Tim, 28, macht Karriere im Investmentbereich. Er verdient 75.000 Euro brutto. Fast 150.000 Euro hat er gespart

Leser Tim ist eifrig. Er arbeitet im Investmentbereich. Er verdient gut und spart emsig. Trotzdem sind ihm der Sport und das Reisen wichtig.
Ich erhielt einen motivierenden Leserbrief von Tim. Ausführlich beschreibt er seine Situation. Es ist mal wieder ein Ausreißer nach oben. Er ist tüchtig und motiviert. Respekt kann ich nur sagen.

Er hat zum Teil andere Ansichten als ich. Ich finde gut, dass er Wert auf Erlebnisse (Urlaube/Sport) legt. Es ist eine Frage des Zeit-Geld-Tausches. Geld ist wertlos, wenn Du es nicht für etwas verwendest – ein lustiges Hobby, Abendessen, Reisen, Spenden. Klaro! Oder eben Du nutzt Dein Geld für die Freiheit, um von den passiven Einkommensströmen zu leben.

Ich finde es super, wie dieser Leser sich verhält. Er liegt niemanden auf der Tasche. Er baut sich etwas selbst auf. Er muss niemanden (Eltern, Freundin, Verwandtschaft) bitten, ihm zu helfen. Er ist schlau, motiviert, fleißig. Hut ab vor dieser Tüchtigkeit!

Schulden auf das Depot würde ich freilich nicht aufnehmen. Es wäre mir der Stress nicht wert. Und P2P-Kredite sind nicht mein Ding. Aber wir sind eben alle verschieden. Ich denke, er weiß, was er macht.

**************

Hallo Tim,

mein Name ist ebenfalls Tim. Ich bin zarte 28 Jahre jung. Für Finanzen habe ich mich eigentlich erst während meines ersten BWL-Studiums interessiert. Der Fokus lag damals aber eher auf “zocken”, anstatt sinnvoll zu investieren. Neben Online-Poker habe ich insbesondere mit Anleihen herumgespielt (Mittelstandsanleihen, Griechenlandbonds etc.). Das lief zwar insgesamt sehr erfolgreich, im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich diese Dinge alle schnell genug verkauft habe, bevor einige davon in die Insolvenz gingen.

Im Laufe der Zeit bin ich dann auf die “Early Retirement”-Bewegung gestoßen, die mich sehr fasziniert hat. Ich weiß zwar nicht, was ich tun würde, wenn ich finanziell frei wäre (komme ich am Ende nochmals drauf). Aber ich wollte schon immer finanziell erfolgreich sein und das war ein Weg, den jeder beschreiten kann.

Meist liegt der Fokus bei der finanziellen Freiheit nur im Sparen. Ich persönlich finde, dass das zwar richtig ist, allerdings nicht den ganzen Prozess umfasst. Natürlich ist sparen wichtig, aber meiner Meinung nach nur bis zu dem Punkt, an dem man selbst nicht darunter leidet. Wenn man wirklich langfristig glücklich ist, wenn man ein 50.000-EUR-Auto fährt, warum sollte man sich das dann verbieten? Es geht im Leben nur um Glück. Wie man das erreicht und was man hierfür selbst braucht, muss jeder selbst wissen. Das kann einem auch niemand vorschreiben.

Mein Fokus bei der finanziellen Freiheit liegt auf drei Säulen: Einkommen, Sparen und Investieren.

 

Einkommen

Ich arbeite im Investmentbereich am Thema Immobilienfonds. Dort verdiene ich ganz gut und trotz meiner 28 Jahre trage ich ca. 75.000 EUR brutto nach Hause. Seit Beginn meiner Tätigkeit für mein jetziges Unternehmen vor 6 Jahren konnte ich mein Gehalt fast verdoppeln. Grund dafür war ein weiterführendes Studium und harte Arbeit. Mein persönliches Ziel ist ein Einkommen von 100.000 EUR mit 30. Ich weiß, dieses Ziel ist hoch gesteckt, aber es soll ja motivieren!

Warum ist ein hohes Einkommen so wichtig? Es ist sehr viel einfacher, 1.000 EUR im Monat zu sparen, wenn man 3.000 EUR netto verdient. Auch prozentual ist es viel leichter, eine hohe Sparquote zu erreichen, als wenn man wenig verdient, insbesondere wenn man nicht wie ein Bettler leben möchte.

Gleichzeitig ist es einfacher, 5% mehr zu verdienen, als seine Sparquote um 5% nach oben zu drücken. Jeder kann im Monat 200 EUR mehr verdienen, man muss nur kreativ sein oder die Bereitschaft haben, mehr zu arbeiten. Das ist für viele Leute meist leichter, als 200 EUR zusätzlich aus dem schon knappen Budget zu schneiden. Man muss sich nur vor Augen halten, dass wir in Deutschland im Durschnitt ca. 41 Stunden pro Woche arbeiten. Die Griechen arbeiten im Schnitt 3 Stunden mehr. Ich selbst arbeite meist mehr als 50 Stunden pro Woche. Allein dadurch kann man sein Einkommen schon deutlich erhöhen, man muss es nur wollen.

 

Sparen

Wie Tim hier schon oft genug geschrieben hat, ist es bei einem hohen Einkommen wichtig, viel zu sparen. Umso höher das Einkommen, umso mehr kann man sich allerdings leisten, ohne seine Sparziele zu vernachlässigen.

Ich selbst habe ein Sparziel von 50% pro Jahr. Das bedeutet bei meinem Einkommen ca. 22.000 EUR pro Jahr. Das klingt jetzt erstmal nach viel, allerdings muss ich dabei zugeben, dass das für mich keine sonderlich große Herausforderung darstellt. Zwar fahre ich eine ziemliche Schrottkarre, wohne mit meiner Freundin in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung und trinke Leitungswasser, allerdings gebe ich relativ viel Geld für Urlaub und Sport aus.

Hier bin ich jedoch nicht bereit, über ein gewisses Niveau heraus zu sparen, da mich diese beiden Sachen einfach glücklich machen. Warum sollte ich an meinem eigenen Glück sparen? Für das gleiche Glück in der Zukunft? Wenn man die Komponente “Lebenszeit” mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit unterlegt, macht das für mich keinen Sinn.

