Das automatisierte ETF-Sparen ist das große Geheimnis


New York, 2. April 2019
Du machst einen ETF-Sparplan. Du hast eine hohe Sparquote. Du lebst bescheiden. Du lässt den Sparplan laufen. Du wirst mit der Zeit immer freier.

„Das Geld liegt auf der Straße, du musst es nur aufheben.“ Hast du schon solche Sprüche gehört? Meist nutzen es unseriöse Gestalten, um dich für einen Job zu ködern. Das Netzwerk-Marketing ist berühmt berücthigt, flotte Sprüche zu klopfen. Pyramidensysteme lieben es.

Hast du mal für einen solchen Betrieb gearbeitet? Kannst du Horrorgeschichten erzählen? Von unseriösen Finanzvermittler-Pyramiden, Strukturvertrieben für Abnehmpulvern wie Heralife etc.? Lass dich nicht ein. Es ist im unseriösen Vertrieb fast unmöglich auf einen grünen Zweig zu kommen. Es gibt genug Betrugsmaschen, um an dein Geld und deine Arbeitskraft/Kontakte zu kommen.

In deinem Herzen wirst du es bestimmt schnell merken, wenn du aufmerksam bist. Sei immer vorsichtig. Wenn schon ein Nebenjob, dann keinen dubiosen.

Ein einfaches Prinzip ist in einem Angestelltenjob Karriere zu machen. Und volle Kanne zu investieren. Es ist möglich auf eine Million Euro im Depot zu kommen, wenn du vielleicht 50 oder 60 bist (oder früher). Es ist wunderbar zu überlegen, wie glücklich du bist, wenn du frühzeitig in jungen Jahren investierst. Der Zinseszins macht sich dann umso mehr bemerkbar im Alter. Du kannst dich auf einen komfortablen Ruhestand freuen. Auf einen goldenen Ruhestand.

Schöne, gute Arbeit. Du hast einen guten Job. Ein überdurchschnittliches Gehalt. Wenn dein Depot immer massiver wird, kannst du schon vorher einen Gang zurückschalten. Du bist vielleicht nur noch 32 Stunden pro Woche im Büro. Es hilft wirklich, den Fokus darauf zu richten, die Zeit schon heute zu schätzen – nicht erst, wenn die Freiheit beginnt.

Schon wenn du das erste Stellenangebot erhältst und annimmst, sparst du wie ein Irrer. Dein Gehalt wird deutlich mit den Jahren zulegen. Du hast bereits vor, mindestens 30 Prozent vom Nettogehalt zu sparen. Neben dem Investieren freust du dich auf dein Leben. Aber du weißt, du brauchst keine neue Wohnung. Kein neues Auto etc.
 
Deine Sparsummen in den ETF sind automatisiert, auch wenn es am Anfang nur ein bisschen pro Monat ist. Das Geld automatisch auf dein Depot-Konto einzuzahlen ist der Trick. An jedem Zahltag landen automatisch ETF-Aktienanteile in deinem Depot. Automatisierung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du es richtig machst, siehst du niemals das überschüssige Geld. Also kannst du es nicht für Konsumplunder ausgeben.

Entscheide dich für einen bestimmten Betrag von xyz Euro, der jeden Monat direkt in deine Anlagen fließt. Stoppe NIEMALS die Automatisierung. Wenn danach noch Geld übrig ist, gönne dir hin und wieder etwas Schönes.

Viele Menschen gehen den Weg andersherum. Sie geben erst alles für Konsum aus, dann ist am Monatsende nichts übrig. Gönne dir ab und zu etwas Besonderes – das ist gar kein Problem. Nur sollte es nicht Alltag werden. Ich höre den Satz „Ich hab es mir verdient“ mehrmals pro Woche, jede Woche, fast jeden Tag. Das ist kein Genuss mehr, es ist ein irrer Lebensstandard, der meist in einem Elend enden wird.

Schau dir an, wie unseriös Sparkassen schon für Autokredite werben. Was zur Zeit in Deutschland abgeht, ist echt nicht mehr normal. Das sind verrückte Zeiten. Irgedwann platzt die Schuldenblase.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Das automatisierte ETF-Sparen ist das große Geheimnis

  1. AvatarRainer Zufall

    Nico

    Das Problem ist doch aber, dass es in Zentren kaum Möglichkeiten zum Kaufen gibt. Wenn man denn kaufen will, ist man gezwungen den Suchradius auszuweiten. Folge, der Weg zur Arbeit wird länger. Eine Familie muss diese Wege überbrücken. z.b mit (zusätzlichem) Auto. Dadurch entstehen (zusätzliche) Kosten. Wenn man diese in den Vergleich Mieten vs. Kaufen einbezieht, kann die Rechnung schon ganz anders aussehen.

    Zum anderen wird bei diesen Vergleichsrechnungen m.E. ein Faktor komplett ignoriert. Ein Käufer spart die Miete. Ja. Aber er hat trotzdem (neben dem Zins für die Finanzierung) Wohnkosten, die durch Abnutzung und Instanthaltung der Immobilie entstehen. Selbst wenn man man in einen Neubau einzieht. In 10 /20 Jahren ist der Neubau eben nicht mehr neu. Dann muss was erneuert werden. Aus diesem Grund ist bei Wohneigentum häufig auch ein Hausgeld von vlt. 1-2 Euro /qm zur Rücklagenbildung sinnvoll. wenn man das nicht macht muss nach 20 Jahren ggf. ein neuer Kredit mit neues Zinsen her. Auch das erhöht die Wohnkosten.
     

  2. AvatarThorsten

    @Nico Kommer ist ein Kontraindikator wie Tenhagen. Am besten genau das Gegenteil von dem machen, was er von sich gibt.
    @Rainer jegliche Erneuerung der Immo zahlt am Ende der Mieter, plus einem Aufschlag, der Vermieter möchte ja nicht nur die Immo erhalten, sondern einen Gewinn machen. Kaufen ist generell günstiger als Mieten, in Einzelfällen kann es anders sein,

  3. AvatarNico Meier

    @Rainer Zufall
    Wenn man den Text aus der Neuen Zürcher Zeitung NZZ liest so sieht man:
    Selbst bei einer Vollkostenrechnung, die beim Hauseigentümer nicht nur die Zinskosten für eine fünfjährige Festhypothek (Belehnung von 80%) einrechnet, sondern auch Unterhaltskosten, Opportunitätskosten in Form von Anlagealternativen des Eigenkapitals, Risiken wie das finanzielle Klumpenrisiko oder die kurzfristige Illiquidität des Objekts sowie Gewinnchancen dank einer langfristigen Aufwertung des Grundstücks misst, ist der Kauf von Wohneigentum im Schweizer Mittel um knapp 18% günstiger als das Mieten (18 300 Fr. pro Jahr contra 22 300 Fr.).

