Wie du dein Gehalt massiv steigern kannst: Auswandern. Jobs in der Schweiz, USA, Hong Kong, Singapur sind lukrativ


New York, 24. Oktober 2018


Wie kannst du den Turbo zünden, um Millionär zu werden? Du strengst dich in der Ausbildung/Hochschule an. Du machst Karriere. Du investierst in Aktien/ETFs. Dann ziehst du ins Ausland.

Wenn du dein Gehalt kräftig steigern willst, ist das Ausland auf jeden Fall hilfreich. Es bietet sich entweder die Schweiz, USA, Singapur oder Hong Kong an. Dort kannst du am meisten Gehalt erwarten, wie eine Studie der Großbank HSBC zeigt. Der bekannte Blogger „Mr. Money Mustache“, der für finanziell Freie zur Kultfigur wurde, zog von Kanada in die USA. Sein Gehalt stieg. Er nutze die steuerlichen Vorteile und das „Aktiendepot für die Rente“, dies wird in den USA massiv gefördert. So schaffte er es im Alter von 30 Jahren mit seiner Frau und Sohn in die Freiheit.

Starfotograf Helmut Newton (eigentlich Helmut Neustädter) zog von Berlin nach Singapur. Dann ging er nach Australien… Eine bahnbrechende Karriere begann. (Allerdings verließ er Deutschland gezwungenermaßen wegen den Nazis.)

Vor dem Umzug bietet es sich an auszumisten. Ich reduzierte meine Haushaltsgröße massiv. Ich verkaufte vor 13 Jahren mein Auto. Ich räumte meine Eigentumswohnung in Deutschland aus und vermietete sie. All meine Möbel verkaufte ich. Ich löste meinen kompletten Hausstand in der Heimat auf. Alles weg. Und fertig.

Ich verschenkte Töpfe, Teller, Tassen, Lebensmittel, Putzmittel zum Großteil an meinen Mieter. „Weg damit“, war mein Motto. Ich wurde Minimalist. Ich kam in New York mit einem großen Koffer an. Da war alles drin, was ich an Dingen besaß. (Ok, ich habe noch etwas Plunder im Elternhaus im Keller eingelagert, es ist aber nicht viel.) Ich brauche heute weniger Plunder. Der Umzug nach New York hat mir gezeigt, dass volle Schränke und vollgestellte Wohnungen keinen Spass machen. Das brauche ich nicht. Je weniger Gegenstände ich heute besitze, desto wohler fühle ich mich. Ständig miste ich aus.

Mein Umzug ins Ausland führte nicht nur zu einer Entrümpelung, sondern er sparte auch Steuern. 58 Prozent der befragten Auswanderer sagten, dass der gleiche Job am neuen Standort mehr zahlt. Hinzu kommen die geringeren Steuern: Die Hälfte sagt, dass sie weniger Steuern zahlen. Das erklärt, warum Karriereleute Orte wie Hong Kong und Singapur mögen. Dort beträgt die Einkommenssteuer nur 15 Prozent und weniger. Singapur galt als der beste Ort, um dort durchgängig vier Jahre lang zu leben und zu arbeiten.

In den USA hast du den Vorteil, dass du dein Aktiendepot für die finanzielle Freiheit direkt aus dem Brutto besparen darfst. Das amerikanische Finanzamt schenkt dir im Endeffekt jedes Jahr mehrere Tausende Dollar. Es ist ein unglaublich massives Geschenk.

Viele Arbeitgeber in den USA schenken dir obendrauf noch einen Sparbonus, wenn du Teile deines Gehalts direkt ins Wertpapier-Depot für den Ruhestand sparst. Es kann sich um mehrere tausend Dollar pro Jahr handeln. Sogar 10.000 Dollar und mehr Bonus fürs Aktiendepot vom Chef sind drin. Es hängt vom Job und Arbeitgeber ab.

Der Umzug ins Ausland zahlt sich jedenfalls in den meisten Fällen aus. Wer für die Arbeit in ein anderes Land zieht, verdient laut einer Umfrage der Großbank HSBC im Jahr 2018 durchschnittlich 21.000 Dollar mehr. Das größte Zubrot erhältst du durch den Umzug in die Schweiz, wo du laut Studie 61.000 Dollar mehr bekommst als zuhause.

Ein Umzug ins Ausland kommt auch Frauen zugute. Das durchschnittliche Gehalt weiblicher Expats steigt um etwa 27 Prozent. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass Frauen von einer niedrigeren Basis aus starten.

Was kannst du noch tun, um deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern? Immer mehr Menschen lernen das Programmieren. Sie melden sich in Camps an, um ihre Chancen auf dem Jobmarkt zu verbessern.

In Silicon Valley heißt es, dass die Zukunft jenen gehört, die programmieren können. Selbst bei einem Tech-Start-up kannst du locker sechsstellige Gehälter pro Jahr kassieren. Gute Programmierer zählen zu den begehrtesten und teuersten Fachkräften. Ob du allerdings bei Online-Schulen wirklich wertvolles IT-Wissen aufsaugen kannst, ist zu bezweifeln. Es gibt etliche umstrittene Anbieter.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wie du dein Gehalt massiv steigern kannst: Auswandern. Jobs in der Schweiz, USA, Hong Kong, Singapur sind lukrativ

  1. Ralf

    In D werden oft nur mäßige Löhne gezahlt. Diese Entwicklung ist selbst in hochqualifzierten Berufen zunehmend festzustellen. Dafür sorgen z.B. bei Ingenieuren zunehmend spezialisierte Personaldienstleister die schlecht bezahlen, trotzdem aber jede Menge Personal bekommen. Eine aktuelle OECD-Studie zeigt auch, dass D zu den Steuer-Spitzenreitern gehört.

    „In den USA hast du den Vorteil, dass du dein Aktiendepot für die finanzielle Freiheit direkt aus dem Brutto besparen darfst. Das amerikanische Finanzamt schenkt dir im Endeffekt jedes Jahr mehrere Tausende Dollar.“

    Einfach beneidenswert! Die Steuerfreibeträge in D sind ein Witz und wurden schon lange nicht mehr angepasst.

    Aber nicht jeder möchte oder kann ins Ausland. Die Kohle ist vielfach jedenfalls ein Problem in D wenn man nicht in einer Trendbranche tätig ist. Das musste ich auch bei Vorstellungsgesprächen feststellen. Mich ärgert das.

    Trotzdem gilt: Das Beste daraus machen! Jeder kann etwas erreichen!

  2. Daniel

    Ich erlebe bei Vielen, dass sich mit zunehmenden Alter dann doch wieder die Sehnsucht nach dem Heimatland verstärkt. Spannend wäre neben den ganzen Angeboten die das AUsland macht, Stichwort 401k Pläne, wie sich dieser Verhalten wenn man dann gar nicht mehr in den USA lebt sondern wieder in Deutschland ist.

