900.000 Euro im Depot. Endlich bist Du finanziell frei. So genießt Du die Zeit mit Deiner Frau: Lesen, Sport, Natur, Urlaub, Selbstverwirklichung

Hier gehst Du wandern und schwimmen. Die Natur wirkt herrlich auf Dich. Sport ist ein Wundermittel.

Ich habe einige meiner Leser in Deutschland und New York schon kennengelernt. Ich bin beeindruckt von Eurem Fleiß. Ich kenne freilich nicht alle. Sagen wir, Du hast eine gute Arbeitsumgebung. Du wirst gut bezahlt, und hast keine besonderen Probleme mit Deiner Arbeit. Du hast ein paar Kollegen, mit denen Du außerhalb der Arbeit zusammen bist. Weil Du Hobbys, Familie und Arbeit teilweise verknüpfst, macht die Arbeit umso mehr Spass.

Aber so ist es nicht bei jedem. Es gibt genügend Menschen, die ihre Arbeit hassen. Viele haben einen starren Zeitplan. Sie müssen 40 Stunden pro Woche klotzen. Da bleibt wenig Zeit für Hobbys. Klar hast Du nach der Arbeit und an den Wochenenden Zeit. Aber Du hättest gerne mehr Zeit für Deine Hobbys. Es fehlt Dir die Zeit, sie zu genießen.

Der Job Deiner Frau wirkt negativ auf Euch. Sie hat einen stressigen Job. Sie ist genervt, wenn sie abends nachhause kommt. Zum Stressabbau auf der Arbeit gibt es gute Ratgeber.

Mit Blick auf die Finanzen empfehle ich: Mein Rat wäre Eure Familienausgaben zu verfolgen. Ihr solltet tatsächlich eine realistische Vorstellung davon haben, wie viel Geld Ihr braucht, wie viel Ihr spart.

Klar: Die Erhöhung Eures Gehalts ist der beste Weg in die Freiheit, wenn Ihr sparsam bleibt. Du kannst eine bestimmte Summe an Geld sparen, indem Du auf Restaurants verzichtest oder billiges Toilettenpapier benutzt. Aber klar, irgendwo ist eine Grenze beim Sparen.

Zwei Dinge sind wichtig:

  1. Vermeide einen teuren Lebenswandel, der schleichend in Dein Leben kommt.
  2. Steigt Dein Einkommen, vermeide es, nutzlose Konsumgüter zu sammeln, die Du am Ende wegwerfen wirst.

Konzentriere Dich darauf, herauszufinden, was Du persönlich am befriedigendsten findest, um Deine Zeit und Dein Geld damit zu verbringen. Konzentriere Dich darauf, wie Du die Zeit und das Geld für die Dinge, die Du nicht brauchst, minimierst. So einfach ist es.

Bald habt Ihr beide das Portfolio für die Freiheit zusammen. Es sind 900.000 Euro. Du möchtest das Depotvolumen beibehalten. Eure maximale Auszahlungsquote beträgt daher vorsichtige 3 Prozent des Anfangssaldos jedes Jahres, vorausgesetzt, dass Dein Portfolio über 900.000 Euro bleibt.

Sollte das Portfolio unter 900.000 Euro fallen, wirst Du weniger entnehmen. Dann nimmst Du nur 1.600 Euro pro Monat (19.200 statt 27.000 Euro pro Jahr). Dir ist klar, es gibt keine garantierte Sicherheit. Aber Deine vorsichtige Auszahlungsquote von 3% ist konservativ. Du bist noch vorsichtiger, wenn Dein Depot leidet.

Wer seinen Job hasst, ist froh über die Freiheit. Unakzeptabler Stress, Mangel an Höflichkeit, grundlegende Meinungsverschiedenheiten mit dem Chef…. das sind typische Probleme.

Du besitzt ein Haus. Deine Lebenshaltungskosten belaufen sich auf 1.600 bis 1.900 Euro im Monat. Du machst trotz Deiner finanziellen Freiheit noch einen kleinen Nebenjob.

Als Du mit Deiner Frau in die Freiheit bist, hattest Du gerade den bislang niedrigsten Ausgabenmonat erreicht. Keine nennenswerten Anschaffungen oder Ausgaben. Die Börse läuft gut. Du gehst joggen. Mehr denn je. Du liest ein paar Bücher. Du fährst mit dem Kajak. Deine körperliche Aktivität nimmt zu. Laufen, Schwimmen, Radfahren, Gewichte. Mindestens 60 Minuten pro Tag machst Du Sport. Die Hitze zehrt an Dir, wenn Du Sport im Freien machst.

Deinen gegenwärtigen Lebensstil, bestehend aus Lesen, Kayak, Joggen, Radfahren, Schwimmen, möchtest Du beibehalten. Du wirst Dein Bestes geben, um zu tun, was immer Du wolltest.

Dein Depot nimmt trotz der Entnahmen zu. Du stehst kurz vor der 1 Million Euro. Deine Lebenshaltungskosten für das Jahr hast Du im Griff. Deine Frau will die Arbeit noch nicht aufgeben. Das hilft. Du musst das Depot gar nicht anzapfen.

Du erhältst eine unerwartete Erbschaft. In den Bergen habt ihr eine kleine Holzhütte gekauft. Du renovierst sie mit einem Freund. Du machst einen zweiwöchigen Fahrradurlaub im Herbst. Am Bodensee. Du hast schon wieder drei längere Bücher durch. Zum ersten Mal in Deinem Leben spielst Du eine Runde Golf. Du grillst häufiger. Ein Freund aus Schulzeiten und der Nachbar kommen vorbei. Das Kajakfahren macht Dir Spass. Du pflanzt Bäume. Du baust Gemüse im Garten an: Tomaten, Möhren, Gurken, Feldsalat. Du reparierst einiges im Haus – bei YouTube kannst Du super Ratgeber für jeden Handgriff finden. Dann ist noch eine Wanderung geplant. Du hilfst im Verein aus.

Du besuchst häufiger Deine Eltern. Du hast mehr Zeit für Deine Frau. Hausarbeit, Gartenarbeit, Kochen, Lesen füllen den Tag. Was hast Du getan, seit Du die Arbeit verlassen hast? Du bist fit geworden. Radfahren, Laufen, Kayaken. Du hast mehr Zeit, um Freunde zu besuchen. Du verbesserst Deine Spanisch-Kenntnisse. Die Zeit im Internet hast Du reduziert. Der Camping-Urlaub war eine Wucht.

