Sebastian, 39, verdient 2250 Euro netto. Er hat 110.000 Euro im Depot. 710 Euro steckt er jeden Monat in ETF-Sparpläne


New York, 12. August 2020
Sebastian, 39, Servicetechniker in Bibliotheken, verdient 2.250 Euro netto. Hinzu kommen 267 Euro von seinem WG-Mitbewohner. Der Berliner steckt jeden Monat 710 Euro in ETF-Sparpläne. Er ist sehr sparsam, aber für Reisen gibt er gerne mehr aus. Das Bild entstand in in Malaysia. Das ist sein Leserbrief.

Hallo Tim,

wie schon im Kommentar geschrieben, lese ich deine Beiträge seit gut einem halben Jahr. Bei deinem Beitrag “Einen Plan im Leben haben: Statt Faulenzen reinklotzen” vom 28.7.2020 musste ich herzhaft lachen, da ich meinen Namen gelesen habe, der auf den Artikel über mich in “Die Zeit” in der Rubrik “Kontoauszug” von dir verlinkt wurde.

Nun aber zu mir. Ich heiße Sebastian, bin 39 Jahre alt und wohne in Berlin. Geld spare ich eigentlich schon seitdem ich Geld besitze. Natürlich gab es auch mal die ein oder andere Phase, wo ich das Geld doch etwas sorgloser ausgegeben habe. Doch wenn man jung ist, sollte aus meiner Sicht durchaus auch der Spaß im Vordergrund stehen. Denn die meisten haben in dieser Zeit einfach nicht so viel Geld, um etwas beiseite zu packen, da der Verdienst gegenüber den Fixkosten während des Studiums/Ausbildung nicht immer riesig sein muss. Bereut habe ich nichts. Ich habe nie über meine Verhältnisse gelebt. Denn ich bin eher ein Freund des Mottos:

“Man kann nicht mehr ausgeben, als man hat.”

Nach meiner Ausbildung habe ich dann regelmäßiger monatlich immer Geld beiseite gelegt. Wenn ich gefragt wurde, worauf ich spare, konnte ich keinem eine Antwort darauf geben. Ich habe immer für den ein oder anderen Moment gespart. Denn wenn ich der Meinung bin, dass ich mir ein Fernseher, Auto, neue Küche, was auch immer kaufen möchte, möchte ich nicht erst dann anfangen zu sparen oder gar einen Kredit aufnehmen, sondern will es mir gleich kaufen können.

Im Alter von 28 Jahren habe ich eine Weltreise gemacht

Das hat sich bemerkbar gemacht, als ich mich mit 28 Jahren entschieden habe, mal eine Auszeit zu nehmen. Die Idee war Anfang 2010 geboren. Gestartet bin ich dann Anfang September des selben Jahres. Ich bin mit einem Auto drei Monate lang durch die Vereinigten Staaten gefahren. Von Miami über New York City entlang der Route 66 bis nach L.A.. Von dort aus ging es dann nach Neuseeland. Dort bin ich knapp drei Wochen mit einem Auto von Auckland auf der Nordinsel nach Christchurch auf die Südinsel.

Dann ging es weiter nach Australien. Dort habe ich ein halbes Jahr gewohnt, bin gereist und habe etwas gearbeitet. Arbeiten hätte ich gar nicht gemusst, da ich durch mein Erspartes in den Jahren davor davon nicht abhängig war. Doch ich wollte es einfach machen, da es in diesem Zusammenhang eher Spaß war, etwas fürs Überleben zu verdienen. Diese finanzielle Freiheit habe ich da sehr gut genießen können.

Am Ende hat mich diese Reise, mit allem was dazu gehört, um die 12.500€ gekostet. 3500€ davon habe ich in Australien mit meinen drei Jobs verdient. Für die, die es vielleicht etwas mehr interessiert, können sich das gerne auf berliner-weltenbummler.de genauer anschauen.

