Tim, 28, macht Karriere im Investmentbereich. Er verdient 75.000 Euro brutto. Fast 150.000 Euro hat er gespart


New York, 25. Juli 2018

Leser Tim ist eifrig. Er arbeitet im Investmentbereich. Er verdient gut und spart emsig. Trotzdem sind ihm der Sport und das Reisen wichtig.


Ich erhielt einen motivierenden Leserbrief von Tim. Ausführlich beschreibt er seine Situation. Es ist mal wieder ein Ausreißer nach oben. Er ist tüchtig und motiviert. Respekt kann ich nur sagen.

Er hat zum Teil andere Ansichten als ich. Ich finde gut, dass er Wert auf Erlebnisse (Urlaube/Sport) legt. Es ist eine Frage des Zeit-Geld-Tausches. Geld ist wertlos, wenn Du es nicht für etwas verwendest – ein lustiges Hobby, Abendessen, Reisen, Spenden. Klaro! Oder eben Du nutzt Dein Geld für die Freiheit, um von den passiven Einkommensströmen zu leben.

Ich finde es super, wie dieser Leser sich verhält. Er liegt niemanden auf der Tasche. Er baut sich etwas selbst auf. Er muss niemanden (Eltern, Freundin, Verwandtschaft) bitten, ihm zu helfen. Er ist schlau, motiviert, fleißig. Hut ab vor dieser Tüchtigkeit!

Schulden auf das Depot würde ich freilich nicht aufnehmen. Es wäre mir der Stress nicht wert. Und P2P-Kredite sind nicht mein Ding. Aber wir sind eben alle verschieden. Ich denke, er weiß, was er macht.

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Hallo Tim,

mein Name ist ebenfalls Tim. Ich bin zarte 28 Jahre jung. Für Finanzen habe ich mich eigentlich erst während meines ersten BWL-Studiums interessiert. Der Fokus lag damals aber eher auf „zocken“, anstatt sinnvoll zu investieren. Neben Online-Poker habe ich insbesondere mit Anleihen herumgespielt (Mittelstandsanleihen, Griechenlandbonds etc.). Das lief zwar insgesamt sehr erfolgreich, im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich diese Dinge alle schnell genug verkauft habe, bevor einige davon in die Insolvenz gingen.

Im Laufe der Zeit bin ich dann auf die „Early Retirement“-Bewegung gestoßen, die mich sehr fasziniert hat. Ich weiß zwar nicht, was ich tun würde, wenn ich finanziell frei wäre (komme ich am Ende nochmals drauf). Aber ich wollte schon immer finanziell erfolgreich sein und das war ein Weg, den jeder beschreiten kann.

Meist liegt der Fokus bei der finanziellen Freiheit nur im Sparen. Ich persönlich finde, dass das zwar richtig ist, allerdings nicht den ganzen Prozess umfasst. Natürlich ist sparen wichtig, aber meiner Meinung nach nur bis zu dem Punkt, an dem man selbst nicht darunter leidet. Wenn man wirklich langfristig glücklich ist, wenn man ein 50.000-EUR-Auto fährt, warum sollte man sich das dann verbieten? Es geht im Leben nur um Glück. Wie man das erreicht und was man hierfür selbst braucht, muss jeder selbst wissen. Das kann einem auch niemand vorschreiben.

Mein Fokus bei der finanziellen Freiheit liegt auf drei Säulen: Einkommen, Sparen und Investieren.

 

Einkommen

Ich arbeite im Investmentbereich am Thema Immobilienfonds. Dort verdiene ich ganz gut und trotz meiner 28 Jahre trage ich ca. 75.000 EUR brutto nach Hause. Seit Beginn meiner Tätigkeit für mein jetziges Unternehmen vor 6 Jahren konnte ich mein Gehalt fast verdoppeln. Grund dafür war ein weiterführendes Studium und harte Arbeit. Mein persönliches Ziel ist ein Einkommen von 100.000 EUR mit 30. Ich weiß, dieses Ziel ist hoch gesteckt, aber es soll ja motivieren!

Warum ist ein hohes Einkommen so wichtig? Es ist sehr viel einfacher, 1.000 EUR im Monat zu sparen, wenn man 3.000 EUR netto verdient. Auch prozentual ist es viel leichter, eine hohe Sparquote zu erreichen, als wenn man wenig verdient, insbesondere wenn man nicht wie ein Bettler leben möchte.

Gleichzeitig ist es einfacher, 5% mehr zu verdienen, als seine Sparquote um 5% nach oben zu drücken. Jeder kann im Monat 200 EUR mehr verdienen, man muss nur kreativ sein oder die Bereitschaft haben, mehr zu arbeiten. Das ist für viele Leute meist leichter, als 200 EUR zusätzlich aus dem schon knappen Budget zu schneiden. Man muss sich nur vor Augen halten, dass wir in Deutschland im Durschnitt ca. 41 Stunden pro Woche arbeiten. Die Griechen arbeiten im Schnitt 3 Stunden mehr. Ich selbst arbeite meist mehr als 50 Stunden pro Woche. Allein dadurch kann man sein Einkommen schon deutlich erhöhen, man muss es nur wollen.

 

Sparen

Wie Tim hier schon oft genug geschrieben hat, ist es bei einem hohen Einkommen wichtig, viel zu sparen. Umso höher das Einkommen, umso mehr kann man sich allerdings leisten, ohne seine Sparziele zu vernachlässigen.

Ich selbst habe ein Sparziel von 50% pro Jahr. Das bedeutet bei meinem Einkommen ca. 22.000 EUR pro Jahr. Das klingt jetzt erstmal nach viel, allerdings muss ich dabei zugeben, dass das für mich keine sonderlich große Herausforderung darstellt. Zwar fahre ich eine ziemliche Schrottkarre, wohne mit meiner Freundin in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung und trinke Leitungswasser, allerdings gebe ich relativ viel Geld für Urlaub und Sport aus.

Hier bin ich jedoch nicht bereit, über ein gewisses Niveau heraus zu sparen, da mich diese beiden Sachen einfach glücklich machen. Warum sollte ich an meinem eigenen Glück sparen? Für das gleiche Glück in der Zukunft? Wenn man die Komponente „Lebenszeit“ mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit unterlegt, macht das für mich keinen Sinn.

Das bedeutet aber nicht, dass ich sinnlos Geld in 5-Sterne-Hotels verpulvere oder mich auf einer Yacht ausspanne. An Urlaub sparen bedeutet für mich eine 3-wöchtige USA-Reise, bei denen wir stattdessen in billigen Motels übernachten, ansonsten aber diese Zeit unglaublich genießen und Erinnerungen für unser restliches Leben mitnehmen. Das Leben ist zu kurz, um am Glück zu sparen. Man muss nur Wege finden, dass dieses Glück möglichst wenig kostet.

Insgesamt habe ich in den letzten Jahren jedoch keine Lebenskosteninflation erfahren, weshalb die angesprochenen Gehaltserhöhungen nahezu vollständig in die Erhöhung meiner Sparquote geflossen sind.

 

Investieren

Die dritte Säule der finanziellen Freiheit ist für mich das Investieren. Selbst wenn ich 22.000 EUR pro Jahr spare, bringt mir dieses Geld auf einem Sparkonto bei 0,1% Zinsen pro Jahr nicht wirklich viel. Deshalb habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Investitionen beschäftigt.

Mein Vermögen teilt sich auf in Immobilien, Aktien und P2P-Kredite.

Ich habe schon vor 3 Jahren angefangen, meine erste Eigentumswohnung zu kaufen. Mittlerweile besitze ich 3 Stück mit einem Gesamtwert von ca. 330.000 EUR. Dagegen stehen knapp 255.000 EUR Immobilienschulden, die durch die Mieteinnahmen jeden Monat sinken. Klar, die Immobilien sind hoch finanziert, allerdings ist so meine Eigenkapitalrendite am höchsten. Wenn die Immobilien gut vermietet und nicht zu teuer eingekauft werden, ist das sicher der schnellste Weg zu Reichtum und Vermögen. Man muss allerdings wirklich wissen, was man macht, ansonsten kann Dich eine solche Schuldenlast schnell erdrücken. Nach Ablauf der ersten Zinsbindung ist der Plan, die Tilgung deutlich herunter zu nehmen und bei ca. 40-50% Fremdkapitaleinsatz den übrigen Cashflow in weitere Investitionen zu stecken.

Mein zweites Standbein ist mein Aktienportfolio. Aufgrund der Immobilieninvestitionen ist dieses noch nicht sonderlich groß, allerdings soll dieses mittelfristig stark ausgebaut werden. Ich fokussiere mich hier zum einen auf verschiedene ETFs (30% des Portfolios), zum anderen aber fast ausschließlich in REITs, BDCs und Infrastrukturaktien. Die klassischen Dividendenwachstumswerte habe ich in ETFs zusammengekauft, da ich mir hier nicht sicher bin, ob ich durch eine eigenständige Auswahl den Markt schlagen kann.

