Peter Lynch: Kaufe nur, was du kennst. Fondsgesellschaft Vanguard verbietet das Zocken


New York, 9. Januar 2019

Einfache Ratschläge können dir an der Börse helfen. Fondslegende Peter Lynch machte den Menschen Mut, selbst das Investieren in die Hand zu nehmen. Seine Bücher sind einfach zu verstehen. Er rät im Prinzip nur in Firmen zu investieren, die du kennst und verstehst. Er warnt auf den Rat anderer zu hören. Insbesondere gegenüber Profis ist er vorsichtig. Lynch sagt: Informiere dich. Mach deine eigenen Hausaufgaben. Dann hast du mehr Erfolg.

Lynchs Bücher gibt es auch als Hörbücher. Sie sind witzig:

Heute ist es ist das Investieren ziemlich einfach mit den Indexpapieren/ETFs geworden. Sparplan eröffnen und loslegen. Jeden Monat kaufst du mehr Anteile an einem Index. Du musst dir nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob SAP, BASF, Apple oder Siemens eine bessere Zukunft hat. Aber selbst bei den Indexprodukten ist Vorsicht geboten. Die Zockerei ist generell nicht zu empfehlen – egal mit welchen Instrumenten. Der langsame, geruhsame, konservative Anlagestil bringt erfahrungsgemäß die beste Ernte.

Der von mir geschätzte Indexanbieter Vanguard schränkt das passive Investieren ein. Gehebelte Indexpapiere und andere Zockereien sind nicht mehr möglich, teilte das Fondshaus mit. Ich finde das gut. Vanguard möchte die Anleger in die richtige Richtung lenken. Es ist ein guter Schritt.

ETF-Pionier John Bogle. Der Vanguard-Gründer möchte, dass die Anleger jeden Monat stur und stetig ETFs kaufen. Vom Kauf einzelner Aktien rät er strikt ab. Das Risiko sei zu groß. Ebenso rät er vom Zocken ab.

Vanguard will langfristig orientierten Anlegern helfen, kostengünstig zu investieren. Sie möchten nicht den Zocker, sondern Menschen, die generell für immer kaufen und durchhalten. Sie wollen ihre Kunden nicht dazu verleiten, von diesem Weg abzuweichen. Sie sind bereit, die Day-Trader- und Swing-Trader an die Konkurrenz abzutreten. Das ist löblich. Sie lassen sich gerne das Geschäft entgehen. Vanguard hat die Interessen der Privatanleger an erster Stelle. Das ist eine vorbildliche Unternehmenspolitik.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Peter Lynch: Kaufe nur, was du kennst. Fondsgesellschaft Vanguard verbietet das Zocken

  1. AvatarAli

    Hört sich gut an das macht doch Blackrock auch oder nicht?
    Zumindest fühle ich mich mit meinen beiden Brot und Butter ETFS bei denen wohl.

     

  2. AvatarBoglefan

    Das Bogle-Foto… ?  Taugt als Meme:

    When you realize the company you have founded revolutionised the world of investing so you just can’t stop manspreading.

  3. AvatarMarco

    Hallo Tim

    seit ich Deine Blogs lese habe ich mir ein ETF Depot zugelegt.Ich bin bei den XTRACKERs und bei meiner Auswahl habe mir die Aktienauswahl der jeweiligen ETFs angesehen,das zu meiner Kaufentscheidung beigetragen hat.Ich kaufe nicht nach Sparplan(weil das nicht immer moeglich ist) sondern quartalsweise.

    Gruss Marco

  4. Florian HFlorian H

    hey Tim,

    ich bin auch ein großer Fan von Vanguard. Ich besitze nur einen ETF http://www.trackingdifferences.com/ETF/ISIN/IE00B3RBWM25.

    Dieser ETF hat bereits einen EM Anteil von 9%. Reicht mir. Die Dividenden werden automatisch thesauriert(Bei meinem Broker, normalerweise ausschüttend!).

    Die TER ist lächerlich günstig und die TD ist sogar positiv. Für mich die einfachste Lösung, besonders für Neulinge. Ich kaufe mir später eventuell einen Mdax oder Small Cap dazu, fertig.

  5. AvatarChris k.

    Super Blog hier Tim!
    Ich finde Vanguard super aber haben die etfs bis zu 7% dividenden rendite? Höchsten 2,4% schätze ich grob. Grad am Anfang beim investieren finde ich mehr dividenden die einem beim Zinseszins helfen wichtig. Wenn der dann durch einzeltitel im Vergleich mit etfs doppelt so hoch oder noch stärker ist lohnt sich das. Aber die etfs haben eben diese extrem gute Streuung und damit Sicherheit. Ich kaufe auch demnächst wieder etfs aber ich werde diese nicht über 30% vom depot wert gewichten. Ich weiß hier lieben viele etfs. Ist ok, ich halt weniger. Ist ein gutes finanz produkt. Für Diversifikation durch etfs, geben wir unsere Stimmrechte. Außerdem macht das Aktien und berichte analysieren Spaß. Ich will keine deutsche Bank oder Rheinmetall Aktien per etf kaufen.
    Mfg

  6. AvatarMattoc

    Hallo Florian,

    ich finde den ETF auch gut. Aber der ETF ist ausschüttend, nicht thesaurierend. Ich vermute, dein Broker legt die an dich ausgeschütteten Dividenden automatisch wieder an, was aber nicht bedeutet, dass der ETF damit thesauriert. Gebühren für die Wiederanlage fallen bei deinem Broker an und ggf. wird Abgeltungssteuer fällig.

  7. AvatarMattoc

    @Chris K.

