Der Hype um AI: Super Micro Computer-Aktie schnellt um 310% seit Januar nach oben

Der Hardwarehersteller Super Micro Computer gehörte letztes Jahr zweifellos zu den Top-Performern und kletterte um 241 Prozent. Halbleiterriese NVIDIA, mit dem das Unternehmen eng zusammenarbeitet, stieg im selben Zeitraum um 234 Prozent.

Dieser Artikel ist von Nikos Deiters (19), der ein duales Studium bei boerse.de in Rosenheim absolviert.

Nachdem sich die Super Micro-Aktie ab August 2023 in einer Seitwärtskorrektur befand, gelang im Januar 2024 der Ausbruch auf ein neues Hoch. Seitdem ist das Papier nicht mehr zu stoppen. Von 285 Dollar zu Jahresbeginn schoss die Aktie zwischenzeitlich auf über 1000 Dollar. Anschließend sank sie um mehr als 30 Prozent, stieg jedoch nach den Quartalszahlen von NVIDIA erneut an.

In dieser Woche erreichte die Aktie, angetrieben von der Aufnahme in den S&P, bei 1.169 Dollar ein Allzeithoch. Seit Januar beträgt das Plus sage und schreibe 310 Prozent – eine Vervierfachung in gut zwei Monaten!

Super Micro Computer: Ein Tenbagger in nur einem Jahr

Ich hatte die Supermicro-Aktie im Oktober 2022 in einem Artikel vorgestellt und bin anschließend selbst eingestiegen. Damals stand sie bei 55 Dollar (siehe Artikel) und hat sich seitdem verzwanzigfacht. Mensch, das ist eine Party.

Was ist das Geschäftsmodell von Super Micro Computer?

Super Micro Computer wurde 1993 im kalifornischen San José gegründet und gehört zu den führenden Anbietern von hochleistungsfähigen Serverlösungen, Speichersystemen und anderen Rechenzentrumstechnologien. Schon seit Beginn arbeitet der Serverhersteller mit Chipriesen wie Intel, AMD und vor allem NVIDIA zusammen. Er bietet unter anderem GPU-optimierte Systeme auf Basis von NVIDIA-Beschleunigern an.

Server für AI-Anwendungen

Super Micro Computer ist einer der führenden Anbieter von hochleistungsfähigen Serverlösungen, Speichersystemen und anderen Rechenzentrumstechnologien. NVIDIAs eigene GPUs für Rechenzentren erfordern äußerst effiziente Flüssigkeitssysteme, um maximale Leistung zu erzielen. Genau solche Systeme bietet Super Micro Computer an. Die Kalifornier sind weltweit führend in der Performance pro Watt. Im Vergleich zu den zuvor eingesetzten Klimaanlagen sind die integrierten Flüssigkeitskühlsysteme des Unternehmens weitaus effizienter. Zudem trägt die Umstellung zu einer Reduzierung der Betriebskosten um mehr als 40 Prozent bei.

Supermicro legte ein starkes Q2 und einen glänzenden Ausblick vor

Am 29. Januar präsentierte der Vorstand seine Geschäftszahlen für das abgelaufene zweite Quartal. Eine Woche zuvor präsentierte er die vorläufigen Zahlen sowie den Ausblick. Daraufhin stieg die Aktie um imposante 36 Prozent.

Werfen wir einen Blick auf die Zahlen des 2. Quartals:

  • Der Umsatz legte gegenüber dem 2. Quartal 2023 um 73 Prozent auf 3,66 Milliarden zu, erwartet wurden lediglich 2,8 Milliarden Dollar
  • Der Nettogewinn je Aktie stieg um 63 Prozent auf 5,59 Dollar, damit deutlich über den Erwartungen von 4,51
  • Bruttomarge von 15,4% gegenüber 18,7% in Q1 2023/24
  • SMC möchte mehr als 70% jährlich bis 2027 wachsen

Supermicro lieferte ein hervorragendes Quartal ab und übertraf die Erwartungen deutlich. Der Umsatz im zweiten Quartal allein übersprang den Gesamtumsatz von 2021. Noch bedeutender ist der Ausblick des Vorstands. Gründer und CEO Charles Liang erwartet ein Umsatzwachstum von über 200 Prozent im aktuellen Quartal. Darüber hinaus prognostiziert er ein jährliches Umsatzplus von mehr als 70 Prozent bis 2027. Übrigens besitzt Liang zwölf Prozent der Aktien, was außergewöhnlich ist.

NVIDIA’s Quartalszahlen und die Aufnahme in den S&P 500 treiben die Aktie auf neue Höhen

Am 21. Februar präsentierte NVIDIA seine Quartalszahlen, die wohl wichtigsten der Halbleiterbranche. Im Vorfeld korrigierte der Sektor, vor allem Super Micro Computer.

Doch NVIDIA übertraf die enorm hohen Erwartungen deutlich. Der Umsatz wuchs um 265 Prozent auf 22,1 Milliarden, während der Gewinn um 769 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar schoss. Diese Nachricht beflügelte die Halbleiterbranche, wobei Super Micro Computer als Hauptprofiteur mit einem Kursplus von 33 Prozent hervorstach. Der Kurs von NVIDIA legte um 16 Prozent zu.

Am vergangenen Freitag teilte der Index-Betreiber S&P Dow Jones Indices nachbörslich mit, dass Super Micro Computer ab dem 18. März in den breitgefächerten S&P 500-Index aufgenommen wird. Infolgedessen stieg die Aktie am Montag um 18 Prozent.

Die Aktie ist sehr hoch bewertet

Zu dem Zeitpunkt, als ich eingestiegen bin, war die Aktie mit einem KGV von 8 und KUV von 0,57 sehr günstig. Durch den enormen Anstieg hat sich dies geändert. Das KGV beträgt nun 90, was üppig ist. Auch das KUV von 8,8 für 2023 ist als hoch einzustufen. Hier ist ein starkes Wachstum eingepreist. Super Micro Computer muss in Zukunft liefern, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Andererseits haben Unternehmen wie NVIDIA oder Amazon bewiesen, wie man das KGV senken kann: Indem sie die Gewinne massiv ausbauen. Die Halbleiterbranche ist zyklisch, was zu einem Rückgang des Wachstums führen kann. Dies kann möglicherweise zu einem Kurseinbruch führen.