    Ist Riester hierzulande nicht etwas ähnliches? Man erhält Steuerfreibeträge, sozusagen Rentenvorsorge aus dem Brutto…aber ich glaube ins Ausland übertragen geht nicht. Wie Ralf schon sagte, viele haben hier doch ihre Wurzeln, ihre Freunde, Famlie, womöglich sogar ein nicht abbezahltes Haus. Da muss die Not schon groß sein bevor man seinem Land den Rücken kehrt, so verlockend andere Dinge auch sind.

    Was leider immer etwas untergeht ist der Währungsunterschied Dollar zu Euro, 100.000$ zu verdienen sind eben nicht 100.000€ und die Lebenshaltungskosten sind oftmals auch andere. Schwer in die Berechnung anfließen lassen kann man auch Rentenanwartschaften in Form von Punkten oder die betriebliche Altersvorsorge. Letzendlich sind auch dies Kapitalstöcke die von Dir bzw. deinem Arbeitgeber irgendwo aufgebaut worden und sozusagen auch dein Mietverdienst sind. In einem marktwirtschaftlicheren Land gibt es das oftmals nur rudimentär und muss dort ebenfalls von dem Lohn virtuell abgezogen werden.

    Was aber tatsächlich so ist, ist, dass man in anderen Ländern die Qualifikation zu schätzen weiss und dass Mehrarbeit auch mit mehr Kohle honoriert wird.

  3. Ralf

    In D ist die Papiergläubigkeit (oft bestimmter Abschluss, bestimmtes Zertifikat nötig) ein immer noch großes Thema. Ich könnte mir vorstellen, dass in dies in den Staaten etwas lockerer läuft.

    Selbst innerhalb von D kann ein Umzug in eine andere Region schon eine Herausforderung sein (Familie etc.). Die Mentalitäten sind unterschiedlich, viele kommen damit nicht klar.

  4. Pascal Weichert

    @Ralph, das liegt mitunter an dem rigorosen Kündigungsschutz den es in Deutschland gibt, zusätzlich zu den vergleichsweise hohen Transferzahlungen, (Krankengeld) die der Arbeitgeber in Deutschland leisten muss. Hinzu kommt das Problem Nr. 1 in Deutschland nicht die Steuern, sondern die fast 40% Abgaben vom Brutto die einem in jedem Fall abgezogen werden. Dazu noch gut und gerne 20-30% Steuer. Da bleibt nicht mehr viel.

    Das mit der Mentalität kann ich nur bestätigen. Bin früher von einem 500k auf ein 2k Einwohner Ort gewechselt. Ich war sehr Perplex, viele Dinge die in der Stadt als Respektlos galten, waren auf dem Dorf auf einmal Respektvoll.

    @Tim
    Ich habe größten Respekt davor, dass du den Schritt über den großen Teich gewagt hast.

    Gruß,
    Pascal

  5. Andreas

    In der Schweiz sind nicht nur die Gehälter hoch sondern auch die Lebenshaltungskosten. Wer in der Schweiz eine Eigentumswohnung besitzt zahlt auf die fiktive Miete steuern. Sowas gibt es in Deutschland noch nicht.

  6. Zwitsch

    Auch hat Amerika tolle sozialsysteme.. Jeder der arbeitet ist krankenversichert usw….top…

  7. John

    Standort Wechsel ist Generell empfehlenswert. Im Osten gibts kein Gehalt. Aber im Ruhestand lässt es sich gut und günstig dort wohnen. Viele können ihren Arsch schon in Jungen Jahren nicht hochreissen und bleiben im selben Dorf. Träumen dann nur von der weiten Welt. Später mit Familie wird es um so schwerer und man bleibt eben dort, selbst wenn die Perspektiven düster werden. Ich denke das ist ein sehr grosses Problem.

    Als Jemand, der von Deutschland in die Schweiz gegangen ist, kann den Beitrag nur unterschreiben. Massivst höher Lohn, ein Bruchteil an Steuer. Und das obwohl man fühlt, das man der günstige Ausländer ist. Nebenbei gemerkt hat ein frisches Land auch mannigfaltige Entdeckungsmöglichkeiten. Wenn man irgendwo ein paar Jahrzehnte gewohnt hat, kennt man die Umgebung in und Auswendig. Langeweile stellt sich ein.

    Bei der Miete muss man in der Schweiz aufpassen. Die ist tatsächlich sehr hoch und macht schnell ein paar Hunderter im Monat aus. Ansonsten ist natürlich alles teurer. Aber wer nicht ständig in Restaurant usw. rennt, dem kann das in Weiten Teilen egal sein. Viele Schweizer geben auch Unsummen für jegliche Versicherungen aus, ich glaube die sind dabei Weltmeister.

    Nun das Grosse Aber. Der angesprochene Boost kommt dann verstärkt zum Tragen, wenn man hinterher das Hochlohn Land verlässt. Hier ist Vorsicht geboten in Steuerfragen. Nicht das der Boost nun voll versteuert wird und alles umsonst war…

  8. Sparta

    Deutschland gehört zu den 4 Ländern mit den meisten Millionären…

    So mies sind die Rahmenbedingungen nun auch wieder nicht.

    Allerdings geben Millionäre überwiegend Unternehmertum und nicht Aktiensparen als Grund für das Vermögen an.

  9. Thorsten

    In D werden oft nur mäßige Löhne gezahlt. Diese Entwicklung ist selbst in hochqualifzierten Berufen zunehmend festzustellen. Dafür sorgen z.B. bei Ingenieuren zunehmend spezialisierte Personaldienstleister die schlecht bezahlen, trotzdem aber jede Menge Personal bekommen. Eine aktuelle OECD-Studie zeigt auch, dass D zu den Steuer-Spitzenreitern gehört. 

    @ Ralf Du hast ja so recht ! Die Stimmen, die widersprechen , verstummen langsam, scheint es. Langsam merken es auch die Leute, die auf sogenannte „Steuergeschenke“ in Form von erhöhten Freibeträgen reinfallen. Anstatt  diese unsägliche Progessionstabelle von anno tobac gemäß der laufenden Inflation anzupassen, die die Oberkrankenschwester  in die Steruklasse schickt, die für den Bankdirektor gedacht war, strickt diese  Regierung  schon wieder (und  alle davor !) medienwirksame KleinKleinGeschenke, die nach wenigen Jahren in ihrer Wirkung vrepuffen. Es ist uum Heulen.

     

  10. Dreigroschenblogger

    Ich bin wie viele andere in die Schweiz gegangen und verdiene prächtig. Gut, die Lebenshaltungskosten sind zwar hoch, aber Einkäufe erledige ich immer in D und bekomme dazu noch die MwSt zurück, Ferien im Euroraum sind ebenfalls top-günstig. Im Alter kann ich – wenn ich will – zurück gehen, wer weiss. Für Kapitalbesitzer ist ja D nicht sooo schlecht. Ich schreibe in meinem Blog regelmässig, wie man in der Schweiz sparsam leben kann. Es geht!