    Der Zinseszinseffekt entsteht dadurch, dass die Rendite aus einer Geldanlage wiederum eine Rendite erzielt und diese auch wieder eine Rendite usw.

    Daher kommt es auf die Gesamtrendite (nicht nur auf die Dividendenrendite) einer Geldanlage an, um den maximalen Zinseszinseffekt zu erzielen.

    Wenn du also eine Strategie hast, die eine bessere langfristige Gesamtrendite hat als der von Florian genannte Vanguard ETF, dann bist du ein super Anleger. Das schaffen nicht viele.

  8. AvatarJohn

    Vanguards ETFs gefallen mir auch. Aber bitte realistisch bleiben. Das Interesse einer Firma sollte zuerst sich selbst bzw. Eigentümern und den Mitarbeitern gelten.

    Wenn Vanguard nun zufriedene Kunden als Geschäftsmodell hat, ist das löblich. Besser als den Kunden direkt zu bescheissen. Aber ich würde nicht soweit gehen diese Leute als Wiedergeburt Jesu zu bezeichnen. Die Einschränkung der Zockerei wird aus Stabilitätssicht interessant. Hat da Jemand Angst, das die Zockerei aus dem Ruder läuft und das Unternehmen bzw. den Kurs der aufgelegten ETFs bedrohen könnte? Dann ist die Einschränkung ein Selbstschutz seitens Vanguard, von dem Anleger nebenbei profitieren.

  9. Florian HFlorian H

    @Mattoc

    Ja habe ich doch in den Klammern geschrieben. Das mit den Kosten ist mir bewusst. Ich könnte ja jederzeit widersprechen, habe ich aber nicht vor.
    Welche ETFs besitzt du? LG

     

  10. AvatarMattoc

    @Florian

    Du hattest geschrieben, dass „automatisch thesauriert“ wird. Das passiert aber nicht. Es wird „automatisch wieder angelegt“. Aber ok, war nur ein Missverständnis.

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Rainer Zufall

    So ist es. Vanguard hat eine Art genossenschaftliches Modell. Die Gewinnmaximierung steht hier nicht im Vordergrund, sondern das Wohl der Anleger.

  12. Florian HFlorian H

    @Mattoc: Alles Gut, hätte es besser formulieren können :D.

    @All

    was haltet ihr von Fastenal und Waste Management?

  13. AvatarJohn

    @Rainer Zufall

    Danke für den Hinweis. Das klingt schon mal ganz anders als die Medienmeinung bzgl. ETFs.

    Wollte nur warnen zu überschwänglich etwas zu loben und nicht kritisieren.  😉

  14. Der BaumDer Baum

    @ Florian: Fastenal, ich sehe hier keinen wirklichen Wettbewerbsvorteil. Die Produkte an sich sind nicht wirklich besonders. Ja die Marktstellung ist ordentlich, aber sonst kein außergewöhnliches Geschäftsmodell.

    Zudem viel zu teuer. Eigenkapital liegt bei 2,3 Mrd. Free Cash flow bei 250 Mio. Marktkapitalisierung bei 17 Mrd. Ich würde den fairen Wert bei vllt. 4-5 Mrd maximal schätzen.

    Waste Management: Hat einen Burggraben (regionale Abfallverwertung). Nützliches Produkt (Geschäftsmodell). Eigenkapital liegt bei 6 Mrd., Free cashflow bei 1.6Mrd. Marktkapitalisierung bei 39 Mrd. –> ebenfalls Recht teuer.

    Zudem sehr hohe Kosten für die Anlagen.

    Grüße Baum

  15. Avatar-M

    Was ich hier bisher noch gar nicht gelesen habe:

    In Deutschland werden doch jetzt ETFs immer besteuert, egal ob ausschüttend oder thesaurierend, nämlich teilweise die Kursgewinne … das hört sich wenn man es liest nicht so schlimm an, aber die ständigen Steuern schmälern die Rendite über die Jahrzehnte doch ordentlich.

    Finde es komisch das es hier noch niemand erwähnt hat. Gilt jetzt für deutsche Anleger.

    -M

  16. AvatarMattoc

    @-M

    Über die Steuer auf die Vorabpauschale bei Fonds haben wir hier auch schon gesprochen.

    Es gibt auch bei justetf.com einen Rechner für diese Steuer. Die Steuer fällt nur in Jahren an, in denen der Fonds eine positive Rendite erzielt hat. Sie ist auch voll auf den Freibetrag anrechenbar.

    Beispiel:

    Ein thesaurierender ETF hat am Jahresanfang einen Wertcvon 100.000 Euro. Das Jahr läuft ganz hervorragend und der ETF hat am Jahresende einen Wert von 120.000 Euro (20% Gewinn p.a). Dann würde die Steuer auf die Vorabpauschale nur 112 Euro betragen. Ist der Gewinn niedriger, ist die Steuer natürlich auch niedriger.

    Das nur mal als Beispiel, um die Größenordnung zu verdeutlichen. Ist also von der Höhe her vergleichsweise irrelevant, wenn diese Steuer überhaupt jemand hier im Blog bezahlen muss.

    Deshalb sind gerade zur Nutzung des Zinseszinseffekts thesaurierende ETFs ideal. Denn Dividenden werden ohne weitere Kosten direkt wieder angelegt.

  17. AvatarSebo

    KraftHeinz finde ich derzeit interessant. Das ist doch ein solides Unternehmen, nicht mehr wegzudenken.

