Reichtum kann man nicht sehen. Also lass Dich von den Auto-Clowns nicht blenden. Sie sind oftmals arm wie eine Kirchenmaus


New York, 6. Juni 2018

Das Leben in Saus und Braus hat einen Preis: Du musst ewig arbeiten. Vermutlich hast Du Schulden.

Morgan Housel ist ein exzellenter Finanzautor. Er hat die „Psychologie des Geldes“ gut auf den Punkt gebracht. Ich zitiere grob:

Wir neigen dazu, Reichtum nach dem zu beurteilen, was wir sehen. Wir können aber die Bankkonten oder Broker-Auszüge nicht sehen. Wir verlassen uns also auf Sichtbares, um den finanziellen Erfolg zu messen. Autos. Häuser. Urlaube. Instagram-Fotos (…)

Reichtum ist tatsächlich, was du nicht siehst. Es sind die nicht gekauften Autos. Es sind die nicht gekauften Diamanten. Es sind die aufgeschobenen Renovierungsarbeiten, die weggelassenen Kleidungsstücke und das Erste-Klasse-Airline-Upgrade, das nicht gemacht wurde. Es sind die Vermögenswerte in der Bank, die noch nicht in die Dinge umgewandelt wurden, die Du siehst.

Das clevere Investieren erklärt Housel so:

Gutes Investieren bedeutet nicht unbedingt, die höchsten Renditen zu erzielen, da die höchsten Renditen in der Regel einmalige Treffer sind, die Dein Selbstvertrauen zerstören. Es geht darum, ziemlich gute Renditen zu erzielen, die man lange Zeit laufen lassen kann. Das ist, wenn der Zinseszins wild wird.

Ein gutes Beispiel ist Starbucks. Wer beim Börsengang der Kaffeehauskette 1992 10.000 Euro investiert hat, hat heute über zwei Millionen Euro. Oder 21.000% mehr.

Grundsätzlich rate ich Dir: Heirate nicht eine Person, die mit Geld schrecklich umgeht. Es wird ein Chaos, wenn jemand nicht an ein Budget glaubt. Diese Person wird niemals erwachsen werden. Es ist so, als ob Du ein Kleinkind heiratest.

Zum Haus muss ich noch was loswerden, weil wir diesen enormen Immobilienboom in Deutschland erleben. Ich lache, wenn Leute sagen, dass sie „Hausbesitzer“ sind, aber sie eine Hypothek haben. Ich möchte ihnen eigentlich sagen: „Du besitzt das Haus nicht, die Bank tut es.“ Ich besitze zwei kleine Wohnungen. Die Schulden habe ich fast komplett getilgt. Schulden bedeuten fast immer schlechte Nachrichten.

Immobilien sind nicht per se schlecht. Sie eignen sich zur Vermögensbildung, wenn jemand konservativ und schlau damit umgeht.

Es ist nichts falsch daran, im Baggersee oder städtischen Schwimmbad zu schwimmen. Niemand braucht eine Villa mit Pool. Niemand braucht ein schnelles Auto, um zufrieden zu sein. Leider wird das alles durcheinander gebracht. Statussymbole machen nicht automatisch zufriedener. Star-Designerin Kate Spade hatte alles: Reichtum, Erfolg, Promistatus. Trotzdem war sie alkoholabhängig.

In Musikvideos wird gerne der Luxus hervorgehoben: Models, Villen, Pools, Porsche… Aber das ist alles nur Fassade. Was zählt, ist Dein inneres Ich.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Reichtum kann man nicht sehen. Also lass Dich von den Auto-Clowns nicht blenden. Sie sind oftmals arm wie eine Kirchenmaus

  1. StefanStefan

    Nicht schlecht das Mäuschen in dem Video 😉

     

    Tim, genau so ging es mir auf der HV von Berkshire. Ich sah mich um und sah diese typischen, normal aussehenden Amerikaner in Turnschuhen und schlechten Klamotten um mich herum. Und einige darunter haben etliche A Aktien, sind also Mulimillionäre. Denen sieht man das auch null an. Aber die Berkshire Aktionäre sind halt ein spezielles Völckchen. Poser und Angeber gibt es da tendenziell weniger.

    Die Asiaten allerdings waren teils recht aufgetakelt mit teuren Sonnenbrillen, Handtaschen usw.. Die sind glaube ich noch wesentlich konsumgeiler als der Durchschnitts-Amerikaner oder -Deutsche.

     

    Ich muss sagen, dass mich Autos mittlerweile überhaupt nicht mehr beeindrucken. Jeder halbwegs Verdienende kann sich ein teures auffälliges Auto leasen. Und dann bei Mami im Kinderzimmer wohnen 😉 Oft so bei jungen Männern mit „Migrationshintergrund“…

     

  2. Thomas der Sparkojote

    Leute die mich erst kennen lernen und herausfinden das ich einen Blog führe und dort meine Finanzen offenlege sind erst mal baff das über 100’000 CHF an Nettovermögen vorhanden sind mit 21.

    Mir wurde sogar schon einmal  persönlich unterstellt ich hätte geerbt, das fand ich dann schon etwas frech 😀

    Grüsse
    Thomas

  3. ThorstenThorsten

    Hi Tim,

    Kommt nicht darauf an, aber rein juristisch habe Bekannten mit dem Haus recht, wenn sie sagen: „Ich besitze ein Eigenheim.“

    Relevant ist aber für das Vermögen wer Eigentümer ist … Und das ist bis zur Abbezahlung die Bank.

    Fun fact am Rande: Das kann ich auch als Mieter richtigerweise sagen… Ich besitze eine Wohnung 😉

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Ja, dass bei den Asiaten liegt wohl daran, dass viele im Kommunismus aufgewachsen sind, wo es Luxusgüter nicht gab. Die haben einen Nachholbedarf.

    @ Thomas

    Das ist klotzig. Wann hast Du Dein Ziel erreicht? Was ist Dein angestrebtes Netto-Vermögen für die Freiheit?

    @ Thorsten

    Stimmt. Danke für den Hinweis.

    Es gibt juristisch einen Unterschied zwischen dem Besitzer und dem Eigentümer. Ich wollte hier im Blog nur Umgangssprache verwenden und nicht auf die juristischen Feinheiten eingehen. Das verwirrt nur. Die Botschaft ist wichtig. Und die kam rüber, denke ich.