    Grüssli, Dreigroschenblogger

    PS: Die dumme „fiktive-Miete-Steuer“ soll mglw. abgeschafft werden. Ausserdem darf man zum Ausgleich Zinskosten und Unterhaltskosten steuerlich geltend machen…

  11. Bruno

    @Andreas

    Das stimmt, in der Schweiz sind nicht nur Löhne hoch, sondern auch alles sonst extrem teuer, von Lebensmittel über Krankenkasse, Miete etc. daher ist es am lohnenswertesten, wenn man in der Schweiz einen gut bezahlten Job hat und in Deutschland (Grenznähe) wohnt, da lohnt sich pendeln ausnahmsweise. Aber man kann auch in der Schweiz relativ günstig wohnen, wenn man kompromissbereit ist, z.B. kann man eine günstige WG suchen, die findet sich halt nicht in der Stadt Zürich sondern eben etwas ausserhalb, wo es teilweise (leider immer weniger) auch noch ältere nicht so luxuriöse Wohnungen zu mieten gibt. Die Ansprüche der Mieter sind enorm gestiegen, günstige Wohnungen werden renoviert, vergrössert und fürs Doppelte vermietet, günstigen Wohnraum muss man wirklich suchen. Es wird auch standardmässig in jede Wohnung eine Luxusküche + Bad eingebaut, in Deutschland unvorstellbar. Auch kleinere Wohnungen sind eine Seltenheit, der Standard ist die 4.5 Zimmerwohnung mit mindestens 100m2. Ich finde das nicht zeitgemäss, es bräuchte viel mehr günstige 1- oder 2Zi Wohnungen, die dann auch keine Luxus-Grossküche mit allen Schikanen bräuchten.

  12. Mr. B

    Die Krankenkasse in der Schweiz ist supergünstig. Vorallem als Grenzgänger gibt es keine bessere Möglichkeit. Man zahlt ca 280 CHF  und ist identisch zur GKV in Deutschland versichert. Hier würde man aber um die 800 Euro bezahlen.

  13. Peter

    Hallo Tim,

    habe deinen Blog vor kurzem kennen und schätzen gelernt, auch deine sehr direkte, klare Sprache. In diesem Fall vereinfachst du aus meiner Sicht aber (viel) zu stark. Ich selbst lebe seit einigen Jahren in Los Angeles und kenne viele Deutsche hier. Viele sind mit großen Plänen und Erwartungen hier angekommen. Die Allerwenigsten von ihnen haben sich wirklich etablieren können. Manche haben es wirklich geschafft, klar, stehen finanziell glänzend da, sind teilweise reich geworden und könnten hier als leuchtende Beispiele für deine These dienen. Aber es ist eine Minderheit. Die Meisten kämpfen Monat für Monat, um die extrem hohen Mieten und Lebenshaltungskosten hier zu berappen, und das ohne viel unnötigen Konsum. Eine einfache Krankheit oder Verletzung kann sie mangels ausreichender Krankenversicherung finanziell aus der Bahn werfen. Daher: Auslandspläne schön und gut, aber mit Bedacht und Planung und vor allem ohne falsche Erwartungen und Hoffnungen, sondern gnadenlos realistisch. Auch in den USA und Hongkong wachsen die Bäume nicht in den Himmel…

  14. Bruno

    @Mr. B Du meinst monatlich, aber 800 Eur pro Monat Krankenversicherung in Deutschland ernsthaft?

    Ich bezahle in der Schweiz ca. 3500 CHF pro Jahr, mit der höchsten Franchise 2500.- und 10% Selbstbehalt, günstig ist für mich etwas anderes. Ab einem gewissen Alter explodiert die Kasse, und je nach Region ist sie teilweise doppelt so hoch.

  15. John

    @Bruno

    Die Krankenkasse ist in der Schweiz günstiger als in Deutschland. Solange man keine Kinder hat und jung ist. Geht um die 200 CHF im Monat los, bei 2500 CHF Franchise (man muss dann rund 3000 im Jahr an Krankheitskosten selbst zahlen). Wer nicht krank ist, kommt damit verdammt billig weg. Rechne das in Euro um und dann auf deutschen Lohn. Das ist als ob man in Deutschland 100 Euro Krankenkasse zahlt.

    Nicht vergessen das es in Deutschland noch den versteckten Arbeitgeberanteil gibt. Ja das ist Teil vom Lohn, glaubt doch keiner das der aus Liebe zahlt. Diesen Anteil gibt es in der Schweiz nicht, die Kosten sind transparent und niedriger.

    Ich wohne nicht weit zur Grenze. Doch die Pendelei würde ich mir nicht freiwillig antun. Das ist doch Stress pur. Billiger ist es auf deutscher Seite nicht. Man hat hohen Wohnbedarf, daher sind die Mieten nicht viel niedriger. Man zahlt volle Breitseite Steuern und Abgaben auf den hohen Lohn. Man darf sich mit noch komplexerer Steuererklärung als Ohnehin rumschlagen. Ein paar Meter weiter drüben ist man Ausländer, die Steuer ist wesentlich einfacher.

    Nebenbei finde ich das auch gedanklich ein falsches Modell. Ganz oder gar nicht. Wer rüber pendelt ist nie richtig angekommen.

    Die Wohnraumqualität ist allerdings ein Problem. Es gibt A) Schlechten, museumsreifen Wohnraum. Und B) Neu und Umgebauten zu Mondpreisen. Ich hab mich fürs Museum entschieden, aber ganz glücklich macht das auch nicht. Ein Zwischending fehlt mir.

  16. Mr. B

    Hallo Bruno,

    max Beitrag liegt bei 814 Euro pro Minat. Als Grenzgänger wechselt man also in der Regel in den günstigen Schweizer Tarif. Vorallem entfällt der Selbstbehalt, wenn man weiter in Deutschland zum Arzt geht.

     

  17. Bruno

    @Mr B

    Ok ich kannte das System nicht, in Deutschland werden die Prämien also abhängig vom Lohn berechnet, in der Schweiz sind es eben Kopfsätze, und so ist es für junge Gutverdienende sehr günstig, für ältere Leute mit weniger Einkommen extrem teuer.

    Ein Grund mehr wenn man jung ist möglichst rasch ein schönes Depot aufzubauen, später wird es nicht einfacher (tiefere Kosten, Zinseszinseffekt, Leistungsfähigkeit etc.)

  18. Holger

    Lieber Tim,

    ich verfolge Deinen Blog regelmäßig und freue mich immer über das Mantra, dass Du in verschiedenen Varianten verbreitest.

    Es erinnert mich ein wenig an den Kollegen, der die Seite frugalisten.de betreibt.

    Mich würde mal interessieren wie Du dessen „300 EUR Regel“ bewertest.

