Ein 34-jähriger Milliardär hat nur 2 Aktienpositionen: Apple und Wells Fargo

Der 34-jährige Milliardär Ryan Cohen besitzt nur 2 Aktienpositionen, und zwar Apple und Wells Fargo. Er macht sich keine Sorgen. Er wirkt gelassen. Sinken die Kurse, kauft er beide Aktien zu. Foto: Bill Jerome.

Ryan Cohen wirkt entspannt. Der 34-Jährige hat den Online-Tierhändlers Chewy gegründet. Er wurde Milliardär. Er hat seine Firma 2017 an den Rivalen PetSmart für 3,35 Milliarden Dollar verkauft. Anstatt den warmen Geldregen in ein neues Startup zu pumpen, hat er zwei Aktien gekauft: Apple und Wells Fargo. Er ist der größte Einzelaktionär von Apple geworden. Krass oder? An seinem Depot möchte er nichts ändern.

Vermögensverwalter raten dabei zu einem diversifizierten Depot. Cohens Zwei-Aktien-Ansatz ist untypisch. Aber Buffetts Geschäftspartner Charlie Munger hat auch nur 3 Kerninvestments: Costco, Berkshire Hathaway und einen chinesischen Hedgefonds. So viel zur ausreichenden Streuung.

“Ich habe das von Papa gelernt, als ich 13 war”, sagte Cohen zur Website MarketWatch. „Er hat mir ein Diagramm gezeigt, in dem Immobilien mit Börsenrenditen verglichen wurden, und die Entscheidung war wirklich einfach. Ich mache es seitdem.” Mit anderen Worten: Von Immobilieninvestments hält er nicht viel. Er mag Aktien, weil sie im Schnitt mehr Rendite bringen.

Wer Immobilien mit Aktienrenditen seit den 1920er Jahren vergleicht, sieht Immobilienrenditen von rund 4 Prozent, während der Aktienmarkt rund 9 Prozent jährlich abwirft, erklärte ihm Cohen-Senior.

“Mein Vater hat nie in ausgefallene Fonds investiert oder Verwaltungsgebühren bezahlt. Er kaufte Blue-Chip-Unternehmen und hielt sie für immer.”

Seinem Vater sagte der Jung-Milliardär, dass er nicht an die Uni gehen will. “Ob er meinen Entscheidungen zustimmte oder nicht, er unterstützte mich bedingungslos. Mich meine eigenen Entscheidungen treffen zu lassen, war der Grundstein für mich, Unternehmer zu werden.”

In einem Gastbeitrag, den er im Mai für die Website Entrepreneur.com verfasste, beschrieb Cohen seinen verstorbenen Vater Ted Cohen als erfolgreichen Glaswarenimporteur mit einer sehr guten Arbeitsmoral, der nicht daran interessiert war, schnell Geld zu verdienen oder materielle Besitztümer anzusammeln.

„Jedes Jahr investierte er seine Ersparnisse in guten wie schlechten Zeiten an der Börse. Er glaubte, dass enormes Geld durch die Zeit an der Börse verdient wird, nicht durch das Timing der Börse “, schrieb der Sohn. „Er hat Blue-Chip-Unternehmen gekauft und für immer gehalten. Seine annualisierten 20-Jahres-Aktienrenditen lagen bei über 10%. Er hat sich nie Geld geliehen oder Zinsen gezahlt.“

Sein Vater habe ihm gezeigt, wie sich Ausdauer und Disziplin letztendlich auszahlten. “Nicht nur seine Arbeitsmoral war unübertroffen, sondern auch sein Engagement für die Familie. Er gab mir bedingungslose Liebe und zeigte mir, wie man ein Vater ist. Vor allem hat er mir beigebracht, dass die besten Entscheidungen von Herzen, Instinkten und Empathie kommen. Papa, ich werde für immer dankbar sein.”

Cohen will weitere Apple-Aktien kaufen. Sinkt der Kurs, erhöht er seinen Anteil. „Du musst das Temperament dazu haben“, sagt er. “Es ist wichtig, sich nicht von den täglichen Schlagzeilen und der Volatilität beeinflussen zu lassen.”

Neben Wells Fargo sieht er die Finanzgrößen JPMorgan Chase und Bank of America als überzeugende Investments an.

Über seinen Vater Ted Cohen sagt er: “Wir sprachen jeden Tag stundenlang. Er war und bleibt mein bester Freund, Berater und größter Anwalt.” Sein Vater habe nie einen Arbeitstag verpasst.

“Wenn er heute hier wäre, würde er sich Sorgen um die Millionen arbeitsloser und kämpfender Unternehmen im ganzen Land machen. Die Lagerarbeiter, Fahrer, Bauarbeiter und Kleinunternehmer – das sind die Menschen, die er am meisten respektierte.”

