Dein Depot steigt über 100.000 Euro. Du verlangst vom Chef mehr Gehalt. Ein üppiges Depot gibt Dir andere Möglichkeiten


New York, 1. Mai 2018

Das übertriebene Shoppen bringt nicht viel: Der Geldbeutel wird leerm, dafür stapelt sich der Kram zuhause.

Es zahlt sich doppelt und dreifach aus, wenn Du Dich im Job engagierst. Sagen wir, Du hast zehn Jahre lang angestrengt. Zwar nicht bis zur Erschöpfung. Doch hast Du schon begeistert gearbeitet und Dein Bestes gegeben. Dein Depot ist mittlerweile schön sechsstellig. Du hast jeden Monat stur ETFs gekauft. Mit den Jahren hast Du die ETF-Sparrate erhöht. Dein Depot lief flott nach oben.

Nun sprichst Du mit Deinem Chef. Du sagst ihm, Du möchtest aufhören. Du warst zehn Jahre lang in der gleichen Firma. Weil es Dir monetär gut geht, wagst Du den Absprung. Du musst Dir um das Geld keine großen Sorgen machen. Freilich bist Du noch nicht ganz finanziell frei. Aber Du bist auf dem Weg dorthin schon weit. Vielleicht arbeitet auch Dein Ehepartner/Freund/Freundin weiter und es besteht keine Gefahr, weil ihr bodenständig lebt.

Ihr habt also im Depot ein Sicherheitspolster. Und ein zweites Einkommen. Wenn Du mit Deinem Chef unter vier Augen zusammensitzt, bist Du aufgeregt. Du schwitzt. Deine Nervosität merkt der Chef.

Dein Chef wird erstaunt sein. So einen Schritt hat er kaum erwartet. Er wird versuchen, Dich davon abzubringen, indem er verschiedene Projektmöglichkeiten anbieten wird. Vielleicht bietet er Dir eine kernige Gehaltserhöhung oder Bleibe-Bonus an. Oder er bietet Dir eine Teilzeitstelle an, die schön üppig bezahlt wird. Aber: Was Du willst, dass kann Dir der Chef nicht bieten: Die Freiheit über Deine Zeit!

Solche Schritte kann man nur gehen, wenn man finanziell vorgesorgt hat. Sonst wäre es Harakiri. Es ist ein kleines Spiel mit dem Chef, auf das Du Dich einlassen kannst. Vielleicht bietet er Dir etwas Außergewöhnliches an. Deine Arbeit ist womöglich so wichtig für die Firma geworden, dass er ein Problem hat, Dich zu ersetzen. Wunder Dich nicht, wenn der Boss Dich darum bittet, zumindest als freier Mitarbeiter/Selbstständiger zu bleiben. Natürlich brauchst Du das Angebot nicht zu akzeptieren. Das erste Angebot ist meistens eh nicht das Beste. Du kannst zum Pokerspieler werden. Du bist auf das Gehalt eben überhaupt nicht mehr angewiesen. Also kannst Du pokern.

Noch mal: Das geht nur, wenn Du finanziell das nötige Polster hast. Das kann kaum jemand machen, der mit Hypotheken und anderen Schulden tief im Sumpf feststeckt.

Also wird Dein Chef womöglich eine große fette Karotte für Dich haben. Es kann aber auch passieren, dass Dein Chef Dich gehen lässt. Dann gehst Du eben. Du wolltest eh die Freiheit genießen. Nach einer Auszeit von mehren Monaten entscheidest Du Dich, nur noch an kleinen Projekten zu arbeiten beziehungsweise einen Nebenjob anzunehmen.

Ich bin kein Karriere-Experte. Ich behaupte nicht, alle Antworten parat zu haben. Was ich sagen will: Ein schönes Depot bietet Dir mehr Möglichkeiten. Geht Dir die Arbeit auf den Wecker, gehst Du. Also fang daher an, wenn Du 18 oder 20 Jahre alt bist, im Idealfall in ein ETF-Depot emsig zu sparen. Und nicht erst, wenn Du 37 oder 40 bist.

Es gibt Millionen von Menschen, die destruktive Ausgabengewohnheiten haben. „Ich lebe jetzt! Ich mach mir später Sorgen um das Geld“ oder „Ich werde später viel Geld verdienen, warum sollte ich jetzt leiden?“. Aber: So eine Einstellung ist brisant.

Ein Trick, um in jungen Jahren einen guten Start zu haben: Nach der Ausbildung/Hochschule bleibst Du ein paar Monate länger im Elternhaus. Vielleicht gibt es genug Platz. Das heisst nicht, dass Du Dein ganzes Leben bei den Eltern bleiben sollst. Vielleicht bleibst Du nur so lange, bis Du einen sechs-monatigen Notfallfonds angespart hast. Und bis Du die Probezeit im Betrieb überstanden hast.

Vielleicht ziehst Du anschließend in eine WG. Das machen übrigens viele Leute in New York. Ich hatte eine coole Zeit in den WGs hier. Du bist eh den ganzen Tag im Büro. Brauchst Du ein ruhiges Zuhause nur für Dich?

Beim Traum vom eigenen Haus bist Du natürlich vorsichtig. Wer will sich eine enorme Hypothek ans Bein binden? Du überlegst jedenfalls sehr genau, bevor Du einen Monster-Kredit unterschreibst, der Dich die nächsten 30 Jahre in eine Abhängigkeit begibt.

Beim Auto muss man sich kein Neues kaufen. Es geht ein Gebrauchtes. Du kannst mit einem Neuwagen schnell 5.000 oder 10.000 Euro an Wert verlieren. Kauf lieber ein Auto mit Cash als auf Pump. Dann bleibst Du eher bodenständig. Im Idealfall brauchst Du gar kein Auto (so wie ich).

Bars habe ich abgehakt. Meine Alk-Zeit ist vorüber. Ich brauche keine Kopfschmerzen und Schwindelanfälle mehr. Alkohol ist schädlich: Er erhöht das Risiko, an Demenz und Krebs zu erkranken. Ich wundere mich in New York über Leute, die sich ständig zum Steak-Dinner treffen. Da sind ganz schnell 100 Dollar je Person weg.

Meine Kleidung kaufe ich im Discounter und trage sie lange. Schau Dich bei Dir mal um, wie viel unnötiges Zeug Du hast. Am besten verkaufst Du den Mist – vielleicht auf eBay. Wenn Du ausmistest, gilt: Keines der Dinge, die Du verkaufst oder verschenkst, benutzt Du regelmäßig.

Sei vorsichtig beim Stromverbrauch. Ich benutze selbst im heißen New York selten die Klimaanlage (am liebsten gar nicht). Geräte, die Du nicht benutzt, stöpselst Du aus. Deine Lichter kannst Du auf LED umstellen.

Fülle Deinen Kühlschrank mit vielen Wasserflaschen, wenn Du den freien Platz nicht brauchst (Tipp Nr. 6 auf der Liste). Dies hilft Dir, die Temperatur Deines Kühlschranks bei jedem Öffnen der Tür zu halten und benötigt weniger Energie.

Ein Nachbar ist Single. Er nutzt nie die Geschirrspülmaschine. Nachdem er mit einem Teller oder etwas fertig ist, spült er es schnell ab und legt es anschließend in die Geschirrspülmaschine, um zu trocknen. Wenn er eine Tasse oder einen Teller braucht, nimmt er es einfach aus der Spülmaschine.

Ich finde solche Tricks kultig. Ich lerne stetig dazu. Ich bin eine sparsame Person. Ich wurde so erzogen. Schau Dich mal um. Es gibt so viele Menschen mit Geldproblemen und Schulden. Manchmal weisst Du davon nicht mal etwas. Du denkst Dir: „Oh, der kann sich aber viel leisten. Ein dickes Auto, schönes Haus, teure Urlaube, ständig neue Möbel….“ Aber all der Spass wird durch Kredite finanziert. Das Girokonto ist tief im roten Bereich. Es kann die Hölle sein, von der Du nichts weisst. Betroffene verschweigen so etwas. Immer mehr Deutsche sind übrigens überschuldet.

Wie kann so ein Lebemensch seine Gewohnheiten ändern und Schulden abbezahlen? Übertriebener Konsum ist wie eine Sucht. Einkaufen kann eine Sucht sein. Diese Menschen verstehen nicht ihre Prioritäten. Sie verstehen nicht, warum sie Geld ausgeben (der seelische Grund).

Zu den schlechten Gewohnheiten dieser Leute gehört:

  • Aufnahme von Konsumkrediten. Sie nehmen Darlehen für alles Mögliche auf.
  • Ständig neue Konsumwünsche. Vor allem Hochpreisiges.
  • Sie kaufen große Mengen ein. Auch im Supermarkt. Über die Hälfte landet in der Tiefkühltruhe und Speisekammer. Oft für mehrere Jahre nach dem Kauf.
  • Essen in Restaurants und Fast-Food-Läden mehrmals pro Woche anstatt zu essen, was bereits verfügbar ist.
  • Ausgehen. Regelmässig ins Kino. Sie gehen in überteuerte Bars.
  • Sie kaufen die neuesten und besten Elektronikgeräte, ohne jemals die älteren loszuwerden oder zu verkaufen. Kommt ein neues Smartphone auf den Markt, können sie kaum abwarten, um das alte Handy einzutauschen. Mehrere hundert Euro sind schnell weg für ein neues Samsung Galaxy Note 8 oder iPhone 10. Dabei haben sie die Vorgängerversion vor einem Jahr gekauft.
  • Zum Einkaufen gehen sie lieber zu Rewe. Aldi oder Lidl hassen sie. Sie lieben Markenprodukte. Sie würden niemals Topstar-Cola trinken. Wenn groß der Markenname wie „Uncle Ben’s“ auf der Verpackung steht, ist es immer besser als nur ein „Kochbeutelreis“.
  • Anstatt sich nach günstigen Preisen umzuschauen, wird überall der volle Preis für alles bezahlt. Ein reduziertes Produkt? „Da muss etwas faul dran sein“, denken sie sich.
  • Es werden Dinge gekauft, die sie nie brauchen und nie benutzen. Massenweise landet neue Kleidung im Schrank, die nie getragen wird. Es werden Spiele gekauft, die nie gespielt werden.
  • Sie verhandeln ungern Preise. Sie zahlen gerne den vollen Preis. Sie erkundigen sich nicht nach einem Spar-Abo oder einem möglichen Rabatt. Egal, ob es um TV-, Internet- oder Telefonverträge geht, es muss immer das Beste sein.
  • Per Kredit geht es ab in einen Traumurlaub nach Spanien, Italien, Südamerika oder Japan. Auch die Westküste der USA wird gebucht, obwohl das Girokonto schon den Dispo-Spielraum ausgeschöpft hat. Das leben auf Pump ist teuer. „Man lebt nur einmal“, ist aber deren Motto.

Nicht alle diese Gewohnheiten sind per se schlecht, aber sie sind letztlich die Dinge, die das Geld auffressen. Es ist in Ordnung, Geld auszugeben. Es ist in Ordnung, wenn Du es Dir leisten kannst.

Es ist aber etwas anderes, wenn Kredite und Kreditlinien schon üppig ausgenutzt werden. Ein südhaft teurer Fernseher hängt an der Wand. Die Kücheninsel ist enorm. Es gibt sogar einen Weinkühler. Manche haben dann noch teure Uhren-, Figuren- oder sonstige Sammlungen.

Hier sind 11 Punkte, was Du tun kannst:

  1. Ermittle Deine Prioritäten. Spreche mit anderen über Deine Lebensziele. Spreche darüber, was Dir wichtig ist. Für was ist es ok, Geld auszugeben? Für was ist es wert, Geld auszugeben? Was brauchst Du unbedingt (MUSS)? Was möchtest Du (KANN)? Hier haben die meisten Probleme, den Unterschied zu verstehen.
  2. Schulden tilgen. Zur Not zur Schuldenberatung gehen.
  3. Ziehe in eine billigere Wohnung um. Motiviere Dich, indem Du für eine eigene Wohnung/Haus sparst. Deshalb ist die gegenwärtige Situation nicht dauerhaft.
  4. Iss das ganze Essen, das Du schon hast, auch wenn es beschissene Mahlzeiten sind. All die Gefrierkost aufessen. Sonst musst Du es irgendwann wegwerfen. Konservendosen aufbrauchen. Alle Verfallsdaten überprüfen. Künftig im Idealfall nur noch Frisches kaufen. Große Vorräte sind unnötig.
  5. Beginne, unnötige Sachen loszuwerden. Miste aus. Sortiere aus. Uralte Quittungen. Alte Bücher. Alte Magazine, alte Post.
  6. Steckst Du tief im Schuldensumpf, mache keine Verabredungen oder soziale Aktivitäten, die Geld kosten. Du kannst Dich auch abseits von Kino oder Restaurants mit Freunden treffen.
  7. Gehe an Orte, die billig sind, um Dinge zu kaufen. Aldi oder Lidl. Das kann Dich Tausende sparen. Am besten meide Möbelhäuser. Meide Einkaufszentren oder Elektronikketten. Bestelle Dauer-Werbe-Emails ab. Kaufe gebraucht. Kaufe kleine Mengen. Große Packungen sind vielfach teurer je Einheit.
  8. Stelle den Handy-Vertrag um. Kündige unnötige Abos.
  9. Beginne, Sachen zu verkaufen, die Du nie wieder benutzen wirst. Elektronik, Sammlungen usw. Ich bin mir sicher, dass einige Leute da draußen Wert in diesen Dingen finden oder Sammler sind.
  10. Spare Geld. Nur darauf aus zu sein, Kredite und Kreditlinien auszuschöpfen ist doch Schwachsinn.
  11. Kommst Du nicht voran, geh in Therapie. Geh zur Schuldenberatung. Es gibt Fälle, denen es schwer fällt den gesunden Menschenverstand einzusetzen, wenn sie vor Kaufentscheidungen stehen. Für Dich scheint es ein emotionales Problem zu sein, wenn Du ein Schuldenproblem hast.

Die Kernfrage ist doch, wofür sparst Du Geld? Haus, Ruhestand, finanzielle Freiheit! Es ist okay, Geld für Spaß-Dinge auszugeben. Es kommt auf das Ausmaß an. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Prioritäten haben. Finde heraus, wo Dein Geld hingeht und wie Du es ausgibst. Führe ein Haushaltsbuch. Eine Excel-Tabelle oder ein Notizbuch hilft, das Chaos zu sortieren. Schreib Deine monatlichen Ausgaben auf. Du wirst überrascht sein, wo Dein Geld hingeht.

Denk an die Dinge, die Du regelmäßig kaufst. Brauchst Du sie wirklich oder willst Du sie einfach nur haben? Wie lange wird es dauern, sie woanders billiger zu bekommen? Landet nicht das Meiste ungenutzt im Keller oder Schrank und mit der Zeit lagert sich Staub ab?


