Das Auto spielt für viele Menschen eine zentrale Rolle für Anerkennung


New York, 23. Juli 2018

Ein Blogleser fährt jedes Jahr 30.000 Kilometer mit dem eigenen PKW zur Arbeit. Seine Freundin studiert im Heimatort. Sie möchte verständlicherweise nicht umziehen.

Es ist erstaunlich, wie Dich Leute beurteilen. Für sie zählt, welche Markenkleidung Du trägst. Welches Auto Du fährst. Wenn Bekannte sich treffen, erwähnt schon mal einer das Thema Auto. Einer sagt dann:

„Ich dachte, Fabian ist ziemlich erfolgreich im Job. Aber er fährt ein schrottiges Auto. Das ist eine Katastrophe.“

Ein altes Auto stört die breite Mittelschicht schon. Die Meinung anderer über Dich ändert sich, wenn Du ein uraltes Auto fährst. So etwas ist Gesprächsstoff. Sie denken dann, dass Du „ein Verlierertyp“ bist. Nur weil Du ein 14 Jahre altes Autos hast. Wenn die Farbe verblasst, Kratzer und Dellen sich mehren, bedeutet das überhaupt nichts. Was zählt: Es läuft gut, es ist bezahlt. Es ist kein Klotz am Bein. Aber die Leute glauben, dass Du ein armer Schlucker bist.

Die Küchen werden immer mehr zum Statussymbol. Sie müssen frei liegen. Sie haben die neuesten Herde, Marmorplatten, Kochinseln etc. Alles vom Besten.

Es ändert nichts an der Tatsache, dass Du im Job erfolgreich bist. Du zeigst nur, dass Erfolg in Deinen Augen etwas anderes für Dich bedeutet. Du sparst lieber eifrig in Dein ETF-Depot statt Unsummen für einen flotten Neuwagen zu verpulvern. Du gehst lieber 15 Jahre früher in die Freiheit.

Du schaust Dich nach einer Wohnung nahe am Arbeitsplatz um. Du findest etwas, was Dir gut gefällt. Um ehrlich zu sein: Das Apartment in der Stadtmitte ist etwas teuer. Aber: Du brauchst kein Auto mehr. Das stressige Pendeln entfällt. Du hast mehr Zeit zum Kochen. Du kannst überall hinlaufen. Du bist auf der Arbeit in 15 Minuten zu Fuss. Früher hast Du 70 Minuten gebraucht mit dem PKW.

Du ziehst um. Dein Lebensstils verbessert sich immens. Obwohl die Miete etwas höher ist, bist Du glücklich. Unterm Strich sparst Du sogar, seit das Auto verkauft ist.

Ein Leser schrieb mir, dass er jedes Jahr 30.000 Kilometer zur Arbeit mit dem eigenen PKW fährt. Das ist eine enorme Strecke. Ein Geldgrab.

Die Deutschen geben sehr viel Geld für ihre Autoliebe aus.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Das Auto spielt für viele Menschen eine zentrale Rolle für Anerkennung

  1. Martin

    Meine „Karre“ ist 16 Jahre alt und ich hoffe nächstes Jahr die 300.000km zu erreichen 🙂

    Jedesmal wenn ich drüber nachdenke ein neues (neueres) Auto zu kaufen kommen mir die Tränen, ich bringe es einfach nicht über mich soviel Geld nur für ein Auto auszugeben.

     

    Also weiter die alte Möhre fahren, ich hoffe sie bleibt noch lange bei mir!

  2. Daniel

    Mein Alltagsauto hat die 220.000km runter und ist 15 Jahre alt. Der andere bekommt hoffentlich im nächsten Monat seine Oldtimer-Zulassung mit H-Kennzeichen. Der Alltagswagen verliert kaum noch an Wert, hat sogar nach dem Diesel-Desaster leicht zuglegt. Der Oltimer steigt jährlich im Wert sodass ich kaum hinterherkomme die Gutachten für neue und höhere Preise nachzureichen 😉

  3. Stefan

    Mag sein, aber Menschen haben nunmal unterschiedliche Motivsysteme.

    Das limbische System von H.G. Häusel ist ein guter Einstieg, um die Motivation des Menschen besser zu verstehen.

    Für den rationalen Typ wird ein Auto keine große Rolle spielen, für den Testosteron-getriebenen Manager hingegen ist es ein Statussymbol, um die Frauenwelt beeindrucken zu können. Und ja, entgegen der ganzen Femministen-Bewegung gibt es viele Frauen, die sich offen davon beeindrucken lassen. Die anderen tun es auch, wissen es aber meistens (noch) selbst nicht.

    Auch wenn es viele nicht glauben wollen, der Mensch ist (in den meisten Fällen) nicht der rationale Homo Oeconomicus aus dem BWL-Lehrbuch.

     

  4. Mike

    Meine Nachbarn haben bestimmt schon 5 Mal oder mehr ihre Autos gewechselt resp. erneuert während wir immer noch dieselbe alte Karre fahren, er ist immer noch gut im Schuss! Wenn jemand damit ein Problem hat, darf er oder sie es gerne behalten 😉

    Aktuell lohnt es sich meines Erachtens umso weniger, in einen Neuwagen (gut das lohnt sich eigentlich gar nie) zu investieren, da ein seit 50 Jahren nie dagewesener Umbruch stattfindet von Verbrenner zu Elektroautos, welcher zwar in Deutschland noch nicht wirklich angekommen ist, aber in wenigen Jahren dürfte das ganz anders ausschauen.

    Elektro sind noch zu teuer resp. man findet kaum gute Occasion, Verbrenner sind schon heute Oldtimer, aber jene die nicht an Wert gewinnen sondern verlieren (mit wenigen Ausnahmen).

    Ich warte bis ich einen guten Elektro Occasion kaufen kann für 10k, es muss kein Tesla sein und es kann noch ruhig ein paar Jahre warten.

    Ein Nachbar hat 7 Fahrzeuge im Fuhrpark, davon 1 Nutzfahrzeug und 2 Motorräder, in einem Haushalt von 3 Personen. Er macht 3x grosszügige Ferien, aber jedes Mal wo ich ihn treffe jammert er über Geldmangel. Kein Wunder! Aber er „braucht“ alles wie er meint, für was auch immer…

  5. Mike

    @Stefan

    Nunja viele Frauen lassen sich davon beeindrucken, aber oft nicht weil sie Autofans sind (die gibt es auch aber eher in der Minderheit), sondern weil sie ein Luxusauto eben mit Erfolg gleichsetzen, und das ist anziehend. Ob der Mann den Wagen dann geleast hat oder jener mit einer alten Blechkiste ein Millionendepot, das sieht man dann eben nicht. Ich finde es aber auch als Mann unter Würde, wer solche Frauen anziehen will der soll, muss dann aber nicht jammern wenn er bei der Scheidung ein paar Jahre später den Kürzeren zieht. Umgekehrt (Mann/Frau) gilt das natürlich auch.

    Ich kenne schon einige die haben grandiose Karren wohnen aber dann im letzten Loch und haben null Ersparnisse. Muss jeder selber wissen, ob er so glücklich wird.