Sein Vater verfolgte alle Ausgaben – seine Stromrechnungen, die täglichen Benzinpreise, die sich auf die Transportkosten auswirkten, die Preise von Hunderten von Glaswaren, die er verkaufte.

“Bei Chewy hatten wir eine verrückte Disziplin, wenn es darum ging, wie wir Geld ausgaben.” Die Kultur der Genügsamkeit ging von seinem Vater aus. Der freie Cashflow war die unerschütterliche Steuerungsgröße.

Chewys Umsatz wuchs von 200 Millionen im Jahr 2013 auf 3,5 Milliarden Dollar im Jahr 2018. Zuletzt gingen 4,8 Milliarden Dollar durch die Bücher. Das Unternehmen brauchte nur 130 Millionen Dollar Kapital. Das Geld floss in die Eröffnung von Vertriebszentren und die Gewinnung neuer Kunden.

Von seinem Vater lernte der Jung-Milliardär, wie wichtig es ist die Kunden zu begeistern. “Als wir 2011 mit Chewy begannen, war der Online-Verkauf von Tiernahrung keine neuartige Idee. Das Feld war mit Konkurrenten wie Amazon überfüllt. Unsere Mission war es jedoch, Kunden auf persönlichere Weise zu begeistern.”

Sein Fokus lag auf dem schnellen Versand und wettbewerbsfähigen Preisen. “Mein Vater hat mir gezeigt, dass der Aufbau lebenslanger Kundenbeziehungen weitaus wertvoller als die Optimierung für kurzfristige Gewinne ist.”

Sein Vater habe nie jemanden bevormundet. Er bewunderte Arbeiter. “Ich sah zu, wie er die Ärmel hochkrempelte und seinen Mitarbeitern half, Glaswaren von Lastwagen ins Lager zu bringen, dann seine Anzugsjacke wieder anzog, das Hemd schweißnaß, um anschließend Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der härter gearbeitet hat.”

Chewy begann mit drei Mitarbeitern. Es wurden 12.000 Mitarbeiter.

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Frank
2 Jahre zuvor

Ja, gut gemacht. Beide Aktien sind vorzüglich, insbesondere auch auf lange Sicht. Danken möchte ich einmal Sammy für seine, wie ich persönlich finde, sehr guten Beiträge, die für mich das Salz in der Suppe dieses Blogs sind. Also weiter so. In Sachen Wirecard habe ich heute Olaf Scholz angeschrieben und mich über die Bafin beschwert.Zwar habe ich keine Wirecard, aber der Schaden für den Aktienmarkt ist groß. Warum zahlen wir für Beamte und Angestellte bei der Bafin so viele Steuern und keiner fühlt sich zuständig.

Frank
2 Jahre zuvor

Tim, vielen Dank auch für deine abwechslungsreichen und wertigen Artikel. Was haltet ihr eigentlich von amerikanischen Wasserwerten: York Water, American States Water etc.?

-M
2 Jahre zuvor

Der Artikel gefällt mir gut tim. Ich möchte auch ein sehr konzentriertes Depot haben und keine 30 verschiedene Unternehmen. Idee Nr. 25/26/27/28/29/30 werden bestimmt nicht besser sein, als idee Nr.1-5
 
Frank das sind sichere investments, aber glaube auch Sau teuer oder ? Ob man damit mehr Geld macht, als mit anderen guten Firmen die evtl weniger KGV haben bei gleichem Wachstum?
 
-M

Ralf
2 Jahre zuvor

Echt gut gemacht. Aber wie ist aus eurer Sicht Wells Fargo einzuschätzen? Hat ja ordentlich Federn gelassen. Wird sich diese Bank wieder berappeln?

2 Jahre zuvor

@Frank:
Das finde ich witzig. Ein Unternehmen baut richtig Mist und betrügt. Und du schiebst die Schuld auf die Aufsichtsbehörden, die betrogen wurden. 😀
In Ordnung. Ich bin sehr plump. Ganz so hast du es natürlich nicht geschrieben und ganz frei von Schuld sind die Behörden auch nicht. 😉

2 Jahre zuvor

@Meinungslemming

Ich finde, du hast schon Recht! Die Kommentare in den Medien und von den vielen Finanzbloggern sind teilweise bedenklich. Es werden Opfer und Täter beliebig vermischt oder gar willkürlich in einen Topf geworfen.

Da wird die Bafin als Schlafmütze bezeichnet und die EY Analysten werden bereits als Gehilfen verurteilt.

Einen Verdacht in die Welt stellen und mit Indizien unterfüttern, ist eben etwas anderes als ihn auch zu beweisen. 