Bei REITs, BDCs und Infrastrukturaktien bin ich mir deutlich sicherer, da das Geschäftsmodell auch langfristig besser einschätzbar ist und der Manager deutlich wichtiger ist. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft von Büroimmobilien in New York auch in 10 Jahren leichter zu prognostizieren ist, als der Absatz von iPhones in den nächsten 3 Jahren. Interessanterweise sind gerade REITs deutlich weniger volatil und bringen oft höhere Renditen als „normale“ Aktien (https://www.reit.com/news/blog/market-commentary/comparing-average-reit-returns-and-stocks-over-long-periods). So viel zum Thema langweilig… Grund hierfür ist insbesondere die bessere steuerliche Behandlung der Erträge und die stabilen Cashflows, die gleichzeitig eine hohe Dividendenrendite versprechen.

Insgesamt hat mein Aktienportfolio eine Dividendenrendite von 5,5 bis 6,0% pro Jahr, was zwar steuerlich nicht der sinnvollste Weg ist, aber ich liebe es einfach, wenn meine Rechnungen von meinem Portfolio bezahlt werden! 😉

Besonders an meinem Aktienportfolio ist, dass ich mit ca. 20 bis 30% Fremdkapital arbeite. Durch meine Investments in REITs und ETFs glaube ich, dass mein Portfolio langfristig weniger volatil ist, als bei anderen Einzelaktien. Gleichzeitig habe ich einen hohen laufenden Cashflow, welcher ca. 3 bis 3,5% höher ist, als die Zinsen für das Fremdkapital, wodurch ich eine laufende Tilgung habe. Das ist sicher nicht für jeden etwas und wird bestimmt heiß diskutiert werden, allerdings pushe ich damit meine Aktienrendite um 1 bis 1,5% pro Jahr bei einem insgesamt für mich überschaubaren Risiko. Das klingt jetzt erstmal nach relativ wenig, führt aber dazu, dass ich mit 65 ein um ca. 3 Mio. EUR größeres Vermögen habe, als ohne Hebel.

Einen Margin-Call würde ich erst bei einem Absturz um mehr als 60% erhalten, was bei meiner Portfoliozusammensetzung sehr unwahrscheinlich ist (was selbst in der Finanzkrise nicht passiert). Das eine Aktie wie Simon Property Group (SPG) eine Dividendenrendite von mehr al 11% hat, kann ich mir nur schwer vorstellen…

Im Fall der Fälle ist das Fremdkapital allerdings nicht so hoch, als dass ich das nicht durch andere Maßnahmen ausgleichen könnte, unabhängig davon, dass der laufende Cash-Flow bei der Finanzierung hilft. Ich investiere jeden Monat knapp 2.000 EUR zusätzliches Eigenkapital. In Zukunft, insbesondere wenn mein Portfolio größer wird, fahre ich dieses aber eher auf 10 bis 15% herunter, um die Fallhöhe bis zum Margin-Call noch weiter zu vergrößern und Risiko heraus zu nehmen.

Die dritte Säule meines Vermögens sind P2P-Kredite. Hier stecken ca. 25% meines Vermögens drin. Das ist in den letzten 3 Jahren sehr gut gelaufen. Meine Rendite liegt konstant bei mehr als 12%. Mir ist klar, dass das sehr risikoreich ist, weshalb ich auf diverse Plattformen und unterschiedliche Kreditformen diversifiziert habe. Dass ich dauerhaft bei mehr als 12% pro Jahr lande, glaube ich nicht, aber die 7,5 bis 8,0% von Aktien sollten langfristig trotz Ausfällen schon drin sein.

Insgesamt beläuft sich mein Vermögen zum jetzigen Zeitpunkt auf knapp 150.000 EUR. Dieses Vermögen produziert gleichzeitig einen jährlichen Cashflow von knapp 16.000 EUR, was vollständig zur Tilgung von Krediten bzw. der Wideranlage verwendet wird. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich damit ca. 75% meiner jährlichen Ausgabe abdecken (wenn die Tilgung für die Immobilienkredite nicht wäre… J ).

 

Philosophischer Teil

Interessant wird es jetzt, wenn ich mir meine Zukunft anschaue. Mein Plan ist, mit 30 ein Vermögen von 250.000 EUR zu besitzen, mit 34 finanziell unabhängig zu sein und mit 40 Jahren die 1.000.000-Marke zu durchbrechen.

Was ich dann mache, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich mache mir nicht sonderlich viel aus Geld und meine Arbeit macht mir eigentlich sehr viel Spaß.

Wenn ich in meinem jetzigen Tempo weitermache und mit 65 in Rente gehe, werde ich ein Vermögen von 8 bis 12 Mio. EUR haben. Was ich damit mache… keine Ahnung. Stand jetzt lebe ich eigentlich sehr gut. Für meinen Lebensstil benötige ich dieses ganze Geld nicht. Es macht mir einfach Spaß, das „Spiel der Großen“ zu spielen und darin relativ erfolgreich zu sein.

Mein derzeitiger Plan ist, einen Großteil meines dann laufenden Cashflows zu spenden, da ich gemerkt habe, dass es wirklich glücklich macht, anderen Menschen zu helfen und insbesondere das laufend überschüssige Geld sinnvoller eingesetzt werden kann, als in einem Jaguar mit 500 PS. Mit dem Rest werde ich das Leben genießen… so wie jetzt auch! Da ändert sich somit nichts dran. J

Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Verdienen, Sparen und Investieren!

Tim


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Tim, 28, macht Karriere im Investmentbereich. Er verdient 75.000 Euro brutto. Fast 150.000 Euro hat er gespart

  1. A.

    Guter Leserbrief.

    Die Kredite fürs Depot kann er zur Not aus seinem Einkommen decken. Von daher sehe ich nichts falsches dran. Man kann es machen.

    Immobilien sehe ich auch als Beschleuniger, wenn man weiß was man tut.

    P2p habe ich mal gemacht, aber das ist nichts für mich. Dann steck ich das lieber in Aktien. Das Auszahlen lassen ist bei P2P schwierig. Das  Geld ist dann doch erstmal weg.

     

  2. Thorsten

    Glaubwürdig, ich denke er wird das ganze dann noch mal überplanen müssen, wenn die ersten Kinder da sind und er vom erfolgreichen Berufseinsteiger in die Klasse Familienvater mit finanziellen Verpflichtungen aufsteigt. Es läuft sich dann über Jahre in jeder Hinsicht langsamer, Kinderwagen vorne, Laufrad  daneben,  größere Wohnung, neue Möbel, Kinderbetreuungskosten, größeres Auto, Verdiensteinbußen… aber man spart wenigstens das Geld für den Sport und am Anfang hilft das Kindergeld, das später unmerklich verdampft 😉

  3. Micha

    Das mit der Arbeit, die einem so viel Spaß macht, hört man vor allem bei jüngeren Menschen. Mir machte meine Arbeit auch mal viel Spaß. Mittlerweile, so ab Anfang – Mitte 40 wird die Lust weniger. Obwohl ich nicht ungern morgens aufstehe und zur Arbeit fahre, kann ich mir mittlerweile sehr viel schöneres vorstellen ( z.B. mit meinen Kindern was machen, Sport treiben, lange Spaziergänge, Lesen u.s.w.). Klar, man könnte den Job auch nochmals wechseln, aber ob die Lust und die Belastbarkeit dann dauerhaft wieder höher wird, wage ich aber zu bezweifeln. Was ich damit sagen will ist, früh Gas geben, so wie dieser Leser Tim, damit man in 15 – 20 Jahren zumindest die Option hat, kürzer zu treten, Stunden zu reduzieren, oder für die ganz guten, komplett in Frührente zu gehen.

  4. Pascal Weichert

    Ich kann den Schreiber diesen Artikels nur Zustimmen. Seitdem ich das Taekwondo Training zu 69€ jeden Monat besuche, bin ich sehr viel entspannter. Diese Ausgabe hat sich sehr schnell amortisiert.

    Kredite können auch genutzt werden. Dies ist immer eine Typsache, das Mathematische Verständnis hat er ja dafür.

    Tim ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem weg 🙂

    Gruß,

    Pascal

    Ps. Dir natürlich auch Tim 😉

  5. Thorsten

    @Micha guter Kommentar. Früh Gas geben, nachlassen kann man immer noch. Der Zinseszins arbeitet für einen im Turbo.

  6. ThomasH

    P2P kämen für mich überhaupt nicht in Frage. Schon gar nicht mit 25% des Vermögens und erst recht nicht für den langfristigen Vermögensaufbau. Viel zu riskant und unsicher.

    Warum soll ich jemandem Geld leihen, dem die Bank keins leiht?

     

    Gruß ThomasH

  7. Bruno

    p2p wenn man 15% Rendite holt, ist man nach 5 Jahren breakeven, d.h. kumulierter Ertrag = Investition. Es darf einfach nichts passieren vorher 😉

  8. Maria Müllner

    Hallo,

    ein kurzer Spruch

    Der Mensch dachte, Gott lachte.

    ich wünsche Tim dass sich seine Hoffnungen und Wünsche erfüllen,

    in seinem Alter hatte ich Sie auch.

    Aber siehe oben

  9. ThomasH

    @Alex

    Weil es Rendite bringt !

    Weil es Rendite bringen kann…

    Wenn du sicher bist, dass es Rendite bringt, warum dann nur 25% des Vermögens?