  4. AvatarRainer Zufall

    Thorsten
    Meine Erfahrung ist die, dass es einfach nicht so einfach ist.
    @ der Mieter zahlt alles: ich wohne derzeit noch in einem 9 Parteien Haus, in dem seit 20,30 Jahren nix mehr gemacht wurde (kein Einzelfall). seit April 18 bis 2020 (geplant) wird saniert (Dauer & Aufwand kein Einzelfall). Der Witz ist: bei uns kann der Vermieter genau 0 Euro der Kosten umlegen. Das ist bei einem Staffelmietvertrsg (kein Einzelfall) einfach so. unsere Miete erhöht sich zwar alle paar Jahre um ein paar Euro. Aber bei uns ist da nix zu holen. Einzige Möglichkeit die Vermieter da haben ist; rausekeln
    @ Vermieter möchte Gewinn machen. In der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie und unter der Annahme eines rational handelnden Homo Oeconomicus. Ja. Meine Erfahrungen mit etlichen Privatvermietern ist aber die, dass die es noch nicht einmal hinbekommen eine Nebenkodtenabrechnung fehlerfrei hinzubekommen. Wenn man sich als Mieter auskennt, reicht es eigentlich schon aus die Nachforderung in der Mülltonne zu entsorgen. Ironie Ende.
     
     

  5. AvatarRuben

    Wie gefährlich Schulden werden können, besonders wenn sich erst einmal Inkasso Unternehmen einschalten, wurde am Montag in einem Bericht gezeigt.
    Hier hat ein junger Mann eine Rechnung von 46,80 Euro nicht bezahlt, durch Anwaltskosten und Mahngebühren haben sich die Kosten mit 589,59 Euro auf das über 12 fache gesteigert. Ab Minute 20 etwa 2 Minuten:
    https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/milliardengeschaeft-inkasso-video-100.html
    Ein paar solcher Rechnungen und man kommt gar nicht mehr dazu, die eigentliche Schuld abzuzahlen, da man mit dem zahlen der sich immer mehr türmenden Mahngebühren nicht mehr hinterherkommt und diese zuerst bedient werden müssen.

  6. AvatarRainer Zufall

    Nico
    es mag schon sein, dass die Studie zu diesem Ergebnis kommt. Aber das Grundproblem bleibt: der Markt ist leer. Es gibt kaum gute Immobilien. Und wenn, dann gehen die entweder unter der Hand weg oder es wird ein Aufschlag geboten, weil der Käufer unbedingt will, was die Immobilie dann aber weniger rentabel macht. Oder meinst Du, dass es z.b in Zürich easy ist als Mieter einfach mal eben ne günstige Immo zu kaufen?

  7. AvatarGastUser

    @Rainer Zufall:
    Natürlich muss man selbst bei einer Neubau Eigentumswohnung nach 20 Jahren etwas renovieren, dass müssen Sie aber auch bei einer Mietwohnung auch. Oder glauben Sie, dass das Ihr Vermieter (kostenneutral) für Sie macht.
    Um so früher Sie kaufen um so mehr lohnt sich Eigentum statt Miete. Beim Eigentum haben Sie immer einen Gegenwert. Bei Immobilien ist es wie bei Aktien, so billig wie möglich kaufen und so lange wie möglich halten.

  8. AvatarRainer Zufall

    GastUser
    Kostenneutral, ja, bei mir gerade schon. haben Sie meinen Hinweis zur Staffelmiete überlesen?
     

  9. AvatarJohannes

    Meine Frau und ich (beide 23) haben uns auch überlegt ob es sich rentiert Eigentum zu erwerben oder besser ist auf Dauer zur Miete zu wohnen. Schlussendlich haben wir uns fürs kaufen entschieden, was auf jeden Fall das richtige war. Es ist eine kleine 8-Einheiten-Wohnanlage – ideal für uns mit Kinder. Der Vorteil ist bei einer Wohnanlage auch, dass die Kosten geteilt werden und anfallende Reparaturen anteilsmäßig bezahlt werden müssen.
    https://www.vol.at/haeuser-und-wohnungen-verteuerten-sich-2018-um-47-prozent/6144538
    Lt. diesem Bericht bzw. der Statistik sind die Preise in den letzten 2 Jahren bei uns um über 10% gestiegen. Unsere Wohnung wird zwar erst Ende Sommer bezugsfertig sein, hat aber seit Vertragsabschluss (2017) eine regional bezogene Wertsteigerung von 70-100k (16-24%) erfahren. Sollte man also den Wunsch hegen mal ein Eigenheim zu haben und arbeitet noch am Eigenkapital (mind. 20%), müsste man jedes Jahr mehr als die Wertsteigerung sparen, um näher an sein Ziel zu kommen. Irgendwann wird sich das nicht mehr ausgehen und man kommt immer weiter weg von seinem Ziel. Hausbau ohne Grundstück ist so gut wie unmöglich, da die Preise >700€/m2 liegen. Kommt also nicht infrage.
    Für mich ist die Wohnung eher eine Pensionsvorsorge und wenn die Preise in den Keller rauschen, soll mir das egal sein, da wir vorhaben unser Leben lang darin zu wohnen. Miete kommt gleich wie Rückzahlung und Puffer falls die Zinsen steigen ist auch eingeplant.Dazu kommt auch, dass wir noch jung sind und sehr früh alles abbezahlt haben sollten.