  5. Eigenheim-Joe

    Die Damen aus dem Video kann Hubrschruaber fliegen, wow… zumindest steigt sie aus der Türe vor dem Pilotensitz  ;-)))

    Das Haus aus dem Video kann man übrigens kaufen:

    https://www.realtor.com/realestateandhomes-detail/924-Bel-Air-Rd_Los-Angeles_CA_90077_M18631-26069?ex=CA612900844

    Weiterhin danke an alle, die im letzten Post auf meine Frage geantwortet haben. Ich werde die Schulden so schnell wie möglich tilgen und dann im Anschluss die nächsten 20 Jahre Aktien kaufen, das reicht auch noch denke ich.

  6. Thomas der Sparkojote

    Hey Tim,

    Die 100k habe ich im November 2017 erreicht. Wenn ich in der Schweiz bleiben würde und ich mit zwischen 30/35 eine Familie (Kinder) gründen würde. Bräuchte ich mindestens 1.8 mio um mich wohl zu fühlen. Dadurch müsste ich auch nicht mehr abreiten. Aber ich gehe davon aus das ich immer irgendwie Einkünfte haben werde. Deshalb sind wahrscheinlich 1 mio schon genug, aber dann würde ich mich noch nicht sicher genug fühlen vermutlich. Aber davon bin ich ja noch entfernt.

    Grüsse
    Thomas

     

  7. Danny "Pfeffersack"

    Hallo Tim,

    die Zitate gefallen mir.

    Allgemein bringst du das Wesentliche wieder sehr gut auf den Punkt – „Reichtum ist […], was du nicht siehst.“ Das werde ich mir merken. 🙂

    Zum Thema Auto: Ich komme auf Grund der Arbeit (tägliches Pendeln 35 min. über Land) und familiärer Konstellation (3 Kids) nicht drumherum. Wir kommen jedoch mit unserem Golf V Variant sehr gut zurecht. Für kurze Strecken fährt meine Frau auf der Rückbank mit, zwischen zwei Kindersitzen. Ein weitere Kindersitz steht auf dem Beifahrersitz. Für den Familienurlaub wird zur Not ein größeres Auto gemietet. Wenn überhaupt. 5-Tagestrips haben wir auch schon mit dem Golf gemacht (und damals sogar noch mit Babybettchen im Kofferraum). Dennoch wurde ich nach der Geburt unseres Dritten ständig gefragt, welches größere Auto es nun werde. Ich habe ja „nur“ einen Golf. Meine Antwort fiel immer gleich aus: Er fährt. Er ist bezahlt. Vielen Dank, wir kommen zurecht. 🙂 Ich sehe es nicht ein für 2-3 Wochen pro Jahr einen T5 oder ähnliches zu kaufen. Wofür auch?

    Was haltet ihr eigentlich von der Nel ASA? Die sind im Wasserstoffsektor stark unterwegs. Das finde ich eine spannende Technologie.

    Viele Grüße, Danny.

  8. StefanStefan

    @ Thorsten

    „Relevant ist aber für das Vermögen wer Eigentümer ist … Und das ist bis zur Abbezahlung die Bank.“

    Das ist natürlich falsch. Eigentümer ist man trotzdem. Die Bank hat lediglich ein Verwertungsrecht (idR eine Grundschuld), eingetragen in der dritten Abteilung des Grundbuchs.

    Man kann sein Haus z.B. trotzdem verkaufen und als Eigentümer völlig frei über sein Eigentum verfügen…

     

  9. Thorsten

    @Stefan (ich springe meinem Namesvetter bei) Ich erinnere an den Skandal mit den Sparkassen. Die Kredite wurden weiterverkauft, die Darlehensnehmer von den ausländischen Heuschrecken zur sofortigen Rückzahlung gezwungen. Weg mit dem Geld, Immobilie verloren. Ist passiert. Dann gabs Krach und jetzt kann man dagegen klagen. Das war damals groß in den Medien und es haben defintiv Leute ihr Haus verloren. Man musste an Recht und Ordnung zweifeln. Aktuell keine Gefahr. Ich habe mit sehr sehr ungutem Gefühl in der Finanzkrise meine Darlehen abgezahlt, habe jederzeit demit gerechnet, dass die Bank mich weiterverkauft. Das darf sie ! Seitdem bin ich was „Besitz“ und „Eigentum“ angeht auch vorsichtig, aber hier spielt es tatsächlich nicht die Rolle.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/bgh-urteil-sparkassen-duerfen-kundenkredite-verkaufen/3288758.html?ticket=ST-1077599-gAvysZwBbv0GqA5MA4Ma-ap2

  10. Mark85Mark85

    Für mich bedeutet Reichtum Freizeit und somit sehe ich Geld in erster Linie als gespeicherte Zeit an.

    Der Eine oder Andere schätzt mich vielleicht wegen der vielen Freizeit und meines äußerlich sichtbaren Konsumstils als einen Sozialleistungsempfänger ein, aber das stört mich nicht. Wichtig ist, dass man selbst glücklich ist.

    Wenn jemand in erster Linie nur nach mehr oder teurem Konsum strebt, ist mir das auch recht. Nur möchte ich mir dann nicht anhören müssen, dass sich im Gegenzug über immer mehr Druck und Stress und zu wenig Freizeit beklagt wird.

    In weiten Teilen hat man es selbst in der Hand. Man muss abwägen, was einem wichtiger ist, wenn man nicht dem erlesenen Menschenkreis angehört, der vollends und zeitlebens finanziell ausgesorgt hat: Konsum oder Freizeit?

    Wenn dann die Antwort Konsum lautet, sollte man auch zu den damit einhergehenden Nachteilen wie Freiheits- und Zeitverlust stehen, also sich erwachsen verhalten. Das Leben ist nämlich kein Wunschkonzert. 😉

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Eigenheim-Joe

    Wie hast Du die Immobilien-Anzeige in LA nur entdeckt?

    @ Danny „Pfeffersack“

    Ja, das Auto ist eine enorme Geld-Verbrennungsmaschine. Das hast Du richtig gemacht.

  12. Dominik von depotstudent.de

    Hi Tim,

    wieder mal sehr motivierender Artikel!