    Leider sind die Bemühungen in Richtung gesündere Produkte noch nicht ausreichend. Ein Kids-Ketchup mit derselben Zusammensetzung und denselben Nährwerten herauszubringen ist vielleicht nicht so clever: https://www.foodwatch.org/de/informieren/goldener-windbeutel/abstimmung-2018/die-kandidaten/kids-tomato-ketchup-von-heinz/

    Andererseits denke ich mir, Ketchup wird auch in Zeiten von gesundem Essen noch in Maßen gegessen.

  18. Avatar-M

    @Mattoc

    Danke für die Aufklärung  bei 20k jahresgewinn wäre Die Steuer wirklich in Ordnung! Auch da man die ja dann auch später beim Verkauf nicht mehr zahlen muss.

    @Sebo

    Ich glaube auch nicht das man sich um den Heinz Ketchup Gedanken machen muss. Es sind eher die anderen Produkte, aber ich denke das Unternehmen ist stark genug um das Ruder rum zu reißen. Habe eine ordentlich große Position im Depot. Leider zum doppelten Kurs zu dem jetzigen. (Schlicht weg zu früh und zu teuer eingestiegen) aber in 10 Jahren sieht die Sache bestimmt wieder in Ordnung aus. Wenn man noch nicht investiert hat, finde ich die jetzt auch günstig bewertet.

    -M

  19. AvatarAlexander

    Hallo Tim! Guter Beitrag! Wie heisst den der Indexfonds von Vanguard bei dem du vorhattest eine Position aufzubauen?

    Leider finde ich auch über die Suchfunktion hier im Blog nichts mehr dazu. Ich weiss nur noch, dass der von dir ins Auge gefasste Indexfonds global ist und enorm kostengünstig (noch kostengünstiger als die üblichen börsengehandelten ETFs von Vanguard mit den 0.07% bzw. beim FTSE all world 0.25%)   Wäre interessant zu wissen!

  20. AvatarMichael

    Waste Management habe ich auf dem Radar, toller Laden.

    Ebenso Boeing.

    Sind beide nicht gerade günstig, aber der Zeitpunkt kommt näher.

     

     

     

     

     

  21. AvatarValue

    Ja Kraft Heinz gefällt mir derzeit auch sehr gut und langfristig sollte eine Investition sicher kein Fehler sein.  . . . . . .  Ich hab mir da jetzt eine 2 monatige Kaufpause auferlegt, sollte der Kurs dann immer noch der aktuellen Region sein würde ich nochmal nachlegen.

    Neben Kraft Heinz finde ich derzeit General Mills, AB InBev sowie BAT und H&M interessant, wie seht Ihr das?

  22. AvatarDaniel

    In Deutschland werden doch jetzt ETFs immer besteuert, egal ob ausschüttend oder thesaurierend, nämlich teilweise die Kursgewinne … das hört sich wenn man es liest nicht so schlimm an, aber die ständigen Steuern schmälern die Rendite über die Jahrzehnte doch ordentlich.

    Ich bin ein Freund der direkten Besteuerung, ich schiebe sowas ungern vor mir her, habe deshalb auch auch schon vor Jahren ausschüttende Fonds genommen, bevor die Änderung kam.

    Für viele der Neueinsteiger dürfte es ohnehin irrelevant sein. Mit aus dem Bauch geschossenen 2,5% Ausschüttungsquote muss man ja schon 35.000-40.000€ im Depot haben um den Sparerpauschalbetrag je nach Marktphase auch auszuschöpfen. Zudem gab es damals auch die Steuer-Hässlichen ETF die insbesondere bei Thesaurierern vorhanden waren. Man hätte also eine Menge Papierkram horten müssen um dem Finanzamt mal irgendwann in ferner Zukunft beweisen zu können das man doppelt besteuert wurde. Nein danke, keep it simple,“ Zahl deinen Beitrag und weitergehen“ ist da für mich angenehmer.

    Auf das Gesamtdepotwachstum dürfte die Steuer nur noch einen geringen Einfluss haben, die Sparquote und Sparsumme entscheidet darüber wie schnell man vorwärts kommt.

  23. AvatarAndrea

    Hier sieht man mal die Kraft Heinz Produkte, manches finde ich fies (Schmelzkäse), aber insgesamt finde ich das Sortiment auch nicht so schlecht. Klar, der Trend geht zum Frischen. Wir hier kaufen immer noch Ketchup, Senf und auch mal Dosentomaten. Ich weiß nicht, ob das Kraft Heinz Sortiment so viel schlechter ist als das von Nestle o.ä. Vielleicht sollten sie den Ketchup eher wieder in Glasflaschen füllen.

    http://www.kraftheinzcompany.com/pressroom/download-product-images.html

  24. AvatarAndreas

    Ich finde schon, dass Nestlé besser aufgestellt ist. Wasser, Kaffee, Tiernahrung, all das hat Kraft Heinz nicht. Dazu kommt ein 23-prozentiger Anteil an L’Oreal. Und Nestlé hat einen sehr guten CEO, der weiß, wo die Reise hingehen soll. Persönlich ziehe ich als Anleger Nestlé definitiv Kraft Heinz vor.

  25. Danny Danny "Pfeffersack"

    Moin,

    habe heute Morgen gerade das Buch von Peter Lynch „Der Börse einen Schritt voraus“ vom Paket-Shop geholt. Freue mich schon auf die Mittagspause.

    Zum morgendlichen Kaffee habe ich mir das geteilte Video „How to win in the lottery“ von Tim angesehen. Link: https://youtu.be/NbjCfGdDKL4 Klasse!