  10. AvatarNico Meier

    Ich will nicht in Zürich kaufen da ich in Basel arbeite würde das auch keinen Sinn ergeben.
    Wir haben schon gekauft im Aargau auf dem Land da ist es viel schöner als in jeder Stadt die ich kenne.
    Natürlich gibt es nicht unzäglige Objekte die man einfach so kaufen kann zu guten Preisen aber das ist bei Aktien ja auch nicht anders. Bei Aktien macht man sich auch die Mühe einzelne Aktien rauszusuchen um eine zu finden die zu eingem guten preis zu haben ist. Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchte muss sich auch die Mühe machen und diverse Objekte besichtigen.
    In der Schweiz erhält man zurzeit Hypothekardarlehen für 1% fixiert auf 10 Jahre. Wie lange solche Konditionen noch möglich sind kann keine von uns wissen!

  11. AvatarGastUser

    @Rainer Zufall
    Herzlichen Glückwunsch! Dass es bei Ihnen nicht möglich war, hilft natürlich den ganzen anderen Mitleser aus Deutschland, die bei Sanierungen bis zu 11 % der Kosten (jährlich) auf die Miete drauf bekommen. Und betrachten Sie mal den Zeithorizont etwas länger (20 – 30 Jahre). Wie hoch ist Ihre Staffelmiete dann? 

  12. AvatarNico Meier

    Wenn ich hier einen Artikel über eine Studie poste so wird ein Spezialfall indem die Studie nicht recht haben könnte nur weil einem das Ergebniss nicht passt.
    Die Studie sagt auch:
    „Vergleichsweise teurer als Mieten ist Eigentum laut der CS derzeit praktisch nur in Tourismusregionen, wo die Preise durch die Zahlungsbereitschaft von Zweitwohnungsbesitzern angehoben werden.“
    Die Entscheidung Mieten oder Kaufen liegt bei jedem selbst. Es gibt durchaus Gründe für Miete. Wäre ich als Student in einer Stadt und wüsste genau, dass ich nach einigen Jahren wieder an einem anderen ort wohnen werde so macht Mieten durchaus Sinn.
    Ich für mich bin mir sicher, dass ich mit Kaufen bedeutend besser fahren als mit Mieten. 

  13. AvatarNico Meier

    @cerebrum
    Ich bin immer wieder erstaunt, dass hier Leute Posten die offensichtlich die Kommentare zu denen sie poste nicht lesen.
    Ich habe schon weiter oben erwähnr, dass die von mir angeführte Studie auch die Oportunitätskosten in Form von Anlagealternativen miteingerechnet hat und trotzdem auf das Resultat kommt, dass Kaufen 18% ist als mieten.
    Ich kann natürlich auch Hotel Mama mit Wohneigentum vergleichen und feststellen, dass das Zimmer welches ich im Hotel Mama unter Wert vermietet bekomme günstiger sei als der Erwerb von Wohneigentum.
    Oder ich kann als Beispiel anfhren, dass eine Genossenschaftswohnung die ich unter Preis vermietet erhalte, weil die Allgemeinheit in verschiedner Form diese Wohnungen vergünstig, notabene mit Steuergelder, günstiger sei als der Erwerb von Wohneigentum.
    Die beiden Beispiele sind aber gleich abstrus wie wenn ich das Mieten einer Mietwohnung vergleichen würde mit einer Sokratischen Tonne aus Holz in der der Frugalist wohnt und dies als Wohneigentum bezeichnen würde das günstiger wäre als die Miete.

  14. AvatarRainer Zufall

    Nico
    Ich kenne die Studie nicht. ich hab nur in dem Artikel eine Zusammenfassung gelesen. ich habe Jahre lang selbst Studien gemacht und Studien von anderen für Fachzeitschriften begutachtet. ich weiss daher, dass es auf die Details ankommt. aber wie gesagt, ich kenne die Studie nicht.
    Zürich war nur als Beispiel gedacht. Ich wollte damit zeigen, dass Kaufen in der Theorie super ist. In der Praxis aber schwierig sein kann.
    Gast User
    Kein Mieter mit Staffelmietvertag kann an den Modernidierungskosten beteiligt werden. Das ist nicht nur bei mir so. Ich glaube nicht, dass ich der einzige Mieter mit Staffelmietvertag in Deutschland bin.
    Wir zahlen in Mannheim in sehr guter Wohnlage auf 105qm 950 Euro kalt. Alle 5 Jahre erhöht sich der Betrag um 25 Euro monatlich.

  15. AvatarRainer Zufall

    Nico
    Zürich war nur ein Beispiel. Ich wollte damit nur sagen: Kaufen kann in der Theorie super sein, ist aber in der Praxis nicht immer einfach.

    Gast User.
    Kein Mieter mit Staffelmietvertag kann an den Kosten beteiligt werden. Das ist nicht nur bei mir so. Ich glaube nicht, dass ich der einzige mit einem Staffelmietvertrag bin. ich bin mir darüber bewusst, dass ansonsten umgelegt werde kann. Aber eben nicht immer und nicht generell, das hatten Sie ja angedeutet.
    Wir zahlen in Mannheim in begehrter Wohnlage 950 Euro auf 105 qm. Alle 5 Jahre erhöht sich die Miete um 25 Euro/Monat.

  16. Avatarcerebrum

    Nico Meier,
    nein, eben nicht, denn auch die von Ihnen verlinkte Studie sagt „im Mittel“, was eben heißt, es kommt darauf an. 

  17. AvatarDaniel

    Wie aggressiv halb-staatliche Banken sind. Und um was für Zwecke es geht bei dem Kredit. Wie tief kann man als Bank noch sinken?
    Den Banken ist hier eigentlich kein Vorwurf zu machen, es ist eher ein Überlebens-Trieb der die Banken zu sowas veranlasst. Schuld sind hier zum einen die Deutschen selbst als auch die EU bzw. EZB Politik.
    Wir haben eine ziemlich toxische Mischung, auf der einen Seite gibt es quasi keine Zinsen mehr und auch das macht grade den vielen kleinen Banken zu schaffen, auf der anderen Seite haben wir den typischen Deutschen der nur sein Girokonto hat und wenns hochkommt ein Bausparvertrag. Daran verdient keine Bank Geld, im Gegenteil, es kostet sie etwas, erst recht bei der Geldvermehrung die dafür sorgt dass immer mehr Geld bei den Banken gebunkert wird und diese für Negativzinsen zentral einlagert.
    Dementsprechend müssen und haben die Sparkassen in den letzten Jahren ihre Geschäftsmodelle ausgeweitet, so werden Sparkassen zunehmend auch zu Versicherungs-Brokern die sich immer mehr vom eigentlichn Kerngeschäft ablösen. Das ist eine sehr unangenehme Entwicklung, aber was würdest Du als Filialleiter machen wenn Du nur noch rote Zahlen schreibst? Zudem werden immer mehr Regulatorien über dich ausgekippt, habe mal irgendwo gelesen dass allein nur Organisation ca. 20% des Umsatzes wegfrisst.
    Ob es da bei Online Brokern besser läuft weiss ich nicht, aber der verdient immerhin an jedem Trade etwas mit.

