Leserbrief von Sven: Eltern hatten kleinen Handwerksbetrieb. Er hat zwei Studienabschlüsse, verdiente mit 29 Jahren sechsstellig


New York, 24. Juli 2020
Leser Sven.

Liebe Lesergemeinschaft von Tims Blog,

dieser Gastbeitrag war in einer kürzeren Fassung eine Antwort auf den Leser-Kommentar von Moritz zu dem Blogbeitrag Finanzwissen ist wichtiger als jemals zuvor: Das Fach Privatfinanzen gehört auf den Lehrplan!. Moritz bat um etwas Motivation, da er links und rechts in seinem Bekanntenkreis beobachtet, wie unbesorgt manche durchs Leben gehen können, da sie schon allein durch ihren familiären Background abgesichert sind. Er selbst muss sich viel abringen, um zu sparen und um etwas bei Seite legen zu können. Aber Moritz hat zwei entscheidenden Vorteile: Zum einen ist er noch jung (19 Jahre alt), zum anderen interessiert er sich für die richtigen Themen.

In meinem Antwort-Kommentar habe ich versucht, Moritz aufzuzeigen, dass er nicht alleine ist. Ich habe geschildert, wie ich, aus einer ähnlichen Situation kommend, meinen Weg beschritten habe. Da die Resonanz der Leserschaft sehr positiv war, habe ich in Abstimmung mit Tim den Kommentar zu einem Gastbeitrag ausformuliert.

Lieber Moritz, danke für deinen Beitrag. Ich glaube, du sprichst vielen aus der Seele. Auch ich kann fühlen, was du schreibst. Meine Eltern haben einen kleinen Handwerksbetrieb, meine Kinderspielsachen hat mein Vater selbst gebaut. Genau wie meine Möbel. Das ist nachträglich betrachtet eigentlich echt cool, aber als Kind ist es das weniger, wenn alle anderen Freunde stattdessen einen Gameboy und coole Sneaker bekommen. Zu meiner Schulzeit bekam ich sehr wenig Taschengeld. Das hatte zur Folge, dass ich viel in den Ferien gejobbt habe. Die Connection in die Handwerker-Szene hat sich da schon ausgezahlt ?.

Mir hat mein Geld immer gereicht und häufig hatte ich mehr Geld auf der Kante als die Schulkollegen, die ihr gesamtes Kindergeld ausbezahlt bekommen haben. Ich war eben auch sparsam. Dadurch, dass meine Eltern selbstständig, aber nicht reich waren, habe ich zwar nichts direkt über die von Tim vorgeschlagenen Lehrplan-Themen gelernt, aber ich habe gelernt, was man braucht, was man nicht braucht und wie man sein Geld beisammen hält. Das ist auch was wert.

Das erste Studium

Ich war auf dem Gymnasium und bin dort mit einem gesunden Mittelmaß an Aufwand durchgekommen; Abschluss mit einer sehr durchschnittlichen Note. Meine Eltern haben nicht studiert und konnten mir daher keinen Tipp bzgl. Studium/Uni/FH geben. Sie rieten mir, zu einer soliden Ausbildung – am besten bei der örtlichen Bank (angesehener Berufsstand, gute Weiterbildungsmöglichkeiten, zu Hause bzw. in der Nähe wohnen bleiben etc.).

Zur Uni wollte ich nicht, von „Schule” hatte ich erstmal genug, zu Hause wohnen bleiben auch nicht. Von meinen Eltern finanziell abhängig sein, wollt ich erst recht nicht. Auch wenn sie alles dafür getan und auf alles verzichtet hätten, um mich zu unterstützen. Aber abgeschaut hatte ich es mir bei ihnen anders: Sei für deinen Erfolg selbst verantwortlich.

Bafög war mir zu kompliziert. Ich wusste am Ende der Schulzeit echt nicht, was ich im Anschluss beruflich tun sollte. Die Berufsberatung beim Arbeitsamt half mir auch nicht weiter: „Was machen Sie gerne?” – „LAN-Partys” – „Studieren Sie doch Informatik.”… hmm, Wahnsinns Hilfe. Was macht man denn so als Informatiker? Auch LAN-Partys? Ich glaube nicht und der Herr vom Arbeitsamt wusste es auch nicht so genau. Irgendwas mit PC’s aber sicherlich…

Aber: Beim Arbeitsamt drückte man mir ein dickes Buch in die Hand, in dem diverse Ausbildungsberufe und Studiengänge beschrieben waren. Dieses Buch habe ich tatsächlich gefressen und bin so auf Duale Studiengänge aufmerksam geworden. Das Konzept erschien mir passend: 3 Jahre, 6 Semester an einer Dualen Hochschule, 6 Praxisphasen in einem Unternehmen, alternierend im Block, durchgängige gute Ausbildungsvergütung (damals ca. 800 EUR Brutto, heute teilweise 1.000 EUR und mehr), anerkannter Studienabschluss in überschaubarer Zeit, hohe Übernahmechancen, respektables Einstiegsgehalt (damals ca. 35K, heute ca. 50K EUR). Für einen Pragmatiker wie mich, der ungerne die Schulbank drückte, ein akzeptabler Kompromiss.

Ich entschied mich, mich auf duale Studienplätze zu bewerben. Aus dem Bremer Umland kommend war klar: Wenn das klappen sollte, werde ich weiter weg ziehen müssen.

Es klappte. Aber so einfach wie es klingt, war es nicht. Dazu später mehr. 

Der erste Job

Ich verbrachte im Anschluss ein paar Jahre bei der Firma, über die ich auch dual studierte und die mir auch über die Studiendauer die Ausbildungsvergütung zahlte. Aber der Job gefiel mir nicht. Meine Zielposition war schon mit dem Antritt des Dualen Studiums gesetzt. Zwar fragte man mich, ob ich mir vorstellen könne, nach dem Studium dort in dieser Funktion zu arbeiten, aber das hätte alles sein können – meine Antwort wäre „Ja!” gewesen, denn ich wollte ja dieses Duale Studium absolvieren. Was wusste ich als 19-jähriger von dem Geschäft eines Mittelständlers in einer mir völlig fremden Branche?

Tatsächlich war es so, dass mir der Job nicht zusagte. Ich sah dort keine Perspektive. Während des Studiums hatte ich an anderen Themen Gefallen gefunden. Bei meinem Arbeitgeber erschien mir ein Wechsel der Fachrichtung nicht machbar.