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Gainde113
4 Jahre zuvor

Es ist bereits schon viel erreicht, wenn man dank seines Portfolios das Arbeitspensum auf 80% reduzieren kann.

@ Tim
Hast du noch einen risikoarmen Portfolioanteil, um starken Schwankungen bei Aktien vorzubeugen, bsp. Tagesgeld oder Anleihen?

Stephan
4 Jahre zuvor

Toller Artikel Tim. Ich liege gerade unter einer Kastanie bei uns im Garten,  die meine Schwester, ein Freund und ich gepflanzt haben. Die Sonne scheint,  ich habe eben ca. 30 Minuten geschlafen.
Ich hoffe Ende des Jahres 100.000 auf dem Depot zu haben, um langfristiges finaziell frei zu sein. Ich sehe mich auf einem guten Weg dahin.

Daniel
4 Jahre zuvor

Trotz gutem Job wird die Marke von 900.000€ für mich wohl unerreichbar sein. An ein eigens erarbeitets Haus ist da gar nicht zu denken. Da bin ich auf Erbe angewiesen 😉

Meine persönliche Marke liegt bei konservativen 300.000€ + 100.000€ in Anleihen/TG/Festgeld/Giro. Dieses Ziel erscheint mir deutlich greifbarer, ist man da angekommen kann man ja immer noch weiterblicken.

Benjamin
4 Jahre zuvor

Sehr schöner, motivierender Artikel 🙂

Ich bin selbst Mitte 20 und habe aktuell 100.000 Buchwert. Ich denke in 20 Jahren könnte ich so weit sein wie im Artikel beschrieben 🙂

Aber es gibt noch viel zu tun und an die Rente will ich noch gar nicht denken.

Mike
4 Jahre zuvor

@Tim Schöner und motivierender Artikel

In meiner ersten Ansparphase hatte ich immer ein Geldziel, das funktioniert auch aber noch besser sind Zielbeschreibungen, wie Du sie im Artikel als Beispiel (jeder hat andere individuelle Bedürfnisse) aufzeigst. Sich dies bildlich vorzustellen ist viel mächtiger als x EUR zu haben zu Zeitpunkt t.

Dies hilft auch, hart zu bleiben und es über viele Jahre durchzuziehen, es ist nicht immer einfach, wenn man inmitten konsumwütiger Leute lebt. Es ist aber deutlich einfacher, wenn man sich das Ergebnis vorstellt.

Die kleinen täglichen Schritte machen es aus, man darf jeden Tag stolz sein, hie und da wiederstanden zu haben und bei jedem Kaufauftrag kann man sich auf die Schultern klopfen und prognostizieren, was diese Aktie resp. Dividenden in 10,20 etc. Jahren wohl wert sein dürften und man so sein Ziel erreicht.

Alex
4 Jahre zuvor

Ich habe mal ausgerrechnet, dass ich für die Teilfreiheit (mit Mini Job bis maximal 20 Stunden / Woche) “nur” 370.000 Euro benötige. Für die das Depot von knapp 20K habe ich jetzt etwa ein Jahr gebraucht. Wenn ich so weiter mache wie bisher sollte ich es in 13 Jahren geschafft haben bei einer Sparrate von 1000-1200 Euro im Monat. Ich versuche noch Nebeneinnahmen zu erhöhen durch eine geplante Selbstständigkeit + kleine Ratgeber, mir fehlt allerdings neben der 40 Stunden Woche + Ehrenamt (Herzsache) + Sport schlicht die Zeit…Aber wie immer alles eine Frage der Prioritäten.

4 Jahre zuvor

Motivierender Beitrag ich hoffe in 8 Jahren auch dort stehe zu können 🙂 das Depot ist bereits knapp 70‘000 CHF wert. Mein Networth liegt mittlerweile bei ca. 130‘000 CHF.

Interessant wird es in den nähsten Monaten. Wenn alles klappt erhalte ich einen unverzinslichen Kredit von 40‘000 CHF den ich über 4 Jahre mit fixen monatlichen Raten zurück zahlen werde.

Das Geld wird Investierr, gesparr und hoffentlich vermehrt. Da ich bei meinem Einkommen und dem nicht vorhandenen Zins bei dieser Kreditsumme kein Problem sehe. Ist das Risiko sehr überschaubar.

Grüsse

Thomas

Jens
4 Jahre zuvor

@ Thomas:
D. h. jemand anders verzichtet “einfach so” auf die Rendite für die 40.000 CHF?

Gainde
4 Jahre zuvor

@ Thomas, Jens

Solang die Dividendenrendite des Portfolios über den Kreditzinsen liegt ist ja alles gut 😉

Sparfuchs
4 Jahre zuvor

Wie hoch ist eigentlich eure Cashquote? Ich hab zur Sicherheit 10000 Euro, aber ich glaube, dies ist viel zu hoch!

Finanzpferdchen
4 Jahre zuvor

@Sparfuchs

Bei mir sind es eigentlich immer 3 Nettogehälter gewesen. Allerdings habe ich kein Auto und könnte notfalls auch aufs Laptop verzichten. Höchstens mein Pferd könnte schnell teuer werden, aber auch da habe ich Versicherungen. Daher würde ich sagen, der Notgroschen richtet sich auch nach dem individuellen Lebensstandard.

Gainde113
4 Jahre zuvor

@ Sparfuchs

Habe 80% Aktien und 20% Cash als Asset-Allokation festgelegt. Anlagehorizont ist auch entsprechend lang. Jährlich findet ein Rebalancing statt. Das zwingt einem, antizyklisch zu kaufen.

4 Jahre zuvor

@Jens,

Ja das ist so 🙂

@gainde

Der Kredit ist unverzinslich, somit könnt eich das Geld auch einfach als cash halten ohne einen Verlust zu fahren.

Grüsse

Thomas

Kiev
4 Jahre zuvor

@ Tim

Schöner motivierender Artikel. Ich habe meine Daten bei MadFi eingetragen. Laut seinem Rechner sind es noch genau 2 Jahre zu dem Erreichen der Freiheit. Meine Rendite ist allerdings besser, also wird es hoffentlich schneller gehen. Jetzt habe ich immerhin ein kleineres näheres Etappenziel. Mein 10 Jahresplan ist ambitioniert und da bin ich noch ein sehr gutes Stück vom Ziel entfernt. Kein Wunder bei 10 Jahren Laufzeit.