  18. AvatarFabian S.

    Hallo Tim,
     
    das stimmt. Sehe es im eigenen Umfeld: Sohnemann eines Freundes gerade mal 20 Jahre alt und ausgelernt, musste unbedingt einen schnellen Flitzer haben. Drei Banken haben ihm keinen Kredit gegegben. Aber die Vierte „die Targobank“ tat es!
    Das „alte“ neue Auto kostete schon Geld, das er nur 2 Jahre fuhr. Jetzt hat er das neue finanziert, will gar nicht wissen zu wieviel. Und nächstes Jahr will er sich noch eine Eigentumswohnung kaufen, natürlich auf Pump. Er hat zwar einige Aktien als Mitarbeiter bekommt er die etw. günstiger…aber das sind ja eher wenige…

  19. AvatarMattoc

    Dass es Pro- und Contra-Studien zum Thema „Kaufen vs. Mieten“ gibt, wissen wir inzwischen. Ergebnis: Es kommt darauf an…
    Viel, viel wichtiger als die reine Rechnerei ist doch, dass man folgende Fragen für sich beantwortet, wenn man in jungen Jahren überlegt, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen:
    – Glaube ich fest daran, dass ich „immer“ in dieser Region arbeiten werde?
    – Kann man das Objekt notfalls vermieten? Tauge ich in diesem Szenario zum Vermieter?
    – Kann ich persönlich Schulden für einen ggf. sehr langen Zeitraum ertragen?
    – Bei gemeinsamer Finanzierung mit Partner: Was passiert im Fall der Trennung?
    – Habe ich handwerkliches Geschick oder muss ich für jede Kleinigkeit jemanden kostenpflichtig  kommen lassen, der es repariert?
    – Was ist mit Familienplanung und der Planung fürs Rentendasein? Kann das Objekt in allen Lebensphasen sinnvoll genutzt werden, oder fällt es mir zur Last?
    – Würde ich ein solches Objekt, das ich nun kaufe, auch mieten, oder würde ich lieber ein oder zwei Nummern kleiner / schlechter Mieten, um viel Geld zu sparen?
     
    Mein persönliches Ergebnis:
    Ich bin der klassische Mieter. Ich möchte frei entscheiden können, wohin ich wann gehe und keine Belastung durch einen festen Standort / Schulden / Eigenheim haben.

    Übrigens: Ich habe noch nie eine Mieterhöhung bekommen. Der Vermieter ist froh, dass ich hier wohne. Und ich bin auch sehr froh darüber. Nur weil die Statistik sagt, dass die Mieten überall ansteigen und dass die Löhne zu niedrig sind, muss das im Einzelfall nicht so sein. Man muss nur seine persönliche Lösung finden. Ich finde im Prinzip gut, wie Udo Lindenberg wohnt, allerdings würde ich es auch hier gerne einige Nummern kleiner angehen. Wichtig: Möglichst wenig materieller Besitz, einmal täglich kommt jemand, der feucht durchwischt, und man kann jederzeit woanders wohnen.

  20. AvatarPhil

    @cerebrum/Rainer Zufall/Nico Meier
    ich lese auch nicht, dass die Studie „beweist“, dass das Kaufen allgemein günstiger als das Mieten ist; lediglich unter gewissen Rahmenbedingungen auf dem Schweizer Immobilienmarkt.
    Im Artikel steht übrigens auch, dass für (schweizer) Durchschnittseinkommen die Finanzierung einer Immobilie in vielen Regionen kaum mehr zu stemmen ist und mieten günstiger wird. Da stellt sich schon die Frage, wer hier nicht richtig/selektiv gelesen hat 😉

  21. AvatarChristoph

    @mattoc
    Sehe ich genauso wie du. Mir ist die freie Entscheidung zu haben wichtiger, als irgendwann mal eine mehrfach abbezahlte Wohnung/Haus zu besitzen.Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich Lust hätte Vermieter zu sein.
    Steuerlich wäre es für alle das Beste wir würden zur Miete wohnen und unser Eigentum vermieten. 😀 Eines ist auch zu beachten. Die meisten Menschen bauen zu groß, an der falschen Stelle. Was will ich mit 60 in einem 200 qm Haus mit 6 Zimmern, wenn ich darin allein oder mit meiner Frau sitze?Das ist mir zu blöd, ehrlich. Ich will mich einfach später entscheiden ob und wo ich wohnen will.Auch ein Haus „mal eben“ zu verkaufen ist auch nicht immer so leicht, wie man meint, denke ich.

  22. AvatarNico Meier

    @Phil
    Es gib in der Schweiz auch Menschen die sich keine Aktien leisten können aber niemand würde auf die Idee kommen Aktien deswegen als unrentabel zu bezeichnen. 

  23. KievKiev

    @ Mattoc,
    ich sehe die Liste ähnlich wie Du. Allerdings die beiden Punkte leicht anders:

    – Glaube ich fest daran, dass ich „immer“ in dieser Region arbeiten werde?

    Es sollte zumindest für 5-7 Jahre als Wohnsitz geplant sein, aufgrund der hohen Nebenkosten. Man muss sie trotzdem nicht für immer halten, damit es sich lohnen kann.

    – Kann man das Objekt notfalls vermieten? Tauge ich in diesem Szenario zum Vermieter?

    Das sollte man eigentlich nicht anvisieren. Kaufe ich privat, tilge ich so stark wie möglich. Bei Vermietung kann man es ab einem guten Schuldenverhältnis anders betreiben. Was allerdings bereits getilgt ist, kann man nicht erneut ohne Grund beleihen und steuerlich geltend machen. Auch wird man das Eigenheim anders ausstatten als ein Mietobjekt. Das sollte nur für den Notfall gelten. Hier lohnt sich aktuell aber vermutlich eher ein Verkauf.
     