    Ich verstehe nur nicht ganz, aus welchem Grund Du immer mal wieder bestimmte Einzelaktien aus heutiger Sicht mit dem Resultat „Geduld zahlt sich aus“ beurteilst. Das hat ja meistens nichts mit Geduld zu tun, sondern mit einer gehörigen Portion Glück.

     

    Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

  13. Eigenheim-Joe

    @ Tim: Hehe, ja, als Eigenheim-Joe sondiere ich immer die besten Angebote 😉

     

    Nein, Spaß. Das Haus ist berühmt, weil es das teuerste jemals angebotene Haus jemals war bzw ist.

     

    https://www.dezeen.com/2017/01/25/america-most-expensive-home-924-bel-air-road-los-angeles/

     

    Es hat sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel.

     

    https://en.wikipedia.org/wiki/Billionaire_(Los_Angeles,_California)

     

    Ich mag Häuser einfach und lese ab und an Artikel dazu, wenn ich sie zufällig sehe. Als ich das Video angesehen habe kam es mir einfach sofort bekannt vor.

    Unser Haus ist etwas bescheidender muss ich gestehen 😉

  14. Hendrik

    Ich habe gerade noch mal nachgeguckt. Es gibt etwa 4 Milliarden Asiaten. Da eine so pauschalisierte Aussage („Die asiaten sind konsumgeil) zu treffen finde ich ja schon reißerisch. Zumal es doch sehr unterschiedliche Kulturen gibt.

    Aber ob reißerisch oder nicht: Dass das Verhalten als Überbleibsel des Kommunismus herrührt wage ich auch zu bezeifeln, sondern würde das eher als kulturelles Merkmal des jeweiligen Land bezeichnen.

    In der Türkei z.B stellt man eher gerne zur Schau, was man hat und diese war niemals sozialistisch und umgekehrt verbinde ich Polen und Tschechien (beide langjährig kommunistisch) nicht gerade mit opulenten Angebern…

  15. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Hendrik

    Die Gründe für den Kauf von Luxusgütern sind vielfältig. Um es reißerisch auf den Punkt zu bringen: Menschen wollen anerkannt werden. Und dann gibt es genug, die unter Minderwertigkeitskomplexen leiden – die brauchen fette Autos, tolle Häuser, immer die neueste Mode.

    Wenn Dich Asien interessiert, dann lies am besten Studien dazu durch. Dieser Professor macht einen guten Eindruck:

    https://www.google.com/amp/s/theconversation.com/amp/consumers-in-asia-buy-luxuries-for-different-reasons-to-the-west-45069

  16. Ex-Studentin

    Inneres Ich ist überbewertet, wenn man einen fetten Fernseher am Pool haben kann! (Ich bin echt ein bisschen neidisch) Hätte ich viel, viel Geld, würde ich auch luxuriöser leben. An Autos habe ich tatsächlich kein großes Interesse. Aber den Winter in wärmeren Ländern verbringen, hätte was.

    @Thomas

    Den „Vorwurf“ mit dem Erbe solltest du nicht zu persönlich nehmen. Ich konnte mir anfangs auch nicht erklären, wieso du in jungen Jahren schon so viel Geld angespart hast. Da schien mir  „teilweise geschenkt von Eltern“ erst mal am logischsten. Alles andere bedeutet innerlich nämlich erst mal, dass man selbst im Vergleich versagt hat. Aber letztlich ist es total albern, sowas zu denken. Ich bin mit meinem Lebensweg sehr zufrieden und würde bisher alles wieder so machen. Unser Lebensweg macht uns zu dem, was wir sind.

  17. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gainde113

    Kommer scheint ein Freund des Konsums zu sein. Er hat selbst einmal irgendwo gesagt, dass ihm das Geld nicht reicht, um sich selbstständig zu machen.

  18. Leser

    @Gainde113

    Um mal nur auf die Endnote(1) einzugehen: Kommer unterstellt eine Anlage von 100k, die über 7 Jahre angelegt wird, wo in der Zeit nicht ein Cent dazu kommt.

    Das meint der doch nicht ernst?

  19. Freelancer Sebastian

    @ Fit und Gesund

    Von daher, ja eine Korrektur steht bevor, es steht immer eine Korrektur bevor.

    Genial, der Satz. Schlicht, kurz und so wahr. Musste schmunzeln. Den werde ich auf den Lippen behalten.

    @ Mark85

    Sehr wahr, was du schreibst. Viele verstehen nicht, dass (Lebens-) Zeit unser kostbarstes Gut ist. Die Frage ist, wie wir diese nutzen….

    Als Großfamilie ohne Auto werden wir wohl auch von den ein oder anderen als arme Familie wahrgenommen. Uns egal. Wir könnten uns zwei Porsche vor die Tür stellen.Wer es braucht…. kein Problem – wir nicht.

    Aber nur 20-30 Stunden die Woche für Geld arbeiten müssen. Und trotz gutem Leben um die 40% für die Freiheit zur Seite packen, das befriedigt ungemein.

    Ein starkes Selbstbewußtsein ist Gold wert. Und seien wir ehrlich – ein dickes Portfolio ist dem nicht abträglich.

    @ Sparfuchs

    Bezüglich der Cashreserve. Bei uns sind es sogar 15 k. Das ist unsere Sabbathrücklage. Streichen wir zusätzlich die Sparrate, könnten wir uns ein Jahr Auszeit gönnen.

    Wir verzichten damit zwar auf Rendite – wobei diese Summe in einer fetten Baisse ein Renditeturbo wäre – aber allein die Möglichkeit aufgrund dieser Summe gibt jeden Tag ein sehr gutes Gefühl. Eine irrationale Marotte für die Psyche….

    @Denis

    Kopf hoch wegen deiner „schmalen“ Summe. Das wird noch ein schöner Batzen, wenn du weiter machst. Da waren wir auch mal und hätten nicht gedacht, was möglich ist….

    Es sind auch nur Zahlen.Entscheidend ist, wie du denkst und (nun finanziell) handelst. Du bist auf dem richtigen Weg!

    Danke an alle für die stets erbaulichen Kommentare. Und dir vielen Dank für die motivierenden Artikel, Tim.