    Diese findest Du hier: https://frugalisten.de/die-300-regel-bezahlst-du-einen-unendlichen-kredit/

    Viele Grüße

    Holger

  19. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Peter

    Ich habe hier nichts beschönigt. Ich habe auf die Befragung der HSBC zurückgegriffen. Die Studie zeigt ganz klar, dass die meisten Auswanderer zufrieden sind. 58% der Befragten verdienen mehr als in der Heimat. Es gibt Länder, wo der Vorsprung im Gehalt enorm ist.

    89% der Schweizer Expats bleibt mindestens 5 Jahre (oder länger). Das muss einen Grund haben, nicht wahr?

    https://www.expatexplorer.hsbc.com/survey/finding/209/what-s-the-expat-life-worth

    Klar sind die Lebenshaltungskosten in bestimmten Städten höher. Aber es gibt ja noch geringere Steuern. Arbeitgeber bezahlen zuweilen Umzüge und Mieten (voll oder teilweise).

    Natürlich gibt es Menschen, die scheitern oder unzufrieden sind mit der Situation. Aber alles in allem sind die Auswanderer eine zufriedene Gruppe.

  20. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Holger

    Ich finde es insgesamt super, was Oliver, der Frugalist, macht.

    Auch der Artikel ist gut.

    lg

  21. KievKiev

    @ Tim

    Über den Daumen finde ich hochpreisige Länder/ Regionen meistens vorteilhaft. Vor allem wenn man es nur übergangsweise betreiben möchte. So kann man gerade mit Wohnraum und Mobilität viel Geld sparen und das angesparte Geld wieder in einer günstigeren Region “investieren“.

    Man benötigt dafür allerdings eine hohe und auch nachgefragte Bildung um möglichst viel Geld erwerben zu können.

    @ Ralf

    FF sehe ich in Deutschland im Prinzip für jeden (jeder != alle) als erreichbar an. Ich kenne auch keine Zielkonflikte.  Es ist alles eine Frage der Priorität. Es gibt hier im Forum auch gut Ausgebildete mit Kindern, die bewusst ein anderes Modell verwenden ( Freelancer Sebastian). Ein anderes Modell ist für mich eine Entscheidung und kein Konflikt.

    Für die FF ist Bildung in nachgefragten und entsprechend bezahlten Bereichen erforderlich. Ohne Erbe musst Du mindestens zu den oberen 20% aufschliessen. Das Gehalt kann niedriger sein, entscheidend ist das Vermögen. Bei einer Familie gilt dies für das gemeinsame Einkommen.

    Ich kenne ein paar finanziell Freie. Ich gebe es zu, alle haben ein Unternehmen in irgendeiner Form. Sie sind auch älter und haben nicht die Ausgaben optimiert wie es hier betrieben wird. Sie leisten aber auch wesentlich mehr als der Durchschnitt. Und es hat ein paar Jahre gedauert. Es gibt es selten Geschenke.

  22. Fit und Gesund

    Ich bin mit 21 zum ersten Mal in die Schweiz gegangen, es war eine der allerbesten Entscheidungen in meinem Leben, ich werde hier bleiben, hier fühle ich mich wohl, ich habe es hier zu bescheidenem Wohlstand gebracht, es ist sauber, ich fühle mich hier sicher, die Schweiz ist landschaftlich gesehen wunderschön, ich komme mit der Schweizer Mentalität sehr gut klar.

    Es ist sicher Vieles teurer, aber wenn man ordentlich wirtschaftet kann man gut was auf die Seite packen, geschenkt wird Einem aber auch hier nix.

    Ich hatte auch in England eine gute Zeit, keine Frage, dort war ich schliesslich auch knapp 4 Jahre, aber mein Herz schlägt eindeutig für die Schweiz,

    sowieso, ich denke ein junger Mensch sollte sich durchaus auch mal im Ausland umschauen, mal was Anderes ausprobieren, aber das ist nur meine Meinung, für Jemand anders mag es evtl. nicht so aussehen, da muss man dann auf seine innere Stimme hören.

     

  23. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Pascal

    Danke. So viel Mut gehört gar nicht dazu. Es ist ja gar nicht so schwer in ein anderes Land zu ziehen. Es sind nur Herausforderungen, die zu bewältigen sind. Und je mehr man meistert, desto zufriedener wird man.

    @ Kiev

    Genau. Man kann die teuren Städte wie NYC, Hongkong, London, Zürich für die Karriere nutzen. Dort wird mehr bezahlt. Dann verbringst du aber eventuell die Freiheit in einem günstigeren Umfeld.

    @ Fit und Gesund

    Ich stimme zu. Ein Auslandsaufenthalt (etwa Highschool-Jahr) ist schon empfehlenswert. Du erweiterst den Horizont. Lernst Sprachen, Gegenden, Kulturen… Menschen werden selbstständiger und selbstbewusster, wenn sie so etwas machen.

  24. Thorsten

    Die Krankenkasse scheint in der Schweiz ähnlich der PKV in Deutschland gestaltet zu sein, was die Prämienhöhe angeht. Eine Kopfsteuer wurde ja vor Jahren in Deutschland auch diskutiert. Sie wäre ehrlicher und gerechter, aber sie wirft ohne Anpassung anderer Zuwendungen oder Abgaben Menschen aus dem Sozialsystem, die heute kostenfrei versichert sind. Vermutlich wird man in Deutschland bei steigenden Kosten in der GKV zuerst bei der dieser kostenfreien Mitversicherung ansetzen und einen Verwaltungsbeitrag für Famililienmitglieder einführen, so 60 Euro pro Jahr und Nase. Ist der erst mal eingeführt kann man ihn beliebig erhöhen. Holzauge sei wachsam.

  25. karl

    Ich glaube, dass hier nur das Mantra des Stärkeren gepriesen wird oder viele einfach eine völlig falsche Vorstellung von der Realität haben.

    Ich arbeite seit 20 Jahren immer wieder im Ausland und kann das Folgende sagen:

    1. Hohe Gehälter werden fast nur in teuren Gegenden gezahlt. Im Valley, in Zürich, Luzern, Basel, London, Hongkong, Paris, Peking usw. gibt es überall Topgehälter. Allerdings stehen die in keinem Verhältnis zur Steigerung der Lebenshaltungskosten. Wenn man nicht in einer WG oder im letzten Drecksloch leben will wird’s irgendwann richtig teuer. Die eigene Frau hat nicht sofort einen Job und muss mitfinanziert werden. Die Kinder müssen untergebracht werden. Das ist fast überall richtig teuer.

    2. Es gibt fast nirgends Kündigungsschutz. Selbst in der Schweiz ist man sehr schnell seinen Job los.

    3. Die Papiergläubigkeit ist im Ausland meist viel schlimmer. In den USA, Frankreich, Großbritannien u.a. kann man bestimmte Positionen nur erreichen, wenn man an Spitzenunis seinen Abschluss gemacht hat oder wenigstens einen MBA von dort hat. Das hat mich in Deutschland noch keiner gefragt.

    4. Wer länger im Ausland lebt 5 Jahre und mehr, wird merken, dass er meist doch ein Fremder bleibt. In der Schweiz merkt man das ganz stark. Im angelsächsischen Raum ist es weniger stark.