SMC mit 15/15-Bewertung im Wachstums-Check

Für Künstliche Intelligenz werden Hochperformance-Beschleuniger, Server und effiziente Flüssigkeitssysteme benötigt. Dies dürfte der Halbleiterindustrie langfristig zugutekommen. Darüber hinaus wird erwartet, dass die weltweit verarbeitete Datenmenge bis zum nächsten Jahr auf 175 Zettabytes (entspricht 175 Milliarden Terabytes) ansteigen wird, was ein weiterer Faktor zugunsten der Chipunternehmen ist.

Ich bin 1450 Prozent im Plus – mein Fazit zur Super Micro Aktie

Super Micro Computer ist bisher mit großem Abstand meine beste Position im Depot. Ich habe damals mein erstes vollständiges Gehalt im Rahmen des “Projekts “Dein Job Am Berg” in Supermicro investiert, da ich vom Unternehmen überzeugt war und es heute noch bin. Die Bewertung war damals attraktiv. Die Kursexplosion ist praktisch das logische Resultat, wenn eine günstige Bewertung auf ein massives Wachstum von Umsatz und Gewinn trifft. Dies hat zu einer Neubewertung der Aktie geführt.

Die Bewertung ist momentan ziemlich hoch, aber das starke Wachstum wirkt dieser hohen Bewertung entgegen. Außerdem ist das Unternehmen im Vergleich zu Branchenriesen wie NVIDIA, AMD, Intel und Broadcom noch relativ klein in Bezug auf die Marktkapitalisierung. Langfristig sehe ich daher noch Aufwärtspotenzial und glaube, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit oder langfristig eine Marktkapitalisierung im dreistelligen Milliardenbereich erreichen kann. Dennoch halte ich die aktuelle Kursrallye für etwas übertrieben und würde mich daher über einen größeren Rücksetzer nicht wundern. Es ist natürlich klar, dass Super Micro dieses enorme Tempo nicht dauerhaft aufrechterhalten kann.

Ich gebe kein Stück aus der Hand und verfolge stures Buy and Hold

Verkaufen werde ich auf jeden Fall keinen einzigen Anteil, auch wenn das Depotgewicht über 20 Prozent liegt und ein kräftiger Rücksetzer folgen könnte. Meine Position im Hauptdepot hat mittlerweile einen Gewinn von 1.450 Prozent, und das nach 15 Monaten. In meinem zweiten Depot habe ich im Sommer 2023 eine Position aufgebaut, die ich in der Seitwärtsbewegung schrittweise aufgestockt habe. Hier habe ich einen Gewinn von 335 Prozent.

Daher kann ich einen potenziellen Rücksetzer auf jeden Fall wegstecken. Selbst wenn sich der Kurs halbiert, hat sich meine Position noch verachtfacht. Neben Super Micro Computer gibt es Aktien, die vom KI-Boom profitieren. Darunter sind die Chipdesigner Cadence und Synopsys sowie die Schaufelhersteller Lam Research, Applied Materials, ASML und KLA-Tencor sowie Halbleiterriese Broadcom. Auch die Rendite dieser kann sich sehen lassen.

Dabeibleiben zahlt sich langfristig aus: Jeder Absturz hat sich im Nachhinein als Chance herausgestellt

Ich bleibe dabei und betreibe stures “Buy and Hold”. Das hat sich 2022 auch bei NVIDIA (+530% im Depot, seit Erstkauf deutlich mehr) und vielen anderen Aktien ausgezahlt.

Bitte beachte, dass es sich um meine persönliche Entscheidung und keine Anlageberatung handelt.

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Sven
1 Monat zuvor

Gratulation zu diesem Fang!
Ich bleibe aber beim langweiligen Indexfonds. ;)

Markus1
1 Monat zuvor
Reply to  Sven

Finde ich gut. Jeder sollte so anlegen, dass es sich für einen persönlich am Besten anfühlt. Einzelaktien sind nicht für jeden, genaus wie ETFs nicht für jeden etwas sind.
Hauptsache wir erwirtschaften mit unseren Investments langfristig eine Überrendite und fühlen uns damit wohl.
Toll, dass uns Tim immer wieder mit dem richtigen Mindset versorgt.
Erstaunlich wie beharrlich auch Nikos schon auf Buy and hold extrem setzt. Tim scheint sehr positiv für ihn zu sein.
Bin gespannt, wo sein Weg noch hinführt.

Bruno
1 Monat zuvor
Reply to  Sven

Ich mache beides, heute auch wieder mal ETF aufgestockt und zwar MSCI China, die Werte sind derart tief bewertet im Vergleich zur USA das finde ich schon spannend auf Sicht von 10-15 Jahren. Auch die sehr tiefe Korrelation zu USA + MSCI World finde ich eine gute Ergänzung.

Markus1
1 Monat zuvor

Toller Artikel Nikos und nochmals Hut ab !
Bin ja – wie ich schon in älteren Artikeln geschrieben habe – auch eingestiegen und habe einen Tenbagger. Mein erster ! Danke.
Wahnsinn, dass Du schon so jung einen solchen Wert richtig erkannt hast und dann auch durchgehalten hast.
Muss gestehen, dass ich jetzte einen kleinen Teil verkauft hatte. Brauchte aber auch Geld für eine Anschaffung. Habe noch ausreichend viel Super Micro Computer liegen.

Auch Wahnsinn, dass Du uns schon so früh auf den Halbleitermarkt gesetzt hast (Schaufelherstellerartikel……) Rückblickend hast Du hier alles richtig gemacht.
Toll, dass Tim Dein Potential erkannt hat

Wenn ich mal an Rosenheim vorbeifahre komme ich mir das Börsenmuseum ansehen. Hoffe dann auf eine persönliche Führung durch Dich.

Grüße an Tim und Nikos!

1 Monat zuvor

Bei diesen Aktien muss man irgendwann verkaufen, sonst läuft man Gefahr, dass der schöne Gewinn weg ist.
Haltet ihr das durch, wenn der Wert 95% sinkt und 10 Jahre später seitwärts läuft? Ich habe diese wundervollen Unternehmen leider nicht im Depot.
Nvidia hatte ich schon auf dem Schirm vor dem Krypto boom.