Ich wollte etwas anderes machen, von dem ich mir mehr Spaß an der Arbeit erhoffte. Da zu dem Zeitpunkt gerade diese neuartigen Masterstudiengänge angeboten wurden, liebäugelte ich damit den Richtungswechsel, und zwar mithilfe eines Masterstudiums. Ich hatte mir ein Jahr zuvor einen jungen, gebrauchten Kleinwagen gekauft und noch ca. 10.000,– EUR auf dem Girokonto. Ich rechnete mir aus, dass sich mit einem Werkstudentenjob, meinen Reserven und einem WG-Zimmer diese 2 Jahre durchfinanzieren lassen müssten. Zur Not hatte ich noch das Auto, welches ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Das hätte ich noch zu Geld machen können. 

Das zweite Studium

War die Entscheidung schlau? Ich war damals Mitte 20 und hatte endlich eine Vorstellung davon, wo ich hin wollte. Mein damaliger Chef riet mir davon ab, rechnete mir vor, dass ich über die Studiendauer von zwei Jahren auf mehr als 100.000 EUR Brutto-Gehalt verzichten würde, die man dann auch erstmal wieder reinverdienen müsse. Zwar rundete er großzügig auf, hatte aber Recht und er versuchte auch mein Interesse auf Fernstudiengänge zu lenken, um mich zu halten und mir das Studium aber dennoch zu ermöglichen. Ein feiner Zug von ihm. Aber vermutlich hatte ich zu der Zeit einfach Lust noch mal das wahre Studentenleben kennen zu lernen und wusste nicht, wie es mir den Fachrichtungswechsel ermöglichen sollte, wenn ich dabei weiter auf derselben Position arbeitete. 

Ich bekam einen Studienplatz für ein Studienfach, auf das ich richtig Bock hatte, zog wieder in ein anderes Bundesland und wurde Vollzeitstudent. Naja fast: Vollzeitstudent mit Werkstudentenjob. Das ließ sich jedoch sehr gut miteinander vereinbaren.

Im dritten Master-Semester gingen viele Kommilitonen ins Ausland an eine der zahlreichen Partnerhochschulen. Das war in meinem Budget nicht vorgesehen. Auch erschloss sich mir der Sinn nicht. Ich hörte, dass sinnlose Fächer angerechnet werden, man in der Regel weniger studiert und insgesamt klang „Auslandssemester” meistens mehr nach teurem „Partysemester” (sorry für die Vorurteile ;-)). Im Ausland hätte ich vermutlich nicht so leicht einen Nebenjob ausüben können, die Ausgaben wären höher gewesen, mein Einkommen deutlich niedriger oder gar null. Der Plan wäre so oder so nicht aufgegangen. Ich bereute nicht, nicht im Ausland studiert zu haben, aber ich hätte es bereut, die Auslandserfahrung nicht gemacht zu haben. Diese Erkenntnis setzte im Laufe jenes Semesters ein. Es war das letzte Theoriesemester. Danach folgte nur noch die Masterarbeit. Als Pragmatiker wollte ich diese Arbeit natürlich in einem Unternehmen schreiben – anhand eines realen praktischen Themas.

Nun denn, ist das eventuell im Ausland möglich? Die Idee ließ mich nicht los und ich recherchierte und recherchierte. Das Thema musste passen. Ich hatte mich sehr spezialisiert. So leicht war es also nicht. Aber ich fand sie: Die eine Stelle! Bei einer Firma, von der ich noch nie etwas gehört hatte. Das Thema passte, die Firma bezahlte die Unterkunft, den Flug und dazu noch ca. 400 Euro/Monat obendrauf. Bewerbung, Zusage, Abflug. Sechs Monate Ausland mit gesicherter Finanzierung – here I come. Die 400 Euro waren knapp bemessen. Das Land und die Stadt hatten einfach zu viel zu bieten als daheim zu hocken und Toastbrot mit Ketchup zu essen. Ich brauchte über diese 6 Monate meine letzten Ersparnisse zusätzlich auf. 

Ich kam maximal pleite wieder. Dafür aber reich an Erfahrung, mit sehr gutem Masterabschluss in einem Fachbereich, der mich maximal interessiert. Ich bereue davon nicht eine Sekunde.

Der zweite und dritte Job

Zurück in Deutschland zog ich vorübergehend erstmal wieder bei meinen Eltern ein und fing an, Bewerbungen zu schreiben. An meinem Plan hielt ich fest. Als nächste Station wollte ich in eine Branche, die für hohes Arbeitspensum und Stress steht. Ich erhoffte mir im Gegenzug eine steile Lernkurve, um die verpassten zwei Jahre Berufserfahrung wieder auszugleichen.

Ich erhielt sehr schnell die Zusage eines Schweizer Unternehmens. Sehr gut – denn so ließen sich schneller die verpassten Gehälter der letzten zwei Jahre wieder reinverdienen. Also zog ich wieder um. Alles, was ich brauchte und besaß, passte damals in vier Umzugskartons und damit auch in mein Auto, welches ich immer noch hatte. Bis zum ersten Monatsgehalt schlief ich auf einer Luftmatratze. Dann kaufte ich mir ein Bett und eine Couch bei IKEA.

In der Schweiz verdiente ich natürlich super. Auf diese Weise füllte sich das Polster wieder stetig und es wurde auch schnell mehr als meine mir bekannte Peer-Group in Deutschland verdiente – trotz mehr Berufserfahrung.

Beruflich ging mein Plan auf: Ich lernte schnell und viel und entwickelte mich für mein Empfinden extrem schnell. In jener Branche wechseln die Mitarbeiter im Durchschnitt nach 1,9 Jahren wieder den Job. Ich hielt es immerhin mehr als doppelt so lange aus. Das war nicht schwer – ich hatte es wirklich gut dort. Aber mein Plan sah etwas anderes vor. Also fing ich an, die Augen offen zu halten und wurde fündig: In Deutschland ergab sich die Möglichkeit, eine Führungsposition innerhalb eines Konzerns anzunehmen. Das war, was ich wollte. Mit meinem Bruttogehalt und Firmenwagen konnte ich gut an das Schweizer Gehalt anknüpfen. Netto war es leider etwas weniger, da das Deutsche Finanzamt sich einen etwas größeren Anteil genehmigt, aber das Leben hier ist natürlich auch etwas günstiger. Diesmal benötigte ich für den Umzug übrigens schon einen kleinen Transporter J

Nun bin ich seit einigen Jahren bereits wieder hier in Deutschland, fühle mich auf der Stelle sehr wohl. Der nächste Karriereschritt folgte schnell. Ich werde in unternehmensstrategische Entscheidungen mit einbezogen, kann mich kreativ ausleben, selbst gestalten und meinen Beitrag leisten, um das Unternehmen und damit auch den Einsatz regenerativer Energien weiter voran zu bringen. Das macht mir Spaß, es ist unter sozioökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll, ich bin gut darin und noch nicht am Ende angelangt. Mein Plan steht noch!