@ Thomas

49k zinsfrei für 4 Jahre. Gibt es das am freien Markt? Klingt interessant. Aktien würde ich damit aber vermutlich nicht kaufen. Zurück zahlen muss man es ja schon recht zeitnah. Ich würde mal wieder Sondertilgen. Vielleicht ein kleines Optionskonto für einen Nebenerwerb. Hier kann man aber auch Geld verlieren. Im Falle einer Korrektur oder Crash fände ich diesen Kredit sehr schön.

@ Mike

Bildliche Ziele finde ich auch sehr gut. Ich habe aber nichts konkretes mehr. Ich möchte nur noch die Freiheit und Unabhängigkeit. Dadurch würde ich mehr Zeit nutzen um mehr von dem zu machen was ich eh schon mache. Das ist etwas abstrakt und ich kann mir kein Bild davon machen. Ich hätte ja nur mehr Zeit für die Dinge die ich in meiner Freizeit unternehme. Hast Du an so einem Punkt einmal bildliche Ziele gehabt? Wie sahen oder sehen sie aus?

4 Jahre zuvor

@Kiev

Nein nicht am freien Markt 🙂 und es sind lediglich 40k.

Für mich wäre die Rückzahlungsrate deutlich unter 50% meiner Sparquote, wenn ich ihn also frühzeitig zurückzahlen möchte würde das auch in 1 1/2 bis 2 Jahren gehen.

Grüsse

Thomas

Jens
4 Jahre zuvor

@Sparfuchs

Mein/unser Cashpolster liegt immer so zwischen 20k und 30k. Würde sonst nervös werden. Tims 4k wären für mich ein Albtraum.

David
4 Jahre zuvor

@Thomas der Sparkojote:

Du schreibst, dass du hoffst, in 8 Jahren bei diesen rund EUR 900‘000 zu sein, abgerundet sind das rund CHF 1.0 Mio. Gleichzeitig schreibst du, dass du einen Networth von rund CHF 130‘000 hast. Ich weiss ja nicht genau wie hoch deine Sparquote nominal ist, aber selbst bei einer ordentlichen Sparquote von rund CHF 4‘000 pro Monat müsstest du eine jährliche Performance von 15% an den Tag legen, um auf eine „Kiste“ zu kommen. Meinst du nicht, dass dies etwas zu ambitioniert ist? Versteh mich bitte nicht falsch, denn ich würde es dir gönnen, aber 8 Jahre in Folge 15% Performance an den Tag zu legen ist nicht ohne… oder habe ich einen Gedankenfehler gemacht?

4 Jahre zuvor

Hallo David,

Ich gehe davon aus das ich in 3-4 Jahren deutlich sehr viel mehr als 4’000 pro Monat auf die Seite legen kann. Klar ist das ambitioniert, aber das ist ein Ziel das ich mir gesetzt habe.

Aus meinen Networth Beiträgen kann man entnehmen, das mein Vermögenswachstum bereits historisch gesehen über die letzten 18 Monate  bereits mehr als 4’000 CHF/Monat war. Und nur ein sehr kleiner Anteil davon beruht auf meine Depot Performance.

Wichtig zu erwähnen ist das mein Vermögen nicht nur mit der Sparrate wächst, sondern ich auch ein eigenes Business nebenbei Betreibe, diese Einkünfte fliessen zwar nicht direkt in meine Private Kasse, gehören aber dennoch zu meinen Networth.

Grüsse
Thomas

A.
4 Jahre zuvor

Hallo zusammen,

neben den aktien die ich habe, habe ich eine Wohnung in Aussicht die sich, abgesehen von Reparatur oder Renovierung, von selbst tragen wird.

Wenn es klappt hätten wir ein Objekt was sich abbezahlt durch Miete und irgendwann vielleicht mit Gewinn abgestossen werden kann.

Nächste Woche weiss ich mehr. Unseren Cashbestand muss ich dann aber erhöhen falls was sein sollte, da werde ich mit den Aktien zunächst ein wenig zurückfahren müssen.

 

Mike
4 Jahre zuvor

@Kiev Ich habe immer neue Ziele, ich denke es wäre nicht gut wenn man keine Ziele oder Wünsche mehr hat, sie müssen ja nicht zwingend materiell sein. Ich stelle mir z.B. vor, wie ich jungen Unternehmern helfe, ihr Startup aufzubauen, oder auch benachteiligten Kindern helfen kann etc. ich träume nicht von Ruhestand oder Liegestuhl, ich möchte so lange es geht aktiv bleiben, aber eben auch tun und lassen können, was mir gefällt. Luxus ist mir nicht sonderlich wichtig, er wird rasch langweilig und zur Belastung, mehr Zeit für mich, die Familie oder eben auch andere Leute, die meine Erfahrung oder finanzielle Unterstützung in bescheidenem Rahmen brauchen, das gibt mir deutlich mehr als Luxusauto, Luxusuhr, Yacht, Villa etc.

Ich habe nichts gegen diese Dinge, ich hatte mir auch gewisse Dinge gegönnt, aber es macht einen wenn dann nur sehr kurzfristig glücklich.

Das wichtigste ist die Freiheit, möglichst viel davon tun zu können, was man mag, und wenn es einen Sinn ergibt für sich und andere, umso besser. Und genau diese Dinge stelle ich mir immer vor, es hilft gerade wenn es mal aus diversen Gründen weniger optimal läuft.

@Sparkojote

Finde gut hohe Ziele zu haben, dann erreicht man automatisch mehr, sonst lohnt sich die Anstrengung ja kaum. Von den Zahlen her ist es erreichbar, wobei auf solche eher kürzeren Zeiträume (7 Jahre) natürlich auch etwas Glück dazugehört, resp. abhängig ist von der Marktphase. Wenn von den 7 Jahren 3 eine Baisse/Krise stattfindet, wird es nicht einfach. Aber das ist auch egal, wichtig ist dass man dranbleibt und das Optimum rausholt, für den Rest kann man nichts tun, das liegt in andern Händen.