Peter FR
1 Monat zuvor
Reply to  Josef

Hätte Tim z. B. bei Netflix verkauft stünde er nich da, wo er jetzt steht.
Wüsste nicht warum Super Micro Computer um 95% sinken sollte ?

Nuvolina
1 Monat zuvor
Reply to  Peter FR

Ich auch nicht. SMC wird selbstverständlich nur steigen.

Peter FR
1 Monat zuvor
Reply to  Nuvolina

Ich habe nicht geschrieben, dass Super Micro Computer immer nur steigen wird. Nur schließe ich persönlich eine Korrektur um 95% aus. Das ist etwas völlig anderes.
Niemand hier schreibt, dass diese Aktie immer nur steigen wird.
Jedoch muss man – wie Tim uns zum Glück immer wieder lehrt – langfristig denken. Und für mich ist diese Aktie nicht vergleichbar mit irgendeiner Zockeraktie.

Nuvolina
1 Monat zuvor
Reply to  Peter FR

“…Nur schließe ich persönlich eine Korrektur um 95% aus…”

An der Börse sollte man nichts ausschließen. Weder nach oben noch nach unten.
Einfach am Boden bleiben, bescheiden sein, dann passt`s.

Nuvolina
1 Monat zuvor
Reply to  Nikos

Passiert schon nicht.
Wär mir auch nicht recht, da ich bei SMC auch von Anfang an dabei bin.
Werde aber trotzdem einen Teilverkauf ins Auge fassen.

Anton
1 Monat zuvor
Reply to  Nuvolina

Passiert schon nicht.“

Haben wahrscheinlich viele amazon Aktionäre 1999-2000 auch gedacht.

Bruno
1 Monat zuvor
Reply to  Nikos

Warum sollte es auch passieren?”

Ich sehe das auch nicht aktuell, Bilanz, Gewinn und Aussichten ausgezeichnet, einzig die Bewertung wäre mir aktuell zu hoch (bei Dir spielt das keine Rolle du bist ja spotbillig eingestiegen), aber passieren kann sowas natürlich schon, bei SMC wäre es dann wohl wenn irgendwann Konkurrenz deutlich besser und/oder günstiger anbietet, die grössten Konkurrenten könnten Dell, HPE, Inspur oder IBM werden. Aber sowas passiert auch nicht über Nacht. Bewertungskorrektur von 50% ist aber natürlich immer drin, aber das passierte auch den grossen Tech-Firmen immer mal wieder und war kein Weltuntergang.

Die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Pleite hat man wohl wenn man Finanzdienstleister (Banken, Versicherungen etc.) kauft.

Man schaue sich mal die grössten Pleiten an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unternehmenszusammenbr%C3%BCchen_und_-skandalen

Ich habe keine Banken und Airlines im Depot. Ich mag dann lieber Visa, Mastercard, Paypal. Es gäbe in diesem Bereich ein paar spannende Startups, aber die sind dann natürlich wieder riskanter.

Nikos, hast Du eigentlich keine Kryptos? In deinem Alter haben doch sonst fast alle Kryptos.

Kiev
1 Monat zuvor
Reply to  Bruno

@ Risiko und sein Preis

Ich habe es schon ein paar mal genannt. An der Börse gibt es die Diversifikation als Mittel die eigene Volatilität zu glätten und das Einzelrisiko mit wenigen Position zu reduzieren und damit natürlich auch die Chance einzelner Werte einzudämmen.

Ich habe einmal Jemanden kennengelernt, der den Großteil seines Vermögens in Bitcoin investiert hat. Er hat ein Haus und Familie. Für mich ist das bescheuert und nicht verantwortungsvoll. Ich möchte jetzt hier nicht alle Bitcoin Investoren vor den Karren fahren. Das ganze Vermögen in einer ähnlich volatilen Aktie wäre genauso verrückt.

Es ist klar, dass man bei hohen Buchgewinnen nicht einfach einen hohen Teil verkaufen kann. Solange die Verhältnismäßigkeit im Depot tolerierbar ist, kann es bleiben wie es ist. Tolerierbar bezieht sich allerdings auch stark fallende Kurse. Das Steigen lässt sich vermutlich eher ertragen.

Nehmen wir an ich hätte damals für 1000€ zehn Bitcoins gekauft und nie verkauft. Ich weiß nicht genau den Kurs. Nehmen wir an er steht bei 50k€. Nehmen wir an ich hätte ein Depot mit 100k€ und ein EFH mit 300k€ Restschuld. Für mich wäre das ein absolut unnötiges Risiko. Es wäre dumm so das Geld investiert zu haben. Mir ist bewusst, dass ein Bitcoin Halving ansteht und der Kurs eventuell die 200k€ erreichen könnte. Er könnte aber auch ganz andere Kurse erreichen. Ich sehe eher eine Bitcoin Position mit aktuell 500k€ Stand. Dann 100k€ ETFs und 300k€ Restschuld. Ich würde BTC verkaufen, Geld in Tagesgeldkonten bei knapp 4% anlegen bis ich die Hypothek Sondertilgen darf. Das wäre im Dezember und Januar der Fall.und dann auch gleich fürs nächste Jahr Zinsen sichern. Dann würde ich breit am Aktienmarkt investieren. Auf diese Weise wäre die Immobilie schnell bei 100k€ Restschuld und es wären 400k€ im Depot vorhanden. Die Familie wäre vermutlich ziemlich unabhängig und frei in ihren Entscheidungen. Warum setzt man so etwas auf eine Karte? Hu der Betrachtung mit den Kursgewinnen. Wenn BTC auf 10k€ fallen würde, so hätte man in dem Beispiel noch immer einen Faktor 10 an Gewinn. Ob man sich darüber dann sonderlich freuen kann wage ich zu bezweifeln. Dann sähe die Bilanz statt 300k€ über Null mit 100k€ unter null deutlich schlechter aus. Zusätzlich bleibt einem 40-50 jährigen weniger Zeit das Geld zu vermehren.