Differenzierte Betrachtung

Zwar klingt das erstmal alles super, aber man darf sich damit gerne kritisch auseinandersetzen. Beweggrund meiner Ausführung war ja der Leser-Kommentar von Moritz. Ihn frustriert die unterschiedliche Ausgangssituation von ihm im Vergleich zu Teilen seines Bekanntenkreises. Warum glaube ich, dass ihm meine Story die Frustration vielleicht nehmen kann? Meine Ausgangssituation halte ich für vergleichbar. Meinen Karrierepfad habe ich beschritten – ohne von irgendeiner finanziellen Unterstützung abhängig zu sein und habe es meiner Meinung nach geschafft, mir innerhalb weniger Jahre über strategische Entscheidungen ein Einkommen zu generieren, das weit über dem Durchschnitt liegt und die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen im Vergleich zur Peer-Group relativiert.

Bevor ich 30 Jahre alt wurde, verdiente ich bereits sechsstellig. Das tun 98% der Vergleichsgruppe nicht (https://www.iwkoeln.de/presse/interaktive-grafiken/beitrag/wer-verdient-wie-viel.html).

Mir hat es nie etwas ausgemacht, dass andere mehr Geld von zu Hause aus mitbekommen haben. Das hat mir nichts bedeutet, es hat mich selten gestört und konnte mir natürlich auch keinerlei Orientierung bieten. Mir ist es wichtig mir selbst etwas aufzubauen. Ich freue mich für jeden, der hierbei jegliche Form von Unterstützung genießt, solange die Person das Privileg zu schätzen weiß. Das ist wichtig.

Wie ist mir die Aufholjagt gelungen? Die dualen Ausbildungsmöglichkeiten, zweite und dritte Bildungswege machen es möglich. Deutschland bietet hier wirklich viel und Vieles davon ist nahezu gratis. Wäre ich in den USA geboren und wäre in der High School nicht ein ausgezeichneter Footballspieler gewesen, hätte ich nicht studieren können. Das deutsche Bildungssystem ist ein Privileg, dessen Nutzung zu einem gewissen Teil einkommensunabhängig ist.

In meinem ersten Text hatte ich geschrieben, dass ein einziges Ereignis in meinem Lebenslauf auf „Glück“ zurück zu führen ist. Darüber habe ich nachgedacht und bin der Meinung, dass es wohl mehr gewesen sein müssen – mindestens drei, um genauer zu sein:

  1. Meine Eltern haben mir einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld vorgelebt. Ich habe nicht direkt die von Tim vorgeschlagenen Themen gelernt. Aber ich war nie systematisch verschwenderisch oder unbedacht im Umgang mit Geld. Das hätte auch anders sein können. Außerdem muss man dazu sagen, dass meine Eltern mich mit ihrem letzten Notgroschen aufgefangen hätten, wäre ich irgendwo gescheitert. Das gibt einem ein sicheres Gefühl und lässt einen selbstbewusster auftreten. Aber gleichzeitig war es immer mein Ziel nie in diese Situation zu kommen oder meine Eltern je in diese Situation zu bringen.
  2. Dass ich einen Dualen Studienplatz bekommen habe, war zu einem großen Teil Glück. Die Anforderungen der Kooperationsfirmen sind sehr hoch. Ohne ein Einser-Abi hat man eigentlich keine Chance. 30 Bewerbungen liefen ins Leere. Am Ende hat sich meine Hartnäckigkeit ausgezahlt, da ich durch mehrmaliges Nachhaken bei einer Firma noch einen Platz bekommen habe, der so gar nicht ausgeschrieben war. Die erste Antwort war auch dort eigentlich negativ.
  3. Meine Interessenslage. Ich bin stark und interessiert an den MINT-Fächern. Hätte ich mich für Sinologie, Kunstgeschichte oder Jura interessiert, hätte ich vermutlich schlicht nicht studieren können. Einige MINT und BWL-Fächer werden als duale Studiengänge angeboten und die Studenten durch die Partnerfirmen finanziert: (https://www.studis-online.de/Hochschulen/Duale/)

Man kann „Glück“ auch mit dem Begriff „Privileg“ substituieren. Darüber bin ich mir bewusst. Für meinen Karriereweg habe ich den einen oder anderen Preis gezahlt, der nicht in Euro oder Schweizer Franken zu bemessen ist. Zum Beispiel habe ich in sechs unterschiedlichen Regionen gelebt. Damit geht einher, dass man sich nach jedem Umzug sein soziales Umfeld neu aufbauen muss. Das ist anstrengend. Ich kenne extrem viele Leute, aber habe nur wenige wirklich enge Freunde. Beziehungen und Freundschaften sind wieder zu Bruch gegangen. Manche Kontakte hätte ich gerne gehalten, aber es war mir schlicht nicht möglich. Das bedauere ich durchaus.

Das Geschäft meiner Eltern hat sich übrigens über die Jahre auch sehr gut entwickelt. Sie haben ein sehr gutes Händchen bewiesen, Überfluss vermieden und sehr nachhaltig gewirtschaftet. Von Aktien haben sie stets die Finger gelassen, was ich aus der Perspektive eines Selbstständigen sehr gut nachvollziehen kann. Dennoch können sie ihrem Renteneintritt heute wohl gelassen entgegensehen. Mein Dad baut mir immer noch ab und zu kleinere Möbelstücke. Aber eher aus Spaß an der Sache, als aus Notwendigkeit.

Meine persönlichen Tipps

Drei Learnings, die ich Moritz und allen anderen Interessierten aus meiner eigenen Erfahrung mit auf den Weg geben kann:

  1. Lerne stetig, entwickle dabei Ehrgeiz und versuche dir dabei, das gelernte in Form von guten Noten attestieren zu lassen. Hätte ich ein besseres Abi gehabt, wozu ich locker in der Lage gewesen wäre, hätte es mir Türen geöffnet und ich hätte mich nicht auf mein “Glück” verlassen müssen. Wenn dir lernen Spaß macht, schau welche zweiten und dritten Bildungswege dich ggf. weiterbringen.
  2. Sei hartnäckig. Wenn einem schon nix in die Wiege gelegt wird, muss man sich eben ein bisschen durchbeißen und sich nicht sofort abwimmeln lassen. Damit habe ich immer gute Erfahrungen gemacht und man hat häufig nichts zu verlieren. Bei Jobs, bei Noten, bei Preis-/Gehaltsverhandlungen, bei Gewährleistungsansprüchen etc. Erst neulich hat mir die Firma Weber trotz abgelaufener Garantie aus Kulanz einen neuen Grillrost geschickt. Die erste Antwort war “Nein”. Die zweite war dann “Ich habe noch mal mit meinem Vorgesetzten gesprochen. Wir machen das aus Kulanz“.
  3. Sei gut in dem, was du tust. Das knüpft an 1.) an. Man könnte es auch umdrehen und sagen: “Tu, was du gut kannst”. Ich habe mal eine Dokumentation über einen Barkeeper gesehen, der am Abend 4.000,– EUR verdient und für exklusive Events gebucht wird. Er kann halt nicht nur Bier öffnen. Er macht geile Cocktails, jongliert dabei, spuckt Feuer und liefert eine super Show ab. Aber für diesen Erfolg musste er nicht promovieren oder BWL studieren. Wenn du merkst, dass du nicht gut sein kannst, dann ist es vielleicht nicht das Richtige. Auch ich habe mich einmal dazu entschieden noch die Fachrichtung zu wechseln.