    5. Wem es um eine Karriere in einem Deutschen Konzern geht, wird feststellen, dass die Kollegen im Ausland häufig Karriereschwierigkeiten in D haben. Die Spitze erreicht nicht, wer lange im Ausland war. Es fehlen einfach die Netzwerke und Visibilität.

  26. KievKiev

    Wir haben uns damals nicht für die Schweiz entschieden. Ein Angebot hatte ich vorliegen. Es ist trotzdem schwer einzuschätzen, ob man langfristig einen finanziellen Vorteil durch einen Auslandsaufenthalt erhält. Im Prinzip kann man in einem höherpreisigem Land mehr einsparen, wenn man das passende Mindset dafür hat.

    Aber wie verhält es sich wenn man dort bleiben möchte? Immobilien waren uns wichtig (auch Lifestyle). Ich hätte mich sicher nicht in der Schweiz an eine Investition in der Größenordnung wie in Deutschland rangetraut. In Deutschland war der Preis für mich schon grenzwertig. Es hat sich absolut gelohnt, aber das konnte ich im Vorfeld natürlich nicht zu 100% abschätzen. Somit sind wir natürlich im Nachhinein betrachtet in Deutschland für unsere Ziele vermutlich besser aufgestellt.

    Wenn man sich an einen Ort binden möchte, benötigt man auch eine Zeit (um die 2 Jahre?) bis man seine ideale Umgebung/ Stadtteil gefunden hat. Von einer Immobilie zum Kauf brauche ich nicht anfangen. Das ist aktuell sehr frustrierend.

    Ich habe übrigens heute 6 Lottoscheine ausgefüllt. Kenne mich hier mit der korrekten Bezeichnung nicht so aus… Wenn ich alles richtig gebucht habe erhalte ich einen 10€ Gutschein von Amazon und muss für den Einsatz 2,50€ bezahlen. Nebenbei habe ich eine höchst unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit auf einen hohen Gewinn. Hoffentlich werde ich für die Aktion nicht des Forums verwiesen. Ich werde es bei der einmaligen Investition (*) belassen. Falls ich irgendwas Gewinne wird es direkt 100% in die Börse in das nächste geprügelte Unternehmen gesteckt. Davon gibt es gerade mehr als genug. Das ein oder andere bei dem ich investiert bin ist selbstverständlich ordentlich dabei. Ab 500€ Gewinn muss ich mich dann wohl in Lottoking Kiev umbenennen.

    (*) In jedem Fall nehme ich 7,50€ ein. Somit zählt die Ausgabe als Investition mit einer sehr spekulativen Option ohne Risiko.

     

  27. Fit und Gesund

    @Kiev,

    heute gibt Geld, ich spiele auch in der Lotterie, nennt sich Aktienlotterie….

    Viel Glück! 🙂

    zur Auswahl stehen: Simon Property, BASF, Swiss Re, MMM (Starterposition), evtl. Geberit. ITW fände ich sicher auch interessant, aber Eigenkapital ist bisschen dürftig… werde schon was finden, wie jeden Monat.

  28. Mr. Pino Cavallo

    @ Peter und Tim

    Peters Einwand ist durch und durch berechtigt. Die Studie von HSBC bezieht sich womöglich auf klassische „Expats“, also Manager in Großkonzernen, die als Karriereschritt für eine bestimte Zeit ins Ausland entsendet werden. Dass die dann dort mehr verdienen als zu Hause ist ja irgendwo auch zwingend, denn neben ein höheres Gehalt zählen weitere Leistungspakete oftmals zu den finanziellen Anreizen. Die Glücksritter von LA, von denen Peter gesprochen hat, sind dagegen klassische Einwanderer. Die haben es in der Tat wesentlich schwieriger erfolgreich zu sein, weil sie kein Konzern im Rücken haben, der sie stärkt.

  29. Ralf

    Ich habe mich ebenfalls beruflich gegen die Schweiz entschieden. Heimat und Familie waren mir wichtiger. Sind wir wieder bei möglichen Zielkonflikten….

    Leute, Kohle ist wichtig aber eben doch nicht alles. Und wenn ich im Bekanntenkreis so manchen sehe, der längere Zeit in den Staaten oder in der Schweiz tätig war oder noch ist, tauschen wollte ich nicht.

    Was wir in D brauchen ist eine Senkung der Lohnnebenkosten (Sozialabgaben) und eine sinnvolle Förderung der Altersvorsorge ähnlich wie in den USA. Das wird aber durch diverse politische Fehlentscheidungen der letzten Jahre und auch einer weiterhin fehlenden Einigkeit bzgl. Zuwanderungspolitik von D und EU eher noch schwieriger werden.

  30. John

    Der Crash ist da. Fühlt sich zumindest so an. Immer weiter bergab. Gerade gekauft schon 5% weniger wert. Ich schätze das ist jetzt eine ganz harte Zeit. Tim, Zeit für etwas Aufmunterung. 🙂

    Hatte vorgestern noch mit dem Gedanken gespielt einen Wert zu verkaufen solange er noch grün ist. Heute ist er Rot, nachdem er Mitte Jahr bei 40% Gewinn war: nvidia.

  31. Diana H

    Off-Topic
    Jetzt macht sogar die Sparkasse Werbung für weibliche finanzielle Bildung. Man kann bei einem Gewinnspiel mitmachen und bei einer Veranstaltung „Ein Abend für deine finanzielle Unabhängigkeit“ teilnehmen. Prinzipiell eine nette Sache. Aber wenn der Veranstalter eine Bank ist, ist Vorsicht geboten. Da klingelt bei mir der Satz: „Stupid German Money“ in den Ohren. Wobei ich die Deutschen nicht für dumm, aber für schlecht informiert halte. Und letzten Endes wird dann auch stark mit der Psyche gespielt. Da soll mal wieder eine Umverteilung von unten nach oben folgen. Daher, ja die Nerven behalten.

  32. Ralf

    @John: Ich sehe keinen Crash, nur eine überschaubare Korrektur. Ruhe bewahren. Nicht so oft ins Aktiendepot blicken, bei verfügbaren Geld von Zeit zu Zeit aufstocken. Geduld. Fertig.

  33. StefanStefan

     

    „Was wir in D brauchen ist eine Senkung der Lohnnebenkosten (Sozialabgaben)“

    @ Ralf

    und genau die wird es niemals geben. Im Gegenteil. Durch die demographische Entwicklung, Zuwanderung von nicht arbeitsmäßig Integrierbaren usw. wird die Belastung eher noch steigen.

    Ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch. Aber wenn man die Entwicklung in Deutschland so sieht kann einem Angst und Bange werden.

    Die großen Volksparteien verlieren gnadenlos an Zustimmung, die AfD wird immer stärker. In Berlin herrschen sogenannte Araber-Clans. Die Überwachung, einschließlich Gesichtserkennung, wird immer schlimmer. Bargeld-Abschaffung wird vorbereitet.