  24. Avatar42sucht21

    @Mattoc
    Ich sehe es ähnlich wie Sie. Vermeintlich weiche Faktoren sind immens viel wichtiger als reine Mathematik. Ich persönlich glaube nicht daran, dass Kommers sehr gute und interessante Berechnungen den Faktor Leben ausreichend berücksichtigen. Ein Aspekt der für mich relevant war: Wer in guten Lagen nicht kauft wenn sich die Möglichkeit ergibt, der kann mittelfristig unfreiwillig herausgedrängt werden über Eigenbedarfskündigungen oder steigende Mietpreise.
    Mein persönlichen Fazit: Ich bin Käufer. Es gibt mir persönlich die Entscheidungsgewalt und ich bin von anderen unabhängiger. Aber natürlich führen viele Wege zum Glück und es kommt immer auf den Einzelfall an.

    Um den Bogen zum heutigen Artikel zu spannen:
    Eine Hypothek kann man auch mit einem automatisierten Sparplan vergleichen. Ob diversifizierter ETF oder Immo-Klumpen besser ist, dass ist nicht gewiss. Welche Rendite sich daraus ergibt im Bereich Finanzen, Freiheit, Lebensglück usw. wird sich erst in 2-3 oder gar 4-5 Dekaden herausstellen. Wichtig ist, sparen & investieren – möglichst renditestark.

  25. AvatarWohnung mit Domblick

    @Sparkassen (und andere Institute): Die müssen sehr verzweifelt sein. Schicken regelmäßig Kreditangebote, wo doch ein kleiner 5-stelliger Betrag dort auf meinem Konto liegt. Das wird einfach breit gestreut, bei Interesse darf man dann erst mal ‚beantragen‘ und dann wird erst nach Kreditwürdigkeit gefragt. Gebührenerhöhungen haben die wohl schon ausgereizt, jetzt versuchen die halt andere Maschen. Von mir bekommen die nur noch 1 Euro im Monat und die Kundenkarte kostet unverschämte 9 Euro im Jahr, obwohl die ja zur Geschäftsabwicklung unverzichtbar ist. Ich weiss nicht, ob ich die bedauern soll, die Mitarbeiter in der Bank auf jeden Fall. Wer nach Bargeldabschaffung ruft, oder nicht dagegen protestiert, darf sich über weitere Raubzüge nicht wundern. Dann ist alles möglich.
    Zu Kaufen vs Mieten gabs ja schon viel Diskussion. In meinem Fall war Kaufen der richtige Weg. Ich freue mich jeden Tag, dass ich es damals gemacht hab, noch mit harter Währung und Eigenheimzulage. Heute ist das, wie vieles Andere, schwieriger.
    Und immerhin, statt 15% mehr Stromkosten spare ich ab Mai für 12 Monate 20% durch Anbieterwechsel. Mein alter Anbieter war mal der günstigste… Immer dran bleiben!
    Die aktuelle Kursentwicklung macht auch wieder Spass, die Werte steigen ins Plus. Meine Anfängerfehler vom letzten Jahr werden zusehends ausgeglichen 🙂 Tims Gebetsmühle, um zum Thema des Tages zu kommen, geht zur Zeit auf. Die Langfristperspektive bleibt spannend.

  26. AvatarHilda

    Könnt ihr mit “ kaufen und mieten“  nicht endlich mal einen eigenen Blog
    aufmachen!
    Gruß Hilda
     

  27. AvatarZaVodou

    Hallo,
    ich habe mich mal näher mit dem Thema ETFs befasst und bin auf folgende Problematik gestoßen:
    Grundlage ist diese Seite und die seit 2018 geänderte Steuergesetzgebung für ETFs.

    Mir geht es dabei um die Berechnung der Krankenkassenbeiträge für die gesetzliche Krankenkasse.Angenommen man hätte ein Aktiendepot im Wert von 500.000 Euro. Dieses steigt am Ende des Jahres um 20 % auf 600.000 Euro. Der Zugewinn läge hier also bei 100.000 Euro.Dies hätte keine Auswirkung bei der Ermittlung der Krankenkassenbeiträge, da nur Erträge aus Dividenden oder Gewinne aus Verkäufe für die Berechnung herangezogen werden würde. Solange man also nicht verkauft interessiert die Wertsteigerung des Depots die Krankenkasse bei der Berechnung der Krankenkassenbeiträge nicht.

    Wie sieht das jetzt aber bei einem ETF aus? (z. B. bei einem thesaurierenden ETF Fall 2.2 im Link):Hier wäre nun ja eine Vorabpauschale fällig. Wie wirkt sich diese nun auf der Steuerbescheinigung aus. Würde hier ein Etrag von 70.000 Euro ausgewiesen (100.000 Euro x o,7)?, der dann bei der Krankenkasse zur Berechnung der Krankenkassenbeiträge herangezogen werden würde?

    Ist in etwa die gleiche Frage wie hier von Vamp007, nur dass die Frage leider nicht gelöst wurde.

  28. AvatarBig Ben

    @Mattoc: Interessante Fragestellungen, die wir uns bei Kauf in ähnlicher Form gestellt haben. Ob Kauf oder Miete – das ist völlig individuell zu betrachten. Für uns hat es gepasst. wir haben vor mittlerweile 11 Jahren eine 4 1/2 Zimmerwohnung, 130qm (Nähe Zürich, Neubau) gekauft, hoher Ausbaustandard. Folgendes Zahlengerüst:

    Kaufpreis CHF 960’00
    Eingebrachtes Eigenkapital: 160’000
    Hypothekenschulden: CHF 800’000
    Alle Tranchen mittlerweile mit Libor-Hypotheken zu 0,45% finanziert, CHF 3’600 jährlich
    Weitere Wohnkosten (Hauswartdienste, Erneuerungsfonds, Versteuerung Eigenmietwert) ca. CHF 12’000
    Jährliche Amortisation (insg. 20 Jahre) über Säule 3a CHF 7’700 (auf 3a-Konten aktuell CHF 250’000 angespart, Möglichkeit der Verpfändung)
    Aktueller Wert der Wohnung laut Bankeinschätzung CHF 1,3 Mio.