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Dein Depot steigt über 100.000 Euro. Du verlangst vom Chef mehr Gehalt. Ein üppiges Depot gibt Dir andere Möglichkeiten

  1. Mr. Pino Cavallo

    Danke für den Beitrag, Tim!

    Die Leute, die du beschreibst, gibt es tatsächlich. Ein guter Kumpel von mir nimmt – gefühlt – schon sein gesamtes Leben lang Kredite auf. Er hat immer die neuste Unterhaltungselektronik, das neuste Smartphone und seit neustem hat er sich auch noch einen teuren Benz gegönnt. Für den Wagen hat er allen Ernstes bei einer externen Bank einen Kredit aufgenommen, der über den Kaufpreis liegt und stolze 6% (!) an Zinsen zahlt. Seine Begründung, nicht bei der Mercedes-Bank den Kredit zu günstigeren Konditionen aufzunehmen: „die Bank hätte mir nur den Kredit für den Kaufpreis gegeben, ich dagegen möchte aber auch noch Cash für etwaige Reparaturen parat haben“. Es ist zum Mäusemelken! Seine Frau hat jetzt Führerschein gemacht und natürlich brauchte sie jetzt auch einen eigenen Wagen. Das Ergebnis: mehrere parallel laufende Kredite. Ich weiß nicht, wie er es – mit 3 Kindern im Haushalt und einem Gehalt, das bestenfalls Durchschnitt ist – schafft abends ruhig zu schlafen. Ich könnte das nicht!

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mr. Pino Cavallo

    Das ist schon krass mit Deinem Kumpel. Das ist vermutlich ein permanentes Leben kurz vorm Kollaps.

  3. Iceman

    Bei den Marken Lebensmitteln kann ich dir uneingeschränkt zustimmen.

    Wenn man die Nährwerttabellen auf den Produkten vergleicht, ist in der Hausmarke und im Marken Produkt meist exakt das gleiche drin, nur die Hausmarke ist um einiges preiswerter.

  4. RS

    Wieder ein sehr guter Beitrag Tim!

    Ich habe schon vor einiger Zeit bemerkt das man mit bestimmten Menschen nicht über Finanzen und co. reden sollte.

    Ich besitze schon seit 3 Jahren kein eigenes Auto mehr und nutze ÖPNV, anfangs gewöhnungsbedürftig aber nun genieße ich es keine Staus,Parkplatzsuche,Parkgebühren und Kratzer befürchten zu müssen auch bin ich ruhiger und gelassener geworden.Teure Abos,Verträge usw. werden regelmässig überprüft und bei günstigeren Angeboten gewechselt.Ich verreise unheimlich gerne und auch oft aber auch dort kann man enorm sparen.Es muß kein 4 Sterne Palast sein, wenn man sowieso den ganzen Tag auf tour ist und nur eine Schlafstätte benötigt.AllInc.?Nein danke, denn meistens ist es minderwertiges Essen bzw. aus einer Großküche ausserdem möchte ich Land und Leute sehen und nicht nur die Poolbar und Hotelkantine.Das teure Eis am Strand?Klar muß auch mal sein aber was spricht gegen das günstigere Eis vom Einkaufsladen?So kann man  die einheimische Gastronomie etwas unterstützen aber auch den Geldbeutel schonen und auch mal ein Eis mehr haben.Nur wenn man dann mit anderen darüber spricht, kommen gleich Geizhalsmentalität auf.Ich mach mir dann immer den spaß und betone Toilettenpapier hat bei mir zwei Seiten 🙂 .Minimalismus ist ein fester Bestandteil meines Lebens geworden und habe dadurch eine durchschnittliche Sparrate von 60-65% im Monat erreicht ohne das ich das Gefühl habe verzichten zu müssen.Das verstehen viele nicht und denken das man leiden würde.Inzwischen bin ich froh über mein minimalistisches Leben aber nicht weil ich dadurch sparen kann sondern um mich von vielen Ballast befreit zu haben.Das ersparte ist nur die logische folge daraus.Mein Ziel ist es selbst zu bestimmen wann ich aufhören will zu arbeiten und nicht was meine Bank dazu meint, noch möchte ich mich von den negativen Berichten über unsere Rente herunterziehen lassen.Ich sehe die Rente eher dann als Bonus.Vielleicht probiere ich mal Teilzeit aus oder arbeite was ganz anderes aber ohne finanzielle Nöte und Ängste dadurch zu leiden.Jedenfalls lebt es sich so sehr entspannt und versuche mein Leben immer mehr zu entschleunigen nur wie gesagt erspare ich mir Diskussionen mit meinem Umfeld-verschwendete Lebenszeit und energie.

     

  5. Ein Chef

    @Tim

    … wegen läppischen 100 k einen auf „unersetzbaren Angestellten“ zu machen halte ich für sehr grenzwertig….

    Gutes Personal, welches Mehrwert für die Firma generiert muss jeder halbwegs klar denkende Chef langfristig halten! Die Argumentation sollte aber immer die tatsächlich nachweisbare gute bis sehr gute Arbeitsleistung und der Mehrwert für die Firma sein (nicht irgendein volatiler, kleiner Depotbestand) !

    Sollte der Mehrwert durch zu exorbitante Forderungen nicht mehr gegeben sein, macht es für keinen Chef der Welt Sinn, einen Angestellten mit Träumereien von FU im Kopf zu halten.

  6. Frank

    Hallo Tim,

    ich als Badener bin mit vielem einverstanden was du sagst, aber ein Glas Wein zu einem guten Essen ist doch was Tolles.

    Am besten man befährt die Weinberge, besucht die Winzer vor Ort und macht sich den Kofferraum voll.

    Dann an schönen Abenden oder im dunklen kalten Winter kommen zum guten Geschmack noch die schönen Erinnerungen an die Weinberge dazu.

  7. June

    Guten Abend zusammen,

    Lieber Tim, da hast du viele schöne Beispiele zusammengetragen wie man im positiven Sinne ohne Einschränkungen sparen kann.

    Ich koche an ca. 345 Tagen zuhause. Und ich koche so, dass wir am darauffolgenden Tag auch immer ein Mittagessen haben. Die Tage an denen ich nicht zuhause koche sind wir in Urlaub oder es ist einer unserer besonderen Tage. So ein besonderer Tag ist z.B. mein Geburtstag, da möchte ich gerne essen gehen, da soll jemand für mich kochen. Da ich aber gut koche und wenn wir schon mal Essen gehen, dass Essen besser als zuhause sein soll, wird es meist etwas teurer. Oder es ist einer jener ganz seltenen Tage an denen ich nach 12 Stunden Büro nach Hause komme und ausnahmsweise mal keine Lust habe zu kochen. Was selten vor kommt, da kochen für mich etwas meditatives hat.

    Wer selbst kocht, spart sehr viel Geld und tut seiner Gesundheit etwas gutes.

    Mike hat vorhin noch geschrieben, dass man die Einkommensseite nicht vernachlässigen soll, da man mit sparen alleine nicht weiterkommt. Das Sparergebnis an sich sei seiner Meinung nach bergrenzt. Das stimmt, aber nur für die Menschen, die nicht immer wieder aufs neue in die Lifestyle Falle tappen. Aber wir alle tun das immer wieder aufs neue. Manchmal zieht einfach der Schlendrian ein und dann kauft man sein Brötchen doch wieder beim Bäcker anstatt sich einen leckeren und gesunden selbst gemachten Salat mit ins Büro zu nehmen.

    Heute habe ich alle alten Videos und CD’s die ich noch gefunden habe durchgeschaut, alle Nummern bei einem Onlineportal eingegeben. Okay, Klassik kaufen sie nicht an, aber sonst eine ganze Menge. Morgen geht das Päckchen zur Post und die Sachen die ich nicht verkaufen konnte, da sind tolle Videos dabei, spende ich dem Sozialkaufhaus.

    Positiver Effekt, wir haben ein leeres Regal. Das Sozialkaufhaus schöne Videos und CD’s und ich demnächst ein paar Urlaubs- Euros mehr auf dem Konto.

    Leider kenne ich auch ein paar negativ Beispiele, wo Menschen ohne Not, nur weil man nicht warten möchte oder kann, Kredite aufnimmt.

    Take care,

    June

  8. Mike

    Super Artikel, du bist wirklich sehr aktiv und begeisternd, toll!

    Kann allem zustimmen bis auf eine Kleinigkeit, es ist ökologisch und finanziell effizienter, das Geschirr im Geschirrspüler zu waschen als von Hand unter dem laufenden Wasser. Nun ja in einem Singlehaushalt wird sich der womöglich kaum füllen bis es stinkt, dann muss man halt Kompromiss eingehen, das Meiste kann übrigens auch kalt gespült werden, gerade wenn man sofort erledigt nach dem essen ist das effizient.

    Und bei Geräten die viel Strom verbrauchen lohnt sich häufig nicht das Billigste zu nehmen, wenn sie 5x mehr Strom brauchen. Vielleicht braucht man aber auch gar nicht so viele Geräte, oder es tut es auch ein Kleineres, auch in Deutschland werden ja die US-Doppelkühlschränke Mode, ist man nicht gerade eine Grossfamilie braucht das niemand. Wer noch mehrheitlich sich pflanzlich ernährt braucht eh für fast nix einen Kühlschrank, ein grosser Vorteil.

    Waschmaschine immer füllen, ich kenne Leute die lassen die Maschine mit 3 T-Shirts an, so viele Kleider sollte man schon haben dass man mindestens eine Maschine füllen kann.

  9. Mike

    „Ziehe in eine billigere Wohnung um. Motiviere Dich, indem Du für eine eigene Wohnung/Haus sparst. Deshalb ist die gegenwärtige Situation nicht dauerhaft“

    Sehr guter Punkt, insbesondere denke ich wohl für die meisten der Gewichtigste, was die Ausgaben betrifft. Leider gibt es noch viel zu wenig Angebot an kleinen und einfachen Wohnungen, eine Marktlücke, inbesondere hier in der Schweiz. Alternative wären WG’s. Was hinzu kommt, die neuen Wohnungen sind extrem komfortabel ausgestattet, Luxusküche, Luxusbad, es wird gelockt mit allen möglichen Gerätschaften, auch dies eher ein Phonomen Schweiz aber auch immer mehr in Deutschland, es lohnt sich nicht, denn ein Grossteil der Miete sind Zinsen und Rendite für den Vermieter. Lieber sparen für Eigenheim, und auch da dann etwas kaufen, wo man auch mieten würde, nicht noch „Extraluxus“, den man nicht braucht. Kollegen mieten Wohnungen mit mehreren Bädern und Luxusküche, die sie gar nie brauchen, gehen auswärts essen oder lassen liefern, doppelte Verschwendung! Das Geld kommt nie mehr zurück… Eigenheim hat Vor- und Nachteile, kann man es ohne Hypothek kaufen, bietet es grosse Vorteile, es senkt die Fixkosten. Steuervorteile hin oder her, ich finde es aus Prinzip ein schönes Ziel, einmal „gratis“ (bis auf die Nebenkosten) zu wohnen. Fast alle Neubauwohnungen haben heute einen Lift, auch wenn es nur 2 Stockwerke sind, das ist ungesund und erhöht nur die Kosten, wer wirklich Angst hat mal nicht mehr zu gehen oder bereits ans Alter denkt, kann ja im EG einziehen. Ich kenne viele, die geben 30-50% ihres Einkommens für die Miete aus, kein Wunder ist da jede Sparquote Utopie!

  10. KievKiev

    @ Mike

    Wohnraum als Eigentum sollte sich genauso grob rentieren wie ein Investment. Man hat vermutlich immer leichte Abstriche in der Rendite, da Eigentum immer mehr Komfort oder bessere Lage usw. als eine Mietwohnung hat.

    Der Punkt ist unabhängig davon, ob man die Wohnung kaufen kann oder ein Darlehen aufnehmen muss. Mit einem Darlehen geht man allerdings eine Verbindlichkeit ein. Die hat man im Prinzip auch bei einer Mietwohnung. Es ist aber in der Tat ein schönes Gefühl weniger Fixkosten zu haben. Auch wenn es eine verzerrte Berechnung ist. Wäre das Kapital angelegt könnte man ja auch entsprechend mehr Geld im Monat ausgeben. Der Zwangsspareffekt durch ein Annuitätsdarlehen am besten mit Sondertilgungsmöglichkeit ist aber spürbar. Es motiviert viel mehr als wieder die nächsten 100k abzuhaken. Für viele fängt mit einer Immobilie auch erst das richtige sparen an.

    Zu Deiner Putzfrau. Hast Du Deine Arbeitszeit seitdem Du sie hast entsprechend aufgestockt? Oder nutzt Du die Zeit um ein zweites Standbein aufzubauen, oder Dich fortzubilden? Falls nicht ist es nur eine theoretische Berechnung, dass Du mit Ihr Geld durch den unterschiedlichen Stundensatz sparst. Wir hatten auch eine Putzfrau. Mit Musik macht mir die Arbeit in der Küche aber sogar Spaß. Wenn man Dinge als Routine immer an ihren Platz stellt und die Spülmaschine immer sofort ein und ausräumt geht vieles wie von alleine. Mit zwei Kindern hatten wir aber schon viel zu tun. Im Sommer muss ich täglich Staubsaugen. Und damit habe ich jetzt keine klinisch reine Wohnung. Wir haben uns einen nicht notwendigen Staubsaugerroboter für 105€ gekauft. Er unterstützt uns sehr gut. Ich muss nur noch einmal pro Woche umfassender saugen. Aber Du hast recht. Falls ich einmal meine Stunden reduziere kann ich auch wieder eine Putzfrau für 2h pro Woche nehmen und arbeite selbst die eine Stunde mehr. So muss ich für die Stunde keine Hausarbeit machen. Wenn die Ziele erreicht sind schaue ich es mir noch einmal an. Dann werden die Kinder aber nicht mehr so viel dreck machen, so dass sich die Arbeit dann in Grenzen hält. Aber wenn genug Geld vorhanden ist schaue ich das ich freie Zeit kaufe.

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Iceman
    Genau. Die Markenhersteller sind oft die Fabrikanten, die gleichzeitig (still und heimlich) die Handelswaren herstellen.

    @ RS

    Super. Gratulation zum ÖPNV. Ich vermisse mein Auto nicht. Gar nicht. Ich bin froh, keines mehr zu haben. Zur Not nehme ich Uber/Lyft. Aber meistens meine Beine oder U-Bahn/Bus/Rad.

    Mir ist schon aufgefallen, dass Menschen, die ständig Statussymbolen hinterher rennen, innerlich leer sein können.