Sei jedenfalls nicht frustriert, wenn andere einen Vorsprung haben. Beim Thema Vermögen läufst du einen Marathon, keinen 100m Sprint. Wenn andere dabei einen Kilometer Vorsprung haben, dann mach dir den Windschatten, das Gefälle und deine Aerodynamik zu Nutze – zur Not hacke das System. Es gibt immer legale Mittel und Wege. Bis zum Ziel hast du sie eingeholt oder überholt. Sei stolz auf das, was du ganz alleine erreicht hast. Das befriedigt mich jedenfalls 100-mal mehr, als irgendwas geschenkt zu bekommen. Wenn du dir mit 19 Jahren schon Gedanken um sinnvolle Investments machst, dir in dem Bereich Fachwissen aneignest, bist du mir 10 Jahre voraus. Du gehst einen guten Weg, sei stolz darauf.

Abschließende Worte

Ich bedanke mich bei allen Lesern und natürlich bei Tim, dass ich hier die Möglichkeit bekommen habe meine Geschichte zu erzählen. In den Kommentaren unter Tims ursprünglichem Beitrag wurde mein Kommentar als inspirierend bzw. motivierend beschrieben. Es freut mich, wenn ich Denkanstoße liefern kann und das hat mich wiederum inspiriert hier ausführlicher zu werden.

Seit 2015 beschäftige ich mich in verschiedenen Arbeitskreisen mit dem Thema „Effektiver Altruismus“. Gerne würde ich dieses Forum nutzen und noch zwei Dinge ansprechen, die mir wichtig sind.

  1. Alle Leser hier sind privilegiert. Auch die, die sich ad hoc nicht so betiteln würden. Macht euch dessen bewusst. Der eine vielleicht mehr als der andere, aber das ist nicht so relevant. Dazu empfehle ich folgendes Video, welches mich auch zu dem Marathon-Vergleich inspiriert hat: https://youtu.be/4K5fbQ1-zps
  2. Denkt nicht nur daran, was ihr sparen und investieren könnt. Denkt auch daran, was ihr davon gezielt abgeben könnt. Helft denen, die nicht die gleichen Privilegien genießen können wie wir. Wer befürchtet, dass Spendengelder nicht ankommen, dem kann ich folgende Seite empfehlen: https://www.givewell.org/
    Oder wer sich dafür interessiert evtl. auch über die Job-Wahl einen Teil zurückzugeben, dem empfehle ich: https://80000hours.org/

Und meine Buchempfehlung für alle, bei denen die oberen Links Interesse geweckt haben: Building Social Business: The New Kind of Capitalism that Serves Humanity’s Most Pressing Needs*von Muhammad Yunus:

*Affiliate

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und dass ihr bis zum letzten Satz durchgehalten habt.

-Sven


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Leserbrief von Sven: Eltern hatten kleinen Handwerksbetrieb. Er hat zwei Studienabschlüsse, verdiente mit 29 Jahren sechsstellig

  1. AvatarPeterF

    Toll geschriebener Artikel. Man hört den dahinterstehenden Willen raus. Ich denke auch ein starker Wille ist für einen solchen Weg zwingend nötig.
     
    Insgesamt sehr inspirierend! PeterF, 26 Jahre
     
    (und endlich mal ein Leserbrief ohne Eigenwerbung und nur mit dem Ziel den eigenen Weg darzustellen!)

  2. AvatarAktienNewbie

    Ich kenne einen HARTZ4ler, der aus selbigen Verhältnissen stammt und da nie rausgekommen ist. Bei allem was schief gelaufen ist, hat er vor kurzem angefangen sich mit Aktien und sowas auseinander zu setzen. Darüber ist er dann auf sowas gestoßen wie Ehrgeiz, Motivation, Hartnäckigkeit, Durchbeißen und was du eben so in deinem Artikel oben beschreibst. Der kannte das alles schlichtweg nicht. Hat auch nie einen Job gekriegt, da er die Hauptschule mit Durchschnittsnote 4 abgeschlossen hat.

    Macht es für den noch Sinn jetzt, mit 33 Jahren noch irgendwas in diese Richtung zu machen, oder sollte er es einfach sein lassen weil er zu alt ist, sowohl was mit Aktien zu machen oder eben bildungsmäßig irgendwas nachzuholen?

  3. AvatarMichael Fastje

    @PeterF Amen! Kann ich so nur unterstreichen…Obwohl nicht eine Aktie genannt wird, sehr motivierend und vor allem inspirierend geschrieben. Danke dafür!

  4. AvatarBruno

    Toller Leserbrief, gefällt mir sehr!

    @AktieNiewbie “mit 33 Jahren… zu alt”
    Wenn Du die Message dieses Leserbriefes erkennst, hast Du die Antwort. 

    Es ist nie zu spät, so zu sein, wie man es gerne gewesen wäre.

    Man liest viel von Erfolgsgeschichten, toll sie motivieren. Aber von den zwischenzeitlichen Einbrüchen, Schwierigkeiten, harten und schwierigen Zeit, Rückschlägen zwischendurch liest man sehr wenig. Sie gehören in aller Regel dazu. Der Unterschied der Erfolgreichen ist aber, dass sie dran geblieben sind und nie aufgegeben haben, NIE.

  5. AvatarThorsten

    Deutschland hat Belgien hinter sich gelassen und ist nun auf Platz 1 der höchst besteuerten OSZE Länder.