    Ich habe 2018 mal einen Selbstversuch gemacht und wöchentlich 5 Tipps beim 6 aus 49 abgegeben. Je nach Anzahl der Ziehungen kamen da monatlich 20 – 25 € an Einsatz zusammen. Hatte einige 3er und auch ein paar Mal die Gewinnklasse darunter, wo es pauschal 5 € Gewinn gibt. Ich werde demnächst mal eine Auswertung machen. Break-even dürfte aber nicht erreicht werden.

    Dazu werde ich vergleichen, was am Jahresende herausgekommen wäre, wenn ich den Einsatz jeweils zum 01. des Monats in einen S&P 500 ETF gesteckt hätte. Bei Interesse kann ich die Ergebnisse gern hier teilen. 🙂

    Viele Grüße,

    Danny

  26. AvatarDer Aktienanfänger

    Ich habe mal eine Frage an die REIT-Experten: Ich habe mir vor kurzem den ishares Developed Markets Property Yield ETF gekauft. Dieser beinhaltet zum größten Teil US-Werte. Ist es dann sinnvoll das ich mir den ishares Stoxx Europe Real Estate dazu hole?

  27. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Moin,

    @Aktienanfänger,

    ich würde sagen, der Developed Markets reicht völlig. Der Europe war schlechter die letzten 3 oder 5 Jahre.

    Wenn Du noch was extra willst, dann würde ich den Asia Property Yield (IQQ4) nehmen. Der war die letzte Zeit (letzten 3 Jahre) besser. Hier die 3 im Vergleich:

    EXI5, IQQ6 und IQQ4 über 3 Jahre und über 5 Jahre.

    Schönen Tag

    MS

  28. AvatarAlexander G

    Hallo Tim! Guter Beitrag!

    Wie heißt denn der Indexfonds von Vanguard bei welchem du selbst vorhattest eine Position aufzubauen?

    Leider finde ich auch über die Suchfunktion hier im Blog deinen Beitrag nicht mehr, in dem du es geschrieben hast. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass der Indexfonds global ist, und enorm geringe Kosten hat. (Deutlich weniger als die übliche Vanguard TER bei den börsengehandelten ETFs von 0.25% bzw. 0.07%) Wäre super wenn du das hier mal schreiben könntest um welchen es sich genau handelt.

  29. AvatarAlexJ

    Zum Thema Steuern bei thesaurierenden ETFs: Die Vorabpauschale ist sehr gering und ist nur dann Bemessungsgrundlage, wenn die Gesamtperformance des ETFs über der Vorabpauschale liegt. Wenn das Portfolio negativ abschließt, fällt gar keine Steuer an. Außerdem gibt es ja noch den Pauschbetrag.

     

    Fazit: Ja, die neue Steuer raubt den Thesaurierern etwas Rendite. Es hällt sich aber in Grenzen, solange der Basiszinssatz gering bleibt (für 2018 etwa 0,87 %). Der Bartwertvorteil aus der nachgelagerten Besteuerung von Kapitalerträgen aus Wertpapierinvestments bei Buy-and-Hold mit Thesaurierern bleibt sehr groß.

  30. AvatarThorsten

    ETF-Besteuerung beim Verkauf

    Wenigstens werden die vorab kassierten Steuern angerechnet. Ob die Bank die abgeführten Steuern sauber über Jahre oder Jahrzehnte vermerkt oder diese Daten beim Depotwechsel auch der neuen Depotbank mitliefert. Fehleranfällig  oder ?  Wer weiß etwas dazu ?

    „Während der Haltedauer beim Anleger versteuerte Vorabpauschalen werden vom Veräußerungs- beziehungsweise Rückgabegewinn im Rahmen der Schlussbesteuerung abgezogen. “

    https://zendepot.de/etf-fonds-steuern/#Was_passiert_beim_Verkauf

  31. AvatarWohnung mit Domblick

    Soweit ich das verstanden habe, werden Verluste aus dem Vorjahr zur Berechnung der Vorabpauschale im nächsten Jahr berücksichtigt. Ob das über mehr als einem Vorjahr gilt, weiss ich nicht. Die depotführende Bank berechnet das selbst. Wichtig ist hier nur, die Freistellungsaufträge rechtzeitig einzureichen.

    Das Auf-und Ab der Börsenkurse verfolge ich nur noch spärlich. Ich bin bis auf Weiteres ein rein passiver Investor mit Sparplänen (u.a. auf den A1JX52 – VANGUARD FTSE ALL-WORLD UCITS) und mit einem Jahresgesamtplan. Alle halbe Jahre frage ich mal den Stand ab, ansonsten ‚mach ich mich nicht jeckisch‘, wie man in der Domstadt sagt. ‚Zocken‘ hat sich letztes Jahr nicht bewährt.

    Ansonsten habe ich für Konsumausgaben ein festes ‚Spassbudget‘. Dann muss ich nicht für jeden einzelnen Hobby- oder Urlaubs-Euro meinen Geiz überwinden 🙂

  32. AvatarDaniel

    „Noch nie war die Zeit günstiger, um in die Zukunft zu investieren, denn die Karten werden gerade neu gemischt. Geschwindigkeit und Wucht des technologischen Wandels nehmen zu. Fast alle Branchen sind davon betroffen.“

    https://www.nzz.ch/finanzen/fonds/als-anleger-sollte-man-die-spur-wechseln-ld.1449726

    Aber ändert sich wirklich so viel? Ich, als ETF Nutzer, bin dort sowieso außen vor, denn Firmen die sich aufgrund ihrer zukünftigen Erfolge und damit Marktkapitalisierung in den Index reinschmuggeln werden von mir dann eh mitgekauft, schlechte fallen raus.