Jetzt umfassende Kontrollmechanismen fordern und an anderer Stelle Deutschlands Bürokratie kritiseren ist ebenfalls nicht zielführend.

Notwendig ist es meines Erachtens, dass der Sachverhalt, so weit es geht, aufgedeckt wird und erst dann die Schlussfolgerungen gezogen werden. Ebenso sollte der Klageweg für geschädigte Investoren vereinfacht werden (auch wenn am Ende wohl nur wenig zu holen sein dürfte). 

Ich habe an anderer Stelle hierzu etwas breiter die Geschehenisse kommentiert (wer interessiert ist, klicke hier)

Rüdiger
2 Jahre zuvor

@TEV:
Danke für den link. Hebt sich wohltuend vom Mainstream ab  😉
 

Max
2 Jahre zuvor

Ein Freund von mir hatte auch nur drei Aktien. Deutsche Bank, ThyssenKrupp und zum Schluss Wirecard. Ist noch nicht mal ein Witz. Er hat jetzt weniger Geld als vorher. Viel weniger. Und nein, er hat mich nie um meine Meinung zu der ganzen Nummer gebeten.

Felix
2 Jahre zuvor

Ein Depot auf zwei Positionen aufzubauen ist schon tough, ob es klug ist, wage ich zu bezweifeln. Wäre eine wirecard gewesen, wäre der junge Mann wahrscheinlich weniger relaxed. Obwohl Wells Fargo ist fast so schlecht wie wirecard; sie haben in den letzten 3 Jahren ihren Kurs halbiert sowie betrogen und gelogen. Nichts, was man im Depot haben muss.
Als Startup-Gründer war er super, als Anleger-Vorbild gibt es besseres.

@ Max: Und dabei war er sogar 50 % besser diversifiziert als unser Milliardär.

Bruno
2 Jahre zuvor

Einfach auf die sichersten Aktien der Welt setzen, amüsant aber leider nicht immer lustig da es immer Leute gibt die vertrauen und das Zeug dann auch kaufen und nur wenige Einzelaktien haben. Ich habe für jeden Anfänger einen Gratistipp: Nie einen Tipp kaufen. 
https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/deutsche-euroshop-heinz-ntt-co-das-sind-die-sichersten-aktien-der-welt_H1851907602_6280/#:~:text=Deutsche EuroShop, Heinz, NTT &,die sichersten Aktien der Welt
Focus Money 2012
Euroshop, Heinz, Hawesko 😀
Zumindest in Theorie eine interessante Frage, wo man sein Geld investieren würde, wenn es nur 1-2 Aktien sein dürften.

Ich liebe es ältere Artikel mit Aktientipps zu lesen, es ist verrückt wie falsch viele immer wieder liegen mit ihren Prognosen.

2 Jahre zuvor

Großartig, sehr inspirierend.
Tatsächlich denke ich auch, dass bei Einzeltitel eine Konzentration sinnvoll ist. Ich habe nur 7 Einzeltitel und bei jeder hinzukommenden bin ich sehr, sehr vorsichtig und noch wählerischer als sonst. Ich möchte mein Depot klein halten. Ist mir egal, ob andere das riskant einstufen. Damit erziele ich eine überdurchschnittliche Rendite, sogar während Corona (Feb/Mrz). Meine Schwerpunkte sind dabei auch Tech und Blue Chips sowie eine lange Haltedauer. Finde ich super, Tim, dass du auch solche Investoren vorstellst. 
 

-M
2 Jahre zuvor

Bruno 
Doe Frage habe ich mir schon oft gestellt. Weil es müsste eine Firma sein die sicher ist, aber auch Rendite abwirft und wächst. 
 
Ich komme immer wieder auf BRK. Was die nr. 2 oder 3 wäre ist dann bei mir die Frage. Aber wichtiger wäre mir der Preis, den ich für das Investment bezahlen müsste. 
 
-M

Mark 85
2 Jahre zuvor

Zum Wirecard-Drama fällt mir der sehenswerte Film ,,Money Monster” mit George Clooney und Julia Roberts ein. 🙂

Felix
2 Jahre zuvor

@ Anna-Lena
Warum verlinkst du zu einer leeren Seite?

Mit dem konzentrierten Ansatz von nur 2 Einzelaktien betreibt der Akteur natürlich keine Diversifikation und strebt demnach auch nach einer Überrendite ggü der Marktrendite.
Ich finde das vollkommen in Ordnung – solange man sich bewusst macht, dass der Großteil der Leute die das betreiben die Überrendite (und auch die Marktrendite) nicht erzielen werden.
 