  20. Sparkojote

    @ Jenny

    Ich denke du sprichst etwas wichtiges an, nur weil man spart ist Luxus nicht umbedingt schädlich. Mein Luxus zum Beispiel um einige zu nennen:

    Apple Geräte
    Schöne Ferien
    Ab und an schönes Restaurant besuchen
    Haustiere

    Ich finde jeder muss seine Balance finden, ich denke du solltest natürlich sparen im Fokus haben aber dich dennoch nicht zu krass einschränken. Das kann unter umständen später nach hinten los gehen à la Jo-Jo Effekt. Auch wenn ich in die schönen Ferien gehe, schaue ich dass das Preisleistungs verhältnis stimmt. Mir würde nie in den Sinn kommen 300+ pro Nacht in einem Hotel aus zu geben, aber eine Bruchbude hätte ich auch nicht so gerne.

    Ich denke vergleichen ist wichtig, aber nur weil jemand anderes finanziell besser/schlechter dasteht. Heisst das noch lange nicht das er ein besseres Leben führt. ein Leben hat so viele Aspekte, da sind Finanzen nur ein Teil davon.

    Ich hoffe du findest mit der Zeit deine goldene Mitte, sodass Sparen und etwas Luxus im Einklang ist! 😉

    Grüsse
    Thomas

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Eigenheim-Joe

    Du kennst Dich gut bei Luxusimmobilien aus. Schade, dass der Deal in LA fehlgeschlagen ist. Haha

  22. Leser

    @ Eigenheim Joe

    Nette Hütte für 188 Mio. Dennoch, gefällt mir gar nicht. Hubschrauber nur zur Show, starten darf er da gar nicht. Der Weinkeller sieht aus wie ein Supermarkt. Hätte eine dunkle verstaubte Holzathmosphäre erwartet. Über Geschmack lässt sich wohl streiten, aber ein hoher Preis mündet offenbar nicht in einem „Must Have“.

    Ich kann daher auch nicht nachvollziehen, wer das Kaufen soll. Wer soviel hat, lässt sich was nach seinen Wünschen fertigen.

  23. Mike

    Das ist wohl wahr, viele sagen ich hab ein Eigenheim, nur gehört es (mehrheitlich) der Bank. Viele verbinden damit auch ein (alleinstehendes) Haus idealerweise mit Pool und Doppelgarage, der Inbegriff des Eigenheims. Aber auch jene die sich eine Eigentumswohnung kaufen, meinen damit selten was sie von sich geben, sie nehmen einen Kredit auf und kaufen damit eine Wohnung.

    Die letzten 2-3 Jahrzehnte ging das immer gut, die Zinsen sind laufend gesunken, die Preise gestiegen. Auch mit her Fremdfinanzierung ist nie oder selten etwas schief gelaufen, zumindest nicht in der DACH-Region. Die Amerikaner würden da schon ein anderes Lied singen, sind aber flexibler als wir.

    Ob die nächsten 10-20 Jahre immer noch so lukrativ sind für Immobilienkäufer, ich kann es nicht sagen, es gibt dort längere Zyklen. Aktien sind m.E. langfristig sicherer, die Zyklen sind kürzer und das Risiko kleiner, selbstverständlich nur langfristig über 10 Jahre.

    Der grosse Vorteil bei Immobilien ist der Leverage, die Fremdfinanzierung, aber das geht nur auf wenn die Preise steigen, die Zinsen fallen. Hat man zu 80-100% finanziert, fallen die Preise mal um 20-30%, wird es zum grossen Debakel, insbesondere wenn noch ein 2. Ereignis wie Scheidung, Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder ähnliches dazu kommt.

  24. Mike

    Sehr künstlich diese Models im Video, und die Villa ? Etwas klein nicht 😀 Nein danke das reizt mich wirklich nicht, vielleicht hätte mich das vor 20 Jahren noch beeindruckt, aber man wird gescheiter.

  25. David

    @Gainde113:

    Vielen Dank für den Link!

    Ich muss eingestehen, dass Gerd Kommer mit rund 90% seiner Aussagen absolut Recht hat, v.a. was die Motivation der zahlreichen Autoren angeht. Ich persönliche würde grundsätzlich ohnehin nie in Buch über die finanzielle Freiheit kaufen, einfach deshalb, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man mit diesem Thema mehrere Seiten sinnvoll füllen kann… Tims Blog reicht mir hier völlig aus. 😉 Allerdings muss ich eingestehen, dass ich „Rich Dad, Poor Dad“ gekaufte hatte, weil es doch ziemlich gute Kritiken erhalten hatte. Mir persönlich hat das Buch aber nicht besonders gefallen, da ich keinen Mehrwert daraus hatte (liegt aber vielleicht auch daran, dass ich den entsprechenden Mindset schon habe!?).

    Und obschon Herr Kommer vieles richtig erfasst hat, höre ich eine grosse Portion Arroganz heraus… was mich sehr stört. Er scheint die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Ich denke aber, ich weiss auch weshalb er das Ganze so kritisch sieht, denn bei seinem Fazit hat er u.a. das Folgende geschrieben:

    „Wer nicht schon reich ist, es aber werden will, wird das mit größter Wahrscheinlichkeit nicht erreichen, indem er an den Kapitalmärkten spekuliert – er muss stattdessen ein Unternehmen gründen.“

    Herr Kommer scheint also den einfachen Unterschied zwischen INVESTIEREN und SPEKULIEREN nicht zu kennen… 😉

  26. Mark85Mark85

    An Gainde113: Ich kann seine Kritik nachvollziehen. Variante 4 passt nur für die Allerwenigsten, weil sie eine spezielle Denkweise erfordert. Wer dabei ständig nur an Verzicht denkt, sollte umgehend abbrechen. 😉

  27. Mike

    @David

    Vermutlich ist die Aussage so zu deuten, dass man zuerst Geld verdienen resp. sparen muss, bevor man investieren kann. Hat man nur sehr wenig Geld und will reich werden, muss man spekulieren, was meistens oder fast immer in die Hosen geht. Man muss aber um Geld zu sparen nicht zwingend ein Unternehmen gründen, man kann auch einfach arbeiten und einen Lohn beziehen. Die Frage ist natürlich auch wie man reich definiert, es gibt ja Leute bei denen beginnt reich erst ab 2 oder 3stelligen Millionenbeträgen, ich sehe das schon anders resp. jeder muss das für sich selbst definieren.