  10. Thorsten

    @ThomasH die Bonität des Schuldners kannst du beim Investieren auswählen. Die Kreditanbieter können günstigere Zinsen anbieten, weil sie keinen Marmorpalast, keine Aktionäre, keine Millionengehälter und keine unprofitablen Bereiche in der Bank miternähren müssen. Bei den schlechtesten Bonitäten könnte es aber genau so sein, bzgl. kein Kredit von der Bank.

  11. V

    Das Risiko, das Tim-2 fährt ist mir persönlich viel zu hoch.

    Erstens hängt sein beruflicher Erfolg voll an Immobilien
    Zweitens investiert er hochverschuldet in Immobilien
    Drittens finanziert er Aktien zu 20% bis 30% auf Basis eines Wertpapierkredits
    Viertens geht er in Hochrisiko-P2P-Kredite

    Die nächste Wirtschafts-Krise mit Platzen der Immobilienpreise, Absturz der Aktien und Platzen vieler P2P Kredite würde ihn voll gehebelt an allen Einkommensfronten treffen.

    Dann Game-Over, das Karten-Haus stürzt zusammen.

    Tim-2 fährt hier das Modell „privater Hedgefonds“. Nicht zu empfehlen!

    Zudem erklärungsbedürftig:

    5,5-6% Rendite bei den Aktien, von denen dann lt. Aussage 3- 3,5 % bei ihm hängenbleiben.

    Wenn ich die nach Steuer rechne bleiben von den 5,5-6% nur noch ca. 4,31% (25% Abgst.). Wie zur Hölle kann jemand dann einen Wertpapierkredit zu Konditionen von ca. 1% erhalten, damit 3-3,5% für ihn übrig bleiben?

    Selbst mit meiner Bonität bin ich da(herausgehandelt) bei  3% (wo andere fast 3,5 bis 4% zahlen). Welcher Anbieter gibt dir einen Wertpapierkredit von 1% Sollzinsen? Für mich unglaubwürdig…

  12. V

    Okay wusste ich nicht, dann nehme ich das „unglaubwürdig“ zurück. Ändert an der restlichen Aussage des viel zu hohen Risikos aber nichts.
    Zumal dann, wenn man annimmt, diese 1,25% blieben auch in Krisenphasen stabil. Meine Beobachtung ist, dass Wertpapierkreditanbieter in Krisenphasen zusätzlich zu den sinkenden Kursen die Marginanforderungen erhöhen und zudem die Sollzinssätze erhöhen. Dann ist Tim-2 in der Falle und wird gequetscht….

  13. Thorsten

    @Fred DeGiro hat anscheinend andere Nachteile,  ich bin davor kurzem  wieder weg, weil mir im Gegensatz zum Preisverzeichnis bei eingehender Dividende jedes  Mal rund  10% als „Gebühr Kapitalmaßnahme“ von der Dividende einbehalten wurde. Die wollen, dass man heftig handelt, aber nicht hält scheint es. Das würde evtl. auch den niedrigen Zinssatz erklären.

    @V meine Bank möchte ohne Verhandeln 3,98% Zinsen für den Wertpapierkredit. Da müsste ich schon in einen hochdividendlichen REIT,  damit was übrig bleibt. Es wäre zu überlegen, aber wohl nervig. Das mit den Immobilien sehe nicht ganz so kritisch,  hoffentlich hat er lange Kreditverträge, damit es beim Anschlussvertrag keine Probleme gibt falls die Zinsen dann auf historisch durchschnittliche 6% gestiegen sein sollten.

  14. V

    Thorsten, „historisch durchschnittliche 6%“ wird es bei der weltweiten Verschuldungsquote ohne vorheriges (wahrscheinlich weltweites) Schuldenschnitt-Event nicht wieder geben, denn bereits 3%+ würde viele Staaten und Wirtschaftsubjekte killen und die Dominosteine in Bewegung setzen.

    Und in dieses Event hinein möchte ich nicht verschuldet reingehen, da komme ich direkt als Verlierer raus. Immobilienbesitzer werden bei so einem Event auch die Melkkühe sein, denn bei diesen ist ja „noch was zu holen“.

    Siehe einige historische Blaupausen, Stichwort „Lastenausgleich“.

  15. Bruno

    @V @Fred

    Die Frage ist in welcher Währung, USD ist unter 1 Mio um die 3% +/- und EUR ca. 1%, US Aktien über Lombard zu finanzieren ist teuer geworden

  16. Jan

    Ja, die stürmische Jugend. Diese Diskussion ist so alt wie die Menschheit.

    Für mich kommt dieses Risiko nicht einmal annähernd in Betracht. Ich bin jedoch bekennender Angsthase. So hat jeder sein gefühltes Wohlfühlrisiko. ABER: Im Gegensatz zu vielen jungen Anlegern die noch nie um ihre Ersparnisse fürchten mussten weiß ich wie ich in einer Krise gerne reagiere und kann mich darauf einstellen. Das wissen hier die Neuen nicht. Und glaubt mir, wie ich oft in Blogs lese „da kauf ich dann ganz sicher nach“: Ne ne, erst mal in der Situation wirklich das auch machen. Dann reden wir weiter. Es gibt solche harten Knochen, wie Tim1, die das durchgezogen haben. Da zieh ich alle meine vorhandenen und nicht vorhandenen Hüte. Ob man zu diesen gehört weiß man aber vorher nicht. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Wusste schon Erich Kästner. Und wenn ich auch noch Schulden hätte, dann weiß ich, dass ich in Panik gerate. Kann man was dagegen tun? Sicher! Sicherheiten eingehen, Verluste anhand der Aktienquote etwas von vornherein eindämmen und für mich ist dieser Blog hier auch eine Art der Sicherheit. Ich erwarte von euch, dass ihr mir am Tag X, wenn ich schreibe „Mimimi, Aktien alle im Keller, …“ mir gepflegt in den Hintern tretet und mich beruhigt. 😉

    Jedenfalls wünsche ich euch allen viel Erfolg mit eurer Strategie. Jede Strategie hat ihre Berechtigung, wenn sie auch in allen Phasen eines Anlegers passt. Toi toi toi, dass das mit den Kredithebeln gut geht! Ich wünsche es dir, Tim2.

    Aber ich bleibe wesentlich an der Seitenlinie bei solchen Experimenten und schaue, zusammen mit V., bei einem guten Glas Rotwein euch zu wie ihr das durchzieht (oder auch nicht).

    Und plane nicht zu lange. Ein solides Polster haben ist sehr gut. Aber bevor du die Millionen bei Renteneintritt bereits mit Mitte 20 zählst, sei dir gesagt: Erst mal im Kreissaal die Frau sehen wie sie dir dein Kind gebärt. Da rücken sich dann erst mal manche Prioritäten an andere Stelle. https://www.youtube.com/watch?v=G0a-Nr_vRjM

    Ich hab mir seit Anfang des Jahres auch 50+ nt-Wochenstunden selbst auferlegt und werde nun hoffentlich für diese selbstsmörderische Arbeit belohnt. Aber dauerhaft mit Frau und Kind? Never. Dann bleib ich in letzter Konsequenz lieber ein armer Schlucker. Die Kindheit und Jugend meiner Tochter bringt mir kein Geld der Welt wieder.

    Schöne Grüße

    Jan

    P.S.: @V. auch wenn wir uns an anderer Stelle mal in die Haare bekommen haben, möchte ich dir mal sagen, dass ich deine Kommentare und Sichtweise der letzten Wochen immer mehr zu schätzen gelernt habe. Find ich gut!

  17. Daniel

    Die Basis und die bisherige Grundlage und Motivation scheint absolut passend zu sein um einen Vermögensaufbau zu betreiben. Ich nehme allerdings an, dass die weiteren Finanzplanungen die sich in Millionen-Höhen hochschrauben weitaus weniger linear verlaufen werden, als man sich wünscht.

    Vielleicht kommen dann doch unvorhergesehene Mehrkosten dazwischen.

    Nettes Photo übrigens, sieht mir nach dem wunderschönen Yosemite National Park aus.

  18. Fit und Gesund

    also ich möchte auch lieber mit V und Jan ein Gläschen Rotwein trinken, Maria Müller würde auch noch in die Runde passen 🙂

    Alles Gute an Tim 2, aber meine Strategie wäre das nicht, würde damit Herzrasen bekommen, sehr ungesund in meinem Alter ….

    Heute gab’s Lohn, neues Spiel neues Glück…. mal sehen was ich demnächst aufschaufeln werde, Henkel wird interessanter zum Nachkaufen, und BMW auch…na ich finde schon was…

    die Mieteinnahmen des letzten halben Jahres hab ich übrigens vor den Quartalszahlen in Unilever investiert, auch wenn es kein Schnäppchen war, es musste einfach sein.

    liebe Grüsse

  19. Florian

    Viel zu krasse Strategie in meinen Augen. Ich habe letztens erst einen Artikel in der Zeit gelesen von einem 32-jährigen, der sich 6 Eigentumswohnungen gekauft hat. Hier gehts zum Artikel! https://www.zeit.de/arbeit/2018-06/giessereimechaniker-automobilkonzern-einkommen-ausgaben-arbeitszeit

    Immobilien sind in den USA am abflauen, NYC Preise ist im ersten Halbjahr 2018 zurückgegangen, Vancouver und Toronto überhitzt..Da kommt die nächste falsche Rechnung mit den steigenden Immos. Selektiv in Großstädten ja. Auch der Hype um P2P ein wahnsinn derzeit.