  6. Thorsten

    Autos in der Stadt sind purer Luxus und ein Stressfaktor.Die Agressivität nimmt zu, mittlerweile wird bei gelb nicht mehr gehalten. Mindestens ein Auto fährt noch bei Rot durch. Es ist ein Sport, in bestimmten Kreisen zählt Autogröße zum Ansehen dazu. Leider haben wir das Problem seit 2015 auch massiv importiert. Fahrradfahren ist in vielen Ländern ein Armutszeugnis,  Radfahrer werden von dieser Klientel als minderwertige Teilnehmer ignoriert oder sogar beschimpft.

  7. Stean

    @mike

    Habe nicht geschrieben, dass Frauen Autofans sind, sondern, dass Frauen in vielen Fällen einen Prosche mit Erfolg gleichsetzen und Frauen biologisch jemanden bevorzugen, der (vermeintlich) besser für eine Familie sorgen kann.

     

  8. Matthias

    Ich besitze noch ein Auto. Aus meiner Sicht macht es auch Sinn: ich will nicht in der Stadt wohnen (Lärm, Abgase, wenige Grünflächen) und ich kann außerhalb der Stadt überproportional günstig wohnen. Die Einsparungen für das Auto würden kaum den Mietaufschlag einspielen. Die Pendelei ist es mir wert, dass ich in der Freizeit direkt im Grünen wohne und direkt in der Natur sein kann. Das ist mir wichtig. Ich bin viel im Wald/Weinberge/Wiesen spazieren/laufen. Daher: möglichst günstiges und verbrauchsarmes Auto und günstige Miete. Die Pendelei nutze ich zur Weiterbildung: Hörbücher sind günstig/umsonst zu bekommen. Außerdem höre ich oft Predigten. Das ist mir auch wichtig, mich im Glauben zu stärken. Man muss nur genau nachdenken und für sich entscheiden: was ist für mich wichtiger und die genauen Schlussfolgerungen ziehen.

  9. Thorsten

    @Matthias die Rechnung geht auf so lange Treibstoff erschwinglich bleibt. Geht der Sprit auf 2 Euro verfallen die Immopreise fernab der ÖPNV- Strecken. Ich habe die Ölkrise Anfang der 70er miterlebt, Autofahren war verboten. Wer in der Stadt war konnte damals zu Fuß einkaufen. Heute sind die Einkaufszentren für Ältere unerreichbar weit draußen . Kann nicht mehr passieren ? Iran und Trump und all die anderen….jederzeit.

  10. Felix

    Auch in Großstädten ist man heute auf ein Auto angewiesen. Ich lebe und arbeite in Frankfurt/Main (6 Km einfache Wegstrecke). Gerne würde ich diese bei passenden Wetter mit dem Fahrrad zurücklegen. Da ich jedoch beruflich Anzugsträger bin, scheidet das Fahrrad für mich aus, insb. vor dem Hintergrund, dass wir keine Duschen und Umkleidemöglichkeiten haben. Außerdem habe ich keinen 9 to 5 Job sondern arbeite i.d.R. 10 Stunden plus. Damit scheidet für mich leider auch der ÖPNV aus, da es insb. Abends außerhalb der Rush Hour, nach meinem persönlichen Ermessen zu gefährlich geworden ist (das hat nichts mit 2015 zu tun… war in Frankfurt/Main schon immer so!). Mein Auto ist inzwischen 6 Jahre alt. Erworben hatte ich es als Jahreswagen zur Hälfte des Listenpreises. Zur Zeit 68 Tkm gefahren. Ich beabsichtige es solange zu fahren, bis es nicht mehr geht. Firmenleasing kommt für mich rechnerisch nicht in Frage.

  11. Mike

    @Thorsten

    Öl hat es genug, klar kurzfristig könnte es politisch wieder mal explodieren, ich meine die Ölpreise, aber mittelfristig wird sich die Mobilität ja eher elektrifizieren. Ich lebe auch ländlich (jedoch mit öpnv + Autobahnanschluss) und pendle, zu Fuss 😀 Müsste ich in die nächste Stadt pendeln, wäre das schön eine mühsame Sache, alleine die Zeitverschwendung, jedoch kostentechnisch wäre ÖPNV bei uns nicht wirklich viel günstiger, ein Streckenabo kostet 2700.- / Jahr, damit kann man einen bescheidenen Wagen finanzieren, klar die Vollkostenrechnung wird schon etwas teurer.

    Das mit Iran und Trump hoffen wir mal nicht, nicht primär wegen dem ölpreis aber einen neuen Krieg braucht die Welt wirklich nicht.

  12. Phil

    @ Felix

    nach meiner Erfahrung knittert ein Anzug auf dem Fahrrad deutlich weniger als im Auto. 😉

    Bei gemütlichem Tempo kommt man auch nicht allzu sehr ins Schwitzen.

    Ansonsten ist z.B. bei einer Monatskarte die Fahrradmitnahme inkl. D.h. morgens mit dem Fahrrad in den ÖPNV. Abends auf dem Rad zurück. So ersparst Du Dir auch das abendliche Klientel in der Bahn.

    Kann nur empfehlen zu versuchen, das 1-2 mal pro Woche unterzubringen, gerade, wenn man ansonsten im Büro sitzt. Man muss ja nicht gleich sein Auto abschaffen. Aber es geht tatsächlich auch ganz ohne 😉

  13. Mr. B

    Ich bin in ähnlicher Situation wie Felix und hab lange auch so gedacht. Mittlerweile fahre ich nur noch einmal die Woche mit dem Auto zur Arbeit. Bring dann wieder neue Hemden oder Anzüge mit. Klappt bisher ganz gut. Muss aber auch zugeben, dass ich öfters das E-Bike nutze und so nicht wirklich ins schwitzen komme. Zumindest auf dem Hinweg. Auf dem Nachhauseweg power ich natürlich gerne und so beginnt meint Sportprogramm auch sofort nach ablegen meiner „Arbeitskleidung“.

    Sportliche Grüße, Mr. B

  14. Thorsten

    @Mike

    für Europa setze ich heute auf Russland als Energielieferant. Ging damals nicht. Aber es sollte klar sein, dass indivuelle Mobilität niemals wieder so billig sein wird wie früher.  Jeder muss abwägen was und wie er wo lebt oder arbeitet, nicht immer hat man eine Wahl oder eine Änderung ist aufregend oder gar riskant. Aber so ist das Leben.

    Der Kostenvorteil 50km vor die Stadttore zu ziehen wird durch das Zweitauto und tendenziell steigende Spritpreise zu nichte gemacht. Das Häuschen im Grünen ist die Kostenfalle schlechthin.

    Ach ja habe 5% in russischem ETF, um mal wieder aufs Thema Geldanlage zu kommen.

  15. Mike

    @Phil @Felix

    Segway oder e-Scooter wären sonst noch Alternativen, um schweissfrei mit Anzug von A nach B zu kommen in einer Stadt. Ein Kollege hat auch einen genialen Regenanzug, den man über den Anzug tragen kann, das funktionierte gut.  Klar ist dann kein Sport aber effizient und rasch amortisiert, und man ist immerhin schon 2x draussen.