Das bedeutet aber nicht, dass ich sinnlos Geld in 5-Sterne-Hotels verpulvere oder mich auf einer Yacht ausspanne. An Urlaub sparen bedeutet für mich eine 3-wöchtige USA-Reise, bei denen wir stattdessen in billigen Motels übernachten, ansonsten aber diese Zeit unglaublich genießen und Erinnerungen für unser restliches Leben mitnehmen. Das Leben ist zu kurz, um am Glück zu sparen. Man muss nur Wege finden, dass dieses Glück möglichst wenig kostet.

Insgesamt habe ich in den letzten Jahren jedoch keine Lebenskosteninflation erfahren, weshalb die angesprochenen Gehaltserhöhungen nahezu vollständig in die Erhöhung meiner Sparquote geflossen sind.

 

Investieren

Die dritte Säule der finanziellen Freiheit ist für mich das Investieren. Selbst wenn ich 22.000 EUR pro Jahr spare, bringt mir dieses Geld auf einem Sparkonto bei 0,1% Zinsen pro Jahr nicht wirklich viel. Deshalb habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Investitionen beschäftigt.

Mein Vermögen teilt sich auf in Immobilien, Aktien und P2P-Kredite.

Ich habe schon vor 3 Jahren angefangen, meine erste Eigentumswohnung zu kaufen. Mittlerweile besitze ich 3 Stück mit einem Gesamtwert von ca. 330.000 EUR. Dagegen stehen knapp 255.000 EUR Immobilienschulden, die durch die Mieteinnahmen jeden Monat sinken. Klar, die Immobilien sind hoch finanziert, allerdings ist so meine Eigenkapitalrendite am höchsten. Wenn die Immobilien gut vermietet und nicht zu teuer eingekauft werden, ist das sicher der schnellste Weg zu Reichtum und Vermögen. Man muss allerdings wirklich wissen, was man macht, ansonsten kann Dich eine solche Schuldenlast schnell erdrücken. Nach Ablauf der ersten Zinsbindung ist der Plan, die Tilgung deutlich herunter zu nehmen und bei ca. 40-50% Fremdkapitaleinsatz den übrigen Cashflow in weitere Investitionen zu stecken.

Mein zweites Standbein ist mein Aktienportfolio. Aufgrund der Immobilieninvestitionen ist dieses noch nicht sonderlich groß, allerdings soll dieses mittelfristig stark ausgebaut werden. Ich fokussiere mich hier zum einen auf verschiedene ETFs (30% des Portfolios), zum anderen aber fast ausschließlich in REITs, BDCs und Infrastrukturaktien. Die klassischen Dividendenwachstumswerte habe ich in ETFs zusammengekauft, da ich mir hier nicht sicher bin, ob ich durch eine eigenständige Auswahl den Markt schlagen kann.

Bei REITs, BDCs und Infrastrukturaktien bin ich mir deutlich sicherer, da das Geschäftsmodell auch langfristig besser einschätzbar ist und der Manager deutlich wichtiger ist. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft von Büroimmobilien in New York auch in 10 Jahren leichter zu prognostizieren ist, als der Absatz von iPhones in den nächsten 3 Jahren. Interessanterweise sind gerade REITs deutlich weniger volatil und bringen oft höhere Renditen als “normale” Aktien (https://www.reit.com/news/blog/market-commentary/comparing-average-reit-returns-and-stocks-over-long-periods). So viel zum Thema langweilig… Grund hierfür ist insbesondere die bessere steuerliche Behandlung der Erträge und die stabilen Cashflows, die gleichzeitig eine hohe Dividendenrendite versprechen.

Insgesamt hat mein Aktienportfolio eine Dividendenrendite von 5,5 bis 6,0% pro Jahr, was zwar steuerlich nicht der sinnvollste Weg ist, aber ich liebe es einfach, wenn meine Rechnungen von meinem Portfolio bezahlt werden! 😉

Besonders an meinem Aktienportfolio ist, dass ich mit ca. 20 bis 30% Fremdkapital arbeite. Durch meine Investments in REITs und ETFs glaube ich, dass mein Portfolio langfristig weniger volatil ist, als bei anderen Einzelaktien. Gleichzeitig habe ich einen hohen laufenden Cashflow, welcher ca. 3 bis 3,5% höher ist, als die Zinsen für das Fremdkapital, wodurch ich eine laufende Tilgung habe. Das ist sicher nicht für jeden etwas und wird bestimmt heiß diskutiert werden, allerdings pushe ich damit meine Aktienrendite um 1 bis 1,5% pro Jahr bei einem insgesamt für mich überschaubaren Risiko. Das klingt jetzt erstmal nach relativ wenig, führt aber dazu, dass ich mit 65 ein um ca. 3 Mio. EUR größeres Vermögen habe, als ohne Hebel.

Einen Margin-Call würde ich erst bei einem Absturz um mehr als 60% erhalten, was bei meiner Portfoliozusammensetzung sehr unwahrscheinlich ist (was selbst in der Finanzkrise nicht passiert). Das eine Aktie wie Simon Property Group (SPG) eine Dividendenrendite von mehr al 11% hat, kann ich mir nur schwer vorstellen…

Im Fall der Fälle ist das Fremdkapital allerdings nicht so hoch, als dass ich das nicht durch andere Maßnahmen ausgleichen könnte, unabhängig davon, dass der laufende Cash-Flow bei der Finanzierung hilft. Ich investiere jeden Monat knapp 2.000 EUR zusätzliches Eigenkapital. In Zukunft, insbesondere wenn mein Portfolio größer wird, fahre ich dieses aber eher auf 10 bis 15% herunter, um die Fallhöhe bis zum Margin-Call noch weiter zu vergrößern und Risiko heraus zu nehmen.

Die dritte Säule meines Vermögens sind P2P-Kredite. Hier stecken ca. 25% meines Vermögens drin. Das ist in den letzten 3 Jahren sehr gut gelaufen. Meine Rendite liegt konstant bei mehr als 12%. Mir ist klar, dass das sehr risikoreich ist, weshalb ich auf diverse Plattformen und unterschiedliche Kreditformen diversifiziert habe. Dass ich dauerhaft bei mehr als 12% pro Jahr lande, glaube ich nicht, aber die 7,5 bis 8,0% von Aktien sollten langfristig trotz Ausfällen schon drin sein.