Viele Grüße
Harald von Reich wie Rockefeller 

Mark 85
2 Jahre zuvor

Auch gut: Robert De Niro als Bernie Madoff in ,,The Wizard of Lies – Das Lügengenie” und Ewan McGregor als Nick Leeson in ,,Das schnelle Geld – Die Nick-Leeson-Story”.

Passt stets auf euer Geld auf, Betrüger lauern überall! 🙂

-M
2 Jahre zuvor

Anna-lena
Sehr interessant! Welche Unternehmen hast du denn im Depot? Alle gleich gewichtet von dem am Anfang investierten Betrag oder gewisse Schwerpunkte. 
Ich sehe mich mit meiner Strategie genauso langfristig aufgestellt.
 
Wieso was neues dazunehmen, wenn man seine vorhandene Positionen ebenso aufstocken kann, die man kennt. 
-M

Bruno
2 Jahre zuvor

@-M
Eine Beteiligungsgesellschaft hätte ich noch ausschliessen sollen, da dies ja wiederum Diversifikation darstellt 😉 Berkshire, Softbank, BB Biotech, Danaher sind so Titel die einem vielleicht durch den Kopf gehen.
Ich würde ganz einfach meine grösste Position behalten, Microsoft. Aber die habe ich auch sehr günstig gekauft, zu heutigen Kurse wäre die Entscheidung sehr schwierig. Auf jeden Fall würde ich z.B. lieber bei Microsoft in 1 Aktie bleiben als dem DAX, der halt einfach von gestern ist mit sehr wenigen Ausnahmen.
 

-M
2 Jahre zuvor

Dem kann ich mich anschließen. Lieber MSFT als den dax. Aber auch wieder nicht zu dem aktuellen Kurs von MSFT 🙂 das ist das 2. Problem, wenn der Kaufpreis zu hoch ist, ist die Rendite auch nicht mehr so der Bringer am Ende.
Ok ohne Beteiligungsgesellschaften ist es sehr schwer einen mix aus Sicherheit und Rendite zu bekommen. Weil Coca Cola oder Nestle zb sehr sicher sind aber einen nicht unbedingt reich machen ggü einem SP500 ETF 
 
-M

Fabian S.
2 Jahre zuvor

Toller Artikel. Die Strategie kommt mir sehr bekannt vor. 😉

Thorsten
2 Jahre zuvor

Gerade bei Apple gab es sehr kritische Momente. Nur 2 Aktien, da könnte ich nicht ruhig schlafen.
Mit 2 Immobilien kann ich das 🙂

Olly Wood
2 Jahre zuvor

@Thorsten
„ruhig schlafen mit 2 Immobilien“ gefällt mir  🙂

Slowroller
2 Jahre zuvor

Vorweg: ich würde keinen dax-ETF kaufen und bin selbst ordentlich bei Microsoft investiert. Allerdings möchte ich das “DAX ist von gestern” doch so nicht stehen lassen. Hier gibt es Firmen, die sich mit Gesundheitstechnik, mit Lebensmitteltechnologie, mit Spezialchemie auf der einen Seite und Versorgern, Wohnunternehmen und zwei der größten Versicherern der Welt. Dazu mit SAP ein Weltmarktführer im ERP. Zum Teil sind die Burggräben echt groß und der Aufwand echt hoch überhaupt groß zu werden in der Branche. Das hat Fundament, auch wenn es jetzt in der Zeit der Tech-Rally eher mau aussieht. Ob und welche Autobauer es schaffen sich im neuen Zeitalter zurechtzufinden, werden wir sehen. VW hat den Skandal verkraftet und echt Gas gegeben. BMW hat Potential die geilen Elektroautos zu bringen – diese Nische könnte ihnen fast ausreichen. Sie können es aber auch nich verhunzen 😉

Luigi
2 Jahre zuvor

Wells Fargo ist wirklich günstig. Nur 2 Aktien? Klingt sehr entspannt. 

Schachmatt
2 Jahre zuvor

Guter Artikel. Das Mindset von Vater und Sohn wird sehr schön beschrieben. Auf jeden Fall bemerkenswert wie stark Fokus und Commitment hier ausgeprägt sind. Einem konzentrierten Portfolio kann ich viel abgewinnen. Ich habe 9 Positionen und würde im aktuellen Umfeld immer wieder eine davon aufstocken als ein neues Unternehmen aufzunehmen. Das kann sich in Zukunft ändern. Aber mehr als 10-15 Positionen werden es bis auf weiteres nicht. 

Felix
2 Jahre zuvor

Jetzt muss ich doch einmal eine Lanze für den deutschen Automobilstandort brechen. Ich hatte gestern die Gelegenheit einen brandneuen 100 k€ Daimler zu fahren. Also das ist allererste Sahne. Bei Verarbeitung, bei der Technik sowieso, einfach Weltklasse. Es wird Wenige geben, die mit den dt. Prämiumherstellern mithalten können.
Damit habe ich nicht die Aktie gemeint, sondern das Produkt.