    @Mike

    Ist eben alles individuell, wir haben das Glück dass wir alle Optionen haben, ich arbeite jetzt 10′ zu Fuss von zuhause, aber würde sich da mal etwas ändern wären beide Optionen ÖPNV und Auto eine Option. Das Häuschen ist eben eine Kostenfalle weil man in der Regel übertreibt (alles 3x grösser plus dann pendeln etc.), das muss ja nicht sein.

    Energie + Russland: Europa hätte schon längst näher mit Russland kooperieren müssen, gegenseitig könnte man voneinander profitieren. Vielleicht ändert sich das ja jetzt, wo sich die USA von Europa abnabelt, sind wir gespannt. 5% ist vertretbar, ich bin da immer noch skeptisch, ich sehe zwar grosses Potential aber unter Putin leider auch einige Probleme und Unsicherheiten.

  16. Felix

    @Phil und Mr. B.:

    Vielen Dank für eure Ratschläge. Ihr habt mir hier wirklich ein paar neue Lösungsvorschläge aufgezeigt.

  17. Mike

    Schöne heile Schweizer Bergwelt, da ist die Welt doch noch in Ordnung, und das Land steht ja für Sauberkeit, wirklich?

    http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Val-Lumnezia-endet-in-grossem-Muellchaos-26734271

    Traurige Gesellschaft, die Leute kaufen Einweg-Zelt, Einweg-Geschirr, Einweg-Kleidung etc. und sind mittlerweile so degeneriert und faul, dass gleich alles an Ort und Stelle liegen gelassen wird. Pfui!

    Ich erinnere mich noch gut vor 20 Jahren auf Wanderungen in den Bergen, da sah man nie Müll unterwegs, heute ist es leider Realität, alles wird liegengelassen. Passt aber gut in die Hyperkonsum-Gesellschaft.

     

  18. Skywalker

    BMW fahren ist einfach extrem angenehm: ein solides Fahrzeug gute Motorleistung bequeme Sitze die Freiheit spüren bewundernde Blicke von hübschen Frauen am Straßenrand Respekt von meinem türkischen Nachbar ohne mein BMW würde mir etwas fehlen!

  19. Andreas

    Gerade in der jüngeren Generation ist der Trend zum Autobesitz aber deutlich am abklingen. Da ist das Auto kein Statussymbol mehr sondern ein Gebrauchsgegenstand, das Mittel zum Zweck für Mobilität. Nicht umsonst wandeln sich die Autokonzerne zu Mobilitätsanbietern. Und dieser Trend wird weiter zunehmen, wenn die Autos mal autonom unterwegs sind. Das zeigt sich natürlich zuallererst in den Städten. Ich lebe in München, bin Mitte 30 und kenne sehr viele in meinem Alter oder jünger, die selbst gar kein Auto mehr haben. Ein Artikel dazu auch hier:

    https://www.produktion.de/specials/mobilitaet-zukunft/warum-die-junge-generation-die-lust-am-auto-verliert-379.html

     

     

  20. Frank

    Bin auf der Suche nach nem Dividendentitel!

    Denke an General Mills, Brown Forman, MC Donalds oder ITW.

    Was denkt ihr, was habt ihr auf eurer Watchlist?

  21. Felix

    @Frank: Ich habe heute AT&T aufgestockt. ->  26,60 € a 75 Stück -> Sollte Stand jetzt eine Rendite von > 6,0% sein…

  22. Andreas

    @Thorsten: Ja klar, das ist die Generation, die ist mit dem eigenen Auto groß geworden. Wenn die Entwicklung so weiter geht wie jetzt angedeutet und prognostiziert, wird es in Zukunft deutlich weniger Autokäufer und Autobesitzer geben. Das wollte ich damit sagen.

  23. Wohnung mit Domblick

    @Andreas: Volle Zustimmung! In den Städten geht die Reise in Richtung Sharing.

    Angeber mit Clownautos fallen negativ auf. Solche Angeber gibts übrigens allerlei Geschlechts, nicht nur Männer.

    Meine Karre ist 41 Jahre alt und solange ich drunter kriechen kann fährt die weiter. Ich hab die seit 10 Jahren, einmal komplett selbst durchrepariert, und habe ein volles Ersatzteillager. Bin aber nicht drauf angewiesen. 🙂 Das ist mehr eine Liebhaberei mit gelegentlichem praktischem Nutzen.

    Das Beispiel von dem Festival in der Schweiz ist leider Normalität. Diese Pavillions und Zelte sind so billig, dass man froh sein kann, wenn die nicht schon beim Aufbau kaputt gehen. Der Veranstalter sollte von Vornherein eine Entsorgungsgebühr auf den Eintritt aufschlagen und einen Kontainer bereit stehen haben. Umwelttechnisch ist das eine Sauerei, aber in begrenztem Umfang, daher: es gibt schlimmeres.

  24. Thorsten

    @Felix

    eine gute Wahl für Dividendenjäger. AT&T ist die höchste Einzelposition in meinem Depot mit 4% Depotanteil. Rendite momentan 6,15%. Die Aktie könnte 50% steigen und würde im Falle von Inflation/Zinssteigerungen locker mit Rentenpapieren konkurrieren.

    Morgen Volatilität wegen Veröffentlichung der Q2 Zahlen. Rund 10% mehr Gewinn werden erwartet. Wenn es abweicht, zappelt es halt runter oder hoch.

    Q2 Zahlen am 24.7.2018

  25. Thorsten

    @Andreas war eine Zustimmung/Ergänzung meinerseits. Falle auch in das Raster, wobei ich in den 90ern trotz grottigem ÖPNV jahrelang auch autofrei gewohnt hatte. Habe mein derzeitiges Auto mit 50 gekauft, nachdem ich den Vorgänger 18 Jahre gefahren habe. Dacia Logan. 0% Wertverfall. Für den Kaufpreis hätte ich nichtmal was Gebrauchtes von VW bekommen. Das fing beim Händler bei 20.000€ an. Das Auto benötige ich zum Erreichen meines Zweitwohnsitzes/Feriensitzes. Mietwagen wäre teurer. 3 Monate Mietwagen pro Jahr bezahlen ? Zu teuer oder ?

  26. Ralf

    „Ein Leser schrieb mir, dass er jedes Jahr 30.000 Kilometer zur Arbeit mit dem eigenen PKW fährt. Das ist eine enorme Strecke. Ein Geldgrab.“

    Das liebe Auto ist so ein Thema für sich….