Insgesamt beläuft sich mein Vermögen zum jetzigen Zeitpunkt auf knapp 150.000 EUR. Dieses Vermögen produziert gleichzeitig einen jährlichen Cashflow von knapp 16.000 EUR, was vollständig zur Tilgung von Krediten bzw. der Wideranlage verwendet wird. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich damit ca. 75% meiner jährlichen Ausgabe abdecken (wenn die Tilgung für die Immobilienkredite nicht wäre… J ).

 

Philosophischer Teil

Interessant wird es jetzt, wenn ich mir meine Zukunft anschaue. Mein Plan ist, mit 30 ein Vermögen von 250.000 EUR zu besitzen, mit 34 finanziell unabhängig zu sein und mit 40 Jahren die 1.000.000-Marke zu durchbrechen.

Was ich dann mache, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich mache mir nicht sonderlich viel aus Geld und meine Arbeit macht mir eigentlich sehr viel Spaß.

Wenn ich in meinem jetzigen Tempo weitermache und mit 65 in Rente gehe, werde ich ein Vermögen von 8 bis 12 Mio. EUR haben. Was ich damit mache… keine Ahnung. Stand jetzt lebe ich eigentlich sehr gut. Für meinen Lebensstil benötige ich dieses ganze Geld nicht. Es macht mir einfach Spaß, das “Spiel der Großen” zu spielen und darin relativ erfolgreich zu sein.

Mein derzeitiger Plan ist, einen Großteil meines dann laufenden Cashflows zu spenden, da ich gemerkt habe, dass es wirklich glücklich macht, anderen Menschen zu helfen und insbesondere das laufend überschüssige Geld sinnvoller eingesetzt werden kann, als in einem Jaguar mit 500 PS. Mit dem Rest werde ich das Leben genießen… so wie jetzt auch! Da ändert sich somit nichts dran. J

Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Verdienen, Sparen und Investieren!

Tim

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A.
3 Jahre zuvor

Guter Leserbrief.

Die Kredite fürs Depot kann er zur Not aus seinem Einkommen decken. Von daher sehe ich nichts falsches dran. Man kann es machen.

Immobilien sehe ich auch als Beschleuniger, wenn man weiß was man tut.

P2p habe ich mal gemacht, aber das ist nichts für mich. Dann steck ich das lieber in Aktien. Das Auszahlen lassen ist bei P2P schwierig. Das  Geld ist dann doch erstmal weg.

 

Thorsten
3 Jahre zuvor

Glaubwürdig, ich denke er wird das ganze dann noch mal überplanen müssen, wenn die ersten Kinder da sind und er vom erfolgreichen Berufseinsteiger in die Klasse Familienvater mit finanziellen Verpflichtungen aufsteigt. Es läuft sich dann über Jahre in jeder Hinsicht langsamer, Kinderwagen vorne, Laufrad  daneben,  größere Wohnung, neue Möbel, Kinderbetreuungskosten, größeres Auto, Verdiensteinbußen… aber man spart wenigstens das Geld für den Sport und am Anfang hilft das Kindergeld, das später unmerklich verdampft 😉

Micha
3 Jahre zuvor

Das mit der Arbeit, die einem so viel Spaß macht, hört man vor allem bei jüngeren Menschen. Mir machte meine Arbeit auch mal viel Spaß. Mittlerweile, so ab Anfang – Mitte 40 wird die Lust weniger. Obwohl ich nicht ungern morgens aufstehe und zur Arbeit fahre, kann ich mir mittlerweile sehr viel schöneres vorstellen ( z.B. mit meinen Kindern was machen, Sport treiben, lange Spaziergänge, Lesen u.s.w.). Klar, man könnte den Job auch nochmals wechseln, aber ob die Lust und die Belastbarkeit dann dauerhaft wieder höher wird, wage ich aber zu bezweifeln. Was ich damit sagen will ist, früh Gas geben, so wie dieser Leser Tim, damit man in 15 – 20 Jahren zumindest die Option hat, kürzer zu treten, Stunden zu reduzieren, oder für die ganz guten, komplett in Frührente zu gehen.

Pascal Weichert
3 Jahre zuvor

Ich kann den Schreiber diesen Artikels nur Zustimmen. Seitdem ich das Taekwondo Training zu 69€ jeden Monat besuche, bin ich sehr viel entspannter. Diese Ausgabe hat sich sehr schnell amortisiert.

Kredite können auch genutzt werden. Dies ist immer eine Typsache, das Mathematische Verständnis hat er ja dafür.

Tim ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem weg 🙂

Gruß,

Pascal

Ps. Dir natürlich auch Tim 😉

Thorsten
3 Jahre zuvor

@Micha guter Kommentar. Früh Gas geben, nachlassen kann man immer noch. Der Zinseszins arbeitet für einen im Turbo.

ThomasH
3 Jahre zuvor

P2P kämen für mich überhaupt nicht in Frage. Schon gar nicht mit 25% des Vermögens und erst recht nicht für den langfristigen Vermögensaufbau. Viel zu riskant und unsicher.

Warum soll ich jemandem Geld leihen, dem die Bank keins leiht?

 

Gruß ThomasH

Alex
3 Jahre zuvor

@ThomasH

Weil es Rendite bringt !

Bruno
3 Jahre zuvor

p2p wenn man 15% Rendite holt, ist man nach 5 Jahren breakeven, d.h. kumulierter Ertrag = Investition. Es darf einfach nichts passieren vorher 😉

Maria Müllner
3 Jahre zuvor

Hallo,

ein kurzer Spruch

Der Mensch dachte, Gott lachte.

ich wünsche Tim dass sich seine Hoffnungen und Wünsche erfüllen,

in seinem Alter hatte ich Sie auch.

Aber siehe oben

ThomasH
3 Jahre zuvor

@Alex

Weil es Rendite bringt !

Weil es Rendite bringen kann…

Wenn du sicher bist, dass es Rendite bringt, warum dann nur 25% des Vermögens?

Thorsten
3 Jahre zuvor

@ThomasH die Bonität des Schuldners kannst du beim Investieren auswählen. Die Kreditanbieter können günstigere Zinsen anbieten, weil sie keinen Marmorpalast, keine Aktionäre, keine Millionengehälter und keine unprofitablen Bereiche in der Bank miternähren müssen. Bei den schlechtesten Bonitäten könnte es aber genau so sein, bzgl. kein Kredit von der Bank.

V
3 Jahre zuvor

Das Risiko, das Tim-2 fährt ist mir persönlich viel zu hoch.