@Tim, wieder ein sehr guter Beitrag. Deine Abwechslung und die tollen Lebensgeschichten sind wirklich eine Bereicherung. Wirklich sehr interessant.
 
Gruß Stefan von
 
Familien Finanzen im Griff 

Ralf
2 Jahre zuvor

“Zumindest in Theorie eine interessante Frage, wo man sein Geld investieren würde, wenn es nur 1-2 Aktien sein dürften.”

Danaher. Der Chartverlauf spricht für sich, ebenso die breite Aufstellung dieses transnationalen Mischkonzerns (über 400 Firmen).

Bruno
2 Jahre zuvor

@Slowrunner
War etwas überzeichnet, ich meinte damit auch nicht alle Unternehmen im DAX, sondern der Index als Investitionsvehikel.
https://www.boerse.de/chartsignale/SundP-500/US78378X1072
Zumindest die letzten 20 Jahre spricht Bände. Insbesondere da der DAX Dividenden enthält und der S&P 500 nicht. Man sollte daher z.B. den DAX Kursindex vergleichen oder den S&P 500 mit Dividenden, wenn man dann noch z.B. mit der Nasdaq vergleicht sieht es natürlich noch schlechter aus.
Mir ging es eher darum einfach den DAX ins Depot zu legen und sich hinlegen. Was viele in Deutschland eben machen, den grössten Heimindex und fertig. Davon bin ich kein grosser Freund. 
Aber natürlich gibt es auch ausgezeichnete Unternehmen im DAX, das wollte ich damit nicht ausdrücken.

smyslov
2 Jahre zuvor

Ein gewaltige Story. Interessant auch, wie andere ihr Depot strukturieren, wenn sie es überhaupt strukturieren. Als Kleinanleger habe ich nicht die Kompetenz, einen Milliardär zu korrigieren, jedoch 2 Titel wären mir persönlich zu wenig. Es genügt auch ein Titel, aber nur, wenn es der Richtige ist. Die Frage ist nur, ob ich das ex Ante wissen kann. Zu oft habe ich mich schon getäuscht, und zu oft kam es nicht so wie ursprünglich gedacht. Wahrscheinlich bin ich deshalb nicht Milliar-där. Wenn ich mir vorstelle, wie ich mit nur 2 Titeln meine Kröten zusammenhalten wollte. Dauernd die Kurse verfolgen, und evtl. stets die Exit-Taste drücken.    Nein, meiner Meinung nach kann man nicht genug diversifieren. Ein großer Nachteil übrigens bei direkten Immoinvestments. Ein paar Etf´s , evtl. mit 80% , und noch Einzelaktien mit dem Rest, und ich habe zumindest einiger-maßen die Marktrendite. Mehr traue ich mir einfach nicht zu, zumindest auf Dauer. Von den Einzelanlegern hier im Forum ist für mich das Depot von LAD noch am ehesten nachvollziehbar. Auch Thorsten hatte mal ein sehr breit auf-gestelltes Depot gezeigt. Noch einmal: Für mich Normalo würde ich nie auf eine breite Streuung verzichten, ich hätte dafür nicht das Wissen und die Nerven.

Bruno
2 Jahre zuvor

@Familien Finanzen im Griff
Ich klicken dein Link täglich 10x an in der Hoffnung, Tim kommt bei jedem Klick 5 EUR. Falls dem nicht so ist unterlasse ich das zukünftig auch 😉

Bruno
2 Jahre zuvor

“Als Kleinanleger habe ich nicht die Kompetenz, einen Milliardär zu korrigieren”
Seine Leistung natürlich in Ehren und Hut ab. Er wurde jedoch nicht Milliardär mit diesen 2 Aktien sondern mit dem Aufbau und Verkauf seines Unternehmens. 
Von daher finde ich es legitim, auch etwas zu kritisieren. Es ist natürlich auch ein Unterschied, ob man ein Milliarden-Depot hat oder ein Otto-Normalo-Depot. Solange nicht beide Unternehmen Konkurs gehen wird er nicht verhungern, auch wenn beide 80% verlieren. Jemand der ein bescheidenes Depot aufgebaut hat über Jahrzehnte um seine Altersvorsorge abzusichern oder etwas aufzupeppen, der hätte damit natürlich arg zu beissen. Daher würde ich diese Aufteilung sicher niemandem empfehlen. Man muss immer die individuelle Situation betrachten.
Jeff Bezos oder Bill Gates hatten lange Zeit nur 1 Aktie, ihr eigenes Unternehmen und haben vermutlich gut geschlafen. Aber das kann man natürlich nicht mit Herr Müller vergleichen, welcher mit 60 ein Depot über 200k aufgebaut hat und für seine Rente spart 😉

Andy
2 Jahre zuvor

Sorry, aber als Milliardär auf nur zwei Aktien zu setzen ist jetzt nicht gerade spektakulär. Für den Fall das eine Firma bzw. Aktie scheitern sollte, hat man ja noch “etwas Taschengeld”.