Zurück in Deutschland habe ich wieder angefangen, zu arbeiten. Da ich mich in meiner Wohnung für eine WG entschieden habe, spare ich einiges an Miete. Das ist aber nicht der eigentliche Grund der WG, denn ich könnte locker ohne den zweiten Mitbewohner meine 2-Raumwohnung bezahlen. Es geht bei mir eher um das Gesellige. Ich mag es, wenn ich jemanden um mich habe.

Früher hatte ich mein Geld auf einem Tagesgeldkonto

Bis ungefähr 2013/14 habe ich mein Geld immer auf ein Tagesgeldkonto geparkt. Dort ist man schnell rangekommen und man hat noch gut Zinsen bekommen. Ja, damals war es noch ralistisch 3 bis 4% auf das Ersparte zu bekommen 😀

Als es aber immer weniger mit den Zinsen wurde, habe ich mich mal etwas mehr mit dem Kauf von Aktien beschäftigt. Da ich früher immer schon gerne den Wirtschaftsteil in der Zeitung meiner Eltern gelesen habe, ist das Thema nicht wirklich komplett neu für mich gewesen. Auch habe ich immer gerne geschaut, wo man Geld sparen kann (Handyverträge, Versicherungen etc.).

Natürlich war mir bei den Anfängen noch nicht wirklich klar, was man warum wann kaufen kann. Ich habe daher die ein oder andere Wirtschaftszeitschrift gelesen. Wenn der ein oder andere Bericht über ein Unternehmen für mich überzeugend und nachvollziebar war, habe ich das gekauft. Sicherlich sagt jetzt der ein oder andere, dass es vielleicht nicht die beste Art ist Aktien zu kaufen, doch für mich war es ganz okay.

Verkauft habe ich bis Anfang diesen Jahres immer mit Gewinn. Bis dahin war mir noch nicht so wirklich klar, dass man unterscheidet zwischen Trader und Investor (wie auch Tim einer ist – Buy and Hold). Ich würde mich somit für die letzten Jahre eher als Trader definieren. Seit diesem Jahr habe ich endlich angefangen, einen ETF Sparplan einzurichten. Dort fließen jetzt monatlich 710€ in vier verschiedene ETFs rein. Das ganze zwei mal im Monat. Da mich der Sparplan nichts kostet, ist es eher möglich. Denn wenn ich jedesmal dafür 1 bis 1,50€ zahlen müsste, würde ich das sicherlich anders aufteilen.
Somit bin ich jetzt dabei den größten Teil meines Geldes langsam in eine “Buy and Hold” Strategie umzuschichten.

Ins Depot steckte ich 110.000 Euro

Bisher habe ich von meinem selbst verdienten Geld ungefähr 90.000€ in Aktien investiert. Der Kaufwert/Einstandswert meines aktuellen Depots mit den reinvestierten Gewinnen aus den Verkäufen anderer Aktien ist aber knapp 110.000€. Wenn der Vorfall mit Wirecard nicht gewesen wäre, läge dieser bei 120.000€. Aber das hat mich nicht abgeschreckt weiterhin in Aktien zu investieren. Ich gehe mal davon aus, dass das vielleicht eher der Anstoß war ein wenig mehr die “Buy and Hold”-Strategie ins Auge zu fassen. Trotzdem werde ich durchaus mit 20 bis 30% weiterhin traden. Aktuell habe ich noch knapp 8.000€ an Cash für einen nächsten Rückschlag.

Ich verdiene 2250 Euro netto

Ich selbst verdiene 2250€ netto. Dazu kommen 267€ Miete vom Mitbewohner. Meine Fixkosten belaufen sich auf 1100€ (Miete, Strom, Gas, Telefon/Internet, Handy, Essen, Versicherung, Webseite, 3 verschieden Rentenfondsparpläne oder wie auch immer man die so nennt). Dazu kommen dann seit kurzem die 710€ für die ETFs.

Für die Urlaube gebe ich pro Jahr so irgendetwas zwischen 3.000 bis 4.500€ aus. Dabei kommt es natürlich drauf an, wo es hingeht. Ich gebe wirklich kaum etwas für Klamotten aus, gehe nicht jedes Wochenende feiern und habe sonst auch keinerlei Fixkosten.