  6. JosefJosef

    @Sven
    Super Leserbrief und Willkommen im Leben.
    Wenn man was im Leben schaffen möchte, muss man auch das scheitern lernen um Erfolgreich zu werden.
    @KarenDetector
    Du musst dies als Sicht eines Politikers sehen.
    Politiker brauchen jedes Jahr mehr Geld von den Bürgern, warum das so ist, kann ich mir denken.
    Übrigens.
    Den Armen Arbeitslosen kann man nichts wegnehmen, da Sie nichts haben.
    Die Reichen Arbeitslosen können sich gut wehren mit Finanzieller Intelligenz.
    Die Arbeitenden Mittelständer müssen also dran glauben.
     
     

  7. AvatarSkywalker

    Leserbrief Nummer 1254:
     
    Marco spart etfs jeden Monat, verdient viel und gibt wenig aus.
     
    Er hat noch nebenbei ein: p2p buisness, 4,6 Eigentumswohnungen, Anteile an der dorfbäckerei, 3 Angestellte die für ihn Zeitungen austragen,einen kleintier waschsalon den er nur samstags betreibt und der es ihm ermöglicht 0,15 Amazon Aktien jeden Monat per Sparplan zusätzlich zu kaufen. 
    Er mag dividenden und will mit 41 finanziell frei sein. 
     
    Früher hat er in der Großraumdiskothek für 78 € jeden Abend die Energy Drinks mit Wodka getrunken und war deswegen regelmäßig im Minu,  hat aber mit Mitte 20 die Kurve gekriegt. Seinen polo gti hat er verkauft und trampt jetzt regelmäßig zum Aldi wenn er linsen und abgelaufene milchprodukte für die Hälfte kaufen will.
     
    Er geht gerne in die Natur und seine Vorbilder sind tim schäfer, der frugalist und der finanzkojote. Deshalb trägt er jetzt auch eine Brille obwohl er gut sieht, aber es kann ja kein Zufall sein dass alle drei eine Brille tragen, oder? 

  8. AvatarPeter

    Danke für die Zusammenstellung, mir war der Leserbrief zu langatmig und eintönig, um ihn zu lesen.
    Aber genau darum, geht es doch bei dieser Webseite. Ich bin wegen den Kommentaren hier 🙂 

  9. KievKiev

    @ Sven
    Dein Leserbrief gefällt mir sehr gut. Den Vergleich mit Anderen finde ich zu ausgeprägt, aber das hast Du vielleicht für Moritz so aufgesetzt. Deinen Weg und auch den Vermögensaufbau betreibst Du für Dich selbst. Du kannst den Weg genau so gehen wie Du es Dir vorstellst. Das hast Du auch so gemacht.
    Ich hatte vor kurzem ein 20 jähriges Abi Jubiläum und einige alte Mitschüler wiedergetroffen. Ich fand es toll zu sehen wo sie gelandet sind. Was sie heute machen, wie sie leben. Da war einiges dabei und jeder hat seinen Weg gefunden. Wie viel Vermögen welcher Mitschüler heute erreicht hat ist doch irrelevant. Es kann natürlich sein, dass ein Vermögen manchem Mitschüler Dinge ermöglicht, die er sonst nicht in der Form ausprobiert hätte.
    Den Rechner wie wohlhabend bin ich im Vergleich fand ich lustig. Er zeigt wie die Gesellschaft über Geld denkt. Da trägt man das monatliche Haushaltseinkommen ein und dann steht unten als Grafik wie viele Menschen reicher als ich sind. Was hat denn das eine mit dem andern zu tun? Es korreliert sicher sehr stark, aber für mich sind es zwei unterschiedliche Dinge. Ein hohes Einkommen ist eine gute Vorraussetzung für die Schaffung von Wohlstand. Über die Differenz von Einnahmen minus Ausgaben baut sich das Vermögen auf. Und damit auch der Reichtum.

  10. AvatarMr. Pino Cavallo

    Vielen Dank für den Leserbrief. In der tat ist auch mir dein Kommentar unter dem vorherigen Leserbrief ins Auge gestochen. Vielen Dank für deine ausführlichere Darstellung.
     
    Mich hätte allerdings noch interessiert, wo du im Ausland warst 🙂
     
    Auf jeden Fall gefällt mir, dass du konsequent einen Plan verfolgst. Ich habe dagegen extreme Schwierigkeiten mich zu fokussieren. Ich glaube, wenn ich das in den Griff bekomme, kann ich auch noch weiter kommen!

  11. AvatarNico Meier

    Ich musste gerade schmunzeln als ich hier die Frage gelesen habe ob man mit 33 zu alt sei um etwas für die Altersvorsorge zu tun.
    Gehen wir davon aus, dass das Rentenalter wohl muttelfristig bei 67 oder gar 70 Jahren liegen wird. Der 33 jährige hat also noch 34 bis 37 Jahre Zeit den Zinseszins wirken zu lassen.
    Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir im Rentenalter bedeutend weniger Geld aus staazlichen Systemen erhalten werden als die heutigen Rentner. Daher rate ich jedem etwas Geld anzulegen auch kleine Beträge summieren sich über die Jahre.
     
    Deutschland hat also Belgien bei der Staatsquote überholt? Wundert mich nicht irgendwie muss die Sozialindustrie mit ihren vielen gutbezahlten Staatsjobs finanziert werden!

  12. AvatarNico Meier

    @Kiev
    Nichtderjenige ist reich der viel Verdient sonder der derjenige der wenig braucht. Und genau hier hat auch die Mittelschicht mit moderaten Gehältern die Möglichkeit Vermögen zu bilden. Aber da wird lieber das “zu tiefe” Gehalt bejammert aber jedes Jahr muss das neuste IPhone und alle zwei Jahre der Neue BMW erworben werden.

  13. AvatarMoritz

    Hallo Sven. Vielen Dank, dass du nochmal auf meinen Kommentar in Form des Leserbriefs geantwortet hast. Ich bin immer noch überwältigt davon, wie viele Leute damals darauf geantwortet haben (ich habe vieles leider auch erst sehr spät gelesen und dann nicht mehr geantwortet).
    Ich finde allgemein Tims Block super, denn hier ist man unter gleichen, fühlt sich verstanden, kann auch mal über bestimmte Sachen diskutieren und natürlich ganz viel Kraft tanken. 
    Mal sehen wo wir alle in 10 Jahren stehen..
    Und natürlich ein schöner Leserbrief Sven 😉

  14. AvatarBruno

    “Ich hatte vor kurzem ein 20 jähriges Abi Jubiläum”
    Hatte ich auch vor 2 Jahren, aber Grundschule. Aber es war eine komische Sache, wenn man einige sehr lange nicht mehr gesehen hat, fehlt der Bezug, resp. mich haben die Themen von damals (und darum ging es primär) nicht mehr wirklich interessiert. Es kam mir vor, als einige stehen geblieben sind, sie waren immer noch gleich wie damals. Und die “neuen” Themen waren dann, nachdem das Obligate abhakt war wie Heirat, Kinder, Haus dann dreht es sich primär um Konsum, Urlaube, Autos, Konsumthemen der Kinder, wann welches Iphone, Sackgeld etc. etc. viele Themen die mich nur gelangweilt haben. Sicher mal nett aber ich überlege mir ob ich das nächste Mal noch teilnehme.