Erstens hängt sein beruflicher Erfolg voll an Immobilien
Zweitens investiert er hochverschuldet in Immobilien
Drittens finanziert er Aktien zu 20% bis 30% auf Basis eines Wertpapierkredits
Viertens geht er in Hochrisiko-P2P-Kredite

Die nächste Wirtschafts-Krise mit Platzen der Immobilienpreise, Absturz der Aktien und Platzen vieler P2P Kredite würde ihn voll gehebelt an allen Einkommensfronten treffen.

Dann Game-Over, das Karten-Haus stürzt zusammen.

Tim-2 fährt hier das Modell “privater Hedgefonds”. Nicht zu empfehlen!

Zudem erklärungsbedürftig:

5,5-6% Rendite bei den Aktien, von denen dann lt. Aussage 3- 3,5 % bei ihm hängenbleiben.

Wenn ich die nach Steuer rechne bleiben von den 5,5-6% nur noch ca. 4,31% (25% Abgst.). Wie zur Hölle kann jemand dann einen Wertpapierkredit zu Konditionen von ca. 1% erhalten, damit 3-3,5% für ihn übrig bleiben?

Selbst mit meiner Bonität bin ich da(herausgehandelt) bei  3% (wo andere fast 3,5 bis 4% zahlen). Welcher Anbieter gibt dir einen Wertpapierkredit von 1% Sollzinsen? Für mich unglaubwürdig…

Fred
3 Jahre zuvor

Wertpapierkredit bei Degiro liegt bei 1,25%

V
3 Jahre zuvor

Okay wusste ich nicht, dann nehme ich das “unglaubwürdig” zurück. Ändert an der restlichen Aussage des viel zu hohen Risikos aber nichts.
Zumal dann, wenn man annimmt, diese 1,25% blieben auch in Krisenphasen stabil. Meine Beobachtung ist, dass Wertpapierkreditanbieter in Krisenphasen zusätzlich zu den sinkenden Kursen die Marginanforderungen erhöhen und zudem die Sollzinssätze erhöhen. Dann ist Tim-2 in der Falle und wird gequetscht….

Thorsten
3 Jahre zuvor

@Fred DeGiro hat anscheinend andere Nachteile,  ich bin davor kurzem  wieder weg, weil mir im Gegensatz zum Preisverzeichnis bei eingehender Dividende jedes  Mal rund  10% als “Gebühr Kapitalmaßnahme” von der Dividende einbehalten wurde. Die wollen, dass man heftig handelt, aber nicht hält scheint es. Das würde evtl. auch den niedrigen Zinssatz erklären.

@V meine Bank möchte ohne Verhandeln 3,98% Zinsen für den Wertpapierkredit. Da müsste ich schon in einen hochdividendlichen REIT,  damit was übrig bleibt. Es wäre zu überlegen, aber wohl nervig. Das mit den Immobilien sehe nicht ganz so kritisch,  hoffentlich hat er lange Kreditverträge, damit es beim Anschlussvertrag keine Probleme gibt falls die Zinsen dann auf historisch durchschnittliche 6% gestiegen sein sollten.

V
3 Jahre zuvor

Thorsten, “historisch durchschnittliche 6%” wird es bei der weltweiten Verschuldungsquote ohne vorheriges (wahrscheinlich weltweites) Schuldenschnitt-Event nicht wieder geben, denn bereits 3%+ würde viele Staaten und Wirtschaftsubjekte killen und die Dominosteine in Bewegung setzen.

Und in dieses Event hinein möchte ich nicht verschuldet reingehen, da komme ich direkt als Verlierer raus. Immobilienbesitzer werden bei so einem Event auch die Melkkühe sein, denn bei diesen ist ja “noch was zu holen”.

Siehe einige historische Blaupausen, Stichwort “Lastenausgleich”.

Bruno
3 Jahre zuvor

@V @Fred

Die Frage ist in welcher Währung, USD ist unter 1 Mio um die 3% +/- und EUR ca. 1%, US Aktien über Lombard zu finanzieren ist teuer geworden

Jan
3 Jahre zuvor

Ja, die stürmische Jugend. Diese Diskussion ist so alt wie die Menschheit.

Für mich kommt dieses Risiko nicht einmal annähernd in Betracht. Ich bin jedoch bekennender Angsthase. So hat jeder sein gefühltes Wohlfühlrisiko. ABER: Im Gegensatz zu vielen jungen Anlegern die noch nie um ihre Ersparnisse fürchten mussten weiß ich wie ich in einer Krise gerne reagiere und kann mich darauf einstellen. Das wissen hier die Neuen nicht. Und glaubt mir, wie ich oft in Blogs lese “da kauf ich dann ganz sicher nach”: Ne ne, erst mal in der Situation wirklich das auch machen. Dann reden wir weiter. Es gibt solche harten Knochen, wie Tim1, die das durchgezogen haben. Da zieh ich alle meine vorhandenen und nicht vorhandenen Hüte. Ob man zu diesen gehört weiß man aber vorher nicht. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Wusste schon Erich Kästner. Und wenn ich auch noch Schulden hätte, dann weiß ich, dass ich in Panik gerate. Kann man was dagegen tun? Sicher! Sicherheiten eingehen, Verluste anhand der Aktienquote etwas von vornherein eindämmen und für mich ist dieser Blog hier auch eine Art der Sicherheit. Ich erwarte von euch, dass ihr mir am Tag X, wenn ich schreibe “Mimimi, Aktien alle im Keller, …” mir gepflegt in den Hintern tretet und mich beruhigt. 😉

Jedenfalls wünsche ich euch allen viel Erfolg mit eurer Strategie. Jede Strategie hat ihre Berechtigung, wenn sie auch in allen Phasen eines Anlegers passt. Toi toi toi, dass das mit den Kredithebeln gut geht! Ich wünsche es dir, Tim2.

Aber ich bleibe wesentlich an der Seitenlinie bei solchen Experimenten und schaue, zusammen mit V., bei einem guten Glas Rotwein euch zu wie ihr das durchzieht (oder auch nicht).