Doch wo ich keinerlei Kompromisse mache, ist der Urlaub. Das heißt nicht, dass ich nur in 5-Sterne-Hotels übernachte. Das definitiv nicht. Denn wenn man alleine reist, sind Hostels sowieso immer die beste Wahl. Zumindest für mich, da ich gerne mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt bin. Aber wenn es mal etwas Nobles sein soll, möchte ich es mir eben gönnen. Wie zum Beispiel meine zwei Nächte im Marina Bay Sands in Singapur. Das war schon länger ein Traum von mir. Da ist es diese Einzigartigkeit, die es mir Wert ist. Und das schafft ein materieller Gegenstand für mich nicht. Daher besitze ich auch kein Auto oder muss mir nicht jedes Jahr das beste, neueste und teuerste Smartphone oder ähnliches kaufen.

Ich brauche kein Handy für 1500 Euro

Ich kaufe mir dann etwas, wenn ich es wirklich brauche. Und selbst da sollte der Preis im Verhälnis stehen. Auch wenn ich mir ein Smartphone für 1500€ leisten KÖNNTE, sehe ich keinerlei Gründe darin, mir ein solches zu kaufen. Denn eines für 300 bis 500€ wird genau das gleiche können.

Ich bin kein Frugalist oder ein Geizkragen. Es muss das Verhältnis stimmen. Sowohl zum Preis wie auch zu den wirklichen Bedürfnissen. Ein Schuhschrank mit zum Beispiel 100 Paar Schuhen ist für mich vollkommen über den eigenen Bedürfnissen und somit Geldverschwendung. Aber dafür sind wir alle zu verschieden und jeder hat eben eigene Prioritäten.

Viele Grüße
Sebastian


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Sebastian, 39, verdient 2250 Euro netto. Er hat 110.000 Euro im Depot. 710 Euro steckt er jeden Monat in ETF-Sparpläne

  1. AvatarMetallus

    Ja! So gehts! Bin noch im Studium und habe erst seit ein zwei Monaten angefangen aber genau so denke ich auch. Bei mir sind es weniger Urlaube als mein Auto an dem ich gerne bastel. Aber das Prinzip ist das gleiche: ranklotzen, sparen und sich auch mal ein Hobby gönnen können!
     
    und Leute: lest den letzten Beitrag hier und stimmt ab für Tim!

  2. AvatarFelix

    @ Sebatian
    Schöne ‚Leben und leben lassen‘-Einstellung, ohne mit Neid oder Häme auf Andere zu blicken sein eigenes Ding durchziehen. Gefällt mir gut!

    # Aktiensplitt
    Apple und Tesla splitten ihre Aktien. Seinerzeit bei Google hatte das Kapitalertragssteuer zur Folge, weil die Einbuchung der neuen Aktien als Realisierung eines Gewinns seitens der Finanzverwaltungen betrachtet wurde.
    Kann jemand dazu etwas sagen, ob das wieder zu erwarten sein wird?

  3. AvatarZwitsch

    RKI….das sehr vorsichtige Robert Koch Institut geht von einem Impfstoff im Herbst aus…. das macht doch echt Mal Hoffnung…. schönen Abend an alle…  

  4. AvatarZwitsch

    Mal ein total glaubwürdiger Leserbrief ohne Eigenwerbung….bravo…
    Meine Stimme Hast du,Tim.
    Der blogg hat wieder an Niveau gewonnen die letzten Wochen….
     

  5. AvatarWolke

    Warum nicht mal ein Leserbrief von einer hübschen Lady?
    Gibt‘s ja nicht, daß nur Männer das schaffen.