    @ Ein Chef

    Ich habe im ersten Absatz über ein „schön sechsstelliges“ Depot geschrieben. In der Überschrift steht „über 100.000 Euro“.

    @ Frank

    Das musst Du wissen mit dem Wein.

    Hier habe ich eine Studie gesehen, die zeigt, wie man über eine Dekade länger leben kann: Aufs Körpergewicht aufpassen, kein Alkohol, kein Tabak, etwas Sport, gesund ernähren.

    https://www.cnn.com/2018/04/30/health/life-expectancy-habits-study/index.html

  12. Leser

    Wie so oft muss ich in vielen Punkten zustimmen. Sehr motivierend! Leider wächst mein Depot nicht so schnell, wie es hier gerade neue Beiträge gibt. 😉
    Essen gehen, ausgehen usw. das ist teuer. Nicht bei ersten Mal, aber wenn sich das Einpendelt, zur Gewohnheit wird, hat man ganz schnell nicht zu verachtende monatliche Kosten. – Kann gar schnell mehr sein als ein Auto monatlich kostet!

    Ich halte gar nichts von WGs. Auch wenn ich frei wäre, ich bräuchte die eigene Wohnung. WGs sind nichts für Jeden. Aber es macht natürlich einen Unterschied ob es der Neubau sein muss, oder ob die günstigere unrenovierte Altbauwohnung reicht. Ist in der Wohnung eine Küche drin? Prima, dann kann man direkt loswohnen und braucht rein gar nichts investieren. Andere gehen zu Ikea und kaufen erstmal für ein paar Tausender Möbel plus Geräte. Das sind direkt ein paar Monate, in denen das Depot gar nicht wächst.

    Bei dem Bild der Lebensmittel muss ich gegenhalten. Ich kaufe gerne viel auf einmal. Dann ist der Vorratsschrank voll und ich habe meine Ruhe. Für dieses eine Mal gehe ich zum günstigen Händler auf deutscher Seite, spare dadurch locker die Hälfte. Wenn man die Vorräte im Blick hat wird nichts schlecht. Einzig Obst und Gemüse muss man regelmässig frisch nachkaufen. Wenn man einen Balkon oder Garten hat, kann man auch einen Teil des Bedarfs selbst anbauen. Das wird so Einige betreffen, entweder regelmässig zum teuren Supermarkt direkt vor der Haustür oder ab und zu zum günstigeren weiter weg.

  13. Mike

    @Kiev

    Da ich selbständig bin rechne ich meine Arbeitszeit nicht so genau, sie macht mir auch Spass, wo hingegen putzen mir eher weniger Spass macht. Ich empfehle das ja nicht generell, vielleicht würde ich die Zeit trotzdem arbeiten und dann wären die Putzstunden Freizeit, die verloren geht.

    Bezüglich Wohnung mieten oder kaufen, den grossen Fehler die fast alle begehen ist, eine Eigentumswohnung luxuriöser zu gestalten als eine Mietwohnung, warum? Ich resp. wir haben unsere Bedürfnisse, ob wir nun mieten oder kaufen ist egal, bloss wird eine Mietwohnung langfristig teurer als eine Eigentumswohnung, da der Vermieter ja noch etwas verdienen will und nicht bloss die Finanzierung decken. Zum Thema das Geld anders anlegen ist schon so, die Frage ist ob ich die Kosten einer Mietwohnung sehr sicher anlegen kann, und das sind dann schon mal 6-7% Kapitalkosten, und da wird es schon knapp. Aber dafür hat man auch gewisse Risiken, wenn etwas kaputt geht muss man selber bezahlen, plus verliert man die Freiheit, jederzeit seine Zelte abzubrechen und umzuziehen, das wird etwas erschwert resp. je nach Marktlage auch ein gewisses finanzielles Risiko. Daher gibt es hier kein generelles Rezept, es gibt kein Besser oder Schlechter, jeder muss seine Situation abwägen. Es gibt auch Leute, die heutzutage bei tiefen Zinsen hohe Kredite aufnehmen, obwohl sie das Geld hätten und dies lukrativer anlegen, rein finanziell kann das aufgehen, für mich wäre das aber kein Weg, ich unterscheide nicht zwischen guten und schlechten Schulden, auch wenn offensichtlich eine 1% Hypothek besser als ein 15% Privatkredit ist, aber Schulden bleiben es.

  14. Felix

    Als Chef würde ich schauen, dass ich solche Mitarbeiter so schnell wie möglich los werde, da er sowieso bei nächster Gelegenheit hinschmeißen wird. Das Gespräch kann man sich bei einer größeren Firma ohnehin kaum vorstellen. Bei einer kleine Klitsche mag soetwas vielleicht möglich sein. Grundsätzlich gilt aber, jeder ist ersetzbar.
    Und ob man einen gut dotierten Job so einfach aufgeben sollte nur weil man 100k im Depot hat, um sich dann mit prekären Jobs und viel Zeit durchzuschlagen.

  15. KievKiev

    @ Mike

    Bei Eigentum ist man durch die Kaufnebenkosten länger an die Wohnung gebunden. Die Leute möchten aus diesem Grund weniger Kompromisse eingehen. Die Wohnung ist beim Kauf meist größer, so dass man noch ein Zimmer für Kind, Besuch oder Arbeit auf Reserve hat. Da man voraussichtlich länger in der Wohnung lebt, kann man auch die erste vernünftige Küche einbauen. Es ist ja schließlich keine temporäre Lösung. So geht es dann von einem zum anderen und am Ende kostet die Wohnung dann entsprechend viel.

    Bis auf ein Paar kenne ich niemanden der nicht eine signifikant größere Wohnung oder Haus gekauft hat. Sie haben aber alle Kinder bekommen. Das muss fairerweise dazu gesagt werden. Obwohl ich ja generell dazu rate nicht viel auszugeben habe ich dem einen Paar dezent so weit möglich versucht zu vermitteln, dass die Wohnung zu klein ist. Sie haben als einzige im Nachhinein doch ein Haus gekauft. Unsere Wohnung ist nur 15qm größer als die Mietwohnung. Sie wird aber noch einmal um ca. 25qm wachsen. Und wird vermutlich auch noch weitere 22qm für Besuch bereit halten. Wir haben ein Haus gekauft, dass wir an unseren Bedarf anpassen. Der Rest wird vermietet.

  16. Ein Chef

    @Tim

    „Ich habe im ersten Absatz über ein „schön sechsstelliges“ Depot geschrieben. In der Überschrift steht „über 100.000 Euro“.“

    Ist mir bei einer Gehaltsverhandlung als Chef aber nach wie vor komplett egal, bzw. möchte ich als Grund für mehr Geld beim besten Willen nicht hören!

    Leistung und zukünftige Leistung zählt bei einer Gehaltsforderung!

  17. Thorsten Rohweder

    Der Geschirrspüler spart Wasser. Es ist nicht möglich einen vollbesetzten Geschirrspüler mir derselben Menge Wasser von Hand zu spülen – jedoch verbraucht er Strom. Unser Geschirrspüler hat einen Ecomodus. Anstatt hoch zu heizen und am Ende zu trocknen, arbeitet er länger, drei Stunden und mehr. Als Single hätte man ein Problem so viel Geschirr über Tage zu sammeln. Wenn man es denn überhaupt hat. Der Nachbar, der von Hand abwäscht spart Strom, verbraucht aber definitv mehr Wasser.

  18. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ein Chef

    Ich stimme zu.

    Du sagst von Deinem Depot, vielleicht mit 300.000 oder 600.000 Euro bestückt, kein Wort zum Chef.

    Du sagst nur: „Nach 10 Jahren möchte ich mich beruflich verändern.“ Fertig.

  19. Tina

    Beim Essen möchte ich doch ermuntern nicht nur billig zu kaufen. Es ist eine Investition in sich selbst und in die eigene Gesundheit. Da darf’s auch gerne Bio sein, wo noch viele Vitamine enthalten sind. Das ist nämlich in Discounter Ware mitnichten der Fall. Ansonsten hast du meine volle Zustimmung, Tim.

  20. Thorsten Rohweder

    Die Masse will ‚groß‘, ’schnell und ’sofort‘. Unserer Gesellschaft fehlt ‚Geduld‘ und ‚Bescheidenheit‘. Tugenden, die früher etwas galten. Wir sind jahrzehntelang mit Werbung beschallt worden , in der es hieß, daß man Glück mit Geld kaufen könnte. Wir drehen den Spieß um, wir arbeiten mehr und geben weniger aus. Die Werbung soll sich andere Konsumopfer suchen. Unser Glück hängt nicht von schicken Autos, Glitzer und Prunk ab.

  21. Ex-Studentin

    @Felix/Ein Chef

    Ein dickes Depot hilft wirklich. Nicht, weil man das dem Chef aufs Brot schmieren kann, sondern weil man auch mal „Nein“ sagen kann. Man kann sich übergangsweise Arbeitslosigkeit leisten, wenn der Job nicht ganz passt.

    @Tim

    Viele gute Leitlinien. Ausmisten ist ein Dauerprojekt. Irgendwie sammelt sich unnützes Zeug mit der Zeit.

    Habe gerade nach günstigen Wohnungen geschaut. Gibt es nicht mehr. Wir haben jetzt 2 Zimmer für 630€ kalt. Fürs gleiche gleiche Geld finde ich nur eine 30m2-Wohnung an der Straße.

    Wir haben eine sehr kleine Spülmaschine. Spart Lebenszeit, wenn man nicht von Hand spült.

    @June

    Welches Portal hast du fürs Verkaufen genutzt? Ich will alte Bücher verkaufen. Gibt aber nur 10 cent pro Buch und 10€ Mindestabnahme. Mal sehen, ob ich 100 Bücher wirklich zur Post schleppe.

  22. Mike

    @Kiev

    Klar ist individuell, bei uns in der Schweiz ist es etwas anders, Mietwohnungen unterscheiden sich kaum von Eigentumswohnungen, ja sogar Mietwohnungen sind häufiger an besseren Lagen, ist klar wenn eine Immobilie entwickelt wird und ein Eigentümer z.B. 50% Mietwohnungen und 50% ETW erstellt, wird er die besseren als Mietwohnungen verwenden, da er diese dann besser vermieten kann. Ausgestattet sind hier alle Wohnungen mit Einbauküchen, Standard in der Regel wie Eigentum. Dafür sind eben auch die Mietpreise enorm. Daher kann man das nicht wirklich 1:1 vergleichen, auch die Steuersituation ist anders. In USA ist es ja wieder anders, dort wird häufiger gewechselt (inbesondere auf dem Land) und nicht wie bei uns, wo man häufig ein Haus oder Wohnung „fürs ganze Leben“ kauft.

    Ein Fehler den viele machen, ist wenn sie etwas gekauft haben sie denken sie hätten keine Miete mehr. Ich bezahle auch als Eigentümer monatlich eine Miete, ich überweise sie mir selbst, ich bin mein eigener Vermieter. Dieses Geld wird dann investiert, langfristig wird sich dies auszahlen. Schlecht wäre wenn man etwas kauft und das Geld das man danach spart wegen Mietreduktion in Konsum wandert, dann bleibt man lieber Mieter.

  23. June

    @ex-studentin,

    bei Momox, ich hatte Glück. Es ist ein überschaubares Paket. Da  eine CD und eine DVD fast 5 € gebracht haben. Sonst wäre ich nie über die 10 € Hürde gekommen.

    Take care,

    June

  24. Lucas

    Also ich bin auch kein großer Fan von übermäßigem Konsum, aber in manchen Kommentaren liest es sich so herraus, dass Konsum der Teufel ist, dass man sich nichts gönnen darf.

    An alle jungen Leute die eventuell grade erst mit der Ausbildung fertig sind: Direkt von Beginn an viel sparen und nicht übermäßig konsumieren! Wenn man noch nie in dem Konsumrausch gelebt hat kann man es auch schlecht vermissen.

  25. Steven

    Schöner Artikel.

    Ich muss hierzu mit meinen aktuell 31 Jahre auch nochmal etwas zu meinen Erfahrungen mit einbringen.

    Wie bereits geschrieben kann ich auch nur jedem empfehlen, gleich in der Ausbildung bzw. sobald man das erste Geld verdient, anzufangen zu sparen und zu investieren.

    Ich habe damals immer alles aufs Tagesgeldkonto gepumpt. Zu den Zeiten gab es aber auch noch bis zu 3% Zinsen. Heute sieht das natürlich anders aus.

    Hätte ich das Geld aber in einen ETF Sparplan gesteckt, hätte es heute natürlich wesentlich mehr Rendite gebracht, als das Jährliche Tagesgeld-Hopping.

    Ein weiterer Fehler den ich in den jungen Jahre gemacht habe, war der kauf eines Neuwagens. Zugegeben der alte Wagen hatte immer mehr Probleme gemacht und die instandhaltung war nicht mehr wirtschaftlich.

    Ich bin mit meinem Japanischen neuwagen sehr zufrieden. Keine Mängel und keine Probleme. Aber aus heutiger sicht hätte ich vermutlich dann doch mal den ein oder anderen Gebrauchtwagen getestet und mich für ein günstigeres Modell entschieden.

    Von daher kann ich auch nur jedem empfehlen, in jungen Jahren direkt Anfangen zu sparen(z.b. 10% vom Monatlichen Netto) und auch zu investieren.(Notfallkonto einrichten und 3-4 Nettogehälter ansparen und dann in rentablere Bereiche investeren z.b. ETF Sparplan)

    Die Zeit zurückdrehen kann man nicht und es wird im alter immer schwieriger etwas zur Seite zu legen(Familiengründung, Kind, gehobener Lebensstandard, steigende Mietpreise, Inflation…)

    Unter Umständen sollten vielleicht auch die Eltern hier eingreifen und z.b. eine kleine Miete vom Kind verlangen, welche man aber für das Kind direkt anlegt und bei Auszug als Geschenk fürs Leben übergibt.

  26. Ruben

    Ich bin seit 6 Jahren in einem Projekt und habe je Monat immer ca.50 Überstunden mit 35% Zuschlag geleistet. Mein Vermögen ist dadurch natürlich viel schneller gestiegen. Ich freue mich auch über das knacken einer neuen Marke kommenden Monat, doch irgendwann reicht es. Ich möchte nicht mehr so viel Zeit gegen Geld tauschen. Selbst ohne Überstunden könnte ich eine Sparquote von 50% aufrecht erhalten. Dieses Jahr wird es noch anstrengend bleiben, aber nächstes Jahr sollte es dann hoffentlich weniger werden.

    Die Spülmaschine ist für mich eines der wichtigsten Haushaltsgeräte. Ich koche alles selbst immer für Abends und den darauffolgenden Tag mittags. Nach dem was ich gelesen habe, soll es auch effizienter als das Spülen von Hand sein. Ich komme immer spät nach Hause und möchte nicht noch alles ewig mit der Hand spülen.