Und plane nicht zu lange. Ein solides Polster haben ist sehr gut. Aber bevor du die Millionen bei Renteneintritt bereits mit Mitte 20 zählst, sei dir gesagt: Erst mal im Kreissaal die Frau sehen wie sie dir dein Kind gebärt. Da rücken sich dann erst mal manche Prioritäten an andere Stelle. https://www.youtube.com/watch?v=G0a-Nr_vRjM

Ich hab mir seit Anfang des Jahres auch 50+ nt-Wochenstunden selbst auferlegt und werde nun hoffentlich für diese selbstsmörderische Arbeit belohnt. Aber dauerhaft mit Frau und Kind? Never. Dann bleib ich in letzter Konsequenz lieber ein armer Schlucker. Die Kindheit und Jugend meiner Tochter bringt mir kein Geld der Welt wieder.

Schöne Grüße

Jan

P.S.: @V. auch wenn wir uns an anderer Stelle mal in die Haare bekommen haben, möchte ich dir mal sagen, dass ich deine Kommentare und Sichtweise der letzten Wochen immer mehr zu schätzen gelernt habe. Find ich gut!

Daniel
3 Jahre zuvor

Die Basis und die bisherige Grundlage und Motivation scheint absolut passend zu sein um einen Vermögensaufbau zu betreiben. Ich nehme allerdings an, dass die weiteren Finanzplanungen die sich in Millionen-Höhen hochschrauben weitaus weniger linear verlaufen werden, als man sich wünscht.

Vielleicht kommen dann doch unvorhergesehene Mehrkosten dazwischen.

Nettes Photo übrigens, sieht mir nach dem wunderschönen Yosemite National Park aus.

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

also ich möchte auch lieber mit V und Jan ein Gläschen Rotwein trinken, Maria Müller würde auch noch in die Runde passen 🙂

Alles Gute an Tim 2, aber meine Strategie wäre das nicht, würde damit Herzrasen bekommen, sehr ungesund in meinem Alter ….

Heute gab’s Lohn, neues Spiel neues Glück…. mal sehen was ich demnächst aufschaufeln werde, Henkel wird interessanter zum Nachkaufen, und BMW auch…na ich finde schon was…

die Mieteinnahmen des letzten halben Jahres hab ich übrigens vor den Quartalszahlen in Unilever investiert, auch wenn es kein Schnäppchen war, es musste einfach sein.

liebe Grüsse

3 Jahre zuvor

Viel zu krasse Strategie in meinen Augen. Ich habe letztens erst einen Artikel in der Zeit gelesen von einem 32-jährigen, der sich 6 Eigentumswohnungen gekauft hat. Hier gehts zum Artikel! https://www.zeit.de/arbeit/2018-06/giessereimechaniker-automobilkonzern-einkommen-ausgaben-arbeitszeit

Immobilien sind in den USA am abflauen, NYC Preise ist im ersten Halbjahr 2018 zurückgegangen, Vancouver und Toronto überhitzt..Da kommt die nächste falsche Rechnung mit den steigenden Immos. Selektiv in Großstädten ja. Auch der Hype um P2P ein wahnsinn derzeit.

Also was die Jungs in meinem Alter für Risiken auf sich nehmen ist in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Heißes Eisen, aber die nächste Krise wird die geschönte Rechnung bis 65 nicht durchhalten. Außerdem fehlen andere Variablen, wie Frau, Kind, Krankheit im schlimmsten Fall und Pflege.

Es gibt verschiedene Lebensphasen eines Mannes und so linear wie es immer dargestellt wird, ist es halt nicht. Die Artikel ermutigen, aber haben in meinen Augen dann mit Hochrechnungen gerade in diesem Beispiel auf 65 Jahre nichts mit Realität zu tun. Digitalisierung, schnellere Arbeitsplatzwechsel, Arbeitslosigkeit und dann?

Nur mein Statement so long

 

 

Heiko
3 Jahre zuvor

“Insgesamt beläuft sich mein Vermögen zum jetzigen Zeitpunkt auf knapp 150.000 EUR. Dieses Vermögen produziert gleichzeitig einen jährlichen Cashflow von knapp 16.000 EUR”

Kommt dieser Cashflow tatsächlich nur aus dem Nettovermögen von 150.000 oder eher aus dem Bruttovermögen von mehr als 330.000 Euro?

Gruß

Ralf
3 Jahre zuvor

@Jan: “Ich hab mir seit Anfang des Jahres auch 50+ nt-Wochenstunden selbst auferlegt und werde nun hoffentlich für diese selbstsmörderische Arbeit belohnt. Aber dauerhaft mit Frau und Kind? Never. Dann bleib ich in letzter Konsequenz lieber ein armer Schlucker. Die Kindheit und Jugend meiner Tochter bringt mir kein Geld der Welt wieder.”

Ein guter Punkt. Leider gehen wenige Leserbriefe auf solche Themen wie Familienplanung ein (finanziell durchaus ein Thema). Ich hätte keine Lust erst mit 40+ in die Kinderplanung einzusteigen (Nerven, Alter, Biologische Uhr etc.). Offensichtlich haben sich die Zeiten geändert. Das kann gewaltig nach hinten los gehen. ich kenne echt etliche Beispiele dazu…

Für eine 50-Stunden-Woche mit vermutlich genug Verantwortung und Stress ist das Gehalt ok, aber nicht überragend. Wieder ein Indiz für die eher mäßige Bezahlung in D.

„Insgesamt beläuft sich mein Vermögen zum jetzigen Zeitpunkt auf knapp 150.000 EUR. Dieses Vermögen produziert gleichzeitig einen jährlichen Cashflow von knapp 16.000 EUR“

Weitere Details wären interessant

Sebastian
3 Jahre zuvor

Rechnerischer Quatsch.

Ralf
3 Jahre zuvor

Bei 50+ Stunden in der Woche sollte man bei den oft hohen Stresspegeln oder der heutigen Arbeitsdichte auch an mögliche Gefahren wie Herzinfarkt oder Schlaganfall denken. Selbst wenn man einen Ausgleich im Sport, Urlaub und Ernährung findet.

Ich war mit rund 30 ebenfalls auf diesem Trip und bekam dann trotz Sport und guter Ernährung plötzlich Schlaganfallähnliche Symptome. So was geht schnell und kommt völlig unerwartet. Das war mit ein Grund, warum ich seit einigen Jahren nur noch 4-Tage-Woche arbeite und nebenbei nebenberuflich recht stressarm lieber ein zweites Standbein aufbaue.

Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Kiev
3 Jahre zuvor

@ Tim2

In jungen Jahren kann man etwas Risiko als Hebel verwenden. Der Beschreibung nach wäre mir das aber auch zu viel Risiko. Wieso nimmst Du überhaupt einen Wertpapierkredit auf? Du kannst doch auch die Immos etwas langsamer tilgen. Den Kredit kannst Du wenigstens absetzen. Bei der aktuellen Restschuld und der aktuellen Marktlage würde ich mich auch noch etwas in Geduld üben. Das muss man auch erstmal lernen.

Und dann noch P2P mit 10% Rendite. Welchen Zinssatz zahlst Du für Deine Immos? Bedenke das diese Rendite bei der derzeitigen Ausfallsrate erreicht wird. Wenn es schlecht läuft trifft es Dich vermutlich an mehreren Fronten. Wenn dann der Margin call kommt wird es richtig sportlich.

Baue doch ein paar Sicherheiten auf, verspreche Dir und den Lesern im Forum, dass Du hartgesotten in der Krise auftreten wirst. Und dann ziehe stetigen Aktienkauf durch wenn es Kracht. Das habe ich mir zumindest sehr fest vorgenommen. Bestimmt noch viele andere. Am Ende sieht man dann wer es wirklich durchgezogen hat. Und wie? Mit Handbremse ein wenig nebenbei oder monatlich All In. Oder mehr?

Viel Erfolg!

Wenn Du eine Mio bis 40 erarbeitetet hast wäre das absolut Top. Wenn sich dann die Prioritäten verschieben, werden es nicht 18Mio. Es gibt schlimmeres. Was Du hast hast Du. So einfach ist das. Reich ist man nicht durch das was man verdient, sondern was man hat.

Thorsten
3 Jahre zuvor

@V die 6% haben geärgert, ich weiß, ich kann mir das die nächsten Jahre auch nicht vorstellen, aber 0% Zinsen oder Strafzinsen auf dem Konto vor einigen Jahren auch nicht. Der Handelskrieg könnte die Preise hoch treiben…

@Fit und Gesund Darf ich auch zur Runde stoßen, ich bringe noch Käse und Baguette zum Rotwein mit.

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

@Thorsten,

klar doch, ich bringe Lindt&Sprüngli Schoki mit, hell oder dunkel, ganz nach Belieben 🙂

(die Aktien hätte ich auch gerne)

3 Jahre zuvor

Also erstens sollte man wirklich an seinem Leben, Glück und Spaß nicht sparen. Soll aber auch nicht heißen, das man da sein Geld verprassen muss. Gesunder Verstand und gutes Konsumverhalten sind da schon ausreichend.

Natürlich hat er in seiner jetzigen Situation gerechnet, was aber wenn die Kinder kommen? Dann muss eine größere Wohnung her, Auto, die Kinder verbrennen auch bis zum 16 Lebensalter Geld (danach können die ja auch arbeiten 😉 )

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt.

 

LG

Sanja

V
3 Jahre zuvor

@Jan: Danke für die netten Worte.

Ich weiß schon gar nicht mehr wieso wir uns “in die Haare gekriegt” haben sollen…

Ich gehe ja auch gern Risiken ein (früher viel mehr als heute; aber stets nur da wo ich mich mind. 10mal besser auskenne als andere) um Überrenditen (für mich in gutem Marktumfeld = eine Chance auf >30%) einzufahren. Für Renditen von nur 2%-8% ist ein drohendes Leveraging des Faktors 3 nach unten (inkl. Totalverlustgefahr) aber ökonomisch nicht sinnvoll. Vor allem nicht nach einem 10jährigen Bullenmarkt- und Wirtschaftszyklus, der kurz vor dem Kippen stehen kann.

@Thorsten: Wenn es zu einem echten Handelskrieg inkl. Inflation plus Stagnation käme, dann würden die Kartenhäuser in sich zusammenfallen. Dann haben wir 2008 Reloaded – nur schlimmer.

V
3 Jahre zuvor

Sanja, ich liebe Forrest Gump. Geiler Film.

An der Börse muss ich aber ganz genau wissen was ich bekommen könnte … 😉

Thorsten
3 Jahre zuvor

@V

Gehen wir dann shoppen und kaufen Aktien was das Zeug hält bzw. was die Kriegskasse noch hergibt ? Der Handelskrieg endet, falls er denn anfängt und weiter eskaliert wird , so hoffe ich doch spätestens mit Amtsende Trump, die maximale Amtszeit für US-Präsidenten ist 2×4 Jahre. Eine überschaubare Zeit.

June
3 Jahre zuvor

@Tim 2,

phuuuuu ich habe hier eine Flasche leckeren eisgekühlten spanischen Weißwein,  Bruscetta und als Nachtisch Wassermelone und stelle mich damitzu Jan, Thomas und Fit und Gesund und den anderen. Also bitte beherzt zugreifen.

Im Gegensatz zu vielen hier hebele ich meine Immobilien auch, aber immer mit Vernunft. Bei den Wohnungen sehe ich auch gar kein so großes Risiko und denke, dass ein vernünftiger und langfristiger Tilgungsplan hier seine Wirkung zeigen wird. Aber gehebelte Aktieninvestments und P2P Kredite sind dann in der Kombination heftig.

Ich würde entweder die P2P Kredite um die Hälfte reduzieren oder den Aktienkredit zurückzahlen. In der Kombination sehe ich trotz des guten Gehalts große Risiken. Zumal der Kredit mit weiteren Aktienkäufen auch bei einer Reduzierung auf 15% absulut immer weiter steigt.

Vielleicht bin ich ein Angsthase wie Jan, aber mit meiner Strategie verzocke ich immerhin nicht Haus und Hof.

@Jan,

wir treffen uns dann in der Mitte und ich trete beherzt zu. 😉 Dann darfst du aber nicht vergessen zurück zu treten, falls ich bei fallenden Kursen die Krise bekomme und nicht kaufen möchte.

Take care,

June, die jetzt ihr Menü s.o. mit Mr. Juni auf dem Balkon teilt.

Jan
3 Jahre zuvor

@June,

abgemacht. Zur Wahl steht dann Schienbein oder Hinterteil. 😉

Einen Guten wünsche ich euch.