  6. AvatarDanielKA

    @ Wolke: Wir hatten doch erst vor kurzem eine “Lady“? Die mit den Ferienwohnungen 

  7. AvatarPaluma

    Der blogg hat wieder an Niveau gewonnen
    Ich habe auch meine Stimme gestern abgeben.
    Ein sehr schöner Leserbrief, der die eigene Person etwas zurück nimmt, dafür auf das eingeht, was ihm wichtig ist. Weiter so Sebastian.
    Lg Paluma 

  8. AvatarSagichnicht

    Da ist aber jemand verbittert. Trotzdem musste ich lachen. Klang so nach meiner Ex 🙂
    LG

  9. AvatarKuki

    Alles schön und gut, was er da macht! Aber wer finanziert ihm ,wenn er Rentner ist , wenn er krank wird? Unser Sozialsystem in Deutschland funktioniert nur mit Kinder! Und das darf man nicht vergessen!!!!!
     

  10. Avatarkripofrankfurt

    @Felix
    Erste Suchanfrage bei Google ergab folgendes:

    Aktiensplit: Keine Zusatzkosten durch Abgeltungssteuer

    Durch einen Aktiensplit erhöht ein Unternehmen die Zahl seiner Aktien. Dies gelingt durch die Teilung der Aktien, ohne dabei das Grundkapital des Unternehmens anheben zu müssen. Es findet lediglich eine Verteilung der ursprünglichen Anschaffungskosten der Aktien auf die nun vermehrte Anzahl statt. Damit vermindern sich diese entsprechend.

    Da also kein Mehrwert der Aktien entsteht, ordnet der Fiskus die Vermehrung der Aktien als nicht steuerbaren Vorgang auf der Vermögensebene ein. Somit entfällt für den Anleger eine „zusätzliche“ Abgeltungssteuer bei einem Aktiensplit.

  11. AvatarJan

    Chaostrader,
    du bist im Geiste armseelig. Ich habe selten so etwas verzerrt frustriertes und mit Hass gespicktes hier gelesen. Du musst ein einsamer Mensch sein. Mein Beileid. 
    Gruß
    Jan

  12. AvatarDer proll Troll

    @Jan
    Sehe ich genau anders! Es ist mal ein erfrischender und gnadenlos ehrlicher Beitrag vom Chaostrader. Auch wenn er hart geschrieben ist, aber es beschreibt nichts als die Realität von vielen Menschen.

  13. AvatarDanielKA

    @ Chaostrader: sehr einseitiges Bild, und die Männer hauen natürlich niemals Geld für Unsinn raus.
    Ich kenne viele Frauen (auch in der eigenen Familie), die wie jeder andere auch nach der Ausbildung/Studium mit ETF Sparplänen angefangen haben.

  14. AvatarSabrina101

    Ich kann gerade nicht glauben, dass Tim diesen absolut gehässigen Beitrag von chaostrader so stehen lässt. Selten so etwas frauenverachtendes gelesen. Ich führ meinen Teil habe meinem Freund das Sparen und Investieren beigebracht.
    Und hier war z.B. nicht ich promiskuitiv, sondern er. 😉
    Keine Ahnung woher diese Wut kommt. Armer Kerl.

  15. AvatarAl Bundy

    Tolle Geschichten. Man muss im Kopf behalten, dass hohe Sparraten nur als Single möglich sind. Wenn man eine Familie Mit Kindern hat, hat man ein Haus oder eine große Wohnung, Hund, Auto(s), Familienurlaube, Sport und Musikunterricht für Kinder usw. Dann fressen die Fixkosten das Einkommen auf. Eine kleine Sparrate ist drin, mehr nicht.
    Deswegen muss man eine Entscheidung treffen und damit leben: sparsamer Single oder eine Familie. Beide Lebensarten sind möglich. Dann liest man die Geschicten aus der anderen Welt und schmunzelt. Man kann nicht beides haben.
     

  16. AvatarPocahontas

    @chaostrader
    Gleich nach Deinem Post dazu wie Du stolz darauf bist als Vermieter auszubeuten, der menschen- und frauenfeindlichste Kommentar seit langem.
    Was ist bei Dir schiefgelaufen? Früher waren Deine Kommentare recht gut. Scheidung? Von Frau verlassen?

  17. AvatarVroma

    Bitte um ein bisschen Rücksicht für chaostrader. Leicht unterpimpert?

    @Al Bundy: Das stimmt nicht ganz. Man braucht einen Partner der/die mit zieht und seine Kinder muss man entsprechend erziehen. Wenn man es schafft, nicht das klassische überteuerte Familienhäuschen zu kaufen geht es.