  28. Gainde113

    Kommers Kritik ist im Vergleich zu seinen übrigen Publikationen etwas sehr salopp geschrieben und subjektiv. Bei der „Beraterindustrie“ um FF muss ich ihm jedoch recht geben. Es gibt sehr viel Schrott.

  29. Mattoc

    @Gainde

    Ja, Gerd Kommer hat meiner Meinung nach mit vielen Punkten Recht, insbesondere die Anzahl neuer Blogs, die sich auf dieses im Grunde genommen „schlichte“ Thema FF stürzen, nervt ihn zu Recht. Da bleiben wir lieber bei Tim. 😉 Allerdings liefert Kommer keine vollständige Aufzählung der möglichen Varianten. Das ist etwas schade und verfälscht die Quintessenz.

    Kommer hat auch eine sehr klare Meinung zur Dividendenstrategie:

    „Aktienrenditen sind – das ist banal – die Summe aus Kursgewinnen und Dividendenrenditen. Für einen rein rational handelnden Anleger ist es unerheblich, wie hoch die relativen Anteile dieser beiden Komponenten der Gesamtrendite sind. Letztere will er maximieren, nicht einen Teil von ihr. Ferner: Will dieser rationale Investor Liquidität aus seinem Portfolio abziehen, ist er indifferent zwischen den beiden Alternativen Aktienverkauf (Realisierung von Kursgewinnen) oder Bezug von Dividenden. Beides sind – hier existiert kein Zweifel – ökonomisch “Entnahmen”. Dass Entnahmen im Wege von Dividenden emotional von vielen Privatanlegern dennoch anders wahrgenommen werden als Entnahmen durch Anteilsverkäufe, wird in der Literatur als Teil der so genannten “Dividend Fallacy” [5] beschrieben (umfassend hierzu Hartzmark/Solomon 2017). Die Dividend Fallacy hat noch andere Gesichter: Für viele Privatanleger ist eine Gesamtrendite von – sagen wir 10% – gefühlt wertvoller, wenn sie aus 7% Kursgewinnen und 3% Dividenden besteht als eine Gesamtrendite nur aus 10% Kursgewinnen. Ebenso empfinden viele Privatanleger eine Entnahme in Gestalt einer Dividende “irgendwie” weniger als Reduktion ihres Portfoliovermögens als eine betragsgleiche Entnahme via Anteilsverkauf. Ein viertes Element der Dividend Fallacy besteht im Irrglauben, eine Dividende würde bei einem “guten” Unternehmen den Aktienkurs im Moment der Ausschüttung nicht betragsgleich senken (was selbstverständlich der Fall ist); man bekomme bei den “Dividendenperlen” also “etwas geschenkt” – offensichtliches Wunschdenken.“

    Quelle:

    https://www.gerd-kommer-invest.de/dividendenstrategien-fakten-und-fantasien/

    Man sollte auch meiner Meinung nach eher einen „Total Return Approach“ wählen, wenn man in die FF gelangen will. Denn auch die Dividendgrowth-Idee funktioniert ja nur, wenn die Gewinne der Unternehmen und damit der Kurs weiter steigt, sonst wird irgendwann die Dividende nicht mehr steigen. Deshalb bleibe ich bei meinen thesaurierenden ETFs und meiner PG-Aktie als einsames Beiwerk. 🙂

  30. Mike

    @Mattoc

    Nunja die Definition der Dividendenstrategie ist formal sicher richtig, wobei es m.E. schon einen Unterschied macht, und zwar bezüglich Sicherheit. Wenn ein Unternehmen über Jahre oder Jahrzehnte die Dividende gesteigert hat, auch in Baissephasen und Krisen, ist das sehr relevant für jemanden, der davon leben will. Wer nur auf Kurssteigerungen setzt, müsste dann auch nach Crash oder langen Baissen, Anteile verkaufen, unter Umständen zu dümmsten Zeitpunkten. Er hat danach weniger Anteile, wo hingegen ein Dividendeninvestor, der von Dividenden lebt, seine Anteile behält.

    In der Aufbau oder Ansparphase hat er sicherlich Recht, es spielt dort keine Rolle, ob die 10% aus Kurs oder Dividende kommen, ja, in dieser Phase ist womöglich 10% nur aus Kurs noch besser steuertechnisch. Die finanzielle Situation des Unternehmens ist unabhängig von der Dividendenausschüttung, es ist nur ein Indiz, eine Firma die über Jahrzehnte Dividenden gesteigert hat, ist schon sehr robust und sicher, aber eben nicht zwingend geeignet für den Kapitalaufbau, da konservativer. Risiko und Ertrag müssen nicht linear verlaufen, aber tendenziell ist der Zusammenhang gegeben.

  31. David

    @Mike:

    Klar muss man schon einen gewissen Betrag auf der hohen Kante haben, da eine hohe prozentuale Performance keinerlei Einfluss hat, wenn es sich nominal gesehen um kleine Beiträge handelt. Daher ist der 1. Schritt zur FF auch derjenige des Sparens; das Investieren ist weniger bedeutend. Dennoch ist es wichtig, dass man bereits in diesem Stadium damit anfängt und zwar aus zwei Gründen:

    1. „Zahlt“ man bei einem Fehler an der Börse weniger Lehrgeld.

    2. Macht man sich bereits einmal mit der Börse vertraut und kann sich ein wenig an die Volatilität des Marktes „gewöhnen“.

    Die Performance wird dann erst ab einer gewissen Summe wirklich relevant; dafür spielt dann das Sparen je länger je mehr eine untergeordnete Rolle.

    @Mattoc:

    Ich stelle auch immer wieder erstaunt fest, wie viele Leute die Dividende als neuen „Zins“ feiern. Als Investor sollte man diesem Thema ohnehin nicht die grösste Beachtung schenken. Die stetige Steigerung der Dividende zeigt eine gewisse Historie und somit ein Wachstum auf, aber nur weil ein Unternehmen früher gut gelaufen ist, muss dies nicht notwendigerweise auch für die Zukunft gelten. Und anstatt ausschliesslich auf die Dividenden zu achten, sollte man lieber den operativen und freien Cashflow im Auge behalten…

  32. Mattoc

    @Mike

    Wer nur auf Kurssteigerungen setzt, müsste dann auch nach Crash oder langen Baissen, Anteile verkaufen, unter Umständen zu dümmsten Zeitpunkten. Er hat danach weniger Anteile, wo hingegen ein Dividendeninvestor, der von Dividenden lebt, seine Anteile behält.