    Ich habe derzeit auch weite Strecken zur Arbeit und nutze ein schlichtes Auto (Opel Astra Diesel). Es rechnet sich aber eben oft doch, weil dort viel besser bezahlt wird. Deswegen umziehen für den Job würde ich nicht. Wir haben das probiert und sind nach einigen Jahren zurück. Und nicht vergessen: Ein Auto kann -geschickt eingesetzt- auch ein sinnvolles Werkzeug sein, um neue Einnahmen zu generieren (Fahrt zu Kunden etc.). So geht es mir z.B. im Rahmen meiner nebenberuflichen Tätigkeit als Gutachter. Mit dem Bus wäre ich aufgeschmissen. Und mit Kids ist es eben oft sehr praktisch…

    Muss aber nicht heißen, dass der Zustand dauerhaft so bleibt. Da wir ein Bauprojekt angehen in guter Lage, wird das Thema Auto noch ein Punkt werden auf der Sparliste. Allerdings sind die Fahrpreise der Bahn auch nicht gerade ohne…

    Der Nahverkehr hat durchaus aus seine Schattenseiten (Sicherheit etc.). Meine Kids haben da leider auch schon einige Geschichten erzählt. Insgesamt nimmt die Verrohung der Gesellschaft zu, das zeigt sich eben auch in Bus und Bahn leider hier und da.

  27. Mike

    @Frank

    Ich stehe ja sonst nicht so auf Dividendentitel resp. es ist mir eigentlich egal, ob eine Aktie Dividende ausschüttet oder nicht, eine Aktie die ich schon ewig halte und sich zu einem schönen Dividendenzahler entwickelt hat ist BB Biotech. Ich bin jedoch kein profunder Biotech-Kenner, daher passt diese Beteiligungsgesellschaft gut und bin vernünftig diversifiziert, und die Erträge und Dividenden sind recht stabil gestiegen über die letzten Jahre, ob das die nächsten 10 Jahren so weiter geht ist natürlich eine andere Frage, bei AT&T als Beispiel ist das sicher mehr gegeben, aber dafür auch das Aufwärtspotential beschränkt, Telecom & Versorger sind solide Werte aber eben halt auch wenig Fantasie.

  28. ThomasH

    Wir fahren unser Auto seit 10 Jahren und fast 200 Tsd km mit Autogas (nein, nicht mit Erdgas). Billiger kann man ein Auto kaum fahren: Spritpreis weniger als die Hälfte zu Benzin, dazu fast kompletter Abdeckungsgrad bei den Tankstellen. Ich hoffe, das Auto hält noch viele Jahre durch!

  29. Colakugel

    Ich habe einen alten Golf-4. Bei ebay-Kleinanzeigen gefunden. Fährt wunderbar. Kaufpreis damals 800€. Benzin bezahlt der Arbeitgeber. Versicherung die günstigste die man bekommt. Komme auf monatliche Fixkosten von 50€.

  30. Passives Einkommen

    In meiner Stadt wo ich lebe, Dresden, da lohnt es sich gar nicht ein Auto zu besitzen. Die ÖPV sind so gut und weitreichend das es den besitzt eines Autos unnötig macht bzw. ist man mit den Fahrrad schneller unterwegs (wenn man nicht pendeln muss)

     

  31. silentbob

    Ich bin beruflich auf mein Auto angewiesen da ich deutschlandweit tätig bin. Fahre ca. 30000 Km im Jahr. Das wäre mit der Bahn schon sehr umständlich. Mein Arbeitgeber zahlt mir eine Kilometerpauschale. Damit ich relativ günstig unterwegs bin fahre ich einen fast 10 Jahre alten Wagen der mich auch gut von A nach B bringt. Mehr brauche ich nicht. Einige Kollegen machen zwar blöde Sprüche aber das ist mir egal. Das Geld was andere beim Auto verbraten das kommt aufs Tagesgeldkonto und wird dann investiert. 😉

    MfG silentbob

  32. Mike

    Ich wünsche der Community und Tim einen schönen Sommer, ich verabschiede mich jetzt für knapp 3 Wochen ins „Offline“, wir gehen Segeln, Family & Friends 14 Personen von Kroatien bis Albanien, ist zwar keine Luxusyacht und man muss auch mitarbeiten/kochen/putzen, aber das gefällt uns besser als Nixtun, und wir müssen glaub langsam jedes Jahr besonders geniessen, der Ältere wird wohl nicht mehr lange mitkommen wollen, die Zeit vergeht einfach wie verrückt und die Kinder werden erwachsen obwohl man denkt man sei selber noch jung 😀

    Geniesst den Sommer und bis bald

    Mike

  33. Daniel

    für Europa setze ich heute auf Russland als Energielieferant. Ging damals nicht. Aber es sollte klar sein, dass indivuelle Mobilität niemals wieder so billig sein wird wie früher.

    Das ist immer abhängig davon wie man früher definiert. Im Zuge der Inflation ist Benzin und Energie an sich gar nicht mehr so viel teurer geworden. Ich zitiere mal:

    Für Benzin gilt im Grundsatz das Gleiche wie für Strom: Energie wird wieder teurer. Musste der Durchschnittsverdiener noch 1991 nur 4 Minuten für einen Liter Superbenzin arbeiten, waren es 2011 schon 6 Minuten. Ganz anders sah es indes vor 50 Jahren aus: Ein Liter Normalbenzin erforderte 14 Minuten Arbeit.

    Heisst, auch während der Wirtschaftswunder-Jahre musste man für Mobilität und Energie sowie für Nahrung deutlich mehr arbeiten als heute. Die günstigsten Jahre waren wohl irgendwann in den 90ern. Dennoch behaupte ich, zumindest von mir, dass Energie für mich im Schnitt nicht nennenswert teurer geworden ist in Bezug zum Einkommen.

  34. Chris K.

    Danke für dein Artikel Tim! 🙂

    Wir werden noch vor Weihnachten umziehen, zwar nicht so nah das ich zu Fuß gehen kann, jedoch das ich das Auto nur 2 mal die woche brauche zur Meister schule (Industriegebiet).

    Und zur arbeit fahre ich mit der S-Bahn. Meine Freundin und ich haben uns aktuell auf die Mitte unserer beiden Arbeits Plätze /Studium geeinigt.. Ansonsten hätten wir uns wohnlich gesehen trennen müssen, das wäre hart. Ich halt euch auf dem laufenden.

    Viel Spaß beim segeln Mike

    Wir mieten uns ne kleine  privat Wohnung in Kroatien am Meer. Sehr günstig sehr schön.

    Ich würde am liebsten jeden Tag in die börse investieren.. Is hart immer 4 Wochen warten 😀

    Mfg

    Chris

  35. Thorsten

    @Daniel

    früher war die Autobahn leer, die Menschen haben in der Nähe der Arbeitsplätze gewohnt. Dann  haben die Leute angefangen zu pendeln, heute fahren sie 20, 50 oder mehr Kilometer. Die Autobahnen sind dicht, die Entfernung kostet.

  36. KievKiev

    @ Mike

    Schönen Urlaub! Das klingt sehr schön. Das wäre für meine Kinder noch nichts. Da könnte ich kein Auge zumachen. Ich kann nachvollziehen, dass es  bald für einen längeren Zeitraum nicht mehr viele Familienurlaube geben wird. Aber wenn die Kinder größer werden, kann es wieder gemeinsame Urlaube geben. Vor allem wenn Enkelkinder dazu kommen. Das sehe ich bei mir und meinem Bekanntenkreis. Genieße den Augenbick.