@ Alternative bei nicht ganz so rasanten Anstieg einer einzelnen Position

Mit jedem weiteren Aktienkauf in einer Neueren Position reduziert man die Auswirkungen dieser einzelnen Position. Man muss eben schneller kaufen als die einzelne Position steigt, wenn es grenzwertig ist.

Chips
1 Monat zuvor
Reply to  Peter FR

Naja die Vergangenheit hat ja gezeigt dass die Branche und das Umfeld zu extremen Bewertungen mit anschließenden extremen Rückgängen neigt.
Amd, Infineon, Rambus usw wären diejenigen, die mir jetzt am ehesten im Kopf wären, gibt aber wahrscheinlich eine ganze Reihe.

Das muss natürlich nicht für SMC gelten, aber ist ja nicht so dass dies nicht schon mehrfach vorgekommen wäre.

Thorsten
1 Monat zuvor
Reply to  Chips

Genau so ist es, das Momentum lässt nach, dann ist es Zeit zum Verkauf. Market Timing ist besser als BuyandHold. Leider funktioniert das Momentum in Seitwärtsphasen nicht wirklich gut, aber ein Ausstieg in der Baisse gleicht das aus.
Als Ausstiegssignal kann ein Unterschreiten des 200-Tagedurchschnitts, ein Momentum unter 1 oder ein Kursrückgang um 25% genommen werden. Bei Aktien, die man am liebsten immer behalten würde ist ein erneuter Einstieg bei einem starken Gegensignal wieder möglich.

1 Monat zuvor
Reply to  Thorsten

Sag mal, wertest du deine Handelsaktivitäten eigentlich richtig aus? “Market Timing ist besser als BuyandHold” klingt in der Theorie ganz nett, allein, es funktioniert in der Praxis nicht zuverlässig. Das müsstest du doch gemerkt haben.

Ein Papier steigt von 100 auf 250. Beim Rückgang auf 200 verkaufst du. Nach Steuern musst du auf 175 warten, um wieder pari zu sein. Kann im Einzelfall klappen, regelmäßig wohl eher nicht. Das Papier dreht zu früh und du schaust dem Anstieg auf 350 nur zu. Oder gehst du überall mit soliden 15% Rendite heraus und wiederholst das endlos ohne Fehlgriff? Kompliment.

Vor 15 Jahren habe ich diese ganzen “logischen” Timingdinger durchexerziert. Es ist der Holzweg. Wie gesagt, einfach die Realität überprüfen. Dann läßt man die Finger davon.

Vielleicht kann man drei mal im Jahrhundert durch Stop-Loss die -50% vermeiden (und hat nur -20%), das egalisiert aber nicht die Minderrendite der anderen langen Zeiträume. Mal abgesehen davon, dass man mit B&H die Megahausse nach der Megabaisse zu 100% mitnimmt, während die Masse der abgesicherten viel zu spät und zu schwach zurückkehrt.

Hab´s nicht mehr im Kopf, wann bist du aus den ganzen überteuerten Techwerten raus? 2018? Die entgangenen Gewinne sind schwer wieder aufzuholen.

Oder wie sieht es mit den REITS aus, die Aktien langfristig locker schlagen sollen? Das war dein Motto vor einigen Jahren. Hat auch nicht hingehauen.

Nichts für ungut, wenn man Volatilität im Depot senken will und Angst vor Rückschlägen auf dem Papier hat, dann sind Absicherungsstrategien völlig legitim. Nur muss man auch so ehrlich sein und feststellen, dass man langfristig die Rendite (erheblich) senkt.

Bruno
30 Tage zuvor

Ich würde auch ungern Anteile, welche ich langfristig und “für ewig” halten will, zwischenzeitlich verkaufen in der Hoffnung, sie dann billiger wieder zurückzukaufen. Wenn man Aktien als Miteigentümer am Unternehmen sieht und selbst auch mal Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung besitzt hat, erkennt man vielleicht auch den Sinn, niemand käme auf die Idee, sein eigenes Unternehmen, wenn es mal etwas schlechter läuft, kurzfristig zu verkaufen um es dann später wieder günstiger zurück zu kaufen.

Absicherungsstrategien können aber durchaus Sinn machen, aber sind nicht ganz ohne, es ist immer eine Frage von Timing dabei (there is no free lunch). Ich setze sie nur sehr limitiert ein, klassische Put Optionen (Aktuell nicht, bin 100% investiert aktuell). Besser sein Depot so strukturieren, dass es für sein persönliches Risikoempfinden passt, auch in stressigen Zeiten.

Was ich gerne ab und an mache, sind Zusatzeinkommen generieren über covered calls, bei Werten die vielleicht gerade seitwärts laufen oder konservativen Titeln, wo man mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen kann, dass der Strike nicht erreicht wird. Sehe ich quasi als Zusatzdividende, womit dann erneut neue Werte gekauft werden können.

Aber man muss sich damit auch etwas auseinandersetzen, es hat auch seine Tücken und Risiken, insbesondere dass man seine Titel verliert, wenn etwas unvorhergesehen “positives” passiert. Also bei Hype-Aktien würde ich das garantiert sein lassen auch bei Werten, welche News sensitiv reagieren, aber bei sehr konservativen Titeln mit weniger Schwankung oder Titeln in einer Krise mit genügend Sicherheitsmarge oder in einem Bärenmarkt finde ich das spannend.

Peter FR
1 Monat zuvor

Glückwunsch. Tenbagger hat man nicht alle Tage.

Wieviel Prozent bist Du mit NVIDIA im Plus ?

Paluma
1 Monat zuvor

Hab aus 1000 € eine Aktie die jetzt 28.000 wert ist. Schon verrückt.
Ich behalte sie einfach und sehe keinen Grund sie zu verkaufen

Snoo
1 Monat zuvor
Reply to  Paluma

Hab bei Plug power auch im Hype 2021 2200 Prozent verdient aber dann Gott sei Dank bei fast Höchstkursen verkauft !! Wo steht sie jetzt? Was sagte einmal ein Börsen Guru ” an der Börse ist alles möglich auch das Gegenteil”

Nuvolina
1 Monat zuvor
Reply to  Snoo

Eben, nicht verkaufen kann auch Verlust bedeuten, wer weiß das schon.
“Ich verkaufe nie“ oder „ich kaufe und verkaufe regelmäßig“ ist Schwarz-Weiß-Denken.
Die Kunst ist wie immer die Mitte.