    Vorher zahlten wir für eine Wohnung ähnlicher Grösse in guter Lage CHF 37’200 jährlich. Somit ist unsere effektive jährliche Belastung um rund  CHF 13’000 gesunken. Hypothekenzinsen und evtl. Renovationen können wir steuerlich geltend machen, das habe ich jetzt nicht gegengerechnet. Die Differenz zur vorherigen Miete haben wir stetig am Aktienmarkt investiert.
    Damit will ich nicht sagen, dass Kaufen besser als Mieten ist, sondern einfach nur einmal ein konkretes Zahlenbeispiel geben.
    Cheers
    Big Ben

  29. AvatarEugen

    Hallo Tim,
    vielen Dank für deine unermüdliche Arbeit!
    Ich war seit 1,5 Jahre ein stiller Leser, würde aber gerne die Mitdenkenden auf der Messe kennen lernen. 
    Gibt es da ein Treffpunkt für Deine Community, ist etwas am Samstag geplant?
    Gruß
    Eugen

  30. AvatarMattoc

    @ZaVodou
    Der Begriff „Ertrag“ ist mir in dem von dir beschriebenen Kontext nicht bekannt.
    Geht es dir um den Begriff „Basisertrag“?
    Der Basisertrag wäre in deinem Beispiel nicht 70.000 Euro sondern 3.850 Euro.
    Die Steuerlast (Steuer auf Vorabpauschale), die du bei dem von dir genannten Beispiel (Gewinn von 100k) vorab zahlen müsstest, wäre sagenhafte 710 Euro, also auch noch durch den jährlichen Freibetrag gedeckt.
    Daher ist das ganze Thema „Steuer auf Vorabpauschale“ für 99% der Anleger auch eine reine Phantomdiskussion. Fast niemand zahlt hier etwas.
     

    Basisertrag = ETF Wert zum Jahresanfang x Basiszins x 0,7; mindestens 0

    Dein Beispiel:

    Basisertrag = 500k * 1,1% * 0,7 = 3850 Euro

    Ob die 3850 Euro Basisertrag in deinem Beispiel als Einkommen für die Berechnung von Beiträgen für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte (FGKV) herangezogen werden, kann ich dir nicht sagen. Bei gesetzlich Pflichtverischerten und Privatversicherten auf keinen Fall.

    Aber wenn du ein Aktiendepot hast, das Dividenden abwirft, werden diese ja in jedem Fall zur Berechnung des Krankenkassenbeitrags bei FGKV herangezogen, und das wird bei 600k ja mehr sein als ein Basisertrag von 3850 Euro bei einem thesaurierenden ETF im Wert von 600k.

  31. Avatar42sucht21

    Basiszins
    https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Investmentsteuer/2019-01-09-basiszins-zur-berechnung-der-vorabpauschale.pdf;jsessionid=945B5C8249AB4B8510D465048CC2E15C?__blob=publicationFile&v=1
    2018: 0,87%
    2019: 0,52%

    Der KV-Beitrag für freiwillig GKV wird anhand des positiven realen Einkommens (abzl. abzugsfähige Aufwendungen) bis zur Beitragsbemessungsgrenze (GKV 2019 4.537,50 Euro monatlich / 54.450 Euro jährlich) berechnet.
    Reale Einkommen = „alle Einkommensarten, die Sie zum Lebensunterhalt verbrauchen können“ –  Also zB Veräußerungsgewinn, nach meiner Kenntnis zählt die Vorsteuerpauschale auf thes. ETF dazu nicht.

  32. AvatarMattoc

    Danke, 42sucht21.
    Dann ist der Basiszins ja noch niedriger aktuell als 1,1% in 2016. Das Thema Steuer auf Vorabpauschale ist wirklich eine reine Luftblase

  33. Avatar42sucht21

    @Mattoc
    ja, das Thema Vorsteuerpauschale ist ein „Scheinriese“ für die meisten Anleger.

    Übrigens evtl. noch interessant zur GKV oben: Zwischen verschiedenen Einkommensarten ist kein Verlustausgleich möglich.
    Positives Einkommen aus einer Einkommensart (zB Kapitalvermögen) kann also NICHT mit negativem Einkommen aus einer anderen Einkommensart (zB Verlust bei V u V) verrechnet werden.

  34. AvatarRalf

    „Zu Kaufen vs Mieten gabs ja schon viel Diskussion. In meinem Fall war Kaufen der richtige Weg. Ich freue mich jeden Tag, dass ich es damals gemacht hab, noch mit harter Währung und Eigenheimzulage. Heute ist das, wie vieles Andere, schwieriger.“

    Das Thema ist sehr komplex. Was ist eigentlich von folgendem Spruch zu halten:

    „Der Laie baut, der Fachmann wohnt zur Miete…?“

    Problem dabei: Auch mieten ist vielerorts sehr teuer geworden.

  35. AvatarderHamster

    @Tim: Mache aktuell selbst die Erfahrung, dass selbst wenn man „überschaubare“ Beträge in sein Depot einzahlt, man doch auch innerhalb kurzer Zeit viel Spaß mit dem eigenen Depot haben kann.
    Um mich weiter zu motivieren, investiere ich beispielsweise Dividenden per Wertpapiersparplan in Einzelwerte (aktuell z.B. in Coca Cola). Jedes Mal wenn ich dann diese wachsende Position im Depot sehe, weiß ich das dies nur aufgrund der Dividenden möglich war. Wenn Coca Cola dann wieder ausschüttet, sehe ich wort wörtlich den „Zinseszinseffekt“.
    „Kleinvieh kann dann doch richtig viel Mist produzieren“ 😉