  37. Thorsten

    Ich habe gerade Broadcomm Inc. gekauft. Die Dividendenrendite ist zwar unter 3% und somit eigentlich  nicht in meinem Beuteschema, das KGV mit 12,x ist aber o.k. im Vergleich zu anderen Techaktien, die ohnehin knauserig sind, was Dividenden angeht. Broadcomm ist auch Zulieferer von Cloudbetreibern  und breit aufgestellt. Der Chart zeigt die V-formation, die ich auch bei anderen Aktien zum Einstieg genutzt habe, also ein Abstand zum ehemaligen Höchstkurs, starkes Aufwärtsmoment darunter, zumindest kurzfristige Absicherung ist gegeben. Kursanstieg auf 230$ (derzeit 217$) sollte zügig erfolgen. Dann sehen wir weiter. 240/250 sind charttechnisch gar kein Problem.

    Broadcomm Chart

  38. Heiko

    „Du ziehst um. Dein Lebensstils verbessert sich immens.“

    Dass sich der Lebensstil verbessert, wenn man in die Innenstadt zieht, würde ich nicht unterschreiben. Ich bin jedesmal heilfroh, wenn ich das Chaos hinter mir lassen kann. In meinem Bekanntenkreis sieht das auch niemand anders. Alles Leute, die mal in der Innenstadt gelebt haben und dann dorthin gezogen sind, wo möglichst keine U- und S-Bahn die Menschenmassen auslädt. Wenn ich nach einem langen Arbeitstag aus der Stadt raus fahre und zwischen den Feldern Richtung zuhause, ist das wie Urlaub.

  39. Thorsten

    @Heiko Singles mit Partybedarf und starker Vernetzung untereinander scheinen bei uns in die Innenstadt zu ziehen und dort zu bleiben, Paare und Familien mit höheren bezahlbarem Wohnflächenbedarf etwas weiter weg. Vermutlich bis zu 10km, das  ist immer noch zentral genug. Entfernung 30 Minuten Fahrrad, 15 Minuten Ubahn sind durchaus o.k.

  40. June

    Das liebe Auto, mit ihm ist das Leben meist teuer und ohne geht es aber meist auch nicht.

    Wir/ich fahre ca. 25000 km pro Jahr. Und das nur, weil ich vor 5 Jahren den Mut hatte näher zum Job zu ziehen und damit meinen täglichen Fahrtweg um 3/4 zu reduzieren. Davor waren es ca. 40000 km p.a. Kurzfristig bin ich sogar mal weniger als 15000 km p.a. gefahren. Die Familie wohnt in  anderen Bundesländern, meine Kinder sind zum Studium aus dem Haus. Und dann sind auch noch meine Wohnungen ziemlich verstreut. Der tägliche Weg zur Arbeit frisst trotzdem  noch 25 km. Aber wenigstens habe ich seit den 90 ern den Spritverbrauch erheblich gesenkt. Damals hat mein Ford Kombi im Schnitt 10 Liter Super geschluckt, mein Opel braucht jetzt im Schnitt nur 5 Liter Diesel.

    Aufs Auto verzichten ist leider keine Option.

    Nächstes Jahr wird mein Autochen 18 Jahre alt und wir werden uns nach einem jüngeren Model als Erstwagen umsehen. Als Allroundwaffe für Umzüge, Einkäufe, Baumarktlastesel und Müllwegbringer wird er uns aber erhalten bleiben.

    Mr. Juni fährt jetzt einen Firmenwagen.  Sein erstes Auto seit 15 Jahre. In der Großstadt brauchte es kein Auto und für die Einkäufe gönnte er sich einmal pro Woche Carsharing.

    Wir wären gerne direkt in den Ort, in dem ich arbeite gezogen. Es hat dort eine sehr gute Anbindung an öffentlichen Verkehrsmittel. Doch leider hätten wir dort noch nicht mal einen Platz unter der Brücke bekommen, geschweige denn eine Wohnung. Ein Haus hätten wir wiederum kaufen können. Das war mir zu teuer und passt nicht zu unserem Leben.

    Also wurde es ein Kompromiss, wie so oft im Leben. Sollte der Kosten-Nutzen- Zeit Vorteil des Autos verloren  gehen, kann ich auf den Bus umsteigen. Und außer Ärzten und Bekleidung gibt es hier die wichtigsten Läden und Dienstleistungen vor Ort.

    @Ralf,

    freut mich, dass ihr ein passendes Grundstück gefunden habt.

    @Finanzpolster,

    Im Büro habe ich heute wieder hautnah erlebt, wie wichtig ein Finanzpolster ist.

    Ein Mitarbeiter aus einer anderen Abteilung wurde in der Probezeit hinausbegleitet.

    Und ein früherer guter Bekannter von mir und meinem Ex-Partner ist letzte Woche mit gerade 50 Jahren plötzlich verstorben. Die Frau arbeitet Teizeit in einem Niedriglohn-Job und die Kinder sind noch Teenager. Mein ehemaliger Bekannter hat sehr gut verdient und hatte einige Firmen nebenberuflich am Start.

    Ein Macher, ein Powermann. Alles sehr traurig. Ich hoffe sie haben genügend Rücklagen.

    Für uns einmal mehr die Bestätigung für unser größeres Finanzpolster.

    Take care,

    June

     

  41. Thorsten

    Lass mich raten , 50 Jahre – Herzinfarkt ? Ich habe jüngere Kollegen damit gehen sehen. Der jüngste war 34. Immer freundlich, immer bei der Arbeit, nie ein Widerwort. Arbeit gestemmt bis zum geht nicht mehr. Morgens um 8.00  da, abends um 18.00 auch. Eines Tages fehlte er, für immer. Das war für mich eine Warnung.

  42. June

    @Thorsten,

    ja, Herzinfakt. Da bleibt nicht viel, was so plötzlich passiert. Herzinfakt oder Schlaganfall.

    Wir machen in diesem Jahr wieder mal eine größere Reise. Und seit der traurigen Nachricht tut mir keine Euro mehr leid. Man weiß ja nie was einen gesundheitlich erwartet.

    Was aber nicht heißt, dass ich das Geld jetzt unüberlegt raushaue. Ich hatte die letzten Wochen nur manchmal so einen Anfall von, ach das schöne viele Geld. Davon hätte ich so schöne Aktien kaufen können. Jetzt denke ich nur noch so eine schöne Reise.

    Take care,

    June

  43. K.K.

    @June @Thorsten

    das mit dem Finanzpolster handhabe ich auch so.

    Immer wieder eindrücklich solche Beispiele bzw. Erlebnisse. Es geht oft schneller und vorallem ungeplanter als man denkt.

    Klar habe ich eine BU und eine Unfallversicherung, für den Langfristfall, als Haupternährer der Familie. Als Single sähe das sicher anders aus.

    Ein gewisses Finanzpolster steht trotzdem parat. Egal ob es an der Börse oder woanders rentabler wäre. Es ist „meine eigene Versicherung“ für meine Familie. Damit im Fall des Falles ein paar Monate Fixkosten weiter per Dauerauftrag oder Lastschrift gezahlt werden ohne das man sich sofort innerhalb von 2-3 Wochen kümmern müsste. Plus ein paar Monatsausgaben on top entweder für den Arbeitslosenfall oder auh auch für den Fall des Falles (schwere Krankheit, Koma oder Tod), damit die Familie sich erstmal um die anderen Sorgen kümmern kann. Dafür beides „sofort“ parat. Ersteres auf dem Girokonto und zweiteres auf dem Tagesgeld.