    Und auch aus den Einzel-Investor hat das doch nur bedingt Einfluss. Müsste ich einzeln investieren wäre mein Depot immer eine bunte Mischung aus konservativen Konsum-Güter-Herstellern und Wachstumsaktien bzw. Technologiewerten. Was sich vielleicht ändert wird ist die Gewichtung bzw. sich in neue Sachen hineindenken. Das wird aber ohnehin schwierig. Ich schätze mal, dass auch die wenigsten ein Depot haben in denen Finanzwerte bzw. Banken dominieren, obwohl dies die Gewinner der letzten Krise waren. Ein Depot bleibt oftmals eben eine sehr subjektive Sache. Vielleicht hat es auch etwas gutes, es verhindert vielleicht ständige Wechsel des Inhaltes.

  33. AvatarThorsten

    @Wohnung mit Domblick

    Ich habe einen ETF-Minisparplan (Vanguard Welt)   und halte größere Positionen in Märkten, in denen ich sonst nicht individuell reingehen kann oder mag. Trotzdm verleidet mir diese Besteuerungsänderung das Produkt ETF.

    Zumindest eine Bank hatte ihre Kunden letztes Jahr angeschrieben und mitgeteilt , dass sie die Vorabpauschalen berechnen die Kunden zum Jahresanang entsprechend Liquidität auf dem Verrechnungskonto disponieren sollen. Ich kenne jemanden, der sich aus diesem Grund von allen ETFs getrennt hat.

    Strukturierte Finanzprodukte können  auch leichter Gegenstand steuerlicher oder politischer Änderungen werden. Als die offenen Immofonds in der Finanzkrise Probleme bekamen, hat da nicht der damalige Finanzminister noch mal draufgedroschen und damit den Niedergang beschleunigt ? Produkte, die vorher als mündelsicher besparbar waren wurden seitens der Politik von heute auf morgen als spekulativ bezeichent, weil man sie in der Krise nicht täglich an- und verkaufen konnte. Das hat ihnen das Genick gebrochen.

    Ich sehe das bei ETF derzeit nicht, ich behalte sie vorerest. Im September möchte ich erst mal meine Depotwechselprämie kassieren (ich darf nix verkaufen, muss es bis dahin halten), dann sehen wir wie die Kurse stehen.

    Was könnte da noch Negatives  passieren ? Die Art der Besteuerung von Kursdifferenzen könnte vom Staat leicht auf andere Wertpapierarten, wie z.B auf Einzelaktien übertragen werden. Dann wäre es auch mit dem jahrzehntelangen Ansparen mit Steuerstundung vorbei.Eine solche Änderung würde besonders die Wachstumsaktien treffen. Moderat wachsende Aktien oder gar Zykliker wären plötzlich im Vorteil. Habe ich schlafende Hunde gewekt ? Nein ganz sicher nicht. Wenn da was ist oder was wird, dann passiert es sowieso, weil es so nahliegend ist.

     

     

  34. AvatarThorsten

    Die Konzerne schaffen Tatsachen, wo die Politiker  noch im Handelskrieg sind : Musk in China. Die Bordcomputer des Model 3 sind vom Sonderzoll betroffen. Es ist aber egal, was ein Präsident kurzfrisitig macht oder verbietet, das Kapital und die Konzerne ziehen ihre Netzwerke immer schneller um die Welt.

    https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/China-empfaengt-Musk-mit-offenen-Armen-article20803966.html

    https://www.automobilwoche.de/article/20190107/AGENTURMELDUNGEN/301079989/zur-beendigung-des-handelskrieges-usa-und-china-nehmen-erneut-gespraeche-auf

  35. Avatar42sucht21

    Aus dem NZZ Artikel: (Danke @Gainde)

    Deutschland …. Elektrifizierung, Digitalisierung und Sharing Economy wurden nicht erkannt.

    Ich würde sagen WERDEN nicht erkannt. Ich habe mich jüngst mit einem mittleren Manager eines deutschen Autoherstellers (nördlich von Heilbronn…) unterhalten. Schuld an der Krise haben nur die anderen, die USA betreibt nur Wirtschaftspolitik mit dem Dieselskandal, China ebenfalls mit den Elektroautos, Tesla ist vor allem Blendwerk, autonomes und elektrisches Fahren machen wir jetzt aber das ist erst in 10J sinnvoll, die Grenzwerte sind allesamt dubios entstanden und sinnlos, niemand braucht das usw usf. Als ich dann mit Brennstoffzelle für Japan /Toyota & Hyundai anfing war es ganz vorbei.
    https://www.nzz.ch/mobilitaet/auto-mobil/toyota-brennstoffzelle-fuer-jedermann-ld.1407587

    Weniger Innovation, weniger Einsicht und Wille zur Veränderung habe ich selten erlebt. Zwischen den Zeilen klang auch viel Angst um den Arbeitsplatz mit durch.

    Ist schon spannend für mich als unbeteiligter wie sich diese arrogante deutsche Autoindustrie mit dem aufgezwungenen Wandel arrangieren wird. Ich glaub die hohen Weihnachtsboni der letzten Jahre gab es 2018 auch nicht… Ob es eine Ausnahme bleibt?

  36. AvatarThorsten

    @42sucht21

    Ich werde den Verdacht nicht los, dass wir bereits abgehängt sind oder sich das in den nächsten Jahren entscheidet. Es würde zur Voraussage passen, dass die Wirtschaftszentren von West nach Ost wandern, also nach Asien. Musk baut  in China, auch weil die sehr schnell Dinge umsetzen, akuell verbieten sie Diesel-LKW und stellen auf Bahn, Schiff und elektrisch um. Geht nicht ? Doch, sie machen es. Während wir in Deutschland seit Jahrzehnten Straßenbahnen stillegen, Bahnanlagen abbauen, autogerechte Städte für den Individualverkehr priorisieren, auf Altem „Bewährtem“ sitzen und Bedenken pflegen. Eine Chance gibt es noch beim autonomen Fahren denke ich, aber das wird den Politikern zu gefährlch, sie werden die Autos bei uns wohl nicht wirklich fahren lassen.