Christian
2 Jahre zuvor

Der Text ist sehr gelungen und erinnert mich stark an Günter Faltin: Kopf schlägt Kapital. Er ist ja bekanntlich der Gründer der Teekampagne und sagt vereinfacht: Du musst das Rad nicht neu erfinden, nutze die vorhandenen Komponenten und setze sie so zusammen, dass ein gutes Business entsteht. Und das kannst du dann beliebig oft wiederholen. Seine Beispiele sind eben der Tee oder soweit ich das aus dem Gedächtnis noch weiß, ungelabelte Zahnbürsten direkt ab Werk.

In deinem Text gefällt mir besonders das folgende Zitat, Tim: “Als wir 2011 mit Chewy begannen, war der Online-Verkauf von Tiernahrung keine neuartige Idee. Das Feld war mit Konkurrenten wie Amazon überfüllt. Unsere Mission war es jedoch, Kunden auf persönlichere Weise zu begeistern. (…) Der Fokus lag auf schnellem Versand und wettbewerbsfähigen Preisen. (…) Der Aufbau lebenslanger Kundenbeziehungen ist weitaus wertvoller als kurzfristige Gewinne”

PS: In Gedenken an die wirklich tolle Financial Times Deutschland, aus welcher ich damals den Buchtipp hatte… 😉

Thorsten
2 Jahre zuvor

Ich kann verstehen, dass man sich in Produkte verliebt. Autos sind solche Verführer. Ob man deshalb auch den Hersteller dazu besitzen muss ? Maschinenbau ist zyklisch, in Europa werden nicht viele Marken überleben. Wenn ich in meine Straße schaue, nix mehr mit deutschen Autos. Ein paar Firmenwagen von VW, aber privat geht es nach dem Geldbeutel.

Slowroller
2 Jahre zuvor

@Bruno
Achso, ich hatte das anders verstanden. Nix für ungut. 🙂
 
Der letzte Punkt beim zwei-Aktien-Milliardär war natürlich valide: Ich bin mir sicher, dass er noch ein Taschengeldkonto von lächerlichen 50mio hat – selbst wenn alles andere in die Binsen geht lebt er sein leben in Ruhe zuende. Und Apple wird wohl eher nicht total ausfallen. Da sind wir dann wieder beim Thema “Giving Pledge”. Da werden Geldsummen besessen, die schlicht für normale Menschen weder greifbar noch nützlich sind. Er gab ja den Hinweis, dass sein Papa sich in der Krise Sorgen um die Verlierer machen würde. Es ist an ihm im Sinne seines Vaters zu helfen. Vielleicht tut er es auch. Oder er will auf dem Titel vom Forbes als größter Apple-Einzelaktionär abgelichtet werden 😉

Andrea
2 Jahre zuvor

Ich hätte nicht den Mut, auf nur zwei Unternehmen zu setzen. Ich fühle mich wohler mit vielen Aktien. Aber es kristallieren sich im Depot schon die großen Gewinner heraus und ich könnte mir vorstellen, irgendwann weniger Aktien zu haben. Im Moment „sammele“ ich eher die Aktien. Gestern kam auch wieder eine neue dazu.

Value
2 Jahre zuvor

Mir fällt es schon auf Grund meiner Depots die ich vor 2008 hatte schwer ein konzentriertes Depot aufzubauen.
Die Unternehmen welche ich in den 90‘ern gekauft habe sind mir heute entweder zu teuer oder nicht mehr innovativ genug, deshalb habe ich in den letzten Jahren Werte gekauft an die ich z.B. 2000 noch gar nicht gedacht habe. Ich fahre und schlafe gut mit deutlich mehr als 2 Unternehmensbeteiligungen und ich bin sicher ich werde in den kommenden Jahren noch das eine oder andere Unternehmen hinzukaufen was heute noch nicht im Depot ist.
Übrigens, mit dem Verkauf halte ich es genau wie Tim . . . . . . . .  eigentlich nie und ja da gibt’s in den „alten“ Depots natürlich Leichen die auch mir zur Warnung dienen.
 
@Bruno 7:11 Uhr, Du sprichst mir aus der Seele.