  15. KievKiev

    @ Bruno
    Grundschule ist vielleicht etwas anderes als Abi. Da kenne ich auch niemanden mehr und habe kaum Bezug. Bei mir war es auf dem Treffen eigentlich ganz gut. Konsum-Themen gab es nicht so sehr. Eine wohnt in der Schweiz, andere in Amsterdam. Ich fand es schon interessant. Es spielten auch keine Rolle, ob man dort in Eigentum oder wie auch immer lebt. Sackgeld sagt mir jetzt gar nichts… Aber klar, die teuren Preise für Wohnen waren schon ein Thema. Das gilt ja in der Schweiz, Amsterdam wie in Deutschland. Nur auf unterschiedlichen Niveaus.
    @ Nico
    Mit Reichtum verbinde ich einfach nur die Stufen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Notgroschen, FU Money, Unabhängigkeit und Freiheit.  Niedrigere Ausgaben ermöglichen ein schnelleres Erreichen eines Levels. Mit Familie müsste ich jetzt aber auch nicht mehr bei meinen Eltern wohnen. Sonst würde es finanziell betrachtet sicher wesentlich besser aussehen.
    @ Moritz
    Sven hat eine beachtliche Vorlage dargestellt. Das wird man natürlich nicht ohne weiteres für sich übernehmen können. Es ist einfach nur wichtig was Du für Dich verbessern möchtest. Und da kümmerst Du Dich dann drum. In ein paar Jahren wirst Du eine unglaubliche Entwicklung vollzogen haben. Vorrausgesetzt Du bleibst am Ball und verfolgst Deine Ziele. Das gilt genauso für den 33 jährigen Hartz4 Empfänger. Nützt doch alles nichts. Wenn ich 60 Jahre und mittellos wäre würde ich auch schauen was ich noch ändern und vielleicht verbessern kann. Die finanzielle Unabhängigkeit ist in dem Alter höchst wahrscheinlich nicht mehr zu erreichen, aber es gibt noch unendlich viele kleine Verbesserungen.

  16. KievKiev

    @ Nebenjobs während des Studiums
    Ein paar habe ich nicht genannt. Ich hatte mehr als zwei Nebenjobs. Es gab noch gelegentlich Möglichkeiten 100€ an einem Tag zu verdienen und andere Dinge. Ich habe zum Beispiel Fabrikanlagen demontiert. Wir sind dort auch Gabelstapler gefahren und haben einiges gemacht was nicht unbedingt zu empfehlen oder erlaubt gewesen wäre. Es hat Spaß gemacht, da ich dort mit Freunden gearbeitet habe. Wir haben es anders bezeichnet, aber das nennen ich jetzt hier nicht.
    Ich habe auch messtechnische Fahrten gemacht. Ich wurde mit Reisen nach England gelockt. Die gab es dann allerdings nicht mehr, daher habe ich die Stelle dann auch nicht mehr weiter verfolgt. Es ist auch möglich im Studium Geld zu verdienen und die Welt zu sehen. Es muss nicht alles aus monetärer Sicht Sinn machen. Fit und Gesund war auch eine Zeit in England. Ob es nur aufgrund eines besseren Gehaltes oder auch um das Kennenlernen einer anderen Kultur geht ist eine interessante Frage. 
    Ich hätte gerne Testfahrten für Autohersteller gemacht. Porsche wäre nicht uninteressant gewesen 😉 Tatsächlich haben Freunde von mir Fahrten mit noblen Autos gegen Bezahlung durchgeführt. So konnte ich immerhin in manchen Autos mal eine Runde mitfahren und das Fahrzeug etwas ausprobieren.

  17. AvatarBruno

    @Kiev Sorry Sackgeld = Taschengeld (wir Schweizer haben für alles andere Begriffe haha), der Kinder natürlich es gab fast nur dieses Thema Konsum + Kinder. Mich störte die fehlende Empathie einiger dort, da nicht alle Kinder hatten, waren die faktisch augeschlossen. Ich bin sehr ländlich aufgewachsen und da ist man auch heute noch relativ verschlossen, abweichende Biografien vom “Standard” werden eher abschätzig oder ausgrenzend betrachtet. Es war einfach nicht mehr meine Welt ich bin dort auch schon zu lange weg aus dieser Region, aber ja, vielleicht wäre das mit einem Treffen der Abi/Maturklasse oder Studium anders.

  18. KievKiev

    @ plug-in Hybrid
    Ich habe jetzt alle Modelle durch. Es gibt leider viel zu wenig. Mein Favorit ist folgender:
    Porsche 919 Hybrid Evo
    https://youtu.be/KsLi7HgSuhI
    An die Rundenzeit kommt der leicht modifizierte Tesla noch nicht ganz heran 😉 Ich kann mir vorstellen, dass Porsche auch in Bezug auf Elektrofahrzeuge in Zukunft ein Wörtchen mitsprechen werden.
    Nach ausgiebiger Recherche ist ein normaler Benzin Skoda Octavia Combi am besten für uns geeignet. Er kostet zwar 1% Steuer aber dafür um 24k Listenpreis. Es gibt keinen Stress mit 0.5% Regel in Hinblick auf Einhaltung irgendwelcher Auflagen. Außerdem gibt es bei der Rückgabe nach drei Jahren weniger Risiko, da das Fahrzeug die Hälfte eines VW Passat Hybrid kostet. Vielleicht dürfen wir 20-25k km im Jahr fahren. Dann hat das Fahrzeug entsprechend wenig Restwert. Danke für die Tipps. 

  19. AvatarMeinungslemming

    Jeder Leser hier darf sich mal in einem eigenen Blog-Beitrag vorstellen. In einem Leserbrief.
    Oder alle die, die erfolgreich sind und das richtige Mindset haben. 😉

  20. AvatarFinanzMarder

    Skywalker ist mir dennoch sympathisch, ich musste bei seinem Kommentar lachen da sehr zutrefflich auf die heutige Zeit.
    In diesem Sinne
    Herzlichst Euer
    Finanzkrokus 

  21. AvatarFäbeler

    no front. Ich finde es wäre viel schöner gewesen, wenn er konkret geworden wäre. er nennt nicht mal die branche seiner jobs, benennt nicht die studiengänge, nennt nicht mal das Land des Auslandsaufenthalts. Ist so leider absolut unanschaulich und ich kann so den lebensweg überhaupt nicht nachfühlen. 