Schöne Grüße

Jan

V
3 Jahre zuvor

Thorsten: das habe ich 2008/2009 genau so gemacht. Aber erst als klar war, dass Politik und Notenbanken nach der Lehman Pleite alles retten werden und keinen Großen mehr Hops gehen lassen. Das war Anfang 2009 klar…

Was künftig wann passiert und welche Schritte ergriffen werden muss man dann beobachten und entscheiden wie man vorgeht. Tendenziell bin ich aus folgenden Gründen geneigt in der nächsten systemischen Krise viel vorsichtiger zu sein, denn ..

erstens saß ich damals nur auf ca. 250 K (Schätzung aus dem Kopf heraus) und nicht 3180 K wie aktuell; damals ging es mir nur um Vermögensaufbau, heute auch um Vermögenssicherung

zweitens werden dieses mal wohl auch Staaten gerettet werden müssen. Und die Rettungsbereitschaft wird irgendwann endlich wenn die Bürger der Rettenden merken dass sie dadurch massive finanzielle Nachteile erleiden.

Die Krise wird erheblich größere Dimensionen annehmen und eventuell werden ganz andere Maßnahmen ergriffen werden müssen, z.b. Währungsreform oder Zwangsabgaben….

Meine Vorbereitung beinhaltet weiter Aufstockung Edelmetalle. Hier könnte es bei Gold und Silber vorher nochmal zu echten Kaufgelegenheiten kommen …

 

André
3 Jahre zuvor

@Tim “2”

Ich muss Ralf da recht geben. Pass auf deine Gesundheit auf. So ein Pensum geht irgendwann schief, glaube mir.

Früher in deinem Alter war ich auf dem gleichen Trip. Das Ende vom Lied? Burnout und schon war es vorbei mit der Karriere. Du erhältst im Arbeitsleben einen Stempel auf die Stirn und glaube mir, aus so einem Loch kommst Du nicht mehr raus. Deine Belastungsgrenze verringert sich schlagartig nach unten, dann bist du froh wenn du die 39 Stunden Woche “überlebst”. So ging und geht es zumindest mir. Und da hilft auch kein Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber, weil du gar nicht die mentale Kraft dafür hast.

In dieser schwierigen Phase habe ich einen sehr guten Spruch kennengelernt:

Wenn du eine Kerze an beiden Seiten anzündest, leuchtet sie nicht wirklich heller, sie brennt nur schneller ab”

Pass einfach auf deine Gesundheit auf, denn die ganze Kohle nützt dir gar nix wenn du am Ende krank bist. Und irgendwann kommt vllt. auch der Kinderwunsch, dann gibt es eh schönere Dinge im Leben als 50 Stunden + pro Woche und der Traum mit 65 Jahren 5 Millionen zu haben. Wobei zumindest die Kohle nicht zu verachten wäre 😉

Mein Traum ist einfach die finanzielle Sicherheit ruhig schlafen zu können und meine Arbeitswoche irgendwann auf 3 oder vllt. sogar 2 Tage die Woche zu reduzieren…

Aber wie Tim “1” bereits sagte: “so ist jeder halt verschieden und hat seine eigenen Träume und Wünsche”

Thorsten
3 Jahre zuvor

@V ich habe 1999 alles verkauft und dann wieder Mitte 2007. Also immer kurz vor dem Crash. Ach ja, ich habe gerade eben schon wieder mein gesamtes Depot über Tradegate unlimitiert verkauft und in sicheres Bitcoin umgetauscht, weil Gold bringt ja keine Zinsen, Edelmetalle sind gaaaanz unsicheres Zockerzeug..nee nur Spaß. 😉

R.
3 Jahre zuvor

Risikoreich aufgestellt.Das mit den Krediten wäre nicht meins. Aber gut.

Wie erreiche ich mit 150k Kapital, 16K an Zinsen das sind ja fast 11%???

Thorsten
3 Jahre zuvor

Ach ja, die Broadcom steigt wie vermutet, die 230$ sind in Reichweite. Wenn das nur immer so einfach wäre.

Broadcom gekauft

Jan
3 Jahre zuvor

@R., ich bin mir sicher, dass das nur missverständlich ausgedrückt ist. Er meint sicher mit den 150.000 Euro hat er die Bonität Kredite aufzunehmen und das Gesamtkonstrukt verursacht dann einen Kapitalfluss* von 16.000 Euro.

Und so ist es ja auch halbwegs richtig gerechnet, wenn man die EK-Renta berechnet.* Die Frage ist was hier berechnet/dargestellt werden soll. EK-Renta, Gesamtkapitalrenta,… Das kommt nicht genau raus.

Schöne Grüße

Jan

*) für die Denglisher: Das ist der Cashflow 😉

*) unter der Annahme es wurden Kosten, Steuern,… bereits abgerechnet. Ja, da hinkt es etwas, da es nicht als Gewinn bezeichnet wurde. Oder halt eine “Brutto”EK-Rendite vor Kosten, was auch immer einem das noch als Kennzahl helfen soll. Ok, ich verzettel mich gerade…

Thorsten
3 Jahre zuvor

O.k. Trump und Juncker haben sich also heute getroffen.  Die EU kauft den USA einen Teil ihrer für China durch Schutzzölle zu teuren Sojaberge  ab (genetisch unverändert ?!) und mehr Flüssiggas. Dafür werden die Autozölle für die EU erstmal verzögert. Finde den Fehler, wo bleibt die konkrete Gegenleistung der USA ? Die EU lässt sich womöglich über den Tisch ziehen. Trump behält die Autozölle in der Hinterhand und kann die EU jederzeit erpressen. Da ist noch gar nichts gesichert. Trotzdem wird die Börse das erst mal positiv aufnehmen und wir werden vermutlich  erst mal Kurssteigerungen sehen, gerade bei Zyklikern, Maschinenbau, Automobilaktien. Die Verhandlungen müssen dann Konkretes erbringen.

Maresa
3 Jahre zuvor

Darf ich mich in die Rotwein-Runde einreihen? … ich bring noch leckere Oliven, Baguette und Olivenöl mit 🙂

@Tim2 …. viel Erfolg – du gehst da sehr mutig ran. Mit 28 hast du vielleicht noch 10 Jahre, in denen Du richtig Gas geben kannst. Als “zarte junge 28” würde ich das nicht bezeichnen … aber als bestes Alter für Investments. Mit 40 kommt oft schon die erste Panik auf.

Ich lese jetzt immer öfter von einer Bereitschaft, Aktien mit Krediten zu finanzieren. Das finde ich allgemein eine kritische Entwicklung.