    Viele Elektrogeräte sind sparsamer geworden, z.b. LED TV statt Röhren TV. Das wird dann aber wieder genutzt um sich einen 65 Zöller oder gar mehr zu kaufen. Dann ist die potentielle Ersparnis natürlich dahin. Ich will jetzt keinem ein Kinogefühl zuhause madig machen, wenn man ein Filmfreund ist und jeden Tag Spaß daran hat, warum nicht. Wenn man aber immer auf jedem Gebiet immer nur das Größte, das Neueste und das Beste will, dann kann sich einiges zusammenläppern.

    Meine Kollegen kaufen tlw. auch immer das neueste Smartphone Modell, da es im Vertrag ja nur 1 Euro kostet:-o Es werden Autos und Motorräder geleast oder per Konsumkredit gekauft. Ich erschrecke immer wenn Normalverdiener, meistens sogar die ohne Kinder, vor der Rente Angst haben.  Es käme dann nicht mehr monatlich so viel Geld rein. Ich frage mich dann immer, wo das Geld über alle die Jahrzehnte geblieben ist.

    Ich habe irgendwie den Kauf einer Wohnung die letzten Jahre verpasst. Ich könnte mir in unserem Umkreis jede Wohnung ohne Kredit kaufen. Wenn man jedoch keine Kinder hat ist es fraglich ob sich ein Haus lohnt und bei einer Eigentumswohnung ist man doch nicht sein eigener Herr. Die Wohnung kostet mich nur 360 EUR warm und war von Anfang an fast voll möbliert z.b. ist darin eine große Küche mit allen Geräten enthalten, ein großer Kleiderschrank ebenso.

    Für mich gibt es aber auch Grenzen im sparen, Ex-Studentin hatte bei einem der letzten Beiträge schon Beispiele genannt. Manchmal ist der Nutzen trotz weniger Euro mehr einfach überproportional groß. Beispielsweise habe ich mich jahrelang über einen Smartphone Tarif geärgert, der kein LTE hatte. Nun bezahle ich monatlich 3 Euro mehr, kann aber unterwegs auch wirklich surfen, wenn mal etwas ist. Vorher habe ich nach ein paar Minuten meistens entnervt aufgegeben. Dann brauche ich auch bis auf einen Messenger Dienst kein Smartphone.

    Alles Gute!

    Ruben

  27. Paul Neumann

    Also ich bin auch kein großer Fan von übermäßigem Konsum, aber in manchen Kommentaren liest es sich so herraus, dass Konsum der Teufel ist, dass man sich nichts gönnen darf.

     

    Komisch, ich sehe das ganz anders. Ich sehe hier fast nur Leute schreiben, die so tun als seien sie sparsam. Aber wenn man weiter liest sind sie doch recht verschwenderisch. Also vielleicht solltest du nicht immer nur die ersten beiden Sätze der Beiträge lesen.

    Dann gibt es wie immer wieder Leute, die glauben ernsthaft, dass BIO-Lebensmittel hochwertiger, gesünder und vitaminhaltiger wären. Da hat die Werbung ja wieder volle Arbeit geleistet, bzw manche Leute glauben einfach alles. Na gut wenn man keine Kenntnisse aus der Landwirtschaft aus erster Hand hat und nicht mal selber nachdenkt, ist es auch nicht ganz einfach diesen professionellen Betrug zu durchschauen.

  28. Thorsten Rohweder

    @Ex-Studentin

    Wer eine bezahlbare Mietwohnung hat,  kann nicht mehr umziehen, um z,b zu vergrößern. Es skaliert nicht mehr. Die neue Wohnung kostet einen enormen Aufpreis an Miete auf den qm gerechnet im Vergleich zu älteren Mietverträgen. Und es gibt immer noch Leute, die meinen, sie leben mit Miete besser oder billiger. Ja, solange sie nicht umziehen müssen oder in Genossenschaftwohnungen wohnen.  Merke: alles , inklusive Sanierung ist in der Miete enthalten,  sonst wäre es ein Negativgeschäft. Eine Mietwohnung kann nicht billiger sein als zu kaufen, denn man bezahlt sämtliche Kosten plus den Gewinn für den Vermieter. Die Trennung zwischen Umlegbaren und nicht umlegbaren Nebenkosten ist formal. Die nicht Umlegbaren sind in der Miete drin.

  29. Thorsten Rohweder

    @Ruben die Spülmaschine ist effektiver und spart Geld , ich habe es nicht geglaubt,  aber es stimmt.Wenn sie lange hält und voll befüllt läuft.

  30. Mattoc

    „Eine Mietwohnung kann nicht billiger sein als zu kaufen, denn man bezahlt sämtliche Kosten plus den Gewinn für den Vermieter.“

    -> Ach, so einfach ist das! Und ich mache mir hier seit Jahren Gedanken…;-)

  31. Christian Thiele

    Hallo zusammen,

    Ich bin auch einer von euch.
    Von Kindesbeinen an hatte ich das Sparen in mir. Ich versuche im Einkauf zu sparen und kaufe beim Discounter, Versuche möglichst wenig Lebensmittel wegzuwerfen bzw in Gerichte einzuarbeiten. Ich Versuche nicht geizig zu sein, überlege mir aber halt schon immer, ob das nun ein gerechtfertigter Preis ist oder nicht.

    In Folge habe ich inzwischen mit meinen 36 Jahren ein Depot von 270 Tsd Euro aufgebaut. Gemischt aus Standart Aktien wie Berkshire, MCD, BASF, Fuchs Petrolub,Procter Gamble, Johnson u Johnson.

    Ich hoffe es geht noch weiter und wir erleben erst Mal keine Baisse.

    Wohneigentum habe ich keines, empfinde das derzeitige Preisniveau aber auch als sehr abenteuerlich.

    Hätte mich evtl. doch besser vor 4 Jahren verschulden sollen. Aber hätte hätte Kette…

  32. Inkognito

    Aus eigener Erfahrung gebe ich Tim Recht. Mit einem gut gefülltem Depot, ordentlichem Barvermögen und evtl. noch einer/mehrerer Anlegerwohnung(en), stärkt man seine Position. Mit meinen 29 Jahren habe ich schon einige Erfahrungen sammeln können, wo ich sehr froh darum war mein Geld nicht für irgendeinen Quatsch verpulvert zu haben.

    Ich besitze derzeit eine schuldenfreie, im EU-Ausland vermietete Eigentumswohnung, ETF’s und ein ordentliches Barvermögen und möchte nicht’s davon missen.

    Das Arbeitsleben ist voller Probleme. Sei es der cholerische und dämliche Chef, Kollegen die denunzieren um sich selbst besser zu darzustellen, Zeitdruck, schlechte Löhne,… die Liste lässt sich so weiter führen. Es gab auch Fälle wo ich Jobangebote nicht angenommen habe, weil die Konditionen (XX Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten) oder der Lohn nicht gepasst hat, dann sagt man dem Personalchef einfach direkt, dass es sich nicht lohnt für das Geld zu arbeiten.

    Das ist pure Freiheit, das kann einem kein Konsumgut geben.

  33. Rhag

    @Exstudentin: Man kann bei Momox einen Verkauf auf mehrere Pakete splitten und sie sogar von Hermes abholen lassen (das Zeitfenster war allerdings ein ganzer Tag, so dass das eher nur im Urlaub oder für finanziell Unabhängige geht ;-)). Allgemein sollte man bei denen immer erst die „teuren“ Medien eingeben und dann die Massenware, dann nehmen sie plötzlich auch Romane, die sie vorher nicht oder nur für 15 Cent ankaufen wollten..

  34. Thorsten Rohweder

    @Christian die Preise sind seit 30 Jahren abenteuerlich.  Da es echter Bedarf ist und defintiv keine ‚Blase‘, sind die Preise von  heute die Schnäppchen von morgen. Niedrige Zinsen sind auch kein Grund für hohe Immobilienpreise, wie  es ständig tönt. Wer wohnen will , zahlt auch 4 oder 6 Prozent Zinsen , baut dann kleiner und die Preise steigen genauso. Wehe die Zinsen steigen, dann ist es vorbei  mit der Traumimmobilie. Wohl dem , der schon hat.
    @Incognito kann ich alles unterschreiben. Der Irrsinn in den Betrieben, bin ich froh, dass ich das nicht mehr mit machen muss.

  35. Rainer Zufall

    Thorsten

    Aus meiner Sicht vereinfachst Du sehr stark. Es gibt aber unterschiedliche und andere Lebensumstände.

    1) „Wer eine bezahlbare Mietwohnung hat, kann nicht mehr umziehen, um z.b zu vergrößern. Es skaliert nicht mehr. Die neue Wohnung kostet einen enormen Aufpreis an Miete auf den qm gerechnet im Vergleich zu älteren Mietverträgen.“

    Aber natürlich können wir umziehen und eine niedrigere Miete bekommen. Wir sind vor 3 Jahren in Bahnhofsnähe gezogen. Das musste bis vor einigen Monaten sein, ich war Pendler. Das Viertel hier ist top und gewinnt immer weiter an Attraktivität. Es ist im Vgl. zu den anderen Stadtvierteln teuer. Wir haben eine Wohnung bekommen, die durch den Vormieter super renoviert war (er musste nach 6 Monaten umziehen). Das Haus an sich ist aber sehr renovierungsbedürftig. Daher war die Miete echt OK für die Lage. Inzwischen brauche ich den HbF nicht mehr. Daher werden wir umziehen. Und ich weiss schon jetzt, dass ich definitiv weniger Miete zahlen werde.

    2) „Eine Mietwohnung kann nicht billiger sein als zu kaufen, denn man bezahlt sämtliche Kosten plus den Gewinn für den Vermieter. Die Trennung zwischen Umlegbaren und nicht umlegbaren Nebenkosten ist formal. Die nicht Umlegbaren sind in der Miete drin.“

    Du gehst davon aus, dass es alle Vermieter draufhaben. Und die Vermietung professionell betreiben (können). Ich kenne genügend Beispiele, wo der Vermieter nicht mal eine vernünftige Nebenkostenabrechnung hinbekommt. Die wissen doch gar nicht was umlegbar ist. Dementsprechend wird die Miete Jahre (oder sogar Jahrzehnte) nicht erhöht, usw. Für einen cleveren Mieter mit Anwalt ist es da relativ einfach dazwischenzugrätschen. Bei Dir vlt. nicht, aber es gibt halt auch andere Vermieter ohne das nötige Know-how.

     

     

     

     

  36. Ex-Studentin

    @Rhag

    Danke für den Tipp. Mal sehen, ob ich überhaupt „teure“ Ware im Angebot habe. Die Bücher, die viel Geld bringen, sind oft die, die ich selbst auf der Wunschliste habe. 😀 Hast du zufällig Erfahrung damit, ob gekennzeichnete Mängelexemplare wirklich angenommen werden? Habe ein wenig Angst, dass manches nicht akzeptiert wird und ich plötzlich das Porto übernehmen muss.

  37. Jens

    @Thorsten Rohweder
    „Und es gibt immer noch Leute, die meinen, sie leben mit Miete besser oder billiger“

    Dazu empfehle ich mal Holger Grethes Zendepot-Beiträge, er hat das Thema schön abgehandelt. Daraus z. B. auch die Info:

    „Instandhaltungskosten können im Rahmen der Nebenkostenabrechnung auch nicht auf den Mieter umgelegt werden, sondern müssen vom Vermieter getragen werden.“ Inwiefern man das nachweisen kann ist natürlich die andere Frage.

    https://zendepot.de/kaufen-oder-mieten
    https://zendepot.de/8-immobilien-irrtuemer-teil-1/
    https://zendepot.de/8-immobilien-irrtuemer-teil-2/

    Ich für meinen Teil käme nie auf die Idee, mir ein eigenes Haus ans Bein zu binden. Und das nicht nur aus finanziellen Gründen (ich möchte ein Depot aufbauen, gleichzeitig Haus/Wohnung abbezahlen ist für mich nicht drin).

  38. Daniel

    Komisch, ich sehe das ganz anders. Ich sehe hier fast nur Leute schreiben, die so tun als seien sie sparsam. Aber wenn man weiter liest sind sie doch recht verschwenderisch. Also vielleicht solltest du nicht immer nur die ersten beiden Sätze der Beiträge lesen.

    Ich sehe hier hauptsächlich Leute schreiben die sehr preisbewusst sind und wenn man deren Lebensstil auf einer öffentlichen Straße verkünden würde wahrscheinlich von der breiten Masse als sehr genügsam auf der Grenze der Knauserigkeit oder gar Geizigkeit eingestuft würden.

    Betrachtet man die Ausgaben der Durchschnittshaushalte und die angesparten Vermögen bzw. den Konsum dann fühle ich mich mit dieser Meinung, auch durch die Bundesbank, die solche Studien geführt hat, bestätigt.

    Die hier vorgestellten Sparquoten und monatlichen Rücklagen dürfte bundesweit nicht repräsentativ sein. Von einem gar verschwenderischen Lebennstil sehe ich hier nichts. Und nein, einen Biomarkt aufzusuchen ist weder Verschwendung genausowenig wie ein (gebrauchtes) Auto zu kaufen oder sich mal etwas zu gönnen.

     

  39. Thorsten Rohweder

    @Jens @Rainer Zufall

    Ich vereinfache,  damit sich die Leser mit dem Thema auseinandersetzen und Thesen wie „Immobilienbesitz ist Lifestyle“ kritisch hinterfragen.  Ich gehe davon aus, dass ein Vermieter keine Liebhaberei betreibt, Rücklagen bildet und bei Vermietung die Gesetze zum Schutz des Mieters (Kappungsgrenze,….) einhält. Ich kann ja nicht sagen, er hat es nicht drauf und deswegen sind Immobilien schlecht. Ich mag Aussagen nicht, wo Immobilien als Risiko gestempelt werden und Aktien als der einzige Weg. Der größte Blödsinn ist, dass man dann nicht mehr so mobil sei, weil das Wort es ja schon sage „immobil“. Das gilt für das unverkaufbare  Haus in der Pampa, wir reden doch aber eher von Immobilien mit Bezug zu reeller Infrastruktur, sodass man von dort vernünftig zur Arbeit kommt. Das kann man sofort vermieten oder verkaufen. Keiner zwingt einen darin zu wohnen. Mein Nachbar ist in einen anderen Stadtteil gezogen und hat nahtlos vermietet. Ein Haus in Hamburg, Preis egal, es ist sofort weg, wenn es sein muss, so viele Interessenten gibt es. In strukturschwachen Gebieten würde ich vom Kauf abraten, so wie ich eben eine Aktie ohne Wachstumschance meiden würde.  Mir hat das Buch von Herrn Weiler vor über 20 Jahren die Augen geöffnet „Aktien oder Immobilien“. Fazit : Aktien UND Immobilien. Wer nicht mag baut eben nur sein Depot aus und wohnt zur Miete oder Eigentum und vermietet nicht. Vor- und Nachteilen stehen auch Vorlieben oder Abneigungen gegenüber.  Wenn ich alt bin möchte ich auch nicht mehr vermieten und ich würde Wohl auch die Anzahl der Einzelaktien zugunsten weltweiter ETF tauschen .  Die Diskussion über Immobilien erinnert mich mitunter  an Wachstumsaktien,  die auch schon immer teuer waren. Ängste dürfen nicht da sein, sonst ist es das falsche Asset.