    Genau das ist die Argumentation, die Kommer als Dividend Fallacy bezeichnet.

    Denn es bleibt für das Gesamtvermögen im Depot „Rille“, ob ich „im Crash“ (oder wann auch immer) 5% meiner Depotanteile verkaufe oder 5% Dividende bekomme.

  33. Thorsten Rohweder

    @Mattoc ja und nein. Unternehmen,  die eine hohe Ausschüttung haben können dieses Geld nicht veruntreuen, müssen jedes Quartal hart dafür arbeiten, während die, die nicht ausschütten das Geld irgendwie drin verbrennen können. Viel gewichtiger ist für mich, dass das Geld, das nicht ausgeschüttet wird mit dem Markt mal höher mal niedriger bewertet wird. Fällt der Markt insgesamt interessiert es keinen , ob das Geld noch als Cash daliegt oder in Projekten investiert wurde, die im Zuge einer möglichen Wirtschaftskrise dann im schlimmsten Fall mit Verlust beendet werden. Als Anleger kann ich dann nicht hingehen und den Anteil, den ich sonst als Dividende erhalten hätte noch mal eben schnell herausziehen.  Erhalte ich die Dividende bin ich liquider, kann in andere Werte diversifizieren oder als Cash bunkern. Ich bezweifele, dass das gleichwertig ist. Es hängt vom Unternehmen ab. Wie gesagt ein einziges Fehlinvestment in dem Unternehmen und das Geld ist weg, was sonst hätte ausgeschüttet werden können.  So ist für mich die Dividenden Strategie klar im Vorteil : Risikominimierung, Druck auf das Management die Aussschüttung zu erwirtschaften und keine spekulativen Projekte einzugehen, Liquidität auf meinem Verrechnungskonto .  Für US Aktien gilt, dass die Währungsbrwegungen gegenüber dem Euro, die angeblichen Abschläge wegen Auszahlung eindeutig überlagern, es spielt keine Rolle, der Kurs kann am Tag der Ausschüttung in Euro gerechnet höher sein als vorher.
    Und deswegen ist es sehr wohl ein Unterscheid, ob ich die Aktien verkaufen muss oder ob ich die Dividende erhalte. Der psychologische Aufpreis ist je nach Marktlage mal höher oder niedriger, der nicht ausgezahlte Wert wird sozusagen positiv oder negativ gehebelt. Und das Risiko ist mit zu hoch. Ich möchte keine Aktien verkaufen müssen, um eine Entnahme zu realisieren.Wenn die Baisse mal 20 Jahre dauert bin ich sonst am A***. Die Annahmen, dass Dividendenzahlung und Nichtausschüttung gleichwertig seien beruht meiner Meinung nach auf ungültigen vereinfachten Annahmen, ganz böse wenn da noch statistische Kurssteigerungen eingerechnet werden. Der Markt könnte in den nächsten Jahrzehten ganz anders entscheiden.

  34. Mattoc

    @Thorsten

    Kommer bestreitet in seinem Fazit, dass Dividendenaktien einen Vorteil bringen:

    Eindeutige empirischen Belege für einen systematischen, originären Vorteil von Aktien mit hoher Dividende bei Rendite und/oder Risiko fehlen – jedenfalls, wenn man sich auf statistische Untersuchungen aus der Wissenschaft beschränkt.“

    Ich persönlich bin auch gar kein Einzelaktionär, sondern ETF-Anleger. Und ich halte es auch für wenig sinnvoll, eine Total Return-Strategie mit Einzelaktien umzusetzen. Da ist die Dividendenstrategie sicher besser. Ich versuche im Grunde den Investmentansatz von Kommer mit thesaurierenden ETFs abzubilden:

    https://www.gerd-kommer-invest.de/leistungen/#investmentansatz

    Den Sinn von ausschüttenden ETFs z.B. auf den MSCI World oder FTSE All World verstehe ich in Verbindung mit einem Buy&Hold-Ansatz immer weniger, denn wenn man die ETF-Anteile niemals verkauft, gibt man sich mit einer durchschnittlich niedrigen Dividendenrendite zufrieden, da man ja nur die Dividende von den Unternehmen im Index erhält, die auch ausschütten. Von den Unternehmen, die keine Dividende ausschütten, deren Kurs sich aber rasant entwickelt hat man nichts, da man keine ETF-Anteile verkauft.

    Na ja, diese Diskussion „Dividende ja oder nein“ kann man bis zum Erbrechen führen…

  35. Kiev

    @ Luxus Immobilie

    Was heißt denn die teuerste Immobilie die je angeboten wurde beziehungsweise wird? Hat sich hier etwa kein Käufer gefunden? Ich habe schon viel beeindruckendere Immobilien gesehen, als dieses Lager für Konsumgüter.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Besitzer sein außergewöhnliches Landgut in Südfrankreich oder an einem Schweizer See usw. gegen dieses Objekt tauschen würde.

  36. Hendrik

    @Tim

    Auf jedenfall interessiere ich mich! Ich reise nächsten Monat wieder hin. Zufällig erhebe ich dann selbst eine Studie über Südkoreaner – wahrscheinlich so Ende August 😛

  37. Sebo

    Viel unterhaltsamer finde ich dieses Rap-Video, das sich lustig macht über die vielen Rap-Videos, die Reichtum darstellen. Er propagiert das genaue Gegenteil. Und die Musik ist auch ganz nett gemacht:

    Lil Dicky – $ave Dat Money feat. Fetty Wap and Rich Homie Quan (Official Music Video)

    https://www.youtube.com/watch?v=yvHYWD29ZNY

    Edit: Ach ich sehe gerade, das du das mal gepostet hattest, siehe http://timschaefermedia.com/nach-der-schaefer-methode-in-den-fruehruhestand-etfs-oder-aktien-kaufen-wie-ein-irrer-kein-unnoetiger-konsum/ Aber man kann es ja nicht oft genug wiederholen 😉

  38. V

    Wenn ich Wiki und den darin zitierten World Wealth Report richtig interpretiere zählt man mit einem Finanz-Anlage-Vermögen von 1 Mio € (gerechnet ohne eigengenutzte Immobilien) in Deutschland schon zu den Top 1% der Bevölkerung.