Ruben
4 Jahre zuvor

Hier sind ja schon alle bis in die Haarspitzen motiviert, doch ich denke solche Meldungen spornen zusätzlich an:

https://www.tagesschau.de/inland/rentenalter-101.html

Auf die gesetzliche Rente darf man sich nicht verlassen. Es wird nicht lange dauern bis 70+ ausgerufen wird.

 

Denis
4 Jahre zuvor

Bin 33 und habe gerade erst 15.000 Euro gespart. Da fühle ich mich ziemlich klein, wenn ich das alles so lese was ihr schon tolles angespart habt. Habe allerdings auch erst vor 2 Jahren aktiv angefangen zu sparen. Habe auch die ganzen Fehler der Mittelschicht gemacht und dann umgedacht. Ich hoffe es ist noch nicht zu spät für wenigstens eine Teilfreiheit im Alter.

4 Jahre zuvor

Hallo Denis,

Ich denke es kommt auch vollkomme ndarauf an woher man kommt, die Schweiz kann man z.B. nicht mit den meisten anderen Ländern in Europa/der Welt vergleichen.

Ich finde man sollte alles in Relation sehen! Ich bin noch jung, und ich denke auch noch mit 33 ist man sehr jung, im ideal fall hat man nämlich erst 1/3 seines Leben gelebt. Also weiter so!

@Ruben
Gut erfasst, das sehe ich auch so ich werde frühestens mit 70 die ofizelle REnte erhalten wenns die noch gibt.

Grüsse
Thomas

4 Jahre zuvor

Ich arbeite seit diesem Jahr nur noch 35h (begrenzt für 1 Jahr). Das tut mir sehr gut und ich werde auf eine Verlängerung beharren. Gesundheitlich bin ich noch nicht ganz auf der Höhe, aber ich bin froh, dass ich einen Beruf habe, der das verzeiht. Ich komme morgens erst um halb 10. Wenn es mir gut geht, mache ich auch mal bis 18 Uhr und wenn nicht, dann gehe ich eben früher. Ich mache mir nun öfter Gedanken, wie es wäre, nicht mehr arbeiten zu müssen. Aber gleichzeitig gebe ich mir umso mehr Mühe, dass ich eine Arbeit habe, die mir Spaß macht. Man sollte mit der Freiheit nicht bis 40-50 oder warten, wenn man stattdessen früher “teilfrei” sein kann.

@Denis

Es ist super, dass dein Umdenken überhaupt statt gefunden hat. Bei anderen passiert das nie. Mach einfach weiter. Alles ist am Ende besser als nichts.

Neuling
4 Jahre zuvor

@Denis

Lass dich nicht entmutigen. Allein durch die Umstellung deiner Denkweise hast du bereits sehr viel erreicht, mehr als der Großteil der Bevölkerung. Außerdem ist 33 noch keinesfalls zu spät. Man kann sich immer denken „ach, hätte ich doch nur früher angefangen…“ und sich mit anderen vergleichen. Das bringt einen aber nicht voran. Hauptsache du setzt dir eigene, ambitionierte, aber realistische Ziele und packst es überhaupt erst an.

 

 

Ruben
4 Jahre zuvor

@Kiev: auch von mir Glückwunsch!

@Ex Studentin: 35 Stunden sind in unserem IG Metall Betrieb die Standard Arbeitszeit. Diesen Monat hat ein Kollege auf 40 Stunden erhöht, da er Planungssicherheit möchte. Ich bleibe da lieber flexibel und bekomme zusätzlich die Mehrarbeit besser vergütet.

@Denis: ich war auch nicht viel früher dran. Du bist jetzt schon gedanklich weiter als gefühlt 95% der restlichen Bevölkerung. Erst gestern hatte ich wieder Kollegen, die sich um den Renteneintritt in 15 Jahren sorgten. Auf die Idee etwas mehr zu sparen kamen sie aber nicht.

Kiev
4 Jahre zuvor

@ Sparkojote

Du kannst die 40k sicher relativ schnell zurück bezahlen. Kannst Du sie nicht in einer Phase der Korrektur oder Crash leihen? Am Ende der Hausse wird gerne auf Kredit gekauft. Das würde ich im Hinterkopf behalten. Nicht, dass Du 40k All In gehst und genau danach kommt ein Crash und Du musst in der vielleicht danach schnellen Erholungsphase die alten Verbindlichkeiten zu den “teuren” Preisen aus neuer Sicht zurück bezahlen. Ich kann verstehen, wenn man alles überschüssiges Geld sofort investiert, aber geliehenes?

Ambitionierte Ziele sind sehr gut. Du hast neben der Gehaltssteigerung vermutlich auch den Ausbau Deines Business miteinbezogen. Falls Du z.B. das Business nicht mehr betreiben möchtest, so müsstest Du vermutlich auch aus genau diesem Grund Dein Ziel anpassen. Das sehe ich nicht als Scheitern, sondern als Anpassen der Bedürfnisse. 10 Jahre ist nun mal ein langer Zeitraum, in dem sich Dinge ändern können. Falls die ambitionierten Ziele nicht erreicht werden ist es auch nicht schlimm. Durch Zinseszins und bestehende Einkommensströme kannst Du in Deinem Fall in vermutlich einem weiterem Jahr das Ziel dann endgültig erreichen.

 

@ Mike

Mein Ziel der Freiheit ist 10 Jahre entfernt. Außer theoretischen Sparleistungen und Zahlen ist der Weg etwas weit für bildliche Vorstellungen. Die Etappenziele wie FI definiert nach MadFi, oder Wegfall eines teuren Kredites in absehbarer Zeit liegen näher, aber es treten dadurch keine Veränderungen auf. Außer Excel Spielereien. Das ist sehr schön und auch motivierend, aber nicht mit wesentlichen Veränderungen verbunden auf die ich mich freuen kann.

 

@ Denis

Du bist hier in einem Umfeld von ambitionierten Menschen gelandet, die an dem Aufbau eines Vermögens arbeiten. Du bist noch nicht lange dabei. Freue Dich über die guten Wege die hier genant werden. Es sieht so aus, als könntest Du in dem Umfeld auch Hilfe für Dich finden ein Vermögen aufzubauen. Es ist auf jeden Fall besser als ein Umfeld von Menschen, die Klagen und über das System schimpfen. Vielleicht findest Du hier ein paar Ideen neue Einkommen zu generieren. Wege weniger auszugeben findest Du bestimmt. Die Zielhöhe eines Vermögens für ein Leben in Freiheit ist hier auch sehr unterschiedlich. Sie liegt zwischen 300k und 3-5 Mio. Aber bereits ein Notgroschen, oder ein passives Einkommen von 100€ im Monat geben Dir Freiheit.