Susanne
1 Monat zuvor

Glückwunsch Nikos. Du hast wirklich bisher ein sehr gutes Händchen. Danke, dass Du Dein Depot und Deine Gedanken mit uns teilst.

Wie läuft das Studium ?
Warst Du schon mal wieder wandern ? Oder ist es noch zu kalt ?

Bruno
1 Monat zuvor
Reply to  Susanne

Wolltest Du ihn nicht mal besuchen ? Bei deinen Neugier kommt der Verdacht auf, dass Du ein Cougar bist…

Man stelle sich die Reaktion der Community vor, wenn Nikos die Teenagerin Nicolina wäre und einer der reiferen Herren hier ständig solche Fragen stellen würde haha.

aber nix für ungut ;-)

Susanne
1 Monat zuvor
Reply to  Bruno

Hallo Bruno

was Du für Begriffe kennst. Musste Cougar erstmal googeln.

Verstehe zwar nicht, warum Du diesen Begriff für mich gewählt hast. Interessiere mich für Nikos, weil meine Kinder etwas Jünger sind als er. Mein Ältester macht dieses Jahr Abitur. Daher fühle ich bei ihm als Mutter mit. Unsere Kinder haben den Sprung in das Leben nach der Schule noch vor sich.
Treffen würde ich ihn gerne in Rosenheim, aber da bin ich – wenn ich mich erinner – nicht der Einzige. Was ist daran ungewöhnlich ? Wäre doch z. B. nett einen Börsenstammtisch in Rosenheim zu planen….

Anscheinen ticken “Männer” hier anders.

Um Dich zu beruhigen. Ich führe eine glückliche Ehe.

Liebe Grüße aber auch an Dich Bruno:

Und ich würde mich auch freuen Tim oder Dich persönlich zu treffen.

Bruno
1 Monat zuvor
Reply to  Susanne

Wenn Nikos Follower treffen will, wird er das schon sagen und etwas organisieren, mir kam es halt etwas aufdringlich vor (die Häufigkeit).

Meine 2 Söhne sind ungefähr auch im Alter von Nikos, mir kam aber noch nie in Sinn, Mädels in ihrem Alter anzusprechen und sie treffen zu wollen oder sie nach ihren Freizeitaktivitäten zu fragen, auch wenn sie sich für Börse interessieren oder andere gemeinsame Interessen vorhanden wären. Aber ich bin auch ein Mann, das ist wohl etwas anderes.

Ich denke nur, mir wäre es in Nikos Alter etwas unangenehm und peinlich gewesen, hätte mich eine Frau im Alter meiner Mutter besuchen wollen.

Aber vermutlich sind wir Schweizer hier etwas zurückhaltender, so sagt es ja auch das Klischee ;-)

A1JX52
1 Monat zuvor
Reply to  Bruno

@Schweizer

Es ist eine Unverschämtheit hier eine Dame als Cougar zu beschimpfen wenn es nur um die Börse geht.

Da Nikos noch nie negativ auf Susanne reagiert hat, solltest du dich zurückhalten die beiden klären das schon.

Wenn zwei nette Menschen hier nett miteinander umgehen kommt von dir dümmliche Kritik, aber als dein oberschlauer Landsmann von Zürichsee wochenlang über Deutschland gehetzt hat kam von dir kein einziges Wort. Einfach nur noch peinlich.

Shalom Petra

Vinc
1 Monat zuvor
Reply to  Susanne

Treffen würde ich ihn gerne in Rosenheim, aber da bin ich – wenn ich mich erinner – nicht der Einzige.

Der Einzige?

Freudscher Versprecher ;)?

Susanne
1 Monat zuvor
Reply to  Vinc

Irgendwie ist das hier schon pathologisch.

Was ist daran schlimm, wenn man jemanden treffen möchte ?
Ich würde auch Tim treffen wollen, wenn er längere Zeit in Deutschland arbeiten würde ?
Wenn ich jemanden interessant finde, ist es mir primär egal wie alte er ist oder welches Geschlecht er hat. Weiß nicht, was ihr für Probleme habt.
Falls ich es zur Invest schaffe, würde ich auch dort gerne Tim treffen ! :;))

“der Einzige” (User). Bin nicht so woke und ich glaube, dass die Anderen “Treffanfragen” von Männern kamen. Weiß es aber nicht 100%ig.

So jetzt ist aber Schluß mit dem Thema. Falls Nikos damit auch so ein Problem hat, kann er es gerne hier schreiben.

vinc
1 Monat zuvor
Reply to  Bruno

Bin absolut bei dir!
Beobachte auch schon seit Monaten mit skeptischem Blick die andauernden (privaten) Fragen

Bei Geschlechterumkehr wäre der Aufschrei groß!

1 Monat zuvor

Bei der Diskussion gerät einiges Durcheinander, wie ich finde. Reden wir von Investments, von Spekulationen oder von Börsenzockereien? Will man sich mit langem Zeithorizont an Unternehmungen beteiligen oder einfach nur Buchgewinne erzielen und einfahren?

Interessieren mehr die Umsätze, Gewinne und (zukünftigen) Dividenden der Unternehmen oder doch eher die Zahlen, die meinen “Reichtum” auf dem Bildschirm suggerieren (und die Angst, diesen zu verlieren)?

Zunächst ist ein Plan von Nöten. Warum wurden die Papiere denn gekauft? Wer nur die Gewinne sichern will, sollte sich ZUVOR einen Ausstiegsplan zurechtlegen. Sonst kommt es eben zu Unsicherheiten. Diese Kunst beherrschen viele nicht. Da wird dann der Börsengossip bemüht, um nicht selbst nachdenken zu müssen.

NVIDIA ist doch ein ausgezeichnetes Unternehmen, macht riesen Umsätze und Gewinne (im Gegensatz zum Kapitalvernichter Plug Power – sorry: Äpfel und Birnen). Ich habe sie (noch) nicht, würde aber stur halten. Mag sein, dass die überhöhten Vorschusslorbeeren eine lange Seitwärtsphase einleiten.