    Ich weiss allerdings auch nicht wo es noch besser sein könnte als in Deutschland. Die Schweizer gehen ja in eine ähnliche Richtung. Abgesehen von den hohen Lohnabgaben…

  34. Ralf

    @Stefan: Mich ärgert das auch sehr. Wir müssen aber möglichst nach vorne schauen, auch wenn man darüber durchaus mal meckern darf.

    Ich denke, dass sich unsere Gesellschaft durch diverse Einflüsse und sich ändernde Werte und Vorstellungen, aber auch durch steigende Einflüsse von Digitalisierung und Technologien in den nächsten 20 Jahren ohnehin stark verändern wird. Ob zum guten oder schlechten, mal abwarten.

    Da ich persönlich durchaus religiös geprägt bin und trotz akademischer Bildung an eine Existenz nach dem Tod glaube, ist mir diese Entwicklung zwar nicht völlig egal, aber irgendwie sehe ich es inzwischen doch ein Stück weit lockerer. Ärgern kann ich mich aber trotzdem über einige Entwicklungen.

    Immer mutig vorwärts…

     

  35. Big Ben

    Den Beitrag von Tim kann ich nur unterstreichen. Ich bin vor rund 12 1/2 Jahren in die Schweiz ausgewandert. Zuvor verdiente ich bei einem Verband im süddeutschen Raum als Referent rund €2.300 netto. Dann lernte ich meine jetzige Frau, eine Schweizerin, kennen. Wir heirateten recht zügig und entschlossen uns, unseren Lebensmittelpunkt im Raum Zürich, wo sie bereits lange lebte, zu setzen.

    Also suchte und fand ich relativ schnell einen Job. Bei den Gehaltsverhandlungen nannte ich einfach das Doppelte meines alten Bruttogehalts als Verhandlungsbasis. Mein Gegenüber hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt. Mittlerweile liege ich bei etwa dem 2 1/2-fachen. Aber klar, die Lebenshaltungskosten sind natürlich wesentlich höher, vor allem bei den Mieten musste ich anfangs schwer schlucken. Dafür ist die steuerliche Belastung geringer.

    Insgesamt war die Auswanderung also tatsächlich ein Turbo für unsere Vermögensentwicklung.  Mein Frau verdient ähnlich gut wie ich, unsere Sparquote beträgt 40% und die FF sollten wir unter den jetzigen Voraussetzungen in ca. 5-7 Jahren erreicht haben.  Trotz Clownauto, Clownwohnung, Kind, Putzfrau und einem allgemein guten Leben…;-) Das wäre in Deutschland in dieser Kürze der Zeit sehr wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Unser Ziel ist es, mit 58 aus dem aktiven Berufsleben auszuscheiden, also in zehn Jahren. Dann ist unser Sohn erwachsen und steht (hoffentlich) auf eigenen Beinen.

    Aber: Geschenkt wird einem auch hier nichts, ohne Leistung geht gar nichts. Mehrsprachigkeit wird vorausgesetzt. Ich kenne viele Deutsche, die hier überhaupt nicht zurechtkommen und so schnell wie möglich wieder zurück wollen. Was sie häufig nicht bedenken: Die Schweiz ist nicht Deutschland, auch wenn man sich sprachlich versteht. Aber die Schweizer haben eine eigene Sprache, eine eigene Mentalität und kommen häufig mit der direkten Art der Deutschen nicht zurecht. Was sie einen dann auch spüren lassen. Oder wie die oft zitierte und mehrmals selbst erlebte Situation in der Bäckerei: „Ich kriege ein Brötchen“ anstatt: „Guten Tag. Geht es Ihnen gut? Ich hätte gerne ein Weggli. Merci vielmals. Und Ihnen einen schönen Tag! Danke!“

     

    Cheers

    Big Ben

  36. June

    @Auslandsaufenthalt,

    meine Erfahrungen sind positiv. Allerdings war Mr. Juni als Freelancer in England. Der Stundensatz war gut und die Wohnung wurde von seinem Auftraggeber bezahlt. Dazu gehörte ein Auto das er nutzen konnte, leider nicht exclusiv. Aber man kann sich ja absprechen. Alleine die kostenlose Wohnung und die Autonutzung waren ein gutes Zubrot. Dazu kam die Landschaftlich einmalige Lage.

    Der Nachteil war die schlechte Erreichbarkeit der kleinen Stadt, die eingeschränkte Auswahl an Geschäften und die Tatsache, dass man irgendwie keinen Anschluß gefunden hat. Die Einheimischen blieben unter sich und so viele „Ausländer“ haben sich da einfach nicht hin verirrt.

    Immerhin hat er es dort 4 Jahre ausgehalten.

    @Diana H,

    ja, die Sparkasse hat die weibliche Kundin entdeckt. Aber schon eine ganze Weile. Und Die Kassen sind dehr penetrant. Die Beratung die ich durch die Sparkasse bisher erfahren habe war leider schlecht. Bzw. zum Vorteil der Kasse. Hätte es mir an Finanzbildung gefeht, hätte ich große Nachteile gehabt. Die Bankberaterin war übervorsichtig.

    Take care,

    June

  37. Skywalker

    In Deutschland wird viel wegen der „Wirtschafsmigranten“ aus Afrika und Arabien geschimpft und gleichzeitig empfohlen in die Schweiz zu gehen. Verrückte Welt.

  38. Daniel

    In Deutschland wird viel wegen der „Wirtschafsmigranten“ aus Afrika und Arabien geschimpft und gleichzeitig empfohlen in die Schweiz zu gehen. Verrückte Welt.

    Weil es auch zwei Paar Schuhe sind. Das eine ist der Idealweg für den Staat, in diesem Fall Fachpersonal im eigenen Land zu halten und das andere die Indealweg fürs Individuum, also die Verfolgung von Ziele zum höchstmöglichen Nutzen für einen selbst.

  39. vonaufdenboden

    Wir sind vor 10 Jahren in die Schweiz. Ich könnte beinahe Big Bens Beitrag kopieren und hier einfügen. Wir wohnen auch im Raum Zürich und bei der ersten Gehaltsverhandlung habe ich meinen letzten EUR-Bruttogehalt mit 2 multipliziert und es wurde sofort akzeptiert. Das Gehalt ist in den 10 Jahren dann auch noch relativ zügig gestiegen.

    Sogar als Alleinverdiener mit zwei Kinder und trotz hohen Lebenshaltungskosten, liegt unsere Sparrate in den letzten Jahren um die 50%. Unser Nettovermögen ist in den 10 Jahren Schweiz von null auf eine Million gestiegen. Das wäre in Deutschland kaum möglich gewesen. Die Grundregeln der Sparsamkeit sollten aber ganz besonders hier in der Schweiz eingehalten werden. Sonst funktioniert es nicht.