Sabine
4 Jahre zuvor

Hallo, ich arbeite auch an diesem Ziel und bin auch auf ganz gutem Wege. Neulich ist mir das Buch „Finanzielle Freiheit“ von Gisela Enders über den Weg gelaufen, bzw. Ich habe es in zwei Tagen verschlungen. Sie hat mit Menschen gesprochen, die dieses Ziel erreich t habe. Was mich besonders beeindruckt hat – und vielleicht ein bisschen was über mein Bild von reichen Menschen aussagt – war, wie „normal“ die alle waren. Tim Schäfer, Du hättets da wahrscheinlich auch gut reingepasst.

Tschüss Sabine

4 Jahre zuvor

@Kiev

Genau ich finde es gut das du meine Gedanken bestätigst, ich werde sicherlich um die 20k davon (ca. 50%) als Cash behalten um meine Reserve zu erhöhen. Die andere Hälfte möchte ich in Aktien, P2P Kredite und mein Business investieren.

Insgesamt denke ich das Risiko ist überschaubar. Un ja das Ziel ist natürlich mit dem 30 Lebensjahr zu erreichen. Schlussendlich ob es dann 7,9 oder 10 Jahre geht ist dann auch egal denke ich.

Ich denke nichts ist zu 100% planbar, allerdings kann ich meine Segel in die richtige Richtung setzen und auf das beste hoffen und daran arbeiten. Bei Gehaltssteigerungen liegen aktuell am meisten drin, wenn ich alles richtig mache. Ich kenne im Umfeld gleichaltrige, sowie auch schon etwas ältere und die ganz alten Hasen in meiner Branche/Tätigkeit. Und weiss was da möglich ist. Jeder der da bereits 5+ Jahre Berufserfahrung an den richtigen orten hatte, verdient deutlich über 6-stellig Brutto. Ich habe noch einen kleinen Vorteil das ich vom Brutto mehr als viele anderen behalten kann. Das liegt an meiner äusserst Steuergünstigen Gemeinde an der Goldküste. Je mehr man verdient umso wichtiger wird es in solchen Gemeinden zu wohnen.

Grüsse
Thomas

4 Jahre zuvor

@Ruben

Planungssicherheit? Das klingt ja seltsam. Beim Daimler erhöhen einige auf 40h, weil sie sonst Überstunden abfeiern müssen. Eine Freundin von mir hat das Problem, dass sie freitags oft zuhause geblieben ist, aber gleichzeitig ihre Arbeit nicht gemacht bekam.

Ansonsten ist IGM natürlich immer top, ich bin bei einem Ingenieur-Dienstleister. Da ist man weit weg von IGM Gehältern. Einige meiner Kollegen würden gerne Stunden reduzieren, wollen aber die Gehaltseinbußen nicht in Kauf nehmen, weil sie dann unter 2k netto im Monat hätten. Da müssen einige dann schon finanziell kämpfen. Einige meiner männlichen Kollegen legen aber dennoch viel Geld zurück, weil sie irgendwelche aktiven Fonds haben.

Sterbai
4 Jahre zuvor

@ Denis

hab “aktiv” auch erst mit 30 angefangen. Heute 6 Jahre später stehe deutlich besser da. Bring den Schneeball ins rollen und dir wird es besser gehen, nicht nur finanziell.

Wir haben diesen Monat “Bergfest” gefeiert. Es kommen ab jetzt jeden Monat mehr Geld durch Divi und Mieten rein als Gehälter. Ist ein schönes Gefühl.

An deiner stelle würde ich das Risiko nutzen um schneller zu wachsen. Kredithebel bei Immos, Smallcaps uns so weiter.

Wir sind all in und fühlen uns sehr gut dabei.

Gruß Sterbai

Schwaberle
4 Jahre zuvor

@Ex-Studentin:

Ich habe ähnliche Erfahrungen mit der Arbeitszeitreduzierung gemacht. Die Tage sind viel weniger voll. Die privaten Erledigungen bleiben nicht bis zum Wochenende liegen. Meine Freizeit kann ich viel entspannter genießen und nicht irgendwie nach dem Arbeitstag nur noch abarbeiten.

Ich strebe auch die Teilfreizeit an. Das erlaubt mir einen etwas schlechter bezahlten Job zu haben der mir aber Spaß macht. Das ist mir sehr wichtig.

 

@Denis: Du bist noch früh genug dran. Vllt kannst du ja deinen Lebensstandard in einigen Dingen wieder etwas zurück schrauben. Schau einfach nach den Dingen die dir wirklich wichtig sind. Ich finde dafür darf man dann auch etwas mehr Geld ausgeben. Aber es gibt so viel Zeug, dass z.B. mein Leben kein Stück besser macht. Da mache ich dann Abstriche.

Es gibt so viele Dinge die nix/wenig kosten und deine Lebensqualität enorm steigern. Natur, Sport, Bewegung, Freunde, Familie, Lesen…

Zeit ist für mich mittlerweile der pure Luxus. Viele Bekannte verbringen viel Zeit auf der Arbeit. Das wird dann mit teuren Konsumgütern “belohnt”. Der Witz ist, die sind keine Angeber. Wenn die mal Zeit haben, dann machen wir eine Radtour, Grillen, Spaziergänge oder gehen ins Fitnessstudio. Das ist jedesmal toll. Und letztendlich könnte man jede dieser Aktivitäten ohne großen finanziellen Mehraufwand täglich machen. Die Kosten fürs Fahrrad sind bezahlt. Der Vertrag im Fitnessstudio läuft ja eh. Beim Grillen kann man zum Fleisch noch leckeres Gemüse legen. Aber es fehlt denen an Zeit. Sie haben keine Zeit für die ganzen Dinge die Sie bereits besitzen. Die haben auch schöne Wohnungen zu vernünftigen Mietpreisen. Aber Sie verbringen dort kaum Zeit.