    Das ganze ohne „Auszahlungsbedingungen, Papierkram oder Versicherungsklauseln“ und vorallem ohne Versicherungsgebühren, wenn man von entgangener Rendite oder Inflation mal absieht. Aber das ist mir der Schlaf und das Wissen um die einfache und im Ernstfall einfach zu bekommende (auszahlbare/nutzbare) Absicherung wert.

    Klar, gibt es noch Schwieger-/Eltern bzw. Großeltern bds., die jeweils auch sofort und ohne Frage helfen würden, aber es ist schön zu wissen, das es auch so geht bzw. gehen würde.
    Selbiges gilt u.U. für staatliche Leistungen. 🙂

    Herzliche Grüße.

  44. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Martin

    Deine alte Karre ist cool.

    Ein Auto ist nichts anderes als ein Sofa mit Stahl drumherum.

  45. Thorsten

    Manche Firmen sind auch nicht gerade in der Stadt, sondern da wo Platz ist : in der Pampa, am Wald, im Gewerbegebiet 2 km hinter der letzten Bushaltestelle, an der Bundesstraßenabzweigung zwischen zwei Dörfern, weil da Platz ist . Warum ist z.b SAP in der Pampa ? Weil Mannheim dem damals jungen Unternehmen keine genügend große Gewerbefläche anbieten konnte.  Die beißen sich in Mannheim heute noch in den Hintern. So sind sie dann auf den Acker an den Waldrand in ein kleines Gewerbegebiet abseits der Städte gezogen. Heidelberger Druck daneben ebenfalls ein großes Werk. Produktionsbetrieb mit viel Flächenbedarf. Versicherungen und Banken sind oft näher oder sehr zentral in der Stadt, sie bauen eher nach oben mit Glastürmen und viel Marmor. Energieversorger sind oft verstreut über Städte , Bundesländer , mehrere Standorte in einer Stadt keine Seltenheit. Auf das Aussehen legen sie bei den Gebäuden oft nicht so hohen Wert. Und es gibt Unternehmen,  die sind wirklich im Nirgendwo, z.b in der Eifel, im Wendland oder im Nordsaarland oder in Teilen der östlichen Bundesländer. Wer in eine solche Gegend zieht oder dort wohnen bleibt , der lässt sich sich von vornherein aufs Pendeln ein. Die Eifel entvölkert sich zunehmend, die Verkehrsströme gehen runter in die Täler, wo die Arbeitgeber verkehrsgünstiger sitzen. Der größte Exportschlager dieser Regionen sind junge gut ausgebildete Menschen,  die in die Ballungsgebiete ziehen und nur selten zurückkehren.

  46. V

    Auto (12 Jahre) mit 240 K auf dem Tacho, dafür 3,24 M auf dem Depot. Alles bestens, total egal was andere über meine Kiste oder mich denken. Ein Auto ist dafür da um von A nach B zu kommen!

  47. Thorsten

    @V klasse Sofa, klasse Depot. Die Patinakiste als Tarnung für den Millionair next door, super.

    Meine Nachbarn rümpfen die Nase, mein wenig genutzter Fernseher viel zu klein, mein Auto die falsche Marke. Die wechseln Autos in einem Tempo, dass ich denke da sind schon wieder Neue eingezogen. Sie sehen, dass ich nicht arbeiten gehe und fühlen sich womöglich überlegen, es scheint so. Innere Stärke habe ich mir aufbauen müssen, um mich „tagsüber wieder auf die Straße zu trauen“. Das machen sonst nur Mütter und Arbeitslose nebst Rentner in höherem Alter. Der Ausstieg aus dem Arbeitsleben ist kein Einstieg in endlosen Urlaub oder ein Schalter, den man eben mal umlegt. Diese Vorstellung kommt aus dem laufenden Hamsterrad. Selbstbewusstsein durch den Beruf muss durch Stärke im zu gestaltenden Alltag ersetzt werden. Ich habe mich nicht einen Tag gelangweilt seither und räume den Plunder der vergangenen Jahrzehnte raus, optimiere minimalistisch  Haus und Garten und habe viel mehr Zeit für die Familie. Das Depot und andere Einnahmen beruhigt. Niemand kann mehr mit Entlassung oder Standortverlagerung drohen. Nur das Finanzamt hält zustimmend weiter die Hände auf. Lasst die Leute denken was sie wollen, am besten gar nichts sagen.

  48. KievKiev

    @ Thorsten

    Was sagen denn meine Nachbarn? Ich bin ja meistens mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei erledige ich noch Einkäufe. Ich verhalte mich unauffällig soweit es geht. Ich arbeite ja auch noch in Vollzeit. Durch Nähe von Job und Arbeitszeit sieht das vermutlich schon nach Teilzeit aus ?

    Ab welchem Alter hast Du aufgehört zu arbeiten? Und bei welchem Wert? 4% Regel, oder 3% oder sind die Ausgaben bereits durch Dividenden gedeckt? P.S. Dein Ferienhaus gefällt mir. Die Bilder letztens waren von Deinem zweiten Wohnsitz, oder? Wenn die Anreise nicht sehr weit ist, kannst Du dort sicher sehr entspannt ein paar Tage in Ruhe verbringen.

    Solange meine Nachbarn nicht zusammenlegen und uns Dinge schenken, muss ich mich nicht offenbaren. Ansonsten kann ich ja schlecht in Frühfrüh Rente gehen und auf einmal sagen ich habe jetzt Genug erreicht.

    Ich bekomme hin und wieder wirklich etwas von Nachbarn geschenkt. Es ist aber zum Glück noch im Rahmen, so dass ich mir zumindest einbilde einen nicht zu bedürftigen Eindruck auf sie zu machen. Ich schenke ihnen dann auch meistens etwas. Im Prinzip ist mir egal was andere von unserem Leben halten, aber ich möchte auch keinen Ärger/Missgunst usw. wenn es irgendwann offensichtlich gut läuft.

  49. V

    Thorsten, unser Fernseher hat auch „nur 32 Zoll und ist bereits 6Jahre alt. Solange er geht … super. Besser als der Röhrenfernseher zuvor…

    Meine Frau, die nicht genau weiß (und es auch nicht interessiert), wie viel ich inzwischen im Depot habe, habe ich die letzten Tage mal angestupst, wie sie es denn finden würde wenn wir beide reduzieren würden. Sie arbeitet gerade 4h/Tag 5Tage/Woche und ich 7.5h/Tag 5Tage/Woche. Mein Brutto-Stundensatz ist dabei ca. 3mal höher als ihrer.

    Sie hat da aber irgendwie gar kein Verständnis dafür gehabt und ihr fehlt auch irgendwie der Wunsch; wahrscheinlich aus den von dir genannten Gründen, dass einen die Nachbarn schief anschauen. Mir ist das wurscht.