    Also was die Jungs in meinem Alter für Risiken auf sich nehmen ist in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Heißes Eisen, aber die nächste Krise wird die geschönte Rechnung bis 65 nicht durchhalten. Außerdem fehlen andere Variablen, wie Frau, Kind, Krankheit im schlimmsten Fall und Pflege.

    Es gibt verschiedene Lebensphasen eines Mannes und so linear wie es immer dargestellt wird, ist es halt nicht. Die Artikel ermutigen, aber haben in meinen Augen dann mit Hochrechnungen gerade in diesem Beispiel auf 65 Jahre nichts mit Realität zu tun. Digitalisierung, schnellere Arbeitsplatzwechsel, Arbeitslosigkeit und dann?

    Nur mein Statement so long

     

     

  20. Heiko

    „Insgesamt beläuft sich mein Vermögen zum jetzigen Zeitpunkt auf knapp 150.000 EUR. Dieses Vermögen produziert gleichzeitig einen jährlichen Cashflow von knapp 16.000 EUR“

    Kommt dieser Cashflow tatsächlich nur aus dem Nettovermögen von 150.000 oder eher aus dem Bruttovermögen von mehr als 330.000 Euro?

    Gruß

  21. Ralf

    @Jan: „Ich hab mir seit Anfang des Jahres auch 50+ nt-Wochenstunden selbst auferlegt und werde nun hoffentlich für diese selbstsmörderische Arbeit belohnt. Aber dauerhaft mit Frau und Kind? Never. Dann bleib ich in letzter Konsequenz lieber ein armer Schlucker. Die Kindheit und Jugend meiner Tochter bringt mir kein Geld der Welt wieder.“

    Ein guter Punkt. Leider gehen wenige Leserbriefe auf solche Themen wie Familienplanung ein (finanziell durchaus ein Thema). Ich hätte keine Lust erst mit 40+ in die Kinderplanung einzusteigen (Nerven, Alter, Biologische Uhr etc.). Offensichtlich haben sich die Zeiten geändert. Das kann gewaltig nach hinten los gehen. ich kenne echt etliche Beispiele dazu…

    Für eine 50-Stunden-Woche mit vermutlich genug Verantwortung und Stress ist das Gehalt ok, aber nicht überragend. Wieder ein Indiz für die eher mäßige Bezahlung in D.

    „Insgesamt beläuft sich mein Vermögen zum jetzigen Zeitpunkt auf knapp 150.000 EUR. Dieses Vermögen produziert gleichzeitig einen jährlichen Cashflow von knapp 16.000 EUR“

    Weitere Details wären interessant

  22. Ralf

    Bei 50+ Stunden in der Woche sollte man bei den oft hohen Stresspegeln oder der heutigen Arbeitsdichte auch an mögliche Gefahren wie Herzinfarkt oder Schlaganfall denken. Selbst wenn man einen Ausgleich im Sport, Urlaub und Ernährung findet.

    Ich war mit rund 30 ebenfalls auf diesem Trip und bekam dann trotz Sport und guter Ernährung plötzlich Schlaganfallähnliche Symptome. So was geht schnell und kommt völlig unerwartet. Das war mit ein Grund, warum ich seit einigen Jahren nur noch 4-Tage-Woche arbeite und nebenbei nebenberuflich recht stressarm lieber ein zweites Standbein aufbaue.

    Vorsicht ist besser als Nachsicht.

  23. KievKiev

    @ Tim2

    In jungen Jahren kann man etwas Risiko als Hebel verwenden. Der Beschreibung nach wäre mir das aber auch zu viel Risiko. Wieso nimmst Du überhaupt einen Wertpapierkredit auf? Du kannst doch auch die Immos etwas langsamer tilgen. Den Kredit kannst Du wenigstens absetzen. Bei der aktuellen Restschuld und der aktuellen Marktlage würde ich mich auch noch etwas in Geduld üben. Das muss man auch erstmal lernen.

    Und dann noch P2P mit 10% Rendite. Welchen Zinssatz zahlst Du für Deine Immos? Bedenke das diese Rendite bei der derzeitigen Ausfallsrate erreicht wird. Wenn es schlecht läuft trifft es Dich vermutlich an mehreren Fronten. Wenn dann der Margin call kommt wird es richtig sportlich.

    Baue doch ein paar Sicherheiten auf, verspreche Dir und den Lesern im Forum, dass Du hartgesotten in der Krise auftreten wirst. Und dann ziehe stetigen Aktienkauf durch wenn es Kracht. Das habe ich mir zumindest sehr fest vorgenommen. Bestimmt noch viele andere. Am Ende sieht man dann wer es wirklich durchgezogen hat. Und wie? Mit Handbremse ein wenig nebenbei oder monatlich All In. Oder mehr?

    Viel Erfolg!

    Wenn Du eine Mio bis 40 erarbeitetet hast wäre das absolut Top. Wenn sich dann die Prioritäten verschieben, werden es nicht 18Mio. Es gibt schlimmeres. Was Du hast hast Du. So einfach ist das. Reich ist man nicht durch das was man verdient, sondern was man hat.

  24. Thorsten

    @V die 6% haben geärgert, ich weiß, ich kann mir das die nächsten Jahre auch nicht vorstellen, aber 0% Zinsen oder Strafzinsen auf dem Konto vor einigen Jahren auch nicht. Der Handelskrieg könnte die Preise hoch treiben…

    @Fit und Gesund Darf ich auch zur Runde stoßen, ich bringe noch Käse und Baguette zum Rotwein mit.

  25. Fit und Gesund

    @Thorsten,

    klar doch, ich bringe Lindt&Sprüngli Schoki mit, hell oder dunkel, ganz nach Belieben 🙂

    (die Aktien hätte ich auch gerne)

  26. Passives Einkommen

    Also erstens sollte man wirklich an seinem Leben, Glück und Spaß nicht sparen. Soll aber auch nicht heißen, das man da sein Geld verprassen muss. Gesunder Verstand und gutes Konsumverhalten sind da schon ausreichend.

    Natürlich hat er in seiner jetzigen Situation gerechnet, was aber wenn die Kinder kommen? Dann muss eine größere Wohnung her, Auto, die Kinder verbrennen auch bis zum 16 Lebensalter Geld (danach können die ja auch arbeiten 😉 )

    Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt.

     

    LG

    Sanja

  27. V

    @Jan: Danke für die netten Worte.

    Ich weiß schon gar nicht mehr wieso wir uns „in die Haare gekriegt“ haben sollen…

    Ich gehe ja auch gern Risiken ein (früher viel mehr als heute; aber stets nur da wo ich mich mind. 10mal besser auskenne als andere) um Überrenditen (für mich in gutem Marktumfeld = eine Chance auf >30%) einzufahren. Für Renditen von nur 2%-8% ist ein drohendes Leveraging des Faktors 3 nach unten (inkl. Totalverlustgefahr) aber ökonomisch nicht sinnvoll. Vor allem nicht nach einem 10jährigen Bullenmarkt- und Wirtschaftszyklus, der kurz vor dem Kippen stehen kann.

    @Thorsten: Wenn es zu einem echten Handelskrieg inkl. Inflation plus Stagnation käme, dann würden die Kartenhäuser in sich zusammenfallen. Dann haben wir 2008 Reloaded – nur schlimmer.

  28. V

    Sanja, ich liebe Forrest Gump. Geiler Film.

    An der Börse muss ich aber ganz genau wissen was ich bekommen könnte … 😉

  29. Thorsten

    @V

    Gehen wir dann shoppen und kaufen Aktien was das Zeug hält bzw. was die Kriegskasse noch hergibt ? Der Handelskrieg endet, falls er denn anfängt und weiter eskaliert wird , so hoffe ich doch spätestens mit Amtsende Trump, die maximale Amtszeit für US-Präsidenten ist 2×4 Jahre. Eine überschaubare Zeit.

  30. June

    @Tim 2,

    phuuuuu ich habe hier eine Flasche leckeren eisgekühlten spanischen Weißwein,  Bruscetta und als Nachtisch Wassermelone und stelle mich damitzu Jan, Thomas und Fit und Gesund und den anderen. Also bitte beherzt zugreifen.

    Im Gegensatz zu vielen hier hebele ich meine Immobilien auch, aber immer mit Vernunft. Bei den Wohnungen sehe ich auch gar kein so großes Risiko und denke, dass ein vernünftiger und langfristiger Tilgungsplan hier seine Wirkung zeigen wird. Aber gehebelte Aktieninvestments und P2P Kredite sind dann in der Kombination heftig.

    Ich würde entweder die P2P Kredite um die Hälfte reduzieren oder den Aktienkredit zurückzahlen. In der Kombination sehe ich trotz des guten Gehalts große Risiken. Zumal der Kredit mit weiteren Aktienkäufen auch bei einer Reduzierung auf 15% absulut immer weiter steigt.