  22. AvatarBruno

    no front, aber da stands dem Thorsten the hairs to the mountains when he read all this…

  23. AvatarEx-Studentin

    Schöner Leserbrief. Aber vermutlich mag ich ihn, weil ich mich damit identifizieren kann.
    An sich haben wir MINTler gefühlt alle einen sehr ähnlichen Lebenslauf. Man studiert, macht vielleicht noch einen Master. Ist entweder direkt in einem Konzern oder wechselt ein paar mal den AG, bis man mit seinem Gehalt zufrieden ist. Das bekommt man an sich zwar nicht unbedingt geschenkt und man muss auch was können, aber wirklich einmalig ist man damit nicht. Ich bin manchmal erstaunt, wie einfach man U30 Karriere machen kann. Aber da lebe ich vermutlich in meiner MINT-Blase, wo alle gute Jobs haben. 6-stelliges Gehalt ist aber nicht selbstverständlich.
    Mein Lessons Learned beim Thema Karriere: Man muss schauen, dass man sich selbst treu bleibt und das Privatleben nicht auf der Strecke bleibt. Bei meinem alten AG wollte ich keine Teamleiterin werden, weil dort von “oben” viel vorgegeben wurde und man mehr Marionette als Führungskraft war. Auch dieses Thema ins-Ausland-gehen, Standortwechsel etc. finde ich manchmal kritisch. Natürlich eine coole Erfahrung, wenn man ungebunden ist oder die Familie mitzieht. Aber finde es manchmal seltsam, wenn Leute sagen: “Ich will mal viel verdienen, um eine Familie ernähren zu können.”, während gleichzeitig aufgrund ihrer Karriere ihre Beziehungen zerbrechen.
     
     

  24. Avatar-M

    @ Kiev/ Baum 
    Habe euch seit einiger Zeit nicht geschrieben, aber es gab bei mir auch nichts groß was es gelohnt hätte euch zu schreiben. Seit aber nicht vergessen 🙂 schreibe hier ja im Moment auch weniger. 
     
    Baum hat ja momentan auch gut zu tun soweit ich mir vorstellen kann.
     
    @Bruno 
    Das das Tofu war jetzt nicht so die Erleuchtung. Konsistenz naja und Geschmack recht belanglos. So halt wie Sojamilch schmeckt in fester Form halt. Gesund ist es ja zumindest.
     
    -M

  25. Avatar-M

    @Bruno
    So mache ich es nochmal ! Danke Dir. Rotes Thai curry bekomme ich ja schonmal sehr gut hin. Mit schmeckendem Tofu als Eiweiß Ergänzung wäre es besser aber kein muss. Thai Küche ist einfach total lecker für uns und so easy  🙂
     
    -M

  26. AvatarBruno

    @-M
    Ja es ist meine Lieblingsküche. Heute gab es ein Massaman-Curry (Erdnuss-Kokos) mit Kichererbsen, Kartoffeln und Gemüse, verfeinert mit Limettensaft und dazu einen süss-scharfen Gurkensalat. Die Gewürze und insbesondere Currys sind einfach sehr lecker, ich könnte die Saucen wie eine Suppe löffeln haha.

  27. AvatarFelix

    @ ExStudentin
    In der Nicht-MINT-Blase ist für Akademiker der Berufseinstieg ja durchaus schwieriger. Da wird oft bis Ü30 prekärer Beschäftigung nachgegangen. Das wird jetzt, in der Corona- und sich abzeichnenden Automobilkrise auch für MINT-Absolventen schwieriger werden.
    Da sind dann vermutlich, die „kleinen Handwerksbetriebe“ wieder attraktiver, wenn die großen Konzerne Massenentlassungen planen, wie jetzt Daimler u.a.
     

  28. AvatarFelix

    Die Fächer/Studiengänge Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (= Ingenieurwissenschaften).

  29. KievKiev

    @ M
    So viel ist bei mir gerade auch nicht los. Es gab kleine Änderungen, aber ansonsten ist alles beim Alten. Ist ja auch nicht so verkehrt.
    Wir sind bald für zwei Wochen in Spanien. Ich hoffe, dass dort Urlaubsstimmung aufkommt. Sonst werden wir vielleicht ein paar Wanderungen in den höheren Bergregionen durchführen. Dort trifft man selten auf andere Leute. Wir sind gerade so urlaubsreif, dass ich gar keinen Plan habe was wir dort machen werden. Zur Not gehe ich 4-5 mal joggen, an den Strand, in die Berge, ins Dorf, zu Freunden und gut essen. Das reicht schon für zwei Wochen. Das Rennrad bleibt leider hier. Im August ist das aber eh grenzwertig. Wenn mir langweilig wird kann ich ja noch etwas instand setzen…

  30. AvatarSparta

    @-M
    Standard-Tofu schmeckt nach nichts.
    Probier mal Seidentofu… ist aber etwas seltener aber geschmacklich viel besser.
    Habt Ihr gute Curry-Rezepte? 

  31. AvatarNico Meier

    Der normale Tofu schmeckt nach nichts. Wenn ich mal Tofu kaufe so greife ich zur geräuchten Variante. Die Rauchnite wird durch das Anbraten noch intensiver dadurch ist er durchaus geniessbar.

  32. AvatarBruno

    Seidentofu finde ich gut für Quark-Alternativen (Desserts). Geräucherter Tofu mag ich nicht in einem Curry, da er eine Fremdnote reinbringt. Aber wenn man ihn “nature” essen will, z.B. angebraten als Salatbeilage dann ist das eine Option. Meines Erachtens gibt es dann aber bessere Alternativen.
    Ich vermute mal -M hat die Konsistenz auch gestört, von daher könnte er mal ungekühlten Tofu austesten, der ist weniger wässrig und fester in der Konsistenz, angebraten bekommt er so eher die Konsistenz von Chicken.
    Eine Alternative zu Tofu ist auch Tempeh.
    Wer eine Alternative zu Chicken sucht, dem bietet sich aber etwas anderes an nämlich Seitan. Er ist bissfester als Tofu und leicht faserig, also fleischähnlich, besteht aber nicht aus Soja sondern Weizeneiweiss. Im Asia-Laden als Mock Chicken erhältlich aber immer mehr auch sonst.
    Jackfruit ist auch eine Alternative, aber die schmeckt mir nur frisch und ist hier schwer erhältlich, nur in Dosen und da stehe ich nicht drauf.
    Curry-Rezepte: Experimentieren finde ich gut, wichtig sind m.E. gute Gewürze und auch Zeit. Man bekommt heute mit einer guten Curry-Paste, Kokosmilch in 2 Minuten eine Sauce hin, aber das kommt halt nicht an ein richtiges Curry ran.
    Ich finde dies ein gutes Rezept:
    https://asiastreetfood.com/rezepte/rotes-huehner-curry/
    im Vergleich zu einem typisch europäischen red curry 😀
    https://www.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_FCXX030602_0076A-40-de
    Man muss sich auch rantasten und daran gewöhnen.
    Wer es vegan mag der kann die Fischsauce durch Sojasauce, Noriblätter und Misopaste ersetzen. Man kann sie auch fertig kaufen. Ich finde Fischsauce ist ein essentieller Bestandteil und bin da nicht so streng, ich verwende eine Bio-Fischsauce aus Sardellen. 
     