  18. AvatarChris1

    Felix: Google gab damals eine komplett neue Aktienklasse aus. 
    Apple und Tesla machen das nicht

  19. AvatarWolke

    @chaostrader
    Er hat das Glück, aufgrund diverser Umstände ziemlich immun gegen weibliche Ansprüche zu sein, und hat damit die FI erreicht…
     
    Aha, jetzt hab ich verstanden, wie man die FI erreichen kann: Auf Grund diverser Umstände…
    Was ist mit denen, die nicht in „diversen Umständen“ sind?
     
     

  20. AvatarRalf

    “Deswegen muss man eine Entscheidung treffen und damit leben: sparsamer Single oder eine Familie. Beide Lebensarten sind möglich. Dann liest man die Geschicten aus der anderen Welt und schmunzelt. Man kann nicht beides haben.”

    Man kann beides haben. Es ist aber nicht so einfach. Aber der Weg ist das Ziel und wenn es nicht zur finanziellen Freiheit reicht, dann eben zu einem besseren finanziellen Polster. Familien haben es aber nicht leicht in D, trotz aller Förderungen.

    “@Al Bundy: Das stimmt nicht ganz. Man braucht einen Partner der/die mit zieht und seine Kinder muss man entsprechend erziehen. Wenn man es schafft, nicht das klassische überteuerte Familienhäuschen zu kaufen geht es.”

    Auch Familien können sparen. Aber Wohnen muss man. Bei den derzeitigen Immobilienpreisen haben es Familien sehr schwer günstig zu wohnen. Als Single hat man es beim Sparen natürlich naturgemäß leichter (günstiger wohnen, tendenziell mehr Flexibilität beim Job und Wohnort als z.B. mit schulpflichtigen Kindern, mehr Zeit für Nebenjobs). Nicht jeder Single verzichtet freiwillig auf Familie. Gibt auch manche Schicksale die trauriges erlebt haben. Man muss auf seiner Position das Beste draus machen. Dann kann jeder was erreichen.

  21. AvatarSlowroller

    @al bundy
    Das ist ähnlich verallgemeinernd wie chaostraders Post – nur nicht so verletzend 😉
    In der Tat fällt es bei bei der klassischen Familie am ehesten auf was du beschreibst. Das ist dann aber oft genauso von außen getriggert und letztlich lifestyle-Entscheidungen. Es muss das Haus sein mit Garten – das kann man sich aber nur Außerhalb knapp leisten. Vielleucht muss es dann ein zweites Auto sein, die Frau bleibt zwar zuhause damit die Kids nicht “fremdbetreut” aufwachsen, benötigt das Auto aber um noch am Leben teilnehmen zu können. Und das Urlaubsbingo will ja auch gespielt werden 😉  Wichtig ist aber, dass das genau EIN möglicher Fall ist. Es gibt viele Konstellationen mit Familie und Kindern – unsere Sparquote ist z.B. mit 2 Kindern nochmal höher geworden. Schlicht weil sich der Lebensstil geändert hat und statt Konzerten und Kurzurlauben öfter für Kinder wesentliche Sachen die Freizeit bestimmen: Ab in wald und Garten, an den See oder den Fluss oder auch mal nen Sonntag über 6 Spielplätze tingeln. Das sparrt. Fairerweise muss ich aber sagen, dass wir zu zweit Vollzeit arbeiten.
    Auch im Freundeskreis gibts alle Abstufungen – so wie du es beschreibst bis zum genauen Gegenteil.
     
    @Chaostrader
    Solche Frauen mag es auch geben – wer sich auf diese einlässt ist dann aber auch selbst Schuld. Es gibt gebug selbstständige, starke Frauen da draußen. Man muss sie nur mit etwas Glück finden oder sich finden lassen. Gleichzeitig gibt’s natürlich auch Schmierlappen, die genau solche Frauen anziehen und sich geil dabei fühlen. Die sind dann aber auch selbst schuld.