    Vielleicht bin ich ein Angsthase wie Jan, aber mit meiner Strategie verzocke ich immerhin nicht Haus und Hof.

    @Jan,

    wir treffen uns dann in der Mitte und ich trete beherzt zu. 😉 Dann darfst du aber nicht vergessen zurück zu treten, falls ich bei fallenden Kursen die Krise bekomme und nicht kaufen möchte.

    Take care,

    June, die jetzt ihr Menü s.o. mit Mr. Juni auf dem Balkon teilt.

  31. Jan

    @June,

    abgemacht. Zur Wahl steht dann Schienbein oder Hinterteil. 😉

    Einen Guten wünsche ich euch.

    Schöne Grüße

    Jan

  32. V

    Thorsten: das habe ich 2008/2009 genau so gemacht. Aber erst als klar war, dass Politik und Notenbanken nach der Lehman Pleite alles retten werden und keinen Großen mehr Hops gehen lassen. Das war Anfang 2009 klar…

    Was künftig wann passiert und welche Schritte ergriffen werden muss man dann beobachten und entscheiden wie man vorgeht. Tendenziell bin ich aus folgenden Gründen geneigt in der nächsten systemischen Krise viel vorsichtiger zu sein, denn ..

    erstens saß ich damals nur auf ca. 250 K (Schätzung aus dem Kopf heraus) und nicht 3180 K wie aktuell; damals ging es mir nur um Vermögensaufbau, heute auch um Vermögenssicherung

    zweitens werden dieses mal wohl auch Staaten gerettet werden müssen. Und die Rettungsbereitschaft wird irgendwann endlich wenn die Bürger der Rettenden merken dass sie dadurch massive finanzielle Nachteile erleiden.

    Die Krise wird erheblich größere Dimensionen annehmen und eventuell werden ganz andere Maßnahmen ergriffen werden müssen, z.b. Währungsreform oder Zwangsabgaben….

    Meine Vorbereitung beinhaltet weiter Aufstockung Edelmetalle. Hier könnte es bei Gold und Silber vorher nochmal zu echten Kaufgelegenheiten kommen …

     

  33. André

    @Tim „2“

    Ich muss Ralf da recht geben. Pass auf deine Gesundheit auf. So ein Pensum geht irgendwann schief, glaube mir.

    Früher in deinem Alter war ich auf dem gleichen Trip. Das Ende vom Lied? Burnout und schon war es vorbei mit der Karriere. Du erhältst im Arbeitsleben einen Stempel auf die Stirn und glaube mir, aus so einem Loch kommst Du nicht mehr raus. Deine Belastungsgrenze verringert sich schlagartig nach unten, dann bist du froh wenn du die 39 Stunden Woche „überlebst“. So ging und geht es zumindest mir. Und da hilft auch kein Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber, weil du gar nicht die mentale Kraft dafür hast.

    In dieser schwierigen Phase habe ich einen sehr guten Spruch kennengelernt:

    Wenn du eine Kerze an beiden Seiten anzündest, leuchtet sie nicht wirklich heller, sie brennt nur schneller ab“

    Pass einfach auf deine Gesundheit auf, denn die ganze Kohle nützt dir gar nix wenn du am Ende krank bist. Und irgendwann kommt vllt. auch der Kinderwunsch, dann gibt es eh schönere Dinge im Leben als 50 Stunden + pro Woche und der Traum mit 65 Jahren 5 Millionen zu haben. Wobei zumindest die Kohle nicht zu verachten wäre 😉

    Mein Traum ist einfach die finanzielle Sicherheit ruhig schlafen zu können und meine Arbeitswoche irgendwann auf 3 oder vllt. sogar 2 Tage die Woche zu reduzieren…

    Aber wie Tim „1“ bereits sagte: „so ist jeder halt verschieden und hat seine eigenen Träume und Wünsche“

  34. Thorsten

    @V ich habe 1999 alles verkauft und dann wieder Mitte 2007. Also immer kurz vor dem Crash. Ach ja, ich habe gerade eben schon wieder mein gesamtes Depot über Tradegate unlimitiert verkauft und in sicheres Bitcoin umgetauscht, weil Gold bringt ja keine Zinsen, Edelmetalle sind gaaaanz unsicheres Zockerzeug..nee nur Spaß. 😉

  35. R.

    Risikoreich aufgestellt.Das mit den Krediten wäre nicht meins. Aber gut.

    Wie erreiche ich mit 150k Kapital, 16K an Zinsen das sind ja fast 11%???

  36. Jan

    @R., ich bin mir sicher, dass das nur missverständlich ausgedrückt ist. Er meint sicher mit den 150.000 Euro hat er die Bonität Kredite aufzunehmen und das Gesamtkonstrukt verursacht dann einen Kapitalfluss* von 16.000 Euro.

    Und so ist es ja auch halbwegs richtig gerechnet, wenn man die EK-Renta berechnet.* Die Frage ist was hier berechnet/dargestellt werden soll. EK-Renta, Gesamtkapitalrenta,… Das kommt nicht genau raus.

    Schöne Grüße

    Jan

    *) für die Denglisher: Das ist der Cashflow 😉

    *) unter der Annahme es wurden Kosten, Steuern,… bereits abgerechnet. Ja, da hinkt es etwas, da es nicht als Gewinn bezeichnet wurde. Oder halt eine „Brutto“EK-Rendite vor Kosten, was auch immer einem das noch als Kennzahl helfen soll. Ok, ich verzettel mich gerade…

  37. Thorsten

    O.k. Trump und Juncker haben sich also heute getroffen.  Die EU kauft den USA einen Teil ihrer für China durch Schutzzölle zu teuren Sojaberge  ab (genetisch unverändert ?!) und mehr Flüssiggas. Dafür werden die Autozölle für die EU erstmal verzögert. Finde den Fehler, wo bleibt die konkrete Gegenleistung der USA ? Die EU lässt sich womöglich über den Tisch ziehen. Trump behält die Autozölle in der Hinterhand und kann die EU jederzeit erpressen. Da ist noch gar nichts gesichert. Trotzdem wird die Börse das erst mal positiv aufnehmen und wir werden vermutlich  erst mal Kurssteigerungen sehen, gerade bei Zyklikern, Maschinenbau, Automobilaktien. Die Verhandlungen müssen dann Konkretes erbringen.

  38. Maresa

    Darf ich mich in die Rotwein-Runde einreihen? … ich bring noch leckere Oliven, Baguette und Olivenöl mit 🙂

    @Tim2 …. viel Erfolg – du gehst da sehr mutig ran. Mit 28 hast du vielleicht noch 10 Jahre, in denen Du richtig Gas geben kannst. Als „zarte junge 28“ würde ich das nicht bezeichnen … aber als bestes Alter für Investments. Mit 40 kommt oft schon die erste Panik auf.

    Ich lese jetzt immer öfter von einer Bereitschaft, Aktien mit Krediten zu finanzieren. Das finde ich allgemein eine kritische Entwicklung.

    Vor der Finanzkrise 2000 hatte ich auch (Arbeitgeber-)Aktien mit einem Darlehen (abgesichert mit erstrangiger Grundschuld) gekauft. Als die Aktien nach Jahren dann endlich wieder den Einstiegswert erreichten, hab ich sie 2006 für den Einstieg in einen geschlossenen Investmentfonds verkauft …. nochmals volles Risiko; aber ohne Kapitalverlust. Die Zinsen wurden etwa durch die Dividenden getragen. Der Fonds hat sich gut entwickelt, und wird hoffentlich die nächsten Jahre einen Teil meiner FF tragen. Hätte ich aber nicht meine unendliche Geduld gezeigt, wäre es ein kleines finanzielles Desaster gewesen. Aber die Basis war gelegt mit unserem schuldenfreies Eigenheim, und der Betrag war nicht so hoch; alles andere hätte ich meiner Familie gegenüber nicht verantworten können. Mit viel Glück und Geduld ist alles gut gegangen. Der Finanzmarkt ist immer ein auf und ab – und dabei die Nerven zu bewahren, ist eine Charaktereigenschaft.

    Schöne Grüße. Maresa

     

     

     

  39. Thorsten

    Facebook ist gerade 22%, 23.49 Uhr jetzt schon 24% gefallen. Kommentar meiner Frau: „jedes Ding hat seine Zeit, sie kenne niemanden mehr, der FB aktiv benutzt.“. Ich habe meinen Account vor Wochen gelöscht. Ich weiß,  wir sind nicht repräsentativ.

  40. Obama

    @ tim 2

    Danke für den schönen Leserbrief.

    Mich würde interessieren, wo das Foto entstanden ist?

    Bin momentan in Oberstdorf im Urlaub, halte mich daher kurz.

     

    Alles liebe

     

     

  41. Fit und Gesund

    @ Thorsten,

    Facebook ist ja ne Nummer…..ich hab Keine, aber da bin ich nun doch baff….

    hab auch nie einen Facebook-account gehabt, brauch ich echt nicht…dafür bin ich ehrlich zu unwichtig… und die ganze Likerei….

    na, hoffentlich hat es nun nicht Allzuviele hier getroffen, es täte mir leid.