 

So, ich wünsche euch eine schöne Woche 🙂

 

Grüße aus dem Schwabenländle 🙂

 

André
4 Jahre zuvor

Also ich möchte euch allen ja nicht die Laune verderben und als Miesepeter da stehen…aber bei aller Euphorie darf eins nicht vergessen werden. Wir befinden uns im neunten Jahr eines Bullenmarktes und irgendwann wird es auch mal wieder stark abwärts gehen. Dann werden aus den schönen Buchgewinnen in Höhe von z.Bsp. 100k im Depot schnell mal wieder 70, 60, oder noch weniger….und dann werden sich einige die Augen reiben und mit der schönen Planung kann es ganz schnell vorbei sein…

Die gleiche Euphorie die hier aus dem Blog heraus strahlt hatte ich 99 auch. Damals gab es in den 90igern auch einen sehr schönen Bullenmarkt der Jahre lief. 2000 folgte das jähe Ende und viele Buchgewinne lösten sich in Luft auf… anschließend folgte eine sehr lange Seitwärts Phase des Marktes…und nein, ich war damals nicht am Neuen Markt investiert 😉 Ich hatte schon damals Werte mit vermeintlicher Sicherheit. Aber auch deren Buchgewinne lösen sich in einem Bärenmarkt unter Umständen auf…. Was mir persönlich bei den Werten aber half war die schöne Dividende die trotzdem regelmäßig gezahlt und sogar gesteigert wurde…. 🙂

Und bitte jetzt keine Einwände das diesmal alles anders ist 😉

Kiev
4 Jahre zuvor

@ Sterbai

Wow, Bergfest? Meinst Du Brutto oder Netto Mieteingänge, oder gar Gewinn aus Vermietung abzüglich Darlehenskosten? Bei Brutto Mieteingängen wäre das auch schon eine sehr gute Nummer. Da wird es ja dann viele weitere Feste geben: Netto Mieteinnahmen usw.

Mit Einnahmen aus Vermietung abzüglich Finanzierungskosten werde ich das Bergfest wohl nicht erreichen. Ein bis zweimal im Jahr gelingt mir das zumindest durch die temporäre Vermietung. Dann gibt es aber andere Monate in denen das Einkommen sehr weit vorne liegt.

Und das ist bestimmt kein Klagen. Unser aktives Familieneinkommen ist relativ hoch und wir benötigen es in der Höhe absolut nicht. Wie ist Dein Plan, was hast Du vor? Willst Du noch die Immos verstärkt abzahlen um Dich auch in Zukunft vielleicht mit weniger oder keiner aktiven Arbeit sicher zu fühlen?

Thorsten Rohweder
4 Jahre zuvor

@Ruben die Heraufsetzung des Rentenalters kommt bestimmt, ist ja leider nichts anderes als eine Rentenkürzung. Nehme ich ein fixes Alter , sagen wir 65 und schaue dann was ich pro Jahr des Eintritts bekomme , dann bin ich bei heraufgesetztem Rentenalter 70 schon 5 Jahre mit Abzügen. Bei der staatlichen Rente ist jeder Monat 0,3%. Jedes Jahr also eine Kürzung um 3,6%. Bei 5 Jahren sind das dann schon 18% Abzug. Abgesehen vom Risiko, dass man das gar nicht erlebt, so wie bei Bismarck, da gab es die Rente erst ab 80 und das Nichterleben war Teil der Finanzierung für die, die dann Rente bekommen konnten. Es handelte sich damals eher noch um ein Solidarsystem, heute um ein Schneeballsystem, das ohne Zuschüsse nicht mehr trägt.

@André Deshalb versüßen Dividenden die Baisse,  Tränen fließen trotzdem. Entscheidend ist für mich, dass die Dividendenrendite im Schnitt über 3% liegt, sollte die Inflation steigen, dann würde ich sogar 4% versuchen wollen. Bei niedrigeren Kursen ist das dann schon erfüllt. Eine gute Dividenenrendite im Depot erlaubt auch das Halten von Wachstumsaktien mit deutlich weniger Dividende, aber da dürfte die Volatilität noch höher sein. Deshalb schaue ich mehr auf die Dividende, davon lebe ich zum Teil.

Die Dividenden bringen mir übrigens derzeit so viel wie meine Mietwohnungen Oder sogar schon mehr. Ich habe schon öfters mal überlegt die Wohnungen zu verkaufen und in Aktien umzutauschen,  aber das ist unter Risikobetrachtung nicht wirklich gut. Vielleicht brauchen meine Kinder die Wohnungen in x Jahren, hier gibt es keinen bezahlbaren Wohnraum. Sollten sie die Stadt dauerhadt verlassen, dann sähe es evtl. anders aus, aber dann bin ich schon alt und kann und will vielleicht sogar verkaufen. Kein Reicher setzt nur auf Aktien, sie haben alle wenigstens eine Hütte in der sie wohnen oder direkte Beteiligungen an Firmen, Immobilien , Mischkonzernen und sind auf diese Weise etwas unabhängig von der Börse.

Oliver
4 Jahre zuvor

Auch wenn man erst am Anfang ist, hat man den wichtigsten Schritt gemacht: Angefangen, seine Finanzen in die richtige Richtung zu bringen. Dennis ist mit seinen 15.000 EURO zwar noch nicht weit, aber es ist alles im sehr grünen Bereich, wenn er sich angewöhnt, immer weiter zu sparen und zu investieren. Es ist erstaunlich, wie weit man schon nach fünf Jahren sein kann.

Tim schreibt in seinem Artikel von recht hohen Beträgen, die einem wie der Mt. Everest vorkommen, wenn man gerade begonnen hat. Davon bitte nicht zurückschrecken lassen. Man hat noch keine Erfahrungen mit einem Kapitalstock und weiß noch nicht, wie es läuft, wenn man z.B. 250.0000 EURO als Depotgröße hat. In diesen Bereichen sind selbst höhere Sparraten nicht mehr stark zu spüren und wenn man Pech hat, ist der Buchwert bei einem schlechten Tag niedriger trotz der monatlichen Einzalung. Mahlzeit. Das  heißt, Einzahlungen bringen natürlich noch etwas, aber die Musik macht das eigene Depot.