  22. AvatarVroma

    @Ralf:
    Es ist wie Slowroller es geschrieben hat. Das Prinzip ist unter seinen Verhältnissen zu leben. Wenn jeder meint er müsste mit 2 Kids im chicen Suburbia wohnen, ständig zwei neue Autos vor der Tür, fancy Urlaub und immer den neusten Alexa-Scheiß – gerne! 
    Als Aktionär freut mich so ein Verhalten (naja nur auf der Einkommensseite…). Die Anzahl derer die sich solch einen Lebensstil wirklich(!) leisten können, halte ich für sehr begrenzt.
    Aber lasst Euch von mir ja nicht den Konsum vermiesen =)

  23. Avatari

    Wenn niemand über seine Verhältnisse leben würde, würden auch deine Aktien oder Sparpläne nicht wachsen …..

  24. AvatarJune

    @Frauenrolle,

    es gibt sie, die Weibchen, die die Kinder erziehen und sonst Ihrem Mann den Rücken frei halten. Wir haben eine Beispielfamilie in der Nachbarschaft. Die Frau ist ständig gestresst und muss sich doch nur um die Kinder den Haushalt und das Essen kümmern. Ihr Mann verdient sehr gut, aber man gibt auch sehr viel Geld aus. Im Moment klappt das alles prima, wie die Rechnung aber in 20 Jahren aussieht. Da bin ich gespannt. Trotzdem sind beide wohl glücklich und es ist das Leben, dass sie gewählt haben. Andere Frauen in der Nachbarschaft gehen schon wieder arbeite, da ist das Baby noch keine 6 Monate alt. Frauen sind genauso unterschiedlich wie es Männer sind. Und wichtig ist in jeder Konstellation, dass beide Partner glücklich sind.

    @Sparrate,
    Männer und Frauen sparen wohl unterschiedlich. Trotzdem kann ich nicht sagen, das Männer oder Frauen die Nase vorne haben. Es kommt nicht auf das Geschlecht sondern auf den Charakter an; Wie, wann und wieviel man spart.

    Frauen haben es trotzdem schwerer als Männer, hauptsächlich liegt das an der Tatsache, dass sie die Kinder bekommt und damit ihr Gehalt wegfällt. Danach arbeitet meist sie Teilzeit um die Kinderbetreuung zu erleichtern. Und Frauen haben bei gleicher Arbeit, sehr oft immer noch weniger Einkommen.

    Stimmt das Einkommen und ist der Wille zum sparen da, können auch Frauen, ja sogar alleinerziehende Mütter viel bewegen.
    Das man hier nichts davon lesen kann, kann ich nachvollziehe. Mal ganz ehrlich, habt ihr euch mal überlegt, was hier meist bei außergewöhnlichen Geschichten passiert? Die meisten Kommentare sind dann beleidigend und man stempelt den Schreiber als Lügner ab. Ich kann daher jede Frau und auch Mann verstehen, die/der hier nicht ihre/seine Geschichte offen legt. Besonders Frauen sind da nämlich um einiges empfindlicher als Männer.

    @Sebastian,
    mutiger Lebensweg.

    Take care,

    June
     
     

  25. AvatarDanielKA

    @ June: “Wir haben eine Beispielfamilie in der Nachbarschaft. Die Frau ist ständig gestresst und muss sich doch nur um die Kinder den Haushalt und das Essen kümmer”
    Nur ist gut
    Ich glaube für viele Männer mit Jobs in klimatisierten Büros und Kantinenversorgung hört sich dieser Job deutlich anstrengender an. Ich gebs zu, da bin ich lieber im Büro 😉

  26. AvatarDirk A.

    Bei 2200 Netto plus Mieteinnahmen, ist eine Sparrate von 750 aber nicht so viel.
    Aber irgendwas muss ich falsch machen, wenn andere als Servicetechniker so viel verdienen. So viel verdiene ich als Ingenieur nicht. Trotzdem ist meine Sparrate höher.