     

  42. Thorsten

    @Fit und Gesund

    Angeblich sind die Techwerte diese Jahr auch so gut gelaufen, weil sie gegen die Zölle immun waren. Die Aktie ist in vielen Depots und ETFs/Fonds.

    Haben die FB-Anleger die Einigungsrunde Trump/Juncker zu der Entscheidung dazugekommen ? Irgendwie übertrieben die Abwertung. Momentan nur noch 20% Verlust. Vielleicht fängt sie sich ja heute wieder, manche werden  nachkaufen trotz des grottigen Images von FB.

  43. Fit und Gesund

    hallo Thorsten,

    20% finde ich auch gesponnen, ist FB jetzt von einem Tag auf den Anderen wirklich 20% weniger wert? oder war es eben niemals so viel wert? Sicher werden heute Einige sich drauf stürzen, können sie gerne machen, von mir gibt kein cent, noch nichtmal ein kleiner Zock, mit kurzer Haltedauer (Kursgewinne in der CH steuerfrei)

    Da zeigt es sich aber wie schnell mal ein Depot zerschossen werden kann, braucht nur 3 bis 4 solcher Abstürze im Portfolio und der Jammer ist gross, und noch grösser wenn man die Aktien dann auf Pump gekauft hat, Aktien auf Pump ist Teufelskram, sollte man einfach nicht machen.

    Ebenso als Teufelskram bezeichne ich es, wenn ein junger Mensch sich gleich mehrere Immobilien mit grossem Hebel kauft, irgendein Ereignis und schon ist Ende Gelände. Immer schön ein Schritt nach dem Anderen, dann klappt es auch, auch wenn in den Immobilien-Finanzblogs was Anderes steht,

    bei P2P krieg ich nur Pipi in die Augen  🙁

    so, jetzt krieg ich hoffentlich noch eine Mütze Schlaf, hier ist arg heiss!

     

  44. Ex-Studentin

    @André / Tim2

    Ich kann Andre nur zustimmen. Guten Start hingelegt, aber pass auf dich auf. In jungen Jahren hält man sich für unbesiegbar und geht davon aus, dass man alles im gleichen Tempo durchzieht. Aber bleibt erfahrungsgemäß nicht so.

    Ich war die letzten 10 Jahre eine ziemliche „Maschine“ und habe alles durchgezogen. Anfang des Jahres habe ich „freiwillig“ ein größeres Projekt an einen anderen Kollegen abgegeben und auf 35h reduziert. War für mich ein großer Schritt, bei dem ich mit viel Gegenwehr von meinem AG gerechnet habe und auch eine Kündigung in Kauf nahm. Ich ging davon aus, dass es mir gesundheitlich durch diesen Schritt viel besser gehen würde. Das ist dann für ein paar Wochen so. Realistisch gesehen muss man eine Menge aufarbeiten, damit der Körper sich davon wieder erholt. Ich feiere derzeit jeden Tag, an dem ich ohne besondere Vorkommnisse schlafen kann. Gleichzeitig sehe ich Berufsanfänger, die auf das gleiche Unglück zusteuern.

     

  45. Gainde113

    Denke, dass bezüglich FB einiges an Überbewertung drin war und Smart Money nur den günstigen Grund zum Ausstieg gesucht hat. Schöner Trade, wenn man nach der Datenschutzaffäre eingestiegen ist und jetzt verkauft hat. Es weiss ja jeder, dass man zurzeit im Markt auf Rasierklingen balanciert, besonders im Tech-Bereich. Sofern sich fundamental nichts ändert, bsp. Leitzinsenerhöhung oder Rezession, machen alle das Spiel mit. Man sollte einfach als erster wissen, wann die Musik aufgehört hat zu spielen, um umzuschichten.

    Als Privatanleger ist man vor dem Notausgang aber immer zuhinterst in der Reihe 😉

  46. ThomasH

    „Einkommen“ und „Sparen“ bei Tim2 sind ok, aber der Punkt „Investieren“ sollte nicht als Motivation dienen, es genau so zu machen. Viel zu risikoreich und zuviel Selbstüberschatzing, gerade auch bei den Vermögenszielen.

    In der Summe für mich also ein Beispiel, wie man es eher nicht machen sollte. Aber solche Bespiele kann es ja auch mal geben…

  47. Daniel (Fächerstadt)

    Für FB Investoren ist jetzt wieder ein günstiger Einstiegszeitpunkt, kurzfristig 150 Mrd. $ Mcap aufgelöst. Bei den Wachstumsraten finde ich FB nicht überteuert, keiner schaut auf Insta, Whatapp und Co.

    Wenn nicht bzw. kaum wachsende Unternehmen mit einem PE von 25 bewertet werden, dann finde ich die Kennzahlen von FB alles andere als überbewertet.

  48. K.

    @Jan

    Bzgl. Kinder und Prioritäten: Vollste Zustimmung.
    Das Video ist klasse. 🙂

    @Tim2/Leserbrief

    Da wäre mir auch zur viel Kredit drin, in verschiedenen Facetten. Da können mehrere Bomben auf einmal hochgehen und dann hat man nur eine Brandschutzwand. Das kann schief gehen, ähnlich wie das angesprochene lineare hochrechnen und der Einfluss von sich veränderten Prioritäten oder Lebensumständen.

    Vor ein paar Jahren sah ich auch manches anders in Bezug auf Job und Lebensumstände. Aber das lernt jeder irgendwann. Hier in den Kommentaren hat man die Chance für sich etwas mitzunehmen und ggf. aus den Erfahrungen und Fehlern anderer zu lernen, dann braucht man manche Fehler nicht selber machen 🙂

    Viele Grüße,

    K.

  49. Thorsten

    Ich habe mir nie ein Ziel gesetzt,  weder in der Höhe des Vermögens,  noch den Ausstiegszeitpunkt. Ich glaube schlichtweg nicht an quantitative und temporale Planungen , die weit in die Zukunft reichen und dann von der Realität eingeholt werden. Das taugt auch nicht mich zu motivieren, mathematische Modelle sind wohl etwas für Einsteiger. Ich plane ausschließlich heute und jetzt,  die Gegenwart ist genau der Zeitpunkt, den ich beeinflussen kann und die den höchsten Hebel bei geringstem Einsatz für mich hat.  Was ich heute entscheide, besitzt maximale Wirkung für die Zukunft. Die Murmeln rollen, immer mehr, wie weit kann keiner sagen. Die mathematische Planungskomponente habe ich spätestens nach der Geburt meiner Kinder nach und nach durch zeitnahen Pragmatismus und Optimismus ersetzt, funktioniert auch.

  50. Iceman

    vielen Dank an Fit und Gesund, June, Kiev und Thorsten, dass ihre eure Erfahrungen mit uns teilt.

    Ich lese sehr gerne eure Kommentare.

  51. Raymond

    Klumpenrisiko. Bei der nächsten Krise sind Job und Großteile des Vermögens weg. Good luck!

  52. Thorsten

    @Iceman, danke, ich weiß nicht ob ich nicht manchmal zu viel schreibe, das ist ja nicht mein Blog. Aber Hinarbeiten auf finanzielle Freiheit mit Schuldenabbau,Konsumverzicht, Aktiensparen, Rauswerfen von Plunder, Stoppen von Abos etc. ist definitv eine Alternative zum ungezügelten Konsum. Das Netz ist voll von positiven Berichten.

  53. Bruno

    „Bei der nächsten Krise sind Job und Großteile des Vermögens weg“

    Habe ich auch schon gehört, warum sparen etc. wenn es früher oder später eh wieder weg ist, lieber ausgeben und jetzt noch etwas davon haben. Ich sage dann jeweils: Erstens bin ich optimistisch, dass es langfristig nicht ganz so schlimm kommt, die Sonne geht immer wieder auf. Und auch wenn, es werden es jene einfacher haben, die sich gewohnt sind, ein vernünftiges sparsames Leben zu führen als jene, die den ganzen Plunder und Luxus brauchen. Wenn es um Wiederaufbau geht, werden jene im Vorteil sein, die vernünftig haushalten können und auch etwas können. Daher sehe ich 2 Dinge, wo man nie sparen sollte: BILDUNG + GESUNDHEIT.

     

  54. Ralf

    „Bei der nächsten Krise sind Job und Großteile des Vermögens weg“

    Der Dow Jones hat z.B. Weltkriege, Ölkrisen und anderes Ungemach überlebt. Und ist seit seinen Anfängen sehr schön gestiegen. Natürlich kann es längere Durststrecken geben. Und darum empfielt es sich aus meiner Sicht, parallel zu fahren:

    Stetig weiter investieren und parallel dazu stetig eine Cashreserve ansparen und bei Rücksetzern dann Qualitätspapiere aufstocken. So ist jedenfalls meine Strategie und ich fühle mich wohl damit. Ich bin zwar nicht voll investiert sondern halte sozusagen eine Reserve die keinen Gewinn abwirft, aber es lässt mich ruhiger schlafen und günstige Gelegenheiten kommen immer wieder. Eine verzögerte Anlagestrategie mit eingebautem Sicherheitspuffer.