  36. AvatarFinanzfee

    Zur Sparkassenwerbung:
    Ich arbeite bei einem gemeinnützigen Bildungsträger. Viele unserer Jugendlichen sind zwar zu Beginn erwerbs- und perspektivlos, haben aber fast alle teuerste Smartphones auf Raten gekauft. Was bei uns auch oft passiert: Die Eltern sind schon hoch überschuldet, bekommen keine Kredite mehr und nehmen die dann pünktlich zur Volljährigkeit auf die Kinder auf. Solche Konstrukte habe ich leider auch schon von den hiesigen lokalen Banken gesehen. Eigentlich müsste gerade bei so jungen Menschen ganz genau hingeschaut werden, ob sie die Tragweite der Entscheidung von Krediten bei fehlendem Einkommen überhaupt verstehen. So früh wie möglich finanzielle Bildung, aber auch Persönlichkeitsentwicklung, um seinen Wert nicht von Statussymbolen abhängig zu machen, wäre hier wirklich wichtig.
    Mein Stiefvater hat übrigens sofort die Möglichkeit der Frührente genutzt. Er hat bei einer Sparkasse gearbeitet und bis vor zehn Jahren war er auch sehr glücklich, man kannte seine Kassierer im Viertel und man beriet (wenn auch konservativ) zu passenden Produkten. Dann wurden allerdings die zu erreichenden Verkaufzahlen für unterschiedliche Produkte eingeführt und wenn dann der Bausparvertrag fehlte, kamen „von oben“ Telefonlisten zum Abtelefonieren, um genau dieses Produkt zu verkaufen. Hätte mein Stiefvater die Möglichkeit der finanziellen Freiheit gehabt, er wäre schon eher gegangen.

  37. AvatarChrissie

    Spontaner Themenwechsel:
    Gerade läuft auf 3Sat eine total deprimierende Doku über das Verschwinden der Vögel in der Schweiz durch Monokultur, Herbizide und Pestizide. „Das Schweigen der Vögel“.
    Ob es in D so viel besser aussieht, glaube ich beinahe nicht. Man hat fast den Eindruck, es gibt bald nur noch Krähenähnliche und Tauben. Selbst die Spatzen sind hier fast verschwunden, und wann ich bei Überlandfahrten das letzte Mal einen Fasan gesehen habe, kann ich gar nicht mehr erinnern. Die hiesigen Maisfelder bieten so gut wie keinen Lebensraum, werden einem aber gerne als nachhaltig verkauft.
     
    Wer immer es also übers Herz bringen kann, etwas vom englischen Rasen in „Wildlife“ zu verwandeln, tut den Insekten und Vögeln bestimmt etwas Gutes.
    Auch so ein Gemüsegarten wie letztens im Bild von Tim hilft schon weiter, durch die ganzen blühenden Kräuter und Pflanzen.

  38. Avatar42sucht21

    @Chrissie
    in Mitteleuropa verschwinden Wiesen- und Singvögel aufgrund von Habitatverlust bzw. Nahrungsmangel (v.a. Insektenfresser). Innerhalb von 30 Jahren verschwinden schon mal 80% der Individuen ohne das Mensch es merkt. Problematisch wird es wenn die Tendenz über 80 Jahre oder so läuft.

    EU Agrarsubventionen, Monokulturen, Mittel wie RoundUp und die grüne Politik für Biokraftstoffe (überdüngte Maismonokulturen für Biogasanlagen) haben sehr starke Auswirkungen.

    In Asien stürzen die Zahlen ab v.a. wegen Habitatverlust aber auch wegen Fang für Nahrung und als Hausttier / Singwettbewerbe / Medizin. Wer in China schon mal die Käfige von Wildvögeln auf dem Markt gesehen hat weiss was ich meine.
    https://www.silentforest.eu/
    Einer meiner optischen Lieblingsvögel wird in der Natur wohl bald ausgestorben sein: Löffelstrandläufer
    https://www.audubon.org/magazine/november-december-2012/fighting-save-spoon-billed-sandpiper

    Küken sehen so aus:
    https://www.nabu.de/imperia/md/nabu/images/arten/tiere/voegel/watvoegel/strandlaeufer/160624-nabu-loeffelstrandlaeufer-pavel-tomkovich-680×453.jpeg

  39. AvatarBruno

    @Chrissie
    Leider wahr, aber auch Insekten gibt es immer weniger, Anzahl wie auch Arten, ich erinnere mich noch als Kind sah ich jedes Jahr mehrfach Rüebliraupen, die sich dann in schöne Schwalbenschwanz Schmetterlinge verwandelten
    https://www.lbv.de/files/user_upload/Bilder/Arten/Tiere/Insekten/Schmetterlinge/Schwalbenschwanz/Schwalbenschwanz–Marcus-Bosch-LBV-Bildarchiv.jpg
    Überhaupt Schmetterlinge, es war deutlich bunter als heute. Von Bienensterben und anderen Problemen mal ganz zu schweigen.
    Nur Krähen sah man weniger… und in den Städten immer mehr fliegende Ratten 😉

    Wir hatten es gestern ja von Schnecken, wir sind davon seit gut 2 Jahren fast befreit, seit sich eine Igelfamilie in unserem Garten niedergelassen hat. Igel sind toll, sie essen alles, was man als Gärtner nicht will, lassen jedoch Gemüse und Obst links liegen. Meine Grossmutter, welche bereits Biolandbau betrieben hat, wo es das Wort noch gar nicht gab, hat sich den Schnecken auf einfache Art und Weise befreit, mit der Schere, einfach halbiert, jeden Morgen ein Rundgang, kurzen Prozess, die Vögel hatten danach ihre Leibspeisen 😀 Nicht die feine Art aber es half.. auch ohne Schneckenkörner (auf die man gerade wenn man Igel in der Nähe hat verzichten sollte).

  40. AvatarNico Meier

    Ein guter Freund von mir arbeitet als Treuhänder er macht also unter anderem Steuererklärungen für Firmen und Privatpersonen. Er hat mir mehrfach bestätigt, dass Menschen mit Vermögen Wohneigentum besitzen und Menschen ohne Vermögen zur Miete wohnen.
    Ich habs wie Big Ben durch Wohneigentum sparen wir viel Geld. Das gesparte Geld fliesst unter anderem ins Depot.

  41. AvatarChrissie

    @42sucht21
    Mir sind die Maisfelder auch ein Grauen. Aber da die Maispflanzen eine grüne Farbe haben, halten erstaunlich viele Leute den Anbau für eine „grüne“ Idee und finden das gut.
     