  40. Daniel

    In strukturschwachen Gebieten würde ich vom Kauf abraten, so wie ich eben eine Aktie ohne Wachstumschance meiden würde. Mir hat das Buch von Herrn Weiler vor über 20 Jahren die Augen geöffnet „Aktien oder Immobilien“. Fazit : Aktien UND Immobilien. Wer nicht mag baut eben nur sein Depot aus und wohnt zur Miete oder Eigentum und vermietet nicht. Vor- und Nachteilen stehen auch Vorlieben oder Abneigungen gegenüber. Wenn ich alt bin möchte ich auch nicht mehr vermieten und ich würde Wohl auch die Anzahl der Einzelaktien zugunsten weltweiter ETF tauschen . Die Diskussion über Immobilien erinnert mich mitunter an Wachstumsaktien, die auch schon immer teuer waren. Ängste dürfen nicht da sein, sonst ist es das falsche Asset.

    Wie würdest du denn in diesem Falle offene Immobilienfonds einstufen? Wäre das etwas, was man ebenfalls als Immobilien-Beimischung betrachten kann und sollte? Damit wäre man ja mehr oder weniger direkt in Immobilien investiert und nicht mittels Aktien-Sektor-Übergewichtung wie es etwa bei REITs passiert.

  41. Paul Neumann

    Gegen sich mal etwas gönnen, wenn es sich im Rahmen hält, spricht ja nichts. Aber was man hier so rausliest, wie Konsum von Bio-Lebensmittel (zu nahezu 100% Betrug), Einkauf direkt vom Bauern (der auf dem Hof die minderwertigen Sachen verkauft, die sein Großhändler nicht nimmt oder Sachen vom Großhändler einkauft und dann als „eigene“ Ware wieder verkauft), jeden Monat ins Restaurant oder wenn man wegen hohem Arbeitspensum mal Lust dazu hat, nur 40% Sparquote bei einem Jahresbrutto von über 50k (manchmal sogar 2x50k bei Eheleuten) und so weiter, hat nichts mit einem sparsamen Lebensstil zu tun. Sondern das entspricht fast dem Durchschnitt der Bevölkerung. Immerhin haben es vermutlich alle hier eingesehen, dass ein Neuwagen Verschwendung ist. Aber auch das ist der breiten Bevölkerungsschicht klar. Neuwagen werden fast nur noch von Firmen gekauft oder geleast.

    Und dann kommen noch so dumme Sprüche wie:

    „Instandhaltungskosten können im Rahmen der Nebenkostenabrechnung auch nicht auf den Mieter umgelegt werden, sondern müssen vom Vermieter getragen werden.“

    Ja toll. Der Vermieter ist aber doch nicht blöde. Deswegen ist das alles schon in der Miete eingerechnet und dann gibt es regelmäßig Mieterhöhungen. Der Vermieter ist ja nicht die Wohlfahrt, der vermietet nur um seinen Profit zu erhöhen und der lässt sich ganz sicher und ganz legal alle Instandhaltungskosten plus Profit vom Mieter bezahlen.

    Dann fehlt es hier an grundlegenden Kenntnissen: Dass eine volle Spülmaschine meist sparsamer ist, als spülen von Hand, weiß ja nun wirklich jedes Kind usw.

     

    Da frage ich mich doch manchmal: In welchem seltsamen Blog bin ich hier gelandet wo Leute ihren Konsumzwang versuchen irgendwie zu rechtfertigen um zu behaupten sie wären sehr sparsam?

     

  42. Mr. B

    Hallo an alle,

    kann mir vielleicht jemand folgende Frage beantworten: Ich hab eine Immobilie geerbt und das Finanzamt hat einen Wert ermittelt, auf den ich Erbschaftssteuer gezahlt habe. Jetzt möchte ich die Immobilie verkaufen und kann sehr wahrscheinlichen einen wesentlich höheren Verkaufswert ( als vom Finanzamt ermittelt ) erzielen. Muss ich dann Erbschaftssteuer nachzahlen oder gibt es hier Wartefristen o.ä.

    Danke & Grüße, Mr. B

  43. Alexander

    Weshalb ist die P/E ratio von Berkshire momentan so niedrig? Liegt derzeit bei 10 was ja wirklich super ist!!! Ebenso Price/cashflow ratio ist extrem niedrig!

    Kennt jemand die Hintergründe? Vor allem im vergleich zu p/e und cashflow ratio des S&P 500 scheint mir Berkshire Hathaway eine super Aktie zu sein.
    Oder irre ich da, und es gibt Risiken bei Berkshire die nicht zu unterschätzen sind? (Zu viel cash (bzw. Anleihen), momentan zu wenige/keine potentiellen Targets für Buffett, Probleme bei KraftHeinz, etc.)

  44. June

    Hallo zusammen,

    bin im Büro, die Mittagspause ist zu Ende und ich habe wenig Zeit.

    @Mr. B,

    wende ich bitte an deinen Steuerberater, denn die Erbschaftssteuer ist dabei nur ein kleines Problem. Da spielen Haltedauer und die Nutzung eine Rolle. Das kann nur eine Fachmann für die lösen und der kostet einen Bruchteil der wahrscheinlich eingesparten Steuern.

    Take care,

    June

  45. Mike

    @Alexander

    PE von Berkshire ist 28.5 nicht 10, bei 10 würde ich All-In gehen 😉

  46. Mr. B

    Der Erwerb bzw. Bau der Immobilie vom Erblasser ist jahrenzente her. Genutzt wurde das Objekte zur privaten Vermietung.

  47. Hendrik

    @Paul Neumann

    also mal ehrlich: die wenigsten Deutschen haben eine Sparquote von 40% oder mehr. Der Großteil gibt doch alles im selben Monat wieder aus. Aber klar: Wenn du 50000 brutto verdienst und davon lediglich 40% sparst gibst du auch eine Menge Kohle aus.

  48. KievKiev

    @ Paul Neumann

    Du kannst ja Kenntnisse in Deinem Bereich weitergeben. Vielleicht hilft das ein oder andere ja weiter. Ich oute mich mal als Käufer von Bio Produkten. Ich habe aber eine Sparrate über 70%, also dürfte es legitim sein. Ich kaufe hauptsächlich tierische Produkte in Bio ein, da ich mir hiervon artgerechtere Haltung verspreche. Ob es da das ein oder andere schwarze Schaf unter den Produzenten gibt kann ich nicht ausschließen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass nahezu 100% der Betriebe einfach nur umdeklarieren. 0% und 100% Angaben sind mir eh etwas pauschal. Meistens liegt die Wirklichkeit zwischen den extremen.

    Was wäre denn die Alternative? Ich wohne in der Stadt und kann nicht selbst Hühner halten. Eine Kuh wäre mir jetzt auch etwas groß und zu viel Arbeit. Würde ich jetzt auf dem Land wohnen mit Huhn und Kuh so würde ich vermutlich ein KFZ benötigen. Kompromisse muss man immer eingehen.

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob in dem Forum alle zwischen 50 und 100k bei 1-2 Personen verdienen. Das wäre schon ein sehr hoher Wert. Hier sind auch jüngere Leser dabei, die anfangen ein Vermögen aufzubauen.

    Was ist an dem Spruch falsch:

    „Instandhaltungskosten können im Rahmen der Nebenkostenabrechnung auch nicht auf den Mieter umgelegt werden, sondern müssen vom Vermieter getragen werden.“

     

    Ich bin selbst Vermieter und weiß meine Einheiten gut zu schätzen. Die Rendite ermittelt sich noch immer aus der Kaltmiete und dem eingesetzten Kapital oder Kaufpreis. Von der Rendite gehen dann Kosten für Instandhaltung ab und gegebenfalls Kosten für Verwaltung, nicht umlegbare Versicherungen usw.

     

    Viele Vermieter haben ihre Einheiten bereits etliche Jahre und haben auf den ursprünglichen Kaufpreis eine gute Rendite. Es ist für Mieter von Vorteil, dass die Vermieter nicht die Miete an die aktuellen Marktpreise (Kauf) anpassen. Bei Eingriffen durch den Staat kann es schon einmal zu panikhaften Anpassungen der Miete kommen, um Probleme mit zukünftigen Mieterhöhungen bereits im Vorfeld abzumildern. Das hat im Endeffekt zu höheren Mieten geführt.

    Wie der Profit der Immobilie tatsächlich ausfällt muss dann jeder gegen den Marktwert und Alternativen wie den Aktienmarkt prüfen. Durch die niedrigen Zinsen gibt es natürlich Spielraum bei dem Kaufpreis. Aber es muss im Rahmen bleiben, dass es insgesamt ein gutes Geschäft wird. Meine Einheiten ließen sich heute auch wesentlich teurer verkaufen. Den Preis den ich bei einem Verkauf erzielen kann, kann ich nicht über Miete umsetzen. Ich verkaufe aber trotzdem keine Einheit, da ich so ohne Verwaltung und selbstbestimmt agieren kann. Viele Vermieter erhöhen auch erst die Miete bei einem Mieterwechsel. Ich habe das bisher auch immer so durchgeführt.

  49. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Mr. B.

    für meine Laienvernunft stellt sich das einfach so dar, dass die Erbschaftssteuer für den „Erwerb“ fällig war.

    Ab dann läuft es in Deinem Besitz, nicht anders als ein Kauf.

    Wenn Du die Immo nun wieder innerhalb von 10 Jahren verkaufst, dann wird auf den Gewinn über dem „Erwerbs“-Preis auf den Du geschätzt wurdest die normale Spekulationssteuer fällig, also Dein persönlicher Steuersatz.

    Gruß

    MS

  50. Mr. B

    Danke Matthias,

    aber die Spekulationssteuer wird nicht fällig. Soviel ist mir schon bekannt. Man übernimmt als Erbe das Kaufdatum vom Erblasser. Mir ist auch bekannt, dass wenn man weniger für die Immobilie erhält als das Finanzamt zur Berechnung der Erbschafssteuer herangezogen hat, bekommt man sogar eine ( Teil- ) Rückzahlung der Erbschaftssteuer. VG

  51. Alexander

    @ Mike:

    Nein, kein Datenfehler.

    Hier die Primärquelle, der Jahresabschluss 2017 der Berkshire Hathaway Inc.:

    http://www.berkshirehathaway.com/2017ar/2017ar.pdf

    Auf Seite K-31 unter „Item 6“ findest du „Net earnings per share“ (=27.326)

    Dann ergibt sich P/E ratio = price per share/earnings per share

    290.450/27.326 = 10,62

    (Berechnet mit dem heutigen Aktienkurs) So ist es richtig!
    Der Gewinn war in 2017 immens hoch im Vergleich zu den Vorjahren. Steht aber im Annual Report gut erklärt weshalb das so ist…

  52. Der BaumDer Baum

    @Paul Neumann: Wie kann man so einen Quark schreiben zum Thema Biolebensmittel? Ich bin in diesem Sektor sehr gut vernetzt und kann dir gut und gerne versichern, dass Biolebensmittel keinerlei Betrug darstellen. Wie überall gibt es natürlich auch hier Betrug. Es geht bei Biolebensmitteln aber nicht unbedingt um Nährstoffgehalte oder die Gesundheit, sondern um die Art der Produktion. Und hierzu gibt es tausende von Studien die zeigen, dass die Art und Weise der Produktion im konventionellen Anbau eine einzige Katastrophe ist, ökologisch betrachtet.

  53. Mike

    @Alexander

    ah jetzt verstehe ich danke, primärer Grund ist also Trump und die Steuerreform, dann wird dieser Effekt auch diverse andere Firmen betreffen.

    Sorry aber ich schaue PE eben nur selten an, da es für mich keine wirklich aussagekräftige Kennzahl ist, aber gut zu wissen warum der Gewinnsprung kam, sicher ein Teil auch durch bessere Ergebnisse aber primär wohl die Steuereffekte, Steuersatz 35 auf 21%.

  54. Mike

    @Der Baum

    Sehe ich auch so, aber ich erkenne auch Unterschiede im Geschmack, beispielsweise schmecken Bio-Eier noch nach Eier, wo hingegen Fabrikeier grauenhaft schmecken, wer sich sowas antut… auch bei Fleisch merkt man einen grossen Unterschied, mal abgesehen von der Ökologie und Tierschutz. Auch bei Obst merke ich Unterschiede, zwar sieht Bio-Obst in der Regel etwas weniger schön aus, ist dafür geschmacklich besser. Am wenigsten geschmacklich merke ich es bei Gemüse, aber die Vorteile langfristig für die Ökologie und den Planeten sind nicht weg zu diskutieren, und alleine der Umstand sollte es einem Wert sein, hier ein paar Cent mehr auszugeben.

  55. Mike

    @vonaufdenboden

    Nein, denn der Erfolg basiert ja nicht primär auf Berkshire Erfolg sondern dieser Steuerreform, aber ich bin ja bereits investiert dort, von daher kein Handlungsbedarf. Ich hatte das nicht so berücksichtigt, was ich meinte wenn PE auf Grund von besseren Gewinn oder tieferen Kursen ohne externe Faktoren, dann wäre es natürlich sehr interessant. Die Frage ist natürlich wie nachhaltig ist diese Reform, kann der Gewinn langfristig gehalten werden, Buffet selbst ist ja gar kein Freund von Trump und hat gegen diese Reform gekämpft.

    Aber klar, Berkshire kann man eigentlich immer kaufen 😉

  56. Leser

    @Mike

    Bio ist mehr ein Siegel fürs Gewissen.  Gibt einige Dokus bezüglich der Eier. Bodenhaltung, Freilandhaltung. Kaum ein Unterschied. Wirklich helfen tut nur den Konsum in Grenzen zu halten. Man kann natürlich hoffen, das die teuren Eier auch aus besserer Quelle kommen. Darum kaufe ich auch lieber Schweizer Eier, da weiss ich, das die Tierschutzgesetze deutlich schärfer als in der EU sind.