Wichtig ist, den Kopf nicht zu verlieren, wenn eine Situation eintritt, wie sie Andre beschrieben hat. Man sollte nicht zu sehr linear denken und sich auch nicht an dem Depotwert in der Ansparphase sklavisch orientieren. Die Bewegungen sind kurz- und mittelfristig nicht vorhersehbar. Es besteht nur die gute Chance, dass langfristig selbst große Korrekturen meist ausgeglichen werden und danach immer wieder höhere Stände erreicht werden. Das heißt, es ist Stand heute kaum vorhersagbar, wenn ich Summe xyz einzahle, dass ich in 5 Jahren bei einer bestimmten vorausberechneten Summe bin. Die Sache wird immer unberechenbarer, je höher man mit seinem Depot ist.

Nur mal eine kleine Anekdote aus meinen Depots: An einem Tag in diesem Jahr hatte ich ca. 20.000 EURO Buchverlust und weil es dann so schön war, gleich am Folgetag nochmal so 10.000 EURO. Mit normaler Arbeit ist das nicht auszugleichen. Aber heute befinde ich mich wieder auf einem neuen Höchststand, d.h. ich habe die ganzen Buchverluste ausgeglichen und es kam noch etwas drauf. Das Thema ist: Das ist alles nicht wichtig, so lange ich keine Strategie des Verkaufens habe. Die Dividenden haben sich dieses Jahr trotz der Delle extrem gut entwickelt und von daher ist trotz des kleinen Einbruchs nichts passiert. Es haben sich nur die Zahlen im Depotwert geändert. Das Gute am kontinuierlichen Ansparen und Anwachsen des Depots ist, dass man sich an die Schwankungen gewöhnt. Das muß man genauso lernen wie die regelmäßigen Sparraten. Wenn man weiß, dass die Börse einfach nur gerne schwankt und eine tägliche Bewegung bei einer ruhigen Börse z.B. 1.000 EURO ist und das sich nicht auf dein Leben auswirkt, verlieren Schwankungen irgendwann ihren Schrecken. Je häufiger man z.B. heftige Schwankungen erlebt und merkt, dass die Welt deswegen nicht untergeht und es dir genauso gut geh wie davor, wird man emotionslos.

Gerade bei fallenden Börsen habe ich z.B. masochistische Anwandlungen. Ich schaue mir fallende Börsen wahnsinnig gerne an, selbst wenn die Tenden länger anhält. Der Hintergrund ist, dass man so viele Möglichkeiten sieht, bei einigen Werten mit guten Preisen einzusteigen. Ich liebe das persönlich und denke nicht gleichzeitig an den gesamten Buchwert meines Depots. Wenn ich z.B. eine Topaktie aufgrund von Verkaufsdruck zu einem KGV von 15 bekomme, beschwere ich mich nicht, selbst wenn sie später bei einem KGV von 12 steht. Ich habe viel für mein Geld bekommen, vorausgesetzt das Unternehmen ist weiterhin erfolgreich unterwegs. Wenn ich dann bei KGV 12 vielleicht noch nachkaufen kann, dann werde ich mich noch weniger beschweren. Ich finde, eine Aktie zu einer guten Bewertung kaufen ist nie ein Fehler, solange das Geschäftsmodell stimmt, selbst wenn die Börsen weiter fallen.

Was die 900.000 betrifft: Wenn man sein Depot hegt und pflegt, wird man früher oder später dahin kommen. Aber nach dem Erreichen der finanziellen Freiheit ist das nicht mehr sonderlich wichtig. Es ist danach nur eine Zahl von vielen und Du kannst dir überlegen, falls Geld nach deinen Ausgaben übrigbleibt, ob Du die wieder anlegst oder für andere Dinge wie z.B. Wohltätigkeit zur Verfügung stellst. Bist Du finanziell frei, wird schon aufgrund der Dividendensteigerungen die Luft zwischen Ausgaben und Einnahmen immer größer werden. Das einzige, was man bei dem Spiel benötigt um dahin zu kommen ist Konsistenz und sehr viel Geduld. Beides ist zugegeben schwierig, gerade wenn sparen und investieren mental noch kein Automatismus ist.

Grüße Oliver

 

Daniel
4 Jahre zuvor

Das genügt auf alle Fälle zur Teil-Freiheit. Das ist nicht kleinzureden. Warum brauchst Du so viel „sicheres“ Geld mit 100.000 Euro? Risiko ist eine schöne Sache. Das Risiko bringt die Rendite. Es ist die Würze. Gerade wenn Du jung bist. Den Aktien-Anteil würde ich daher höher ansetzen.

Ich bin von Natur aus ein übervorsichtiger Mensch.

Grund: Auch wenn ich ETF total cool finde, und auch wenn es schon Indexfonds seit etlichen Jahren gibt, Tatsache ist aber, dass nennenswerte Mengen an Gelder erst nach der Finanzkrise in ETF Aktienfonds geflossen sind, sodass noch keine wirklichen Aussagen darüber vorliegen, wie sich ETF in einer schweren, möglicherweise langanhaltenden Finanzkrise verhalten. Ich möchte keine Einzel-Aktien-Invests, da mir das Bilanzlesen und das Einschätzen (noch) zu hoch ist.
Der sicherere oder liquide Anteil ermöglicht mir auch in der absoluten Downphase bei Aktien Geld zu entnehmen ohne mein Aktiendepot anzugreifen
Der TG/FG/Anleihe Anteil verringert die Volatilität in meinem Gesamtdepot, ich bin da, nachdem ich 2008 mitgemacht habe, etwas übervorsichtig geworden, das war nicht schön damals

Insgesamt habe ich jetzt ca. 70.000€ in “sicheren” Assets, zudem knapp 1 Jahr Überstunden. Absolut gesehen ist dieser Puffer also fast gefüllt, knapp 95% der Kohle fließt bereits in mein Aktiendepot. Ich hoffe, dass ich 2020 erstmalig 6-stellig dort werde.

Ich mache aber auch keinen Hehl daraus dass ich die EU mitsamt der Währung Euro für eine völlig verfehlte Konstruktion halte und dieser nicht über den Weg traue. Daher werde ich wohl im nächsten Jahr etwas in Staatsanleihen im nicht-EU Ausland mit Investment Grade umschichten, ein Fremdwährungskonto in Dollar und Norwegischen Kronen einrichten und vielleicht auch etwas in Bargeld zurücklegen. Die Vergangenheit und aktuelle Poltik macht eigentlich mehr als deutlich klar, das Besitz und Eigentum hierzulande keinen großen Stellenwert hat. Ein Depot wäre ja vergleichsweise schnell ins Ausland verschoben.