    Bei den Jobs allerdings bin ich auch einmal gespannt. Derzeit läuft die Wirtschaft unter anderem aufgrund der künstlich niedrig gehaltenen Zinsen rund. Irgendwann aber wird es eine Art Rezession geben und dann könnte der Jobmarkt ungemütlich werden. Das Thema Digitalisierung sorgt derzeit für viele neue Jobs die es vor Jahren nicht gab. Darunter sind allerdings viele künstlich geschaffene Berufsbilder, welche in erster Linie Folge irgendwelcher geschaffener Vorschriften sind. Jobs der Realwirtschaft dagegen stagnieren in vielen Berufsfeldern. Hier ist eine gewisse Vorsicht durchaus kein Fehler.

    Von anderen ungeklärten Fragen mit nicht nur volkswirtschaftlichen Auswirkungen wie der anhaltenden Migration von Afrika nach Europa ganz zu schweigen. Das Thema bleibt auf der Tagesordnung: Beispiel: Hunderte Migranten sind am Donnerstag offenbar gewaltsam in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt. Dabei sind die Migranten so „brutal wie noch nie zuvor“ vorgegangen, wurde ein Polizeisprecher von der Nachrichtenagentur Europa Press zitiert.

    Besonders auch das immer noch recht ungelöste Thema Migration kann mittelfristig große soziale Spannungen mit sich bringen, welche widerum die Finanzmärkte nachhaltig belasten können.

  55. KievKiev

    @ Bruno

    Die zwei Punkte sind sehr wichtig. Wie kann ich denn daran etwas sparen? Bildung ist doch weitgehend kostenlos. Nur der Wohnraum in einer fremden Stadt kann bei einem Studium Kosten verursachen.

    Übermäßiger Sport ist vermutlich eh nicht gesund. Man kann sich ohne hohe Kosten sehr ausgiebig sportlich betätigen.

    Bei beiden Punkten schaue wie wie sonst auch wie ich einen möglichst hohen Nutzen herausziehen kann. Ich jogge als Beipiel. Hier kann ich aus der Haustür heraus gehen und laufen. In 1h habe ich meine 10-12km erledigt und mich dabei entspannt. Es kostet wenig, macht mir Spaß und ich muss nicht viel Zeit dafür verwenden. Das ist mir mit Familie auch sehr wichtig. Und es ist flexibel. Ich kann es morgens und abends durchführen. Das passt gut in unseren Alltag.

  56. Ralf

    Der Stellenwert der Bildung war immer schon recht hoch. In Zukunft noch mehr um mit den ganzen anstehenden Innovationen überhaupt noch mithalten zu können.

    Ich sehe aber eine Herausforderung: Noch richtet sich unser Bildungssystem heute mehrheitlich eher an junge Menschen. Angebote für ältere Arbeitnehmer, die z.B. in eine komplett andere Branche einsteigen wollen sind immer noch oft Mangelware oder eher für jüngeres Klientel zugeschnitten. Oder es fehlt an geeigneter Förderung für Ältere. Hier muss noch viel geschehen um die Digitalisierung zu einem Erfolgsmodell für alle zu machen. Ich sehe das derzeit selbst in meinem Berufsbild als Ingenieur. Es gibt interessante Fortbildungen, aber oft sehr teuer.

    Es fehlen immer noch geeignete Angebote für „Ältere“ die sich beruflich neu aufstellen möchten oder auch müssen. Es braucht viel mehr Förderung der Anpassungsfähigkeit bei Veränderungen. Zwar gibt es z.B. viele tausende Studiengänge, aber es fehlt der Überblick und auch oft eine Antwort auf die Frage: „Was bringt mir diese Fortbildung konkret?“

    Bildung wird von Arbeitgebern nicht unbedingt so honoriert wie man das gerne hätte. Wenn ich den Leserbrief hier nehme: Tim hat ein Einkommen von rund 75000 € Brutto bei 50+ Stunden. Auf normale Arbeitszeit heruntergebrochen sind das Brutto spürbar weniger als 60.000 € Brutto im Jahr. Für diesen Sektor nicht so überragend.

  57. Thorsten

    @Kiev, @Ralf

    Wir haben Zukunftsherausforderungen. Umwelt (Abfall, Klima, Waldverlust, Kontamination von Böden,…), Alterung der Bevölkerung, Wegfall von Standortvorteilen (z.b Innovation zunehmend in Asien anstatt Europa), fallende Renten- und Sozialleistungen, steigende Lebenshaltungskosten, komplette Automatisierung (Banken und Versicherungen fast ohne Personal), Wegfall von Niedrigjobs,…

    Unsere Vorfahren haben immer Vorräte angelegt und etwas zurückgelegt für den Winter, Sparsamkeit war lebensnotwendig. Es wurde wenig weggeworfen. Im Grunde gekommen ist das Wirken auf eigene finanzielle Unabhängigkeit nichts anderes als eine Fortsetzung bewährten Wirtschaftens. Die Großeltern übergeben an die nächste Generation.

    Die Einsicht wird für viele überraschend und ungläubig daher kommen, dass es nicht immer nur bergauf geht, dass es längere Krisen geben kann mit merklichen Einschnitten. Die Teilung in arm und reich ist ein sichtbares Symptom dieser Entwicklung und erinnert fatal an die Stände im Mittelalter mit Adel, Lehensherren, Bauern, ….

    Das hört sich vielleicht negativ an, soll es aber nicht sein.Es kann anders oder viel später so kommen. Was ich damit sagen will : das in den Tag hineinleben mit Fun Fun Fun, Konsum um jeden Preis gepaart mit Abholen des monatl. Gehalteingangs ohne Sparen, weil es ja jeden Monat problemlos weiter geht mit garantierten Gehaltserhöhungen durch Gewerkschaften oder eigene Verhsndlungen könnte ein Auslaufmodell werden oder Reichen vorbehalten sein.

    Altersarmut ist ein Fakt und ausnahmsweise gebe ich den Linken recht, die sagen, dass Rentner nicht aus Spaß aufstocken gehen.

    Altersarmut : mehr als eine Million Rentner hat einen Minijob

  58. Ralf

    Volle Zustimmung. Auch das teils explosionsartige Bevölkerungswachstum -besonders in ärmeren Regionen- und der damit verbundene Migrationsdruck nach Europa und D ist eine Herausforderung die viele nicht auf dem Schirm haben. Ich sehe hier durchaus auch unseren sozialen Frieden in Gefahr.

    Aber es muss ja irgenwie weiter gehen. Darum schön investieren in hochwertige Unternehmen.

  59. KievKiev

    @ Ralf, Thorsten

    Ich habe auch schon die ein oder andere Schulung erhalten. Das ist vielleicht das Minimum was man machen kann. Wenn ich als Ingenieur als Beispiel in die Softwareentwicklung einsteigen möchte so würde ich mir ein kleines Projekt suchen, was mir Spaß macht. Als Beispiel könnte ich ein Bewässerungssystem aufbauen und programmieren. Das geht heute sehr günstig mit z.b. Rasberry Pi. Ich könnte ja dann auch eine App entwickeln, um aus dem Urlaub meinem Garten zu bewachen usw. Am Ende hat man sich dann praktisch Wissen in Java, C# usw. angeeignet. Und es hat dabei Spaß gemacht. Ohne Hardware könnte man sich auch einen eigenen Fire Simulator schreiben. Oder ein Haushaltsbuch mit Aufarbeitung der Daten. Das bringt alles mehr als eine Schulung. Dazu liest man am besten parallel passende Lektüre aus der Bücherei.

  60. Fit und Gesund

    @Iceman,

    danke, ich brabbele ja meist nur so vor mich hin,  🙂

    @Ralf,

    das mit Ceuta hab ich auch gelesen, das finde ich gefürchig, wie gewalttätig die sind, lässt nix Gutes erahnen.

    @All,

    so, wieder was gekauft, diesmal 200 Canadian Utilities, ich war nicht sicher ob Fortis, Emera oder Canadian Utilities, aber dann hab ich mich kurzerhand entschieden, die werden mir gute Dividende noch in diesem Jahr bringen. Ich habe ausser dem Reaves Utilities CEF ja nix in dem Bereich gehabt, jetzt bin ich wieder zufrieden, Ruhe im Karton bis 25.8. dann.

    @Matthias Schneider,

    der UTG tut ganz schön, wurde heute bei Daily Trade Alert auch besprochen, und am 31. ist dann Zahltag 🙂

     

    liebe Grüsse

  61. Thorsten

    @FB Fans

    Ich würde noch nicht nachkaufen, die Aktie zeigt heute ein Auslaufen ohne jede Aufwärtsbewegung. Das kann (kann , muss nicht) bedeuten, dass es weiter abwärts läuft und günstigere Einstiegskurse kommen. Die Aktie benötigt eine gute Nachricht für einen Impuls, das kann dauern. Die Argumentation von FB bzgl. des Rückgangs der Userzahlen ist realitätsverweigernd oder geschönt. Nicht die Datenschutzverordnung war schuld , sondern wie schon andere geschrieben haben die Kette von Skandalen, die Datenschutzverordnung war dann bloß der Trigger die Leichrnaccounts zu löschen. So hatte ich es ja auch gemacht. Dass FB in China einen Tag nach Zulassung Hausverbot bekam, weil sie die staatlichen Vorgaben mit einem anderen Unternehmen unterlaufen wollten wurde bisher kaum beachtet. Irgendwie scheinen die US-Amerikaner auch die Mündigkeit europäischer Konsumenten und die Wirksamkeit europäischer Institutionen zu unterschätzen, immer wieder. Bildung und Verbraucherschutz stehen in Europa ganz oben, das merken sie nun auch bei Google. Microsoft hat ehemals viel Lehrgeld zahlen müssen.