     

  37. AvatarFrank

    Ich folge dem Blog von Tim schon länger und stimme den meisten seiner Ansichten zu, habe diese auch selbst gelebt und bin mit 53 relativ gut aufgestellt. Nicht sehr gut, aber gut. Bisher habe ich nur in Einzelaktien investiert möchte nun aber auch in einen ETF von Vanguard einzahlen.

    Bin bei der Deutschen Bank/maxblue Online Konto und hätte eine Frage. So wie ich das sehe, muss ich ja auch die Gebühren von maxblue zahlen, wenn ich Anteile des ETF? kaufe. Oder sehe ich das falsch?

    Vielen Dank für einen kurzen Hinweis.

  38. Avatar-M

    @Gainde
    Ich weiß nicht. Ich fand der Artikel war sehr pro Tech geschrieben. Man hätte auch einen artikel schreiben können „historisch gesehen versagen 9 von 10 Tech Firmen bei den künftigen Trends“. (Fast alle flugzeugbauer sind pleite bis heute nur noch 2-3 globale leader übrig. Das gleiche bei Eisenbahnen). Aus diesem Grund setze ich ungern auf Tech, da ich nicht absehen kann wer überlebt oder was sich durchsetzt. Ich scheue das Risiko.

    „New economy beats und economy“

    Das hab ich auch schon öfter gelesen. Nur diese blöde alte langweilige economy überlebt irgendwie (Menschen essen und trinken) -> Ich mag die globalen leader.

    Man kann halt Zeitungsartikel so oder so schreiben. Ob sich der Journalist da sooo auskennt?

    -M

  39. AvatarNico Meier

    @42sucht21

    Interessante Einblicke in die Autoindustrie.

    Ich glaube das Thema Elektromobilität ist eine Eintagsfliege. Akkufahrzeuge werden nie Massentauglich werden. Die Grundidee ein Fahrzeug mittels Strom zu betanken statt mit Benzin oder Diesel klingt verheissungsvoll. Wenn wir davon ausgehen, dass nur 20% der Fahrzeuge elektrisch betrieben würden, so wären die Transformatoren der Stromnetze nicht in der Lage die Strommenge zu liefern die am Aband zwischen 17:00 und 20:00 benötigt würde wenn alle Pendler nach Hause kommen und ihr Fahrzeug einstecken.

    Desweiteren werden für Akkufahrzeuge unmengen an Rohstoffen wie z.B. Lithium benötig, die zurzeit nicht in genügend grosser menge abbaubar sind. Inzwischen haben viele Käufer von Akkufahrzeugen auch festgestellt, dass solbad der Akku defekt ist die grossen Kosten auf den Besitzer zukomt, da kaum preiswerte Ersatzakkus gekauft werden können.

  40. AvatarThorsten

    @-M Artikel werden geschrieben, um sie zu verkaufen. Der Inhalt wird je nach Situation als Katstrophe, Aufklärung, verklärte Ethikpropaganda, Erfolgsstory, Selbsterfahrungstrip,Gruselstroy und natürlich alles was sich sowieso verkauft also Kind/Dekolleté/Tier etc. aufgemacht. Bei der Börse sind die Pornobilder Geldscheine, Charts von ansteigenden oder stark fallenden Kursen mit entsprechender Leimrute , damit die Leser anbeißen. In den Artikeln werden Konflikte generiert, auf die der Leser eine Antwort haben möchte, kriegt er aber nicht, endet oft mit Hypothese und Fragezeichen. Ein Artikel der übertrieben blumig pro Tech schreibt, wird auch von Techgegenern gelesen, weil es so schön ärgert. Viele Leser ist das Ziel. Inhalt ist wurscht.

  41. AvatarThorsten

    @Nico Maler intelligente und zeitliche Lastverteilung zum Beladen und dezentrale Stromspeicher werden benötigt. Dazu müssen die Autos längere Zeit an den Ladestationen stehen und bekommen nicht ständig Strom. Das geht tagsüber während der Arbeit und nachts sowieso.Das Auto steht ja meistens .  Wer unbedingt tanken muss, bezahlt dann mehr,je mehr Strom zur Verfügung desto preiswerter, das regelt dann Lastspitzen.

  42. AvatarGainde

    Musste in letzter Zeit oft mit dem Taxi fahren. Beliebteste Marke bei den Fahrern ist Toyota und Hybrid oder ganz Elektro. Sagen alle, dass es sehr pflegeleicht und robust ist. Wenn jemand Kosten-Leistungsverhältnis beurteilen kann, dann glaube ich zuerst dem Taxifahrer, weil er auf jeden Cent achten muss, um rentabel zu sein.

     

    Die Frage ob genug Strom produziert werden kann, wenn alles elektrisch fährt, ist jedoch noch ungelöst.

  43. AvatarWolfgang

    @ M
    Jeremy J. Siegel hat ein schönes Beispiel in seinem Buch „Aktien für die Ewigkeit,“ darin beschreibt er den Zeitraum 1957 bis 2012 zwischen IBM und Standard Oil of NJ.
    Die Wachstumskriterien gehen hier klar an IBM. Standard Oil gewann am Ende jedoch bei der Gesamtrendite.