Vor der Finanzkrise 2000 hatte ich auch (Arbeitgeber-)Aktien mit einem Darlehen (abgesichert mit erstrangiger Grundschuld) gekauft. Als die Aktien nach Jahren dann endlich wieder den Einstiegswert erreichten, hab ich sie 2006 für den Einstieg in einen geschlossenen Investmentfonds verkauft …. nochmals volles Risiko; aber ohne Kapitalverlust. Die Zinsen wurden etwa durch die Dividenden getragen. Der Fonds hat sich gut entwickelt, und wird hoffentlich die nächsten Jahre einen Teil meiner FF tragen. Hätte ich aber nicht meine unendliche Geduld gezeigt, wäre es ein kleines finanzielles Desaster gewesen. Aber die Basis war gelegt mit unserem schuldenfreies Eigenheim, und der Betrag war nicht so hoch; alles andere hätte ich meiner Familie gegenüber nicht verantworten können. Mit viel Glück und Geduld ist alles gut gegangen. Der Finanzmarkt ist immer ein auf und ab – und dabei die Nerven zu bewahren, ist eine Charaktereigenschaft.

Schöne Grüße. Maresa

 

 

 

Thorsten
3 Jahre zuvor

Facebook ist gerade 22%, 23.49 Uhr jetzt schon 24% gefallen. Kommentar meiner Frau: “jedes Ding hat seine Zeit, sie kenne niemanden mehr, der FB aktiv benutzt.”. Ich habe meinen Account vor Wochen gelöscht. Ich weiß,  wir sind nicht repräsentativ.

Obama
3 Jahre zuvor

@ tim 2

Danke für den schönen Leserbrief.

Mich würde interessieren, wo das Foto entstanden ist?

Bin momentan in Oberstdorf im Urlaub, halte mich daher kurz.

 

Alles liebe

 

 

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

@ Thorsten,

Facebook ist ja ne Nummer…..ich hab Keine, aber da bin ich nun doch baff….

hab auch nie einen Facebook-account gehabt, brauch ich echt nicht…dafür bin ich ehrlich zu unwichtig… und die ganze Likerei….

na, hoffentlich hat es nun nicht Allzuviele hier getroffen, es täte mir leid.

 

Thorsten
3 Jahre zuvor

@Fit und Gesund

Angeblich sind die Techwerte diese Jahr auch so gut gelaufen, weil sie gegen die Zölle immun waren. Die Aktie ist in vielen Depots und ETFs/Fonds.

Haben die FB-Anleger die Einigungsrunde Trump/Juncker zu der Entscheidung dazugekommen ? Irgendwie übertrieben die Abwertung. Momentan nur noch 20% Verlust. Vielleicht fängt sie sich ja heute wieder, manche werden  nachkaufen trotz des grottigen Images von FB.

Fit und Gesund
3 Jahre zuvor

hallo Thorsten,

20% finde ich auch gesponnen, ist FB jetzt von einem Tag auf den Anderen wirklich 20% weniger wert? oder war es eben niemals so viel wert? Sicher werden heute Einige sich drauf stürzen, können sie gerne machen, von mir gibt kein cent, noch nichtmal ein kleiner Zock, mit kurzer Haltedauer (Kursgewinne in der CH steuerfrei)

Da zeigt es sich aber wie schnell mal ein Depot zerschossen werden kann, braucht nur 3 bis 4 solcher Abstürze im Portfolio und der Jammer ist gross, und noch grösser wenn man die Aktien dann auf Pump gekauft hat, Aktien auf Pump ist Teufelskram, sollte man einfach nicht machen.

Ebenso als Teufelskram bezeichne ich es, wenn ein junger Mensch sich gleich mehrere Immobilien mit grossem Hebel kauft, irgendein Ereignis und schon ist Ende Gelände. Immer schön ein Schritt nach dem Anderen, dann klappt es auch, auch wenn in den Immobilien-Finanzblogs was Anderes steht,

bei P2P krieg ich nur Pipi in die Augen  🙁

so, jetzt krieg ich hoffentlich noch eine Mütze Schlaf, hier ist arg heiss!

 

3 Jahre zuvor

@André / Tim2

Ich kann Andre nur zustimmen. Guten Start hingelegt, aber pass auf dich auf. In jungen Jahren hält man sich für unbesiegbar und geht davon aus, dass man alles im gleichen Tempo durchzieht. Aber bleibt erfahrungsgemäß nicht so.

Ich war die letzten 10 Jahre eine ziemliche “Maschine” und habe alles durchgezogen. Anfang des Jahres habe ich “freiwillig” ein größeres Projekt an einen anderen Kollegen abgegeben und auf 35h reduziert. War für mich ein großer Schritt, bei dem ich mit viel Gegenwehr von meinem AG gerechnet habe und auch eine Kündigung in Kauf nahm. Ich ging davon aus, dass es mir gesundheitlich durch diesen Schritt viel besser gehen würde. Das ist dann für ein paar Wochen so. Realistisch gesehen muss man eine Menge aufarbeiten, damit der Körper sich davon wieder erholt. Ich feiere derzeit jeden Tag, an dem ich ohne besondere Vorkommnisse schlafen kann. Gleichzeitig sehe ich Berufsanfänger, die auf das gleiche Unglück zusteuern.

 

Gainde113
3 Jahre zuvor

Denke, dass bezüglich FB einiges an Überbewertung drin war und Smart Money nur den günstigen Grund zum Ausstieg gesucht hat. Schöner Trade, wenn man nach der Datenschutzaffäre eingestiegen ist und jetzt verkauft hat. Es weiss ja jeder, dass man zurzeit im Markt auf Rasierklingen balanciert, besonders im Tech-Bereich. Sofern sich fundamental nichts ändert, bsp. Leitzinsenerhöhung oder Rezession, machen alle das Spiel mit. Man sollte einfach als erster wissen, wann die Musik aufgehört hat zu spielen, um umzuschichten.

Als Privatanleger ist man vor dem Notausgang aber immer zuhinterst in der Reihe 😉

ThomasH
3 Jahre zuvor

“Einkommen” und “Sparen” bei Tim2 sind ok, aber der Punkt “Investieren” sollte nicht als Motivation dienen, es genau so zu machen. Viel zu risikoreich und zuviel Selbstüberschatzing, gerade auch bei den Vermögenszielen.

In der Summe für mich also ein Beispiel, wie man es eher nicht machen sollte. Aber solche Bespiele kann es ja auch mal geben…

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