  62. KievKiev

    @ Iceman

    Vielen Dank. Hier sind verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Strategien, Schwerpunkten und Lebensmodellen. Mein Modell passt sehr gut zu mir. Ich sehe es nicht als die perfekte Strategie. Ich bin offen für Alternativen. Die werden hier zum Glück oft präsentiert. Wie gut die dann zu mir passen ist eine andere Frage.

    Außerdem verpflichtet man sich durch öffentliche Mitteilungen selbst immer wieder diese auch zu befolgen. Ich werde gerade mit den Einbrüchen mancher Firmen stark auf die Probe gestellt. Gestern FB nachbörslich 20% gefallen. Das ist schon verlockend auch wenn die Aktie nicht meine erste Wahl ist.

    Ich steige nun mit ein paar Sparplänen in Emerging Markets ein. Vielleicht geht es weiter bergab. Langfristig sehe ich hier Potential. Ich werde diesen bei Consors kostenlos besparen:
    WKN A12GVR
    Der ist günstig, aber schüttet leider nicht aus. Dafür sind ein paar Firmen stark gewichtet, denen ich in Zukunft einen größeren Markt zutraue. Vanguard kann ich leider nicht kostenlos besparen. Ich würde auch direkt China wählen, aber hier ist mir keiner aufgefallen. Ich kann ja immer noch weitere hinzunehmen.

  63. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Fit und Gesund,

    bin vorhin von 3 Tagen Internetabstinenz wieder heim gekommen. Habe ja in Dresden angefangen die Wohnung zu räumen. Muss ich noch paar Wochen immer so 3 Tage machen. Die ersten Möbel sind zerlegt und auf den Sperrmüll gefahren. Das geht noch eine Weile.

    Viel Fahrerei, aber schon ok.

    Bis da was zu sehen ist, dass es weniger wird… Allein alle meine Briefe über Jahrzehnte hat sie aufgehoben. Aber ich muss da einen Strich machen.

    In einem Karton sind sogar die Glückwunschkarten an meine Mutter zu ihrer Konfirmation im Jahre 1949 gesammelt. Da bekomme ich schon einen Kloß im Hals. Muss aber letztlich alles weg.

    Börse, ja, bekomme es nur am Rande mit. Morgen mal wieder richtig schauen, heute nur mal so auf den Stand gebracht. Meine verkauften Puts auf ABEV sind ja gut für mich gelaufen. Die sind jetzt aus dem Geld, also der Strike (5 USD) niedriger als der Kurs. Irgendwie dachte ich, vielleicht bekomme ich sie eingebucht. Na ja. Kohle kassiert und gut ist. Kaufen kann man die immer noch.

    Darauf mache ich mir gleich erstmal ein Franziskaner Weissbier nach der Fahrt auf. (Marke gehört ja zu BUD/ABEV)  😉

    Schönen Abend noch

    MS

  64. Fit und Gesund

    @Matthias Schneider,

    oh je, und ich erinnere mich noch zu gut als ich die Wohnung meiner Mama auflösen musste, auch sie eine Sammlerin, teilweise Sachen noch im Originalkarton, Bettwäsche und Geschirr, unglaublich, einen Teil der Möbel hab ich ihr ja ins Heim zügeln lassen, den Rest entsorgt oder verschenkt,

    ich bin in jedem Frei dahin gegurkt, bis die Liste abgearbeitet war, es war so anstrengend für mich damals, vergess ich nie. Ihr Ausweis war im Kleiderschrank versteckt, zwischen Handtüchern, Einen hatte sie ja mit der Gartenschere zerschnippelt, den Letzten hat sie dann gut versteckt, und auch Kartons mit Bildern und alten Karten, ich habe mich da schon mal drangemacht das zu sortieren, sind ja Bilder von Leuten dabei die ich gar nicht kenne, aber das wühlt auf,

    und dann die Ordner mit den Bankauszügen, ich werfe jetzt jedes Jahr die ältesten Belege weg, sie hat oft mit der Karte bezahlt, teilweise interessant was das damals so gekostet hat,

    leider kann man die wenigsten Sachen gebrauchen, auch der Goldschmuck, untragbar sowas, will ich mal verkaufen wenn der Goldpreis wieder steigt, hätte lieber Barren oder Münzen.

    Alles ist vergänglich, ich bin sehr froh keine Sammlerin zu sein, das Gegenteil ist der Fall.

    Du bekommst das schon hin, irgendwann ist es geschafft, aber ich weiss wieviel Kraft das kostet, da mag man sich sicher auch nicht mit Aktien so beschäftigen, gehen Einem viele Dinge im Kopf rum, ist auch wie ein heilsamer Abschiedsprozess.

    Also, geniesse Dein Bier und einen schönen Abend 🙂

  65. Thorsten

    @Kiev

    guter ETF, ich habe die Vanguardvariante A1JX51 ,um mich von EU/USA etwas abzukoppeln. Dabei fühle mich wohl. Volatilität wird es geben, aber die Chancen über alle diese EM-Länder sind gegeben. Mein Depot ist heute 0,85% gestiegen, Höchststand,  ich kann nicht klagen.

    So, jetzt ein Glas Portugieser Weißherbst, es ist immer noch sehr warm draußen, heute war es entsetzlich, drinnen gestiegen auf 25,8 Grad, obwohl alles geschlossen. Schönen Abend.

  66. KievKiev

    @ Thorsten

    Danke für den Vanguard Titel. Ich habe gerade beide verglichen. Scheinbar kann ich den Vanguard doch günstig bei Consors als Sparplan besparen. Wenn auch nicht kostenfrei. Ich habe mich über den Performance Unterschied gewundert. Es sind aber auch etwas andere Indices. Und mir ist auch bewusst, dass sich das Blatt schnell wenden kann. Bei Tracking Difference schneidet Deiner sogar noch besser ab als die TER suggeriert:

    „Die Fondsgesellschaft Vanguard weist eine Gesamtkostenquote (TER) von 0.25% pro Jahr aus. Die durchschnittliche jährliche Abweichung von der Indexentwicklung (Tracking Difference) seit 2013 betrug 0.16% pro Jahr. Damit war der ETF für den Anleger günstiger als es die TER suggeriert.“

    Der von mir genannte erscheint dort leider nicht zur genauen Analyse. Wie werden die thesaurierenden ETFs mit dem Index verglichen? Hier wird die Dividende dann rausgerechnet, oder? Ansonsten sollte ein thesaurierer doch wesentlich besser abschneiden, wenn Dividenden reinvestiert werden.

  67. KievKiev

    @ Alf

    Guter Hinweis. Bei Comdirekt gibt es gerade auch 100€ für Neukunden. Gibt es das permanent, oder befinden wir uns etwa in einem finanziell desinteressiertem Sommerloch? Bei Consors habe ich so ein Angebot gerade wahrgenommen und 375€ eingebucht. Dazu habe ich noch 100€ für das führen des Haushaltsbuches erhalten. Die steuerfreien Sondereinnahmen verliefen diesen Monat recht gut 😉

    Den Sommer (kurz vor meinem Urlaub) werde ich im Hinterkopf behalten um neue Depots einzurichten und zu besparen. Vielleicht öffne ich jedes Jahr einfach drei neue Depots mit drei Sparplänen. So bekomme ich alleine 300€- 400€. Und das für eine Investition von nur 1000€. Damit können die Kinder einiges zum 18 erwarten. Ob das so sinnvoll ist muss ich auch noch überlegen.

    Da die alten Sparpläne aber weiterlaufen sollen, muss ich meinen monatlichen Cashflow (Einnahmen/Ausgaben Überschuss) jedes Jahr um mindestens 100€ steigern. Das ist die nächsten Jahre leicht machbar, aber könnte bei der geplanten Ausdehnung des Wohnraumes sportlich werden.

  68. Daniel (Fächerstadt)

    @ thorsten: Den ETF habe ich auch, einmalig 100 Stück gekauft

    Bei Emerging Markets gehe ich über ETF und nicht über stock picking

  69. Micha

    @Kiev

    „Die steuerfreien Sondereinnahmen verliefen diesen Monat recht gut ?“

     

    Die sind in D aber nicht steuerfrei.

  70. Florian

    Hallo Tim,

    ich habe aufgrund der Inspiration des Artikels mal einen eigenen Artikel zur derzeitigen Lage bei Immobilien geschrieben. https://www.boerseneinmaleins.de/immobilienkrise-2-0/

    Ich hoffe es findet eine rege  Diskussion statt.

    Einen guten Wochenstart

    Florian

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