    Der Löffelstrandläufer ist wirklich ein schöner Vogel. Wenn ich das richtig gesehen hab, war der verlinkte Artikel von 2012, mit schlechter Prognose für die Zukunft dieser Spezies. Ich hoffe, es gibt noch immer einen Bestand dieser Art.
    @Bruno
    Den Schwalbenschwanz habe ich auch noch von früher in Erinnerung und meines Erachtens ewig nicht gesehen. Es ist wirklich traurig, in welchem Tempo die Arten verschwinden.
    Bis auf die Schnecken 😉 Leider sind Igel für den Balkon keine Option, obwohl ich die sehr gerne mag. Ich werf die Schnecken immer in den Garten unter mir, und dann krabbeln sie wieder hoch zu meinem Brokkoli 🙂 

  42. AvatarHendrik

    @Nico Maier
    Korrelation ist nicht Kausalität. Das heißt lediglich, dass Menschen mit Eigentum vermögender sind, aber nicht das Wohneigentum Gelt spart. 
    In einer gewissen Weise auch selbst erklärend, denn Wohnungen sind perse schon teuer, d.h ist hier schon fast tautologisch.

  43. Avatar42sucht21

    @Spoonies
    Verlust die letzen 70 Jahre grob geschätzt ca. 98%. 1975 noch ca 3.000 Brutpaare und Heute ca. 200-120 Brutpaare weltweit – so viele nur weil man kürzlich eine neue Brutpopolation entdeckt hat. An Stellen in Thailand wo früher mehrere tausend Vögel in der Wintermigration waren findet man Heute noch pro Jahr 3-8 Vögel… Recht viel Aufwand wird betrieben mit Spenden aus UK und USA – weil er süß ist. Unauffälligere Species haben weniger Lobby. Hier ein Exkursionsvideo.
    Ich find es echt cool wie die Leute sich für soetwas einsetzen.
    https://www.saving-spoon-billed-sandpiper.com/

    @Chrissie – Brokkoli auf dem Balkon
    – wusste nicht, das das geht?!

  44. AvatarV2

    Wenn man diesen Blog regelmäßig liest, stellt man fest:

    Torsten kennt sich aus: Der Vermieter möchte Gewinn machen, deshalb muss Mieten „generell“ teurer sein als Kaufen, außer wenn der Einkauf zu teuer  oder die Miete sehr gering ist, denn dann ist es nicht „generell“.
    Nico Meier hat ein Eigenheim und ist sehr stolz darauf.
    Beide werden nicht müde, ihre Thesen gebetsmühlenartig zu wiederholen. 

  45. AvatarChrissie

    @42sucht21
    Ja du hast Recht, weniger niedliche Spezies haben leider sicher größere Schwierigkeiten, eine Lobby zu finden. Die Spoonies sind wirklich niedlich und laut dem Bericht hofft man ja die Population bis 2025 wieder etwas aufbauen zu können.
     
    Werden (oder wurden?) nicht auch in Italien Singvögel zum Essen gefangen?  Sehr traurig so etwas.
    Ich hoffe, dass diese allgemeine Entwicklung in Richtung geringer werdender Biodiversität nicht unaufhaltsam weiter geführt wird. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie das Leben auf der Erde dann einmal aussehen könnte.
     
    Brokkoli auf Balkon geht 🙂 Es sind verhältnismäßig große Kübel, und letztes Jahr hatte ich Äpfel, Tomaten, Kartoffen, Kohlrabi, Radieschen, Bohnen, Porree, und Erdbeeren. 
    D.h. den Kohlrabi und den Brokkoli (bis auf einen) hatten eher die Schbecken. Porree hat sich bewährt, das ist ihnen nicht weich genug.
     
    Da ich mitunter vergesse zu ernten, habe ich mir das Buch „Leaf to Root“ gekauft, in dem steht, was sich von Nutzpflanzen so alles essen lässt. So habe ich später von den 50 cm langen Radieschentrieben die Kapseln geerntet. Sind sehr lecker 🙂
     

  46. AvatarZaVodou

    @Mattoc + 42sucht21Danke für die Antwort.

    Ich denke ich hatte einen Interpretationsfehler.
    Ich habe das hier überlesen: Wichtig zu verstehen ist: Der Basisertrag ist der Maximalbetrag, der versteuert werden muss

    Ich dachte am Ende des Jahres kommt es zu einem fiktiven Verkauf, wobei dann der Gewinn (Ertrag) einer Vorabbesteuerung unterliegt.

    Bei dem Verkauf zum Jahresende in der Beispielrechnung scheint es sich aber um einen echten Verkauf zu handeln.

  47. AvatarMichael

    Für mich ist die Sache mittlerweile recht simpel geworden.
    Ich habe einen Bestand an „guten“ Aktien und ETF’s im Depot, in die ich jeden Monat so viel reinpumpe, wie ich erübrigen kann.Weitestgehend Dividendenwerte, aber auch Wachstumsaktien.So entsteht nach und nach ein schönes, wachsendes Häufchen.Ich kalkuliere grob 4 € netto im Monat pro investierte 1000€ in Dividendenwerte, das ging bislang ganz gut auf.Deutsche Aktien bevorzuge ich eher nicht, da mir 1x im Jahr Dividende zu wenig ist, obwohl es vielleicht aufs Gleiche rauskommt und es durchaus interessante Unternehmen gibt.Ich mag es nun mal regelmäßiger mit den Ausschüttungen.

  48. AvatarDanielKA

    Jeder hat die Möglichkeit Insektenfreundliche Pflanzen zu pflanzen und sollte dies auch tun.
    Das geht auch auf dem Balkon einer Mietwohnung 😉

  49. Avatarnikolov

    Spontaner Themenwechsel, ausnahmsweise mal zum eigentlichen Thema:
    Der Sparplan ist die beste Erfindung seit geschnitten Brot und zieht einen durch jede Krise. Und mittlerweile muss man auch nicht mehr als 1,50€ pro Ausführung (DKB wenn über 100€ Sparrate oder comdirect/Consorsbank wenn unter 100€ Sparrate) oder sogar gar nichts bei diversen Aktions-ETFs bezahlen. Jede manuelle Ausführung ist da teurer. Außerdem schaut man dann nicht mehr so oft ins Depot, höchstens um die Ausschüttungen, die der ETF verloren hat, wieder anzulegen.
    Ich kann mich Tim nur anschließen: Sparplan einrichten und niemals stoppen.

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