Erinnert mich an Tesla vor zwei Jahren. Da war die Kolonisierung des Mars schon beschlossene Sache. Steckt alles schon heute im Kurs. Dito NVIDIA und KI. Da sind viele gierige Glückritter dabei.

Na und? Ist das Geld woanders besser aufgehoben? Wer weiß es schon….

Ich habe mit Apple und Amazon genug gelernt nach zwölf Jahren. Lethargie ist in der Regel Trumpf an der Börse.

Bruno
1 Monat zuvor

Es gibt bekanntlich viele Gründe, um mit Aktieninvestments vermögend zu werden, auch wenn man grundsätzlich nicht so anspruchsvoll und bescheiden durchs Leben geht, kann es Situationen im Leben geben, wo einem ein prall gefülltes Depot vielleicht helfen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=9s3CN5EafNs

Bei uns ist die Situation vielleicht noch etwas besser, aber ich befürchte es geht auch hier in diese Richtung, die Kosten sind auf Dauer nicht mehr tragbar und ich vermute es geht (noch mehr) in 2-Klassenmedizin. Da kann ein prall gefülltes Depot Leben retten! Vielleicht auch, wenn gewisse Diagnosemethoden mit KI nicht mehr kassengedeckt sein werden etc. pp.

UNH ist übrigens auch in meinem Depot, vielleicht nicht die ethisch sauberste Aktie, aber die Gewinne können ja im Endeffekt auch mal einem guten Zweck dienen, beispielsweise auch wenn ein geliebter Mensch (oder man selbst) plötzlich schwer erkrankt und Probleme mit seiner Versicherung bekommt.

Thorsten
1 Monat zuvor
Reply to  Bruno

Wir werden eben alle älter. Und in allen Bereichen kann jemand mit mehr Geld mehr Möglichkeiten wahr nehmen als einer mit weniger. Selbst wenn alle dieselben Behandlungsmöglichkeiten bekämen ( sozialistische 1-Klassenmedizin ) könnte jemand mit Vermögen Alternativen für sich suchen, z.b. im Ausland, durch private Reha, durch Aufsuchen weiterer Ärzte etc.
Und das ist gut so. Denn sonst würde sich Leistung nicht mehr lohnen und wir würden alle nur noch im Bürgergeld mit kostenloser ärztlicher Versorgung leben. Das wäre der Kollaps unsere Gesellschaft, unseres Wohlstands. Und deshalb darf so etwas nie wieder passieren. Sozialismus durch “keine Privatkassen”, “alle zahlen ins Rentensystem” und andere linke Träume ohne Verdtand enden im Chaos und der Diktatur.

Sven
30 Tage zuvor
Reply to  Bruno

Du als Schweizer (?) solltest dich sowieso fürchten. Über 1/3 der Ärzte sind eh Deutsche und das andere Drittel irgendein anderes Potpourri. Die Schweiz hat schlichtweg kein selbsttragendes Gesellschaftsmodell.

Bruno
30 Tage zuvor
Reply to  Sven

Es sind je 1/5 und nicht 1/3, aber mit dem selbsttragenden Geschäftsmodell stimmt, wir haben ein ähnliches Geschäftsmodell wie Deutschland (Export). Abschottung ist kein zukunftsgerichtetes Geschäftsmodell. So gesehen ist die Schweiz für einige Deutsche eine Alternative ;)

Der Baum
29 Tage zuvor
Reply to  Bruno

Ich glaube vor deutschen Ärzten muss sich die Schweiz wenig fürchten…

Aber das ist genau der Punkt der sooft scheinbar nicht verstanden wird: nicht Einwanderung ist das Problem, sonder WER kommt.

Ich nehme alle gut ausgebildeten Kanadier, Australier, Polen, Amis, Franzosen, Italiener etc. Etc.

Aber was genau soll ein Industrieland mit einem 40-jahrigen Nigerianer ohne Schulbildung geschweige den Ausbildung?

Also es so schwer zu verstehen ist, dass die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer ist, dass er es schafft sich hier sinnvoll zu betätigen (egal ob in Deutschland, der Schweiz oder in Norwegen).

Sparta
29 Tage zuvor
Reply to  Der Baum

@Baum

Ich denke schon, dass der Punkt den meisten klar ist, dass qualifizierte Einwanderung deutlich besser und sinnvoller wäre.

Nur ob sich Krisen (Klima, Ernährung und Krieg) & deren Flüchtlingsströme so leicht steuern lassen… daran ist selbst Meloni mit Ihrem stark rechten Kurs grandios gescheitert.

Steuerbar ist die Attraktivität / Zugang des Sozialsystems, die hohen Energiekosten, die hohen Steuer und Abgabenlasten, sehr hohen Baukosten und die überbordende Bürokratie (auch wenn ich allein beim Meldegesetz-Vorschlag (angebl. Bürokratientlastung) von Herrn Buschmann sehr viel Ahnungslosigkeit von Praxis sehe…

was alles D. keine Vorteile beim Werben um die qualifizierte Zuwanderen bringt.
Auch hohe Zustimmung zur AfD wird intellektuelle Ausländer abschrecken.

Aber prinzipiell hätte ich auch keine Probleme mit unqualifizierter Zuwanderung für die vielen offenen Stellen, wo viele Deutsche nicht mehr machen wollen.

Wenn jemand motiviert ist, zu arbeiten und die Sprache zu lernen, bzw. etwas zu schaffen… muss es nicht der Ingenieur sein, denn wir brauchen auch viel Pflege, Bau, Handwerk, Reinigung etc. pp.

Zuwanderung für Sozialsysteme sollte schon dagegen deutlich stärker verhindert werden.