Freelancer Sebastian
2 Jahre zuvor

Nur zwei Aktien? Auch für mich wäre das nichts. Diversifikation ist doch eine schöne Sache. Zumal ich meiner Aktiensammelleidenschaft frönen kann. Es ist herrlich, Miteigentümer vieler ausgezeichneter Qualitätsunternehmen zu sein. Ich kann mich gar nicht an genug Unternehmungen beteiligen. 40 sind es aktuell (+ zwei Branchen-ETF), 80 dürfen es gerne einmal werden. Da ich zu 99% “Kaufen und für immer liegenlassen” praktiziere, habe ich nach dem Kauf auch keinen Aufwand mehr.
 
Es mag richtig sein, dass es besser wäre, nur “die besten” 5 Aktien zu nehmen, wie -M es vorschlägt, und diese regelmäßig aufzustocken. Leider bin ich aber nicht in der Lage die besten 5 im Vorhinein zu bestimmen 😉 . Ich lasse diesen Job mein Portfolio selbst – eine Art lebender Organismus – übernehmen. Die besten Titel nehmen immer mehr an Volumen im Depot ein. Kein Problem für mich, wenn irgendwann die besten 5 Titel 75% ausmachen. Dazu darf ich sie aber auch nicht zu früh verkaufen.
 
Hier sehe ich die wesentlich größere Gefahr. Zwei, drei Depotleichen fallen nicht ins Gewicht. Aber eine Walmart, eine Homedepot oder eine Amazon zu früh zu verkaufen (“an Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben/arm geworden” – ja aber reich wird man dann auch nicht), das ist die wahre Gefahr.
 
Da smyslov Interesse an solch einem diversifizierten Privatanlegerdepot gezeigt hat, hier mein Bestand mit absinkendem Volumen im Portfolio:
 
Amazon, Apple, Adidas, Disney, Johnson&Johnson, Alphabet, KONE, Berkshire, BASF, Nike, 3M, Bayer, Blackrock, Tencent, Lowe´s, T. Rowe, Biotech-ETF, Abbvie, Illinois Tool Works, Health Care-ETF, Church&Dwight, Tractor Supply, Munich Re, Alibaba.
 
Das sind ca. 75% meines Portfolios und ich fühle mich pudelwohl damit. Anlehnend an -M frage ich mich da, warum ich noch ein 1500stes Unternehmen brauche, das dann 0,004% ausmacht. Nö, ich fühle mich genauso gut diversifiziert, wie mit einem World-ETF.
 
Meine beiden Spitzenreiter habe ich übrigens 2011 zu hohen KGVs gekauft. Ich habe sie sich entwickeln lassen, daher nun das große Volumen. Meine Erkenntnis: Kaufen und für immer liegenlassen – eine ausgezeichnete Wahl. Wenn man denn VOR der Entscheidung zur Beteiligung gut überlegt.
 
Warum sollte ich mir Tyssen Krupp oder die Commerzbank als scheinbare Valuewette ins Depot holen? Kann gar nicht verstehen, warum so viele Anleger immer auf den Börsenpreis schauen und die abgestürzten Dinger “günstig” kaufen, statt auf die Weltmarktführer zu setzen.
 
Bei der Kaufentscheidung geht es eher um Philosophie, Psychologie und Anthropologie,  als um Volks- und Betriebswirtschaft.
 

Michael
2 Jahre zuvor

Hallo,
kann mich einigen Kommentaren anschließen – wo ist Wells Fargo ein gutes Investment? CEO Betrug und Wechsel, in den letzten 10 Jahren negativ und Kunden verarscht- das widerspricht sogar seinen eigenen Vorsätzen als Unternehmer. Die Dividende gleicht, bei Betrachtung der Opportunititäskosten zu anderen Firmen, auch nichts aus.
Und hätte er als zweites Investment nicht Apple, sondern vielleicht IBM, Boeing oder Walgreens, egal, dann könnte das Bild auch sehr anders aussehen und er würde hier keinen Beitrag bekommen.
Nur 2 Titel zu haben, dass muss man sich leisten können. 
Liebe Grüße, M
 

Wolke
2 Jahre zuvor

2 Aktien? Es reicht auch eine…Wirecard.

Felix
2 Jahre zuvor

Das stimmt, so ein Depot mit 50 Aktienpositionen nordetsich von selbst ein. Beispielsweise erwiesen sich bei mir sämtliche spanischen Aktien als Rohrkrepierer und das seit 10 Jahren während die FAANG hell am Depothimmel glänzen.
Ich hatte das vor 10 Jahren nicht einschätzen können. Nur die Diversifizierung hat dafür gesorgt, dass ich bei dem Feuerwerk dabei war. 
Und so sehr viele Dekaden zum Ausprobieren hat man in einem Anlegerleben auch nicht zur Verfügung. Die wirecard hat mich jetzt 2 % gekostet, so what – Tagesschwankung.