    Bio Fleisch bedeutet in Deutschland genauso Massentierhaltung. In der Schweiz stehen die Kühe auf der Weide und das nicht nur hier und da zur Show sondern tatsächlich! In Deutschland ist das ein Mentalitätsproblem. Der Einzelne kann anfangen Fleisch zumindest als Luxusgut anzusehen. Nicht als Zutat, die in jedem (Fertig) Gericht sein muss.

    Ganz unabhängig ob Bio oder Nicht Bio: Wer Spargel oder Erdbeeren kauft, kauft automatisch Gemüse bzw. Obst, das unter Plastikbahnen angebaut wurde. Das passt sowenig zusammen, wie das in Plastik verkaufte Bio Gemüse.

    Will man dem entgehen, muss man nicht nur auf Siegel schauen, sondern auch die Herstellung der Sorte allgemein und den Ort des Kaufs berücksichtigen. Manche Nahrungsmittel sind einfach aufwändiger als Andere. Für Kartoffel Anbau und Ernte reichen Maschinen. Für Spargel müssen Menschen für einen Minilohn schuften.

  57. Mike

    @Leser

    Ich komme ja aus der Schweiz und kaufe nur hier ein, viele hier gehen ja nach Deutschland weil es viel günstiger ist, für Markenprodukte kann das sicherlich Sinn machen, kommt natürlich auf die Menge an, der Weg mit dem Auto kostet auch Geld. Ich kaufe nicht stur Bio, wie Du sagst sind andere Faktoren genauso wichtig, wenn ich Hühner munter im Rasen rumhüpfen sehe beim Bauern nebenan, dann kaufe ich dort Eier egal ob sie Bio sind oder nicht, beim Fleisch ähnlich, auf dem Markt kann man sich direkt vom Bauern informieren und weiss woher die Waren kommen, im Gegensatz zum Discounter. Und es muss nicht zwingend viel teurer sein, der Zwischenhandel fällt weg.

  58. Neuling

    @Hendrik

    also mal ehrlich: die wenigsten Deutschen haben eine Sparquote von 40% oder mehr. Der Großteil gibt doch alles im selben Monat wieder aus. Aber klar: Wenn du 50000 brutto verdienst und davon lediglich 40% sparst gibst du auch eine Menge Kohle aus.

     

    kommt drauf an, wo man lebt. 50.000€ brutto in München sind nicht sonderlich viel. Im armuts- und reichtumsbericht der Stadt München war als durchschnittliches Einkommen von 2013(!) ein Gehalt von etwa 49.000€ aufgeführt, dieser Wert dürfte heutzutage höher liegen. Mir ist bewusst, dass das der Durchschnitt ist und der Median  geringer ausfällt. Aber mit 50.000, was in der Steuerklasse 1 etwa 2500€ Netto (ohne Kirchensteuer) entspricht, wären 60% davon 1500€. Damit lässt sich leben, aber bei weitem nicht auf großem Fuß. Ich würde also nicht sagen, dass man „jede Menge Kohle raushaut“, wenn man bei dem Gehalt keine 40% spart. Man schaue sich allein mal die (Neu)-Mieten in der Stadt an.

     

    Dennoch empfinde ich München als eine schöne Stadt und ich lebe gerne hier. Zudem habe ich das Glück, dass ich von diesen Mieten (noch) nicht betroffen bin und relativ zentral lebe.

  59. Der Baum

    @ Leser:

    Dein Beitrag bereit jedem Menschen, der direkten Kontakt mit der landwirtschaftlichen Realität hat Kopfschmerzen. Du hast scheinbar hiervon nur sehr wenig Ahnung:

    Bodenhaltung und Freilandhaltung haben nur indirekt etwas mit biologischem Anbau zu tun. Hier geht es um die Haltungsform.
    Du kannst von den Ländern nicht automatisch auf die Haltungsform von Rindern schließen. Schau dir das Allgäu oder die Schwarzwaldregion an, auch hier wenden Tiere in Weidehaltung gehalten. Das ist also primär von der Geografie abhängig.
    Bei Spargel ist zwar der Unterfolienanbau gängig, aber auch nicht zwingend. Bei Erdbeeren noch wesentlich weniger verbreitet. Insbesondere bei kleineren Produzenten nicht. Zudem ist dies bei konventionellen genau dasselbe. Nichtsdestotrotz fallen hier immerhin alle synthetischen Dünger und Pestizide weg. (Ganz unabhängig davon, dass die Folien mehrfach verwendet werden und häufig kompostierbare Folien eingesetzt werden).

    PS: Niemand hat gesagt das Bio einzig wahre ist. Es gibt auch sehr gute konventionelle Betriebe. Aber bitte hör auf so grundsätzlich deinen Sparwillen dadurch zu rechtfertigen, dass du biologischen Anbau/Haltung einfach mal pauschal kaputt redest. Da helfen dir die tollen Dokumentationen von RTL II auch nicht weiter.

  60. Hendrik

    @Neuling

    Ja da magst du Recht haben, in München lebt man mit 1500€ wahrscheinlich noch recht genügsam 😛

    Davon macht die Miete aber einen großen Anteil aus. Aber, und das ist jetzt mal die interessante Frage, wie viel Geld braucht man denn für den ganzen Rest, also Konsum und Lebensmittel im Monat so durchschnittlich und wie viel braucht der sparsame Blogleser hier ? Diese Werte unterscheiden sich zwar immer noch zwischen München und anderen Teilen Deutschlands, m.M.n ist hier ein Vergleich aber schon eher möglich.

    Und ich schätze du wirst auf diese Frage jetzt, wenn sich ein paar beteiligen würden, Antworten zwischen 200 und 1000€+ bekommen, von denen jeder aber gleichzeitig sagen würde er lebt sparsam…

  61. Ex-Studentin

    @Thorsten Rohweder

    Vieles im Leben ist eine Frage des Timings. Ich war auf einigen Wohnungsbesichtigungen und nirgendwo hätte ich einziehen wollen. Der Markt ist in unsrer Stadt ziemlich abgegrast, vor 4 Jahren sah das ganz anders aus. Aber da hatte ich auch noch kein Eigenkapital. Nun muss ich zwangsläufig warten, wie sich das die nächsten Jahre entwickelt.

    Zudem lohnt sich der Kauf einer 2-Zimmer-Wohnung vielleicht nicht, wenn wir in 5 Jahren ein Kinderzimmer brauchen. Eine 4-Zimmer-Wohnung wiederum ist vielleicht unnütz, falls das mit den Kindern nicht klappt. Zumal ich keine 400-500k dafür zahlen kann.

  62. Insider

    @ Landwirtschaft / bio
    Ich denke bio Lebensmittel sind nicht gesünder für dem einzelnen Verbraucher . Sie können aber in der Produktion für die Umwelt gff. Schonender sein. Wobei auch hier gibt es Studien ,die das Gegenteil bezeugen .

    Meine persönliche Meinung ist ,  wer es kann und sich bewusst ernähren möchte ,  sollte soviel wie möglich direkt beim Bauern seines Vertrauens kaufen . Egal ob bio oder nicht. gerade im Bezug auf Tierhaltung gibt es wahrscheinlich in Deutschland eine Masse von vorbildlichen mittleren und kleinen  betrieben , wo man sich auch persönlich von dem Wohlergehen der Tiere und der Ethik des Landwirts überzeugen kann . Und aufgrund Wegfall der Handelsketten sind die Produkte oft nicht mal viel teurer als im discounter.

  63. KievKiev

    @ Insider

    Direktverkäufe habe ich in meiner Region auch recherchiert. Ich kenne ein paar gute Höfe, die sicher nicht unverkäufliche Restbestände an die Yuppie-Städter verscherbeln. Die Höfe sind für mich allerdings zu weit entfernt. Das ist ein Nachteil der Stadt. Einen Hofladen im Zentrum ist mir nicht bekannt. Auf dem 1km entfernten Wochenmarkt kaufe ich allerdings oft Gemüse ein. Hier verkaufen die Bauern teilweise direkt die Ware. Das ist teurer als im Supermarkt, aber die Qualität ist besser. Die Salate als Beispiel sind sehr frisch und die Auswahl ist sehr groß. Hier werden natürlich auch importierte Waren angeboten. Aus der Region erhält man nur saisonal erhältliche Güter. Das sollte offensichtlich sein.

     

  64. V

    Ich hab jüngst wieder lange verlorenen Kontakt zu zwei Ex-Kommilitionen. Wir drei haben vor ca. 20 Jahren das Studium beendet.

    Es scheint so als sei ich der einzige, der sich durch hartes Sparen und intensives Investieren ein signifikantes Vermögen aufgebaut hat.

    Keiner hat ein Eigenheim, beide würden aber sehr gerne ein Eigenheim haben, konnten es sich wegen der hohen Preise aber nicht leisten.

    Das finde ich daher seltsam, der eine hat einen besser bezahlten Jobs als ich , ein Kind weniger und die Frau verdient im Gegensatz zu uns auch voll. Der andere hat keine Kinder, aber einen klar besser bezahlten Job als ich. Ob die Frau arbeitet weiß ich nicht, nehme es aber mal an.

    Die beiden haben damals im Studium nicht viel anders getickt als ich.

    Es scheint so als hätten sie sich nach dem Einstieg ins Berufsleben eher dem Konsum verschrieben als vorzusorgen. Ehrlich gesagt bin ich darüber etwas verwundert.

  65. Leser

    @Der Baum
    Muss das so herablassend sein? Zu einer positiven Einstellung gehört auch Freundlichkeit.

    Freiland Eier waren ein Beispiel, das ein Siegel nicht so einfach ist. Die Doku ist übrigens mehrfach im Netz. Ob von Ard/ZDF/Arte weiss ich auch nicht. Bio und Freiland hatte ich übrigens nicht in einem Satz erwähnt…

    Ebenso ist Spargel ein Beispiel. Auf den Feldern sieht man, wie die Plastikflut zunimmt. Das ist einfach so. Zusäzlich unterstützt man eine Produktion, die nur mit viel billiger Manpower am Markt besteht.

    Ich kaufe übrigens sehr wohl Bio. Wenn es sich nicht vermeiden lässt: Manches gibts nur als Bio. Oder weil das jeweilige Bio Produkt gerade besser zur Verwendung passt. Für meine Pflanzen habe ich Bio Dünger, aber nicht für mein Gewissen, sondern weil das Pendant eine zweifelhafte Zutatenliste hatte.

    Massentierhaltung ist insbesondere in Deutschland ein massives Problem. Weiss nicht was es da zu bestreiten gibt. Bin oft genug im Schwarzwald um dir zu versichern, das die paar Kühe dort nicht ausreichen um das ganze Bundesland mit Fleisch zu versorgen. Dafür hat man die Mastanlagen, die man im Umland findet. Man kann das argentische Freilandrind kaufen, wenn man es darauf anlegt. Dann heisst es aber konsequent sein, das tut entweder dem Geldbeutel weh oder man isst viel weniger Fleisch.

  66. Mike

    @V

    Und sonst versteht ihr euch noch? Ich war auch neulich bei nem Klassentreffen und ich war erstaunt, wie sich die Leute verändert haben resp. eigentlich war es umgekehrt, ich habe mich stark verändert, habe mich nicht mehr wirklich verstanden mit jenen, wo ich mich damals gut verstanden habe, andere dafür besser. Man entwickelt sich ja weiter, die einen in eine die andern in andere Richtungen, so verwundert mich das nicht, je nach Umfeld, Beziehungen und Freundeskreis kann man sich innert weniger Jahre enorm verändern, was die Konsumangewohnheiten angeht sowieso. Man kann auch eine Million innert kurzer Zeit vernichten ohne Grossanschaffungen wenn man in Konsumwahn verfällt, siehe Lottomillionäre & Co.

    Ich finde das nicht schlimm, ich habe eigentlich keine Freunde mehr von früher, dafür viele Neue, die eher meine Vorstellungen und Ansichten teile.

  67. Warren_B

    Hi Leser,

    diese billige Manpower kommt aus Osteuropa. Der uns billig erscheinende Lohn ist dort drüben einiges Wert. Und ohne den Job als Erntehelfer ginge es denen dort drüben noch beschi… als ohnehin.

    Wenn Entwicklungshilfe Ost, dann mit Spargel und nicht mit Produkten die komplett maschinell geerntet werden.

    Das mit dem Plastik ist natürlich Banane. Aber der marokkanische Spargel ist eben klimabedingt früher reif und eher in den Läden. Auch hier mal als  Verbraucher an die eigene Nase fassen und auf die heimische Kost warten.

     

  68. V

    @Mike: Bisher gab es zu beiden nur Mail-Kontakt. Ob wir uns noch verstehen, weiß ich nicht. Wiedersehen vielleicht irgendwann, wieso nicht. Wäre interessant nach all der Zeit. Für engere Freundschaften wohnen die zwei eh zu weit entfernt.

    Ich denke nach all der Vorinformation würde ich bei einem Treffen definitiv nicht offenbaren, wie meine finanzielle Situation ist. Das ist sensibel und würde wohl nur extremes Unverständnis hervorrufen und so wie aus der Sparkassen-Werbung der 90er wirken: https://www.youtube.com/watch?v=U0MU-2_MuUE

    Ich denke übrigens nicht, dass sie dem extremen Konsumwahn verfallen sind. Möglicherweise geht es ihnen beiden sehr gut, nur „leben“ sie „jetzt“ und genießen ihr Einkommen sofort. Das machen ja viele so. Was mich halt verwundert ist, dass sie beide eine betriebswirtschaftlich / volkswirtschaftliche Hochschulausbildung erfahren haben und wie ich gelernt haben wie man „wirtschaftet“, für mich gehörte da auch immer der Blick in die Zukunft.

    Ich kann mir aber noch gar kein Urteil bilden, denn ich weiß nicht, ob sie nicht konnten, nicht wollten, sie anders vorgesorgt haben oder was auch immer….

  69. Insider

    @Leser

    1. Rindfleisch aus Argentinien kommt heute meistens aus feedlots.

    2. Wird das per Schiff hierher transportiert .

    Was daran ökokogischer sein soll, als Fleisch von deutschen weiderindern verstehe ich wirklich nicht.

    Weniger Fleisch dafür bewusster wäre wichtig .  Rinder nur mit Gras / Heu / silage füttern ebenso. Getreide , Soja Mais sollte für Menschen sein und schlechtere Qualitäten für Schweine / Geflügel .

     

    @V bin zwar etwas jünger als du , aber merke sowohl im Gespräch mit gleichaltrigen Freunden , als auch besonderes mit Arbeitskollegen,  dass die Masse einfach einen Großteil ausgibt. Und umsbhängibg vom einkommen oft geld knapp ist.

    Ein kleiner teil meiner Bekannten  spart zwar, aber ich kenne kaum jemand der wirklich investiert in Aktien / Immobilien .  Tim schreibt es ja auch immer wieder , besser ist es  nicht zu offen zu sagen, dass man selbst dies tut.  Sie würden es nicht verstehen und noch neidisch werden.