  27. AvatarDaniel

     Es muss das Haus sein mit Garten – das kann man sich aber nur Außerhalb knapp leisten. Vielleucht muss es dann ein zweites Auto sein, die Frau bleibt zwar zuhause damit die Kids nicht “fremdbetreut” aufwachsen, benötigt das Auto aber um noch am Leben teilnehmen zu können. Und das Urlaubsbingo will ja auch gespielt werden 
    ich habe NIE eine andere Lebensgeschichte im Verwandten und Bekanntenkreis erfahren. Egal ob Maurer oder Rechtsanwalt oder Arzt. Genau dieser Weg den du beschreibst und als nur eine mögliche Option schilderst. Aber genau diese Option scheint hier in dieser Landesecke die scheinbar (oder anscheinend? Ich kann das nie auseinanderhalten 😉 ) mögliche Lebensphilosophie zu sein.
    Der Einzige Unterschied liegt darin, dass die Lebensstandards unterschiedlich stark ausgeprägt werden. Bei dem einen steht der Opel vor der Tür, beim anderen die C-Klasse, beim einen ist es ein gebrauchter 80er Jahre Bau etwas außerhalb des Speckgürtels, beim anderen der schicke Neubau IM Speckgürtel.
    Bei allen gleich: Drehst du den Saft ab (Einkommen) sind alle wahrscheinlich recht schnell pleite weil kaum Rücklagen gebildet werden. Zumindest bei Anwälten und Ärzten scheint es da aber wohl irgendwelche Versorgungswerke zu geben.

  28. AvatarSebastian

    @Dirk A
    710€ ist der Betrag, der seit Kurzem dauerhaften in ETFs investiert wird. Mit den Fixkosten von 1100€ sind es gute 1800€. Das was noch übrig bleibt ist Geld für Urlaub, mal weggehen, weiteres Geld für Aktien oder anderes außerplanmäßiges. Ich lasse mir da gerne einen Puffer, statt am Ende ungewollt etwas verkaufen zu müssen, nur weil ich jeden Monat den kompletten Rest in den Sparplan gesteckt habe. Rechnerisch wären dann sicherlich um die 1400-1500€ drin. Ich will aber JETZT auch noch etwas vom Leben haben 🙂 

  29. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Sabrina101

    Ich hab den Kommentar gelöscht. Danke für den Hinweis.

  30. AvatarMichael

    Toller Bericht!
    Du kommst bodenständig rüber und gönnst Dir trotzdem etwas, wenn es dir gefällt. Dennoch sparst du genug und hast sinnvoll investiert. 
    Dein Motto finde ich super. 
    Viele Grüße aus Sachsen, Michael

  31. AvatarFinanzbär

    Cooler Leserbrief, wir ähneln uns doch sehr.
    1200€ Ausgaben pro Monat hab ich auch und die Liebe zu den Reisen! Maria Bay Sands und Australien sehe ich genauso wie du 🙂 Weiter so 🙂

  32. AvatarSebastian

    @Michael
    Danke dir für deine Bestärkung darin.
     
    @June
    Auch wenn ich es mutiger finde eine Familie zu gründen, danke ich dir trotzdem dafür ? 
     
    @Paluma
    Danke auch dir! Ich werde mein Bestes geben.
     
    @Felix & Zwitsch
    Es freut mich, dass ich euch mit meiner Einstellung und dem Leserbrief etwas Spaß beim Lesen machen konnte. 

  33. AvatarFinanzbär

    @Sebastian
    Singapur, Malaysia, Philipinen, Indonesien, Australien, Südkorea, zig EU Länder. Die nächsten Jahre stehen Südamerika/Indien auf dem Plan. Aber hab ja noch Zeit bin ähnlich alt wie du 🙂
    Wo du überall? Was kannst du empfehlen?

  34. AvatarSebastian

    @Finanzbär
    Du reist gerne durch Asien 🙂
    Ich war in den USA, Neuseeland, Australien, Island, Singapur, Malaysia, Thailand und Südafrika.
    Zu Südamerika kann ich dir leider nichts sagen, aber Südostasien ist schon richtig super gewesen und hätte es dir daher empfohlen.
    Neuseeland ist aber auch eine Reise wert. 

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