hier eine Überschlagsrechnung:

    https://www.fool.de/2017/09/27/fondssteuerreform-2018-so-viel-rendite-entgeht-etfs-in-zukunft/

  68. thomthom

    Ich denke, dass es bei Immobilien kein weiß oder schwarz gibt. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Eigentümer von Immobilien sind aber in der Regel vermögender. Hier eine interessante Studie dazu: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/BBK/2013/2013_03_21_phf.html.

    Viele hier, die ausschließlich mit Aktien und ETF´s unterwegs sind, haben einen großen Crash wie im Jahr 2000 oder 2007 noch nicht erlebt. Ob diese dann in Ruhe zwei, drei Jahre zuschauen können, wie das Geld immer weniger wird, wage ich zu bezweifeln. Aber das ist nur meine Meinung.

  69. Raphael

    @thomthom

    Ich empfehle dir mal Kommers Buch Kaufen oder Mieten zu lesen.

    Richtig, Eigentümer von Immobilien sind statistisch häugiger vermögend va aus 2 Gründen

    – der Erwerb von Immobilien setzt schon ein höheres Gehalt/Vermögen voraus. Oder anders gesagt: ärmere Menschen denken viel seltener darüber nach, ob sie eine Immobilie erwerben möchten, weil sie es sich einfach weniger leisten können

    – der Erwerb einer Immobilie hat einen sehr effektiven Zwangsspareffekt zur Folge wodurch auch leichter Vermögen angehäuft wird

     

    Historisch lag die Rendite von Immobilien deutlich unter der Rendite von Aktien und man ist mit Mieten + Überschuss konsequent ins Aktiendepot besser gefahren (siehe Kommer).

    Deswegen werde ich für mich selber auch eher nicht Richtung Immobilien gehen.

     

  70. Raphael

    Ich habe mir die Rechnung mit der aktuell in Deutschland noch gültigen Abgeltungssteuer angesehen und als Faustregel kann man sich merken:

    Investiert man monatlich einen Betrag x, dann kann man nach 20 Jahren mit „klugem Entsparen“ nach Steuern genau diesen Betrag x bis an sein Lebensende entnehmen.

    Noch nicht berücksichtigt ist die ab 2018 sich ändernde Besteuerung,  da muss ich daheim mal etwas mit Excel rechnen und unterschiedliche Szenarien durchspielen.

     

    Der etwas reiserische Titel dieses Beitrags „In 20 Jahren kannst Du finanziell frei werden, wenn Du 50% sparst.“

    Würde etwas seriöser lauten „In 20 Jahren kannst Du finanziell frei werden, wenn Dein Gehalt so groß ist, dass Du mit der Hälfte davon bequem leben kannst und du bereit wärst, dies bis an dein Lebensende zu tun.“

    Das meine ich nicht als Kritik sondern als Anregung. Ich lese deinen Blog unglaublich gerne, sehe aber den teilweise echt ungesunden Sparzwang einiger mit meiner Meinung nach unrealistischen Renditeerwartungen va in den Kommentaren sehr kritisch. Es gibt sehr gute und valide Studien die eine positive Korrelation von monatlich zur Verfügung stehendem Geld und erlebter Zufriedenheit zeigen  (bis zu einem Cut off, danach bringt eine Steigerung kaum mehr etwas). Ist ja auch logisch, da Geld die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht und auch leicht gegen z.B. Erlebnisse getauscht werden kann. Aber ich möchte eigentlich gar keine Diskussion in diese Richtung starten.

  71. Sparta

    @Raphael

    „Historisch lag die Rendite von Immobilien deutlich unter der Rendite von Aktien und man ist mit Mieten + Überschuss konsequent ins Aktiendepot besser gefahren (siehe Kommer).“

    Ja, der Meinung war ich auch immer… jetzt hat aber wieder einer eine neue langfristige Studie gemacht, die Immos seit 1870 vorne sieht….

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/studie-ueber-anlagestrategien-lukrative-geldanlagen-haus-schlaegt-aktie-1.3328210

    Tja, ist über 16 Länder und wie genau da die Daten verwendet worden sind, ist bei Studien über solche Zeiträume auch schwierig.

    Prinzipiell ist es schwierig solche Renditeangaben von Durchschnitten 1:1 für den Privatanleger umzumünzen (egal ob Aktien oder Immo`s), denn es kommt auf viele individuelle Faktoren an.

    Kein buy & hold, Einstiegszeitpunkte, Lage bei Immo`s, persönliches Schicksal, Support & Gewohnheiten vom Elternhaus, Diversifikation, Anlagemöglichkeiten die Gesamtmarktrendite (etf`s gab es früher nicht) einzufahren, Referenzrahmenrisiko (ich kaufe einfach die am besten gelaufenen Aktien/Aktienfonds der letzten 5-10 Jahre) oder US ist jetzt ca. 8 Jahre top gelaufen, ich brauche jetzt mehr US-Werte…, Dekaden wo Immo`s oder Aktien besser laufen, der Boom bei Immo`s in Deutschland ist erst seit grob im Jahre 2000 entstanden…. Aktien haben mitunter von der Zinskurve Anleihen und Aufhebung von Bretton Woods seit 1970 relativ gut abgeschnitten…

    Schwierig wer da die einzig gültige Wahrheit / Zukunft kennt…

    Kommer schreibt ja auch, dass bei der Vielzahl der meisten Anleger der Vermögensendwert überwiegend von der Sparquote bestimmt wird….