    @ all will nächste Woche zwei Aktien kaufen . Kion, Apple und coca Cola stehen zur Auswahl . Welche 2 würdet ihr zur zeit nehmen und warum? Depot noch im Aufbau.

  70. Thorsten Rohweder

    @Ex -Studentin  Oh, ich verstehe. Kinderplanung und so. Wir hatten vor 20 Jahren eine Dreizimmerwohnung gekauft. Die Kinder haben in einem Zimmer zusammen gewohnt bis wir wieder umgezogen sind. Hätte es nicht geklappt,  wäre das Kinderzimmer Schlafzimmer geworden und das kleinere Schlafzimmer Arbeitszimmer/Gästezimmer. So war die Raumaufteilung der Vorbesitzer ehemals. Das ging aber nur, weil das Kinderzimmer auch recht großzügig bemessen war. Reiner Glücksfall für uns. Vier-Zimmerwohnungen haben bei uns Seltenheitswert, ich weiß nicht ob es zu wenig gibt oder sie unter der Hand weggehen. Fakt ist, dass man für dasselbe Geld mehr Quadratmeter für dasselbe Geld in einem Haus bekomnt.

  71. Jan

    Sorry Tim, eines der ganz wenigen Themen bei denen ich dir klar widerspreche. Ich bin „Chef“. Und nein, „Reisende hält man nicht auf.“ Wer gehen möchte bekommt von mir die Hand geschüttelt. Nicht weil ich ihnen etwas Böses möchte sondern weil ich weiss, dass niemand diesen Schritt mal einfach so macht und es Gründe zu dieser Entscheidung gibt die ich als „Chef“ zu akzeptieren habe. Ich versuche mich dann eher auf freundschaftlich gute Weise zu trennen um vielleicht mal dem ein oder anderen Rückkehrer den Mut zu geben sich wieder bei uns zu bewerben. Aber ich halte keine Reisenden. Und ich kenne kaum einen guten Kollegen der das rät. Damit erleidet man als Mitarbeiter in Personalverantwortung nur Schiffbruch.

    Will sich ein Mitarbeiter verändern oder weiter kommen helfe ich natürlich. Das ist auch mein Job. Aber das Argument „sonst kündige ich“ bricht diese hilfsbereitschaft sofort ab. Da suche ich dann lieber nach Ersatz als mich auf einen Versuch der Erpressung einzulassen. Ich sage ja auch nicht zu meinen Mitarbeitern: „Mach mal das, sonst werfe ich dich raus.“ das hat viel mit Stil und Umgang zu tun.

    Beim Rest stimme ich dir natürlich voll zu. Zum Glück zieht meine Frau mit. Sie ist sogar oft noch sparsamer als ich. Wir beide versuchen Anfang oder Mitte 50 unsere Zeit auf „Hobby-Arbeit“ zu reduzieren. Das sind noch 15-20 Jahre. Aber das vergeht schnell. Ich rödel wie verrückt derzeit. Und es macht viel Spaß. Nur diese Intensität kann ich vermutlich nicht bis ins Alter halten. Schon allein deshalb muss ich irgendwie diesen Absprung hin bekommen.

  72. KievKiev

    @ Jan

    Bei größeren Betrieben ist aktuell bei Umstrukturierung das Modell Personalabbau durch Freiwilligenprogramm der neuste Trend. Nehmen wir an Du bist mein Chef. Ich habe mich zu dem Programm gemeldet, aber Du hast nach oben abgelehnt. Wie stehe ich jetzt bei dem nächsten Gespräch mit Dir da? Neutral, besser oder schlechter? Falls es ein Gespräch zwischen uns gegeben hätte, so hätte ich Dir gesagt, dass ich sehr zufrieden in meiner Tätigkeit bin. Aber die aktuelle Marktlage sowie das Angebot ist sehr gut und so habe ich mich freiwillig zur Verfügung gestellt. Die Entscheidung trifft ja letztendlich das Unternehmen. Mit meinen Fähigkeiten würde ich sicher schnell einen anderen Job finden und vielleicht ist er ja auch interessant.

    Mich würde einfach interessieren welche Auswirkung es haben kann. Ich sehe es positiv, bin aber an der echten Meinung eines Vorgesetzten interessiert.

    Ein hohes Depot gibt einem Selbstbewusstsein. Bei Gehaltsverhandlungen ist man damit alleine durch das Selbstbewusstsein und die Sicherheit einem anderen Mitarbeiter mit hohen Verbindlichkeiten im Vorteil. Ich habe es bei Kollegen schon erlebt. Der selbstbewusste Mitarbeiter mit einem Wert für die Firma bekommt bisher nicht da gewesene Möglichkeiten. Der eher zurückhaltende Mitarbeiter bekommt selbst Kleinigkeiten verwehrt. Selbstbewusstsein kommt nicht alleine durch ein Vermögen. Ein Vermögen kann aber helfen selbstbewusster zu werden. Man darf sich natürlich nie plump und dämlich verhalten. Das ist selbstverständlich.

  73. Der HSV steigt endlich ab

    Heute ist ein Tag zum feiern. Der HSV steigt endlich ab. Wahrscheinlich haben viele der Angestellten mehr als 100.000 auf der Seite und können so ihrem Chef sagen „ich bin dann mal weg“.

    Wieder einen neuen Ausdruck gelernt. „Stadt-Hippie“. Ich bin auch einer. Und da wir unsere Urlaube in den Schulferien verbringen müssen, auch ein „Konsum-Clown“.

    Ich hatte hier ja schon vorher mal angeeckt, weil ich meinen Job sehr mag. Sehe keinen Grund den aufzugeben. Abgesehen davon, wäre man bei uns in Nanosekunden raus, wenn man mit seinem Weggang „droht“. Sollte man sich sehr gut überlegen. Das Gras ist nicht unbedingt grüner auf der anderen Seite.

  74. Ex-Studentin

    @Jan

    Es gibt andere Chefs als dich bzw. unterschiedliche Rahmenbedingungen. Zu gehen ist leider das einzige Druckmittel, was man als Angestellter hat. Oder die Arbeit schlechter ausführen, aber das ist auch nicht die Lösung. Ich musste Anfang des Jahres auch die „Ich gehe“-Karte spielen, ging nicht anders. Mein Chef hat es mir aber nicht krumm genommen, weil die Beweggründe und Forderungen nachvollziehbar waren. Andere hätten viel früher das Handtuch geschmissen. Bei mir hat man sich sogar bedankt, dass ich so offen war. Gehöre mit 8 Jahren Team-Zugehörigkeit fast schon zu den „alten“ Hasen. Andere Mitarbeiter hätte man vielleicht ziehen lassen, aber das kann man sich als Chef nicht bei allen leisten.

    @Thorsten

    Eine 3-Zimmer-Wohnung halte ich in jungen Jahren auch für optimal. Da kann man auch noch 2 Kleinkinder beherbergen und selbst als Single bekommt man die Räume schon gefüllt. Halte danach auch nach wie vor Ausschau, aber unsere jetzige Mietwohnung ist sehr zentral gelegen. Das bekomme ich so schnell nicht als bezahlbare Eigentumswohnung.

  75. Leser

    @Insider

    Ich esse kein Rind, daher sei mir das verziehen. 😉 Wie man an dem Beispiel sieht ist es jedenfalls komplizierter als nur aufs Siegel zu schauen. Ein echter Fleischesser sollte, wenn er es denn will auch, vernünftige Haltung bekommen.  Aber um die Masse zu befriedigen reicht es eben nicht. Zumindest nicht wenn sich da an der Einstellung nichts ändert.

    Den Transport sehe ich weniger als Problem. Containerschiffe sind je Tonne recht effizient. Ok bessere Abgasfilter wären noch toll, gerade wenn gerade über Diesel gejammert wird.

    Bei lokaler Produktion, hat man das Problem der Kühlhäuser. Vernünftig wäre es wohl nur saisonal und „lokal“ zu kaufen, dann entfällt Kühlung und der Transport hält sich in Grenzen. Wobei lokal auch gerne gedehnt wird, meine Mohrrüben fahren auch erstmal 100km zum Geschäft.

    @Warren_B

    Die billige Manpower kommt wortwörtlich. Du hast Recht, für die Leute selbst ist wohl gut, sonst würden sie es nicht machen. Hoffe ich doch.

    Aber von weiter weg betrachtet finde ich das ein Unding. Fortschritt ist in meinen Augen, wenn einfache Arbeit immer mehr von Maschinen erledigt wird. Gerade auch die enorme Produktivität der Landwirtschaft ist nur daher möglich, weil ein Mensch viel Nahrung anbauen kann.

    Gleiches Problem in den Spanischen Gewächshaus Städten.Früher ging das auch ohne Massen an ausländischen Niedriglöhnern. So mein Eindruck, lebe natürlich auch noch nicht so lange. Als Mensch aus dem Technik Bereich würde ich danach streben den Output bei gleicher Manleistung zu erhöhen. Oder anders ausgedrückt, ein gutes Unternehmen mit steigendem Kurs und steigenden Dividenden kann nicht dadurch bestehen, das es sich in eine Lohnspirale nach unten bewegt. Das ist irgendwo eine Sackgasse und begrenzt. Technologischer Fortschritt ist nach oben hin relativ offen.

  76. Mattoc

    Ich war offensichtlich heute „cornern“, ohne dass ich es gewusst habe. 🙂

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Cornern

    „Der Zukunftswissenschaftler Ulrich Reinhardt sieht im Cornern eine Alternative zu etwas Bestehendem. Argumente für das Cornern seien sich draußen anstatt drinnen aufzuhalten, dass es günstig und nicht teuer, die Musik selbstgewählt und nicht vorgegeben sei und dass die Zusammensetzung an der Ecke ständig wechsele. Cornern sei ungezwungen und bilde einen Gegenpol zum Konsum.“

     

  77. Andreas

    Mal eine Frage: Nutzt Ihr Aktionen wie Depotübertrag um 100€ zu bekommen? Die comdirect scheint das jedes Jahr anzubieten. Leicht verdientes Geld und es währe ja egal wo die ETF liegen?

  78. Mr. B

    Nutze so eine Aktion gerade bei OnVista. Eher zufälligerweise, wollte sowieso einen Teil meines Depots in dieses übertragen. OnVista spendiert bei 20 k Übertragung aktuell auch 100 Euro – die nehme ich mit. Auf die extra 50 Euro für die Depotschliessung verzichte ich, weil ich das Depot auch behalten will. Gut finde ich hierbei, dass es sich um eine Aktion für Bestandskunden handelt. Oftmals gelten die Aktionen nur für Neukunden und der gute alte Bestandskunden wird außen vor gelassen.

    Gibt Aktionen bis 5000 Euro Prämie bei anderen Anbietern aktuell. Nutze diese aber nicht. Ich bin eher eine Treue Seele ; )

  79. Jan

    @Kiev:

    Das kann ich dir leider nicht sagen, da wir in meiner Zeit bisher zwar Umstrukturierungen aber keinen Personalabbau hatten.

    @Ex-Studentin:

    In der Regel hat der Personalverantwortlich pro Jahr ein gewisses Budget zur Erhöhung bei großen Firmen. Dieses verplant er voll. Alles andere würde keinen Sinn machen. Wenn kein Budget da ist dann kann man sich das nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. Egal wie wichtig ein Angestellter für die Gruppe oder Abteilung ist.

    Erhöht ein Unternehmen erst dann das Gehalt des leistungsbereiten und leistungswilligen Mitarbeiters, wenn dieser bereits bei der Konkurrenz auf dem Teppich steht, dann ist das ganz einfach gesagt amateurhaft. Entweder reden wir dann über eine kleine Klitsche oder über einen Laden der im Bereich Personal klare Defizite hat.

    Die einfachste Art beim Verantwortlichen sich für das nächste Budget zu empfehlen ist ganz einfach: Leistung und sich unverzichtbar machen. In Vorleistung gehen. Und dann sollte man bei der jährlichen Leistungsbeurteilung eben dazu äußern. Aber für mich ist und bleibt ein „Mach, sonst geh ich“ die Garantie, dass genau dieser Mitarbeiter keine Erhöhung bekommt. Ich muss das Budget an die verplanen die dauerhaft in meiner Gruppe sind. Habe ich einen der eh schon nach links und rechts schielt werde ich ihn, Gehalt hin oder her, regelmäßig nicht halten können. Zu versuchen Reisende aufzuhalten kostet mich nur mein Budget und das kann ich dann sinnvoller in andere Mitarbeiter investieren.

    @Mattoc,

    danke für die Info! Leider habe ich bereits für diesen Monat gekauft… 🙁 Verdammt nochmal. Aber es geht ja immerhin bis Ende des Jahres.

    Schöne Grüße

    Jan

  80. Ex-Studentin

    @Jan

    Jo, mein AG hat bei Personalthemen klare Defizite. Kein Haustarif, keine automatische Gehaltsanpassung an neue Tätigkeiten, keine neuen Verträge bei Tätigkeitswechsel, kein gar nix, Bezahlung nahezu Willkür. Immerhin jedes Jahr Inflationsausgleich für alle MA. Aber so Probleme höre ich auch von Freunden (außer bei IGM, Öffentlicher Dienst u.Ä.).

  81. Thorsten Rohweder

    @Daniel Immobilienaktien und Immobilienfonds (offen und geschlossene) sind in meinem Depot, aber untergewichtet.  Man hat keine Arbeit damit  und sie senken das Gesamtrisiko. Eine Alternative fürs Direktinvestment, oder halt Ergänzung. Wer das nicht mag kann ja Konsumaktien als Basisrauschen nehmen. Konsum im positiven Sinne, geht es der Börse schlecht wird trotzdem gegessen, geputzt, getrunken. Unilever, Procter&Gamble. Wer mag auch Nestlé, Coca Cola, McDonald’s.

  82. KievKiev

    @ Jenny

    Zu Gehaltsverhandlungen

    Als erstes würde ich genau herausfinden was die erfahreneren Kollegen in ähnlicher Position verdienen. Außerdem musst Du prüfen, was Du generell in Deiner Position realistisch verdienen könntest. Die Lage ist aktuell sehr gut. Falls die erfahreneren Kollegen nicht in dem Bereich oder höher liegen den Du gerne mittelfristig erreichen würdest, so ist ein Jobwechsel aus monetärer Sicht notwendig. Falls es keine erfahreneren Kollegen gibt vermutlich auch. Jedenfalls Deiner Beschreibung nach.