  33. Avatarsammy

    @Skywalker
    Klasse du bringst es auf den Punkt!
    @M
    Wird wohl nichts mehr mit deinem Einstieg.

  34. Avatar-M

    @Sparta
    Seidentofu habe ich mir auch gleich mit gekauft, dass möchte ich in Ramen mit verwenden. Das mache ich heute Mittag. Ich raste mich bei ramen gerade ran und stelle ganz einfache her. Misopaste, Gemüsebrühe, Sojasoße, Ingwer. 
     
    @Bruno
    danke für das Rezept. Ich habe eine fertige Paste. Eine frische werde ich auch mal herstellen wollen. Ich koche sehr gern und entspanne dabei. Wäre also eher Spass aber ich mag es wie du sagst in paar Minuten schon was leckeres zu zaubern. Fischsauce nehme ich auch, das sehe ich auch nicht eng.
     
    @Kiev, hört dich gut an. Joggen befreit den Geist und wenn ihr im Urlaub seit, dann kommt man zwangläufig mal bissl runter:-) Ja alles beim Alten ist irgendwo gut. 
     
    @Sammy 
    Ja was soll ich tun? Meine Frau hält mich auch für einen Versager! Ich glaube die hat schon einen anderen. Mein Sohn kuschelt morgens meist nur mit ihr im Bett (Ich werde das Gefühl nicht los, dass er auch was ahnt). Gespräche mit Eltern, Schwester, Oma und Freunden halfen bisher nichts. Ich fühle mich leer und ausgebrannt. Im Fussball habe ich ein Eigentor geschossen, ob es daran lag? Ich glaube ich melde mich in dem Verein ab. Lohnt es noch zu leben ? Fragen über Fragen…. diese Börse frisst mich auf, ach was vertilgt meinen Geist! 
     
    -M
     

  35. AvatarSlowroller

    Und vorweg eine schöne Tom-Ka-Suppe. Hier verzichte ich immer auf Fleisch zugunsten Kochbananen. Viel leckerer als das quietsche-Tofu oder Labberhuhn.

  36. AvatarNico Meier

    Neues zu Corona
    Doch die Durchseuchungspläne von Pietro Vernazza finden bei vielen Ärzten Anklang. So zum Beispiel bei der Ärzte-Gruppe AMBAG, die aus 140 Ärzten besteht. Daniel Holtz, Gefäss-Spezialist und Leiter der AMBAG, sagt: «Wir teilen die Ansichten von Herrn Vernazza in allen Punkten, insbesondere, dass das Virus etwas weniger gefährlich sei als ursprünglich angenommen.» Die Ärztegruppe vertrete wie Vernazza auch die Ansicht, «dass man stark auf Durchseuchung setzen müsse». Auch zwei weitere Ärzte-Gruppierungen unterstützen die Idee einer Durchseuchung der Gesellschaft.

  37. AvatarSiggi

    Dieser Blog wird bald zur ernstzunehmenden Konkurrenz für Brigitte.de und Chefkoch.

  38. AvatarRüdiger

    Die Herren Ärzte können sich ja irgendwo treffen, sich gegenseitig infizieren und auch die schwer erkrankten Kollegen pflegen. Solange sie bei ihrem Experiment keine Intensivbetten belegen und andere gefährden, soll mir das recht sein  😉
     

  39. AvatarBruno

    @Rüdiger
    Man muss immer die Grössenordnung sehen, wenn von “den Ärzten” gesprochen wird, die meisten sind doch immer noch anderer Meinung. Ich finde die Strategie wie sie aktuell von der Mehrheit der Länder gefahren wird immer noch richtig. Es gibt so auch eine Durchseuchung aber eben halt kontrolliert und nicht unkontrolliert. Die Fallzahlen steigen überall wieder, aber bis jetzt noch nicht exponentiell. Ich will keine 2. Welle und möglicherweise dann notwendigen 2. Lockdown, der wäre eine Katastrophe für Gesundheit und Wirtschaft!
    So gewinnt man Zeit und hoffentlich wird möglichst bald ein Medikament oder Impfstoff gefunden, oder zumindest mehr Erkenntnis über Antikörper. Es hilft wenig wenn man nach 3 Monaten wieder infiziert wird… 

  40. AvatarSparta

    Herdenimmunität ist ja allein dadurch dass die erworbene Immunität nicht besonders stark zu sein scheint fast schon allein der Logik nach gescheitert…

    Ich denke da ist der emotionale Wunsch nach “Normalität” stärker als die Vernunft.

  41. AvatarHubertus

    Sollte man bei diesen übertriebenen Kursen nicht langsam mal etwas glatt stellen und in der zweiten Welle wieder rein? Das ist ja fast wie beim neuen Markt. Und Airlines und andere stehen nicht grundlos so tief. Warren Buffet scheint mal wieder einen guten Riecher zu haben. Er hält sein Pulver trocken. Ok, er hat auch die 50% Erholung verpasst. 

  42. AvatarHubertus

    Ach lese gerade Warren Buffet hat Bank of America nachgekauft. Das wäre aber dann eine Wette auf die Erholung der Wirtschaft. Eher Banken als Tech? Ich weiß nicht. 

  43. AvatarRalf

    Ein duales Studium ist das beste was man machen kann. Man steht quasi schon mit einem Bein im Beruf und die Chance, übernommen zu werden ist sehr hoch.
    Als normaler Absolvent bist du hingegen nur ein Bewerber unter 1000 ohne relevante Berufserfahrung. Ein Studienabschluss zählt heutzutage nicht mehr viel. Entscheident ist Berufserfahrung – und die hat man durch ein duales Studium.
     

  44. AvatarRüdiger

    Sollte man bei diesen übertriebenen Kursen nicht langsam mal etwas glatt stellen …
     
    Könnte man, ist mir persönlich aber zu viel Action. Ich mach’s wie weiland “Birne” … einfach alles aussitzen  😉
     

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