    Dieses Beispiel mochte ich bestimmt direkt, weil ich Bestätigung hierin für mein Anlageverhalten fand, den Tech Bereich nicht übergewichten, dem ganzen Hype den es oft gibt, nicht in jede Richtung zu verfallen.
    Gruß

    Wolfgang

     

  44. AvatarThorsten

    @Gainde es wird mit der Reduktion des motorisierten Individualverkehrs in Ballungsgebieten einhergehen. Carsharing und ÖPNV, Fahrräder und zu Fuß. Anstatt 50 Motoren in 50 Autos für 50 Leute nur 1 Motor im Bus. Und da nicht mehr so viel im Stau gestanden wird, geht der Verbrauch auch noch runter.  Bei uns haben sie schon vollautomatische  Ladestationen für die Busse. Das Problem sind noch die Straßen.  Bei uns bauen sie jetzt 6 auf 4 Spuren zurück. Bin gespannt,  ob dann Radweg oder Bus oder beides dort fahren dürfen.

  45. Avatar42sucht21

    @ Gainde

    Bei viel-Fahrern kommen neben der Ersparnis für den Kraftstoff noch die geringeren Wartungskosten dazu. Taxicenter Ostbahnhof (TCO): „Weder die Toyota-Hybrid-Taxis noch der Tesla benötigten nach 225.000 gefahrenen Kilometern neue Bremsen. Nach 21 Millionen gefahrenen Kilometern mussten keine Anlasser, Lichtmaschinen, Getriebe, Injektoren, Trag- oder Spurstangengelenke, Achsen, Umlenkrollen, Spannhebel, Keilriemen, AGR-Systeme etc. getauscht bzw. repariert werden:“

    @Thorsten / Verdacht, dass wir bereits abgehängt sind

    Ich bin beruflich ab und an in Asien unterwegs und ich habe diesen Verdacht ebenfalls. In verschiedenen Bereichen. Um beim Beispiel Elektromobilität zu bleiben:  In Shenzhen sind 16.000 Elektrobusse unterwegs. Während in Deutschland noch diskutiert wird ob Elektroantrieb überhaupt reif für die Praxis ist hat BYD geliefert.

    https://www.deutschlandfunk.de/china-unter-strom-in-shenzhen-fahren-16-000-e-busse.769.de.html?dram:article_id=414757

    @Nico Meier

    Ja, ich kann auch nicht beurteilen ob Elektromobilität länger bleibt oder nicht. Da gibt es noch viele Variablen. Ich finde es nur sehr schade, dass Deutschland kein Innovationsstandort ist und wir nur trotzig unser totes Pferd weiter reiten. Mit Streetscooter und e.Go Life gibt es zumindest etwas frischen Wind zweier Newcomer.

  46. AvatarRainer Zufall

    Thorsten

    Ich bin auch lange von einer rückläufigen Zahl an Autos in den Städten ausgegangen. das könnte (hoffentlich) auch noch kommen.

    Momentan stelle ich aber eher das Gegenteil fest. Die Parkplatzsituation in Städten wird eher schwieriger. Und die Autos werden zudem immer größer. Für die meisten stellen kleine und kompakte Autos eine unzumutbare Einschränkung der individuellen Möglichkeiten der.

    Man muss sich nur mal den beliebten Skoda Octavia ankucken, der wird einfach immer größer. Außerdem nimmt die Zahl der SUVs zu.

    Ich denke es wird noch ne Weile dauern, bis es in der breiten Bevölkerung zu einem Umdenken kommt.

  47. AvatarThorsten

    @42sucht21

    Ich habe BYD als Aktie. BMW und VW habe ich noch nie gehabt, ich erwerbe keine zyklischen Aktien mit ungenügender Gewinnbeteiligung.

    Zum Thema Elektromobilität möchte ich noch ergänzen, dass manch einer die  Vorstellung hat , dass er heute den Verbrennungsmotor hat und es morgen einfach durch den Elektrowagen ersetzt. Es ist die Frage, was ist schneller : das Verbannen des motorisierten Individualverkehr  oder die flächendeckende bezahlbare elektrische Fortbewegung. Wenn das Verbannen von Autos schneller geht als es bezahlbare elektrische Autos gibt, oder es wegen der vielen Autos keinen Spaß mehr macht, dann lohnt sich ein Kauf nicht. Dann kann man auch auf andere Verkehrsmittel oder Car-Sharing umsteigen.  Die Meisten wohnen jedoch so, dass sie keine Wahl haben werden, sie sind auf ein individuelles Fahrzeug zumindest bis zum Park auf Ride Parkplatz angewiesen oder sie müssen sogar die ganze Strecke mit dem Auto zurücklegen. Ein Umdenken in Ballungsräumen wird sich durch die steigenden Wohnkosten von selbst ergeben, es ist schlichtweg kein Geld für ein Auto vorhanden oder ggfls. für ein Zweites oder gar Drittes pro Familie.

    Es könnten in Zukunft die Städte den wirtschaftlichen Wttbewerb gewinnen, in denen es Arbeitsplätze und funktionierende öffentliche Verkehrsmittel gibt, das notwendige Auto könnte als Standortbelastung im Katalog auftauchen und Arbeitnehmer verprellen. Unternehmen, die in der Pampa produzieren könnten gezwungen sein, alte Standorte in den Städten wiederzubeleben. Das ist defintiv ein Platzproblem und könnte in vielen Fällen scheitern. Bleibt nur die Peripherie mit Bahnanschluss, anstatt morgens mit den Massen in die Stadt reinzufahren wird man dann in Zukunft aus der Stadt raus fahren müssen, das gibt es heute schon.

    https://www.zeit.de/mobilitaet/2016-07/hamburg-fahrraeder-strassen-radfahren-radwege-staedtebau-stadtplanung

    https://www.welt.de/regionales/hamburg/article162117902/Radschnellwege-aus-allen-Himmelsrichtungen-nach-Hamburg.html

    https://www.hamburg.de/radverkehr/300372/velorouten/

  48. AvatarDaniel

    Während wir in Deutschland seit Jahrzehnten Straßenbahnen stillegen, Bahnanlagen abbauen, autogerechte Städte für den Individualverkehr priorisieren, auf Altem „Bewährtem“ sitzen und Bedenken pflegen. Eine Chance gibt es noch beim autonomen Fahren denke ich, aber das wird den Politikern zu gefährlch, sie werden die Autos bei uns wohl nicht wirklich fahren lassen.