    Wenn mein Depot bis dahin auch einen Crash überlebt, werde ich 2021 um 1 oder 2 Tage die Woche reduzieren. Ob sie mitmacht oder nicht.

  50. Thorsten

    @Kiev

    Die Nachbarn sagen eigentlich gar nichts, wenn einer einen großen LCD-bildschirmoder ein neues tolles Auto hat, dann pilgern sie zu ihm und finden es großartig. Ein anderer Nachbar ist auch sparsam unterwegs, er hat mich vor gut 10 Jahren mal vorsichtig angesprochen „Du hast ja auch noch einen Röhrenfernseher“.  Die sind auch sparsam, haben kein Auto, wunderbar.  Er schien es ähnlich zu erfahren wie ich, die Blicke gewisser Nachbarn und wer mit wem redet oder auch nicht sagt alles. Größe und Prunk zählt in der Siedlung. Ich denke wir sind keine Ausnahme diesbzgl.

    Die  4%Regel kannte ich nicht und ich sehe sie nur als zweitbeste Möglichkeit an. Es ist ein mathematisches Modell, das zum Unzeitpunkt massiv  gestört werden kann. Besser ist es so hohe passive Einkünfte aus verschiedenen Quellen  zu haben, dass man nichts verkaufen muss. Das würde ja auch jedes mal Gebühren kosten. Bei mir zählt Cash Flow. Viel rein , viel raus, ich habe die Kontrolle (bis auf die Börsenkurse).

    Tim hat ja auch Mieteinnahmen , die habe ich auch. Dividenden aus Beton.

  51. KievKiev

    @ Thorsten

    Ich verwende lediglich Cashflow für die Vermögensbetrachtung. Die Mieteinnahmen würden aktuell ohne Zinszahlungen bereits alle Familienausgaben decken. Genau genommen werden es 250€ ohne Rücklagen mehr sein. Andererseits werde ich 400€ Mieteinnahmen verlieren, da wir unseren Wohnraum erweitern werden. Gleichzeitig stehen noch knapp 250€ höhere Mieteinnahmen durch Neuvermietung im Raum, die sich innerhalb der nächsten 5 Jahren ergeben wird. Die Mieteinnahmen decken über das Leben also grob die Ausgaben.

    Als Rückstellungen und Puffer für Unvorhergesehenes möchte ich ein Depot aufbauen. 1000€ pro Monat nach 4% Regel würde mir gefallen. Ich bin nicht traurig wenn der Cashflow dabei rein aus Dividenden kommt. Auch nicht wenn die Dividenden aus dem Standard MSCI World kommen sollten. Ich werde vermutlich nicht ganz aufhören zu arbeiten. Die Krankenkassenbeiträge sind bei den Einnahmen schließlich nicht zu vernachlässigen. Die 50 ist bei mir fest gesetzt. Die Schulden wollte ich ursprünglich bis zu dem Alter komplett abgebaut haben. Mittlerweile möchte ich aber auch den Depotaufbau stärker fokussieren. So kann ich bei einer komfortablen Höhe auch Schulden stehen lassen und das Depot einfach immer weiter aufbauen. Das hängt auch etwas von der Entwicklung von der Börse und Zinsniveau ab. Gibt es in den nächsten 10 Jahren keinen Crash baue ich das Depot langsam auf und Schulden schnell ab. Gibt es einen Crash baue ich das Depot schneller auf und die Schulden langsamer ab.

  52. Thorsten

    @Kiev

    50 ist real, Tim war schneller, aber er arbeitet ja ab und zu noch. Ich habe mit 48,5 aufgehört, in Wartestellung. Erst letztes Jahr habe ich die Probezeit beendet und schreibe auf Anfrage der Vermittler, dass ich nicht mehr auf dem Markt bin. Und es gibt Beispiele für Leute, die in den 30ern oder erst in den 50ernoder später mit aktiver Arbeit aufgehört oder diese reduziert haben.  Das Alter ist gar nicht so entscheidend denke ich, sondern der Weg dahin. Es gibt keinen anderen Weg als weniger auszugeben, mehr Einnahmen zu generieren und diese „schlau“ anzulegen, sodass der Zinseszins und der durchschnittlich geringere Einkaufspreis wirken kann. Tim schreibt ja immer von Plunder. Lasst den Plunder von den Nachbarn und Glitzerheften an euch vorbeischwimmen. Nicht danach greifen. Es reicht mit den Aktienindizes mitzuschwimmen, jedenfalls war es in den letzten Dekaden so. Das gilt auch für Immobilien in Ballungszentren,  dort gibt es allerdings auch mal längere Stagnationsphasen, 20 Jahre sind möglich (Beispiel Hamburg). Kann auch bei Aktien passieren. 20 Jahre sind nicht schlimm, es regnet genügend Divienden zwischendurch. Wie bei Aktien Immobilien einkaufen , wenn es alle schlecht und langweilig reden. Jetzt ist der Markt zum Vermieten oft zu teuer. 25 oder 30 fache Jahresmiete als Kaufpreis sind Kapitalvernichtung. Das dritte Standbein sind bei mir Beteiligungen, die in den ersten Jahren die Steuerbelastung senken, dadurch Liquidität bereitstellen, die man sofort wieder investieren kann usw. Manche machen das bloß mit Immobilien,  hebeln mit höheren Krediten, aber das wäre bei meiner aktiven Arbeit aus Zeitgründen definitiv nicht möglich gewesen. Da muss man besser vor Ort sein. Aktien bitte nicht über Kredite hebeln, die Banken sind schnell dabei den Kredit zurückzufordern, wenn es ihnen gefällt.

  53. AlexanderAlexander

    Wenn sich jemand ein neues Auto leisten kann, warum nicht? Es muss nur im richtigen Verhältnis zum Gesamteinkommen stehen.

  54. Thorsten

    Abseits dessen : Heute 32 Grad Morgen 34 Grad, langsam ist gut. Das Thermometer vor der Tür hat 38 Grad im Schatten angezeigt, heiße Luft fegt um die Ecke. Hier hat es schon zweimal gebrannt in der kurzen Zeit. An der Straße sieht man schwarz verkohlte Baumteile, gruselig. Und ein Mähdrescher ist durch die Hitze in Flammen aufgegangen, der hat es noch bis zur Straße geschafft, sonst wäre das Feld abgebrannt. Der Mais sieht  schrecklich aus, Blätter scharf eingerollt. Zuckerrübenblätter liegen wie gekochter Spinat auf dem Boden. Die Bauern stehen vor dem Ruin liest man. Wir sind tagsüber nur noch drin, es geht kaum mehr was.

  55. Heiko

    Gerade bei dem Wetter bin ich froh, mein klimatisiertes Auto zu haben und nicht in der 50° heißen und überfüllten S-Bahn mit allen anderen zu zerfließen. Fahrrad ist bei dem Wetter auch keine Alternative mehr.

  56. Jan

    Heiko,

    danke dir für dieses Stereotypen-Quartettspiel erster Güte. Ich habe mich köstlich amüsiert.