    Der Unterschied macht sich auch immer bemerkbar, wenn mich Headhunter im Auftrag Deutscher Unternehmen anrufen. Am Ende scheitert es immer am Gehalt. Die steuerliche Belastung ist in Deutschland ganz einfach viel zu hoch und der Unterschied im Nettogehalt ist eklatant.

    Hier zahle ich für Sozialabgaben, Steuern und Krankenversicherung etwa 25% vom Bruttolohn. In Deutschland wären es 40%. Zusätzlich zahlen ich und der AG einen hohen, gesetzlich geregelten Pensionskassenbeitrag. Die PK kann man beim Auswandern aus der Schweiz unter gewissen Voraussetzungen mitnehmen. Aktiengewinne sind steuerfrei. Das ist insgesamtgesehen für uns sehr viel besser als in Deutschland. Unser Ziel der FF hätte sich dort in meinem Leben niemals verwirklichen lassen. Das ist Fakt.

    Familie und Freunde von daheim treffen wir trotzdem sechs, sieben Mal im Jahr. Dieses Gegenargument zählt für uns nicht. Kurioserweise treffen sich Freunde bei uns daheim im bayrischen Dorf oft weniger oft.

    Allerdings ist nicht jede(r) dafür geschaffen, mit Kind und Kegel hinaus in die Welt zu ziehen. Manche fühlen sich nur in der ihnen bekannten Umgebung wohl. Das ist verständlich und vollkommen in Ordnung. Und da gibt es bestimmt noch unzählige andere Gründe nicht auszuwandern.

    Gruss,

    vonaufdenboden

     

     

  40. Ralf

    „Die steuerliche Belastung ist in Deutschland ganz einfach viel zu hoch und der Unterschied im Nettogehalt ist eklatant.“

    Leider. Ehrliche Entlastungen sind auch nicht in Sicht, eher das Gegenteil.

    Welche nützlichen Schlüsse oder Erkenntnisse lassen sich jedoch daraus ziehen? Vor allem für jene, die keinen Umzug mehr ins Ausland planen? Kann oder will ja nicht jeder weg.

  41. Monaco

    @Skywalker

    In Deutschland wird viel wegen der „Wirtschafsmigranten“ aus Afrika und Arabien geschimpft und gleichzeitig empfohlen in die Schweiz zu gehen. Verrückte Welt.

    Sie vergleichen jetzt tatsächlich Wirtschaftsmigranten, mit wenig oder überhaupt keiner Bildung, die in die Sozialsysteme einwandern mit echten Fachkräften, die von anderen Firmen (im Ausland) zum Teil abgeworben werden? Vom Integrationswillen ganz zu Schweigen.

    Das ist ja DAS Paradebeispiel von ideologischer Verblendung.

  42. Daniel

    Welche nützlichen Schlüsse oder Erkenntnisse lassen sich jedoch daraus ziehen? Vor allem für jene, die keinen Umzug mehr ins Ausland planen? Kann oder will ja nicht jeder weg.

    Eigentlich nur der weitere Kapitalaufbau und die Gewinne daraus abzugreifen. Guter Job = 42% Höchststeuersatz vs. ~25% Abgeltungssteuer. Natürlich ist weder das eine noch das andere dauerhaft festgeschrieben, aber steuerlich plane ich immer nur im Hier und Jetzt, da ich es eh nicht ändern kann. Ich habe auch die Hoffnung, dass das reiche Klientel, gegen das inbesondere diese Finanzproduktsteuern gehen, eine starke Lobby haben und einen niedrigen Steuersatz durchdrücken. Es ist bescheuert, ja, aber Geld für sich arbeiten zu lassen ist insbesondere in Deutschland deutlich lukrativer als selbst zu buckeln.

  43. Rainer Zufall

    Monaco

    https://www.cicero.de/aussenpolitik/das-deutschfeindlichste-land-europas/49363

    „Die SVP-Nationalrätin Natalie Rickli beispielsweise hat jetzt (mal wieder) gesagt, was vermutlich leider viele denken: Einzelne Deutsche würden sie ja nicht stören, aber diese Masse an Deutschen, das sei zu viel.“

    Kommt also auf die Perspektive an 😉 Deutsche in der Scheiz haben (Fachkraft hin oder her) in gewissen Kreisen möglicherweise in etwa einen so guten Ruf wie Migranten aus Afrika in Deutschland.

    Fragt sich also, wer ideologisch verblendet ist 😉

     

  44. Skywalker

    Mein Kommentar war verkürzt und überspitzt, aber grundsätzlich gehen da Menschen aus wirtschaftlichen Gründen ins Ausland, daher kann man es vergleichen.

     

    Als Arzt weiß ich, dass in der Schweiz deutsche Ärzte nur eingestellt werden, weil man sie braucht, viele Schweitzer sind damit aber nicht glücklich und hätten es gerne anders. Siehe auch den Cicero-Artikel von Rainer Zufall.

     

  45. Monaco

    @ Rainer Zufall

    Dass manche Schweizer, zu recht, nicht von (teils sicher auch integrationsunwilligen) Deutschen überschwemmt werden wollen, ändert nichts an den von mir genannten Tatsachen zum Vergleich von Armutsasylanten mit Fachkräften.

    Ich habe auch nicht gesagt, dass ich gegen gezielte Zuwanderung von benötigten, ausländischen Fachkräften (gleich woher) bin, sofern diese sich auch integrieren. Da kenne ich einige positive Beispiele, die man absolut als Bereicherung betrachten muß/kann.

    Bitte erklären Sie mir, wo genau ich jetzt verblendet sein soll, aufgrund meines Kommentars.

  46. Monaco

    @ Skywalker

    Kann man eben nicht.

    Die einen kommen und arbeiten, z. B. als Arzt, also eine absolute Bereicherung. Sie können/lernen schnell die Sprache, müssen finanziell nicht unterstützt werden, uvm.

    Die anderen kommen und können oft noch nicht mal das Alphabet, weshalb diese bestenfalls, wenn überhaupt, nach Jahren sozialer Unterstützung, für unterbezahlte Jobs verwendet werden können.

     

  47. Skywalker

    @Monaco:

    Natürlich kann man das vergleichen, tun wir doch gerade. Das bedeutet nicht, dass es das gleiche ist, aber es gibt Parallelen. Und Unterschiede. Z.b. ist ein Unterschied, dass die Schweiz nicht so linksversifft-dilettantisch mit ihrem Einwanderungsrecht umgeht wie Deutschland.

    Trotzdem gehen die deutschen in die Schweiz aus wirtschaftlichen Gründen, sind daher das perfekte Beispiel für Wirtschaftsmigranten.

    Im übrigen beobachte ich, dass Jobs wie Putzen, Nachtschicht bei Mc Doof, Schichtarbeit im DHL Lager nachts, Müllabfuhr etc nicht mehr von Deutschen gemacht wird. Ich kenne von meinem Job her einige Syrer, die jetzt solche Jobs machen weil sie keine andere Möglichkeit haben. Deutschland hat sich eine Million Niedriglohn- Arbeiter ins Land geholt, die für 8 Euro/h Klos putzen… ziemlich clever (!?).