Bruno
2 Jahre zuvor

Wirecard insolvent, Aktie ausgesetzt. Ende Maus.
Mir tun primär die Mitarbeiter leid.

-M
2 Jahre zuvor

Free
Mit deiner Auswahl brauchst du sicherlich keinen World etf, das stimmt. 
 
Im Vorhinein zu wissen, welches die erfolgreichsten investments sind geht natürlich nicht. Ich wage aber die Behauptung, dass deine jetzige Top 8 auch damals schon mit dem Gedanken gekauft wurde, ein richtig gutes Investment zu sein. Ich würde mich mit einer Handvoll bis Max 10 Unternehmen pudelwohl fühlen. 
Dann macht man sich auch umso mehr Gedanken vor einem kauf.
 
-M

Sparta
2 Jahre zuvor

Nur 2 Aktien sind wahrscheinlich irreführend!

Cash, außerbörsliche Beteiligungen & passive Cashflows, Immo’s, Gold etc. … da könnte noch ne Kleinigkeit bei nem Milliardär rumliegen.

Manche verlegen auch mal so 1,9 Milliarden… 

Die Aufsichtsbehörden haben auch bei den US-Tech-Monopolen genauso versagt. 

Die Spaltung der Gesellschaft sehe ich durchaus durch Facebook & Co. mit Wahlbeeinflussung, Fake-news, Cambridge Analytica etc. mit verursacht.

Auch Amazon sollte vernünftig Steuern bezahlen.

Kleine Metzger, Bauern etc. geben wegen immer höherer, fast nicht umzusetzender Auflagen auf und die Grossen tricksen und schmieren durch die dazu gewonnen Marktanteile (siehe Tönnies).

Lewin
2 Jahre zuvor

Mal eine Frage, bei mehreren Depots. Kann man hier Gewinne und Verluste auch verrechnen irgendwie? Oder zwei extra Töpfe? Will in einem Depot verkaufen mit Gewinn und im anderen mit Verlust…
 
Danke

Bruno
2 Jahre zuvor

@Tönnies Kein Wunder, dass eine Massentierfabrik auch Massenmenschhaltung betreibt. Achtung neues Unwort.
@Amazon & Co. Steuern etc. ich habe da wenig Hoffnung, auch wenn ich Aktionär bin finde ich es nicht in Ordnung. Die Macht ist zu gross. Man müsste international zusammenarbeiten aber bei der aktuellen politischen Lage geht es eher in eine andere Richtung. 
Wir sind beispielsweise auch betroffen zahlen ordentlich Steuern wie jeder andere Betrieb, Konkurrenz sind aber auch Google oder andere Konzerne in Randbereichen, die (fast) keine Steuern abliefern. 
Wenn man Digital-, Maschinen- oder Robotersteuern einführt werden sich die Big Player auch wieder rauswinden und die KMU in diesem Bereich bluten. Schöne neue Welt. 
Als Aktionär kann einem diese Entwicklung ja freuen, aber nachhaltig ist sie natürlich nicht und auch gefährlich langfristig.

Bruno
2 Jahre zuvor

@wolke warst Du der die 2k WDI zu 1 EUR gekauft hast? Ich würde sie jetzt zu 3 wieder verkaufen und gut essen gehen 😉

-M
2 Jahre zuvor

@BaFin
Weil als auf die eingehackt wird.
 
Ist es nicht so, das die BaFin nur für den bankenteil der wirecardbank zuständig ist und auch für insidertrsnsaktionen etc?
 
Mit den scheingeschäften etc ist doch jetzt nicht unbedingt die BaFin dran schuld, dass dies möglich war. Das machen doch dann die Wirtschaftsprüfer, die anscheinend seit Jahren an der Nase herumgeführt werden. 
-M

sammy
2 Jahre zuvor

Wirecard-Aktie wegen Insolvenzantrag bis 11.20 Uhr ausgesetzt
vor 32 Minuten
 

FRANKFURT(Dow Jones) – Die Aktie des von einem Bilanzskandal erschütterten Bezahldienstleisters Wirecard ist am Donnerstag vom Handel ausgesetzt worden, nachdem das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt hat. Vor der Aussetzung lag der Kurs 12,7 Prozent im Minus bei 10,74 Euro. Nach Wiederaufnahme der Auktion um 11.20 Uhr ist laut der Deutschen Börse frühestens um 11.30 Uhr mit der nächsten Kursfeststellung der Aktie zu rechnen.
Ausgesetzt wurde auch die 2024 fällige Anleihe von Wirecard. Sie wurde zuletzt nur noch mit 12 Prozent ihres Nominalwerts gehandelt, rund 6 Prozentpunkte niedriger als am Vortag.

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