    Bei Felix 10 k monatlich netto Bekannten/Verwandten ist es einfacher. Nur Leistung ist es auch nicht zu 100% garantiert, da hier auch Beziehungen eine Rolle spielen. Leistung ist zwar eine Grundvoraussetzung, aber nie eine Garantie!

  72. Raphael

    Puh spannend, da weicht der Autor aber deutlich von der mehrheitlichen Meinung ab, die vom Gegenteil ausgeht. Spannend wäre, ob nur Kauf und Verkaufsbeträge betrachtet wurden oder auch die laufenden Kostenund, welche Daten ausgewertet wurden.

    Z.b Kommer kommt ja nach Abzug von Inflation und laufenden Kosten auf eine Rendite von 0-2%pa

    Danke jedenfalls für den Artikel, werde ich mir mal näher anschauen.

  73. Sparta

    @Raphael

    Ja den Herr Kommer habe ich mehrfach gelesen und finde vieles sehr gut und analytisch…

    Bei Studien ist es schwierig diese auf Fehlerquellen, Einflussnahme und praktische Anwendbarkeit abzuklopfen wenn man nicht gerade selber nen Doktor in Stochastik gemacht hat und viel, viel Zeit hat.

    Hier endet meine manchmal anstrengende Hinterfragung oft und ich muss einen auf Agnostiker machen… 😉

  74. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Sparta

    Wie Google, Amazon, Apple, Exxon, Berkshire… künftig abschneiden werden, weiß ich nicht.

    Die Zukunft ist ungewiss. Aber bedenke: Es sind Monopole. Trotzdem habe ich keine Ahnung. Ich habe nur eine Vermutung. Ich kann mich vertun.

     

    @ Raphael

    Du hast 5% real Rendite genommen (nach Inflation).

    Ich habe 7% nominal genommen (vor Inflation).

    Ich möchte nichts schönrechnen. Ich habe nur vorgerechnet, dass man die finanzielle Freiheit erreichen kann. Wenn sich jemand überlegt, was für Auto, Wohnung, Restaurants, Urlaub, Mode….bezahlt werden.

    Mir geht es um meine Leser, nicht um Sozialhilfeempfänger oder Mini-Jobber oder die untere Hälfte der Einkommen. Ich spreche meine Leserschaft an. Meine Leser sind überwiegend jung, motiviert und sie verdienen überdurchschnittlich gut.

    Ja, die Steuer ist bei der finanziellen Freiheit zu berücksichtigen. Wie Kapitalerträge in 20 Jahren besteuert werden, weiß ich nicht.

    Ich rate, einen kleinen Nebenjob beizubehalten. Das kann projektbezogene Arbeit sein, freie Mitarbeit….

    Wenn jemand heute mit dem Betrag x auskommt, wird er/sie morgen höchstwahrscheinlich auch mit dem Betrag x auskommen.

  75. Kiev

    @Sparta

    Ich habe das Beispiel mit der Immobilie als Investment als Alternative für Raphael gebracht. Er verdient ein hohes Gehalt und hat vermutlich ein gut gefülltes Depot. Damit eröffnet sich der Markt der Vermietung. Ich könnte mir vorstellen, dass er so einen Kredit mit 1.2% Zinsen bekommen kann. Wenn jetzt der Kaufpreis eine Rendite von z.b. 4,2% aufweist und noch Potential besitzt, sprich eine verhältnismäßig geringe Miete vorliegt ist die Rechnung nicht so blauäugig. Ich habe erst vor kurzem ein Mfh mit den Kennzahlen besichtigt. Das hat auch nichts mit Spekulation zu tun. Wenn die Rendite stimmt und man einen sehr guten Kredit bekommt bleibt das Darlehen unter den Netto Mieteinnahmen. Somit zahlt der Mieter die Wohnung im Prinzip ab. Das ist bei mir bei allen Einheiten der Fall. Alles andere ist für mich Spekulation. Ich kenne auch keinen Vermieter bei dem das nicht der Fall ist. Sonst könnte man nicht mehrere Immobilien erwerben ohne ein exorbitantes Einkommen oder Vermögen zu besitzen.

    Das hat natürlich ein paar Haken. Man muss bereits vermögend sein um einen richtig guten Kredit zu bekommen. Man muss eine Einheit mit guter Rendite finden. Das ist heute vielleicht der schwierigste Punkt. Und man muss die Kreditlaufzeit und Restschuld betrachten, dass man sich nicht verhebt. Wenn die Zinsen um 4% steigen kann ich ja auch nicht bei dem Mieter anfragen, dass er es übernimmt, so dass ich auf meine Marge komme. Das Risiko trage ich also allein.