Aber gut, diese individuellen, politischen Gedanken bringen nix…

ändern, bzw. Reformen sollte die Politik machen, praxistauglich und kommunikativ dem Volk besser rüber bringen… denn aktuell ist die Wirtschaft in D. zu stark belastet und die wirtschaftliche Stimmung ist ja auch relativ bescheiden und der Eindruck von 3 ständig zankenden Regierungsparteien, wo die Parteipolitik wichtiger ist, als der Erhalt des Wohlstandes der Bevölkerung… drängt sich leider zunehmend auf und ist der Nährboden für die antidemokratischen Populisten…

42sucht21
29 Tage zuvor
Reply to  Sparta

@Wenn jemand motiviert ist
ich persönlich habe weniger Empathie für unmotivierte Hiergeborene als für unqualifizierte Zugezogene.
Als ich Schulkind war, kam einmal der Lehrer morgens rein und verkündete, es gäbe nun, ich weiss es nicht mehr, 3,5 oder 4 Mrd Menschen auf der Welt. Heute sind es 8 Mrd. 2075 werden es 10 Mrd sein. Kein Mensch verlässt ohne sehr guten Grund dauerhaft seine Heimat, Familie und Kultur. Aber in einer globalisierten und mobilen Welt ist Migration eben einfacher geworden. Wir werden mit unseren offenen Sozialsystemen Antworten auf die sich immer stärker stellenden Fragen finden müssen. Ich sehe nur, bei mir im Betrieb läuft nichts mehr ohne Zugezogene, sowohl unqualifizierte aus auch qualifizierte (ja, die gibt es selbstverständlich auch reichlich in DE). Das ist doch klar, dass solche Diskussionen überholt sind.

Tobs
29 Tage zuvor
Reply to  Der Baum

Baum, ich sehe es etwas anders als Du.

Und damit meine ich nicht mal, wie Du Dich generell zu dieser Frage exponierst. Ganz rein praktisch aus eigner Anschauung: Ich hatte zwei nigerianische Mitschüler, einer davon übrigens aus einem Medizinerhaushalt.

Dann habe ich nigerianische Geschwister kennen gelernt, er dynamischer BWLer, der als talentierter Halbfussballprofi sich buchstäblich nach oben gekickt hat, sie promovierte Medizinerin in einer typischen Karriere-Fachrichtung. Witzigerweise sind sie richtig schön in die deutsche Pampa gezogen, alle zusammen nach dem Studium. Er, weil er bei einem deutschen hidden champion im Controlling arbeitet, sie, weil sie dort im Krankenhaus schnell Oberärztin wurde. Also im besten Sinne des Wortes in der spiessigen, deutschen Pampa integriert, wir reden hier also nicht von einem Werbefilm über Berlin-Mitte. Die beiden so ruhig und bescheiden wie ihr Vater, der tatsächlich mit nur einer einfachen Bildung nach Deutschland kam. Er hatte aber stets gearbeitet, letztlich Stellen besetzt, die benötigt wurden und seinen Kindern unaufgeregt den Aufstieg in Bildungsberufe ermöglicht. Ach, wo hatte ich die drei kennen gelernt: Auf einem Kleinmöbel-/Kunstmarkt, wo sie aus Spass selbst hergestellte Lampen im Afrika-Chic mit viel Spass feilgeboten hatten. Durchweg positiv und lustig….

Ich könnte Dir so viele Geschichten dieser Art mit verschiedenen Ethnien erzählen, die später in St. Gallen ihren Abschluss gemacht usw….Die Eltern kamen in der Regel nicht als Top-Wissenschaftler oder sonst wie Exponierte nach Deutschland, sondern in der Regel mit nichts und niedrig qualifiziert. Ich denke, Intelligenz setzt sich, wenn eine Gesellschaft durchlässig ist, wie es aus meiner Sicht kaum eine zweite auf der Welt wie Deutschland ist. Mit gefällt einiges gerade nicht hier, aber unsere Durchlässigkeit in der Gesellschaft rühme ich immer noch sehr gerne und auch ein wenig stolz.

Ralf
29 Tage zuvor
Reply to  Tobs

Qualifizierte Zuwanderung/Migration ist ausdrücklich zu begrüßen. Wir brauchen diese Menschen. Es gibt leider jedoch auch eine deutliche Kehrseite der Migrations-Medaille und die stellt ein echtes Problem dar. Das muss Gehör finden. Hier muss der Finger in die Wunde gelegt werden wenn wir die Akzeptanz für Migration insgesamt erhalten wollen. Auch im Hinblick auf Themen wie Integrationsfähigkeit, begrenzte Kapazitäten (Wohnen, Personal, Bildung etc.), Sicherheit und Akzeptanz. Bekanntlich sind sehr viele Kommunen am Anschlag und fordern wegen Überforderung schon lange eine Kehrtwende bzw. Aufnahmegrenze bei der Migrationspolitik. Warum wird das ignoriert?

Bruno
29 Tage zuvor
Reply to  Ralf

Hier ein guter Artikel über die 6 grössten Mythen der Migration.

https://www.nzz.ch/report-und-debatte/die-groessten-irrtuemer-ueber-migration-ld.1821490

Tobs
29 Tage zuvor
Reply to  Ralf

Ich würde hier weder das Problem der aktuellen Aufnahmefähigkeit negieren noch auf definitiv vorhandene Optimierungsmöglichkeiten der Migrationssteuerung eingehen wollen. Auch das Phänomen, dass sich scheinbar spezifische Gruppen herausbilden, die definitiv nicht an einer Integration Interesse zeigen, ist eine traurige Tatsache. Ich würde den Leuten auch nicht verbieten wollen, diese Probleme zu adressieren oder das sonstwie stigmatisieren.

Der Punkt meiner Beispiele sollte gewesen sein: Die Eltern waren mit nichts und sehr niedrig qualifiziert in Deutschland angekommen. Zurückversetzt in diese Zeit: Wären Sie nach Deinem Definitionsansatz vermutlich ausgeschieden. Erst im Laufe der Zeit konnte sich herausstellen, dass die Eltern für ihre Kinder arbeiteten (und übrigens mit niedrig qualifizierten Jobs ganz konkret Bedarfe in unserem Land befriedeten, denn tatsächlich gehen viele von uns nicht mehr „hart“ arbeiten) und die Kinder aufsteigen. Ich hätte es genauso erwähnenswert gefunden, wenn er nicht BWLer, sondern Buchhalter, und sie nicht Ärztin, sondern Pflegerin, geworden wären.