  39. V

    Bezüglich der Kommer-Kritik zur FF in Artikel https://www.gerd-kommer-invest.de/finanzielle-freiheit-fragezeichen/ :

    Ich gehöre wohl zur Variante 1. Sprich diese Variante kann tatsächlich funktionieren.

    Allerdings stehe ich den Aussagen und Strategien von Bodo Schäfer ebenfalls kritisch gegenüber. Ebenso dem Daytrading, das ist irrsinniger Quatsch.

    Ich habe meine eigene Nischenstrategie gefunden in der ich erfolgreich bin/war.

  40. Sparta

    @V

    Laut Herrn Kommer gehörst Du auch zur Endnote 1…

    Naja, statistisch finde ich ihn schon gut um zu sehen was realistisch erwartbar ist.

    Bei manchen Ansichten von ihm kann man allerdings geteilter Meinung sein.

  41. V

    @Sparta:

    So weit runter hab ich gar nicht gelesen …  😉

    Soll ich mich künftig „Alice“ nennen? 🙂 😀

  42. Daniel

    Ich bin eigentlich jemand der, wie sagt man so schön, auf einer Wellenlänge mit Kommer ist. Ich teile auch seine hier teils kontovers aufgefasste Meinung zur Dividendenstrategie voll und ganz und empfehle jedem der unbedingt auf einen ununterbrochenen, stetigen Cashflow im Alter aus ist auf andere Bereiche, wie etwa Unternehmensanleihen (z.B. BH 😉 ) auszuweichen.

    Im Bereich der FF muss ich allerdings sagen, dass er sich hier mit einer saloppen „is eigentlich alles Quatsch“ Aussage zu einfach aus der Affäre ziehen will.

    Kommers größtes Problem scheint dabei zu sein, dass er nicht in der Lage ist seinen eigenen Lebensstil aus dem Fokus zu Rücken und sich in die Lage anderer und insb. anderer Denkweisen hineinzuversetzen.

    Am eklatantesten fiel mir dies beim 6400€ Netto Verdiener ein, der ja auch nicht richtig frei ist, wenn er beispielsweise von heute auf morgen schwer krank ist und/oder seinen Job bzw. Humankapital verliert.

    Dieses Beispiel ist gleich in mehrlei Hinsicht falsch. Zum einen unterstellt er, dass der AN schon frei wäre. Ich glaube es ist unbestritten dass hier niemand, der nicht schon ein riesiges Depot hat sondern sich in der Aufbauphase befindet als finanziell frei beschreibt. Und natürlich ist der Fortbestand auf günstige Einflüsse angewiesen, also das die Sparrate so weiterläuft wie bisher. Aber das ist doch kein Argument dass man die FF nicht erreichen kann. Es kommt mir vor wie diese „dann hast du ja nie gelebt, also lieber alles direkt ausgeben“ Aussage.

    Zum Zweiten: Jeder der eine vernünftige BU abgeschlossen hat und so schwer krank wird dass er quasi nicht richtig weitermachen kann IST BEREITS abgesichert, genau hierfür gibt es diese Versicherung. Und ich glaube auch, dass die Sorgen dann andere sind als ein schönes Depot.

    Zum Dritten wird hier komplett unterschlagen was denn passiert wenn der 6400€ Netto Verdiener ernst macht und z.B. nur 2000€ im Monat braucht. Also quasi 4400€/Monat anspart. Dann wird nämlich die Absurdität seiner Behauptung erstmal sichtbar. Innerhalb von 10 Jahren (er möge mir bitte nicht sagen, dass das ein unüberschaubarer Zeitraum wäre), wäre die halbe Million bei 5% bereits im Sack. Und das wären jährlich ca. 23.000€ Netto nach Steuerabzug. Im Grunde genommen wäre es damit getan.

    Das zeigt nämlich auch das Hauptproblem. Kommer scheint davon auszugehen, dass jeder (möglicherweise seinen?) hohen Lebensstil beibehalten will oder muss. Er nimmt an dass 1000€ verdientes Geld auch ausgegeben werden und dementsprechend auch aus dem Depot im Alter kommen müssen um glücklich zu sein. Sparsamkeit ist für ihn (siehe Text) Geiz. Das es aber Menschen gibt die dauerhaft ohne Anstrengung große Teile zurücklegen können, scheint ihm völlig abwegig zu sein.

    Mein Vater ist das beste Beispiel. Er gehört noch zur Gruppe derjenige, die eine Rente von 1500€ Monat auch mit normalem Job (Handwerker) hinbekommen haben. Sein Haus ist abbezahlt und mit dieser Kohle kommt er absolut ausreichend aus. Wer keine hohen Unkosten hat, keine teuren Hobbys der kann selbst dann sogar noch weitersparen wenn er schon längst in der eigentlichen Entnahmephase angekommen ist.

    Ich finde es ja gut, dass Kommer den zu Recht inflationär gebrauchtne Begriff FF zurechtstutzt und viele auf den Boden der Tatsachen holen will. Aber er unterschlägt, dass insbesondere die Kombination „gutes Einkommen, hohe Sparquote, wenig Kapitalbedarf im Monat“ eben doch ein sehr gangbarer Weg ist.

  43. Kiev

    @ Gainde

    Danke für den Link. Ich habe mir den Text durchgelesen. Ich hatte von Kommer bisher den Eindruck, dass er gut Statistiken durchgeht und aufarbeitet. Bei Kaufen statt Mieten vielen mir schon ein paar Differenzen zwischen Theorie und Praxis auf. Bei dem Text bin ich mir allerdings nicht sicher ob er überhaupt verstanden hat worüber er schreibt. Vielleicht ist der Text ja auch zum 01 April erschienen.

    Mr. MoneyMustache ist der Inbegriff von Frugalität? Das ist mir neu.