    Nebenbei, unsere geliebte Familienkutsche von Dacia passt perfekt zu dem, was ich meinem Umfeld über meine privaten Finanzen vermitteln möchte: „Nichts zu holen“.

    Und er hat eine Klimaanlage 😉

    Schöne Grüße

    Jan

  57. KievKiev

    Ich war heute wie immer mit dem Rad unterwegs. Und das zum Teil auch mit Kinderanhänger.

    Ansonsten blieb ich aber auch weitgehend drinnen. Wenn es bei den Temperaturen noch schwül wird ist es eklig. Trocken sehe ich es nicht so problematisch. Es ist von Vorteil eine große Komfortzone zu haben. Joggen habe ich dann aber doch auf morgen früh geschoben. Man muss es ja nicht übertreiben…

  58. Thorsten

    @Heiko, sehr früh zur Arbeit fahren, wenn es noch erträglich ist, umziehen in Arbeitskleidung.  Rückfahrt ist ja egal. Radkleidung an und losfahren, zu Hause dann gleich duschen. So habe ich es über 2 Jahre gemacht. Ich habe für jede Wetterlage 2 Hosen und Funktionshirts gehabt, die ich dann schnell durchwaschen konnte.Man kann bei fast jedem Wetter Radfahren, eigentlich habe ich nur bei Glatteis ausgesetzt.

  59. Thorsten

    @V den Röhrenfernseher haben wir vor 8 Jahren gegen LCD , ich glaube auch 32 Zoll ausgetauscht. Er dient hauptsächlich als Monitor. Betreutes Fernsehen ertragen wir gar nicht mehr. Wir gehören nicht zur Zielgruppe. Ganz selten mal eine Doku z.b Landschaften gucken : mit dem Segelboot an der Ostseeküste bis nach St.Petersburg. Oder über Wohnungsnot auf Sylt. Da wohnen manche Saisonkröfte im Wohnwagen oder Zelt. Irgendwie hat der Fernseher inzwischen Macken beim HDTV, behauptet manchmal es gäbe kein Signal zeigt es aber 1 Sekunde korrekt an. Das Modell (Sony Bravia xxxx) damals schon ein Auslaufmodell. Wenn die Kinder nicht mehr Playstation spielen, dann schmeiße ich das Teil raus. Ich habe es meiner Frau schon öfters mal angedroht, so alle paar Jahre 😉

    Was den Standard gegenüber den Nachbarn angeht. Es lässt sich in der anonymen Wohnung im Mehrfamilienhaus eher unbehelligt leben. Bei Häusern schauen sie auf den Rasen, ob die Hecke geschnitten ist, das Haus neuen Anstrich oder Fenster braucht, die Autos, die davor stehen.Wer in welchen Klamotten wann kommt und geht. Man gibt mehr von sich preis als im Wohnungsblock.

  60. Tobias

    Mein Vater geht bald in Rente. Durch den Verkauf seines Ladens wird er etwa 100.000€ bekommen.

    Jetzt wissen wir nicht, was wir mit dem Geld machen sollen. Ich selbst lege schon seit längerer Zeit mein Geld in den SPDR US Dividend Aristocrats Index an.

    Da mein Vater jedoch älter ist, weiß ich nicht ob er einen möglichen Crash aussitzen möchte.

    Natürlich wäre es auf lange Sicht besser, einfach in einen günstigen S&P500 ETF zu gehen.

     

    Aber wenn wir jetzt das ganze Geld in den S&P500 reinbuttern, und es kommt nächstes Jahr zu Crash wäre es natürlich nicht so schön..

    Vielleicht 50% S&P500 : 50% US Bond Aggregate. Dann hätte mein Vater halt nicht so große Schwankungen.

    Habt ihr einen Rat? Meint ihr ein Crash kommt? Vielleicht geht es ja nochmal 5-10 Jahre so weiter wie bisher..

  61. Slazenger

    @Thorsten

    du sammelst doch ganz gerne Hochprozenter ein. Die Vodafone Aktie hat momentan eine Div.Rendite von  ca. 7,4% ! Ist Vodafone ein Thema für dich?

    P.S. Mich hat es noch nie interessiert wie mein Nachbar oder sonst jemand über mich denkt, bei uns in der Familie zählen menschliche Werte und nicht materielle! Und ganz nebenbei ich fahr einen alten Golf, und bin damit sehr zufrieden. Er bringt mich von A nach B und ist äußerst zuverlässig und sparsam im Unterhalt! Wir genießen das Landleben sehr und da brauchst halt ein Auto, aber eben ein Auto und keine Luxuskarre!

  62. Gainde

    @ Tobias

    Diese Summe könnte man schön aufteilen in:

    40% Aktien global (langfristige Anlage)

    30% Immobilien global (höhere Dividenden)

    30% Cash / kurzfristige AAA-Staatsanleihen (Fixed Income, Rebalancing)

     

    Hängt natürlich immer vom Anlagehorizont ab und wieviel man monatlich benötigt (Erhalt, Fixed Income, Growth Portfolio). Bei Renteneintritt hat man je nach dem noch 20 (Investoren-)Jahre vor sich.

  63. ggman

    @Tobias

     

    wenn ich 100.000 € zur Verfügung hätte in der aktuellen Situation, dann würde ich nicht alles auf einmal investieren, sondern nach und nach (z.B. über 24 Monate à ~4.000  € o.ä.).

    (Auch wenn statistisch gesehen die Einmalanlage vielleicht besser ist als das nach und nach investieren.)

    Hierbei ist natürlich zu berücksichtigen, dass die Ordergebühren höher sind ggü. der Einmalanlage. Diese sind jedoch je nach Broker relativ gering (Onvista z.B. 0.80 €), sodass diese m.E. nicht so stark ins Gewicht fallen sollten.

     

    Sollte es es hierbei in der nächsten Zeit wirklich zu einem „Crash“ kommen, hat man in dem Fall den Vorteil günstiger nachzukaufen und neigt m.E. daher nicht dazu, sofort alles wieder zu verkaufen. Ist aber alles in allem ein Typfrage.

     

  64. Rainer Zufall

    @ Tobias

    Relevant ist doch eigentlich nur eine Frage: könnte es sein, dass Dein Vater das Geld in den nächsten 10-12 Jahren benötigt (für was auch immer)? Falls nein, Aktien. Falls ja, hoher Cash Anteil oder gar keine Aktien.

    Wir kennen die sonstigen Vermögensverhältnisse und Lebensumstände nicht. Von daher ist da ein Rat schwierig.

    Lg.

  65. Rainer Zufall

    „Wenn sich jemand ein neues Auto leisten kann, warum nicht? Es muss nur im richtigen Verhältnis zum Gesamteinkommen stehen.“

    Sehe ich inzwischen auch so.

  66. Bruno

    @Rainer Zufall

    Vernünftig ist ein Auto für 2-3 Monatsgehälter zu kaufen, wer sich so ein 150k Mercedes AMG leisten kann, für den passt das auch im Verhältnis. Wer jedoch 2500€ netto verdient monatlich und sich dann ein BMW für 40k leistet, stimmt es eben hinten und vorne nicht mehr.

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