Du wirst also am Anfang häufig Niedrigqualifizierte vorfinden. Das ergibt sich auch denknotwendig bei globaler Migration. Wir müssen aber meines Erachtens – im Grundsatz – trotzdem offen für diese Menschen sein.

Der Baum
29 Tage zuvor
Reply to  Tobs

Es gibt für alles ein positives Beispiel. Ich bin auch froh wenn diese Menschen hier bleiben und arbeiten. Ist ja in Ordnung. Wie gesagt mir ist jeder lieb, der was beitragen will.

Deswegen argumentiere ich am liebsten in Wahrscheinlichkeiten:

Ich mache es nochmals deutlicher. Die Wahrscheinlichkeit, ist deutlich geringer, dass es jemand ohne Bildungshintergrund, aus einem sehr gering entwickelten Land, insbesondere wenn die Kultur nicht westlichen geprägt ist, hier (“Westen”)einen volkswirtschaftlichen und/oder kulturellen Mehrwert schafft.

Und bei der Einwanderungspolitik muss ich mich einfach an Wahrscheinlichkeiten orientieren. Will ich tatsächlich versuchen den einen Prozent z.B. aus Nigeria herauszufiltern, der hier etwas zum wohl aller beitragen kann?

Oder nehme ich nicht lieber die deutlich höhere Wahrscheinlichkeit und orientiere mich an Ländern die bessere Ausgangsvoraussetzungen haben?

Einwanderung ist insgesamt per se weder positiv noch negativ, aus meiner Sicht, sondern abhängig von den Details.

Sparta
29 Tage zuvor
Reply to  Der Baum

@Baum

Wahrscheinlichkeitsgewichtet wird im Internet fast immer eine Meinung aufgrund von persönlichen Gefühlen/Vorlieben und nicht in einer Doktorarbeit mit falszifizierten Vor- & Nachteilen auf sachlicher und datentechnisch sauberer Ebene diskutiert.

Die Mehrheit bestätigt sich selbst mir Links von Algorithmen (vorgegeben oder zugestellt von einem Teil der Magnificant 7) und hält sich selbst für “den” Experten auf jedem beliebigen Gebiet (z. B. das Paarungsverhalten von westafrikanischen Nilpferden ;-)).

Da aber wissenschaftliches Arbeiten deutlich mehr Zeit, Research und immer wieder neue Erkenntnisse etwas vorher geglaubtes über den Haufen werfen können, ist dies anstrengender als Clickbait / Fake-News, welche besser performen oder verkauft werden…. ist es 1. sachlogisch schwierig hier sauber zu diskutieren und 2. sind wir nicht alle Experten zu dem jeweiligen Fachthema und 3. ändern können wir es auch nicht… obwohl wir uns doch so sicher sind es besser zu wissen…

Ralf
29 Tage zuvor
Reply to  Tobs

Ich verstehe das. Ich habe selbst einen dualen Studenten zur Ausbildung welcher Biss und Einsatz zeigt. Und aus ärmlichen Verhältnis stammt. Solche sind sehr willkommen. Allerdings sind ja bereits auch schon sehr viele da. Und die Bilanz auch nach Jahren ist immer noch insgesamt recht ernüchternd. Daher braucht es wie auch vom Deutschen Städtetag wiederholt gefordert klare Veränderungen der Migrationspolitik und auch massive Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern. Sehen übrigens auch viele gut integrierte Migranten so.

Ralf
1 Monat zuvor

KI steht erst am Anfang. Da wird noch viel kommen und große Veränderung bringen. Es ist daher nicht verkehrt, gezielter in den Bereichen durch Einzelaktien oder einen Sektoren-ETF zu investieren. Und auch selbst intensiver damit zu beschäftigen. Gesellschaftlich birgt es große Chancen, aber auch Risiken wie noch mehr Medienkonsum und Bequemlichkeit. Die Leistungsfähigkeit bei Jugendlichen nimmt laut Forschern ab (Flynn-Effekt). Inzwischen schafft z.B. beim Führerschein jeder zweite die theoretische Prüfung (in etlichen Sprachen verfügbar) nicht. Eine bedenkliche Entwicklung für die gesamte Gesellschaft bei den vielen Herausforderungen die zu bewältigen sind….

Thorsten
1 Monat zuvor
Reply to  Ralf

Im Vergleich zu meiner Führerscheinsituation im letzten Jahrhundert haben sich die Regeln vervielfacht und zum Teil geändert. U-Turn war z.b. früher verboten. Und wir, die seit Jahrzehnten unterwegs sind misachten sie zum Teil aus Unkenntnis. Ich habe das gemerkt, als mein Sohn dafür gelernt hat. Die theoretische Prüfung ist auch nicht das Problem, sondern die Praktische. Die Verkehrsdichte und Informationsflut im großstädtischen Verkehr ist entsetzlich geworden. Der Prüfer kann dich je nach Laune durchfallen lassen, weil eine fehlerfreie Fahrt praktisch unmöglich ist. Verkehrsregeln und Fahrpraxis anderer widersprechen sich (z.b. Nötigung bei Spurwechsel, Autobahnauffahrt ).
Landeier sind hier im Vorteil, erleben aber eine böse Überraschung, wenn sie das erste Mal tatsächlich Auto fahren sollen – im Großstadtverkehr.

Bruno
30 Tage zuvor
Reply to  Thorsten

Das Problem dürfte sich in Zukunft dann von alleine lösen, wenn die Autos autonom unterwegs sind. Wird aber in Europa noch ein Weilchen dauern. Ist aber auch notwendig sonst droht der Verkehrskollaps, intelligente Verkehrssysteme sind dringend notwendig, um die steigende Verkehrslast noch einigermassen vernünftig abwickeln zu können.

42sucht21
29 Tage zuvor

@Videolink
Ein starkes 90sek. Video über das ich im positiven Sinn gestolpert bin zum WDSD. Für alle, die zu oft nur die Schwierigkeiten sehen. Es lohnt sich eigene Ziele zu verfolgen und dafür zu kämpfen egal in welchem Lebensbereich. Your assumption becomes reality.
https://www.youtube.com/watch?v=9HpLhxMFJR8

Tobs
28 Tage zuvor
Reply to  42sucht21

Cool! Und genau so ist es.

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