    Mit dem Kauf eines MFH und 50k Eigenkapital bei 480k Kaufkosten bekommt die Frau etwa nicht die kompletten 1600€ Netto Miete als reinen Cashflow? Sondern nur die Hälfte? Ich glaube kaum, dass irgendjemand erwartet ein MFH mit 50k Eigenkapital zu erwerben und nach dem Notartermin bereits finanziell frei ist. Der Zeithorizont vieler Menschen, die auf dem Weg zur FF sind dürfe vermutlich etwas weiter in die Zukunft gehen als von Herrn Kommer angenommen.

    Darf ein Arzt trotz sehr hohem Gehalt nicht den Wunsch haben mehr Freizeit mit der Familie, ein Jahr Urlaub unbezahlt zu verbringen usw. zu verbringen? Müsste er nicht Geld zur Seite legen um sich z.B. den Wunsch eines freien Jahres erfüllen zu können. Das Gehalt wäre in dem Fall schließlich nicht verfügbar. Kann sich nicht vielleicht doch das Umfeld einmal ändern, dass der Arzt sein Gehalt nicht mehr erzielen kann? Eine BU schützt schließlich auch nicht vor Arbeitslosigkeit. Lebt ein Arzt erbärmlich wenn er bei sehr hohen Einkommen viel zur Seite legt? Wie leben denn dann die Arbeitnehmer die von vorneherein so viel verdienen wie der Arzt reduziert ausgibt?

    Da gab es noch viele weitere sehr fragwürdige Punkte. Das würde zu lange dauern auf jeden Punkt einzugehen. Die Millionen in 7 Jahren ist sicher nicht so ohne Weiteres durchführbar wie in manchem Buch beschrieben, aber die Prinzipien funktionieren. Man braucht nur ein wenig Geduld.

    Mit dem Aufstreben der Finanzblogs, den Gedanken der Freiheit durch passives Einkommen, dem Kaufen von Aktien und Immobilien auf Kredit nähert sich vermutlich eine größere Korrektur an verschiedenen Märkten. Passt auf wie viel Risiko Ihr eingeht, haltet die Krise nicht nur durch sondern investiert weiter. Wenn die nächste größere Krise erledigt ist, werden es wieder einige in die Freiheit schaffen. Mir würde die nächste Krise vermutlich sehr helfen, die Freiheit schneller zu erreichen.

  44. Thorsten Rohweder

    Mit Kommer kann ich auch nichts anfangen. Entspricht nicht meiner Auffassung. Befremdend würde ich das in einem Wort beschreiben. Kommerzialisierung von Themen bedingt wohl reißerische Thesen, die Gehör, Buchkäufe oder Klicks schenken. Moustache ist wohl authentisch, aber einiges sehr sehr US spezifisch und kaum übertragbar. Beispiel : sein frugaler Fahrradanhänger, geht hier leider nicht, keine Zulassung. Für einiges müssen wir in Deutschland deutlich mehr bezahlen, die Steuern viel höher als in USA.

  45. Simon

    @Thorsten

    Für einen Fahrradanhänger brauchst du keine Zulassung. Solange der Licht und ein paar Reflektoren hat, ist alles in Ordnung. Habe selbst schon öfters die wildesten Dinge per Rad transportiert (2 – 4 Personen Kanus z.B.).

    Licht ist nicht einmal erforderlich, sofern das Licht des „Zugfahrzeuges“ nicht verdeckt wird.

  46. Kiev

    @ Thorsten

    Ich kannte den Fahrrad Anhänger noch nicht. Ich verbinde Mr. MMM nicht mit extremen Frugalismus. Er hat mindestens ein KFZ. Ein Studio mit Schlagzeug usw. Sein Heim ist wie es aussieht nicht auf das notwendige reduziert.

    Für mich hat er sich von einem fragil aufgestellten Spezialisten in einem Bereich einfach zu einem breit aufgestellten Menschen entwickelt. Mit weniger Detailwissen, aber mehr Spaß bei den Dingen. Nach Pareto ist das vielleicht auch keine schlechte Idee.

    Nebenbei ist er dadurch zusammen mit seinem Vermögen viel robuster für die Zukunft aufgestellt als vorher. In ERE wird hier vom Renaissance Man gesprochen. Und das hat er wohl sehr gut umgesetzt. Falls Katastrophen ausbrechen muss er genau wie alle anderen schauen wie es weitergeht. Immerhin hat er mehr Möglichkeiten durch die ganzen neuen Fähigkeiten.

    Und damit möchte ich Frugalismus oder Minimalismus nicht abwerten. Es ist einfach ein anderer Bereich aus dem man auch sehr viel Nutzen ziehen kann. Ich würde immer bei neuen Themen schauen um was es geht und ob es mich vielleicht auch in einer bis dato unbekannten Form weiterbringen kann. Ich bin offen für neue Ideen und Konzepte und denke, dass außer mir noch andere Leute Fähigkeiten haben von denen ich noch viel lernen kann. ?

  47. Alexander

    Ich denke man muss immer alles im Verhältnis sehen, also relativ!

    Ein Freund fährt seit längerem 2 Clown Autos, er wohnt mit seiner Frau und seinen 3 Kindern in einem großen Einfamilienhaus, macht ab und zu schöne Reisen in teueren Hotels, geht jeden Tag essen. Sicher denken da sofort einige, das geht bestimmt nur mit vielen Schulden, und würden ihm unterstellen er sei dumm, oberflächlich etc. Jedoch ist dieser Mann einer der intelligentesten und nettesten Menschen den ich kenne. Er ist Notar in einer großen Stadt, arbeitet gerne. Ihm macht seine Arbeit Spaß! Sicher hätte er schon vor Jahren aufhören können zu arbeiten, da er sehr viele Wohnungen vermietet und ein richtig fettes Depot hat.

    Aber man darf einfach nicht pauschal urteilen. Wenn einer 20.000 EUR netto (und manchmal noch deutlich mehr!) verdient, kann sich derjenige ganz locker ein Clown Auto kaufen.  Und wenn man Spaß an der Arbeit hat, seine Erfüllung gefunden hat, dann soll man weiter arbeiten.

    Man darf sich nicht einreden lassen, dass man nicht zu große Ziele haben darf. Das ist Bullshit! Wer immer nur in kleinen Schritten denkt, und meint die anderen könnten alles besser, der wird es schwer haben im Leben großes zu erreichen.

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