    Natürlich gibt es Budgets für alles. Aber wie bei vielen anderen Dingen sind auch die nicht durchdacht. Und wer sagt, dass diese in Stein gemeißelt sind? Dein Chef bekommt sie von oben auf die Mütze und von unten. Das Budget ist im Grunde doch nur eine Verschiebung von Eigenverantwortlichkeit. Wenn es nach mir ginge… Es geht nach ihm. Und selbst wenn es so ist. Du kommst von der Uni und das Gehalt muss sich weit über die Inflation in den ersten Jahren steigern. Da sollte ein höherer Anteil des Budgets klar für Dich bereit stehen. Siehst Du das anders? Ein überproportional großes Stück vom Kuchen steht genau Dir zu.

    Drohen mit Jobwechsel sehe ich auch eher kritisch. Du musst das liefern was sie gerne hören. Zeige Verantwortung, versuche in den Bereich der Kernkompetenz zu kommen und dort eine wichtige Position zu bekommen. Alternativ zur Fachkompetenz kannst Du auch in die Führungsschiene gehen und schauen wie Du da langsam an größere Projekte vielleicht auch mit Personalverantwortung kommst.

    Du kannst auch Fragen was Du erwarten kannst. Zeige auch Interesse an Fortbildungen genau in den wichtigen Bereichen. Bringe Dich dort ein und zeige Interesse. Frage Deinen Chef, wie Du Dich in diesem Bereich mehr einbringen kannst. Versuche einfach langsam in die wichtigen Bereiche zu kommen und dann machst Du Dich „unersetzbar“. Es ist leider so, dass man oft erst liefern muss bis es belohnt wird. Das fällt für mich aber auch in die Kategorie „Sparen durch Aufschieben“.

    Mein Arbeitgeber ist durch eine Gewerkschaft geknebelt. Diese hilft monetär betrachtet Angestellten in nicht sehr gut bezahlten Jobs so wie Jüngeren in Ausbildung. Aber vor allem hilft sie den älteren Arbeitnehmern. Wenn Du zu so einem Arbeitgeber von der Uni kommst musst Du Dich genauso auf das gewünschte Gehaltshöhe hocharbeiten. Wenn Du dieses geschafft hast und es kein Potential mehr gibt, so helfen die stetigen Erhöhungen durch die Gewerkschaft Dir trotzdem mit der Betriebszugehörigkeit ein immer besseres Gehalt zu erzielen. Hier ist es wichtig möglichst früh viel zu verdienen. Der Rest entwickelt sich dann automatisch, aber nicht ganz so schnell wie an der Börse.

    Ich habe den Peak erreicht und weine nicht. Ich möchte in meinem Betrieb keine Personalverantwortung übernehmen und genieße jetzt die anderen Vorzüge die sich ergeben. Ich hätte gehaltmäßig weit mehr erreichen können. Das macht aber nichts. Alles hat seinen Preis. Freunde von mir mit höherem Gehalt als Angestellte müssen viel länger arbeiten und auch der Weg zur Arbeit ist viel länger als meiner. Es ist viel wichtiger als erfolgreicher Investor zu agieren.

  83. Thorsten Rohweder

    Der Betrieb, in dem ich ehemals gelernt habe, hatte sich erfolgreich gegen Infiltration durch Gewerkschaften gewehrt. Es passte einfach nicht. Alle wurden gut bezahlt, man könnte auch sagen bestens. Eine Ausnahme. Dem Bilden eines Betriebsrates wurde durch  Abstimmung eine Absage erteilt. Ab einer bestimmten Mitarbeiterhahl ist ein Betriebsrat jedoch Pflicht, irgendwann hat man einen eingerichtet, dann war Ruhe. Ich  habe  mich danach immer außertariflich bezahlen lassen. Hohe Qualifikation und Bezahlung im Tarifsystem passen nicht zusammen, es sei denn man denkt in engen sozialistischen Mustern oder legt seinen Schwerpunkt früh ins Private (Griffel um 17.00 fallen lassen, ‚Halbtagsstelle‘ mit 38 Wochenstunden). Jung muss man durchstarten, Leistung ist Pflixht, das Kapital fürs Depot muss verdient werden.

    In einer Versicherung wollten sie einen Mitarbeiter halten, wenigstens annähernd branchenüblich (IT) bezahlen. Sie mussten etwas hinlügen (‚Gruppenverantwortung‘), damit er lächerliche 200€ im Monat mehr verdienen konnte, mehr war nicht drin.

    Letztlich gehen Qualifizierte weg, gründen selbst ein Unternehmen,  lassen sich woanders außertariflich bezahle, heuern als Externe an.  Die Arbeitnehmer sollten mutiger sein, zumindest die Qualifizierten und öfter den Arbeitgeber wechseln, es ist kein Malus. In USA zu meinem Erstaunen vollkommen normal gewesen, so wie auch das Umziehen. Die Trägheit kostet uns am Ende das verdiente Gehalt und die finanzielle Freiheit wenn wir nicht aufpassen.

  84. KievKiev

    @ Thorsten

    Betriebe wehren sich immer gegen Gewerkschaften. Kein Wunder, die Mitarbeiter werden in gewerblichen Unternehmen durchschnittlich besser für die Leistung vergütet.

    Ein Betrieb mit Gewerkschaft hat auch nichts mit Sozialismus zu tun. Dein Gehalt verhandelst Du selbst. Es ist nicht so, dass jeder in gleicher Tätigkeit dasselbe verdient. Nur die Gehaltssteigerungen durch die Abschlüsse gelten für alle in gleicher Weise.

    Du kannst bis 120k im normalen Tarif „Halbtagsstelle“ arbeiten. Das haben natürlich nicht viele Mitarbeiter. Es gibt mehr Kollegen als AT ohne Zeiterfassung in dem Bereich. Das heißt wiederum nicht, dass sie mehr als 120k am Ende verdienen 😉 AT heißt nicht ÜT. Wenn Du dann das Gehalt auf die Stunden rechnest sieht es noch schlechter als AT aus.

    Ich nutze die freie Zeit effektiv um mir Gedanken über Investments zu machen. Ich gehe davon aus, dass ich in dem Alter meines Vorgesetzten und Vorvorgesetzten vermögender bin. Und dabei habe ich viel Zeit für die Familie, Sport, Urlaube usw. Ich werde mein Kärtchen für die Zeiterfassung nie abgeben.

    Mut ist ein guter Punkt. Den sollte man haben und auch umsetzen. An ein hohes Gehalt ist oft der Zwang mehr Präsenz zu zeigen gekoppelt. Ich verbringe meine Freizeit jetzt schon lieber zu Hause. Bis 17 Uhr bin ich sehr selten in dem Betrieb. Unternehmer und Selbstständige stehen bei mir hoch im Kurs. Ich habe leider nichts passendes für mich gefunden. Aber an etwas zu arbeiten das ich wirklich mag fände ich in der Tat erfüllend. Ich glaube, dass ich dies aber nur in der Selbstständigkeit finden könnte.

     

  85. Thorsten Rohweder

    @Kiev richtig,  Stundenlohn,  in AT der wunde Punkt. Wenn Überstunden im Gehalt drin sind, es keine Zeiterfassung und somit kein Arbeitszeitkonto geben sollte und nach 45 Arbeitsstunden ein halber Tag Urlaub eingereicht werden muss, wenn man Freitag mittags mal gehen möchte. Urlaubsgeld Weihnachtsgeld alles Käse, bloß nicht. Immer nur  auf das fixe Jahresgehalt schauen und dieses zur Verhandlung heranziehen. Nicht selten fallen variable Anteile durch betriebliche Negativsituationen plötzlich weg. Deshalb variable  auch nicht zum Abzahlen der eigenen Hütte einplanen, lediglich für Sondertilgungen.Menschen, Berufe, Betriebe, persönliche Situationen sind so unterschiedlich , dass es keine allgemeinen Ratschläge geben kann. Nicht in jedem Job kann man sich selbstständig machen.

  86. Ex-Studentin

    @Kiev/Thorsten

    An sich würde ich jedem das Gleiche raten. Meine Firma ist ein ehemaliger Familienbetrieb, der aber nun sehr groß geworden und unsinnigerweise an der Börse notiert ist. Denke, dass sich da die nächsten Jahre noch einiges ändern muss und auch wird, deswegen bin ich noch da trotz strittiger Bezahlung. In Vorausleistung bin ich genug getreten: Bin seit mehreren Jahren Ausbilderin, Projektleiterin, habe einen neuen Bereich erschlossen, habe angeboten, in meiner Freizeit programmieren zu lernen, Kunden möchte explizit mit mir arbeiten etc, aber das hat alles nichts gebracht. In meinem Gespräch ging es deswegen nicht mehr ums Gehalt, sondern dass ich unter den Bedingungen keine großen Projekte mehr leiten werde. Denke, dass das ein wichtiger Schritt war und auch andere PLs wehren sich. Unsere Teamleiter haben dadurch nun bessere Möglichkeiten, zu ihren Chefs zu gehen und diverse Änderungen einzufordern. Denn vorher wurde alles so lange ausgesessen, bis die Leute wirklich gegangen sind. Wenn regelmäßig Leistungsträger gehen, koordiniert keiner mehr die Abarbeiter, Azubis und Auslandsniederlassungen. Da der wirtschaftliche Erfolg und die Kundenzufriedenheit leiden, müssen solche Personalthemen angegangen werden.

    Ich finde so Umbruchsstimmungen recht spannend und finde es wichtig, dass man seine Position als schwer Ersetzlicher nutzt, um was zum Positiven zu ändern.

  87. Thorsten Rohweder

    @Ex-Studentin ich hoffe es entwickelt sich für Dich positiv. Ich kann aus  meiner Zeit nur berichten, dass man achtsam sein sollte wer, wie viele und wann jemand kündigt. Ganz übel ist es wenn die höheren Ränge bis hoch zum Vorstand wechseln, dann ist irgendein Wurm drin, den man als unterer Rang nicht immer erfährt. Sollte auf einer Betriebsversammlung der Satz fallen „Der Standort ist (für die nächsten x Jahre ) sicher“, dann ist das schlichtweg eine Lüge. Der Betriebsrat ist instrumentalisiert, damit Ruhe bewahrt wird.Sofort die Jobportale aufrufen und Bewerbungen schreiben. Entweder wurde es schon diskutiert, die Verhandlungen sind in Gange oder kurz davor. Aus die Maus. Das Prinzip Hoffnung trägt nicht. Blöd nur, wenn schon älteres Semester ohne Wahlmöglichkeit oder gsnz junges Semester ohne Erfahrung ist. Die erwischt es dann eiskalt. Ich habe gesehen, dass Mitarbeiter von Süddeutschland nach NRW versetzt wurden. Nach 10 Jahren wurde dann die Versetzung nach Niedersachsen angedroht. Das kann nicht jeder mit Hütte, Familie… Entweder Umzug oder Entlassung.

  88. KievKiev

    @ Jenny

    Gibt es bei Dir überhaupt erfahrene ältere Mitarbeiter in ähnlicher Position, die wesentlich mehr verdienen? Ist das nicht der Fall sieht es schwierig mit einer Erhöhung des Entgeltes aus. Wenn Dein Chef sagt, dass Du für ein höheres Gehalt Projektverantwortung übernehmen musst, dann kannst Du das ja machen. Hast Du ja scheinbar auch gemacht. Wenn Du es dann aber durchgezogen hast und es gut gelaufen ist, musst Du ihn an die Wand nageln. Er kann ja scheinbar nur unzufrieden mit Deiner Tätigkeit sein, wenn er trotz der Projektleitung kein höheres Gehalt gibt. Wenn Du immer nur in Vorleistung für alles Mögliche gehst und es nicht belohnt wird solltest Du vielleicht besser schauen, ob Du nicht woanders mehr dafür bekommst. Wenn Du was anderes gefunden hast, dann gehst Du am besten. Es kann vielleicht helfen dem Vorgesetzten mit dem neuen Vertrag die Pistole auf die Brust zu setzen, aber das ist für das weitere Arbeitsverhältnis vermutlich nicht vorteilhaft.

    Falls Du allerdings bereits marktüblich verdienst kannst Du nur durch Fortbildung neue Einkommensdimensionen erreichen. Ich würde nicht darauf warten, dass sich die Dinge von selbst zum positiven wenden. Das passiert meistens nicht. Deine Firma scheint im Übrigen die Interessen ihrer Eigentümer bestens wahrzunehmen. Sie lassen das Geld hart für sie arbeiten.

    Du bist jung und hast noch keine Kinder und Verbindlichkeiten. Du kannst eine neue Firma finden und hast Zeit Dich zu etablieren. Das wird mit der Zeit nicht einfacher.

    Ich habe es so abgewägt:

    Wie steht mein Gehalt zu dem was ich verdienen könnte? Wie hohe Gehaltseinbußen könnte ich bei einem Mißerfolg erleiden? Wie hoch ist das Potential? Das kannst Du zumindest einfach durch Bewerbungen erfahren. Wenn das Potential für einen Gewinn gut über den Risiken liegt kannst Du handeln.

    Bei mir sehen diese Fragen aktuell nicht mehr so gut aus. Aber bei meiner Frau ist Potential vorhanden. Wir versuchen nach Abwägen von Chancen und Risiken nun ihr Gehalt auszubauen. Es ist viel mehr Potential als Risiko vorhanden. Auf diese Weise ist das Familieneinkommen auch besser diversifiziert und insgesamt robuster aufgestellt.

  89. Ex-Studentin

    @Thorsten

    Ja, ich habe auch immer ein sehr offenes Ohr. Bei uns wurde die letzten Jahre die GF und einige Führungskräfte ausgetauscht. Unser Standort ist strategisch wichtig, im Falle einer Krise würde man das Team trotzdem verkleinern. Kann mir vorstellen, dass das manche hart trifft. Mich jetzt nicht unbedingt, ich bin von den Qualifikationen her breit aufgestellt.

    @Kiev

    Ich habe oft Wechselgedanken. Gehaltstechnisch sind 2.000€ mehr im Monat leicht möglich. Die Jobs, die ich bisher gefunden habe, waren entweder mit hoher Reisetätigkeit verbunden oder klangen stinklangweilig (den ganzen Tag nur Lieferanten koordinieren). In meiner jetzigen Firma kann ich koordinieren (viele verschiedene Fachbereiche) und bei Bedarf auch noch selbst im Projekt mitarbeiten, was mir viel Spaß macht. Durch die vielen Fachbereiche kann man auch jederzeit viel dazu lernen.
    Die flexiblen Arbeitszeiten sind auch gut, d.h. man kann um halb 6 morgens oder auch erst um halb 10 anfangen. Wenn privat was ist, kann ich mir jederzeit frei nehmen. Ebenso habe ich sehr nette Kollegen. Die letzten Jahre haben einige die Firma verlassen und die mit denen ich noch Kontakt habe, vermissen das Team. Bei uns gibt es keine ausgefahrenen Ellbogen, man hilft sich, wo man kann, geht auch mal zusammen ins Kino und alle sind per Du.

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