  48. Daniel

    Trotzdem gehen die deutschen in die Schweiz aus wirtschaftlichen Gründen, sind daher das perfekte Beispiel für Wirtschaftsmigranten.

    Niemand steht einfach so plötzlich mit dem Koffer in der Schweiz, es muss sie von dort jemand auch „eingeladen“ haben.

    Es sind vielmehr offizielle und legale Einwanderer die ein Eigeninteresse daran haben, wie schon im Cicero Bericht genannt, gar nicht mehr aufzufallen, da sie selbst sehen, das zur Schau getragenes „Deutschtum“ nicht gut ankommt.

    Ein Attribut, das bei der hiesigen illegalen Migration fast gänzlich fehlt und wohl den meisten Unmut hervorruft. Gegen Migration ist nichts einzuwenden, insbesondere wenn sich diese Menschen assimilieren wollen und dem Staat nicht zur Last fallen. Beides dürfte auf deutsche Einanderer in die Schweiz oftmals zutreffen.

    Egal ob im Handwerk oder akademisch, die deutsche Ausbildung ist mehr als solide aufgestellt, sodass es in der Schweiz eher so ist, dass die Deutschen eine starke Konkurrenz darstellen zu den dort lebenden Schweizern. Wieder ein Umstand der nicht im Ansatz mit den jetzigen Migrationen nach Deutschland vergleichbar ist. Es ist eher vergleichbar mit den Polen die damals und z.T. auch noch heute hier im Handwerksbereich tätig sind und den Deutschen Konkurrenz machen. Besser gesagt machten, denn heute ist Handwerk mehr als gefragt und mehr Stellen offen als Fachkräfte im Land sind.

    Die Deutschen fallen den Sozialsystemen wenig bis gar nicht zur Last, sind also eine, zumindest, finanzielle Bereicherung für das Land in das sie migrieren.

    Deutschland hat sich eine Million Niedriglohn- Arbeiter ins Land geholt, die für 8 Euro/h Klos putzen… ziemlich clever (!?).

    eher nicht. Ganz kurzfristig vielleicht ja. Mittelfristig werden diese Niedriglohnjobs schon ab Werk oder spätestens bei Renteneintritt massiv in die sozialsysteme knallen, da man schon heute mindestens 40.000-60.000€ verdienen müsste um überhaupt irgendwie von seiner Rente leben zu können. Langfristig sind dies auch genau die Jobs, die der Robotik und Automatisierung zum Opfer fallen. Dann fährt der Post-Wagen selbst, oder man holt sich die Pakete von einer Station. Es bleiben noch ein paar Pflegeberufe die aber auch wiederrum kritisch sind, wenn es kulturell zwischen Einheimischen und den Migranten mehr als knatscht. Da ist eine katholische Polin in der Altenpflege die schnell und bereitwillig deutsch lernt etwas anderes. Insbesondere auch in der Pflege sind Männer eher unterrepräsentiert und da es hauptsächlich junge Männer sind die hier einwandern ist dies ziemlich am Markt vorbei.

  49. KievKiev

    @ Fit und Gesund

    Die Aktienlotterie habe ich bis heute auch sehr stark betrieben. Hier ist das Schicksal aber oft fest zementiert. Was gekauft wird fällt erst mal aufs Neue. Ich kaufe ja nur Unternehmen die schon am 52 Wochentief stehen, gute Dividenden haben und trotzdem warum auch immer gefallenen sind. Nach meinem Kauf fallen sie trotzdem gleich noch mal. Ich erstelle gerade auch eine Guideline, die mich vor mir selbst schützen soll.

    Ich habe heute T auf 100 Stk aufgestockt. Sobald der Kurs sich regeneriert hat biete ich sie über Ex Date zu einem für mich sehr vorteilhaften Preis an. Falls das nicht passiert lasse ich es. Tesla bin ich zum Glück auch los. Es gab 200$ Schmerzensgeld. Hätte gerne höher ausfallen können. Zwei von Deiner Liste habe ich meine ich auch gestern schon gekauft. MMM war mir noch zu teuer. Ich habe jetzt fast ein Portfolio mit dem ich durch einen Crash gehen kann. OZK ist etwas überrepräsentiert und JD. Mit dem Rest bin ich zufrieden.

    Eine offizielle Korrektur gab es bisher noch nicht. In meinem Portfolio allerdings schon.

  50. Björn

    Hallo Tim,

    du bist der Grund warum ich es zu Bescheidenden Vermögen geschaft habe.

    Als ich das erste mal deine Videos gesehen habe war ich noch nicht davon überzeugt, aber als ich aus dem Harz4 raus war und ich mir gute einkommenströhme gesucht habe ist mein Besitz in die höhe geschnellt.

    In Deutschland sind die Reichen drauf angewiesen das einer für Ihr vermögen hart Arbeitet und dafür kaum was bekommt so das man abhängig bleibt.

    Speziel das Harz4 System hat nichts mehr mit Recht und Gesetz zu tun, ich habe wie mann schon raushören kann einen großen grad der Frustration mitgenommen und bin und war Gesundheitlich angeschlangen vom Harz4 System. Sie halten sich nicht an Gesetze und versuchen dich als Lohnsklaven in Zeitfirmen zu stecken die dich dann später noch um deine paar Euros bescheissen wollen.

    Ich kaufe auch Aktien und werde auch immer weiter welche Kaufen, meine Gründe sind einfach, Finanziel frei, Unabhängigkeit und das beste mann Bezahlt auf den Einkauf von Aktien nicht noch mal eine Steuer, wie z.B. die MWst.

    Tim ich freue mich auf weitere Videos von Dir. Gibt uns mal wieder ein Motivationsvideo 🙂

  51. Nico Meier

    Lohnvergleiche zwischen der Schweiz und Deutschland sind immer mit Vorsicht zu geniessen. Bei uns in der Schweiz muss die Einkommenssteuer sowie die Krankenkasse (Krankenversicherung) vom Nettogehalt bezahlt werden. Die Krankenkasse kostet je nach Wohnkanton und Franchise (Selbszuzahlung) pro Person und Monat zwischen 220 und 650 Franken!

    Gerade für Berufsanfänger oder Neuzuzüger sind die Steuern eine Stolperfalle, da diese selber vom Nettogehalt zusammengespart werden müssen!

    Zusätzlich werden die in der Schweiz längeren Arbeitszeiten häufig unterschätzt.

    Auch sind die Mieten in der Schweiz recht hoch. In gewissen Regionen findet man keine Familienwohnung unter 2’500 Franken Monatsmiete.

  52. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Björn


    Das freut mich sehr. Wow! Du kannst stolz auf dich sein. Gratulation! Videos werde ich machen. Keine Sorge. Ich möchte noch mehr motivieren zu körperlicher Aktivität, Sparsamkeit, gesunder Ernährung, Bildung, Ziele stecken usw.

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