    Das ist besonders wichtig. Außerdem ist buy and hold bei den Kaufnebenkosten von knapp 10% Pflicht. Ansonsten ist es klare Spekulation. Somit sollte der Wohnort möglichst abgeschlossen sein, da es sonst sehr aufwendig wird. Die ganzen Nachteile lassen eine Einheit für den einen ein sehr gutes Geschäft werden und für den anderen eher Verlust. Ich vermiete zu fairen Preisen, mache dabei eine sehr gute Rendite und meine Mieter wohnen trotzdem besser für sich betrachtet bei mir zur Miete als im Eigentum. Zumindest aktuell. Somit sind alle zufrieden. In Deutschland stimmt der Markt. Ansonsten gäbe es nicht so wenig Wohneigentum.

    Aktien vs Immobilien. Langfristige Studien… da stimme ich zu. Azch wenn es knapp ist. Ich sehe die Arbeit der Immobilienbetreuung als größten Nachteil. Wir haben aktuell eine Niedrigzinspolitik. Dazu gibt es vermutlich noch keine langfristigen Studien. Die Politik kann sich ändern, daher soll man die Restschuld absichern. Trotzdem bietet diese Phase Chancen und Risiken. Die Aktienwerte profitieren meiner Meinung nach auch von dieser Politik. Trotzdem habe ich vor kurzem einen kleinen Sparplan in ETFs angefangen. Auch wenn ich damit vielleichtschon bald? eine Phase Verlust erleiden werde. Falls es mal einen signifikanten Crash gibt und ich viellicht gerade günstig refinanziert habe werde ich mich in dem Markt stärker engagieren. Natürlich nur in dem Maße wie ich es aussitzen kann. Ich werde ja nicht ab dem Tiefpunkt der Talfahrt meinen Sparplan stark erhöhen. Das sehe ich jetzt auch nicht als Markettiming Versuch an. Ich fahre einfach eine andere Strategie bin aber flexibel. Auf einem Vermögen zu hocken und einen Crash abzuwarten lohnt sich bekanntlich nicht. Und falls ich zu so einem Zeitpunkt mich nicht sicher fühle lasse ich es und weine der verpassten Chance nicht hinterher. Ich hatte im Nachinein betrachtet manche Kredite zu teuer bezahlt. Die Laufzeit hätte kürzer sein können und anderes. Das freut mich. Es ist somit alles viel besser gelaufen, als ich abgesichert habe. Darüber kann man sich freuen oder über die im Nachhinein zu hohen Gebühren ärgern. Ich freue mich lieber.

  76. Sparta

    @Kiev

    Laut Herrn Dr. Zitelman (auch bekennender Immo-Investor) schaffen die wenigsten Immobilien-Investoren 4 % Rendite… (Quelle: Reich werden und Reich bleiben (grob ca. Seite 25 aus meinem Gedächtnis)).

    Wenn Du ein Top-überdurchschnittlicher Immo-Investor sein solltest, freut mich das für Dich!

    Deswegen muss es noch lange nicht für einen Immo-Laien wie Raphael oder auch mir zutreffen.

    Faire und günstige Mieten… na ja, Mietsteigerungen werden fast nie als fair von Mietern wahrgenommen. Hier hat aber ein gewerblicher Vermieter Skalen- und Gewissensvorteile.

    Die Vermieter die ich kenne, sind ausschließlich fast alle früher oder später genervt von den Problemen mit Mietern und dass in einer guten, wirtschaftlichen Region.

     

  77. Kiev

    @Sparta

    Danke für den Buchtipp. Das kenne ich noch nicht. Werde ich mir einmal besorgen. Ich sehe mich bestimmt nicht als Warren Buffet der Immobilienbranche. Da hätte ich schon mit 13 anfangen müssen. Es gibt auch noch sehr viel zu lernen in dem Bereich. Da kann ich einfach noch gute Lektüre gebrauchen. Ich habe um die 4,7% Rendite. Rein aus Mieteinnahmen vs. Kaufpreis. Damit bin ich sicher kein Top Performer. Aber, gemessen auf das eingesetzte Kapital kommt hier nach Steuer um die 12% heraus. Wie gesagt, man muss nur die Umschuldung im Auge behalten und Strategien aufbauen für Zinsanstiege. Daher finde ich Immobilien gerade für den Aufbau des Vermögens so interessant. Falls die Zinsen relativ niedrig blieben wäre das fast wie ein Lotto Gewinn für mich. Aber das liegt nicht in meiner Hand. Ab 70 möchte ich auch nicht mehr alle Einheiten verwalten. Da wäre ein Etf natürlich viel komfortabler. So einfach kann man aber auch nicht die Strategie wechseln.

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