André
4 Jahre zuvor

@Thorsten Rohweder

Da bin ich ganz bei Dir. Auch mir helfen die monatlichen Dividenden in guten, aber natürlich noch mehr in den schlechteren Zeiten. Man darf sich nur nicht verrückt machen lassen und die Buchverluste in echte Verluste umwandeln, dann ist man ge….

 

Michi
4 Jahre zuvor

@Daniel

hast Du Dir schon Gedanken gemacht, wie und wo Du das Fremdwährungskonto für norwegische Kronen eröffnest? Bei einer deutschen Bank oder kann man das auch direkt bei einer norwegischen Bank machen? Was wäre sinnvoller? Was muss man beachten?

Hat hier jemand schon Erfahrungen mit Fremdwährungskonten?

Danke für eure Rückmeldungen

Sandra
4 Jahre zuvor

@Sparkojote: Sind die 40.000 Fränkli etwa von Deinen Eltern?

Denn wenn ich mir Deine Webpage ansehe, so scheint es mir, dass Du ohnehin einen ziemlich privilegierten Start ins Leben hattest. Wenn ich natürlich als Kinder alles geschenkt bekam, davon mri irgendwelche Sammlungen aufbauen konnte, die jetzt in mein Networth fließen.. nun ja, kindliche Spielerei.

 

Daniel
4 Jahre zuvor

hast Du Dir schon Gedanken gemacht, wie und wo Du das Fremdwährungskonto für norwegische Kronen eröffnest? Bei einer deutschen Bank oder kann man das auch direkt bei einer norwegischen Bank machen? Was wäre sinnvoller? Was muss man beachten?

Nein, es ist erstmal nur etwas Gedankenspinnerei. Ich habe es nur gesehen, dass die Comdirect, bei der ich sowieso mein Aktiendepot habe, sowas anbietet. Deine Fragen sind genau die, die ich mir auch stelle, vielleicht kann die auch jemand anderes hier beantworten der sowas zufällig hat:

Konto direkt in Norwegen:

Stelle ich mir schwierig bis unmöglich vor, nur ein Bauchgefühl. Besser wäre es natürlich aus meiner Sicht. Man verzichtet zwar auf die Einlagensicherung, aber ich denke mal, dass Norwegen etwas ähnliches hat. Steuerlich dürfte das auch für mich Neuland sein.

Generell frage ich noch mal bei der Comdirect an, ob Fremdwährungskonten ebenfalls der deutschen Einlagensicherung unterliegen, immerhin bin ich ja noch bei einem deutschen Geldinstitut und wie sich Zinserträge auf die Steuererklärung auswirken. Ob diese dann als ausländische Erträge gelten oder gar nicht berücksichtigt werden solange diese nicht “mit Gewinn” zurückgetauscht werden. Fragen über Fragen 😉

 

Ruben
4 Jahre zuvor

Ich war auch immer scharf auf Dividenden und bin es eigentlich immer noch, doch es fehlt eben der Steuerstundungseffekt. Dividenden müssen direkt versteuert werden, Kursgewinne erst beim Verkauf. Es macht schon einen Unterschied, ob ich von 7% Gesamtperformance ganze 4% jährlich versteuern muß oder nur 2%.

Wenn ich einmal auf die Dividenden angewiesen sein sollte, dann sieht es natürlich anders aus.

Thorsten
4 Jahre zuvor

@Oliver

An einem Tag in diesem Jahr hatte ich ca. 20.000 EURO Buchverlust und weil es dann so schön war, gleich am Folgetag nochmal so 10.000 EURO. Mit normaler Arbeit ist das nicht auszugleichen.

Das ist dann bei einer Baisse oder einem kurzen Einbruch zermürbend. Man denkt “tiefer fallen kann es jetzt eigentlich nicht mehr” und schwupps ist die nächste Unterstützung gefallen, die Nacht haben sich die Trader bloß ausgeruht, um am nächsten Tag weiter runterzuprügeln. Während sich Kursgewinne kurzfristig gut anfühlen, lassen einen Kursverluste nac hund nach zweifeln. Das ist menschlich und für uns Investoren sogar Pflicht. Ich habe auch schon Werte verkauft, um später zu sehen, dass sie wieder stiegen. Meist habe ich in andere Werte umgetauscht und bin mit einem blauen Auge weggekommen, als der Markt insgesamt wieder anstieg. Die Bank hats gefreut, hat zweimal Gebühren kassiert.

Aktuelle Beispiele : Sabra Healthcare gekauft  1.2.2018 zu 18.10 USD , fiel dann innerhalb weniger Tage auf 15,96 USD , das sind 12% Verlust in USD ! Momentan bin ich damit mit 21% im Gewinn (in Euro gerechnet) plus 8,65% Dividendenrendite, erste Auszahlung erfolgte gerade.  Ählnich war es mit OMEGA HEALTHC. , ebenfalls 20% im Plus. Andere Aktien dümpeln immer noch im Minus : Buckeye Partners, General Mills, Altria. Zum Glück sind es nicht viele. Es wird davon nix verkauft.

Sterbai
4 Jahre zuvor

@Kiev

mit Bergfest meinte ich die Nettomieteinanhmen plus Nettodividenden. Wir haben zwar bei jeder Wohnung einen positiven Cashflow, aber das meiste geht in die Finanzierung.

Unser Plan ist erstmal bis 40 so viele Wohnungen zu kaufen wie wir finanziert bekommen um den Hebel schön zu nutzen. Sind jetzt 36, mal schauen was kommt. Unser jüngstes Kind ist bald 3 Jahre jung. Unser Ziel ist es mit 50 Jahren unabhängig zu sein. Das werden wir schaffen, evtl. schon früher.

Im Schnitt stecken wir 2TE pro Monat ins Depot, was leider die lezten drei Monaten nicht geklappt hat dank Grunderwerbsteuer+Notar. Aber dafür sind drei Wohnungen dazu gekommen.

2023+2025 sind zwei Kredite abbezahlt, unser nächstes “Bergfest”. Mal schauen was die Zeit bringt.

wir gehen gegenüber anderen ein höheres Risiko ein. Das ist uns bewust und wir können es managen.

Im übrigen tun uns gemeinsame Ziele (aufgeschriebene), und das erreichen dieser sehr gut in unserer Ehe.

 

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