    Da sitze ich wohl im falschen Teil von Deutschland. Hier erlebe ich seit Jahren wie die einstmals gut per Individualverkehr erreichbaren Städte mit linksgrüner Politik zu gigantischen umständlichen Umweltzonen erklärt werden. Da schaltet man ehemals gut funktionierende Apelschaltungen bewusst um, da werden Hindernisse in die Straßen eingebaut, da werden 50er Zonen zu 30er Zonen erklärt, da werden Parkplätze durch irgendwelche Inseln ersetzt die dann zur Folge haben dass Autos stundenlang um den Block fahren.

    Individualverkehr muss die Zukunft sein bzw. sollte das erklärte Ziel sein. Uber kommt dem Ideal schon sehr nahe. Öffentliche Verkehrsmittel sind schon seit eh und je nur mit hohen Subventionen wirtschaftlich zu betreiben, Züge fahren bis auf wenige Pendlerstunden oftmals leer durch die Gegend, der Cargo-Verkehr auf der Schiene ist voll ausgelastet und eine Zumutung an alle Menschen die in Bahnnähe wohnen, man kann sich noch nichtmal von lauten Blattfedern lösen, für die Bahn scheint es viel Kulanz bei Lärmbelästigung zu geben.

    Der Markt hat sich längst entschieden, die Menschen wollen individuell und jederzeit mobil sein, sie fahren selbst dann noch Auto selbst wenn sie stundenlang im Stau stehen, das würde keiner machen der nicht zu seiner Entscheidung steht, aber anstatt das Geld nun endlich in den Ausbau der Autobahn Infrastruktur zu stecken welche neben gefühlt 80% des täglichen Pendler Verkehrs auch das „Backbone“ Netz des Warentransfers durch ganz Europa darstellt, folgt man weiter irgendwelchen grünen Ideologien die sich ausmalen, dass der faule Bürger sich bei  3C° Außentemperatur und Dauerregen aufs Rad schwingt und durch die Stadt fährt. Das machen sicherlich einge, aber eben nicht alle.

  49. Avatar-M

    @Wolfgang
    Vielen Dank, werde mir das Buch mal kaufen! So wie du es an dem Beispiel aufgezeigt hast denke ich auch.

    Die lahmen Langweiler, welche jedoch beständig wachsen, die suche ich vermehrt.

    (Habe auch ne Apple und ne IBM im Depot, aber das bleibt eher die Ausnahme)

    -M

  50. AvatarWolfgang

    @ M

    Das Buch fand ich richtig gut, hier wird zurück geblickt bis ins Jahr 1802. Kalendarische Anomalien werden erklärt und auch was es mit der angeblichen Überrendite bei Small-Caps auf sich hat.

    Constellation Brands habe ich heute aufgestockt, Cisco Systems und General Mills in der vergangenen Woche. Bei Constellation Brands und General Mills bin ich mir der hohen Verschuldung bewußt!

    Die Verantwortung für sein eigenes Handeln zu tragen macht schon Spaß, ein ETF wäre mir persönlich zu langweilig.

    Werde Tim, seiner Buchempfehlung von Benjamin Graham- Intelligent Investieren, in den nächsten Tagen nachkommen.

    Gruß

    Wolfgang

  51. Avatar-M

    Wolfgang,

    geb das Buch intelligent Investor mal in Google ein und mach .pdf hinten dran. Du kannst es online lesen und es kostet nichts 😉

    *edit* sorry beim Buch „Security analysis“ geht es mit.pdf bei Google vlt aber auch mit intelligent investieren.
    -M

  52. AvatarMichael

    Nochmal kurz zurück zur ETF-Besteuerung im Hinblick auf die Vorabpauschale:

    Gesetzt den Fall, ich mache auf 100.000,00 € die weiter oben genannten 20.000,00 € „Gewinn“ (bzw. Buchwertsteigerung) und zahle die 112,00 € Steuer. Im nächsten Jahr fährt der ETF aber einen Buchverlust ein und die Anteile sind wieder 100.000,00 € wert.

    Was passiert nun mit der gezahlten Steuer auf die Vorabpauschale, sollte ich den ETF quasi „plus/minus Null“ verkaufen, namentlich tatsächlich keinen Kursgewinn realisieren? Oder gar mit Verlust (z. B. 90.000,00 €) verkaufen?

    Werden die 112,00 € erstattet? Landen sie gar im Verrechnungstopf „Allgemein“? Oder ist das mein Geschenk an den Staat dafür, dass ich das Risiko eingegangen bin? 🙂

  53. Avatarsteve

    Gezahlte Steuer ist bisher im gleichen Jahr mit Verlust zu verrechnen. Das ist also ein interessanter Aspekt was passiert, wenn Gewinn und Verlust nicht im gleichen Jahr entstehen.
    Was ja wahrscheinlich ist wenn es sich nur um einem ETF handelt.

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